Mit den Playoffs vor Augen zur Niederlage – Panthers unterliegen Saints
Was war das für eine große Chance? Seit 2017 war die Möglichkeit auf einen Playoff-Einzug der Carolina Panthers nicht mehr so groß. Ein Sieg gegen die New Orleans Saints sowie ein weiterer Sieg aus den beiden Spielen gegen die Tampa Bay Buccaneers hätte gereicht. Leider konnte bereits der erste Teil nicht erfüllt werden. Gegen New Orleans mussten die Panthers eine herbe 17-20 Niederlage einstecken. Nun müssen beide Spiele gegen Tampa Bay gewonnen werden, falls das Ticket für die Playoffs gebucht werden soll.
Eine Offense mit zwei Gesichtern
Gleich mit dem ersten Drive schafften es die Panthers, einen Touchdown zu erzielen. Rico Dowdle lief den Ball von der 2-Yardlinie in die Endzone. Im weiteren Spielverlauf wurde es dann aber zäh.
Eine große Schwachstelle war die Performance auf Early Down. Besonders das Running Game funktionierte nicht. Auf First und Second Down hatten die Panthers eine Erfolgsquote von schwachen 33% (Erfolgsquote auf Late Down: 43%). Insgesamt erzielte Chuba Hubbard bei seinen acht Läufen einen Schnitt von nur 3,6 Yards pro Lauf, bei Rico Dowdle waren es derweil bei 16 Läufen sogar nur 3,1 Yards.
Viele Runs wurden auf 2&lang gecallt. Das brachte wenig Erfolg und führte die Panthers immer wieder in schwierige dritte Versuche. Das Passing Game sah zudem auch nicht besser aus. Hier lag die Erfolgsquote auf Early Down sogar nur bei 27% (Erfolgsquote auf Late Down: 60%).
Bryce Young hält das Team am Leben
Der einzige Grund, dass die Panthers so lange im Spiel waren und sogar die meiste Zeit in Führung lagen, war die Performance ihres Quarterbacks. Immer wieder musste Young auf Third Down kreieren. Er wirkte in der Pocket sehr sicher und verstand es gut, wann er die Pocket verlassen musste, um außerhalb der Struktur ein Play aufzulegen.
Die beste Connection hatte der junge Quarterback diesmal wie zuletzt auch mit Jalen Coker. Das Highlight war sicherlich zu Beginn der zweiten Halbzeit der Touchdown nach einer Sluggo-Route für 32 Yards.
Im Gegensatz zur ersten Begegnung gegen die Saints funktionierte diesmal das tiefe Passspiel. Durch die Sicherheit traute sich Young mehr zu und brachte 5 von 9 Pässen über 10 Yards an und erzielte dabei 126 Yards. Zusätzlich kamen noch 49 Yards aus Scrambeln hinzu. Immer wieder stand der junge Quarterback vor einer großen Aufgabe auf Third Down, doch zumindest in den ersten drei Quartern hielt er die Panthers im Spiel.
Schwierige Umstände bremsen die Panthers
Zwar lagen die Panthers den Großteil des Spiels in Führung, doch wirklich kontrollieren konnten sie die Partie nie. Neben des schwachen Running Games machte besonders LT Ickey Ekwonu gegen Saints Edge Rusher Chase Young keinen guten Eindruck. Je länger die Partie dauerte, desto mehr wurde Ekwonu von seinem Gegner dominiert. Am Ende ließ er nicht nur im letzten Panthers-Drive des Spiels einen Sack zu, sondern verursachte zuvor im Spielverlauf noch einen Hit und drei QB Hurrys.
Sein sonst so sicherer Nebenmann Taylor Moton wirkte auch nicht wie gewohnt auf der Höhe. Er bekam es hauptsächlich mit Carl Granderson zu tun und musste neben einem Hit auf drei weitere QB Hurrys zulassen.
Es war aber nicht nur die OLine, die die Panthers bremste. Ein großes Problem waren die Flaggen. Insgesamt erhielt Carolina 11 Penalties und kassierte deswegen 103 Yards an Strafe. Zwar sah es auf Seiten der Saints unwesentlich besser aus, doch hatten die vielen Flaggen sicherlich einen großen Anteil an der Niederlage. Die Third Downs wurden noch länger und die Drives der Saints dramatisch erleichtert.
Die Defense wird düpiert
Ähnlich wie die Panthers hatten auch die Saints keinen großen Erfolg am Boden. Im Gegensatz dazu schafften sie es aber über das Passing Game immer wieder neue First Downs zu erzielen. Die Passing-Erfolgsquote auf Early Down der Saints lag bei 61%. Das Screen-Game funktionierte vorzüglich und stand Tyler Shough auf Third Down doch mal in der Verantwortung, wusste er zu überzeugen.
Besonders die Schnittstellen zwischen den Linebackern Christian Rozeboom und Trevin Wallace mit dem Safety Tre‘von Moehrig waren ein beliebtes Ziel der Saints. Die Problematik mit der Coverage über die Mitte war bereits zu Beginn der Saison ein großes Thema bei den Panthers, jedoch wirkte Carolina zuletzt allerdings stabiler. Gegen New Orleans sah es nun wieder aus wie zu Beginn.
