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Top Athlet mit Siegermentalität: Panthers picken Jaycee Horn in der ersten Runde

In der ersten Runde des 2021er Drafts haben die Panthers an Stelle 8 neuen Spieler geholt: Jaycee Horn. Wer ist er? Was zeichnet ihn aus und warum haben die Panthers ihn gepickt? Wir wollen euch das neue Mitglied der Thieves Avenue kurz vorstellen und darauf eingehen, wie er zu den Panthers passt.

Jaycee Horn

  • Cornerback, South Carolina
  • 6’1“ (1,85m) 205lbs (93kg)
  • 21 Jahre alt (26.11.1999)
  • 2020 stats: 7 Spiele; 16 Tackles; 2 Interceptions; 6 abgewährte Pässe

Jaycee Horn ist der jüngste Sohn des ehemaligen NFL Wide Receivers Joe Horn. Joe Horn ist ein viermaliger Pro Bowler, der insgesamt 12 Saisons in der NFL gespielt hat, 6 davon bei den Saints. Somit ist er den Panthers kein Unbekannter. Dadurch, dass Jaycee in Georgia zur High School gegangen ist und seine Collegezeit in South Carolina absolviert hat, kann man ihn als „Homegrown“ bezeichnen.


Stärken

Man Coverage

Bereits zu Beginn des Draft Prozesses wurde Horn von vielen Experten als bester „Man to Man“-Cornerback dieses Draftjahrgangs bezeichnet. Dies belegt er auf seinem Collegetape eindrucksvoll. In der letzten Saison hat er lediglich 8 angekommene Pässe, bei 239 Snaps in Pass-Coverage, zugelassen.

Auch in seinen vorherigen Jahren war er ein herausragender Man-Corner, der in seiner gesamten Collegekarriere (30 Spiele) lediglich ein (!) Spiel hatte, in dem ein Receiver mehr als 50 Yards gegen ihn erreicht hat. Das war mit 60 Yards kein geringerer als DeVonta Smith, der 2020 die „Heisman Trophy“gewann. Diese Statistik ist noch beeindruckender, wenn man sich die Liste der Spieler ansieht, gegen die Horn unter anderem gespielt hat: AJ Brown, Kyle Pitts, Jaylen Waddle, Jerry Jeudy, Henry Ruggs, Elijah Moore, Justyn Ross, Van Jefferson, Terrace Marshal Jr.

Er hat somit seine Collegezeit damit verbracht, gegen (zukünftige) NFL Receiver zu spielen und hat diese größtenteils dominiert. Vor allem in Press-Coverage ist er unfassbar stark, weswegen auch von Experten teilweise Vergleiche zu Jalen Ramsey gezogen werden. Ein NFL Experte hat diesbezüglich gesagt, dass sobald er die Hände an den Receiver bekommen hat, der Spielzug quasi vorbei war.

Athletik

Eine Sache, die bei Horn besonders heraussticht und die ihn vor die restlichen Cornerbacks dieses Jahrgangs stellt, ist seine Athletik. Er bringt die perfekten Maße für einen Cornerback mit, um gegen jegliche Gegenspielertypen zu bestehen. Bei den Pro Day Messungen hat er mit einem Relative Athletic Score von 9,99 aus möglichen 10,00 den zweitbesten Wert ALLER 1790 Cornerbacks, die seit 1987 getestet wurden. Bei dem RAS handelt es sich um ein Punktesystem, das zum einen die körperlichen Gegebenheiten (Größe, Gewicht, Armlänge, etc.) als auch die getesteten Werte (Sprint, Weit-, Hochsprung, etc.) zusammenfasst. Anhand dieser Werte kann man somit sagen, dass Horn die Blaupause eines Cornerbacks ist. Folglich bringt er alles mit, um einer der besten Cornerbacks der Liga zu werden.

Mentalität

Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Qualität von Horn ist seine Mentalität. Sobald er den Platz betritt, will er gegen den besten Spieler des Gegners spielen. Er sucht immer das schwerste Matchup und will somit allen zeigen, dass er der beste Spieler auf dem Platz ist. Zudem will er seine Gegner nicht nur physisch dominieren, sondern ist auch noch ein klassischer Trash Talker. Horn bringt eine klassische „Alpha Dog“ Mentalität auf den Platz, die auch auf seine Mitspieler überspringt.

Zusätzlich ist er nie mit seinem Spiel zufrieden und will sich immer verbessern. Bei der Betrachtung seines Tapes fällt auf, dass er in der 2019er Saison noch technische Fehler und Unkonzentriertheiten in seinem Spiel hatte. In der letzten Saison hingegen hat er genau diese Fehler ausgearbeitet und sich in diesen Aspekten verbessert. Man sieht somit, dass er immer besser geworden ist und mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist.

Schwächen

Seine Schwachpunkte kann man hingegen in zwei klaren Punkten zusammenfassen. Zum einen sind es die Fragezeichen mit seiner Schemeflexibilität. Auf dem College wurde er fast ausschließlich in Man Coverage eingesetzt, folglich gibt es wenig Material von ihm in Zone Coverage. Die Panthers haben zwar gesagt, dass sie mehr Man-Coverage spielen wollen, jedoch spielen selbst die Man-lastigsten Defenses noch fast zur Hälfte Zone.

Zum anderen sind es die „Probleme“ mit seinen Händen. Er ist ein Corner, der den Kontakt mit den Receiver liebt und sucht. Im College sind die Regeln, was Pass Interference und Holding angeht, lockerer als in der NFL. Somit wird er gerade zu Beginn seiner Karriere vermutlich relativ viele Flaggen wegen seiner „grabbyness“ kassieren.

Wie passt er zu den Panthers?

Die Cornerbackposition ist seit dem Abgang von Norman eine Baustelle gewesen, die allerdings mit Horn jetzt geschlossen sein könnte. Phil Snow hat im letzten Jahr bemängelt, dass vor allem bei dritten Versuchen die Möglichkeiten gefehlt haben, Man zu spielen. Durch die enormen Man-Cover Qualitäten gibt er der Panthers Defense noch mehr Freiheiten, die Coverages zu mixen. Infolgedessen auch die Möglichkeit, mehr Press-Coverage zu spielen, nachdem sie in der letzten Saison eines der Teams waren, die am wenigsten Press gespielt haben.

Generell können die Panthers in der Defense mit Horn noch unberechenbarer sein. Mit seinen Qualitäten kann er den Top Receiver der Gegner in Man-Coverage aus dem Spiel nehmen, während die restliche Defense in Zone Coverage agiert. Dies ist exakt die Freiheit, weshalb die Rams Defense im letzten Jahr so stark war. Auch bei ihnen hat der Top Corner (Ramsey) oft den Nummer 1 Receiver in Man-Coverage verteidigt, während der Rest in Zone spielte.

Es ist enorm wichtig, dass die Defense schwer zu lesen und dadurch unberechenbar ist. Demzufolge ist die Coverage essenziell und hilft auch den Pass-Rushern, wenn der Quaterback den Ball länger halten muss. Außerdem ist es sehr von Belangen, dass man Cornerbacks im Team hat, die gegen die großen, physisch starken Receiver der NFC South bestehen können.

 

Bildquellen:

www.pantherwire.usatoday.com

Quellen:

www.youtube.com

www. thedraftnetwork.com

www.profootballnetwork.com

www.pff.com

Day 3 Prospects: Potenzielle Picks der Panthers am dritten Tag des Drafts

Vorwort

Auch für die potenziellen Picks der Panthers an Tag 3 des Drafts hat sich Julian die Zeit genommen, die Redaktion zu unterstützen. Er ist Panthers Fan und Betreiber des Podcasts „Saturday Kickoff“ und beschäftigt sich, wie der Name schon vermuten lässt, mit College Football. Diese Kombination ist prädestiniert dafür, seine Sicht der Dinge im Hinblick auf den Draft in diesem Rahmen kundzutun. Vielen Dank nochmal für deine Mitarbeit!

Julians Day 3 Prospects:

Auch an Tag 3 des NFL Draft gibt es noch viele Möglichkeiten, Rookies mit viel Value zu bekommen. Natürlich sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass diese wirklich erfolgreich werden. Doch wir sehen jedes Jahr wieder Spieler, die sich zu sehr erfolgreichen Karrieren aufmachen. 

Die Panthers picken aktuell noch an 113, 151, 191, 193 und 222. Damit haben sie keinen Siebtrundenpick, jedoch drei Auswahlmöglichkeiten in Runde sechs.

An dieser Stelle präsentiere ich euch noch einige weitere Prospects. Die Auswahl an Spielern ist aber natürlich so groß, dass wir überhaupt kein Gefühl dafür haben, wen Carolina am Ende wirklich auswählen wird.

Frank Darby, Wide Receiver, Arizona State

  • Redshirt Senior, 6-0, 201

Frank Darby sollte nach dem Abgang von Brandon Aiyuk in die NFL die Rolle als Nummer eins in der Offense übernehmen. Am Ende war es für Arizona State und die gesamte Confererence eine merkwürdige Saison. Als recht alter Rookie sollte er aber zumindest mit einem hohen Floor in die Liga kommen.

Seine große Stärke ist das Ball Tracking. Mit über 20 Yards per Catch zeigt er immer wieder, dass er als Zielpunkt für tiefe Pässe ganz wichtig sein kann. Dabei schützt er den Catch Point sehr gut und positioniert sich ideal. Sein Speed baut sich eher mit der Distanz auf, ich würde ihn also nicht als explosiv einstufen. Viel mehr kommt Darby über Fußarbeit und das Verständnis von Leverage.

Am Ende wird sein NFL Erfolg davon abhängen, ob er die Drops in den Griff bekommt und wie sich sein Route Running entwickelt. Das ist nämlich unterdurchschnittlich und alleine mit Speed wird er nicht konstant separieren.  

Jacob Harris, Wide Receiver/Tight End, Central Florida

  • Redshirt Senior, 6-5, 219

Jacob Harris ist eine der großen Wildcards des Drafts und das bedeutet auch, dass wir keine Ahnung haben, wann er vom Board gehen wird. Mit seiner Größe ist er ein Hybrid, der auch als Tight End spannend sein könnte. Bisher war er für UCF aber als Wide Receiver unterwegs. Beim Draft wird er bereits 24 Jahre alt sein, hat aber noch immer viel Entwicklungsspielraum. Denn: Er wollte erst als Fußballer seine Universitätskarriere starten und kam spät zum Football. Vor seinem Senior-Jahr in der High School hat er noch nie Football gespielt. Da müsste er dann 17 Jahre alt gewesen sein.

Als Spieler ist er recht leicht zu beschreiben: Er hat eine starke Size und tolle Athletik. Sowohl sein Speed, als auch die Sprungkraft sind hervorragend. Immer wieder hat Harris zeigen können, dass er die Körperkontrolle hat, um physisch am Catch Point zu gewinnen. Doch generell ist er als Entwicklungsspieler einzustufen. Seine Technik im Route Running braucht noch Zeit und sein gesamtes Spiel ist noch recht roh.

Shi Smith, Wide Receiver, South Carolina

  • Senior, 5-9, 186

Ein recht kleiner Receiver mit sehr solider Athletik und seinem besten Trait: Dem Timing. Gerade bei Jump Balls oder Contested Catches überzeugt er damit, dass er im richtigen Moment am höchsten Punkt steht, spät seine Hände zeigt und einfach ein gutes Gefühl dafür hat, wann der Ball bei ihm ankommt. Das mag erstmal einfach klingen, ist aber für viele Receiver schwierig.

Gerade beim Release ist er recht explosiv und hat einen guten Schritt aus dem Break heraus. Allerdings muss der 22-Jährige als Route Runner noch besser werden, konstanter den Ball fangen und an funktionaler Stärke zulegen.

Letztendlich dürfte man Smith noch recht spät bekommen (wobei es natürlich bei vielen Receivern nicht wirklich klar ist, wann sie gedraftet werden) und er könnte recht schnell eine gute Slot-Option werden.

Benjamin St-Juste, Cornerback, Minnesota

  • Redshirt Junior, 6-3, 202

Ein ehemaliger Hockey-Spieler, der aus Kanada stammt und erst mit 17 Jahren angefangen hat, Englisch zu sprechen. In seiner Rookie Saison wird er bereits 24 Jahre alt sein und damit ist seine Upside sicherlich limitiert. Die Kombination aus zumindest guter Athletik und toller Länge macht ihn jedoch zu einem hervorragendem Press-Man oder Cover 3 Cornerback.

Seine Movement Skills sind für die Größe ganz gut, aber natürlich darf man gerade bei den Richtungswechseln und Transitions nicht zu viel erwarten. Seine Instinkte in Bezug auf Route Kombinationen sind noch ausbaufähig und er ist teilweise zu grabby, was zu Penalties führt.

St-Juste ist ein spannendes Prospect mit Upside, für die mittleren Runden im richtigen Scheme. Im Gegensatz zu anderen Spielern, die höher gehen sollten, wird er aber im falschen Scheme große Probleme bekommen.

