Season Review Teil 2: Defense

Die Saison 2020/2021 steht nun in den Geschichtsbüchern. Wir wollen einen kleinen Blick auf die Leistung unserer Defense in der vergangenen Spielzeit werfen. Wie gut konnte sich die junge Defense schlagen, nachdem einige Spieler das Schiff verließen und der Coaching Staff ausgetauscht wurde?

Einige Statistiken zum Anfang: Die Panthers führen die NFL mit den meisten Fumble Recoveries (15) an und sind damit das siebtbeste Team in der Geschichte. Leider gab es auch einige Negativ-Rekorde zu verzeichnen. Zum Beispiel setzte das Team einen neuen negativen Franchise-Rekord mit der schlechtesten Third-Down-Percentage (49,2) und den wenigsten Interceptions (7).

Um sich einen Überblick über die Leistung zu verschaffen, hier ein kleiner Ausschnitt der Statistiken, welcher zeigt, auf welchem Platz wir im Vergleich mit den anderen Teams stehen:

Wie zu sehen ist, befinden wir uns statistisch gesehen im unteren Mittelfeld der Liga. Aber die Saison nur nach Statistiken zu bewerten tut der jungen Mannschaft Unrecht. Man hatte zwar den Großteil der Saison zu kämpfen, jedoch konnte man sich gegen Ende der Spielzeit deutlich stabilisieren. Getreu nach Motto: Aller Anfang ist schwer. Das gilt gerade für eine in allen Teilen unerfahrene Defense. Hinzu kam, dass aufgrund der Covid-Pandemie keine richtige Offseason möglich war. Die Spieler konnten sich nicht einspielen und die Abläufe konnten nicht optimiert werden. Also war jedem klar, dass es ein schwerer Start für die Defense wird.

Phil Snow übernimmt das Ruder in der Defense

Der neue Defense Coordinator Phil Snow hat immer wieder versucht, die Formation auf den Gegner anzupassen. Spielte er meist eine Cover-3-Zonenverteidigung (40%), so stellte er zum Beispiel gegen die Green Bay Packers auf eine 3-3-5 „College“-Formation um. In den ersten drei Drives kassierte man zwar drei Touchdowns, jedoch konnte man nach der Umstellung Aaron Rodgers bei nur 44 Passing-Yards in der zweiten Halbzeit halten.

Snow ist ein Fan von Spielern wie z.B. Brian Burns oder Jeremy Chinn, die in der Defense sehr variabel einsetzbar sind. Sollte er mehr Zeit in der Offeseason haben, um noch mehr Formationen einzustudieren, so werden wir in Zukunft eine noch flexiblere Defense sehen. Das Ziel von Snow ist es, dass die Defense einen guten Rush mit vier Spielern schafft und dann die Coverage mit sieben Spielern abdeckt.

Leistungsträger kristallisierten sich langsam heraus

Als konstante Kraft in der Defense ist eindeutig  Brian Burns zu benennen. Er beendete die Saison mit 9 Sacks, 3 Forced Fumbles und unzähligen Pressures und QB Hits. Er gehört bereits zum erweiterten Kreis der besten Edge-Rusher und könnte im nächsten Jahr den Schritt zu den allerbesten der NFL machen.

Mit den Wochen wurde die Defense sattelfester, sodass den Panthers in Woche 11 dann ihre beste Saison-Leistung bei dem 20:0 Sieg über die Detroit Lions gelang. Über die gesamte Partie ließ man nur 185 Yards zu. In genau diesem Spiel wurde Tahir Whitehead durch den jüngeren und schnelleren Jermaine Carter ersetzt. Seit dieser Beförderung von Carter zum Starter begann die Defense deutlich besser zu spielen.

Auch unser Erstrundenpick Derrick Brown begann konstanter zu spielen. Immer besser kam er durch die gegnerische O-Line und konnte am Ende der Saison 2 Sacks und 8 Tackles for Loss verzeichnen.

Der nächste große Lichtblick der Defense war Jeremy Chinn. Er war auf dem ganzen Feld zu finden, hatte am Ende 117 Tackles und ist besonders durch seine zwei TDs im Spiel gegen die Vikings aufgefallen.

Gut Ding will Weile haben

Man merkte, dass die Defense sich immer weiter steigerte. Haben die Panthers am Anfang der Saison durchschnittlich 133,4 Rushing Yards zugelassen, so waren es in den letzten zehn Spielen nur noch 111,3. In den ersten fünf Spielen ließ die Defense die gleiche Anzahl an Rushing Touchdowns (acht) wie in den letzten zehn Spielen zu. Auch die oben bereits erwähnte, schwache Third-Down-Percentage war in den ersten sieben Spielen noch bei 56,3 %. Diese konnte dann später auf 43,9% gedrückt werden. Diese Zahlen lassen darauf hoffen, dass die Zahnrädchen auch über die Saison hinaus immer besser ineinandergreifen. Zudem muss bei allen Statistiken beachtet werden, dass die Panthers gegen viele High-Scoring-Offenses spielen mussten.

Eine Übersicht welche Defense-Formationen unser Defense-Coordinator gerne spielen lässt, findet ihr auf unserer Webseite unter dem Titel “Phil Snow: Der neue Defense-Coordinator bei den Panthers“. Dort sind die einzelnen Formationen nochmals aufgezählt und ihr findet zu jeder davon eine kleine Erläuterung.


Ausblick auf die Saison 2021 / 2022

Passing-Defense

Auf der Safety-Position gab es mit der Entlassung von Tre Boston eine große Überraschung für viele Fans. Boston spielte eine solide Saison, welche er mit einem Karrierehöchstwert von 95 Tackles abschloss. Hierzu kamen noch ein Sack, eine Interception und zwei Fumble Recoveries. Jedoch passt Boston mit seiner eindimensionalen Spielweise nicht unbedingt in das Anforderungsprofil von Phil Snow.

Weiterhin stellen aktuell die Cornerback – und die Linebacker – Positionen das größte Problem der Passing-Defense dar. Donte Jackson ist ein guter Starter, aber Carolina muss sich unbedingt einen guten zweiten Cornerback zulegen. Zudem sind Rasul Douglas und Corn Elder beide Free Agents. Eine Reihe weiter vorn haben die Panthers mit DE Brian Burns, DE Yetur Gross-Matos und DT Derrick Brown sehr gute Pass Rusher, die sich in den nächsten Jahren prächtig entwickeln sollten. Nächstes könnte es einen deutlichen Anstieg in der Sacks-Statistik geben.

Rushing-Defense

Die Linebacker-Position war dieses Jahr bei den Panthers nicht gut besetzt. Shaq Thompson spielte eine solide Saison, jedoch stand kaum gutes Personal für die Posten neben ihm zur Verfügung. Vor allem der zunächst als Starter verpflichtete Tahir Whitehead enttäuschte auf ganzer Linie. Folglich wurde er durch Jermaine Carter ersetzt, der noch etwas Erfahrung benötigt, aber gute Ansätze zeigte. Die Interior Defensive Line ist mit DT Derrick Brown, DT Kawann Short und NT Zach Kerr ausgestattet. Short wurde bereits von den Panthers entlassen. Hier wird es wichtig sein, einen guten Nachfolger zu finden. Gerüchteweise möchte man ihn für weniger Geld zurückholen. Dies bleibt abzuwarten.


