Starke Panthers dominieren Cardinals vor heimischer Kulisse und holen sich den zweiten Sieg

Dieses Spiel hätte man wohl vor dem Start nicht so deutlich erwartet. Die Carolina Panthers gingen als Underdog in die Partie, doch sie waren im gesamten Spielverlauf das bessere Team. Der 31-21 Endstand zugunsten unserer Panthers spiegelt dabei nicht einmal die Überlegenheit wider, die von Matt Rhules Team an den Tag gelegt wurde. Denn erst als das Spiel bereits entschieden war, konnten die Cardinals nochmal um sieben Punkte verkürzen. Bei den Panthers war es auf beiden Seiten eine tolle Performance. Sowohl Offense, als auch Defense wussten zu überzeugen und konnten somit den absolut verdienten Sieg sichern.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Die Offense zeigte sich viel besser als noch die Woche zuvor. Gerade im Passing Game waren die Panthers nicht zu stoppen (26/37 angebrachte Versuche für 276 Yards und 0,5epa/Play). Zwar kamen die Panthers durch viele schwächere Läufe auf Early Down in schwierige Situationen, doch durch viele gebrochene Tackles von RB Mike Davis und einem starken Passspiel konnten diese oft gut gelöst werden. Carolina wirkte diesmal mit der Führung im Rücken auch überhaupt nicht ängstlich. Zwar warf QB Teddy Bridgewater immer noch relativ viele kurze Bälle (die durchschnittliche Targettiefe lag bei 6,4 Yards/Versuch), jedoch wurden dieses Mal die Receiver mehr eingebunden und auch durch gute Play-Designs besser eingesetzt.

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Teddy Bridgewater spielte stark auf und konnte die Schwächen in der Defense der Cardinals gnadenlos ausnutzen. Er hatte zwar auch Glück, denn neben seiner Interception hätten mehrere schlecht geworfene Bälle auch als Turnover enden können. Insgesamt war seine Vorstellung jedoch extrem solide.

Die Designs im Passing Game waren dieses Mal auch sehr vielversprechend. OC Joe Brady konnte mit mehreren guten Passkonzepten dafür sorgen, dass die Receiver sich gut vom Defender freilaufen konnten. Gerade Robby Anderson, aber auch Curtis Samuel und DJ Moore konnten sich immer wieder in Szene setzen. Unter anderem stach besonders das Play-Action Passspiel hervor. War Carolina zuvor ein Team, was seltener auf Play-Action zurückgriff, konnte man im Spiel gegen Arizona einen klaren Plan erkennen. Dies hatte viele First Downs, langen Ballbesitz und einige Touchdowns zur Folge.


Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Das Laufspiel ist immer noch ein bisschen das Sorgenkind in der Offense der Panthers (29 Läufe für 136 Yards, ein Touchdown und 0epa/Play). Zwar gab es einige Läufe, die auch zu Erfolg führten, doch andererseits brachte sich das Team durch viele schlechte Läufe auf Early Down immer wieder in unvorteilhafte Situationen. Dabei konnten die Panthers noch glücklich sein, dass Mike Davis viele Tackles brach und noch einige notwendige Yards erkämpfen konnte. Mit 39 Rushing Yards über den Erwartungen war er der zweitbeste Running Back des gesamten Spieltags.

Das Phänomen des schlechteren Laufspiels fällt nach einem Viertel der Saison leider schon sehr bei Carolina auf. Die Panthers nahmen sich in den letzten Wochen vor, das Laufspiel zu etablieren. Leider setzten sie dies nicht wirklich gut in die Tat um und erschwerten somit oft die Arbeit von Quarterback Teddy Bridgewater.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Nach dem Spiel gegen die Chargers konnte die Defense auch gegen die Cardinals überzeugen. Profitierte man letzte Woche noch von Fehlern der Rookies, wusste man es gegen Arizona auszunutzen, dass die sonst so starke Offense der Cardinals schlecht auf die Panthers eingestellt war. Arizona versuchte die Schwächen in der eigenen O-Line durch schnelle kurze Pässe vergessen zu machen. Obwohl die Panthers im bisherigen Saisonverlauf überhaupt nicht mit guten Receivern zurecht kamen, wurde das Duell mit Deandre Hopkins nur sehr selten gesucht und schon gar nicht mit tiefen Pässen forciert. Das erleichterte die Arbeit für Carolinas Defense sehr und so konnten immer wieder wichtige Stops erzielt werden. Wichtig war es auch, Kyler Murrays Laufspiel zu unterbinden. Bis auf einen starken Lauf, konnte die Defense den Quarterback sehr gut in Schach halten.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Die Defense funktionierte in allen Teilen sehr gut. Besonders stark war dabei Shaq Thompson. Zwar war er gerade in der Coverage nicht fehlerfrei, aber mit vielen Stops konnte er die Cardinals in einige schwierige Situationen bringen. Da die Cardinals viele Screens spielten und generell sehr kurz warfen, war das Spielgeschehen oft vor ihm und das schien ihm sehr gut zu liegen.

