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Spieltagsanalyse: Schlechter Start, starkesEnde!

Das Spiel in Charlotte entwickelte sich zu einem echten Herzschlagfinale: Die Panthers lagen früh deutlich hinten, fanden aber zu ihrer Form zurück und drehten die Partie letztlich zu einem 27:24‑Sieg. Für Carolina ist dieser Sieg nicht nur wichtig in der Division, sondern auch ein Statement: Man kann Fehler machen – aber man kann auch zurückkommen. Im Mittelpunkt standen Quarterback Bryce Young, Running Back Rico Dowdle und eine Defense, die im richtigen Moment zuschlug.

Der Spielverlauf im Überblick

Miami startete furios: Dank effizientem Passspiel und Fehlern der Panthers – insbesondere durch zwei frühe Turnover von Young – zog Miami bereits im ersten Viertel und in der ersten Halbzeit auf 17:0 davon. Carolina musste sich einiges gefallen lassen, fand aber noch vor der Halbzeit erste Nadelstiche und verkürzte auf 17:10.  

Im zweiten Durchgang übernahm langsam Carolina das Kommando. Rico Dowdle setzte mit spektakulären Läufen über 43 und 53 Yards Akzente und war das Herzstück des Laufspiels. Besonders im vierten Viertel gelang den Panthers ein 85‑Yard‑Drive, der in einem 1-Yard-Lauf von Dowdle gipfelte und sie erstmals in Führung brachte. Doch Miami antwortete mit einem schnellen Pass auf Waddle und brachte sich mit 24:20 zurück.  

Die Entscheidung fiel in den letzten zwei Minuten: Bryce Young war es, der mit einem Pass auf Mitchell Evans über 4 Yards die Führung erzielte. Miami versuchte noch einmal zurückzukommen, doch ein Sack und eine Strafe für Pass-Interference brachten die Entscheidung. Am Ende stand ein beeindruckender 27:24‑Erfolg für Carolina, nachdem man ein 0:17 gedreht hatte. 

Im Fokus: Bryce Young, Rico Dowdle & die Defense der Panthers

Young begann mit einem holprigen Start, verlor zweimal den Ball – doch er zeigte Nervenstärke. Am Ende landeten 19 von 30 Pässen, 198 Yards, zwei Touchdowns und eine Interception auf seiner Statistik. Besonders wichtig: der Pass auf Evans kurz vor Schluss. In einem Interview sagte Young nach dem Spiel:

Offensichtlich war das nicht der Start, den wir uns gewünscht hatten. Aber dass wir uns neu fokussieren konnten (…) das hat man in allen Phasen gesehen. Egal, was auf der Anzeigetafel stand – wir haben uns immer auf den nächsten Spielzug konzentriert.

Rico Dowdle war ohne Zweifel der Motor im Laufspiel. Da Starter Chuba Hubbard verletzt fehlte, übernahm er die Verantwortung und lief für 206 Yards und einenTouchdown – ein fantastischer Wert, der ihn in die Nähe des Franchise-Rekords brachte. Seine explosiven Läufe waren entscheidend und er bewies, dass er auch in Druckmomenten effektiv arbeiten kann. Bryce Young selbst beschrieb ihn so:

Explosiv, dynamisch ( …) Er kann bei jedem Spielzug alles – im Laufspiel, im Passspiel, im Screen-Game.


Das verdeutlicht, wie variabel, gefährlich und vor allem wie wichtig Dowdle für Carolina an diesem Sonntag war.

Die Defense der Panthers hatte im ersten Abschnitt große Probleme, Miami im Passspiel zu stoppen und die Dolphins nutzten Schwächen konsequent aus. Doch insbesondere nach der Halbzeit drehte die Defense auf: Sie erzeugte Druck, erzielte Sacks, zwang Miami zu schwierigen Situationen und blieb in entscheidenden Momenten stabil. In der letzten Miami-Offensive gelang schließlich der Sack gegen Tagovailoa sowie eine entscheidende Strafe für Pass-Interference, die der Panthers-Defense zu großem Jubel verhalf.  

Headcoach Dave Canales äußerte sich nach dem Spiel ebenfalls zu dieser Entwicklung:

Im Football wirst du immer mit Rückschlägen konfrontiert. Du wirst schwierige Momente erleben. Aber entscheidend ist, wie du reagierst. Dieses Spiel zeigt, dass alles davon abhängt, wie man auf Widrigkeiten antwortet.

Mit diesem Fokus – nicht auf die Fehler, sondern auf die Reaktion – zeigte Canales, wieso die Panthers in dieser Partie zurückkamen.

Ausblick

Mit diesem Sieg hat die Mannschaft eine enorme Moral gezeigt. Nach dem frühen Rückstand, vorallem verbunden mit den Fehlern von Young, war es am Ende sehr besonders, diese Partie noch einmal zu drehen. Trotzdem darf man sich von diesem Sieg nicht blenden lassen. Eine starke Defense, ein überdurchschnittlich starker Dowdle und Strafen für die Dolphins halfen in dieser Partie. Entscheidend wird in den nächsten Wochen sein, ob Bryce Young seine Fehler abstellen kann, die in dieser Season schon fast wieder zu oft zu seinem Spiel gehörten. Gelingt dies Bryce Young jedoch, können wir uns hoffentlich auf weitere Siege freuen. – KEEP POUNDING

Shutout im Divisionsduell

Am dritten Spieltag der NFL-Saison 2025 empfingen die Carolina Panthers die Atlanta Falcons im heimischen Bank of America Stadium in Charlotte. Nach einem durchwachsenen Start in die Saison gelang den Panthers ein echter Befreiungsschlag: Mit einer dominanten Vorstellung in allen Mannschaftsteilen fegte Carolina die Gäste mit 30:0 vom Feld. Es war der erste Shutout seit fast fünf Jahren und zugleich ein Signal an die Liga, dass das Team um Quarterback Bryce Young durchaus konkurrenzfähig sein kann.

Dominanz auf beiden Seiten des Balles


Die Panthers legten früh den Grundstein für den Erfolg. Bereits im ersten Viertel setzte Bryce Young selbst ein Ausrufezeichen, als er einen 4-Yard-Lauf in die Endzone vollendete und so die 7:0-Führung erzielte. Während Atlanta sich Chancen erarbeitete, scheiterte ihr Kicker gleich zweimal aus großer Distanz.

