Recap: Carolina Panthers vs. New Orleans Saints

Am gestrigen Sonntag trafen die Carolina Panthers in New Orleans auf die Saints. In der letzten Sekunde konnte Saints Kicker Will Lutz das Field Goal zum 34:31 Sieg verwandeln. Mit der Niederlage haben die Panthers nur noch theoretische Chancen auf bei Playoffs, denn das Team steht nun bei einem 5-6 Record.

Kicker Joey Slye vergibt entscheidendes Field Goal

Es war keins seiner besten Spiele von Carolinas Special Team. Schon nach dem ersten forcierten Punt der Defense sorgte Rashaan Gaulden mit einem Muffed Punt für einen Turnover. Er sorgte für Furore, indem er DJ Moore “über den Haufen” rannte und dabei den Ball berührte. Die Saints sicherten sich den Ball und konnten anschließend mit 14:0 davonziehen. 

Der Start verlief sehr unglücklich, doch die Panthers konnten sich steigern. Trotzdem gab es immer wieder Aussetzer des Special Teams. Gaulden leistete sich wieder einen Fauxpas und sorgte beim Kickoff Return für eine 15 Yard Strafe. Noch größere Schwierigkeiten brachte Kicker Joey Slye ein. Zunächst verschoss er zweimal einen Punkt nach dem Touchdown. Viel schlimmer traf es ihn aber beim Field Goal Versuch zwei Minuten vor dem Ende der Partie. Carolina hätte mit einem 20 Yard Kick in gute Ausgangsposition kommen können. Saints hätten im letzten Drive punkten müssen um überhaupt in Overtime zu kommen. Slye verschoss aber das relativ einfache Field Goal und so reichten den Saints drei Punkte um den Sieg zu sichern. Die Performance des Special Teams war indiskutabel und es wird spannend zu beobachten sein, ob es für Gaulden und Slye Konsequenzen geben wird.

#4 Joey Slye nach dem verschossenen Fieldgoal
Passverteidigung diesmal noch schlechter als gegen die Falcons

Man hätte es nach dem Falcons Spiel wohl nicht gedacht, doch bereits im nächsten Spiel gab es eine noch schwächere Leistung in der Passverteidigung. Nach EPA/Dropback, einer Effizienzmetrik, waren die Saints durch die Luft noch effektiver als Atlanta in der letzten Woche. Der Unterschied ist zwar sehr gering, doch dass die Performance überhaupt noch schlechter wurde, sollte die Verantwortlichen nachdenklich stimmen. Gerade mit Tight End Jared Cook hatte man große Probleme. Immer wieder kam es zu Duellen mit Eric Reid oder Shaq Thompson. Cook schien dabei unschlagbar zu sein. Am Ende des Spiels fehlte ihm nur ein Yard zur 100ter-Marke. Neben dem Tight End machte wie man im Vorfeld schon erwarten konnte Michael Thomas ein herausragendes Spiel. Im Gegensatz zu Cook hatte er über 100 Yards. Gerade am Anfang machte er viele Catches, konnte aber auch im weiteren Verlauf nicht gestoppt werden. Im letzten Drive ließ er dann nochmal James Bradberry sehr alt aussehen und brachte New Orleans in Field Goal Reichweite. Thomas ist im Moment wohl der beste Receiver im Spiel. Gerade bei Pässen um die zehn Yards ist er extrem effektiv und das mussten diesmal auch die Panthers spüren.

Trotz der schwachen Leistung in der Passverteidigung gab es auch positive Akzente im Spiel. Tre Boston glänzte mit einer Interception spät im Spiel und auch Donte Jackson hatte einen ganz wichtigen Pass Breakup im vierten Quarter. Darüber hinaus scheint sich wohl die Laufverteidigung in den beiden letzten Spielen stabilisiert zu haben. Zwar ließ man im ersten Drive einen langen Lauf von Latavius Murray zum Touchdown zu und als Eric Reid einen Snap aussetzen musste, trat sofort Alvin Kamara zum Vorschein, doch insgesamt hatte man kaum Probleme den Lauf zu stoppen. Die wohl beste Aktion kam dann im letzten Quarter. Beim Stand von 31:31 versuchten die Saints in der Mitte des Spielfeldes ein 4&1 zu konvertieren. Der Lauf von Alvin Kamara wurde schon im Backfield von Eric Reid gestoppt. Es war ein Turnover on Downs und die Panthers waren dem Sieg anschließend sehr nah. 

#25 Eric Reid & #33 Tre Boston

Die Verbesserung der Laufverteidigung kann auch mit Eric Reid in Verbindung gebracht werden. Hatte er in der Saison schon viele Missed Tackles, die zu Big Plays der gegnerischen Offense führten, waren solche Aktionen in den letzten Spielen nicht mehr zu sehen. Zwar machte Reid insgesamt ein schlechtes Spiel gegen New Orleans, denn in der Coverage wurde er viel zu oft geschlagen, doch in der Laufverteidigung scheint er nun der Anker in der Defense zu sein, der dringend benötigt wurde.