Trey Smith, Guard, Tennessee

  • Senior, 6-5, 321

Aus der High School heraus galt Trey Smith als einer der besten Guards der Nation. Nach einer soliden Karriere am College dürfte er nun zwischen Runde drei und fünf gedraftet werden.

Der 21-Jährige konnte viel Erfahrung auf Left Tackle und Left Guard sammeln. Seine Armlänge ist im Vergleich zur diesjährigen Offensive Line-Klasse sogar okay, aber seine Zukunft ist die Interior Offensive Line. Er spielt mit wirklich guter Power, hat starke Hände und der Anchor ist überdurchschnittlich. Allgemein wird er nur selten durch reine Stärke übermannt werden.

Allerdings ist er viel zu unkonstant, möchte zu häufig den finalen Block setzen, anstatt solide zu spielen und mit besserer Intelligenz zu agieren. Er wird kein wirklicher Faktor „on the move“ sein, da seine Fußarbeit, die steifen Hüften und das Timing nicht auf dem notwendigen Level ist. Trey Smith bringt ein gewisses Risiko mit, denn er hat tolle physische Skills, doch seine Schwächen könnten ihn auch schnell zu einem Karriere Backup werden lassen.

Tony Fields II, Linebacker, West Virginia

  • Senior, 6-0, 222

Tony Fields II fliegt noch etwas unter dem Radar. Gerade in einer modernen Linebacker-Rolle mag ich ihn aber sehr gerne. Er bringt als Cover Linebacker gute Athletik und Movement Skills mit. Kombiniert man das mit seinem hohen Football IQ und der kontrollierten Spielweise, kommt man mindestens zu einem guten Weakside-Linebacker bei Passing Downs.

Allerdings kann er mit seiner Range auch gerade im offenen Space auch gegen den Run gut aussehen. Allerdings fehlt es bei ihm etwas an der Size und Physis, um wirklich hoch gedraftet zu werden. Außerdem wünsche ich mir, dass er sich in Coverage noch weniger auf den Quarterback fokussiert. Dadurch hat er nämlich teilweise mal kleine Aussetzer.

Shemar Jean-Charles, Cornerback/Safety, Appalachian State

  • Redshirt Senior, 5-10, 184

Ein spannendes Cornerback Prospect, das ganz in der Nähe gespielt hat. Bei Appalachian State war Jean-Charles zwei Jahre lang als Starting Outside Cornerback unterwegs. In der 2020 Saison hatte er mit 17 Passes Defended den besten Wert im College Football. Außerdem kann er in den vergangenen zwei Jahren mit 22,6 Prozent die beste Incompletion Rate im gesamten CFB aufweisen.

Als Spieler hat er nicht die prototypische Größe oder Athletik. Allerdings gewinnt er mit guter Awareness, analysiert Routen-Kombinationen schnell und spielt für seine Größe sehr aggressiv. Die Play Strength wird ihm aber trotzdem fehlen und er verursacht einfach zu viele Penalties. Daran muss er arbeiten.

Cade Johnson, Wide Receiver, South Dakota State

  • Redshirt Senior, 5-10, 184

Cade Johnson hat in der deutschen Draft-Community schon durchaus Fans gewonnen und das ist auch berechtigt. Zwar hat der 23-Jährige nicht zwingend die Größe oder Physis um als Outside Receiver zu gewinnen, doch im Slot sollte es mit ihm sehr spannend werden.

Seine Athletik ist durchaus gut, das Route Running ist überdurchschnittlich und trotz des schmalen Frames kann er Pässe mit Kontakt über die Mitte fangen. Sein Release ist besser als man es vielleicht erstmal erwartet und bei Jet Sweeps und Endarounds könnte man mit ihm sicherlich für Überraschungsmomente sorgen.

Johnson kam erst als Walk-on zu seinem Team, das nur in der „zweiten“ College Football-Liga spielt. Er musste also erst für die Uni bezahlen und erarbeitete sich das Stipendium. Dass er es mit dem Start nun in die NFL schaffen wird, spricht von einer tollen Arbeitsmoral.

Christian Uphoff, Safety, Illinois State

  • Redshirt Senior, 6-2, 209

Auch Christian Uphoff kommt nicht aus der höchsten Klasse im College Football, spielt aber trotzdem auf einem hohen Niveau. Und nein, er kommt nicht aus Deutschland. Er wurde im Staat Washington im Nordwesten der USA geboren.

Mit seinen 6-2 gehört er zu den größeren Safeties und die Mischung aus Länge und Speed ist eher selten. Der 23-Jährige bewegt sich durchaus flüssig, kann Slot Receiver zumindest mal vertikal covern und überzeugt mit seinen Ballskills.

Grundsätzlich ist er vielseitig einsetzbar. Man kann ihn mal aus dem Slot oder Box Safety zum Blitzen, aber auch mit zwei hohen Safeties einsetzen. Seine Play Recognition muss sich noch verbessern, denn er hängt zu oft noch an den Augen des Quarterbacks. Die größte Schwäche ist jedoch sein Tackling. Dabei erwartet man bei einem Spieler seiner Statur gerade unter dem Aspekt mehr.

Josh Ball, Offensive Tackle, Marshall

  • Redshirt Senior, 6-7, 308

Josh Ball ist einer dieser schwierigen Fälle, da er viele spannende Traits mitbringt, es aber Off-Field massive Probleme gab. Durch einen Domestic Violence-Fall gegen seine damalige Ex-Freundin ist er als Sophomore von der Florida State suspendiert worden. Nach einem Jahr am Community College ging er dann zu Marshall.

Als Spieler bringt Ball tolle Maße mit. Gerade die Armlänge von 35-inch ist ideal. Gerade in dieser Draft Klasse ist das selten. Er hat die Athletik und die Fußarbeit, um den Edge zu blocken, kommt schnell vom Snap weg und spielt kontrolliert. Beim Hand Placement gibt es noch einiges zu tun und die Overextension fällt leider immer wieder negativ auf.

Am Ende wird sein Draftspot stark von den Off-Field-Geschichten abhängen. Rein sportlich gesehen wäre er an Tag drei ein Steal, denn er hat alleine durch seine Maße und die Athletik schon große Upside.

Falls ihr weitere Fragen zur NFL Draft oder bestimmten Prospects habt, meldet euch gerne auf Twitter bei mir (@julianbarsch) oder schreibt uns auf Instagram (@saturdaykick).

 

Quellen: Panthers.com, theathletic.com, pff.com

Bildquellen: kentuckysportsradio.com, herosports.com, profootballnetwork.com

O-Liner gegen Wide Receiver: Wer hat die größere Wertigkeit für den Draft?

Der Draft 2021 rückt immer näher. Die Gerüchteküche brodelt und in den Foren werden sich immer mehr Gedanken gemacht. Größtes Thema dabei ist oftmals der erste Pick eines Teams. Bei den Panthers ist dieses Thema umso spannender, da der First Round Pick an achter Stelle ist und das Team somit eine wirklich große Chance hat, einen Elite-Spieler für die Zukunft zu gewinnen.

Für die meisten ist klar, dass an achter Stelle ein Offensive Tackle geholt werden muss. Die Panthers haben dort eine schwach besetzte Position und mit Rashawn Slater oder Penei Sewell fallen dort vielleicht extrem talentierte Spieler hin.

Eine andere Herangehensweise bei der Auswahl des Prospects

Für mich als Autor ist die Entscheidung dagegen nicht ganz so eindeutig. Einerseits liegt das daran, dass mir die Strategie „Draft nach Need“ nicht gefällt. Browns GM Andrew Berry gab zuletzt ein gutes Statement dazu ab, indem er sagte, dass die Needs von heute nicht die gleichen von morgen sein werden. Diese Taktik wirkt für mich vielversprechender, denn für die Zukunft ist es wahrscheinlich wichtiger, dass ein Team auf den wichtigen Positionen gut besetzt ist und nicht nur auf den Positionen, auf denen man Jahre zuvor ein Need hatte.

Damit stellt sich aber die Frage, was die wichtigen Positionen sind. Besonders in der Offense gibt es mehrere Philosophien. Viele GMs wollen die Offense von der Line aufbauen und viele Ressourcen dort investieren.

Ich werde in diesem Kommentar ein bisschen darauf eingehen und einen Vergleich zu der Wide Receiver Position ziehen. Gerade in Bezug auf die Draftstrategie versuche ich darzustellen, wie man mithilfe analytischer Methoden zu etwas unterschiedlichen Ergebnissen kommen könnte.

Einordnung mit PFF-WAR

Um den Einfluss eines einzelnen Spielers für das Team zu messen, wurden in der Vergangenheit mehrere Methoden ermittelt, um dies herauszufinden. Das Unternehmen Pro Football Focus hat genau zu diesem Thema die Metrik PFF-WAR (WAR steht für Wins above Replacement) entwickelt. Um diese zu erklären, muss man ein bisschen tiefer in das Thema eintauchen.

PFF ist damit bekannt geworden für jeden Spielzug, jeden Spieler mit einer Grade zu bewerten. Macht der Spieler ein Highlight-Play, so bekommt er die Grade +2 und bei einem absoluten Desaster im Play bekommt er die Grade -2. Bei der Benotung gibt es dazu auch Abstufungen in 0,5-er Schritten, sodass auch Grades wie -1,5 oder +0,5 möglich sind.

Mithilfe dieser Benotung kann auch ein Bezug auf den Einfluss eines Spielers genommen werden. Pro Football Focus bewertet nicht nur jeden Spieler, sondern hat auch immer das Ergebnis zu jedem Spielzug. Hat ein Spieler zum Beispiel andauernd eine +2-Benotung, doch das Team verbessert sich in diesen Spielzügen kaum bis gar nicht, wird der Einfluss dieses Spielers nicht so hoch sein wie der eines anderen Spielers.

Einen Referenzwert gibt es bei dieser Metrik auch. Stehen die ganze Zeit elf Spieler auf dem Platz, die einen PFF-WAR Wert von null haben, wird das Team am Ende der Saison im Schnitt einen Record von 3-13 haben.

Die Spieler mit dem PFF-WAR Wert von null gelten als durchschnittlich und sind austauschbar. Ein Spieler mit dem PFF-WAR Wert von 1 dagegen, würde im Schnitt allein das 3-13 Team um einen Sieg verbessern. (Die Beschreibung der Metrik ist hier sehr grob und soll lediglich zum Verständnis beitragen. Pro Football Focus hat natürlich PFF-WAR genauer erklärt)

Unterschiede zwischen OT und WR

Ich bin kein großer Fan davon, PFF-WAR wirklich ganz genau zu nehmen. Ein Spieler mit einem Wert von +2,2 hat nicht unbedingt einen größeren Einfluss als ein Spieler mit +2,1, doch gerade bei deutlicheren Unterschieden hat die Metrik eine gute Aussagekraft. Das ist besonders spannend, wenn man Spieler verschiedener Positionen vergleicht.

Gerade beim Vergleich von Offensive Tackle und Wide Receiver schrieb der „Sidelinereporter“ in seinem deutschsprachigen Blog einen spannenden Artikel. Der beste Receiver hat einen PFF-WAR Wert von circa +0,9. Der beste Tackle dagegen nur +0,4. Auch wenn man auf die nächstbesten Spieler der Position guckt, ist der Unterschied groß. Der fünftbeste Receiver hat noch einen WAR-Wert von +0,6, beim Tackle liegt dieser nur bei +0,3.

Es ist mittels PFF-WAR deutlich zu erkennen, dass die besten Receiver einen größeren Einfluss auf das Team haben als die Tackles. Doch was ist der Grund dafür?

Weshalb haben Wide Receiver größeren Einfluss?

Das Problem beim Einfluss eines Tackles besteht darin, dass er im Verbund mit anderen gut blocken muss. Die O-Line blockt als Einheit. Eine Schwachstelle kann aber schon dafür sorgen, dass der Quarterback öfter unter Druck gerät. Spielt ein guter Tackle in einer schwachen O-Line, wird diese trotzdem nicht gut abliefern. Der Einfluss des einzelnen Spielers ist dadurch nicht so groß.

Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung des Football-Spiels. Das Passspiel wird in der NFL immer wichtiger, doch der Einfluss der O-Line ist im Laufspiel größer. Im Passspiel kontrolliert der Quarterback sehr oft selbst, wie stark er unter Druck gerät. Kann er offen werdende Routen schnell antizipieren, die Defense gut lesen und sich sicher in der Pocket bewegen, wird er weniger unter Druck stehen. Das führt dazu, dass O-Lines mit guten Pass Protection Werten nicht unbedingt dafür sorgen, dass ihr Quarterback weniger unter Druck ist als bei anderen Teams. Verantwortlich ist dafür oft der Quarterback selbst.