Die Schwächen in der Offensive Line von Arizona konnten sehr gut ausgenutzt werden. Brian Burns dominierte zum wiederholten Male seine Gegenüber und konnte überhaupt nicht gestoppt werden. Immer wieder konnte er einen Hurry oder Hit verzeichnen. Die hervorragende Leistung des Pass Rushes wurde dann in der zweiten Halbzeit von Rookie Yetur Gross-Matos gekrönt, der mit einem Strip Sack – aufgenommen von Tre Boston  – für einen Turnover sorgen konnte.

Lange blieb DT Derrick Brown gegen die schwache O-Line der Cardinals blass, doch auch er konnte in der zweiten Halbzeit mit zwei Stops zeigen, warum er nach Carolina geholt wurde. Zudem gab es auch keine Situationen, wie noch in den ersten beiden Wochen, wo Brown ganz leicht weggeblockt wurde und so der Running Back leicht zum Touchdown laufen konnte. Eine Steigerung ist also auch bei ihm zu bemerken.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Wirkliche Schwachstellen gab es diesmal nicht bei den Panthers, was auch am Gameplan der Cardinals lag. Es ist zwar durchaus verständlich, dass die Cardinals dem Pass Rush der Panthers mit dem kurzen Passspiel entgehen wollten, was mit nur einem Big Play der Defense auch ganz gut klappte. Doch durch diese Taktik machten sie es der Defense der Panthers sehr einfach.  Carolina hatte die Spiele zuvor immer wieder Probleme Receiver zu covern, weshalb einige einen langen Tag für die Defensive Backs der Panthers erwarteten. Weil Arizona jedoch das ganze Spiel über kaum versuchte, Deandre Hopkins bei tieferen Pässen einzusetzen, ließen die Panthers im Passspiel so gut wie nichts zu. Zusammenfassend war das Verteidigen für die Panthers ziemlich einfach, da auch das Kurzpassspiel nicht wirklich gut funktionierte.

Der so kuriose Gameplan der Cardinals bedeutet andererseits aber auch, dass die Performance in solch einer Art und Weise über den Saisonverlauf wohl nicht gehalten werden kann. Sobald Gegner wieder versuchen werden, ihre Receiver besser einzubinden, könnte es dann zu größeren Schwierigkeiten in der Secondary der Panthers kommen.

Wie fällt das Fazit aus?

Die Cardinals scheinen den Panthers zu liegen. Schon letztes Jahr konnte man mit Kyle Allen als Quarterback gegen sie deutlich gewinnen. Insgesamt stehen die Panthers nun auch bei einem ausgeglichenem Record, was ihnen vor der Saison nicht viele Experten zugetraut haben. Man hat im bisherigen Saisonverlauf auch gesehen, dass die Panthers Spiele gewinnen können. Spielt der Gegner dann ein schlechtes Spiel, kann der Sieg sogar deutlicher ausfallen.

Durch den Umbruch ist das Team noch weit weg davon perfekt zu sein, doch es gibt in dieser Liga auch einige Teams, die viel schlechter aufgestellt sind. Das wurde durch den 31-21 Sieg gegen Arizona nun nochmal unterstrichen.

 

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com  nextgenstats.com

Bildquelle: panthers.com

1 Kommentar
  1. Avatar
    Milena sagte:

    Toller Artikel, er fasst tatsächlich alle wichtigen Punkte zusammen. Ich persönlich finde, dass diese Mannschaft so ein großes Potential hat, man sieht in jedem Spiel eine stetige Steigerung. Auch wenn man nun nicht die beste Season erwarten kann, denke ich doch, dass in der Zukunft richtig Spaß machen wird, diesem Team zuzusehen. Hinsichtlich dieser Analyse – macht weiter so! Ihr gebt mir immer den fehlenden Input :)

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