Recap: Tennessee Titans vs. Carolina Panthers

Gestern Abend empfingen die Carolina Panthers die Tennessee Titans im Bank of America Stadium in Charlotte. Nach der schweren Niederlage gegen San Francisco konnte das Team aus Charlotte zurückschlagen und das Spiel mit 30:20 für sich entscheiden. Nach diesem Sieg stehen die Panthers nun bei einem Record von 5-3!

Die Titans machen es den Panthers einfach

Das Spiel war anfangs auf einem schlechten Niveau. Gerade auf Seiten der Titans gab es enorm viele Fehler, welche teilweise schon skurril wirkte. Das Team bekam viele Flaggen (Strafen) und auch die Receiver hatten den Einen oder Anderen Drop vorzuweisen. Manchmal passierte auch beides gleichzeitig. In einem Drive der Titans wollte Quarterback Tannehill auf seinen Receiver AJ Brown werfen. Dieser schubste zunächst seinen Gegenspieler Donte Jackson, was zu einer Pass Interference geführt hätte. Da dieser den Ball nicht festhalten bzw. kontrollieren konnte, gelang der Ball zu Donte Jackson, womit wir die erste Intervention im Spiel verbuchen konnten. Doch nicht nur die Offense der Titans machte haarstäubende Fehler. Kicker Ryan Succup konnte keines seiner drei Field Goals erfolgreich abschließen und auch Head Coach Mike Vrabel traf nicht immer die richtigen Entscheidungen. Bei 4&1 an der 25 entschied er sich ein Field Goal zu schießen und den Versuch nicht auszuspielen. Es war schon fast symbolisch, dass das Field Goal verschossen wurde und kurze Zeit später die Panthers in einer ähnlichen Situation mit einem Touchdown belohnt wurden.

#26, Donte Jackson nach erfolgreicher Intervention

Defense der Panthers wieder sehr souverän

Natürlich machten es die Titans den Panthers ziemlich einfach, doch kann trotzdem auch der Defense ein Lob ausgesprochen werden. Neben der Interception von Donte Jackson sorgte Safety Eric Reid mit einem Forced Fumble für einen weiteren Turnover in der ersten Halbzeit. Neben den Turnover kamen weitere Sacks hinzu. Die Defense machte es den Titans auch nicht einfach. Lediglich im ersten Drive nach der Halbzeit sah es zwischenzeitlich so aus, dass das Spiel nochmal spannend werden könnte. Der Drive bestand komplett aus Runs und die Panthers konnten nicht einmal ein Third Down erzwingen. Als man dann aber im nächsten Drive mit einem Linebacker mehr auf dem Spielfeld den Lauf wieder besser verteidigen konnte, hatten die Titans wieder kaum eine Antwort.

Schon zum Ende des dritten Quarters wurde dann die Coverage der Panthers Defense ein bisschen konservativer. Man spielte viel in Quarters. Neben den beiden Safetys Reid und Boston verteidigten nun auch die Cornerbacks Bradberry und Jackson ein tiefes Viertel. Tennessee konnte so zwar viele Pässe anbringen, verlor aber pro Drive immer viel Zeit, da Big Plays kaum möglich waren. Das Big Play kam dann sogar von der Carolina Defense, als Tre Boston mit seinem Pick für den dritten Turnover des Heimteams sorgte. Zwar ließen die Panthers durch die konservative Coverage viele Yards am Ende noch zu, doch man hatte Tennessee die ganze Zeit unter Kontrolle.

Kyle Allen zeigt sich verbessert

Nach dem Desaster gegen San Francisco traf die Offense der Panthers nun wieder auf eine ernstzunehmende Defense. Zwar war Tennessee vor dem Spiel nicht auf dem Level wie die 49ers, doch verglichen mit den Gegnern, auf die Carolina zuvor traf, galt diese Defense schon als sehr stark. Das Team um Kyle Allen nahm diese Challenge aber gut an und konnte stellenweise echt beeindrucken. Bemerkenswert waren auch die Entscheidungen vom jungen Quarterback. Warf er zu Beginn der Season noch viele kurze Checkdowns auf Christian McCaffrey, wenn es kritisch wurde, zeigte er nun auch Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Immer wieder wurden Curtis Samuel und DJ Moore von ihm eingesetzt und das auch, wenn diese nicht sonderlich frei waren und ein genauer Pass von Allen erforderlich war. Auch das Verhalten in der Pocket war verbessert. Natürlich ist Allen lange noch nicht fehlerfrei, doch bewies er diesmal in einigen Situationen einen kühlen Kopf und es kam dann nicht zum Sack oder einem ungenauen Pass, sondern zu einer Completion. 