Ein Wide Receiver dagegen kann direkten Einfluss auf das Play des Quarterbacks haben. Läuft sich der Receiver schneller frei und ist offener, kann der Quarterback früher den Ball werfen. Auch wenn die Verbindung zwischen Receiver und Quarterback gut ist, kann der Quarterback unter Umständen früher antizipieren, wann der Receiver offen ist und auch früher den Ball werfen. Als einzelner Spieler hat der Receiver damit direkten Einfluss, dass der Quarterback weniger unter Druck steht. Auf den Draft betrachtet könnte das bedeuten, dass vielleicht Spieler wie Chase und Waddle eher dazu beitragen könnten, dass Sam Darnold weniger unter Druck stehen würde als Spieler wie Sewell oder Slater. Das klingt natürlich sehr paradox, da die O-Liner für das Blocken zuständig sind und die Receiver damit eigentlich nichts zu tun haben.

Rolle des Offensive Tackles grundsätzlich wichtig

Einen Einschub gibt es aber doch. Wir haben bisher nur die Top 30 Offensive Tackles betrachtet. Ein guter O-Linef hat vielleicht nicht so einen großen Einfluss wie ein guter Receiver, doch spielt auf OT eine absolute Graupe, kann dies zum großen Problem werden. Im Super Bowl spielten bei den Kansas City Chiefs auf Left Tackle ein Backup und auf Right Tackle ein Backup Guard. Beide Spieler waren nicht annähernd so gut wie ein Top 30 Tackle in der Liga und so wurde es für Quarterback Patrick Mahomes in diesem Spiel richtig ungemütlich.

Ist die Performance der O-Line irgendwann so schlecht, dass nicht mehr ein durchschnittliches Niveau erreicht werden kann, wird sich das auch auf das Ergebnis des Quarterbacks niederschlagen. Denn dieser kann dann selbst mit gutem Spiel zu oft unter Druck geraten. Ein schlechter Tackle hat demnach einen größeren negativen Einfluss als ein schlechter Receiver.

Ganz schlimm ist dabei natürlich die Kombination aus schlechter Pass Protection und schlechtem Quarterback. 2019 hatten die Panthers auf Left Tackle mit Darryl Williams und Greg Little zwei Spieler, die in dieser Saison nicht gut in Pass Protection waren. Auf der Quarterback-Position musste der junge Kyle Allen eingesetzt werden, woraufhin später sogar der noch schlechter aufspielende Will Grier zum Einsatz kam. Offensiv war die Saison gerade im Passing Game eine absolute Katastrophe. Die Panthers ließen natürlich mit dieser Kombination auch die meisten Sacks der Liga zu.

Insgesamt sollte das aber auch nicht zu einer Überreaktion führen. Eine schlechte Line sollte auf jeden Fall verbessert werden. Allerdings ist es nicht unbedingt notwendig gleich alle Ressourcen dafür auszugeben, eine der besten O-Lines zu kriegen. Denn wenn der Quarterback gut genug ist, ist der Einfluss zwischen einer überdurchschnittlichen und einer Elite O-Line nicht so groß wie viele vermuten würden.

Was spricht für einen OT?

Aufgrund der Ergebnisse mit PFF-WAR war für mich bei meinen Mock Drafts die Wahl zunächst recht klar. Mit dem achten Pick möchte ein Team einen besonderen Spieler haben, der über Jahre hinweg einen großen Einfluss hat. Da dieser bei einem Receiver in der Regel vielversprechender wäre, entschied ich mich für diese Position. Beim Fan-Mock der Dolphins fiel die Wahl auf Waddle, obwohl Sewell noch auf dem Board war. Auch beim Mock Draft 2.0 für den German Riot entschied ich mich für den Receiver von Alabama, obwohl ich die Chance hatte, Rashawn Slater zu picken. Eigentlich alles richtig gemacht, oder?

Ganz so einfach ist die Entscheidung dann doch nicht. Die Position des Offensive Tackles ist vielleicht nicht so einflussreich wie die der Receiver, doch trotzdem gehört sie zu den wichtigsten im Spiel. Die Trefferquote im Draft ist dabei sehr unterschiedlich. Tackles aus der ersten Runde werden oftmals über ihren Rookie Deal hinaus noch vom Team verlängert oder haben generell eher eine gute NFL-Karriere. Spieler aus späteren Runden dagegen sind nicht ganz so oft erfolgreich.

So stark ist der Unterschied bei den Receivern nicht, denn dort haben auch Spieler in den späteren Runden oftmals eine gute Karriere. Der Dropoff dort zwischen den Runden ist nicht ganz so stark.

Ein weiteres Problem ist der negative Einfluss eines Offensive Tackle. Ist der Spieler wirklich nicht NFL-tauglich und muss aber starten, kann das große Ausmaße auf die gesamte Offense haben. In diesem Draft haben die Panthers vielleicht die Chance, langfristig die Dienste von Penei Sewell oder Rashawn Slater zu sichern. Falls diese Spieler wirklich erfolgreich werden würden, hätten die Panthers langfristig eine Position in der O-Line stark besetzt und würden weniger in die Bredouille geraten, dort einen schwachen Spot in der Line zu haben (es kann natürlich auch zu Verletzungen kommen, wie zum Beispiel bei Mitchell Schwartz von den Kansas City Chiefs in der letzten Saison).

Sewell gewann bereits mit 19 Jahren die Outland Trophy und gilt als eines der größten Talente der letzten Jahre. Auf so einen Spieler zu verzichten und dafür einen Receiver zu wählen, der nicht mit so einer großen Wahrscheinlichkeit Erfolg haben würde, wäre sicherlich auch riskanter.

Fazit

Insgesamt würde ich als GM wohl immer noch bei meiner Wahl bleiben und früh einen Wide Receiver nehmen. An acht haben die Panthers fast die komplette Auswahl an Top Talenten (sofern sie dort bleiben). Falls sie den richtigen Spieler finden würden, wäre das gerade auf langer Sicht sehr hilfreich. Trotzdem bin ich aber auch sehr angetan von Penei Sewell oder Rashawn Slater. Beide sind tolle Talente und sie würden eine gewisse Sicherheit geben, wenngleich es auch bei beiden Fragezeichen gibt, ob sie auf Guard rutschen müssten.

Wahrscheinlich werden sich die Panthers mit ihrem ersten Pick auf Tackle verstärken. GM Scott Fitterer hat einen großen Scouting Hintergrund und war unter anderem am Aufbau der Legion of Boom in Seattle beteiligt. Er wird bestimmt eher in klassische Scouting Methoden interessiert sein und sich kaum mit Metriken wie PFF-WAR beschäftigen. Unabhängig davon, dass die Panthers Kunden bei Pro Football Focus sind. Auf den ersten Pressekonferenzen der Panthers mit Fitterer und Rhule wurde auch schon über den Kader gesprochen und GM wie auch Coach waren sich dort einig, dass die O-Line eine sehr hohe Priorität hat in der Kaderplanung.

 

Quelle: pff.com    sidelinereporter.wordpress.com

Bildquelle: bengalswire.usatoday.com    tdalabamamag.com    si.com

Day 2 Prospects: Potenzielle Picks der Carolina Panthers

Vorwort

Als Gastautoren konnten wir für den folgenden Artikel Julian ins Boot der Redaktion holen. Er ist Panthers Fan und Betreiber des Podcasts „Saturday Kickoff“ und beschäftigt sich, wie der Name schon vermuten lässt, mit College Football. Diese Kombination ist prädestiniert dafür, seine Sicht der Dinge im Hinblick auf den Draft in diesem Rahmen kundzutun. Vielen Dank für deine Mitarbeit!

Julians Day 2 Prospects:

Alles schaut auf den achten Pick am kommenden Donnerstag. Dieser könnte für die Carolina Panthers ein sehr entscheidender werden. Noch ist komplett unklar, was GM Scott Fitterer plant. Sie sprechen mit anderen Teams über potentielle Trade-Down-Szenarien. Ein QB ist wohl noch immer möglich und dann gibt es ja noch so einige andere talentierte Spieler, die klare Needs auf Offensive Tackle oder Cornerback abdecken könnten. Genau deswegen geht es in diesem Artikel nun aber um talentierte Spieler, die eher an Tag zwei prognostiziert werden. Denn auch da haben die Panthers zwei Selektionen (an 39 und 73) und werden sich Gedanken machen, wie man das Team bestmöglich verstärken kann. 

Gute Tiefe in benötigten Positionsgruppen

In dieser Draftklasse kommt Carolina eines zu Gute: Die Needs auf Cornerback und Offensive Tackle können auch noch gut in Runde zwei und drei abgedeckt werden, da beide Positionsgruppen recht tief besetzt sind. Weniger gilt dies für Tight End. In der Interior Offensive Line oder auf Safety können ebenfalls später noch spannende Spieler gefunden werden. Nach dem Curtis Samuel-Abgang muss außerdem auch noch auf Wide Receiver geschaut werden. Je nach Präferenz ist das ohne Probleme zwischen Runde zwei und sechs möglich. 

In diesem Artikel stelle ich euch ein paar interessante Kandidaten für Tag zwei vor. Let’s go:

Ifeatu Melifonwu, Cornerback, Syracuse

  • Redshirt Junior, 6-2, 205

Der Bruder von Obi Melifonwu ist ein unglaublich spannendes Cornerback Prospect mit viel Länge und Freak-Athletik. Er schließt Lücken sehr schnell und ist mit seiner Geschwindigkeit auf einem Level mit den meisten Receivern, wenn nicht sogar besser.

Bei Cornerbacks schauen wir immer auf die Richtungswechsel und wie flüssig sie sich dabei bewegen. Genau das macht der 21-Jährige sehr gut. Durch die Länge hat er viele Möglichkeiten, den Catch Point zu spielen. Für die Fans des physischen Footballs haben wir auch noch etwas: Viele Cornerbacks ziehen sich ja gerne aus der Affäre, wenn es um Run Support geht. Das zählt nicht für ihn. In gefühlt jedem Interview betont Melifonwu wie wichtig ihm Tackling und Physis ist – und das sieht man auf Tape.

Aber natürlich ist er kein perfektes Prospect. Gerade an seiner Play Recognition muss er noch arbeiten. Routen antizipieren und das ganze Spielfeld lesen, gehört unter anderem zu Aspekten, die er noch verbessern darf. In Off-Coverage tendiert er dazu, zu viel Abstand zu nehmen. Mit seiner Länge und Athletik ist das teilweise okay, aber funktioniert eben auch nicht immer. Außerdem möchte ich von einem Spieler mit seinen Tools noch mehr Physis in der Coverage sehen. 

Melifonwu ist der vierte Cornerback auf meinem Board, wird aber wahrscheinlich eher als Cornerback sechs bis zehn vom Board gehen. Das könnte also sogar dafür sorgen, dass er in Runde drei noch zu haben ist. Doch die Meinungen zu ihm variieren recht stark. 

Eric Stokes, Cornerback, Georgia

  • Redshirt Junior, 6-0, 194

Wenn man sich das Profil von Eric Stokes anschaut, fällt sofort eins auf: SPEED: Der ehemalige Leichtathlet hat mit einer 4,29 im 40-Yard Dash überzeugt und diesen (Straight-line) Speed sieht man auch auf Tape. Wir müssen uns bei dem ehemaligen Georgia Bulldog also keine großen Gedanken über Recovery Speed machen. Allgemein bringt Stokes viel davon mit, was der NFL bei einem Cornerback erstmal wichtig ist: Die Fähigkeit, lange eng am Receiver dran zu bleiben und dazu noch gute Ballskills. In verschiedenen Situationen, ob Press oder Off-Coverage, agiert er mit kontrollierter Fußarbeit. Als Spielertyp ist er dann aber auch durch seine Statur eher Finesse, als physisch. In der 2020 Saison hat er in fünf Spielen jeweils weniger als zehn Yards zugelassen.

Aber warum geht er dann erst so spät? Ich glaube, dass er durchaus Ende Runde eins oder Anfang Runde zwei vom Board gehen kann. Gerade der zweite Teil der ersten Runde ist da ganz schwer auszurechnen. Stokes ist nicht physisch und das sieht man auf Tape. NFL Wide Receiver werden das ausnutzen können. Mit seinem sehr dünnen Körper ist es die Frage, wie viel mehr Gewicht er noch aufnehmen kann. Oftmals spielt er noch zu aufrecht, wodurch seine sogenannte „Change of Direction“ eingeschränkt ist. Er verursacht zu viele Penalties und muss ein noch besseres Gefühl für die Route Kombinationen um ihn herum bekommen. 

Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob Eric Stokes an 39 noch zu haben ist. Aber wenn die Panthers ihn wollen, müssen sie ihn da nehmen. 

Richie Grant, Safety, Central Florida

  • Redshirt Senior, 5-11, 197

UCF Safety Richie Grant ist einer der verwirrendsten Prospects der Klasse und das liegt gar nicht an ihm selber, sondern den Safety Rankings. Denn teilweise sieht man ihn bei wirklich anerkannten Experten an eins und dann wieder eher am Ende der Top Ten. Also was denn nun?