Das war großartig. Wir wollten schnell starten (…) und unsere Verteidigung hat den Ton angegeben (Bryce Young nach dem Spiel gegen die Falcons)

Im zweiten Viertel stabilisierte Carolina das Spiel, ohne ins Risiko zu gehen. Rookie-Kicker Ryan Fitzgerald verwandelte ein starkes 57-Yard-Field-Goal und erhöhte auf 10:0. Die Defensive der Panthers drängte die Falcons immer wieder in schwierige Situationen und ließ bis zur Pause keinen einzigen Punkt zu.

Nach dem Seitenwechsel folgte der Knackpunkt: Michael Penix Jr. leistete sich eine folgenschwere Interception, die Safety Chau Smith-Wade abfing und direkt über elf Yards zum Touchdown zurücktrug – 17:0. Mit diesem Pick-Six brach der Widerstand der Falcons endgültig.

Ich muss den Trainern ein großes Lob aussprechen, weil sie zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Spielzug angesagt haben und ich das einfach ausnutzen konnte.”(Smith-Wade über seinen Pick-Six)

Im Schlussviertel bauten die Panthers ihre Führung weiter aus. Running Back Rico Dowdle sorgte mit einem kurzen Lauf über die Goal Line für den nächsten Touchdown, während Fitzgerald zwei weitere Field Goals sicher verwandelte. Am Ende stand ein souveräner 30:0-Erfolg, bei dem Carolina nicht nur offensiv diszipliniert auftrat, sondern vor allem defensiv Maßstäbe setzte.

Bryce Young solide, die Defense überragend

Vor dem Spiel stellten sich viele Fans die Frage, welchen Bryce Young man gegen die Falcons zu sehen bekommt. Die zweite Hälfte letzte Woche gegen die Cardinals hatte vielen Fans Hoffnung gemacht. 

Gegen die Atlanta Falcons agierte Bryce Young nicht überragend. Aber er agierte sicher und effizient: 16 von 24 Pässen fanden ihr Ziel, dazu 121 Yards sowie der wichtige Rushing-Touchdown. Er vermied Fehler wie im ersten Saisonspiel und war somit gegen die Falcons ein wichtiger und souveräner Anführer.

Er hat das Spiel richtig gut gemanagt und die aggressiven Würfe gemacht, wenn er das Gefühl dafür hatte (HC Dave Canales über Bryce Young)

Rico Dowdle überzeugte am Boden mit 64 Yards und einem Score. 

Herausragend war jedoch die Defensive. Zwei Interceptions, darunter der Pick-Six von Smith-Wade, sowie ein erzwungener Fumble von Ransom machten den Unterschied.

Die Falcons fanden auf Grund der Panthers Defense nie ins Spiel. Quarterback Michael Penix Jr. brachte lediglich 14 von 27 Pässen für 136 Yards an, blieb ohne Touchdown und warf zwei Interceptions. Auch Running Back Bijan Robinson konnte mit 64 Yards keine Akzente setzen und wurde durch die Panthers Defense in Schach gehalten. 

Fazit und Ausblick

Für das Team und vorallem für uns Fans war dieser Auftritt ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Der erste Shutout seit 2020 zeigt, dass die Defensive zu den Stärken des Teams zählen kann. Auch Bryce Young wirkte gefestigter als in den ersten beiden Spielen, was Hoffnung auf eine positive Entwicklung gibt. Mit der nun fast ausgeglichenen Saisonbilanz von 1:2 hat Carolina sich zurückgemeldet und erwartet in den kommenden Wochen Gegner mit denen man sich wieder auf Augenhöhe befindet. Es ist also gut möglich, dass wir in den kommenden Woche weitere Football-Feste mit unseren Panthers feiern können. – KEEP POUNDING

Ein Comeback ohne Happy End – Panthers unterliegen Cardinals

Das zweite Spiel der Saison ist in den Büchern. Für Fans der Panthers Fans ergibt sich eine gewohnte Situation. Carolina steht nach der Niederlage gegen die Arizona Cardinals bei einem 0-2 Record. Zwar konnte das Team um Quarterback Bryce Young eine rasante Aufholjagd starten, doch nachdem die erste Halbzeit so stark missglückte, mussten sich am Ende das Team aus Charlotte mir 22-27 geschlagen geben.

Die Panthers verlieren das Turnover-Battle

Die Turnover spielten in dieser Partie eine sehr wichtige Rolle. Sie leiteten die unterschiedlichen Spielabschnitte der Partie an.

Gleich im ersten Panthersdrive konnte Cardinals Edge Rusher Josh Uche einen Strip Sack an Bryce Young forcieren. Das Play resultierte nicht nur in einen Turnover. Linebacker Zaven Collins nahm den Ball auf und sorgte für den Touchdown.

Anschließend wurde das Spiel aus Sicht der Panthers nicht besser. Nachdem Young unter Bedrängnis den Ball in die Arme von Cardinals Edge Rusher Baron Browning warf, stand es kurz darauf bereits 10-0 für Arizona. Diese Überlegenheit konnte Arizona bis Mitte des dritten Quarters aufrechterhalten und so schien die Partie beim Stand von 3-27 bereits entschieden.

Dann kam es allerdings zum Wendepunkt der Partie. Panthers Edge Rusher Pat Jones setzte Cardinals Quarterback Kyler Murray so stark unter Druck, sodass dessen Pass getippt wurde. Nutznießer war DJ Wonnum, der mit einer Interception glänzen konnte.

Von da an war Carolina am Drücker. Auch wenn immer noch nicht alles funktionierte, vor allem nicht im Running Game, konnte besonders die Offense sich steigern. Leider war das Aufbäumen trotz erfolgreichem Onside Kick nicht von Erfolg gekrönt. Nicht nur verloren die Panthers das Turnover Battle mit 1-2, sondern auch die Partie mit 22-27.

Bryce Young mit schwachem Spielbeginn

Auch wenn die gesamte Mannschaft einen schlechten Start in die Partie erwischte, war Quarterback Bryce Young mit seinen zwei verursachten Turnovern maßgeblich für den frühen Rückstand verantwortlich.

Auch danach konnte man ihm anmerken, dass er unter dem Druck der schwächelnden OLine, den schlecht aufgelegten Receivern und dem schlechten Laufspiel leiden musste. Die Cardinals verstanden sich gut darin, tief zu verteidigen und den Panthers die Big Plays wegzunehmen. Young benötigte als eigentlicher Playmaker einer Offense eine längere Zeit sich darauf einzustellen. Immer wieder wartete er einen kurzen Moment zu lange und manövrierte dabei die Pocket immer zu seinen Ungunsten.