Fazit

Unter Phil Snow sind die Panthers noch immer dabei herauszufinden, was in der NFL funktioniert und was nicht. Die Drei-Safety-Verteidigung aus der letzten Saison war angesichts des jungen Teams und den wenigen Möglichkeiten in der Offseason zu trainieren, in Ordnung und sollte die nächste Saison nochmals besser werden. Wo sich ein Spieler wie Jeremy Chinn aufstellen wird und wie sehr die Panthers an der Cover-3-Zonenverteidigung festhalten (letztes Jahr waren wir das Team mit der höchsten Cover-3-Rate mit 40%), wird davon abhängig sein, wer in der Offseason zu uns stoßen wird. Snow sagte, dass es das Ziel ist, mit vier Spielern zu rushen und mit sieben Spielern zu decken. Macht die Defense-Line den nächsten Schritt, sollte dies in der nächsten Saison gut möglich sein. Sollten die Panthers dann zusätzlich einen starting Linebacker und starting Cornerback finden, so könnte uns die Defense in der neuen Saison richtig Spaß machen.

 

Bilder-Quellen: Catscratchreader.com; cdn.vox-cdn.com; Panthers.com

 

Season Review: Teil 1 – Rookies & Free Agents

Im ersten Teil des Saisonrückblicks werfen wir einen Blick auf die Offseason und was sich dort getan hat. Es war im letzten Jahr wahrscheinlich die turbulenteste Offseason in der Franchise-Geschichte, was sowohl den Coaching Tree als auch die Veränderungen des Roster angeht. Zu Beginn der letzten Offseason stand die Free Agency und da hat sich schon eine Menge getan. Im Folgenden werden die Free Agent-Signings und unsere Rookies genauer unter die Lupe genommen. Anschließend wird eine persönliche Einschätzung in Form von Schulnoten abgegeben.

Free Agency

In der Free Agency wurde der Kader der Panthers stark verändert. Mit vielen alten Spielern wurde nicht verlängert und andere Akteure wurden frühzeitig entlassen. Nicht zu vergessen das Retirement von Luke Kuechly, welches aus heiterem Himmel kam. Natürlich wurden aber auch neue Spieler verpflichtet. Nach ihrem ersten (bei manchen evtl. gleichzeitig dem letzten) Jahr evaluieren wir nun die Neuzugänge und prüfen, wessen Verpflichtung sich gelohnt hat.

QB Teddy Bridgewater, Dreijahresvertrag über 63 Millionen

Teddy sollte die Nachfolge vom Cam Newton antreten, nachdem dieser in der letzten Offseason entlassen wurde. Dies gelang ihm nicht. Selten zeigte er sehr gute Ansätze, zum Beispiel im Spiel gegen Arizona, und man konnte sehen, warum er letztes Jahr in der Abwesenheit von Drew Brees fünf Siege für die Saints holen konnte.

Im Laufe der Saison wurden jedoch auch genau die Aspekte sichtbar, weshalb die Verpflichtung auch Kritik bekam. Wenn das Spiel läuft zeigt Teddy, dass er ein guter Game Manager ist. Er macht wenige Fehler, verteilt gerade mit seinem sehr genauen Kurzpassspiel den Ball gut und hält die Offense am Laufen. Leider läuft eine Offense nicht immer rund und schnell kamen seine Limitierungen, zum Teil sehr deutlich, zum Vorschein.

Auffällig ist, dass fast alles über das Kurzpassspiel läuft. Wenn er Druck bekam, war er sehr anfällig für Fehler. In acht Spielen lagen die Panthers mit lediglich einem Score zurück und hatten den Ball innerhalb der letzten Zwei Minuten. Allesamt haben die Panthers verloren. Diese Statistik sagt viel über Bridgewater und sein Verhalten in Drucksituationen aus.

Es ist nicht davon auszugehen, dass Teddy die langfristige Lösung ist. Viele Gerüchte um Trades machen bereits die Runde und Owner David Tepper hat Bridgewater auch in keinem Interview den Rücken gestärkt. Wenn keine Leistungsexplosion von ihm kommt, werden die Panthers spätestens im nächsten Jahr einen neuen Starting Quarterback haben.

Vor dem Hintergrund, dass er nicht die erhoffte Langzeitlösung ist und relativ viel Geld gezahlt wurde, sehen wir dieser Verpflichtung mit Skepsis entgegen.

Note: 3-

FS Tre Boston, Dreijahresvertrag über 18 Millionen

Nachdem Boston die letzten drei Jahre immer nur unter einem Jahresvertrag bei verschiedenen Teams gespielt hat, bekam er in der letzten Offseason, nach einer guten Leistung im letzten Jahr, einen längeren Vertrag von den Panthers.

Boston ist ein klassischer Single High Safety, also am besten, wenn er die Tiefe  Zone in der Mitte des Feldes spielen kann und zählte dort in den letzten Jahren zu den besten und konstantesten Spielern. Seine Defizite sind vor allem seine Flexibilität, weshalb auch die meisten Teams Abstand von einer Verpflichtung genommen haben, da er fast ausschließlich tief spielt und in Man Coverage und als Box Safety Probleme hat.

Nachdem er in der Saison 2019 noch einer der besten Safetys in der Passverteidigung war, nur 61% der Pässe in seine Richtung kamen an und er drei Interceptions bei zwei zugelassenen Touchdowns sammelte, machte er in dieser Saison einen Schritt zurück. 67% angekommene Pässe bei nur einer Interception und drei zugelassene Touchdowns stehen zu Buche.

Dieser Rückschritt ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die Panthers in ihrer Defense flexibler agierten und Boston nicht nur tief, sondern auch vermehrt nahe der Line of Scrimmage eingesetzt wurde, was auch in seinen Statistiken deutlich wird. Er sammelte mit 95 Tackles einen Karrierebestwert und wurde 22 Mal als Blitzer eingesetzt (im Vorjahr lediglich zweimal). Auch die durchschnittlich zugelassenen Yards pro angekommenen Pass sanken von 15 Yards auf 9. Man konnte bei ihm merken, dass er sich in seiner neuen Rolle erst einfinden musste, was ihm aber zum Ende der Saison deutlich besser gelang.

Tre ist vor allem für die sehr junge Secondary und junge Defense allgemein ein Leader und mit seiner Erfahrung eine Stütze. Der Vertrag ist für jemanden auf seiner Postionsgruppe gehaltstechnisch im Mittelmaß der Liga anzusiedeln und somit sehr risikofrei.

Wir denken, dass er in der nächsten Saison wieder an seine alten Leistungen anknüpfen wird und zeigt warum er den Vertrag verdient hat.

Note: 2-

DE Stephen Weatherly, Zweijahresvertrag über 12,5 Millionen

Weatherly sollte, nachdem er in den letzten beiden Jahren als DE Nummer 3 bei den Vikings einen ordentlichen Job gemacht hat, die Nachfolge von Mario Addison antreten. Er hatte vor allem in der Laufverteidigung bei den Vikings ein gutes Bild gezeigt und auch für das ein oder andere Big-Play als Pass-Rusher gesorgt. Vor der Saison noch als Starter auserkoren, hatte er schon im Trainigscamp diesen Platz an den Rookie Gross-Matos verloren und rutschte nur aufgrund der Verletzung von diesem wieder in das Starting Line-up.