Es ist eigentlich recht einfach, die Diskrepanz zu erklären. Was ist euch wichtiger, wenn ihr einen Safety evaluiert? Entwicklungsspielraum und Tools? Dann ist Grant nicht euer Mann. Wollt ihr aber einen intelligenten Spieler mit hohem Football IQ und guter Awareness, dann solltet ihr genauer hinschauen. Denn genau da überzeugt der 23-Jährige. Er liest das Feld gut und der Processing Speed, also die Fähigkeit das Spiel schnell zu lesen, ist ebenfalls toll. In den meisten Fällen ist er ein sicherer Tackler, wodurch er auch immer mal wieder Fumbles forciert.

Versteht mich nicht falsch, Richie Grant ist kein schlechter Athlet. Aber auch wenn an manchen anderen Stellen steht, dass er als tiefer Safety in einer Cover 1 spielen könnte – I don’t see it. Seine Richtungswechsel sind nicht besonders schnell und die notwendige Range hat er auch nicht. Dazu ist er bereits ein älterer Spieler, wodurch sein Entwicklungspotential ebenfalls limitiert ist. 

Ich finde Richie Grant durchaus spannend, solange man ihn nicht als alleinigen tiefen Safety oder im Slot in direkte Matchups mit kleinen, sehr schnellen Receivern nutzt. Durch seine Intelligenz wird man aber dennoch in fast jedem Scheme eine Rolle für ihn finden. 

Jamar Johnson, Safety, Indiana

  • Junior, 5-11, 205

Nun kommen wir zu zwei Playmakern auf der Safety-Position. Die Panthers haben zwar Jeremy Chinn, doch ein weiterer Cover-Safety könnte durchaus Sinn machen. Jamar Johnson könnte ein guter Fit sein.

Der 21-Jährige bewegt sich flüssig im freien Raum, hat gute Range und starke Ballskills. Mit sieben Interceptions konnte er in seiner Karriere überzeugen. Man sollte ihn in Coverage wirklich nicht unterschätzen: In den letzten zwei Jahren hat er keinen Touchdown und nur zwölf Catches zugelassen. Außerdem kann er durchaus physisch spielen. Gerade in der Rolle als Blitzer kann ich ihn mir da vorstellen.

Nun ist er als Safety in Coverage aber auch wirklich besser aufgehoben. Zu häufig hat er „Business Decisions“ getroffen und ist Tackles eher aus dem Weg gegangen. Auch seine Run Verantwortlichkeiten muss er noch besser handhaben.

Letztendlich mag ich Jamar Johnson als Slot Cornerback oder Boundary Safety. Mit der Athletik ist eine Rolle als tiefer Safety ebenfalls möglich.

Andre Cisco, Safety, Syracuse

  • Junior, 6-0, 216

Andre Cisco mag ich seit seinem Freshman-Jahr unglaublich gerne. Da führte er nämliche alle College Football-Spieler in Interceptions an. Die Turnover Production ist der erste große Grund, um sich Cisco anzuschauen: 13 Interceptions in 24 Spielen ist sensationell.

Grundsätzlich kann man ihn als High-Risk-High-Reward-Spieler beschreiben. Cisco hat die vielleicht beste Athletik aller Safeties und spielt absolut furchtlos. Das führt zu Big Plays, Ballverlusten und harten Hits. Sowohl aus einer Rover- oder Deep Safety-Rolle kann er das bringen. Doch da gibt es eben auch eine Downside: Er verlässt sich sehr stark auf seine Instinkte und will eben auch das Big Play machen. Teilweise geht das aber auch nach hinten los. Cisco muss kontrollierter werden.

Insbesondere gegen den Lauf hat er Probleme. Seine Tackles müssen kontrollierter werden, die Run Fits sind inkonstant und zu oft schießt er am Ziel vorbei. Positiv ist, dass er noch recht jung ist und sich daher noch entwickeln kann. Im Oktober 2020 hat er sich das Kreuzband gerissen, was ebenfalls Auswirkungen auf seinen Draftstock haben könnte. 

Auf Bigboards ist der 21-Jährige regelmäßig zwischen Runde zwei und vier zu finden. Also könnten die Panthers hier eventuell warten und vielleicht fällt er bis an 73. Mit Chinn wäre das in jedem Fall spektakulär.

Sam Cosmi, Offensive Tackle, Texas

  • Redshirt Junior, 6-6, 314

Sam Cosmi galt lange als potentieller Firstrounder, sein Draftstock hat aber etwas an Wert verloren. Trotz alledem gehört er noch immer in die Gruppe an Spielern, die an Tag zwei gehen werden und jedem Team recht früh helfen könnten.

Sehr positiv ist, dass der Texaner schnell und explosiv aus seinem Stance kommt. Allgemein hat er mit seinen athletischen Tests bestätigen können, dass nur wenige Offensive Line Prospects der letzten Jahre auf seinem Niveau waren. Zusätzlich hat er bereits viel Erfahrung auf beiden Tackle-Positionen sammeln können. Cosmi hat schnelle Füße und spiegelt die lateralen Bewegungen der Pass Rusher gut. Generell bekommt er gutes Leverage, auch wenn sein Gegenüber mit mehr Kraft ausgestattet ist. Das macht ihn so interessant: Er ist vor allem als Pass Blocker überzeugend. Außerdem mag ich die Aggressivität mit der er bis zum Pfiff spielt.

Aber natürlich ist auch hier nicht alles perfekt. Seine Armlänge ist okay, mehr aber nicht. Daher braucht er die Athletik auch. Außerdem kann er durchaus noch an seiner Technik arbeiten. Vor allem, wenn er mal wieder mit zu starker Overextension arbeitet oder zu spät den Kontakt zum Rusher sucht.

Cosmi wird spätestens in Runde zwei gehen, aber auch hier ist Vorsicht geboten: Wir dürfen von ihm nicht erwarten, dass er gleich in Jahr eins ein Feuerwerk abbrennt. Mit etwas Zeit kann er aber an seiner Technik arbeiten und etwas mehr Gewicht draufpacken.

Jaylen Mayfield, Offensive Tackle/Guard, Michigan

  • Junior, 6-5, 326

Jaylen Mayfield ist ein sehr spannender Case, da wir in der Pre-Draft-Season nicht zwingend das gesehen haben, was er auf dem Feld gezeigt hat. Gleich mal vorneweg: Mit 32 5/8 Inches hat er recht kurze Arme, wodurch seine Zukunft auf Tackle ein recht großes Fragezeichen mit sich bringt. Seine Athletik sieht auf Tape jedoch super aus! In meinem Scouting Bericht habe ich ihn daher als „Toolsy“ beschrieben. Also ein Spieler, der noch jung ist und eine Menge physisches Talent hat. Gerade im Run Blocking war er dabei unglaublich dominant. Die Mobilität und Kraft dafür ist in jedem Fall vorhanden. Dafür muss Mayfield noch an seiner Technik arbeiten. 


Nun ist das Problem, dass sein athletisches Testing in den vergangenen Wochen unterirdisch schlecht war – und das passt so gar nicht zu seinem Tape. Er ist wohl in schlechter körperlicher Verfassung aufgetreten und so unwichtig der 40-Yard-Dash auch ist: Eine 5,38 darf man halt echt nicht bringen.

Mayfield ist und bleibt ein Spieler mit guten Anlagen, der eine recht sichere Zukunft auf Guard hat und es eventuell je nach Umfeld auch auf Tackle versuchen darf. Geholfen hat er sich selber in den letzten Monaten aber nicht.

Quinn Meinerz, Interior Offensive Line, Wisconsin-Whitewater

  • Senior, 6-2, 320

Quinn Meinerz könnte der am höchsten gedraftete Division III-Spieler werden – also aller Zeiten. Seine Geschichte ist unglaublich. Jeden Sommer hat er sich rund um die Waldhütte seiner Eltern in Kanada fit gehalten und während der Saison dann auf dem niedrigen College Football-Niveau absolut dominiert. Die 2020 Saison ist dann für ihn leider komplett ausgefallen. Beim Senior Bowl gelang es ihm dann jedoch zu beweisen, dass er gegen die vermeintlich talentierteren Division I-Spieler nicht nur mithalten kann.

Es ist erstmal gut zu sehen, dass er die notwendige Stärke in den Händen und im Core hat. Der Einsatz und die Physis stimmt. Viele seiner Senior Bowl Reps haben außerdem gezeigt, dass er wirklich kontrolliert bleibt und gutes Leverage bekommt. Sein athletisches Testing war für die Interior Offensive Line auf elitärem Niveau.

Natürlich wird er Zeit brauchen, um sich an die NFL zu gewöhnen und viele kleine technische Fehler kann er sich dann einfach nicht mehr leisten. Doch das sollte niemanden davon abhalten, ihn in der späten Runde zwei oder Runde drei zu ziehen.

Pat Freiermuth, Tight End, Penn State

  • Junior, 6-5, 251

Wer in Runde drei wahrscheinlich nicht mehr da sein wird, ist Tight End Pat Freiermuth. Diese Tight End-Klasse ist tatsächlich schwach und das ist vor allem auf die Tiefe bezogen. Denn nach Übertalent Kyle Pitts gibt es genau einen Spielern, den ich in Runde zwei für relevant halte. 

Freiermuth ist eher der klassische In-line Tight End, der aber als Blocker und Receiver überdurchschnittlich agieren kann. Allgemein spielt der 22-Jährige sehr intelligent, bewegt sich gut als Route Runner und das, obwohl er jetzt nicht der Typ „Agiler Athlet“ ist. Als Receiver hat er die Penn-State-Offense getragen und gerade über die Mitte eine wichtige Rolle gespielt. Als Blocker spielt Freiermuth mit guter Technik, das Hand Placement kann sich sehen lassen und die Kontrolle ist da. Durch die Vielseitigkeit wird er gerade in der Redzone auch häufig auf dem Platz stehen und in jeder Situation helfen können.

Die Athletik habe ich schon kurz erwähnt: Er ist kein schlechter Athlet und doch sehe ich es nicht, dass er in der NFL konstant mit seinem Speed separieren kann. Da hilft es natürlich, 6-5 groß zu sein. Außerdem muss man seine Drops im Auge behalten. Acht Drops bei 100 fangbaren Bällen ist nicht ideal. 

Wenn Kyle Pitts in Runde eins früher gedraftet wird, und damit sollten wir rechnen, ist Pat Freiermuth die einzige Hoffnung auf eine recht sichere Verstärkung der Tight End-Position. 

Rondale Moore, Wide Receiver, Purdue

  • Redshirt Sophomore, 5-7, 181

Einen Receiver möchte ich hier natürlich auch noch nennen. Denn gerade von kleinen, aber wirklich guten Slot-Waffen gibt es viele zwischen Runde zwei und vier. Rondale Moore ist die wahrscheinlich spektakulärste davon. Wer seine Highlights noch nicht kennt, sollte jetzt Youtube öffnen.

Ja, Rondale Moore ist sehr klein und hatte viele Verletzungsprobleme. Er ist eine absolute Wildcard. Doch das Talent ist zu groß. Bereits als Freshman gehörte er zu den besten Spielern im College Football, denn sobald er den Ball in den Händen hat, kann es ganz schnell zu Ende sein. Der noch recht junge Receiver hat einen tollen Speed und ist extrem stark. Sein Juke Move ist elitär. In 2018 hatte er 906 Yards NACH dem Catch. Doch auch vor dem Catch kann er über die Mitte physische Catches machen und ich traue ihm als Deep Threat mehr zu als einem Kadarius Toney.

Sein Catch Radius ist natürlich limitiert und um in der NFL zu einem kompletteren Receiver zu werden, wird es Zeit benötigen. Da kommt es gut, dass er noch 20 Jahre jung ist.

Es ist sehr schwer einzuschätzen, wo Moore gehen wird. Ein Team kann sich bereits in Runde eins in ihn verlieben und das ist durchaus fair. Seine Größe und Verletzungen könnten ihn aber auch fallen lassen.

Falls ihr weitere Fragen zur NFL Draft oder bestimmten Prospects habt, meldet euch gerne auf Twitter bei mir (@julianbarsch) oder schreibt uns auf Instagram (@saturdaykick).

 

Quellen: theathletic.com, pff.com

Bildquelle:  si.com    georgiadogs.com    hossiersportsreport.com    stripehype.com    toledoblade.com    triblive.com

Panthers kompensieren Samuel-Abgang und verstärken die Secondary

Vorwort

Kurz bevor der Draft losgeht, wollen wir nochmal einen weiteren Mock Draft vorstellen. Um Missverständnisse auszuschließen, muss natürlich schon im Vorfeld geklärt werden, um welche Art von Mock Draft es sich diesmal handelt. Einerseits gibt es den Analytics-Mock Draft, in dem Spieler anhand von Daten und Positionswerten gezogen werden. Andererseits gibt es auch Mock Drafts, bei denen versucht wird, den Ausgang in der Draft-Nacht so genau wie möglich vorher zusagen. Beide Arten werden hier aber nicht berücksichtigt.