Auch die Receiver waren ihm keine Hilfe. Besonders der ehemalige First Round Pick Xavier Legette wirkte wie ein Fremdkörper in der Partie. Bei sechs Targets konnte der Receiver lediglich einen Catch sichern, der dann auch noch zu zwei negativen Yards führte.

Zwei Halbzeiten – Zwei Gesichter

Nach der Halbzeitpause hatte Young einen deutlich besseren Rhythmus. Zwar musste er bei dem hohen Rückstand auch einige tiefe Pässe riskieren, aber er schaffte es nun immer besser den Ball schneller loszuwerden. Seine durchschnittliche Zeit für einen Pass betrug 2,54s (letzte Woche war sie noch bei einem Wert von 2,8s). Der Druck kam zwar immer noch oft durch, doch der Quarterback wirkte nun sicherer und verstand sich immer wieder, sicher um den Druck zu navigieren.

Die Pässe wurden insgesamt ein bisschen kürzer (die durchschnittliche Target Tiefe war mit 7,7 Yards pro Versuch im Vergleich zur letzter Woche 1,3y kürzer). Von den insgesamt 325 erzielten Passing Yards wurden 141 davon nach dem Catch erzeugt.

Neben den beiden starken Performances von Hunter Renfrow (zwei Touchdowns) und Chuba Hubbard als Receiver (40 Yards nach dem Catch) stach besonders wieder Tet McMillan heraus. Aus 10 Targets konnte er 6 Catches für 100 Yards erzeugen. 48 Yards kamen dabei nach dem Catch zustande. Die Connection mit Bryce Young hielt die Panthers am Leben und machte die Partie nochmal spannend.

Eine Defense mit Höhen und Tiefen.

Die Defense der Panthers hatte durch die frühen Turnover der Offense eine schwierige Aufgabe. Bereits früh lag das Team von Dave Canales weit zurück und es ging erstmal nur darum, den Rückstand nicht noch mehr anwachsen zu lassen.

Leider ließ die Defense infolgedessen zu viel zu. Das Erfolgsrezept der Cardinals waren viele kurze Pässe über die Mitte. Insbesondere Die Matchups gegen LB Christian Rozeboom wurden von Quarterback Kyler Murray gerne angenommen. Von den 222 Passing Yards der Cardinals gingen allein 85 in Coverage des in der Offseason neu erworbenen Linebackers.

So schlecht wie die Passverteidigung aber war, so gut funktionierte dafür die Rushing Defense. Besonders auf First- und Second Down war für Arizona wenig zu holen. Von 17 Rushing Plays auf diesen Downs konnten lediglich drei die Chance auf einen Score erhöhen. Großen Anteil an dieser Leistung hatte dabei Interior DLiner Derrick Brown. Der Defensive Tackle dominierte die OLine und konnte zusätzlich mit 2 Run Stops selbst einige Runs komplett unterbinden.

Wie fällt das Fazit aus?

Wie bei diesem Spiel zu erwarten, fällt das Fazit nach diesem Spiel zweigeteilt aus. Carolina hat nach zwei Wochen auf Linebacker und in der OLine zwei größere Baustellen. Es scheint so, dass diese Positionsgruppen über die Saison gesehen ein größeres Problem darstellen könnten.

Andernfalls gab es auch deutliche Verbesserungen des Teams im Gegensatz zur ersten Woche. Die Connection von Bryce Young mit seinen Receivern schien insbesondere in der zweiten Hälfte deutlich besser zu funktionieren. Hier stellt sich die Frage auf, wie kontinuierlich das Passing Game in der Zukunft aufgebaut werden kann.

Auch in der Defense scheint Derrick Brown nach seiner Verletzung aus der vergangenen Saison wieder in seine alte Form zu kommen. Nutznießer dürfte eine verbesserte DLine sein, die in dieser Partie zwar sehr zahm in Bezug auf den Pass Rush war, aber gegen den Lauf deutlich verbessert wirkte.

Nach den zwei Niederlagen zu Beginn der Saison scheinen die Playoffs in weiter Ferne gerückt sein. Falls Carolina noch ein Wörtchen dazu mitreden möchte, muss das Team Zuhause in Woche drei unbedingt gewinnen. Es wartet mit den Atlanta Falcons ein Team aus der Division, was einen zusätzlichen Reiz bieten könnte.

Spieltagsanalyse – Ein enttäuschender Auftakt

Am vergangenen Sonntag starteten die Carolina Panthers nach einer für die Fans viel zu langen Offseason gegen die Jacksonville Jaguars in die neue Saison. Nicht nur die Fans, sondern auch in unserer Redaktion war man sich in vielen Teilen sicher, dass man positiv in die neue Saison startet. Doch am Sonntag sollte es dann doch wieder anders kommen. 

Das Spiel der Panthers hatte sich dem miserablen Wetter angepasst, welches auch für eine 76-minütige Unterbrechung sorgte. Man startete mit einer hochverdienten 10:26 Niederlage in die neue Saison und hat bereits wieder die Befürchtung, dass sich das Auf- und Ab der letzten Saisons auch dieses Jahr wiederholt.

Die Offense um Bryce Young enttäuscht fast auf ganzer Linie

Im Mittelpunkt des enttäuschenden Auftritts am Sonntag stand leider unser Quarterback Bryce Young. Zwei Interceptions, von denen es ohne eine Strafe für Jacksonville drei gewesen wären. Ein Fumble und diverse Missverständnisse mit Center Austin Corbett bei den Snaps kamen erschwerend hinzu. Für unseren Quarterback lief bei der 26:10-Niederlage gegen die Jaguars am Sonntag nicht viel rund und er versuchte nach dem Spiel auch nicht das Gegenteil zu behaupten.

Natürlich darf man den Ball nicht so verlieren (…) ich muss einfach bessere Entscheidungen treffen. (Bryce Young nach dem Spiel über seine Leistung)

Hatte man die Offseason noch versucht, den offensiven Schwung aus dem zweiten Halbjahr der letzten Saison mitzunehmen, war der Auftritt am Sonntag jedoch wieder sehr ernüchternd. Bryce Young warf in der ersten Halbzeit eine Interception und verursachte einen Fumble, der in seiner Entstehung mehr als unglücklich aussah. Diese Ballverluste führten zu zehn Punkten für die Jaguars. Ein vielversprechender Drive zu Beginn der zweiten Halbzeit scheiterte dann ebenfalls wieder kläglich in der Red Zone.

Hubbard und McMillan als Lichtblicke in der Offense

Die einzigen Punkte an diesem Tag erzielte Rookie-Kicker Ryan Fitzgerald durch einen 48-Yard-Field-Goal, bis Young in den letzten fünf Minuten des Spiels einen Touchdown-Pass auf Chuba Hubbard warf. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät, um noch etwas gegen die Jaguars zu bewirken.