Kyle Allen schlägt zurück

Dass die Panthers nach solch schwachen Leistungen der Defense und des Special Teams überhaupt in der Lage waren das Spiel zu gewinnen, lag an der tollen Passing Offense. Gerade Kyle Allen zeigte sich stark verbessert nach seiner desolaten Leistung gegen Atlanta. Diesmal verstand er es wieder viel besser sich in der Pocket zu bewegen. Zwar gab es immer noch Sacks, aber seine Würfe unter Druck waren diesmal nicht so unpräzise. Die Offensive Line machte keinen allzu guten Job, doch durch die vielen Play-Action Pässe konnte Allen immer wieder sein Können unterstreichen. Zunächst bediente er punktgenau DJ Moore für einen 51 Yard Touchdown. Dieses Play war sehr wichtig, denn die Saints fingen gut an und zogen schnell davon. Nach dem Touchdown sollten die Saints nicht mehr mit mehr als zwölf Punkten in Führung gehen. 

Es folgten zwar keine spektakulären Pässe mehr, doch Allen machte kaum Fehler. Lediglich am Ende des zweiten Quarters hatte er Glück, dass sein Pass auf Greg Olsen nicht von Marcus Williams gefangen wurde. Ansonsten war es eine sehr solide Leistung. Immer wieder fand er mit kurzen Pässen DJ Moore und Christian McCaffrey, die dann ihrerseits viele Yards nach dem Catch machten. Die Saints hatten zwar ein paar Momente, wo sie McCaffrey auf der kurzen Route covern konnten und es kam dann auch sofort zum Sack, doch insgesamt konnte man Moore und McCaffrey nicht kontrollieren. 

Nach dem Spiel gegen Arizona ist es nun schon die zweite wirklich gute Performance von Allen. Mit dem Spiel aus dem letzten Jahr gegen die Saints fällt auf, dass seine guten Spiele immer im Dome sind. Falls die Panthers also längerfristig mit Allen planen, sollten sie umgehend einen Dome als Heimstadion herrichten. Aber auch in diesem Jahr gibt es noch mit dem Auswärtsspiel in Atlanta ein Spiel unter Dach. Dort ist vielleicht wieder eine gute Performance von Allen zu erwarten.

#DJ Moore

Neben den tollen Plays auf McCaffrey und Moore kam allerdings auch wieder zum Vorschein, dass die Verbindung zwischen Kyle Allen und Curtis Samuel nicht gut funktioniert. Vor dem Spiel unterwarf Allen seinen Receiver in fast jedem Spiel mehrmals. Diesmal zeigte Curtis Samuel einige Schwächen und beendete das Spiel mit zwei Drops. Darüber hinaus hatte man Glück, dass ein unterworfener Ball auf Samuel zu Recht als Pass Interference gewertet wurde, denn ansonsten hätte es einen Turnover durch eine Interception gegeben. Dass die beiden zusammen nicht funktionieren, ist echt schade, denn es limitiert ein bisschen die Offense. Betrachtet man den Abstand, den Samuel pro Passversuch zwischen sich und seinem Defender bringt, ist er ein Top-15 Receiver in der gesamten Liga. Es bleibt daher zu hoffen, dass Samuel noch besser einbezogen wird, wobei man auch sieht, dass die Offense über Moore und McCaffrey in einigen Spielen auch gut funktioniert.

Run CMC nur im Passspiel effektiv

Bisher war Christian McCaffrey eine Bank in der Offense. Lediglich die Buccaneers konnten ihn stoppen. Diesmal wurde er als Runner von den Saints aber extrem gut kontrolliert. Die OLine der Panthers machte keine gute Vorarbeit. Im Passspiel konnte man das noch durch Play-Action Spielzüge kaschieren, doch im Laufspiel wurde McCaffrey stark limitiert. Gerade an der Goal Line wurde das zum großen Problem, denn man wurde immer wieder gestoppt. Da Allen aber anschließend immer einen Touchdown warf, hatte das schlechte Laufspiel keine Auswirkung auf die Offense. Als Receiver war McCaffrey dagegen wieder gut. Immer wieder suchte Kyle Allen den Running Back auf kurzen Checkdown Routen. Da die Saints damit Probleme hatten, konnten am Ende über 30 Punkte erzielt werden. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Panthers nicht nur von Läufen über McCaffrey abhängig sind. Trotzdem ist davon auszugehen, dass das Laufspiel wieder effizienter wird. Mit den Redskins wartet nun eines der schwächsten Teams der gesamten Liga. Das Spiel ist zwar nicht im Dome, aber Carolina sollte das Spiel in der Luft und am Boden dominieren können. Mit der Offense konnte zudem Washington auch wenig glänzen bisher. Die Panthers sollten die relativ einfache Aufgabe daher gut lösen können und die Serie von zwei Niederlagen stoppen.

#22 Christian McCaffrey

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