Bis Woche 9 startete er in jedem Spiel, schaffte es aber nicht auch nur einen Sack zu sammeln. Danach fiel er verletzungsbedingt aus. Insgesamt gelangen ihm lediglich 9 QB Pressures und auch nur ein Tackle for loss. Die Saison war eine große Enttäuschung.

Da die Panthers mehrere junge und vielversprechende DE im Roster haben, die noch unter ihren günstigen Rookieverträgen stehen, ist gut vorstellbar, dass er in der Offseason gecuttet wird. Dies würde lediglich 2 Millionen an Dead Cap verursachen.

Note: 5-

S Juston Burris, Zweijahresvertrag über 8 Millionen

Burris sollte als Safety neben Boston den Job von Eric Reid übernehmen, der zwar in der Laufverteidigung Tackles ohne Ende sammelte, jedoch in der Coverage einer der anfälligsten Safetys der Liga war und somit in der Passverteidigung unbrauchbar.

Ursprünglich war Burris als Cornerback in die NFL gekommen und wurde erst in der letzten Saison auch als Safety eingesetzt, weswegen man also die von Phil Snow gerne gesehene Flexibilität erwarten konnte. Das Fragezeichen bei Burris war jedoch, dass er erst im Laufe der letzten Saison zum Starter wurde, vorher lediglich limitierte Rollen hatte und sogar zweimal gecuttet wurde.

Bei den Panthers wurde er als flexibler Defensiv Back eingesetzt. Im Slot, als tiefer Safety und als Box-Safety erfüllte er seinen Job sehr solide, ohne, bis auf die Endzone-Interception gegen die Falcons, für viele Big Plays zu sorgen. Er verlieh der Secondary Stabilität und spielte eine gute Saison, was für den Preis vollkommen in Ordnung ist und den Erwartungen entsprach.

Note: 2

WR Pharoh Cooper, Einjahresvertrag über 1,2 Millionen

Die Verpflichtung von Cooper sollte endlich Konstanz auf die Returnposition bei den Panthers bringen, nachdem es aufgrund von Fumbleproblemen bei den Panthers ein munteres Wechselspiel auf der Position gab. Zudem sollte er für Tiefe auf der Wide Receiver-Position sorgen.

Cooper wurde von seinen vorherigen Teams haupsächlich als Returner eingesetzt und war dort auch in der Saison 2017 in das All-Pro Team gewählt worden. Auch bei den Panthers füllte er diese Rolle aus und machte dort einen guten Job. Zwar konnte er nicht für viele Big Plays sorgen, jedoch verlor er auch keinen Fumble.

Als Wide Receiver wurde er eher wenig eingesetzt und machte dort auch wenige Plays, was aber auch daran lag, dass die Panthers drei gute Wide Receiver haben und eher selten mit vier Receivern auf dem Platz spielten. Letztendlich war Cooper für den Preis eine solide Verpflichtung.

Note: 2-

 WR Seth Roberts, Einjahresvertrag über 3,75 Millionen

Auch Roberts wurde geholt um die Wide Receiver-Position in der Tiefe zu verstärken und sollte eine große Anspielstation in der Endzone sein, was er mit 15 Touchdowns in seiner Karriere bei nur 183 Reception (ca. jede 12 Reception war ein Touchdown) bereits unter Beweis gestellt hatte.

Er wurde den Ansprüchen nicht gerecht und enttäuschte auf ganzer Linie, sodass er nach gescheiterten Tradeversuchen während der Saison entlassen wurde. Was diese Verpflichtung noch schmerzhafter macht, ist die Tatsache, dass die Panthers ohne diese Verpflichtung einen Compensatory Pick in der sechsten Runde bekommen hätten, der nun wegfällt. Man kann also sagen, die Verpflichtung war ein kompletter Flop.

Note: 6

LB Tahir Whitehead, Einjahresvertrag über 2,5 Millionen

Tahir wurde geholt, um mit seiner Erfahrung von 8 Jahren in der NFL, davon 6 als Starter, das aufgrund des Karriereendes von Luke Kuechly klaffende Loch in der Mitte der Panthers Defense zu schließen. Es war natürlich schon vorher klar, dass er einen Luke Kuechly nicht 1:1 ersetzen kann, jedoch enttäuschte er in allen Belangen. In der Coverage ließ er 83% angekommene Pässe zu, wurde auch immer wieder für Pass Interference-Strafen belangt und auch in der Laufverteidigung, die eigentlich seine Stärke ist, verpasste er regelmäßig Tackles und wurde auf dem falschen Fuß erwischt.

So war es wenig verwunderlich, dass seine Snaps im Laufe der Saison immer weniger wurden und er nach der Mitte der Saison seinen Startplatz verloren hatte. Danach wirkten die Panthers deutlich stabiler und in den letzten Spielen stand er kaum noch auf dem Platz. Auch diese Verpflichtung kann man getrost als Flop abstempeln. Zum Glück war dies kein allzu teures Experiment.

Note: 6

 QB PJ Walker, Zweijahresvertrag über 1,6 Millionen

Wieder die Verpflichtung eines „Rhule-Spielers“, da er auf dem College in Temple unter Rhule gespielt hat. Walker wurde nach sehr guten Leistungen in der XFL verpflichtet, nachdem er vorher in der NFL lediglich auf dem Practice Squad der Colts war und noch keinen Snap in der NFL gesehen hatte. Er sollte mit Will Grier um den Platz als Back-up Quaterback kämpfen und gewann diesen Job.

Nach der Verletzung von Teddy Bridgewater startete er in Woche 11 gegen die Lions zum ersten Mal und führte die Panthers zu einem Shutout-Sieg, bei dem er ansehnliche Leistungen zeigte, aber auch zwei katastrophale Endzone-Interceptions warf. Auch im letzten Spiel der Saison gegen die Saints bekam er noch einmal Spielzeit, war jedoch gegen die starke Defense komplett überfordert und warf drei Interceptions bei lediglich 14 Passversuchen.

Für seine erste NFL Saison zeigte er in Ansätzen, dass er Potential hat, aber nicht NFL bereit ist. Er hat aber das Zeug zu einem guten Back-up und ist sehr kostengünstig.

Note: 3+

OT Russel Okung, Einjahresvertrag über 13 Millionen

Okung kam via Trade von den Chargers, im Gegenzug wurde Trai Turner abgegeben, was für viele Panthers Fans sehr fragwürdig war, da Turner 5 Jahre jünger ist und gerade seinen fünften aufeinanderfolgenden Pro Bowl erreicht hatte. Jedoch ist die Position des Left Tackle in der NFL weitaus wichtiger als die des Guards und die Panthers hatten keinen zuverlässigen Left Tackle mehr seit dem Karriereende von Jordan Gross 2014.

Es bestand somit die Hoffnung, dass Okung nach seiner von Verletzungen geplagten 2019er Saison wieder an die Leistungen anknüpfen könnte, die ihm schon zwei Pro Bowls beschert haben. Leider wurde er auch in dieser Saison immer wieder von Verletzung zurückgeworfen, sodass er lediglich 7 Spiele absolvierte. Wenn er spielte, war er zwar sehr solide und ließ kaum etwas zu, jedoch verpasste er zu viel Zeit um seinem Gehalt gerecht zu werden. Es lässt sich aber noch sagen, dass auch Turner einen Großteil der Saison verletzt fehlte. Man kann also von einem Trade ohne Sieger sprechen. Die Idee war gut, jedoch standen die Vorzeichen wegen der langen Verletzungsmisere denkbar schlecht.