Einer der wenigen Lichtblicke in der Offense der Carolina Panthers war Rookie Wide Receiver Tetairoa McMillan. Dieser führte die Panthers mit 68 Receiving Yards an. Dies ist der dritthöchste Wert eines Panthers-Rookies bei seinem Debüt, hinter Muhsin Muhammad (96 Yards) und Kelvin Benjamin (92). McMillan führte die Panthers zudem mit fünf Receptions an.

Im vierten Quarter fing Runningback Chuba Hubbard einen 27-Yard-Touchdownpass von Quarterback Bryce Young und krönte damit einen 10-Spiele-Run, in denen er 80 oder mehr Yards erzielte. Zudem war es Hubbards 23. Touchdown in seiner Karriere.

Die Defense leidet unter Turnovern und Misskommunikation

Im dritten Viertel fing unser Star-Cornerback Jaycee Horn einen Pass von Trevor Lawrence ab und trug ihn anschließend noch 9 Yards weit zurück. Dies war Horns sechste Interception seiner Karriere und auch hier leider einer der wenigen Lichtblicke an diesem Tage. Jaycee Horn ist mittlerweile fast 5 Jahre in der NFL und kennt es leider nur zu gut, mit einer Niederlage in die neue Saison zu starten.

Ich meine, es ist hart, besonders für die Jungs, die schon länger hier sind, denn dieses Gefühl ist ihnen irgendwie vertraut. Aber letzten Endes, wenn man es betrachtet, ist es erst Woche 1 (Jaycee Horn über den missglückten Saisonstart)

Trotz diesen Worten und dem Versuch, die Kritik zu entschärfen, dass es sich ja lediglich um Woche 1 handelt, sind die Statistiken rund um die Defense nicht zu leugnen. 

Die Verteidigung der Panthers ließ insgesamt 378 Yards zu, davon 200 Yards am Boden und dazu 19 First Downs der Jaguars.

Nach der 76-minütigen Wetter-Unterbrechung lag man noch mit 3:10 zurück, bis Jaguars Runningback Travis Etienne einen Long-Run über 65 Yards aufs Feld brachte. Diesem Run vorausgegangen war ein verpasstes Tackle durch Safety Nick Scott.  Weitere drei Runs später standen die Jaguars mit einem Vorsprung von 17:3 in der Endzone.

Wir müssen weiter zusammenspielen und ein bisschen besser kommunizieren. Ich glaube, das war heute ein Problem. (Outside Linebacker DJ Wonnum über die Probleme in der Defense)

Mit neuer Zuversicht in Richtung Arizona

Lange Zeit hat man allerdings nicht, sich mit diesem enttäuschenden Auftakt zu beschäftigen. Nächste Woche steht bereits das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm, hier gegen die am Sonntag siegreichen Arizona Cardinals. Hatte man in den letzten Jahren immer wieder gute Leistungen gegen dieses Team gezeigt, so gilt es jetzt, diese Niederlage abzuschütteln und sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren.

Ich glaube, die Jungs sind wirklich enttäuscht, denn wir wissen, dass wir viel besser sind als letztes Jahr (…) und wir wollten allen zeigen, dass wir besser geworden sind. (SafetyNick Scott auch mit Blick auf die nächsten Spiele)

Es wird auch spannend sein zu sehen, wie unser Quarterback Bryce Young mit diesem Auftritt umgeht. In den zurückliegenden Saisons haben solche Spiele Young oft verunsichert und zu ähnlich fragilen Auftritten in den nächsten Spielen geführt. Es wird entscheidend für seine weitere Entwicklung sein, ob er sich dieses Mal nicht von einem schlechten Spiel verunsichern lässt und er an seine Leistungen aus der Endphase der letzten Saison anknüpfen kann.

– KEEP POUNDING

SPIELTAGSANALYSE – BRYCE „QB1“ YOUNG

Als die Carolina Panthers am Sonntag im Mercedes-Benz-Stadium zu Atlanta antraten, hatten viele Fans die Hoffnung, dass man die Saison versöhnlich beenden kann. Der Auftritt der vergangenen Woche gegen die Tampa Bay Buccaneers lag noch vielen Fans schwer im Magen. Was das Team rund um Bryce Young dann jedoch in Atlanta zeigte, das regelrechte Feuerwerk, welches sie auf dem Spielfeld abbrannten, war offensiv das vielleicht beste Spiel der zurückliegenden Saison. Angeführt von einem überragenden Bryce Young gelang ein 44:38 Sieg in Overtime.

Bryce Young mit starker Performance

Was sich bereits die letzten Wochen auf Grund seiner steigenden Form herauskristallisierte, ist nach dem Spiel in Atlanta Gewissheit. Wir haben mit Bryce Young den Quarterback, mit dem man voller Vorfreude in die 2025 Saison gehen kann. Der Quarterback im zweiten Jahr, der nach zwei Spielen auf die Bank gesetzt wurde und seinen Job nur zurückbekam, weil Andy Dalton am Dienstag vor dem Denver-Spiel einen Autounfall hatte, krönte seine zweite Saison vermutlich mit einem sogenannten Legacy-Game.

Bryce Young beendet das Spiel mit drei Touchdown-Pässen und zwei Touchdown-Läufen. Er erreichte mit einem PasserRating von 123,5 die beste Leistung der Saison und gewann zudem noch den entscheidenden Münzwurf in Overtime. Er war erst der dritte Quarterback der Panthers mit insgesamt fünf Touchdowns (Cam Newton, Steve Beuerlein) in einem Spiel. Insgesamt schaffte er 25 von 34 Pässen für 251 Yards und er zeigte fünf Rushes am Boden für 24 Yards.

Ich konnte alles auf dem Spielplan ansagen, was ich wollte und wusste, dass er ein positives Ergebnis erzielen würde. Er würde einen Throwaway, ein Big Play, einen Kampf um einen Touchdown finden, einfach die verschiedenen Dinge.

Dave Canales über Bryce Young

Bei den ganzen starken Zahlen und Aktionen im Spiel gegen die Atlanta Falcons war es aber ein Spielzug, ein Wurf und eine Aktion von Bryce Young, welche in Erinnerung bleibt und seine aktuell auch starke Attitude demonstriert. Nach dem erfolgreichen Touchdown von Tommy Tremble gab es in der Wiederholung eine Aufnahme von Bryce Young, der sich vom Spiel abwandte, während der Ball noch in der Luft war. So sicher und zuversichtlich, dass Tight End Tommy Tremble den Pass fangen würde, den er perfekt platziert hatte, dass er nicht einmal hinsehen musste. Young warf den Ball in die Luft, mit dem Rücken zur Endzone, und signalisierte Touchdown. Als Tremble den Ball fing und der Schiedsrichter den Touchdown anzeigte, nickte Young und grinste.