Insgesamt war die Leistung des Quarterbacks aber auch von vielen Fehlern geprägt, was auch mit dem riskanteren Spielstil zu tun hatte. Zwar hatte er bei seiner Interception Pech, denn der Pass wurde an der Line of Scrimmage von der Defense berührt und nahm daraufhin eine veränderte Flugbahn an, doch kurze Zeit später hatte er zweimal Glück. Zunächst lief sich DJ Moore so frei, dass er für einen Touchdown hätte sorgen können. Der Pass auf ihn war aber viel zu kurz und landete in den Armen von Malcom Butler, der den Ball aber nicht festhalten konnte. Kurze Zeit später gab es dann fast die identische Situation. Moore hätte zwar diesmal nicht für den Touchdown sorgen können, war aber wieder komplett frei. Allen unterwarf wieder den Pass und hatte wieder Glück, dass Malcom Butler den Ball nicht festhalten konnte.

Schön zu sehen war aber, dass der Coaching Staff weiter an Allen glaubte und den Gameplan auf ihn aufbaute. Kurz vor der Pause wurde man dann auch belohnt dafür. Nachdem Allen im Drive immer wieder Samuel, Olsen und Moore einsetzte, krönte er den Drive mit einem Touchdown Pass auf Curtis Samuel, der einen unglaublichen Catch zeigte. Auch direkt nach der Halbzeit brachte Allen mit einem tollen Pass die Panthers so nah an die Endzone, dass Christian McCaffrey ganz einfach mit einem 2y Run für den Touchdown sorgen konnte.

#7 Kyle Allen, QB
Panthers sollten weiter auf Samuel und Moore setzen

Es bleibt zu hoffen, dass die Offense weiter so spielt wie gegen die Titans. Natürlich hat Christian McCaffrey auch einen Anteil an diesem Sieg, doch zeigte sich die Offense zuletzt immer stärker, wenn man mehr die Receiver Moore und Samuel eingesetzt hat. Dieses Spiel war dafür symptomatisch. Zwar hatte McCaffrey am Ende wieder drei Touchdowns, doch bei allen Touchdowns gingen hervorragende Aktionen der Defense oder Kyle Allens voraus. Bei dem Receiving Touchdown brachte erst Donte Jackson die Panthers in gute Field Position und bei den Rushing Touchdowns wurde der Drive nur fortgesetzt, weil jeweils DJ Moore hervorragend eingesetzt wurde. Es hört sich paradox an, weil McCaffrey so gut ist, doch je weniger McCaffrey als Runner eingesetzt wird, desto besser ist die Offense, denn dann können Spieler wie Curtis Samuel und DJ Moore besser ihre Fähigkeiten zeigen. Das ist auch der Grund, warum McCaffrey nicht im MVP Rennen sein sollte, obwohl er jedes Spiel so viele Yards erzeugt. Bei allen Quarterbacks, die MVP werden könnten, würde man versuchen, diese so oft wie möglich einzusetzen. Als Running Back sieht es dagegen genau andersrum aus und man sollte darauf achten, diesen nicht zu viel einzusetzen.

#10, Curtis Samuel beim Catch zum Touchdown
Panthers haben Chancen auf eine Playoff-Teilnahme

Die Vorstellung gegen die Titans hat gezeigt, dass die Panthers gegen schwächere Teams durchaus in der Lage sind zu dominieren. Zwar sind Teams wie die Philadelphia Eagles, Seattle Seahawks oder Minnesota Vikings durchaus stärker einzuschätzen, doch da Carolina noch zweimal auf die Atlanta Falcons trifft und einmal auf die Washington Redskins, kann es auch passieren, dass die Panthers am Ende in den Wildcards vertreten sind. Als nächstes trifft man auf die Green Bay Packers mit Quarterback Aaron Rodgers. Die Packers werden in diesem Spiel zwar der Favorit sein, doch ist das Team wohl auch nicht so stark wie zum Beispiel die San Francisco 49ers. Die Offense geriet im letzten Spiel gegen die Chargers auch gewaltig ins Stocken, weswegen die Packers dann auch verloren. Die Chancen auf einen Sieg der Panthers sind daher schon gegeben, auch wenn Green Bay den Heimvorteil genießen darf.

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  1. […] Wer sich nochmal das Spiel zwischen den Tennessee Titans und den Carolina Panthers zu Gemüte führen möchte: The German Riot liefert eine ausführliche Analyse. […]

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