Note: 4

RG John Miller, Einjahresvertrag über 4 Millionen

Da die Panthers in der Free Agency beide Starting Guards der letzten Saison verloren haben, holten sie Miller für einen relativ günstigen Jahresvertrag. Miller kam mit der Erfahrung von bereits 60 NFL Starts bei einem Alter von nur 26 Jahren, weshalb man sich von ihm erhoffte, den getradeten Turner zu ersetzen.

Er spielte in 14 Spielen, die er auch allesamt startete und machte vor allem im Run-Blocking eine gute Figur, ließ aber auch nur 3 Sacks zu und sorgte mit Moton dafür, dass die rechte Seite der Offensive Line der stärkere Teil war. Dass er einen Pro Bowl Guard nicht 1:1 ersetzen konnte war zu erwarten, jedoch war er eine überraschend gute und günstige Verstärkung.

Note: 2-

DT Zach Kerr Zweijahresvertrag über 3 Millionen

Aufgrund der vielen Abgänge in der D-Line wurde Kerr geholt um für Kadertiefe zu sorgen und als Rotationsspieler zu agieren. Nachdem sich jedoch KK Short zu Beginn der Saison verletzte und die Saison für ihn damit beendet war, spielte Kerr eine deutlich größere Rolle als ursprünglich geplant und startete sogar in vier von seinen 13 Saisonspielen.

Diese unerwartete Chance nutze er in allem Maße und lieferte die wahrscheinlich beste Saison seiner Karriere mit 2 Sacks, 12 Quaterback Pressures und keinem verpassten Tackle. Er spielte deutlich besser als erwartet und man kann bei dem niedrigen Preis von einem Free Agency Steal reden.

Note: 1

CB Rasul Douglas, Einjahresvertrag über 0,825 Millionen

Douglas kann man nicht als direkte Free Agency Verpflichtung sehen, da die Panthers ihn erst kurz vor dem ersten Spieltag über den Waiver Wire verpflichtet hatten, nachdem die Eagles ihn kurz zuvor „gewaived“ haben. Er kam somit ohne lange Eingewöhnungszeit bei den Panthers an und überzeugte direkt in seinem ersten Spiel, sodass er zum Starter erklärt wurde.

Mit seiner Größe von 6‘2‘‘ (1,88m) sollte er den Gegenpart des eher kleinen Donte Jackson übernehmen und die großen Wide Receiver der Gegner covern. Gerade die ersten Wochen der Saison spielte er teilweise wie ein Nummer 1 Cornerback und war während der drei Siege am Stück einer der Garanten für die überraschend stabile Defense. Nachdem er aufgrund von einer Corona-Infektion in den Woche 7 und 8 pausieren musste, flachten seine Leistungen etwas ab und er war nicht mehr so stark wie zu Beginn.

Trotzdem spielte er eine sehr stabile Saison und war, vor allem was die geringen Kosten angeht, eine sehr gute Verstärkung für die dünn besetzte Panthers Secondary.

Note: 2

WR Keith Kirkwood, Einjahresvertrag über 0,8 Millionen

Ebenfalls eine Verpflichtung, die für die Kadertiefe gedacht war und zusätzlich noch den Trainerstab kannte, da er eine Saison in Temple unter Rhule spielte und bereits bei den Saints mit Joe Brady zusammenarbeitete. Er sollte eine Redzone-Anspielstation für Teddy Bridgewater sein, mit dem er auch schon bei den Saints gespielt hatte. Seine Saison war von Verletzungen geplagt und er war lediglich in einem Spiel aktiv.

Note: keine

WR Robby Anderson, Zweijahresvertrag über 20 Millionen

Als die Verpflichtung bekannt gegeben wurde, durfte man zu Beginn etwas skeptisch sein, da Anderson in seiner Karriere bei den Jets lediglich als Deep Threat eingesetzt wurde und 10 Millionen im Jahr für einen eindimensionalen Wide Receiver sehr viel Geld ist. Vor allem da Teddy B in seiner Karriere noch nie für seine Armstärke oder tiefen Würfe bekannt war.

Es war also sehr verwunderlich, wieso die Panthers auf einmal viel Geld für einen Wide Receiver in die Hand nahmen, der eigentlich nicht zum Spielstil des Quaterbacks passt, während Cam Newton in seiner Zeit bei den Panthers nie ein vernünftiger Wide Receiver in der Free Agency zur Seite gestellt wurde.

Einer der Punkte bei dieser Verpflichtung war auch wiederum die Vergangenheit von ihm und Matt Rhule, da er unter ihm in Temple spielte und Rhule sich für ihn stark gemacht hat, obwohl er schlechte Noten hatte. Anderson schwärmte außerdem in der letzten Offseason von Rhule als Trainer und sagte bei einem Interview, dass er glaubt, die Panthers würden mit Ruhle in den nächsten Jahren den Super Bowl gewinnen. Dies alles Wochen bevor die Panthers Anderson verpflichteten.

Auch mit Teddy Bridgewater hatte er, wenn auch nur für ein halbes Jahr, bei den Jets zusammengespielt und somit hatte er genügend Verbindungen, dass man auf eine Überraschung hoffen konnte. Diese Überraschung lieferte er in allem Maße und zeigte, dass er bei weitem nicht nur ein Deep Threat ist, sondern auch gute Routen läuft. Er wurde sowohl bei Kurzpässen als auch in mittleren Tiefe eingesetzt, was er zuvor so gut wie nie machte, und lieferte ab:

  • Top 10 in Reception
  • Top 10 in Targets
  • Top 10 in Targets pro Spiel
  • Top 10 in Reception pro Spiel
  • Top 10 in Yards nach dem Catch
  • 1096 Receiving Yards (Platz 15)

In all diesen Kategorien sammelte er seine Karrierebestwerte und zeigte, dass er durchaus ein Nummer 1 Receiver in der NFL sein kann. Vor allem zu Beginn der Saison war er kaum zu verteidigen und war deshalb für einen Großteil der Saison auch in den Top 5 der Receiving Yard Liste. Lediglich zum Ende der Saison hatte er ein paar Spiele, in denen er weniger Yards sammelte, was aber auch teilweise dem Quaterbackspiel geschuldet war.

Anderson war nicht nur die absolute Top-Verpflichtung der Panthers in der letzten Free Agency, sondern wurde auch von Experten als zweitbester Free Agency Neuzugang in der NFL gewertet (nach, wenig verwunderlich, Tom Brady). Es ist also durchaus berechtigt davon zu sprechen, dass die Panthers mit Anderson einen Volltreffer gelandet haben und das einzige Manko ist, dass er nur noch für die nächste Saison unter Vertrag steht und dann deutlich teurer wird.

Note: 1+

Die Gesamtnote der Free Agency ist eine gute 3.

Rookies

Im letztjährigen Draft schrieben die Panthers Geschichte, indem sie mit jedem ihrer sieben Picks einen Spieler der defensiven Seite des Balles pickten. Dies war das erste Mal in der Geschichte der NFL, dass ein Team lediglich Spieler der Defensive auswählte. Hier findet ihr die Bewertung unserer Rookies nach ihrem ersten Jahr in der NFL.