Er ist ein Baller (…) Ich meine, das ist es, was Baller tun. Wenn du ein Spielmacher bist, Mann, kannst du so was werfen, und er hat heute einfach abgeräumt, Mann. Ich bin so stolz auf ihn.

Tommy Tremble nach dem Spiel über Bryce Young

Miles Sanders mit starkem Comeback

Was die Leistung von Bryce Young nochmals hervorhebt, ist hierbei auch die Tatsache, dass ihm in der Offense auch gegen Atlanta zwei wichtige Mitspieler nicht zur Verfügung standen. Star-Guard Robert Hunt war gegen Atlanta nicht an Bord und unser neuer Star Running Back Chuba Hubbard stand ebenfalls auf der Verletztenliste. Durch den Ausfall von Hubbard rückte aber ein anderer Spieler auf der Running Back Position in den Fokus. Ausgerechnet Miles Sanders, welcher sich bei dem Spiel in München verletzt hatte. Nach der Verletzung in München äußerten nicht Wenige, dass es vielleicht der letzte Auftritt von Sanders in einem Panthers Trikot war. Umso beeindruckender seine Leistung am Sonntag gegen die Falcons. Sanders kam nach einer sechswöchigen Pause zurück, erzielte zwei Touchdowns und beendete das Spiel mit insgesamt 116 Yards.

Defense historisch schlecht

Auf der anderen Seite des Balles sah die Leistung jedoch wiederholt deutlich schlechter aus. Die Defense der Carolina Panthers ließ gegen die Atlanta Falcons insgesamt 38 Punkte, 227 Rushing Yards und katastrophale 537 Total Yards zu. Die Panthers Defense beendete eine historisch schlechte Saison. Mit 534 Punkten halten sie nun den negativen All-Time Ligarekord für die meisten zugelassenen Punkte in einer Saison und übertreffen damit die 533 Punkte der Colts von 1981. Mit 6.877 zugelassenen Yards liegen sie auf dem zweiten Platz aller Zeiten (nur die Saints von 2012 haben 7.042 zugelassen) und auf dem dritten Platz hinsichtlich der in einer Saison zugelassenen Rushing Yards mit 3.057.

Was die Leistung der Defense in dieser Saison mit beeinflusst hat, sind aber sicherlich die zahlreichen Verletzungen. Kurzfristige Ausfälle und natürlich auch die sogenannten Langzeit-Verletzten machten es für die Defense in diesem Jahr nicht einfacher. Im Spiel gegen die Atlanta Falcons mussten Defensive End A’Shawn Robinson (Wade) und Cornerback Akayleb Evans (Rippen) das Spiel bereits in der ersten Hälfte verlassen und kehrten nicht zurück. Evans startete für Pro-Bowl CB Jaycee Horn, der wegen einer Hüftverletzung nicht antreten konnte. Hinzu kamen Derrick Brown, ShaqThompson, Josey Jewell, Amaré Barno oder auch DJ Johnson. Alles Namen, welche der Defense gut zu Gesicht gestanden hätten.

Bei all den negativen Statistiken bleibt aus dem Spiel gegen die Falcons aber positiv in Erinnerung, dass Mike Jackson mit einer Interception und Jadeveon Clowney mit einem Sack zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und dann noch ihren Teil zum Sieg beitragen konnten.

Fazit / Ausblick

Das Spiel gegen die Atlanta Falcons war mehr als nur ein Sieg. Es war offensiv die beste Leistung in dieser Saison. Es war der perfekte Zeitpunkt, um mit einem sehr guten Gefühl in die zu lange Offseason zu gehen. Als Fan der Carolina Panthers kann man voller Zuversicht, insbesondere auf der Quarterback-Position in die Zukunft schauen. Bryce Young startete seine Karriere in der NFL in dieser Saison von vorne. Nach seinem Benching steigerte er sich von Woche zu Woche, gekrönt von seinen Statistiken gegen die Falcons. Was aber noch wichtiger ist, als diese Statistiken, ist die Aura, die Attitude, welche Bryce Young mittlerweile auf dem Spielfeld ausstrahlt. Dass er alleine zum Cointoss antritt, zeigt, welch ein Anführer er geworden ist. Und dass man nach gewonnenen Cointoss unvermittelt an den Sieg glauben kann, das haben wir aktuell Bryce Young zu verdanken. Und entwickelt sich das Team und insbesondere die Defense in der kommenden Offseason ebenfalls nach vorne, dann kann man sich jetzt schon auf die nächste Saison freuen. – KEEP POUNDING

Panthers gelingt der Upset gegen Arizona

Spannung, Overtime und schließlich der Sieg. Die Panthers bescheren ihre Fans frühzeitig mit einer tollen Leistung gegen Arizona.

Carolina enttäuscht gegen überraschende Cowboys

Als Favorit gehen die Panthers gegen Dallas unter. In allen Belangen war Carolina unterlegen. Unter großem Druck konnte auch Young nicht überzeugen.

Spieltagsanalyse – Harter Kampf, knappe Niederlage

Die Carolina Panthers unterlagen den Philadelphia Eagles am Sonntag im Lincoln Financial Field nach einem harten Kampf mit 22:16. Die Panthers verschlechtern ihren Record auf 3:10, während die Eagles ihre Siegesserie ausbauen und nun bereits 11:2 stehen.

Schaut man sich den Record der beiden Teams an, so hätte man am Sonntag eigentlich eine eindeutigere Partie erwarten dürfen. Aber wie schon in den beiden Spielen gegen die Chiefs und die Buccaneers forderten die Panthers die Eagles bis zum Äußersten, gingen mit einem Vorsprung von 16:14 ins vierte Viertel und hatten im letzten Drive sogar die Möglichkeit das Spielfeld als Sieger zu verlassen.

Saquon Barkley und das gegnerische Laufspiel

Bei einem Blick auf die Statistiken der Panthers Defense ist hervorzuheben, dass es ihnen gelang, den Eagles Quarterback Jalen Hurts bei lediglich 107 Yards durch die Luft zu halten. Auf den zweiten Blick wurde aber genau das zum großen Problem, was vorher nicht nur den Experten klar war, sondern auch jeder Carolina Panthers Fan befürchtete. Hier nämlich das außergewöhnliche Laufspiel der Eagles Offense rund um ihren Running Back Saquon Barkley. 