Zudem kam es im vierten Quarter zum Chris Olave-Drive. Beim Stand von 17-10 bekamen die Saints nochmal den Ball und benötigten einen Touchdown. Viermal ging der Ball in Richtung des Receivers und jedes Mal erzielte er ein neues First Down bzw. am Ende den 12-Yard-Touchdown. Zweimal gab dabei Jaycee Horn kein gutes Bild ab. Am Ende war es auch er, der in Man-Coverage den Touchdown gegen sich zuließ.
Kein Druck auf den Quarterback
Ein viel größeres Problem war aber wiedermal der Pass Rush. Die Panthers schaffen es diese Saison nicht, Druck auf den Quarterback auszuüben. Besonders die Edge Rusher sind dabei die wahrscheinlich größte Schwäche des kompletten Kaders (während der vor der Saison abgegebene Jadeveon Clowney bei den Cowboys die neuntbeste Win-Rate der Liga aller Edge Rusher erzielt, schafft es bei den Panthers kein Edge Rusher unter die Top 75).
Immerhin konnte Backup Trevis Gipson mit einem Sack und einem QB Hurry auf sich aufmerksam machen. Daneben kam aber kein Edge Rusher mehr zum Zuge. Nic Scourton konnte immerhin einen Clean-Up-Sack im zweiten Quarter erzielen und dazu ein weiteres Mal Tyler Shough unter Druck setzen. Ansonsten gewann er kein weiteres Duell gegen Saints-OT Taliese Fuaga.
Und Scourton war dabei noch die Speerspitze der Panthers Edge Rusher Gruppe. Princley Umanmielen und DJ Wonnum schafften es in dieser Partie, in allen ihrer Snaps dominiert zu werden. Sie verloren wirklich jedes einzelne ihrer Pass-Rush-Duelle.
Schlüsselmoment im vierten Quarter ändert den Spielverlauf
Auch wenn die Panthers sich sehr schwer gegen die Saints taten, lagen sie lange Zeit in Führung. 12 Minuten vor Ende hätte das Team von HC Dave Canales das Spiel vielleicht sogar entscheiden können. Beim Stand von 17-10 bekam die Offense wieder den Ball. Ein Touchdown hätte eine komfortable 14-Punkte Führung eingebracht.
Nach einer verlorenen Challenge kam es dann aber zum 4&1 an der gegnerischen 35. Ein Field Goal würde die Saints wohl noch im Spiel halten und so ging Canales bei den wenigen Yards für das neue First Down für den vierten Versuch.
Das Problem war allerdings sein kleiner Quarterback. Carolina setzt diese Saison generell nicht auf den QB Sneak und hat für Bryce Young auch keinen Ersatzspieler, der dieses Play für ihn ausführen kann (beispielsweise setzen die Seattle Seahawks in diesen Situationen ihren TE AJ Barner als QB für den Sneak ein).
Es kam wie es kommen musste. Direkt beim Snap ging eine Lücke hinter RG Austin Corbett auf. Chuba Hubbard musste aber erstmal noch die Yards zur Line of Scrimmage zurücklaufen. In diesem kleinen Moment schaffte es aber Saints DB Jordan Howden diese Lücke wieder zu schließen und Chuba Hubbard zu stoppen.
Danach konnten die Panthers sich nicht mehr aufrichten. Besonders die Pass Protection brach im weiteren Spielverlauf immer weiter zusammen und so zogen die Saints nicht nur gleich, sondern konnten mit ihrem letzten Play das Game-Winning FG erzielen. Diesem ging natürlich eine weitere dumme 15 Yards-Strafe gegen Lathan Ransom voraus.
Wie fällt das Fazit aus?
Das Spiel gegen die Saints war eine große Chance im Playoffrennen. New Orleans war an diesem Tag aber leider wirklich zu gut. Sicherlich hatten die Panthers mehrere Chancen das Spiel zu gewinnen und machten einige ärgerliche Fehler. Am Ende der Partie hat aber trotzdem die bessere Mannschaft gewonnen.
Für die Playoffs sieht es nun schwieriger aus. Laut ESPN haben die Panthers nun eine Chance von 25%. Der wahrscheinlichste Weg in die Playoffs wären wohl zwei Siege gegen die Buccaneers. Diese verloren wie die Panthers auch zuletzt gegen die Saints. Besonders Quarterback Baker Mayfield hat bisher eine Seuchensaison erwischt. Allerdings hat er mit WR Mike Evans einen wichtigen Receiver zurück. Bereits im letzten Spiel zeigten die beiden eine gute Connection zusammen.
Die Tampa Bay Buccaneers sind leistungstechnisch im freien Fall. Neben der schlechten Performance ihres Quarterbacks ist auch die Defense inzwischen eine weitere Schwachstelle. Besonders die Linebacker um Lavonte David sind dieses Jahr nicht auf NFL-Niveau. Hier wird es auf jeden Fall eine Chance für Bryce Young und die Offense geben diese Schwachstellen zu attackieren und gerade auf Early Down wieder erfolgreicher zu agieren.
Eine Niederlage im nächsten Spiel würde die Playoffchance der Panthers dramatisch minimieren, wenngleich Carolina theoretisch noch weiterhin die Chance hätte die Division zu gewinnen. Der einfachste Weg wäre aber sicherlich ein Sieg, der gegen die schwächelnden Buccaneers durchaus möglich sein sollte.