1. Runde, 7 Overall Pick: Derrick Brown

An Stelle 7 einen Defensiv Tackle zu draften bezeichnet man in der heutigen NFL als einen „unsexy“ Pick, da diese Position eher wenig Aufmerksamkeit bekommt und für wenige Highlight Plays steht. Zu Beginn waren Panthers Fans teilweise enttäuscht, dass man nicht LB Isaiah Simmons genommen hat, die Do-it-all Defensivwaffe von Clemson. Jedoch ist die Entscheidung für Brown letztendlich die richtige gewesen, da er der beste Spieler im Draft auf der bei den Panthers am schwächsten besetzten Position war.

Bei Brown war die große Frage, ob er die Dominanz, die ihn im College ausgezeichnet hat, auch in die NFL übertragen kann. Im College wurde er im Grunde dauerhaft gedoppelt oder sogar getriplet und war trotzdem eine ständige Bedrohung, gerade in der Run-Defense. Wird ihm dies auch gelingen wenn er deutlich stärkere Gegenspieler hat, mit seiner Power alleine nicht mehr voran kommt und mehr über die Technik kommen muss?

Nachdem Brown zu Beginn der Saison noch öfters Flaggen für sogenannte „Rookie-Fehler“ kassierte (mehrere Offside- und Unnecessary Roughness-Penalties), steigerte er sich im Laufe der Saison deutlich und nahm nach der Verletzung von KK Short den Platz als No.1 Defensiv Tackle ein. Vor allem seine Dominanz in der Run-Defense zeigte er mit 8 Tackles for loss (drittmeisten aller Rookies) und 34 Gesamttackles (die meisten aller Rookie Defensive Tackles) und hatte großen Anteil daran, dass die Run-Defense sich vom letzten Platz auf den 21. Platz verbesserte.

Einer der Hauptkritikpunkte des Brown-Picks war, dass er im College relativ wenig Big-Plays als Pass-Rusher hatte. Aber auch in dieser Disziplin zeigte er gute Leistungen und war mit 34 Quarterback-Pressures auf Platz zwei aller Rookies, obwohl seine Double Teamrate von ca 65% die sechsthöchste aller NFL Defensive Tackles war. Er hat zwar lediglich 2 Sacks gesammelt, hinzukommen aber noch vier herunter geschlagene Bälle mit denen er das Play ebenfalls zerstört hat. Den Analysten blieb die Saison von Brown auch nicht verborgen und er wurde sowohl von der NFL als auch von PFF im All-Rookie Team aufgestellt.

Mit der Leistung von Brown kann man sehr zufrieden sein und anhand seiner Leistungssteigerung am Ende der Saison ist davon auszugehen, dass er noch lange nicht am Ende seines Könnens ist und in den nächsten Jahren zu dem wird, was die Panthers sich erhofft haben: zu einem der besten Defensive Tackle der Liga und Anker unserer D-Line.

Draftnote: 1-

2. Runde, Pick 38 Overall: Yetur Gross-Matos

Der Gross-Matos Pick kam aus zweierlei Gründen überraschend: zum einen erwarteten viele, dass die Panthers eher einen der verbliebenen Top-Cornerbacks picken würden, zum anderen war es verwunderlich, dass Gross-Matos noch verfügbar war (ich persönlich hatte ihn zu den Seahawks in der ersten Runde gemockt). Der Pick passt jedoch zu der Aussage von Matt Rhule, er wolle die Defense „up Front“ aufbauen, also beginnend mit der D-Line.

Anhand des Collegetapes und der Statistiken von YGM passt er als sehr athletischer Power Rusher und einer der besten DE in der Run-Defense (35 Tackles for loss in seinen beiden Saison als Starter) gut, um als Gegenstück des Speed Rusher Brian Burns zu agieren. Nachdem er in dem vor dieser Saison eher kurzen Trainingscamp gute Leistungen zeigte und sogar als Starter in die Saison gehen sollte, bekam er durch Verletzungen zu Beginn nur limitierte Spielzeit und musste vier Spiele komplett aussetzen. Er startete aufgrund verschiedener kleiner Verletzungen und Krankheiten somit in seiner Rookie Saison lediglich die letzten sieben Spiele und war in insgesamt 12 Spielen aktiv.

Aber auch in dieser limitierten Spielzeit (lediglich 35% der Defensiv Snaps) zeigte er sehr gute Ansätze und warum er für viele Experten nach Chase Young der beste DE im 2020er Draft war und sammelte 2,5 Sacks (einer davon als Strip-Sack), 6 QB-Hits, 12 QB-Pressures und 2 Tackles for loss. Nicht in diesen Statistiken zu sehen ist, dass er am meisten als rechter DE aufgestellt wurde und somit gegen den Left Tackle der Offense spielen musste, welcher bei den meisten Teams der stärkste Offensive Lineman ist. Beachtlich ist, dass er diesen aber trotzdem öfters schlagen konnte, auch wenn der QB dann den Ball schon geworfen hatte.

Auch YGM steht noch nicht am Ende seines Könnens, da man auch bei ihm die Fortschritte während der Saison sehen konnte und er auch in der Offseason erst 23 Jahre alt wird. YGM wird in der nächsten Saison den nächsten Schritt machen und wir können uns darauf freuen, mit ihm und Burns, der sogar noch zwei Monate jünger ist, eines der besten (vielleicht sogar das beste) jungen Pass-Rush Duos der Liga zu haben.

Draftnote: 3+

Runde 2, Pick 64 Overall: Jeremy Chinn

Als beim Draft der Uptrade der Panthers angezeigt wurde, war ich persönlich im ersten Moment verwundert, da ich nicht wusste, welchen Spieler die Panthers als so wichtig klassifizierten, um lediglich fünf Plätze hochzutraden und einen Fünftrundepick dafür zu opfern. Die Pre-Draft Analysen von Chinn waren alle ziemlich ähnlich: ein Safety, der gebaut ist wie ein Linebacker, eine enorme Athletik besitzt und covert wie ein Cornerback; ein Isaiah Simmons „light“.

Die Panthers bekamen somit ihren von Phil Snow geforderten „Positionless Player“ für die Defense, den er je nach Aufstellung der Offense verschieben konnte. Das große Fragezeichen bei Chinn jedoch, weswegen er sich auch von Simmons unterschied und nicht so hoch gehandelt wurde, war, dass er nur auf einem sehr kleinen College gespielt hatte. Dort traf er teilweise auf drittklassige Gegner, denen er aufgrund seiner Physis schon deutlich überlegen war.

Es stellte sich somit die Frage, wie und ob er sein Spiel auch in die NFL übernehmen könnte. Nach dem Ende seiner Rookie Saison wissen die Panthers (und die restliche NFL) nun: Er kann. Seine Statistiken sind unglaublich und er stellte mehrere Franchise und sogar NFL Rekorde auf:

  • erster Panthers Spieler mit mehreren Defensive Rookie of the Month Titeln
  • erster Spieler in der Super Bowl Ära mit zwei Fumble Recovery Touchdowns in einem Spiel
  • Rekord für den kürzesten Abstand zwischen zwei Defensive Touchdwons mit 10 Sekunden

Auch seine versprochene Vielseitigkeit stellte er eindrucksvoll unter Beweis. So sammelte er mit 967 Defensive Snaps die dritt-meisten im Team, davon jeweils über 200 als Linebacker, im Slot oder als Tiefer Safety, sogar Snaps als Outside Cornerback und in der D-Line waren dabei. Er erfüllte die Rolle des in der heutigen NFL immer wichtigeren und gefragten Hybrid-Defender und sammelte dabei 117 Tackles (68 Solo), 2 Tackles for loss, 5 QB-Hits, 2 Forced Fumbles, 2 Fumble Recoverys, 1 Interception und 2 Defensive Touchdowns.