Philadelphia erzielte 211 seiner 294 Yards am Boden, wobei Saquon Barkley sogar einen Franchise Rekord aufstellte. Er beendete das Spiel mit 124 Yards bei 20 Läufen und kommt nun auf insgesamt 1623 Yards in dieser Saison. Schaffte man es den Eagles Quarterback zwar bei seinen Würfen zu kontrollieren, erzielte aber auch dieser 59 Yards über den Boden.

Bereitet die Verteidigung gegen das gegnerische Laufspiel zwar immer noch Probleme, so hat sich der Pass Rush der Carolina Panthers in dieser Season stetig weiterentwickelt. Gegen eine starke O-Line der Eagles gelangen den Panthers auch am Sonntag wieder vier Sacks. 

Chuba Hubbard läuft und läuft

Waren bei den Philadelphia Eagles alle Augen auf Saquon Barkley gerichtet, so wusste aber auch der Running Back der Carolina Panthers erneut zu überzeugen. Chuba Hubbard lieferte wiederholt ein gutes Spiel ab und überschritt die 1.000-Yard-Marke in dieser Saison. Das gelang ihm zum ersten Mal in seinen vier NFL-Saisons. 

Hubbard beendete das Spiel mit 26 Läufen über 92 Yards und einem Touchdown. Weiter hatte er noch vier Receptions bei fünf Targets. Die Panthers benötigten Chuba Hubbard aber auch dringend am Sonntag, da den Panthers außer ihm keine gesunden Running Backs mehr zur Verfügung standen.

Verletzungspech im Backfield

Rookie Jonathon Brooks musste im ersten Viertel mit einer Verletzung am rechten Knie das Feld verlassen und kehrte nicht mehr auf das Spielfeld zurück. Es handelte sich hierbei um dasselbe Knie, bei dem er sich im vergangenen November in Texas einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. 

Den Panthers fehlte außerdem der Ersatz-Runningback/Returner Raheem Blackshear, der sich im ersten Viertel eine Brustverletzung zugezogen hatte. Auch er kehrte nicht mehr auf das Spielfeld zurück. Aber insbesondere die Verletzung von Jonathon Brooks kann einem wirklich Sorge bereiten. Sie ereignete sich ohne Einwirkung des Gegners. Bei seinem ersten und einzigen Lauf am Sonntag knickte sein Knie weg und sah hierbei wirklich instabil aus. Es bleibt zu hoffen, dass es sich nicht erneut um einen Kreuzbandriss handelt, die Verletzung, welche ihn bereits zu Beginn seiner NFL Karriere zurückwarf. (Anmerkung: Bei Ausfertigung des Artikels am 09.12.24 war eine detaillierte Diagnose der Verletzung noch nicht bekannt, Anm. d Redaktion: das in Rede stehende Kreuzband ist erneut gerissen)

Bryce Young solide und mit einem Lächeln

In der Offense der Carolina Panthers hatte Bryce Young erneut einen guten Auftritt. Er beendete das Spiel mit 19 von 34 Pässen für 191 Yards und einem Touchdown für Tommy Tremble, sowie einer Interception. Es war Youngs erster Ballverlust seit dem Saints-Spiel am 3. November. Ausgerechnet seine Interception im zweiten Viertel wurde kurz vor der Halbzeit durch die Eagles in einen Touchdown verwandelt.

Wirken seine Statistiken gegen die Eagles auf den ersten Blick „nur“ solide, so lässt sich aber Woche für Woche erkennen, dass sich Bryce Young steigert und nun auch in der NFL angekommen ist. Auch insbesondere seiner mutigen Spielweise ist es zu verdanken, dass sich die Panthers seit Wochen in einem Aufwärtstrend befinden, auch wenn es die Ergebnisse leider noch nicht zeigen.

Aber es gibt mittlerweile immer wieder Aktionen in seinem Spiel, die zeigen, dass es sich nun um einen ganz anderen Bryce Young handelt als noch zu Saisonbeginn. Als er sich im letzten Drive in der eigenen Endzone aus dem Druck befreit und anschließend noch seinen Receiver findet, zeigt einfach, dass er aktuell mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein in seinem Spiel auftritt. Und auch als Fan hat man kurz vor Schluss sogar nun das Gefühl, dass er das Team zu einem Sieg führen kann, dass er den entscheidenden Drive erfolgreich zu Ende bringt.

Es gibt keine Teilnahmetrophäen, keinen Trost (…) jetzt liegt es an uns, dafür zu sorgen, dass wir tatsächlich wachsen und diese Schritte unternehmen.

Bryce Young nach dem Spiel gegen die Eagles

Ein Spielzug macht noch kein Spiel

Um solche entscheidende Drives erfolgreich zu Ende zu bringen, haben die Carolina Panthers im zurückliegenden Draft auch Xavier Legette verpflichtet. Am Sonntag hätte er der Spieler sein können, der den entscheidenden Ball kurz vor Schluss fängt.

Für einen Moment schien es, als hätten die Carolina Panthers tatsächlich den Überraschungssieg gegen die Eagles errungen, als der Pass von Bryce Young perfekt zu Legette kam, der Rookie-Receiver ihn fing und in Richtung Endzone rollen ließ. Bei genauerem Hinsehen war dann jedoch zu erkennen, dass Legette seine Hände zwar an den Ball brachte, aber er nicht in der Lage war den Ball entscheidend zu sichern, weshalb der Passversuch als Incomplete gewertet wurde.

Insgesamt wurde Legette am Sonntag acht Mal durch Bryce Young angeworfen, nur zwei Mal gelang es ihm, den Ball zu fangen, hier für insgesamt 39 Yards. In den sozialen Medien wurde Xavier Legette schnell als Sündenbock für die Niederlage ausgemacht, aber eines muss einem immer bewusst sein: Ein Spielzug macht noch kein Spiel.

Bei Legette handelt es sich um einen Rookie Receiver, einem Rookie, dem man Fehler zugestehen darf und auch muss. Das beste Beispiel hierfür ist insbesondere unser Quarterback Bryce Young, welcher sich nach der Partie auch für Legette stark machte.

Er ist großartig für uns (…) Ich muss es ihm sagen und ihm auch zeigen und demonstrieren, dass ich ihm weiterhin den Ball zuwerfen werde. Ich vertraue ihm in jeder Situation. Das wird sich nicht ändern.