Ich als Autor des German Riot werde in die Rolle des GMs schlüpfen und versuchen, die Carolina Panthers bestmöglich zu verstärken. Zur Simulation wird dabei der PFF-Draft Simulator genutzt. Trades werden nicht berücksichtigt.

1. Runde (8. Stelle): Jaylen Waddle, WR, Alabama

Der Wide Receiver von Alabama gilt als eines der größten Talente im Draft. Er ist extrem explosiv, hat enormen Speed und ist keinesfalls ein reiner Speedster, da er durch seine guten Fähigkeiten im Route Running in allen Bereichen des Felds eine Gefahr darstellen kann.

Waddle spielte in seiner College Karriere viel im Slot. Durch seine Explosivität und Athletik konnte er sich aber auch von außen durchsetzen. Eine ähnliche Rolle wird er womöglich auch in der NFL zu erwarten haben, denn auch dort ist zu beobachten, dass die Elite Receiver oftmals im Slot eingesetzt werden, obwohl sie auch außen sehr stark sind und ihre Duelle gewinnen.

In seinem Junior-Jahr spielte er zunächst nur vier Spiele. In diesen Spielen war er aber der Beste auf dem Platz und das obwohl sein Partner Devonta Smith später als bester Spieler der College Saison mit der Heisman Trophy ausgezeichnet wurde. Waddle erzielte in jedem der vier Spiele mindestens 100 Receiving Yards, brach sich aber anschließend leider den Knöchel. Nicht nur die Verletzung lässt diesen Pick riskanter erscheinen, auch der Einsatz im Sophomore-Jahr war nicht wirklich groß.

Obwohl er teilweise eine viel höhere Produktivität mit seinen Targets hatte, musste er oft hinter den drei Top-Receivern Henry Ruggs, Jerry Jeudy und Devonta Smith zurückstecken. Er wurde zwar häufig als eine Art Gadget Player in diesem Jahr eingesetzt, doch die Coaches hatten trotz seiner Produktivität anscheinend nicht so viel Vertrauen in ihn, wie in die anderen drei Receiver. Folglich hat Waddle am Ende seiner College Karriere nicht so viele Snaps wie die andere Top-Prospects auf dieser Position.

Weitere mögliche Prospects: Rashawn Slater (T), Mac Jones (QB), Trey Lance (QB) und Patrick Surtain (CB)

2. Runde (39. Stelle): Asante Samuel Jr., CB, FSU

Asante Samuel Jr. spielte bei FSU in einem defensiven System, bei dem viel in Zonenverteidigung agiert wurde. Dabei erkannte Samuel schnell die Routen und konnte somit zügig die Receiver unterlaufen. Neben seinem schnellen Verständnis konnte er auch durch gute Explosivität glänzen. Einerseits konnte er schnell die Richtung wechseln, aber auch bei Realisierung der Route agierte er sehr explosiv.

Der junge Corner von der Florida State University wurde meist in Offball-Coverage aufgestellt. Das sollte auch er seine Rolle in der NFL sein. Er ist extrem klein für die Position, aber durch seine athletischen Fähigkeiten sollte er auch außen in der NFL Erfolg haben können. Sollte er dann allerdings auch außen in Press-Coverage Spieler wie Julio Jones oder DK Metcalf verteidigen müssen, würde das wohl in den meisten Fällen nicht so gut ausgehen. Ein großer Teil seiner Snaps wird zudem vielleicht auch im Slot stattfinden, besonders zu Beginn seiner NFL-Karriere.

Weitere mögliche Prospects: Jevon Holland (CB/S), Tevon Jenkins (T), Elijah Moore (WR) und Levi Onwuzurike (DT)

3. Runde (73. Stelle) Walker Little, OT, Stanford

Walker Little ist eines der am schwierigsten einzuschätzenden Prospects im gesamten Draft. 2017 kam er als 5-Sterne Recruit ins College und konnte in den ersten beiden Jahren abliefern. Seine starke Fußarbeit gepaart mit einem technisch guten Einsatz der Hände in der Pass Protection sorgten schnell dafür, dass Little als ein Top Pick im Draft gehandelt wurde.

Bereits im ersten Jahr seiner College Karriere konnte er seine Physis und Athletik auf dem Feld in gute Pass Protection ummünzen. Dann kam allerdings die Knieverletzung in seinem Junior Jahr 2019, weshalb er gleich nach dem ersten Spiel ausfiel. Anschließend ging er nochmal zurück ans College, doch wegen der Corona Pandemie spielte er auch im Jahr 2020 nicht.

Little war am Ende seines Sophomore-Jahres, trotz des großen Lobes, noch kein fertiges Prospect. Besonders im Run Blocking zeigte er immer wieder Probleme. In den nächsten zwei Jahren spielte er dann nur ein Spiel. Es ist nun sehr schwer zu sagen, ob er sich weiterentwickelt hat. An 73. Stelle ist der Pick natürlich immer noch ein Risiko, aber der mögliche Ertrag ist so hoch, dass dieser Pick hier Sinn machen könnte.

Weitere mögliche Prospects: Elijah Molden (CB/S), Dillon Radunz (OT), Rashad Weaver (Edge) und Dynami Brown (WR)

4. Runde (113. Stelle): Jamar Johnson, S, Indiana

Der Safety von Indiana spielte insgesamt lediglich knapp 800 Snaps im College. Ein fertiger Spieler ist er auch nicht, denn gerade im Tackling macht er noch viele Fehler. Seine Technik ist dort noch nicht ausgereift und da er oft versucht einen Turnover zu erzeugen, wird sein Tackle häufiger vom Gegenspieler gebrochen.

Trotzdem ist Johnson ein sehr spannender Spieler, denn seine Fähigkeiten in Coverage sind ausgezeichnet. Gerade auf der Position des Free Safetys erkennt er schnell den Spielzug und macht fast explosionsartig ein Play. Seine Forced Incompletion Rate ist sehr hoch und auch einige Interceptions gingen auf sein Konto. Justin Fields musste das zum Beispiel schmerzvoll miterleben.

Auch wenn Johnson noch nicht so viel Erfahrung hat, könnten seine Fähigkeiten in Coverage den Panthers sehr gut helfen. Zwar wäre Johnson nicht unbedingt jemand als Starter für Woche 1, doch da sich Carolina diese Offseason auch von Boston getrennt hat, benötigen die Panthers unbedingt ,gerade in der Mitte des Spielfeldes, in Zukunft mehr Stabilität.

Ein weiteres Manko bei Johnson war allerdings der Pro Day. Sah er in der Vergangenheit auf dem Spielfeld immer sehr explosiv aus und konnte dadurch auch viele Plays machen, war sein Pro Day eher unspektakulär und die Werte gaben nicht unbedingt die zu erwartenden Resultate wieder.

Weitere mögliche Prospects: Quinn Meinerz (iOL), Brady Christensen (OT), Eric Stokes (CB),  Tommy Tremble (TE)

5. Runde (151. Stelle): Benjamin St-Juste, CB, Minnesota

St-Juste ist ein größerer Cornerback, der aber für seine Größe extrem gut seine Richtung wechseln kann. Ihm fehlt zwar ein wenig der Top-Speed, aber in gewissen Schemes und mit einer besseren Technik in Press, sollte auch er eine Chance haben in der NFL erfolgreich zu sein. Spannend ist dabei natürlich, wie er sich bei den Panthers schlagen würde. Carolina ist eigentlich eher nicht auf der Suche nach den typischen Press-Corners, aber St-Juste so spät noch zu kriegen, sollte auf jeden Fall dazu führen, dass der Corner aus der Big Ten auch eine Chance kriegen sollte. Er könnte den Kader gerade in der Tiefe verstärken und dann in gewissen Situationen als Outside-Corner aufgestellt werden.

6. Runde (193. Stelle): Tay Gowan, CB, UCF

Nachdem in diesem Mock Draft eher Spieler aus größeren Colleges gezogen wurden, ist Gowan der erste Spieler aus einem College, das in keiner Power-5 Conference spielt. Sein größtes Manko ist dabei die Erfahrung. Er hat lediglich im Jahr 2019 gespielt und danach die Saison ausgesetzt. In dieser Saison konnte er aber besonders als Outside Corner überzeugen.

Der große Cornerback spielte bei UCF oftmals in Press-Coverage, hatte aber in seinem einem Jahr auch gute Plays in Offball-Coverage. Erfahrungen außerhalb von Outside-Cornerback hat er aber selten gemacht. Vielleicht braucht er insgesamt noch ein wenig Vorlaufzeit, aber insgesamt kann er langfristig eine große Stütze sein, wenn es die Panthers dann schaffen sollten, sein Talent in Coverage richtig einzusetzen.

6. Runde (222. Stelle): Chauncey Golston, Edge, Iowa

Mit dem letzten Pick wählen die Panthers in diesem Mock Draft Chauncey Golston. Der Edge Rusher könnte eine ähnliche Rolle einnehmen, wie zuletzt Efe Obada. Bei Iowa spielte er zumeist außen, wurde aber auch bei einigen Snaps in die Mitte der Line gestellt. Ihm fehlt vielleicht ein bisschen die Explosivität. Er ist eine andere Art von Spieler wie zum Beispiel ein Brian Burns, doch seine Entwicklung im College zeigt, dass er sich Jahr für Jahr steigern konnte. Am Ende konnte er Plays gegen den Lauf und als Pass Rusher machen. Gerade für die Tiefe im Kader könnte Golston somit vielleicht sofort eine Verstärkung sein und so den 53-Mann-Kader bereits im ersten Jahr erreichen.

Fazit

In diesem Mock Draft ging es darum, mit jedem Pick den größten langfristigen Nutzen für die Panthers zu ziehen. Aufgrund des  immer besseren QB-Spiels und immer schnelleren Release-Zeiten in der NFL, nimmt die Wichtigkeit der Coverage fast von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Deshalb ist es besonders wichtig sich dort stark zu verbessern. Hat ein Team bereits eine Schwachstelle in der Secondary, kann diese teilweise ein gesamtes Spiel über vom Gegner ausgenutzt werden. Deshalb ist es auch wichtig, nicht nur alle Starter in der Secondary gut zu besetzen, sondern auch für genügend Tiefe zu sorgen.

Natürlich wird es auch hier einige Busts mit einigen Picks geben. Das unterstreicht aber umso mehr, dass ein Team nicht aufhören sollte Spieler auf wichtigen Positionen zu holen, obwohl zuvor im Draft schon Lücken gestopft worden sind. Wichtige Positionen sollten demnach immer gezogen werden, besonders wenn, wie auf Cornerback, mehrere Spieler gleichzeitig auf dem Platz stehen. So kann gewährleistet werden, dass Teams dort auch in Zukunft dauerhaft gut besetzt sind.

Natürlich könnte die Strategie auch umgedreht werden. Um die Coverage des Gegner zu erschweren, könnten weitere Receiver gezogen werden. Mir als Autor haben bei der Mock-Draft Simulation gerade in der zweiten Hälfte aber jeweils die Coverage-Spieler besser gefallen, weshalb die Wahl auf diese Positionsgruppe fiel. Mit Little und Golston haben wir zudem sogar zwei Spieler in der Line, die gezogen wurden. Sie gefielen mir auf ihren Spots so gut, sodass sie über den Receivern und Coverage-Spielern gezogen wurden

 

Quelle: nfl.com    pff.com

Bildquelle: tdalabamamag.com    bleacherreport.com    hoosiersportsreport.com    pff.com

 

 

Top Talent mit Charakterproblemen?: Micah Parsons könnte die Lücke auf der Linebacker-Position schließen

Im letzten Teil unserer First Round Prospect-Analyse widmen wir uns einer Position, auf der die Panthers über Jahre hinweg perfekt besetzt waren. Nach den Abgängen von Luke Kuechly und Thomas Davis schmachten Panthers Fans nun nach einem Upgrade. Natürlich sprechen wir hier vom Linebacker-Core. Es ist durchaus möglich, dass die Panthers auf dieser Position zugreifen und ein Name ist bei den Top Prospects immer im Gespräch: Micah Parsons.

Micah Parsons

  • LB, Penn State
  • 6’3“ (1,90m) 244 Pfund (110kg)
  • 21 Jahre alt (26.05.1999)
  • 2020 stats: keine, da Opt-out
  • 2019 stats: 109 Tackles gesamt davon 14 for loss, 5 Sacks, 4 Forced Fumbles, 5 abgewehrte Pässe

Vorab sei bereits so viel gesagt, dass Parsons ein wahnsinniger Athlet ist und somit einen riesigen Impact für die Defense von Penn State hatte. Seine Athletik wird nicht nur durch die guten Leistungen in den Pro Days deutlich (4,39s im 40 Yard Dash, 6,89s im 3 Cone Drill, 126 Inches (3,2m) im Broad Jump) sondern auch beim Blick aufs Tape wird klar, dieser Junge kann den Unterschied mit seiner Physis machen.