Nach dieser eindrucksvollen Rookie Saison kann man nur sagen, dass den Panthers ein absoluter Steal (vielleicht sogar der Steal) im Draft gelungen ist. Natürlich ist auch bei ihm noch leistungstechnisch Luft nach oben, da seine 15 missed Tackles (11,4 % missed Tackle Rate) schon sehr viel sind und er gerade in der Coverage mit einer Rate von 73% angekommener Pässe und einem Quaterbackrating von 115,7 noch nicht auf dem höchsten Niveau war.

Trotzdem ist Chinn noch jung (auf den Tag genauso alt wie YGM) und seine Entwicklung noch nicht am Ende. Um sein Spiel zu verbessern soll er auch oft mit Luke Kuechly Einzelgespräche führen. Mit dem Pick von Chinn ist ein absoluter Volltreffer gelungen und er ist der beste Pick der Panthers aus dem 2020er Draft.

Draftnote: 1++

Runde 4, Pick 113 Overall: Troy Pride

Pride in der vierten Runde zu bekommen haben viele als guten Pick angesehen, da die Cornerback-Position mit der des Defensive Tackle die größte Baustelle im Kader der Panthers war und Pride auch hätte in der dritten Runde weggehen können. Auch bei ihm war es in der Analyse klar zu erkennen, warum er zu Matt Rhule passt: Neben seiner Footballkarriere war er auch im Leichtathletikteam seines Colleges bei den Sprintern und war der beste sowohl im 60 als auch im 200 Meter Sprint. Passend dazu hatte Rhule noch vor dem Draft gesagt, er möchte die besten Athleten auf dem Feld haben und seine Aussage war auch „You can‘t teach speed“, also die Technik kann er einem schnellen Spieler beibringen, nicht umgekehrt.

Natürlich waren auch bei Pride mehrere Fragezeichen, weshalb er auch nicht früher gepickt wurde. Zum einen ist er mit 5‘11‘‘ (1,80m) eher etwas klein für einen Outside Corner, vor allem in einer Division mit Julio Jones (1,91m), Mike Evans (1,96) und Michael Thomas (1,91m), die alle zu den Top 10 Receivern der Liga zählen. Zum anderen unterliefen ihm auch schon im College Fehler, bei denen er die Receiver aus den Augen verlor.

Aufgrund der dünnen Cornerbacksituation der Panthers wurde er direkt in Woche 1 ins kalte Wasser geworfen als er startete und ordentlich Lehrgeld zahlen musste. Insgesamt spielte er in 14 Spielen mit 8 Starts und sammelte dabei fast genau die Hälfte aller Defensive Snaps. Man muss natürlich sagen, dass er oft auf dem falschen Fuß erwischt wurde und das Nachsehen hatte, was auch durch die 70% angekommener Pässe in seine Richtung und ein QBR von 118,3 bestätigt wird. Jedoch hat er nur 2 Touchdowns zugelassen.

Aber auch bei ihm war zu sehen, dass er sich zum Ende der Saison verbessert hat und bei der Cornerback-Position der Sprung vom College in die NFL in der Defense am schwierigsten ist. Die meisten Cornerbacks haben in ihrem ersten Jahr auf dem Profiniveau Probleme. Man hat gemerkt, dass er genau diese Probleme hatte, sich auf dem NFL-Niveau zurechtzufinden, was man von einem Rookie in der vierten Runde aber erwarten kann. Er hat das Potential, einen Sprung nach vorne in seiner zweiten Saison zu machen.

Draftnote: 4+

Runde 5, Pick 152 Overall: Kenny Robinson

Der Robinson-Pick der Panthers war ein eher fragwürdiger, da die Panthers größere Baustellen auf anderen Positionen hatten und bereits einen Safety mit Jeremy Chinn gepickt hatten. Auch der Spieler war ein Risikopick, da er noch ein sehr roher Spieler ist, den man eher unter die Kategorie „Prospect“ packen kann. Ein Pick in der fünften Runde ist jedoch etwas, bei dem eher selten Starter gepickt werden und auch mal ein Risiko eingegangen werden kann.

Kommen wir nun zu dem Spieler. Was bei ihm direkt ins Auge fällt, sind seine Ball Skills. Mit 7 Interceptions (2 für Touchdowns) in lediglich 25 Collegespielen und 2 Picks in 5 XFL-Spielen kann man ihn als „Ball Hawk“ bezeichnen. Mit 6‘2‘‘ (1,88m) bringt er auch die Maße mit, die die meisten Trainer bei einem Safety haben wollen. Wenn man diese beiden Punkte sieht, kann man verstehen, warum die Panthers ihn gedraftet haben. Zusätzlich ist er nach dem letzten Saisonspiel auch erst 22 Jahre alt geworden.

Aber auch den Trainern sind im Trainingcamp die deutlichen Defizite aufgefallen, die Robnison noch hat und die schon auf seinem College und XFL-Tape aufgefallen sind. Zu oft lässt er sich in Man Coverage ausspielen oder verfehlt die Tackles. Es bestätigte sich somit, dass er bei weitem noch nicht bereit für die NFL ist, weshalb er auch dem Finalen Roster Cut vor der Saison zum Opfer fiel, jedoch im Practice Squad der Panthers unter Vertrag genommen wurde. Gegen Mitte der Saison wurde er dann sogar in den aktiven Kader aufgenommen, sah jedoch lediglich 6 Snaps Spielzeit in der Defense. Diese bekam er auch nur bei sehr hohen Rückständen wenn das Spiel schon gelaufen war und sonst wurde er nur im Special Team eingesetzt.

Nach einer sehr enttäuschenden Rookie Saison kann man nur hoffen, dass er im zweiten Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne macht und ein gutes Trainingscamp hinlegt. Sonst wird es schwer für ihn, den Sprung in den Kader zu schaffen. Aufgrund seines Alters und seiner sehr geringen Erfahrung am College kann man sich diesen Schritt zwar vorstellen, jedoch hat er viel Arbeit vor sich.

Draftnote: 5

Runde 6, Pick 184 Overall: Bravvion Roy

In der sechsten Runde kam dann das, was alle erwartet haben: Rhule holt sich einen seiner Spieler aus Baylor. Jedoch hatten die meisten mit James Lynch gerechnet und Roy war kaum jemandem ein Begriff. Der Pick eines weiteren Defensive Tackles war jedoch bitter nötig und Roy kannte bereits die Defense von Phil Snow. Dort zeigte er, dass er vielseitig in der D-Line einsetzbar ist und war somit für die sechste Runde ein durchaus vertretbarer Pick.

