Spieltagsanalyse: Los Angeles Chargers – Week 3

Nach zwei Niederlagen zum Start, trafen die Carolina Panthers am dritten Spieltag auf die Los Angeles Chargers. Das Team aus Charlotte ging zwar als Underdog in die Partie, konnte das Spiel aber lange mit einer Führung bestreiten und schlussendlich auch mit 21-16 gewinnen. Besonders hervorzuheben ist die gute Leistung der Defense. Mit ihren vielen Big Plays war sie ein Garant für den Erfolg.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Auch wenn das Spiel siegreich gestaltet werden konnte, machte die Offense einen kleinen Rückschritt. Sie spielte sehr zurückhaltend, obwohl die Panthers die Führung fast über die gesamte Spiellänge in der eigenen Hand hielten. Versuchte man in vergangenen Spielen immer wieder Robby Anderson oder DJ Moore in Szene zu setzen, kam es in diesem Spiel eher zu kurzen Pässen auf Running Back Mike Davis. Vor dem Spiel erwähnte Offensive Coordinator Joe Brady, dass er Curtis Samuel mehr involvieren und seine Stärken mehr nutzen möchte. Das ein oder andere Mal fand man ihn als Running Back wieder, was sich jedoch nicht als erfolgreich herausstellte. Teddy Bridgewaters durchschnittliche Targettiefe (durchschnittliche Länge der Pässe durch die Luft) lag bei nur 4,5 Yards (nur Jared Goff warf in Woche 1 noch kürzere Pässe). So beendeten die Panthers die Partie zwar ohne Giveaway, gaben aber den Chargers immer wieder die Chance zurückzukommen.

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Im Pass Rush kam es zum Duell zweier sehr guter Spieler. Joey Bosa zeigte noch in der letzten Woche, dass er selbst gegen den vielleicht besten Offensive Tackle – Mitchell Schwartz der Kansas City Chiefs – eigentlich nicht zu stoppen ist. Doch dieses Mal konnte er gegen Taylor Moton nicht groß aufspielen und wurde gegen Ende des Spiels sogar oft auf die unbeliebtere andere Seite geschoben, um den Duellen mit Moton aus dem Weg zu gehen.

Wahrscheinlich hat die Offense die Aufgabe bekommen, keine Giveaways zu produzieren. Diese warfen die Panthers vor allem im Spiel gegen Tampa Bay weit zurück. Der Plan ging auf, indem Bridgewater als Game Manager agierte und die Defense das Spiel für die Panthers gewinnen ließ.

Neben der Offense machte auch das Special Team ein schönes Play. Mit dem letzten Punt brachte man die Chargers in eine so schlechte Field Position, dass sie für den entscheidenden Touchdown anschließend 99 Yards benötigten.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Das Laufspiel war das große Manko in der Offensive unserer Panthers (21 Läufe für 81 Yards und -0,33epa/rush). Vor dem Spiel wurde noch von OC Joe Brady angekündigt, dass es leichte Veränderungen im Running Game geben wird, da nun Christian McCaffrey verletzt fehlte. Diese Veränderungen verschlechterten aber eher das Laufspiel. Weder Mike Davis, noch Curtis Samuel konnten in ihren Rollen als Ballträger überzeugen. So kamen die Panthers immer wieder in schwierige Third Down Situationen und mussten anschließend das Field Goal schießen oder den Ball sogar punten. Vielleicht wäre es in Zukunft lukrativer, wenn die Panthers wieder zum alten Running Style zurückzukehren und dann Reggie Bonnafon den Ball als Lead Back geben. Letztes Jahr hat er bereits unter Beweis gestellt, dass er mit diesem System gut zurechtkommt.

Neben dem schlechten Laufspiel brachte auch das Kurzpassspiel von Teddy Bridgewater das Team in schwierige Situationen. Gerade in der Redzone traf er oftmals skurrile Entscheidungen und warf bei Third Downs Receiver an, die keine Chance hatten ein neues First Down zu erreichen. Immer wieder mussten die Panthers ein Field Goal schießen. Der einzige Touchdown wurde auch nur erzielt, weil die Chargers beim Field Goal Versuch von Joey Slye eine Strafe kassierten und so den Drive Carolinas weiter am Leben hielten. Joey Slye verwandelte 5 von 5 Fieldgoals und hat maßgeblich zum Sieg der Panthers beigetragen.