Stärken

Seit 2000 gab es lediglich 5 Spieler im Combine, die mit einem Gewicht von 240 Pfund oder mehr unter 4,41s auf 40 Yards gelaufen sind. Auch der Broad Jump würde ihn in die Top 10 für Linebacker verfrachten, während er mit dem 3 Cone Drill unter den besten 20 seiner Position landen würde (die Werte gehen nicht in die Statistik ein, da es sich bei Pro Days um inoffizielle Zeiten handelt).

Die oben genannten Attribute helfen Parsons vor allem im Pass Rush. Running Backs oder Tight Ends haben in der Regel keine Chance und somit oft das Nachsehen. Jedoch ist er nicht nur ein hervorragender Blitzer, der pfeilschnell den Weg zum Quarterback findet, sondern kann er auch bei Passing Downs als Edge-Rusher eingesetzt werden. Hier kann er Duelle mit Offensive Linemen für sich entscheiden. Diese Fähigkeiten bringt er von der High School mit, auf der er noch als klassischer Edge-Rusher eingesetzt wurde.

Seine enorme Explosivität verhilft bei Inside Runs dazu, schnell durchs Gap zu schießen und das Tackle zu machen. Bei Outside Runs ist er oft zu flink für die Blocker und den Running Back, sodass er Plays im Keim ersticken kann.

Die Saison 2020 hat er ausgesetzt, was automatisch einen Zerfall der Defense von Penn State nach sich zog. Dies zeigt, welchen Impact er für ein Team haben kann und nicht nur ein guter Blitzer und gut gegen den Lauf ist. Vielmehr hat er auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel das Ansagen von Spielzügen und Leading, erfüllt. Dass er auf allen Linebacker-Positionen gespielt hat, unterstreicht noch einmal seine Flexibilität.

Schwächen

Die vermeidlichen Schwächen von Micah Parsons lassen sich grob in zwei Hälften teilen. Auf der einen steht das Sportliche. Von ihm hat man nur wenig Coverage Snaps gesehen, sodass hier einige Experten zweifeln, ob der Linebacker in der NFL vernünftig decken kann. Dem gegenüber liegen seine Auffälligkeiten außerhalb des Spielfeldes.

Sportlich

Die Frage, ob er nicht der beste im Covern ist, kann man jedoch nicht von der Quantität der Snaps abhängig machen. Dies kann auch lediglich am System des Defensive Coordinators liegen. Wenn er decken sollte, konnte man gut erkennen, wie ihm seine Quick Feet in der Man Coverage halfen, dicht an seinem Gegenspieler zu bleiben. Auch gelang es ihm, „sideline to sideline“ die gesamte Bandbreite abzudecken. Inwiefern er tiefe Pässe bspw. wie ein Luke Kuechly abwehren kann, ist auch nicht abschließend zu beurteilen. Hierfür ist nicht genügend Tape vorhanden.

Dass er nicht die besten Ballskills hat, steht dann wieder auf einem anderen Blatt (keine Interception in 2 Jahren auf dem College). Letztlich kann man ihm keine schwache Coverage attestieren, nur weil er sie nicht oft spielen musste. Ein Nachteil in der Beurteilung ist dies jedoch sicherlich. Das Jahr 2020 hätte dahingehend deutlich mehr Aufschluss geben können.

Off the field

Auf der anderen Seite der Coverage Skills liegen seine „Off the field issues“, die ihn aus der Top 10 hinausbefördern könnten. Ein ehemaliger Teamkamerad hat ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen und ihn angezeigt. Parsons bestreitet diese Aussagen, weshalb dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Außerdem soll es in der Kabine auch schon eine handfeste Auseinandersetzung mit einem anderen Mitspieler gegeben haben. Dazu sagte Parsons, dass man noch sehr jung und unreif war, diese Verhaltensmuster von damals aber keinen Einfluss auf seinen heutigen Charakter und somit auch nicht auf den Draft haben.

Es muss aber auch erwähnt werden, dass es sich oftmals bei solchen Themen um Gerüchte handelt, die dem Beweise nicht zugänglich sind. Dementsprechend muss man hier vorsichtig agieren. Letztlich ist es jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass Parsons des Öfteren im Zusammenhang mit Problem abseits des Feldes in Verbindung gebracht wird.

Wie passt er zu den Panthers

Die Panthers haben sich auf der Linebacker-Position mit Denzel Perryman sicherlich verstärkt. Nun ist es so, dass Coach Snow nur noch selten mit 3 Linebackern agiert, sodass diese möglichst flexibel sein sollten.

Welche Rolle kann er übernehmen?

Ein Micah Parsons könnte das Puzzleteil sein, welches in Zukunft von Snap zu Snap verschiedene Rollen übernehmen könnte. Hierzu müsste er sicherlich noch lernen, wie man in verschiedenen Situationen zu covern hat, jedoch wird er seine „learning curve“ noch nicht ausgeschöpft haben.

Grundsätzlich kann er MLB und auch OLB spielen. Ab und zu wurde seine „Play Recognition“, also das Auge für die jeweiligen Spielzüge bemängelt, jedoch könnte er dies beispielsweise mit Luke Kuechly trainieren. Dieser ist bekanntermaßen in diesem Bereich bereits eine Legende.

Wird er die Defense langfristig upgraden können?

Parsons Skillset eignet sich hervorragend, um den gegnerischen Quarterback zu verunsichern, indem man ihn immer woanders aufreiht. Mit ihm könnte man den Pass Rush andeuten, ihn jedoch dann in die Coverage droppen lassen. Dass er dies beherrscht, hat er bereits auf dem College bewiesen. In anderen Situationen wird er dann Richtung Quarterback stürmen. Das würde die Panthers Defense noch unberechenbarer machen. Das häufige Umstellen Jeremy Chinns  hat bereits gezeigt, dass Phil Snow es gerne hat, wenn man der Offense verschiedene Formationen „anbietet“. Parsons könnte umso mehr Verwirrung stiften. Außerdem könnten seine Pass Rush Fähigkeiten den auf 3rd Down anfälligen Panthers weiterhelfen.

Wenn man Parsons vertrauen schenkt und die „Off the Field Issues“ möglicherweise momentan zu heiß gekocht werden, kann man sich einen Day 1 Starter ins Team holen, der das Potenzial eines All Pro mitbringt.

 

Quellen: espn.com, thedraftnetwork.com, NFL.com, Sports-reference.com, Ran.de, si.com

Bilderquellen: Post-gazette.com, pennlive.com

 

Rashawn Slater als Multitalent in der O-Line: Wird er die Panthers verstärken?

Als nächstes dürfen wir euch Rashawn Slater vorstellen. Der Offensive Tackle von Northwestern spielte in seiner College Karriere bereits auf Right und Left Tackle und gilt als eines der größten Talente auf dieser Position. Einige Talent Scouts, wie auch NFL-Analysten, haben ihn sogar als besten Tackle der gesamten Klasse auf dem Draft Board stehen.

Physische Daten:

  • Größe: 6‘3 (ungefähr 1.90m)
  • Gewicht: 304LBs (ungefähr 138kg)
  • Alter: 22 Jahre

Entwicklung

Slater ging in Texas in die Highschool. Mit einem 3-Sterne Rating von 247-Sports ausgezeichnet bekam er anschließend eine Hand voll Angebote für ein Stipendium der großen Colleges. Er nahm das Angebot von Northwestern an und konnte so in der großen Big 10 Conference sein Können gegen die großen Colleges unter Beweis stellen. Als Right Tackle spielte er bereits in seinem Freshman-Jahr 2017 von Anfang an und wurde am Ende von Big Ten Network ins Freshman-Team des Jahres gewählt.

Er entwickelte sich zu einem der besten Tackles des Landes weiter und wechselte in seinem Junior-Jahr 2019 auf die Left Tackle Position. Gegen die besten Pass Rusher wie zum Beispiel Chase Young konnte er in diesem Jahr durchgängig sein hohes Niveau zeigen und so kam er in die engere Auswahl bei der Wahl zum besten Liner für die Outland Trophy. Nach diesem starken Jahr wollte er nochmal zurück ans College gehen und entschied sich für das Senior Jahr, doch dann kam die Corona-Pandemie und zur Sicherheit entschied sich Slater dazu, das Jahr komplett auszusetzen.

Stärken

Slater spielte in der Big 10 durchgehend gegen starke Konkurrenz. Obwohl er sogar gegen Pass Rusher spielen musste, die teilweise in den Top 3 im NFL Draft gezogen wurde, ließ er in seiner gesamten Junior-Season nicht einen Sack zu und insgesamt auch nur fünf Pressures. Ein Grund dafür war seine geniale Fußarbeit, die ihn fast immer in eine Position brachte, in der er vorteilhaft seinen Quarterback beschützen konnte. Seine extrem gute Athletik für einen Offensive Tackle konnte er auch während des Pro Days sehr gut unter Beweis stellen. Seine Werte aus dem 3 Cone Drill, 10 Yard Split, 40 Yard Dash und den Jumps gehörten zu den besten aller Offensive Tackles. Diese athletischen Fähigkeiten waren auch dauerhaft auf dem Feld zu sehen.

Auch die schnelle Realisierung des Rushes ist ein Vorteil von Slater. Er erkennt schneller einen Blitz oder einen Stunt und kann demnach auch besser darauf eingehen. Hinzu kommt auch seine Kraft. Obwohl er eher zu den leichteren Tackles der Klasse gehört, bringt er eine unglaublich große Stärke im Oberkörper mit. Sollte er in der NFL durch einen explosiven Rusher etwas ins Hintertreffen geraten, könnte er sich durch seine Kraft bei einigen Snaps wohl trotzdem noch zurückkämpfen und den Quarterback gut beschützen.

Schwächen

Es ist schon kurios, dass in diesem Jahr die Top-Tackles alle relativ kurze Arme haben. Das kann gerade ein Problem werden, wenn die Edge Rusher über außen kommen. Slater hat mit seiner Armlänge von 33 Inch nochmal besonders kurze Arme im Vergleich. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein, denn in der NFL gibt es auch Beispiele, wo Top-Tackles kürzere Arme hatten (Joe Staley oder Joe Thomas). Sicherlich könnte es einige Teams aber geben, die ihn lieber nach innen auf die Guard Position stellen wollen.

Fazit

Sehen die Panthers Rashawn Slater lediglich als Guard, wäre die Auswahl an achter Stelle wahrscheinlich zu früh. 24 Interior O-Liner mit mindestens 250 Pass Rush Snaps ließen in der vergangenen NFL Saison höchstens einen Sack zu. Natürlich würde ein O-Liner wie Slater mit seinen besonderen Stärken in der Pass Protection dem Team helfen, aber seine Vorteile zu den anderen wären als Guard wohl nicht so groß, dass ein achter Pick gerechtfertigt wäre.

Allerdings muss man ihn nach dem hervorragenden Junior-Jahr fast unbedingt auf Tackle austesten. Er selbst erzählte schon von den Gesprächen mit den Teams und die machten sich in der Regel nicht so viele Sorgen um seine Armlänge.

Sein fantastisches Spiel gegen Chase Young sticht bei den Scouts natürlich heraus und auch der Sprung von der Big 10 in die NFL ist vielleicht nicht so groß im Verhältnis zu den anderen College-Conferences. In der Big 10 gehörte er zu den absolut besten Pass Protectorn und ist von der Technik auch schon ein bisschen weiter als die anderen Top-Prospects. Ihn an achter Stelle auszuwählen, könnte sich am Ende auszahlen.

 

Quelle: nfl.com    athlonsports.com    pff.com    nusports.com

Bildquelle: theeagleswire.usatoday.com    flurrysports.com

 

 

Patrick Surtain II: Welche Attribute machen ihn zum Top-Corner des Drafts?

Im fünften Teil der Draft-Prospect-Analyse geht es nun um den vielleicht besten Cornerback dieser Draftklasse, Patrick Surtain II. Seit dem Abgang von Josh Norman fehlt den Panthers ein konstanter guter Nummer 1 Cornerback. Gerade Alabama ist i  den letzten Jahren quasi eine „Fabrik“ für gute Secondary Spieler geworden.

Patrick Surtain II

  • CB, Alabama Crimson Tide
  • 6’2“ (1,88m) 202 Pfund (92kg)
  • 21 Jahre alt (14.04.2000)
  • 2020 stats: 13 Spiele, 32 Tackles, 10 abgewehrte Pässe, 1 Interception (pick six)

Stärken

Surtain ist einer der komplettesten Cornerbacks, die in den letzten Jahren in die NFL gekommen sind. Dies ist einerseits auf sein Coaching zurückzuführen (Alabams Headcoach Nick Saban gilt als der Defenseguru im College), andererseits auf seine Gene. Er bringt die perfekten Maße und auch die passende Athletik (4,42s auf 40 Yards, 18 Wiederholungen beim Bankdrücken, 39“ vertical) mit. Darüber hinaus ist sein Vater Patrick Surtain senior ein ehemaliger NFL-Cornerback, der 11 Jahre in der NFL gespielt hat und dreimaliger Pro Bowler sowie einmaliger All-Pro ist. Cornerback zu spielen wurde ihm somit in die Wiege gelegt.