Auch er ist eher ein Spieler, der keine Highlight-Plays macht, sondern ein Spieler ist, der die anderen besser aussehen lässt. Er stoppt den Lauf und schließt Gaps damit die anderen das Play machen können. Er wurde gleich zu Beginn der Saison in der D-Line Rotation eingesetzt und zeigte eben diese Qualitäten auch in der NFL, sodass er im Laufe der Saison immer mehr Spielzeit sah und für die letzten neun Spiele sogar Starter war. Am Ende der Saison standen die drittmeisten Snaps aller Defensive Linemen für ihn zu Buche und er hatte auch einen Sack, 5 QB-Hits und 2 Tackles for loss gesammelt.

Roy erfüllte den Job, den man sich in den letzten Saisons von Dontari Poe erhofft hatte und den als letztes vernünftig Star Lotulelei übernommen hatte. Er stopfte die Löcher in der D-Line neben dem Star-Defensive-Tackle Derrick Brown (auch Lotulelei und KK Short wurden damals im selben Draft gepickt). Man kann also sagen, dass auch der Roy-Pick ein Volltreffer war, da selten Spieler aus der sechsten Runde in ihrer Rookie Saison Starter werden und dann auch noch Leistung bringen.

Draftnote: 1-

Runde 7, Pick 221 Overall: Stantley Thomas-Oliver

Um etwas mehr Tiefe auf der Cornerback-Position zu bekommen, holten die Panthers mit ihrem letzten Pick im 2020er Draft also einen siebten Defense Spieler. Da man nicht erwarten kann, in der siebten Runde noch einen Cornerback zu bekommen, der bereit ist in der NFL zu starten, gingen die Panthers mit Thomas-Oliver wieder zu der Philosophie von Matt Rhule zurück. Sie holten einen schnellen, jungen, athletischen und „normal“ großen Cornerback, der aber erst seit zwei Jahren die Position spielt, da er vorher Wide Receiver war. Somit ist er noch unerfahren, hat auch im College nicht auf dem höchsten Level gespielt, besitzt aber die physischen Voraussetzungen, um das NFL-Niveau zu erreichen. Hierfür muss er aber erst noch einiges lernen und wird zu Beginn wenig Spielzeit bekommen.

Trotzdem hat er in 10 Spielen Spielzeit gesehen und aufgrund der Verletzungen der Panthers auch 75 Snaps in der Defense, bei denen man zwar sah, dass er noch am Anfang seiner Entwicklung ist, aber trotzdem gute Ansätze zeigte. Auch bei ihm darf man auf die Entwicklung gespannt sein und auch er kann einen deutlichen Schritt nach vorne machen kann.

Draftnote: 3+

Gesamtnote Draft: 2+

Undrafted Free Agents

Die letzte Kategorie der Neuzugänge ist sogesehen die Mischung aus den Rookies und Free Agents, da sie auch direkt aus dem College kommen, aber nicht im Draft berücksichtigt wurden und somit im Prinzip ihren Verein frei wählen dürfen. Gerade bei diesen Spielern ist es Gold wert, wenn man unter ihnen Starter findet, weil diese extrem günstig sind. Beispiele für Undrafted Free Agents, die zu Startern wurden und teilweise auch großen Erfolg haben/hatten sind: Malcom Butler, Chris Harris Jr., Tony Romo, Kurt Warner, aber auch (ehemalige) Panthers Spieler wie Mario Addison, Andrew Norwell und Robby Anderson. Auch in diesem Jahr gibt es ein paar Spieler, die undrafted gegangen sind, es aber trotzdem in den Kader geschafft haben und auch einige Einsätze für die Panthers bekommen haben.

RB Rodney Smith

Smith wurde direkt nach dem Draft von den Panthers verpflichtet und war während des gesamten Trainingscamps Bestandteil des Kaders. Kurz vor Beginn der Saison wurde er jedoch von den Panthers gewaived und dann erst zu einem späteren Zeitpunkt der Saison zum Practice Squad hinzugefügt. Aufgrund der Verletzungen der anderen Running Backs wurde er vor dem Spiel in Woche 10 dem aktiven Kader hinzugefügt und sah in diesem Spiel direkt Einsatzzeit. Bis zum Ende der Saison wurde er dann in jedem Spiel eingesetzt und war im letzten Saisonspiel, da Mike Davis sich verletzt hatte, sogar Starter. Er machte sowohl als Runner (156 Yards und ein Touchdown) sowie als Receiver (59 Yards) einen ordentlichen Eindruck. Ich denke, dass er in der Offseason um einen Kaderplatz als Running Back Nummer 2 oder 3 kämpfen wird.

P Joseph Charlton

Punter ist eine Position, die in der NFL oft vergessen wird, aber auch nicht zu unterschätzen ist, da ein guter Punter dem Gegner eine schlechte Feldposition beschert und der Weg zur Endzone weiter ist. Charlton wurde in der Offseason verpflichtet, nachdem sich der Starting Punter der Panthers Michael Palardy das Kreuzband gerissen hatte. Er schaffte es, sich im Trainigscamp gegen andere Punter durchzusetzen und den Job als Starter zu sichern.

Diesen Job bestätigte er dann mit guten Leistungen, so war sein average von 46,3 Yards (12. Platz in der NFL) um 0,3 Yards besser als der von Palardy und sein net average von 40,8 Yards (15. Platz in der NFL) um 2,1 Yards besser. Er schaffte es außerdem bei 45 Punts den Ball 21 Mal innerhalb der gegnerischen 20 Yardlinie zu platzieren. Lediglich 3 Punts von ihm flogen bis in die Endzone  und 2 landeten im Aus.

Zusätzlich sammelte er bei einem Fake Punt gegen die Chiefs auf Zylstra noch 28 Passing Yards. Nach dieser guten Rookiesaison wird er sich vermutlich mit Palardy um den Job des Starting-Punter streiten und da er den deutlich günstigeren Vertrag hat, könnte es naheliegen kann, dass er auch in der nächsten Saison als Punter für die Panthers aufs Feld geht.

S Sam Franklin

Auch Franklin wurde kurz nach dem Draft von den Panthers verpflichtet und schaffte es auch, sich im Trainingscamp einen Kaderplatz zu sichern. Zu Beginn der Saison wurde er, bis auf wenige Snaps, ausschließlich im Special Team eingesetzt. Jedoch rückte er aufgrund der zwischenzeitlichen Verletzungen von Burris und auch von Chinn von Woche 7-10 für vier Spiele ins Starting Line-up. In den Spielen machte er seine Sache recht ordentlich und vor allem auf sich aufmerksam, als er in aufeinanderfolgenden Spielzügen erst einen Screen-Pass erahnte und diesen für 5 Yards Raumverlust beendete und direkt danach Patrick Mahomes sackte.

Nachdem auch er sich in Woche 10 verletzte und zwei Spiele ausfiel, spielte er in den letzten Spielen fast ausschließlich noch im Special Team. Er ist kein Spieler, der für die großen Highlights gesorgt hat, jedoch ist dies von einem UDFA eher selten zu erwarten. Insgesamt hat er einen sehr guten Eindruck hinterlassen und ist ein wichtiger Bestandteil für die Kadertiefe und das Special Team.

S/RB Myles Hartsfield

Vermutlich liest sich das jetzt für viele sehr verwirrend: Safety oder Running Back? Spielt Hartsfield etwa Offense und Defense? Die Antwort ist ja. Auch Hartsfield wurde von den Panthers zur gleichen Zeit wie Smith nach dem Draft für die Kadertiefe als Safety verpflichtet, nachdem er vier Jahre im College auf dieser Position gespielt hatte. Während des Trainingscamps jedoch traten die Coaches mit einer anderen Frage an ihn heran. Und zwar, ob er nicht auch bei den Running Backs mittrainieren könne, eine Position die er zuletzt in der Highschool gespielt hatte.