Bryce Young nach dem Spiel über WR Xavier Legette

Herauszuheben in der Offense der Carolina Panthers ist aber wieder einmal unser Veteran auf der WR Position, Adam Thielen. Thielen hatte neun Receptions bei elf Targets für insgesamt 102 Yards. Seit seiner Rückkehr aus der bedingten Verletzungspause ist er eine echte Waffe für Bryce Young geworden und eine sichere Anspielstation. Gerade auch wegen seiner Person sollte man sich als Fan keine Sorgen um die jungen WR der Carolina Panthers machen. Spieler wie Legette, Coker oder Moore können von ihm als Spieler und Mentor nur profitieren.

Ausblick

In den kommenden Wochen warten nun zwei Heimspiele auf die Carolina Panthers. Nächste Woche erwartet man zunächst die Dallas Cowboys bevor dann die Arizona Cardinals im Bank of America Stadium antreten müssen. 

Auf dem Papier wirken die kommenden Gegner etwas einfacher als zuletzt die Chiefs oder die Eagles. Aber auch diese Partien müssen erst noch gespielt werden. Es bleibt einfach zu hoffen, dass der Trend der Carolina Panthers weiter nach oben geht und es dem Team, insbesondere um die jungen Spieler, endlich gelingt, sich für die starken Leistungen der letzten Wochen zu belohnen. Siege aus diesen Spielen wären nicht nur eine Belohnung für die aufstrebende Leistung, sondern auch für die Moral im Team.

Es würde dem Team, dem Staff und insbesondere den Fans auch bestätigen, was jeder von uns in den letzten Wochen fühlen kann. Nämlich, dass nach all den Jahren zuletzt die Zukunft der Carolina Panthers endlich wieder besser aussieht.
– KEEP POUNDING

Panthers verlieren Nailbiter gegen Tampa Bay

Wieder eine knappe Niederlage! In Overtime verlieren die Panthers gegen die Bucs. Aber auch auf diese Leistung kann aufgebaut werden.

Spieltagsanalyse – Bryce Young has entered the chat

Wer noch vor wenigen Wochen auf den Schedule und das anstehende Spiel gegen die Kansas City Chiefs geschaut hat, dürfte dem Team der Carolina Panthers wenig Chancen ausgerechnet haben. Man durfte Schlimmes gegen die lange ungeschlagenen Chiefs um Superstar Patrick Mahomes befürchten. In den zurückliegenden Wochen haben es die Panthers jedoch geschafft, sowas wie Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Viele Fans rechneten zwar immer noch nicht mit einem Sieg gegen die Chiefs, doch glaubte man daran, dass man das Spiel eng gestalten kann.

Doch was man dann am Sonntag im Bank of America Stadium zu sehen bekam, war das vielleicht beste Spiel dieser Saison gegen einen Back-to-Back Superbowl Champion. Trotz der am Ende 30:27 Niederlage konnte man stolz auf die Leistung des Teams sein.

QB Bryce Young mit starkem Auftritt

Einer der bei dem Spiel im Mittelpunkt stand war Quarterback Bryce Young. Young spielte sein bestes Game der Saison, vielleicht sogar seiner Karriere und lieferte sich am Sonntag mit dem zweifachen MVP und dreifachen Champion Patrick Mahomes einen echten Schlagabtausch.

Bryce Young warf für 263 Yards und einen Touchdown, verursachte kein Turnover und führte in den letzten zwei Minuten einen Touchdown-Drive an, der das Spiel ausglich. In seinen ersten beiden Spielen warf er insgesamt 245 Yards und hatte drei Interceptions. Anschließend wurde er für Andy Dalton auf die Bank gesetzt. Und er wäre vielleicht nie wieder aufs Spielfeld zurückgekehrt, wenn Dalton nicht am Dienstag vor der Reise nach Denver unglücklicherweise einen Autounfall gehabt hätte. 

Ein Aufwärtstrend deutlich erkennbar

Seitdem macht Young aber stetig Fortschritte, wenn auch in sehr kleinen Schritten. Bei seinem Überraschungsstart in Denver warf er für 224 Yards, mit zwei Touchdowns und zwei Interceptions. Im Anschluss schlug er die Saints mit 171 Yards. In München schaffte er zwar nur 126 Yards durch die Luft, aber er führte das Team zu einem Sieg in Overtime. 

Das Spiel gegen die Chiefs beendete Young mit 21 von 35 Pässen, zudem machte er noch 20 Yards auf dem Boden gut. Was aber noch wichtiger ist als diese Statistiken, war seine Ausstrahlung im Spiel gegen die Chiefs. Wirkte er zu Saisonbeginn oft unsicher in seinen Aktionen, so strahlte er gegen eine der besten Defenses der Liga absolute Ruhe aus in seinem Spiel und wirkte wie ein echter Anführer.

Vielleicht war Cheftrainer Dave Canales deshalb bereit, von seiner bisherigen Haltung abzurücken, wenn es nach dem Spiel um die Frage ging, wer in der kommenden Woche starten wird.

Ja, ich meine, ich muss keine Aussagen machen (..) er (Bryce Young) macht es für sich selbst. Er zeigt uns weiterhin den Fortschritt, den wir suchen.

Dave Canales über Bryce Young

Chuba Hubbard kommt erst spät ins Laufen

Da Bryce Young erst am Sonntag durch gute Statistiken zu glänzen wusste, war es zuletzt oft ein anderer Spieler der Offense, der für den Erfolg verantwortlich war. Nämlich unser Running Back Chuba Hubbard. In den meisten Spielen dieser Saison mussten die Panthers den Ball außergewöhnlich gut laufen lassen, um eine Chance zu haben. Am Sonntag sorgte die Defense der Kansas City Chiefs jedoch dafür, dass dies nicht geschah.

Chuba Hubbard war vor dem Spiel am Sonntag mit 161 Läufen über 818 Yards der viertbeste Runner der Liga. Doch in der ersten Hälfte taten die Chiefs alles, um den Lauf zu stoppen und Hubbard schaffte lediglich zwei Läufe über 4 Yards. In der zweiten Hälfte begann sich das jedoch zu ändern und er erreichte 58 Yards bei 16 Versuchen. 

Neu auf der Running Back Position war zudem Rookie Jonathon Brooks, welcher endlich sein lang ersehntes Debüt feiern konnte. Jedoch war noch nicht wirklich ein Platz im Playbook vorgesehen, was vielleicht auch lediglich zwei Läufe für 7 Yards erklärt. 

Und als die Panthers dann gegen Ende einen entscheidenden Spielzug brauchten, griff man wieder auf Hubbard zurück, der den Touchdown und die Two-Point Conversion erzielte und somit das Spiel 1:46 Minuten vor Schluss mit 27:27 ausglich.

