Recap: Carolina Panthers vs. Atlanta Falcons

Am gestrigen Abend fand das erste Spiel der Carolina Panthers nach der Entlassung von Head Coach Ron Rivera statt. Unter Interims Coach Perry Fewell verlor das Team aus Charlotte aber wieder gegen den Divisions-Rivalen aus Atlanta. Nach der 20:40 Niederlage besitzen die Panthers nun auch keine theoretischen Chancen mehr auf einen Einzug in die Playoffs und stehen nun bei einem 5-8 Record.

Interims Coach – kaum Veränderungen

Nachdem Perry Fewell schon mal Interims Head Coach bei den Buffalo Bills war, bekam er nun seine nächste Chance dieses Amt zu bekleiden. Wie damals war aber auch diesmal bereits vor dem Spiel schon klar, dass er und der Coaching Staff nächstes Jahr nicht mehr zu den Panthers gehören werden. Man hätte also erwarten können, dass die Coaches sich gerade beim Play-Calling besonders viel Mühe geben würden, da sie sich so gut für weitere Aufgaben empfehlen könnten. Letztendich fiel aber kaum eine Veränderung auf. Angesprochen auf diesen Punkt, erzählten Spieler wie Quarterback Kyle Allen oder Wide Receiver DJ Moore, dass es sich so wie die letzten Wochen anfühlte. Die Beobachter mussten daher leider feststellen, dass die Coaches in diesem Spiel nicht ihre Chancen genutzt haben.

Interims Coach – Perry Fewell
Kyle Allen wieder enttäuschend – Zukunftslösung?

Hatte Quarterback Kyle Allen in Domes bisher immer gut ausgesehen, schwächelte er diesmal wie in Stadien ohne Dach. Seine Fehler waren auch wieder typisch für ihn. Sein Verhalten in der Pocket ist immer noch ausbaufähig. Erneut kassierte er viel zu viele Sacks. Zu den fünf Sacks kamen auch noch zwei Fumbles hinzu. Auch die Würfe aus einer enger werdenden Pocket waren teilweise so unpräzise, dass die Receiver oft keine Chance auf einen Catch hatten. Darüber hinaus konnte er wie die Spiele zuvor Curtis Samuel nicht gut einsetzten. Wieder überwarf er den schnellen Wideout mehrmals und verhinderte so den Touchdown. Nicht nur Samuel hatte mit unsauberen Quarterback-Play zu kämpfen. Es fällt auf, dass Allen bei tiefen Pässen extrem inkonstant ist. Einerseits gibt es immer wieder tolle Pässe, wo das Potenzial aufgezeigt wird. Der Pass auf Ian Thomas, der zur Interception führte, war ein perfekt positionierter Pass in den Lauf vom Tight End. Dass dieses Play zum Turnover führte, ist nicht die Schuld vom Quarterback. Daneben gibt es dann aber viel zu viele Pässe, die nicht mal in die Nähe des Receivers kommen. Die zweite Interception von Allen war genau solch ein Wurf. Während eines Scrambles unterwarf er Jarius Wright und machte es Falcons Safety Damonte Kazee sehr einfach den zweiten Pick zu erzielen.

#7 Kyle Allen

Dass Will Grier immer noch nicht eingesetzt wurde, ist mit zunehmender Zeit immer unverständlicher. Die Panthers sind nun auch theoretisch von den Playoffs eliminiert und könnten ohne Risiko junge Spieler austesten. Würde man herausfinden wie gut Will Grier unter Wettkampfbedingungen spielen würde, würde es dem Team viel mehr Optionen in der Off-Season geben. Anscheinend traut man aber Grier nicht genug zu und will ihn nicht schon im ersten Jahr verbrennen. Interims Head Coach Perry Fewell erklärte bereits schon kurz nach Spielende, dass man weiter auf Allen setzen wird, da dieser dem Team die größte Chance geben wird. Nach den gerade zuletzt ganz schwachen Leistungen Allens wirkt diese Entscheidung auf jeden Fall sehr fragwürdig.

Offense – Wirkungslos

Neben Kyle Allen zeigten aber auch große Teile der Offense Schwierigkeiten. Die linke Seite der Offensive Line verlor wieder einige Duelle. Auf Left Tackle spielte in diesem Spiel Dennis Daley, der gegen Takkarist McKinnley oder Vic Beasley viel zu oft geschlagen wurde. Gerade mit einem Quarterback, der mit Druck überhaupt nicht klar kommt, war das ein großes Manko im Spiel.

Auf Seiten der Falcons machte es Linebacker Deion Jones den Panthers auch oft schwer. Benutzte Carolina die Spiele zuvor noch Routekombinationen, in denen entweder McCaffrey oder Moore sich frei liefen, war das Unterfangen in diesem Spiel schwieriger, da Jones keine Probleme hatte jeweils einen der beiden zu covern. Gerade McCaffrey wurde gut kontrolliert, wenn sein Gegenspieler Deion Jones war. Ganz ausgeschaltet wurde der Star Running Back dann aber doch nicht. Hatte er einen anderen Gegner, war er immer sehr schnell frei und konnte viele Yards nach dem Catch machen. Auch als Runner funktionierte er sehr gut. Es gab kaum Plays, in denen er direkt an der Line of Scrimmage gestoppt wurde. Am Boden hatte McCaffrey daher eine Erfolgsrate von 64% (Schnitt liegt bei etwa 40% am Boden). Da es von ihm aber kaum Big Plays gab, fiel seine Leistung vielleicht nicht so sehr auf wie sonst, doch war er auch in diesem Spiel wieder sehr produktiv. 