In der zweiten Halbzeit konnten sich die Chargers dann mit ihrer Offense steigern und sorgten nicht mehr für viele Turnover. Das hatte zur Folge, dass die Offense nicht mehr so gute Feldpositionen hatte und dann auch nur noch drei Punkte in der zweiten Halbzeit erzielen konnte.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Defense war in diesem Spiel der entscheidende Faktor für den Sieg. Zwar konnten die Chargers immer wieder Drives zustande bringen, wo sie viele Yards verbuchten und so in Scoring Range kamen, doch in diesem Spiel gab es dann ganz oft die Big Plays der Panthers Defense, die immer wieder für gute Feldposition des eigenen Teams sorgten.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Der beste Akteur in der Defense war, wie schon gegen Tampa Bay, Edge Rusher Brian Burns. Wieder war er der Mann in der Defense der Panthers, den man nicht stoppen konnte. Diesmal sorgte er sogar mit seinem Strip Sack für einen Turnover. Zwar ist die Defensive Line gerade im Pass Rush nicht allzu stark besetzt, aber dafür kristallisiert sich Brian Burns immer mehr als einer der besten Pass Rusher der Liga heraus.

Neben Burns konnten nicht so viele Spieler im Pass Rush glänzen. Marquise Haynes sorgte jedoch mit seinem Sack für den ersten Sack überhaupt in dieser Saison für die Panthers. Er leitete damit eine verheißungsvolle Vorstellung der gesamten Defense ein.

Insgesamt ist es der Defense deutlich besser als in den ersten Spielen gelungen, Druck auf den Quarterback auszuüben.

Erwähnenswert sind in jeden Falle auch die Rookies, die teilweise mit tollen Aktionen glänzen konnten. Derrick Brown konnte als Run Stopper überzeugen und verbuchte zwei Stops für sich. Jeremy Chinn machte dagegen im vierten Quarter auf sich aufmerksam. Mit einem QB Hurry und einem wichtigen Stop brachte er die Chargers Offense in der ganz wichtigen Phase in große Schwierigkeiten.

Die Defense performte insgesamt als Team sehr gut. Neben den bereits genannten Spielern konnte Donte Jackson mit seiner zweiten Interception der Saison wieder auftrumpfen. Kurze Zeit später sorgte Shaq Thompson mit einem Forced Fumble für den nächsten Turnover.


Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Das große Problem dieser Defense war erneut die Coverage. Gerade gegen den besten Receiver eines Teams scheint Carolina noch kein Mittel gefunden zu haben. Keenan Allen wurde von QB Justin Herbert immer wieder gesucht und schenkte der Defense 132 Yards ein. Glücklicherweise machte Herbert so viele Fehler, die zu Turnover führten. Denn ansonsten hätten auch die Chargers viele Punkte erzielt. Die Coverage gegen gute Receiver muss sich schnellstmöglich bessern. Als nächster Gegner stehen die Cardinals mit Deandre Hopkins an.

Wie fällt das Fazit aus?

Das Spiel hat eindrucksvoll gezeigt, dass Carolina Spiele gewinnen kann und wahrscheinlich auch noch welche gewinnen wird. Die “Tanking for Trevor” – Sprechchöre sollten nach der Partie verstummen. Allerdings darf sich auf dieser Leistung nicht ausgeruht werden, denn die Performance war überhaupt nicht frei von Fehlern. Die Defense wird nicht in jedem Spiel gegen einen Rookie Quarterback spielen, der viele unnötige Fehler macht. Punktet der Gegner dann wieder mehr, muss dann auch Carolinas Offense wieder besser agieren. Trotzdem ist der Sieg natürlich Balsam für die Fanseele und lässt die Vorfreude auf das nächste Spiel nochmal ansteigen.

 

 

Quellen: rbsdm.com; espn.com; nextgenstats.com

Bildquelle: panthers.com

 

1 Kommentar
  1. Avatar
    Milena sagte:

    Sehr schöner Artikel, das Spiel wurde hier gut auseinander genommen.

    Natürlich muss sich das Team erstmal finden, finde allerdings, dass die Defense größeres Potenzial hat als die Offense. Alleine schon aufgrund der Rookies die ihr wahres Talent noch erst finden müssen. Die Offense ist bestückt mit guten erfahrenen Spielern, die wissen, was sie drauf haben, und das muss harmonieren, was es zur Zeit nur bedingt tut. Sie können sich nicht so sehr gemeinsam entwickeln.

    Generell zum Spiel würde ich sagen Bedarf es eines anderen Playcalling – mehr mittellange/lange Pässe und weniger Kurzpass- und Runninggame, vielleicht würde das mehr Erfolg, vor allem in der Redzone, bringen.

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