Who´s your Brady?!

Am 16. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Offensive Coordinator Joe Brady vor. Doch wer ist das neue Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Joe Brady wurde am 23. September 1989 in Pembroke Pines in Florida geboren. Er selbst spielte in der Jugend als Wide Receiver auf der Ecerglades High School und anschließend bei der William & Mary Tribe. Auf dem Feld selbst war er nie der große Star, jedoch fiel Brady durch seine Arbeitsmoral und seinen Führungsqualitäten auf.

Der frühere Offensive-Coordinator von William & Mary, Kevin Rogers, sagte in einem Interview über ihn: „Joe´s Vorstellung von einer guten Zeit ist es, um 6 Uhr morgens zur Arbeit zu gehen und um 1 Uhr morgens nach Hause zu kommen“. Aus diesem Grund bat ihn sein damaliger Coach, Jimmye Laycock vor dem Ende seiner College-Karriere einen Vollzeitjob als Linebacker-Coach bei William & Mary an. Er coachte anschließend zwei Jahre dort, ehe er anschließend für zwei Jahre als Graduate Assistant bei Penn State tätig war.

Seinen ersten Erfahrungen mit der NFL konnte er 2017 sammeln, als er für zwei Jahre Offensive Assistant bei dem Division Rivalen, den New Orleans Saints war. Anschließend wurde er Headcoach bei Ed Orgeron und anschließend Passing Game / Wide Receiver Coach bei den LSU Tigers, mit denen er dieses Jahr das College Football National Championship Finale gegen die Clemson Tigers gewann.

Fact

Mit der Einstellung dieses Jahr ist er der jüngste Offensive Coordinator der National Football League (NFL)

Auswirkungen und Formationen

  1. Welche Auswirkungen wird er auf die Carolina Panthers haben?
  2. welche Formationen verwendet Brady am liebsten?

„Unser System wird das sein, was unsere Spieler am besten können“, heißt es auf ähnliche Fragen in den vergangenen Interviews. Mit dieser Antwort geben wir uns natürlich nicht zufrieden und haben einige Basiskonzepte herausgesucht, die wir bei den Panthers sehen werden:

Die einfachste Formation, die Joe Brady verwendet, besteht aus drei Receivern auf der Strong Side und ein Receiver auf dem Boundery. Der Running-Back steht hierbei auf der Weak-Side. Hierbei wird versucht ein One-One-One Missmatch zu kreieren, bei dem meist der Tight End der No. 1 Receiver eingesetzt wird.

Brady setzt gerne Formationen ein, in denen die Receiver in Bunch-Formation stehen, um  Missmatches zu bekommen. Die Bunch-Formation besteht daraus, dass drei Receiver beim Snap nahe beieinanderstehen. Der Vorteil bei dieser Aufstellung ist, dass es für den Verteidiger schwierig ist, einen konkreten Gegenspieler direkt vom Snap an zu verfolgen. Die Formation ist zudem in Man Coverages sehr unangenehm zu verteidigen und kann so die Defense zwingen, auf Zone-Defense umstellen zu müssen.

Eine weitere Formation ist die Weak Side Option Route. Brady brachte dieses Konzept von den Saints zu LSU. Hierbei steht der Running-Back auf der Weak Side in einer 3×1 oder 3×2 Formation. Hier bietet sich für den Slot – Receiver mehrere Optionen an, je nachdem wie die Defense sich aufstellt. Geht der Verteidiger nach dem Snap 4-5 Yards nach innen, bricht der Receiver nach außen aus. Spielt der Verteidiger Outside, so geht der Receiver in einem Slant nach innen. Hat der Receiver das Gefühl, dass der Verteidiger tief in seiner Zone steht, so bricht dieser seinen Laufweg ab.

Halfback Corner Route – Dies ist ein effizienter Weg um Platz für den Running-Back zu schaffen. Hierbei wird der Running-Back als Receiver verwendet, um die Defense damit zu überraschen.

Eine weiterer von Bradys Spielzügen ist die Glance Route RPO. Hierbei versucht die Offense mit Verticals Slants die Safetys zu bewegen. Der gegnerische Linebacker wird nun aufgrund der Lücken zögern, die durch die Glance Route erzeugt wurden. Nun muss der Quarterback schnell entscheiden – lässt sich die Defense mit den Receivern nach hinten ziehen, so kann hier zum Laufspiel übergeben werden. Lässt sich die Defense nicht bewegen, so haben die Receiver Platz, um angeworfen werden zu können.

Ähnlich wie bei den Saints liebt Joe Brady es seine Receiver vertikal starten zu lassen und ihr Tempo ausspielen zu lassen. Hierbei verwendet er öfters einen Switch-Release, was bedeutet, dass zwei Receiver direkt nach dem Snap ihre Laufwege kreuzen. Dies kann für eine kurze Verwirrung bei der Defense sorgen und so die entscheidenden Yards Vorsprung vor dem Gegenspieler erzeugen.

Justin Jefferson, Wide Receiver der LSU sagte, dass Brady großen Anteil daran hat, dass es kaum Drops gab – „Joe Brady hat uns definitiv bei unserer Augenkoordination geholfen, sowie unserer Fähigkeit, unter Bedrängnis zu fangen.“

Einschätzung

Passt Joe Bradys Spielstil zu den Panthers? Ja – aufjedenfall. Mit DJ Moore, Curtis Samuel und Robby Anderson haben wir genug Tempo, um die Verticals von Brady gehen zu können. Christian McCaffrey ist der perfekte Running-Back für diese Konzepte – Brady kann hier verschiedene Formationen spielen, ohne auswechseln zu müssen. Ian Thomas kann als Anspielstation genutzt werden. Eine Anpassung, die Brady vornehmen muss, ist eine Verringerung der Formationen mit Empty Backfield. Die Panthers haben nicht die O-Line um diese Formation auf höchstem Level zu halten. Wir werden gespannt sein, wie die neuen Konzepte bei den Carolina Panthers funktionieren werden. Mit Joe Brady aber erhalten wir einen jungen, motivierten und detailverliebten Offensive-Koordinator.

 

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