Man Coverage

Auf dem College hat er in allen Coverage Varianten Erfahrungen gesammelt und gehört in sämtlichen zu den besten seines Fachs. In Press Coverage setzt er seine Kraft ein, den Receiver zu „jammen“ und schon zu Beginn der Route zu stören. Laut PFF hat er in den letzten beiden Saisons 662 Snaps in Press gespielt, 199 mehr als jeder andere Collegecornerback!

Außerdem ist er beweglich in den Hüften und zeigt dies durch schnelle Drehungen sobald der Gegenspieler seine Route verändert. Generell reagiert er sehr schnell und gut auf die Bewegungen des Receivers während der Route. Zusätzlich hat er ein gutes Gefühl dafür, wann er seine Augen vom Receiver nehmen muss um auf den Ball zu achten. Auch in Offman Coverage besticht er durch seinen „high football IQ“ indem er die Route gut erkennt und genau weiß, wie er sich wann zu verhalten hat.

Infolgedessen sieht man während seiner kompletten Collegekarriere so gut wie keine Situation, in der er extrem schlecht aussieht oder auf einen „double move“ hereinfällt. Ihm gelingt es, dem Receiver kaum Freiraum zu lassen und verteidigt sehr eng, um kein Pass-Fenster zu ermöglichen.

Zone Coverage

Zwar spielt er bei Alabama in einer Defense, die vermehrt auf Man-Coverage setzt, jedoch kann man auch bei ihm genügend Zone-Coverage Snaps beobachten. Beim Verteidigen in der Zone liest er die Augen des Quaterbacks sehr gut und reagiert darauf blitzschnell. Im Lesen der Offense ist er schon sehr weit und erkennt welche Routen gelaufen werden. Daraus folgt dann ein gutes Gefühl dafür wo er sich in der Zone positionieren muss, um die Routen zu verteidigen.

Dies ist besonders gut bei einer Interception im Jahr 2019 zu sehen. Bei diesem Play ist er als Outside Cornerback in Cover 3 für das tiefe Drittel zuständig und sieht, dass die zwei Routen direkt vor ihm kurz verlaufen und somit eine dritte Route tief geht. Er bemerkt, dass der Quaterback die Tiefe Route adressiert, lässt sich fallen und macht den Pick.

Blickt man auf die blanken Stats seiner letzten Saison, so wundert man sich, warum er als First-Round Pick gehandelt wird. Hier fehlen die vielen großen Zahlen was Interceptions oder Pass Breakups angeht. Hinzu kommt, dass er generell kaum noch Highlights produziert hat. Dies ist jedoch nicht seine Schuld, da die Quaterbacks es in der Regel mieden, überhaupt in seine Richtung zu werfen. Demzufolge hatte er kaum eine Chance sich durch Big Plays auszuzeichnen.

Bei 555 Coverage Snaps wurde der Ball lediglich 48 mal (8,6%)  in seine Richtung geworfen. Davon hat er nur 21 Receptions (43,8% Catchrate) und 2 Touchdowns zugelassen. Gerade diese „Angst“, bei gegnerischen Quaterbacks in die Richtung eines Spielers zu werfen, zeichnet einen Top-Corner aus. Surtain ist einer der NFL-bereitesten Cornerbacks der letzten Jahre, der aufgrund seines fast kompletten Skill Sets fast gar kein Bust-Potential besitzt.

Zudem hat er im College die letzten 38 Spiele am Stück gestartet. Somit scheint er nicht anfällig für Verletzungen zu sein, was auch enorm wichtig ist. Darüber hinaus hat er in den letzten drei Jahren im Training gegen die besten College-Receiver spielen können. Seine Trainingsgegner 2019? Jaylen Waddle (als Top 10 Pick dieses Jahr gehandelt), Devonta Smith (Heisman Trophy Sieger 2020 und potentieller Top 10 Pick dieses Jahr), Henry Ruggs III (12. Pick im letzten Jahr) und Jerry Jeudy (15. Pick im letzten Jahr). Er hatte im Training also vier Erstrunden-Receiver gegen sich und durfte somit jeden Tag seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Schwächen

Um die Schwächen bei Surtain herauszusuchen muss man schon sehr pingelig sein, da es keine extremen Defizite gibt. Wenn man doch die Schwächen nennen will, sind diese eher kleinere Sachen. Zum einen ist er zwar ein guter, aber nicht Elite Athlet wie zum Beispiel ein Caleb Farley oder Jaycee Horn.

Trotz sehr guter Geschwindigkeit fehlt ihm jedoch die Elite Zwischenbeschleunigung und Endgeschwindigkeit, um die Passempfänger einzuholen wenn er mal geschlagen ist. Vor allem gegen kleine explosive Receiver wirkt er dann doch manchmal etwas unbeweglich wenn er auf schnelle Cuts reagiert. Faszinierend ist auch, dass er Probleme bei einer bestimmten Route hat. So hat er 14 Catches bei 22 Targets (64%) zugelassen, wenn der Receiver eine Slant Route gelaufen ist.

Nachdem bei seinen Stärken, dass extrem geringe Bust-Potential genannt wurde, ist hier eine umgekehrte Aussage möglich. Zwar ist er der kompletteste Cornerback im Draft, jedoch gibt es ein paar Spieler, die aufgrund ihrer noch besseren Athletik ein höheres Potential besitzen.

Wie passt er zu den Panthers

Mit dem Pick von Surtain könnte die Lücke eines klaren Nummer 1 Cornerback endlich geschlossen werden. Dadurch, dass er komplett Scheme unabhängig ist, hätte Phil Snow viel mehr Möglichkeiten. Mit seinem generellen Skill Set passt er zum einen perfekt in die Cover 3-lastige Defense der Panthers, erlaubt es aber auch, mehr Man-Coverage zu spielen.

Snow hat sich in der letzten Saison bereits geäußert, dass er gerne öfters die Coverages durchgemischt hätte. Vor allem bei dritten Versuchen wolle er mehr von der „Soft Zone“ abrücken und aggressiver agieren. Durch die guten Press-Coverage Fähigkeiten kann man bei dritten Versuchen die Receiver auch mal in Press setzten, um die Zeit, in der der Quaterback den Ball halten muss, zu erhöhen.

Nachdem die Panthers im letzten Draft und der Free Agency vor allem die Front Seven verstärkt haben, würde ein Nummer 1 Corner die Defense auf ein höheres Level heben. Vor allem die Pass-Rusher profitieren von einem Lockdown-Corner, der den Nummer 1 Receiver der Gegner aus dem Spiel nehmen kann. Durch die Verstärkung der Secondary bekommen sie dann mehr Zeit, um zum Quaterback zu gelangen.

Er würde die perfekte Ergänzung zu Donte Jackson ergeben, der sich dann um die kleinen und schnellen Receiver kümmern kann, während Surtain die klassischen X-Receiver übernimmt. Es ermöglicht aber auch, nach der Verpflichtung von AJ Bouye, mit Jackson auch im Slot zu spielen. Diese Position hat er bereits auf dem College gespielt und gibt den Panthers ein gutes Cornerbacktrio.

 

Bilderquellen:

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Quellen:

www.profootballfocus.com

www.nfl.com

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Penei Sewell: Der agile Left Tackle mit einer Menge Upside

Es geht weiter mit unserer Prospect-Analyse. Nachdem wir zuvor Receiver und Quarterbacks genauer unter die Lupe genommen haben, betrachten wir diesmal einen Offensive Tackle. Penei Sewell ist einer der größten Talente auf seiner Position und gilt als potenzieller Pick an der achten Stelle.

Physische Daten

  • Größe: 6‘5 (ungefähr 1.98m)
  • Gewicht: 331LBs (ungefähr 147kg)
  • Alter: 20 Jahre

Entwicklung

Geboren in Amerikanisch Samoa zog es ihn mit seiner Familie im Jahre von 11 nach Utah, wo er auch in der Highschool Football spielte. Als Vier-Sterne Recruit (siebtbester Tackle der Klasse) bekam er über 20 Angebote für ein Stipendium. Seine Wahl fiel schließlich auf die Oregon Ducks aus der Power 5 Conference Pac-12.

In Oregon angekommen, spielte er sofort in 2018 als Starter. Nach sieben Spielen war für ihn die Saison aber schon durch eine Knöchelverletzung beendet. Er kam 2019 wieder zurück und spielte eine unglaublich gute Saison. Am Ende war er nicht nur wichtiger Teil des Ducks-Teams, welches das PAC-12 Conference Finale gewann, sondern erhielt als Auszeichnung für seine Leistung zudem noch die Outland Trophy, den Preis für den besten Liner der gesamten College Saison. Sewell wurde in dieser Saison gerade einmal 19 Jahre alt. Nach dieser starken Saison entschied er aufgrund der Corona-Pandemie kein Risiko mehr einzugehen und verzichtete auf sein Junior-Jahr.

Stärken

Als Sieger der Outland Trophy sollte man generell breit aufgestellt sein, aber bei Sewell fällt besonders das Blocking im Laufspiel auf. Dort konnte er viele Highlight-Blocks setzen. Er ist einerseits für seine Größe sehr agil und athletisch, kann aber auch seine Kraft ausnutzen. Bei seinen Blocks hat er immer einen tiefen Schwerpunkt, was ihn in bessere Positionen bringt und oft dazu führt, dass eine Running-Lane durch ihn geöffnet wird. Auffällig sind auch Plays, bei denen er über das Feld ins zweite Level laufen muss. Auch hier gab es eine Menge an Highlights zu beobachten.

 

Schwäche

Von einer Schwäche zu sprechen ist zwar schon vermessen, aber in der Pass Protection gab es nicht ganz so viele Highlights von ihm wie im Laufspiel. Seine Technik ist vielleicht noch nicht ganz so ausgereift wie von anderen Top-Propects auf dieser Position. Es gab in seiner College-Karriere Snaps, bei denen die Platzierung seiner Hände und auch die Fußarbeit während eines Pass-Protection Snaps nicht perfekt war. Auch der Oberköper war dann nicht immer in der besten Position. Die Entwicklung wird in der NFL spannend zu beobachten sein. Im Super-Jahr 2019 in der PAC-12 gab es dadurch so gut wie keine Probleme. Nur sieben zugelassene Pressures und kein zugelassener Sack sprechen für sich. Zwar ist die PAC-12 eine Power-5 Conference, doch die Stärke der Spieler ist dort nicht so gut wie in der SEC oder in der Big 10. In der NFL könnte er dadurch gerade am Anfang und ohne Hilfe ein paar Probleme haben.

Seine Armlänge beträgt zudem nur 33,25 Inches. Damit würde er im unteren 14%-Bereich in der NFL liegen, was die Position OT betrifft. Dadurch kann es besonders in der Pass-Protection zu Problemen kommen, wenn der Edge-Rusher von außen kommt. Andererseits gibt es auch genügend Elite-Tackle, die ein ähnliches Defizit haben und durch gute Athletik diesen Nachteil ausgleichen konnten (Joe Thomas, David Bakhtiari oder Jason Peters zum Beispiel).

Fazit

Auch wenn Sewell in einigen Bereichen noch ein bisschen roh sein könnte, gilt er als das vielleicht beste Tackle-Prospect der letzten Jahre. Schon im Alter von 19 Jahren hat er in einer Power-5 Conference seine Gegner dominiert. Das ist ein extrem gutes Zeichen. Auch eine Steigerung war bei ihm zu beobachten. Zwar hatte er kein schlechtes Freshman-Jahr, doch als Sophomore war er der beste Tackle des Landes im College Football. Gerade in der NFL ist bei der Entwicklung eines Offensive Tackles immer wieder zu beobachten, dass er sich immer weiterentwickelt, besonders in den ersten drei Jahren. Das könnte man auch von Sewell erwarten.

Optimal wäre für ihn wohl ein Scheme, in dem er seine Stärke im Laufspiel zeigen könnte (Beispiele wären die 49ers oder die Browns). Das sollte aber nicht dazu führen, dass ein Team wie die Panthers mit Problemen auf der Position ihn deswegen nicht nimmt. Zwar bleibt sein Spiel in der Pass Protection zu beobachten, aber dieses war bisher keineswegs ein Problem und es ist durchaus möglich, dass er kleine Unsicherheiten auch mit der Zeit abstellen wird. Dass er in drei Jahren zu den absolut besten Tackles in der NFL gehört, ist auf jeden Fall möglich. Ein hoher Pick wäre so gesehen gerechtfertigt. Andererseits könnte er auch ohne Probleme nach innen auf die Guard-Position gestellt werden. Dort würde er den schnellen und extrem athletischen Edge Rushern weniger begegnen. Es besteht bei ihm somit weniger Gefahr, dass er absolut nichts reißen wird in der NFL (ausgenommen sind natürlich Verletzungen).