Ebenfalls erwähnenswert war die Performance von Ian Thomas. Der junge Tight End konnte sich gut von seinen Gegenspielern separieren und sorgte so für viele einfache Würfe. In der ersten Halbzeit wurde er dann mit einem Touchdown auch belohnt. Erwähnen muss man allerdings auch seinen schlimmen Drop. Kyle Allen warf einen herausragenden Pass genau in den Lauf, doch durch den Drop von Thomas kam es zum Turnover. Dieser Fehler beeinflusste die ansonsten sehr gute Leistungen von Thomas schon sehr negativ.

#80 Ian Thomas

Einmal in der Season erwähnen muss man unbedingt Right Tackle Taylor Moton. Zeigte er zu Beginn der Season noch ein wenig zu viele Fehler, konnte er seine Leistung schnell wieder steigern. Gerade in der Pass-Protection ist er einer der besten auf seiner Position. Zwar verliert er in jedem Spiel auch einige wenige Duelle und er ließ auch schon Sacks zu. Wenn man aber betrachtet, dass meist die besten Tackles auf der linken Seite bei den Teams spielen und die Konkurrenz somit auf der rechten Seite geringer ist, wäre Moton normalerweise ein Kandidat für den Pro Bowl. Da er aber bei den Leuten außerhalb Carolinas kaum bekannt ist und die Panthers einen schlechten Record haben, ist nicht damit zu rechnen, dass er zum Pro Bowl eingeladen wird. In diesem Spiel zeigte er schon fast standesgemäß kaum Schwächen und verschafft Allen so viel Zeit. Da die rechten Seite die Offensive Line manchmal aber wieder strauchelte, stand der Quarterback wieder relativ oft unter Druck.

Defense unkonzentriert und harmlos

Bei den Panthers ist in der Defense ein negativer Trend zu erkennen. Spielte man zu Beginn der Season gerade in der Passverteidigung echt gut, kann man nun kaum eine Offense verteidigen. Natürlich liegt das auch an den Gegnern. Gegen Jacksonville oder Tennessee musste man schlechtere Receiver verteidigen als gegen New Orleans oder Atlanta. Darüber hinaus wird aber auch deutlich, dass eine gute Performance der Defense, die durch viele Turnover entsteht, nicht stabil gehalten werden kann. Dass wir nun bei den Panthers eine Regression sehen, war zu erwarten. Natürlich resultierten die Turnover zu Beginn der Season der eigenen Leistung, doch es ist ganz normal, dass ein guter Turnover-Wert in der NFL gerade gegen gute Teams zurückgeht, weswegen es auch so schwierig ist nur mit einer guten Defense mehrere Jahr zu überzeugen. 

Im Spiel konnte man die Receiver der Falcons erwartungsgemäß nicht covern. Calvin Ridley zeigte bis zu seiner Verletzung ein tolles Spiel und wurde auch mit einem Touchdown belohnt. Auch sein kongenialer Partner Julio Jones fiel vor dem Touchdown mit einem genialen Catch gegen Bradberry auf. James Bradberry hatte in diesem Spiel große Probleme und hatte Glück, dass Julio Jones bei einem Double Move überworfen wurde, da es sonst den Touchdown gegeben hätte. Er hat in letzter Zeit sowieso große Probleme. Neben der zu erwartenden Regression fällt bei den Panthers auf, dass auch die individuellen Leistungen sich verschlechtert haben. Gerade Bradberry wirkt nach seiner Verletzungspause gegen die Packers wie ausgetauscht. Immer wieder können die Gegner durch ihn für großen Raumgewinn sorgen. Die Off-Season um ihn könnte spannend werden. Eigentlich müssten die Panthers ihn halten. Auf der Cornerback-Position sind die Panthers schwach besetzt. Neben Bradberry müssen immer Ross Cockrell und Donte Jackson spielen. Würde man mit dem Cornerback Nummer eins im Team nicht verlängern, hätte man auf dieser Position noch größere Lücken. Doch wird Bradberry viel Geld verlangen, weswegen eine Verlängerung gerade nach den zuletzt gezeigten Leistungen nicht sicher sein sollte.

Neben der Passverteidigung hatte die Defense der Panthers wieder Probleme gegen den Lauf. Zwar konnten die Falcons oft schnell gestoppt werden, was zu einer geringen Erfolgsquote von nur 39% führte, doch wenn ein Lauf funktionierte, gab es meist viel Raumgewinn. Gerade der Backup Running Back Brian Hill hatte viel zu oft Erfolg. Falcons liefen viel bei zweiten Versuchen, in denen viele Yards zu überbrücken waren. Eigentlich ist eine solche Taktik nicht sehr erfolgsversprechend, doch da die Laufverteidigung Carolinas in diesen Momenten überhaupt nicht funktionierte, kam es dann doch des Öfteren zu viel Raumgewinn. Wenn der Lauf beim zweiten Versuch dann doch nicht funktionierte, hatten die Falcons aber selten Probleme beim dritten Down, weil das Passspiel so gut funktionierte. Die Panthers konnten die Falcons daher nie richtig stoppen und so wurden ihnen am Ende 40 Punkte eingeschenkt. Gerade mit der strauchelnden Offense waren zu viele.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.