Alle waren einfach hochmotiviert und als alle wussten, dass wir es schaffen können (…) Es war also ein gutes Spiel.

Chuba Hubbard über das Spiel gegen die Chiefs

Eine gute O-Line Basis für das Laufspiel

Das konstant gute Laufspiel war wiederholt auch der O-Line der Carolina Panthers zu verdanken. Insbesondere die Guards Robert Hunt und Damien Lewis, für welche in der Offseason auch eine größere Summe Geld ausgegeben wurde, wussten gegen die Chiefs erneut zu überzeugen. Sie sind Bestandteil einer O-Line, welche sowohl bei zugelassenen Sacks als auch bei Rushing Yards pro Versuch unter den Top 10 liegt. 

Natürlich stehen wir 3-8, wir haben noch einiges zu spielen. Aber ich denke, diese Stadt und diese Organisation sind auf dem richtigen Weg.

Robert Hunt nach dem Spiel gegen die Chiefs

Neben der Leistung von Young, Hubbard und unserer O-Line sind auch Spieler wie David Moore zu erwähnen, welcher das Spiel mit sechs Catches für 80 Yards und einem Touchdown abschloss. Und es ist wieder einmal unser Kicker Eddy Piñeiro zu nennen, welcher unter der Woche wegen einer leichten Verletzung am linken Knie, die er sich vor zwei Wochen in Deutschland zugezogen hatte, fraglich war. Doch bei vier Field Goals war er treffsicher und bleibt damit der treffsicherste Kicker in der Geschichte der Liga.

Defense in der ersten Hälfte überfordert

Dass man kurz vor Schluss durch Chuba Hubbard das Spiel noch ausgleichen konnte, lag vorallem auch daran, dass es der Defense insbesondere im vierten Viertel gelang, die Chiefs zweimal zum Punt zu zwingen. Die Verteidigung erzwang zwei aufeinanderfolgende Stopps mit Sacks. Patrick Mahomes wurde durch die Panthers insgesamt starke fünf Mal gesackt. Also von einem Team, das in seinen ersten 10 Spielen gerade einmal nur 12 Sacks erreicht hat. 

Dass Patrick Mahomes mit auslaufender Uhr seine Offense nochmal über das Feld führt, kann man einfach unter „Mahomes tut Mahomes Dinge“ abheften. 

Viel problematischer ist hierbei eher die erste Hälfte des Spieles zu betrachten. Kansas City erzielte in der ersten Halbzeit und in den ersten fünf Ballbesitzen Punkte, auch wenn drei davon Field Goals waren. Sah die Defense der Panthers in der Redzone noch relativ gut aus, so war man zuvor nicht in der Lage die Chiefs bei ihrem Sturm über das gesamte Spielfeld zu stoppen. Die Defense der Carolina Panthers ließ insgesamt 391 Yards zu und die Chiefs schafften 8 von 13 Versuchen auf drittem Down. Kansas City punktete insgesamt bei seinen ersten fünf aufeinanderfolgenden Drives mit drei Touchdowns und zwei Field Goals.

Auffällig war vor allem in der ersten Hälfte das Spiel von Jaycee Horn. Einer unserer besten Defense Spieler dieser Saison hatte insbesondere mit dem Star Wide Receiver der Kansas City Chiefs, hier DeAndre Hopkins, so seine Probleme. Horn bekam insgesamt vier Strafen gegen sich. Eine war eine Pass Interference beim zweiten Down, eine andere war für das Festhalten beim dritten Down in der Red Zone. Letztere Strafe hielt den Drive der Chiefs am Leben und endete mit einem weiteren Field Goal für die Chiefs.

Ich habe das Gefühl, dass wir in der Verteidigung in der zweiten Hälfte stärker geworden sind (…) Wenn ich keine Strafen bekommen hätte beim dritten Versuch, hätten wir vom Feld sein können

Jaycee Horn über die Leistung und seine Strafen

Ja’Tavion Sanders aus dem Krankenhaus entlassen

Neben den vielen Momenten am Sonntagabend, welche den Panthers Fans Freude bereiteten, gab es jedoch auch einen echten Schreckmoment. 

Unser überragender Rookie Tight End Sanders verletzte sich gegen Ende der ersten Halbzeit bei einem Spielzug. Nach einem vorangegangenen Catch kamen zwei Verteidiger der Chiefs auf ihn zu, es kam zum Tackle, Sanders überschlug sich und landete auf seinem Kopf.

Sanders wurde nach langer Behandlung auf dem Spielfeld mit dem Car nach draußen gefahren und anschließend dem örtlichen Krankenhaus zugeführt.

Dass Sanders noch am gleichen Abend das Krankenhaus verlassen konnte, lässt die gesamte Franchise hoffen, auch wenn eine genaue Diagnose noch aussteht. Headcoach Dave Canales teilte jedoch mit, dass Sanders seine Extremitäten weiterhin bewegen könne, dass weitere Untersuchungen die Woche folgen werden.

(Anmerkung: Bei Ausfertigung des Berichtes am 25.11.2024 war noch keine Diagnose / genau Verletzung bekannt)

Ausblick

In der kommenden Woche treffen die Carolina Panthers auf einen Divisionsgegner, nämlich die aktuell 5-6 stehenden Tampa Bay Buccaneers. Es kommt hierbei nicht nur zum Divisionsduell sondern auch zum Wiedersehen mit Baker Mayfield. Dieser trifft nicht nur auf eines seiner alten Teams, sondern auch auf Dave Canales, welchem die positive Entwicklung von Baker Mayfield bei den Bucs ebenfalls zugeschrieben wird.

Divisionsduelle sind immer besonders und lassen sich vorher nur schwer vorhersagen. Sollte die Kurve von Bryce Young weiter nach oben gehen und er seine Leistung aus dem Spiel gegen die Chiefs bestätigen, so sollte auch in diesem Duell etwas möglich sein. Klar ist aber auch, dass Bryce Young trotz alledem noch ein junger Quarterback ist, dem man auch weiter noch schwächere Spiele zugestehen muss.

Hat sich das Spiel der Panthers gegen die Kansas City Chiefs jedoch für viele Fans bereits wie ein Sieg angefühlt, so wäre es den Spielern, der Franchise und insbesondere uns Fans zu gönnen, dass wir nicht nur eine starke Leistung, sondern damit verbunden auch wieder einen Sieg feiern dürfen. Und am besten schon nächste Woche im Divisionsduell – KEEP POUNDING