 

Quelle: nfl.com   pff.com   goducks.com   thedraftnetwork.com

Bildquelle: nbc.com

 

Trotz Darnold-Trade: Panthers picken Quarterback an Stelle 8 und bedienen viele Needs

Der 2021 Draft steht vor der Tür und auch wir machen uns Gedanken über mögliche neue Spieler für die Panthers.

Insofern gibt es auch von uns einen Mock Draft in dem wir unsere Einschätzungen über mögliche Draftpicks präsentieren. In dem folgenden Mock Draft wird erstmal ohne Trades prognostiziert.

1. Runde 8. Pick

Trey Lance, QB, North Dakota State

Bei diesem Draft-Verlauf werden mit den ersten vier Picks bereits vier Quaterbacks ausgewählt und da die 49ers sich für Mac Jones entscheiden, fällt den Panthers Trey Lance in den Schoß. Somit wird trotz des Trades für Sam Darnold noch ein Quaterback in den Top 10 gedraftet. Da Lance jedoch der „roheste“ Quaterback ist, kann er somit erstmal lernen und muss nicht direkt in der NFL starten. Trotzdem ist er ein außergewöhnlicher Athlet und bringt das vielleicht größte Potential aller Quaterbacks in diesem Draft mit. Wahrscheinlich gibt es mit diesem Pick dann drei mögliche Szenarien:

  1. Darnold bestätigt, dass er nicht NFL-tauglich ist und setzt die Saison in den Sand. Somit übernimmt in der nächsten Saison Lance und die Panthers haben wieder einen Top 10 Pick um ihm Unterstützung zur Seite zu stellen.
  2. Darnold spielt eine ordentliche Saison und die Panthers können ihn nach der Saison traden. Lance übernimmt dann ebenfalls nach einem Jahr lernen.
  3. Darnold macht einen unglaublichen Leistungssprung und spielt auf All-Pro Level und die Panthers stehen mit einem 24 Jährigen All-Pro und einem 21-Jährigen Top 10 Pick auf der Quaterbackposition da.

In jedem Fall könnte man Lance erstmal Zeit geben, von den Coaches und Darnold zu lernen, bis er bereit ist zu spielen. Außerdem ähnelt Trey Lance, von den reinen physischen Aspekten her, eher Sam Darnold als Teddy Bridgewater. Somit sind die Mitspieler dann schon einen ähnlichen Spielstil auf der QB-Position gewohnt und die Umstellung auf Lance ist nicht so groß. Wir gehen davon aus, dass Lance ein besserer Spieler werden kann als Darnold. Jedoch braucht er noch etwas Zeit, die ihm dann gegeben werden kann. Wenn Lance bis an Pick 8 fällt, sollten die Panthers zuschlagen.

2. Runde 7. Pick (39 Ovr)

Dillon Radunz, OT, North Dakota State

Auch mit dem zweiten Pick adressieren die Panthers wieder die offensive Seite des Balles. Eine der größten Baustellen ist seit fast einem Jahrzehnt die Position des Left Tackle. Mit Radunz kann diese Lücke endlich gestopft werden. Er ist ein athletischer Left Tackle, der bereits zwei Saisons im College gestartet hat. Aufgrund seiner physischen Eigenschaften kann er auch als Guard eingesetzt werden, falls er zu Beginn noch nicht für die Tackleposition bereit ist. Im College war er vor allem im Runblocking eine richtige Dampfwalze und hat dort seine Gegner dominiert. Dies lag jedoch auch ein wenig an den zweitklassigen Gegnern.

Aber auch im Passblocking ist er schon sehr weit und hat in seiner letzten kompletten Saison keinen Sack zugelassen. Zudem hat er beim Senior Bowl gezeigt, dass er auch im 1:1 die besten Collegespieler dominieren kann. Die Panthers haben also aus nächster Nähe gesehen was er für Qualitäten mitbringt. Für einen jungen Quaterback ist es auch enorm wichtig, einen guten Left Tackle zu haben, der ihm den Rücken freihält. Insofern geben die Panthers dem in der ersten Runde gepickten Franchise Quaterback seinen College-Left Tackle, den er schon sehr gut kennt.

Fun Fact: Radunz hat in seiner gesamten Collegekarriere kein (!) Spiel verloren. In einem Interview beim Senior Bowl hat er auch gesagt, dass er das gar nicht mehr kennt und alles gewinnen will. Er bringt somit auch eine Siegermentalität mit, die für Rhule auch sehr wichtig ist.

3. Runde 9. Pick (73 Ovr)

Tyson Campbell, CB, Georgia

In der dritten Runde fällt jetzt mit Campbell ein Cornerback zu den Panthers, der schon in Woche 1 starten kann. Die Secondary ist neben der Offensive Line die größte Baustelle im Kader der Panthers. Campbell ist ein junger Corner, der perfekt in das Anforderungsprofil der Panthers passt. Er bringt die passende Größe (6’2“=1,88) und Geschwindigkeit (10,39s auf 100m) für einen Cover 3 Cornerback mit. Zusätzlich ist er auch sehr beweglich und schafft es, auf die Bewegungen des Receivers blitzschnell zu reagieren. Auf dem College hat er sowohl Mann gegen Mann als auch in der Zone verteidigt. Folglich ist er ein Scheme unabhängiger Outside-Cornerback, der auf der anderen Seite von Donte Jackson die großen Receiver covern kann.

Die Fragezeichen, oder auch der Grund warum er trotz der perfekten Anlagen nicht als First-Round-Pick gehandelt wird, sind vor allem, dass er selten Plays macht. Trotz guter Coverskills reagiert er oft zu spät oder falsch wenn der Ball in der Luft ist. Dies macht sich auch in seiner Statistik bemerkbar, so hat er in drei College Saisons lediglich eine Interception und 11 Pass-Breakups erzielt.

4. Runde 8. Pick (113 Ovr)

Jaylen Twyman, DT, Pittsburgh

Scott Fitterers Aussage, dass man die Lines und die Cornerbackposition verstärken möchte, passt auch zu diesem Pick. Durch die Auswahl eines Defensive Tackles wird nun auch die Interior Defensive Line verstärkt, wo den Panthers vor allem auch die Tiefe fehlt. Twyman ist ein etwas kleiner (6“2“ =1,88m) DT, der seine Stärken vor allem durch seine Explosivität im Pass-Rush hat. Dies sieht man auch in den Statistiken der letzen Saison: 41 Tackles, 12 for loss und 10,5 Sacks (meisten im Team).

Durch die fehlende Größe hat er in der Laufverteidigung und vor allem auch wenn er gedoppelt wird Probleme. Seine ideale Rolle in der NFL wäre als 3-Technique neben einem dominanten Defensive Tackle, wo er seine Stärken als Pass-Rusher und Gap-Shooter ausspielen kann. Somit ist er ein idealer Partner für Brown und würde den Interior Pass-Rush deutlich verbessern.

Fun Fact: Der letzte Defensive Tackle, der Pittsburgh in Sacks angeführt hat, ist auch ein für die Position kleiner Spieler. Sein Name? Aaron Donald.

5. Runde 7. Pick (151 Ovr)

Kary Vincent Jr, CB/S, LSU

Einer meiner persönlichen Lieblingsspieler in dem 2021 Draft fällt dann in der fünften Runde zu den Panthers. Mit seinen physischen Attributen und der Flexibilität passt er perfekt in die Spielidee von Matt Rhule. Er bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit (10,07s auf 100m!) und Beweglichkeit mit, die auch auf dem Platz zu sehen ist. Zusätzlich kann er sowohl als Slot-Cornerback als auch als Free Safety eingesetzt werden. Durch seine Athletik kann man diese Positionen sogar komplett vermischen. Das heißt, er stellt sich im Slot oder sogar direkt an der Line auf und hat trotzdem keine Probleme mit seiner Geschwindigkeit noch die tiefe Zone abzudecken. Auch umgekehrt ist dies möglich, erst tief aufgestellt um dann eine kurze Zone zu spielen.

Er erfüllt somit das Anforderungsprofil von Phil Snow, der die Spieler je nach Situation herumschieben möchte. Darüberhinaus zeigt er mit teilweise spektakulären Interceptions, dass er auch sehr gute „Ball-Skills besitzt.

Die Schwachpunkte bei ihm sind zum einen seine geringe Größe (5’10“=1,78m) und seine Schmächtigkeit, womit er gegen große und physischere Gegner Probleme bekommt. Außerdem verlässt er sich zu oft auf seine Geschwindigkeit anstatt auf die Technik. Hinzu kommt sein Hang zum „gambeln“ auf das Big Play. In seinen Ansätzen erinnert er an Donte Jackson als dieser aus dem College kam.

6. Runde 9. Pick (193 Ovr)

Jaelon Darden, WR, North Texas

Darden ist ein Spieler, der für die meisten eher unter dem Radar fliegt. Dies liegt zum einen daran, dass er auf einem sehr kleinen College spielt, zum anderen daran, dass er sehr klein (5’9“ = 1,75) und eher dünn ist (170lbs=77kg). Er ist jedoch genau der Spielertyp, der den Panthers nach dem Abgang von Curtis Samuel fehlt: ein schneller, enorm beweglicher Slot Receiver mit extrem guten Fähigkeiten nach dem Catch.

Sobald er auf dem College auch nur ein bisschen Platz bekommen hat, war er nicht zu verteidigen. Seine Explosivität mit dem Ball in der Hand gehört zu den besten dieser Draftklasse und es macht einfach Spaß ihm zuzusehen. Mit seinem Spielstil passt er sehr gut in die Offense von Brady, der seinen Receivern mit seinem Scheme Platz verschafft und ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzt.

Aufgrund seiner Statur wird er zwar vermutlich nur im Slot oder bei End-Arounds agieren, da er gegen große, starke Outside Cornerbacks Probleme hat. Jedoch ist er auch ein guter Punt- sowie Kick-Returner und kann dort von Beginn an den Panthers helfen, da sie ihren Returner in der Free Agency verloren haben.

Fun Fact: Im Interview wurde er auf seinen Spielstil angesprochen und hat gesagt: „Making someone miss is like waking up in the morning and brushing my teeth… I gotta do it everyday“. Bedeutet übersetzt so viel wie, jemanden aussteigen zu lassen ist wie morgens aufzuwachen und die Zähne zu putzen, er mache es jeden Tag.

6. Runde 38. Pick (222 Ovr)

Garret Wallow, LB, TCU

Mit dem letzten Pick im 2021 Draft geht es dann nochmal auf die defensive Seite des Balles und auch zum Schluss gibt es nochmal ein spannendes „Prospect“. Da spät im Draft selten Spieler gefunden werden, die direkt an Tag 1 starten können, kann man auch hier einen Spieler wählen, der sich aber zu einem Starter entwickeln kann.

Wallow ist ein sehr interessanter Spielertyp, der von den Grundlagen ebenfalls perfekt in das Anforderungsprofil von Snow passt. Er ist zwar als Linebacker gelistet, jedoch hat er seine Collegekarriere als Safety begonnen. Diese Erfahrung sieht man auch in Coverage, da er sowohl in Mann- als auch in Zonenverteidigung eine gute Figur macht. Er bringt eine gute Geschwindigkeit mit (4,65s auf 40 Yards) um „sideline-to-sideline“ zu verteidigen. Seine Flexibilität sieht man auch in seinem Spiel, da er alle drei Offball-Linebackerpositionen (Strong-,Weakside und Middle) ohne große Probleme ausgeübt hat.

Die Probleme bei ihm liegen eher darin, dass er noch relativ „neu“ auf der Position ist und noch lernen muss, gerade was die Laufverteidigung anbelangt. Bei den Panthers könnte er es zu Beginn über das Special-Team und als Rotationsspieler in den Kader schaffen. Durch seine Athletik und Vielseitigkeit gibt es auch bei ihm eine Menge Potential. Zusätzlich gibt es wohl kaum etwas besseres, als seine Position in Videostunden mit Luke Kuechly zu lernen.

Fazit:

Mit diesen sieben Spieler könnten die Panthers ihren Kader auf wichtigen Positionen, die zum Teil auch die größten Needs sind, verstärken ohne sonderlich von der Draftstrategie „Best Player Available“ (den besten verfügbaren Spieler zu nehmen, egal auf welcher Position) abzurücken.

 

 

Bilderquellen:

www.thegamehaus.com

www.si.com

www.pittsburghpanthers.com

www.tcu360.com

www.mtstandard.com

www.rproud.com

 

Quellen:

www.profootballnetwork.com

www.nfl.com

www.thedraftnetwork.com

www.nflgamepass.com

www.youtube.com