Somit verbrachte er das Trainigscamp damit, während des einen Spielzuges mit dem Ball zu versuchen in die Endzone zu gelangen und im nächsten eben dieses zu verhindern. Wegen der Möglichkeit, ihn für zwei sehr verschiedene Positionen zu verwenden, schaffte er den Sprung in den Kader, spielte jedoch in den ersten sechs Wochen der Saison lediglich im Special Team, bevor er in Woche 7 erstmals in der Offense eingesetzt wurde. Hierbei erreichte er aber nur 2 Rushing Yards bei zwei Versuchen.

Von dort an sah er in jeder Woche Spielzeit, jedoch nur noch in der Defense und meist nur wenige Snaps, bevor er in den letzten drei Spielen für fast 50% der Defensiven Snaps auf dem Feld stand. Hartsfield wird wahrscheinlich auch in der nächsten Saison wieder zum Kader gehören, da er aufgrund der Möglichkeit, ihn in der Offense und der Defense einzusetzen, somit zwei Spieler in einem darstellt.

 

Fazit: Abschließend lässt sich sagen, dass die Panthers vor allem mit ihren Rookies eine sehr gute Auswahl getroffen haben. Natürlich lassen sich im Nachhinein ein paar Entscheidungen kritisieren und es wären an manchen Stellen auch bessere Spieler verfügbar gewesen (z.b Sneed anstelle von Pride und Curl oder Onwenu anstelle von Robinson) aber die Entwicklungen von diesen Spielern sind auch nicht vorherzusehen. Bei den Free Agents haben die Panthers auch ein paar sehr gute Verpflichtungen getätigt, jedoch auch mehrere bei denen man nur den Kopf schütteln kann und froh sein muss, wenn man diese wieder los wird.

 

Quellen: Panthers.com, Spotrac.com, Pantherswire.com, Pff.com
Bilder: Panthers.com, Theathletic.com, theriotreport.com, catcrave.com, charlotteobserver.com

Free Agents 2021 – Wer soll bleiben, wer darf gehen?

Die Regular Season ist vorbei und für die Panthers geht es nach dem erneuten Verpassen der Playoffs nun mit voller Fokussierung in die Offseason. Das neue Ligajahr startet am 17. März mit dem Beginn der Free Agency. Auch bei den Panthers laufen einige Verträge aus und es wird interessant zu sehen sein, welche Spielerverträge verlängert beziehungsweise welche Spieler in die Free Agency entlassen werden.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf die Free Agents der Panthers. Welche Rolle haben sie gespielt? Sollen sie nach unserer Einschätzung, und wenn ja, zu welchen Konditionen mit Verträgen ausgestattet werden? Dies alles erfahrt ihr in der folgenden und ausführlichen Analyse zur Free Agency!

Außerdem erfolgt meine persönliche Einschätzung zu den Vertragsdetails, falls wir eine Verlängerung mit einem Spieler für möglich erachten. Bei den Summen und Verträgen die dort genannt sind, handelt es sich selbstverständlich um Spekulationen. Orientiert wurde sich an der momentanen Marktsituation und anderen ligaweiten Vertragskonstellationen.

Restricted Free Agents

Insgesamt verfügen die Panthers über 4 Restricted Free Agents. Namentlich sind diese WR Keith Kirkwood, WR Brandon Zylstra, OT Trent Scott und DE Efe Obada.

WR Keith Kirkwood

Der 26 Jährige hatte eine sehr unglückliche Saison. Er spielte lediglich 35 Snaps in der Offense und 5 in den Special Teams. Zudem gelang ihm lediglich eine Reception für 13 Yards und fiel den Rest der Saison verletzt aus. Aufgrund der Tatsache, dass er ein Restricted Free Agent ist und somit mit ihm zu günstigen Konditionen verlängert werden kann, Matt Rhule ihn noch aus Temple kennt und er momentan der einzige „große“ Wide Receiver (6ft 3in = 1,91m) ist, ist eine Verlängerung durchaus denkbar.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 WR Brandon Zylstra

Zylstra hatte die meistens Snaps im Special Team (244 Snaps, was ca. 58% der gesamten Special Teams Snaps ausmacht) und erzielte dort auch seinen ersten NFL Touchdown, welcher im Übrigen auch der einzige Special Team Touchdown der Panthers in dieser Saison war. In der Offense stand er lediglich bei 125 Snaps auf dem Feld und fing 3 Bälle für insgesamt 35 Yards. Häufig wurde er jedoch bei klaren Run-Situationen als Blocking Wide Receiver eingesetzt. Bei ihm könnte es sich ähnlich wie mit Kirkwood verhalten und eine Verlängerung für die Kadertiefe und das Special Team anstehen.
Mein Tipp : 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 OT Trent Scott   

Aufgrund der großen Verletzungssorgen auf unserer Left Tackle Position spielte er mit 347 Snaps fast ein Drittel aller Offense Snaps der Panthers. Ihm gelang zwar keine überragende Saison, aber war er ein zuverlässiger Backup, der mit 26 Jahren noch relativ jung und günstig zu halten ist.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 DE Efe Obada   

Der letzte Restricted Free Agent ist einer der Fan-Lieblinge und der einzige europäische Spieler der Panthers. Efe machte in seinem dritten Jahr bei den Panthers noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorne und zeigte Vielseitigkeit.

Der als Defensive End gelistete Obada spielte unterschiedliche Rollen in der schematisch abwechslungsreichen Defense von Phil Snow: In der Base 4-3 spielte er den klassischen Defensive End, wurde jedoch auch aufgrund seiner physischen Möglichkeiten (6ft 6in 265lbs, entsprechen 1,98m und 120kg) vor allem in offensichtlichen Pass-Situationen Inside eingesetzt. In der oft gespielten 3-3-5 Formation wurde er häufig als einer der drei Linemen aufgestellt.

Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in seiner Statistik wider, so waren es lediglich Burns, Brown und Roy die von den Lineman mehr Snaps als Obadas 415, was 39 % der gesamten Defensive Snaps entspricht, vorweisen können. Mit einem Karrierehöchstwert von 5,5 Sacks hatte er auch die zweitmeisten Sacks im Team hinter Brian Burns.

Eine Verlängerung mit Obada sollte aufgrund seiner Leistungen und Vielseitigkeit ein No-Brainer sein. Außerdem ist die D-Line, gerade in der Tiefe, nicht allzu stark besetzt. Seine wichtige Rolle im Team könnte mit einem Tender einhergehen.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag mit dem Second-Round Tender

Unrestricted Free Agents

Die Liste der Unrestricted Free Agents ist deutlich länger.
FB Alex ArmahLS J.J. JansenC Tyler Larsen, LB Julian StanfordLB Adarius Taylor, LB Tahir Whitehead, RB Mike DavisWR Pharoh CooperOG Chris ReedTE Chris ManhertzOG John Miller, OG Michael SchofieldCB Rasul DouglasCB Corn ElderOT Russell OkungWR Curtis Samuel und OT Taylor Moton reihen sich in diese Liste ein.

FB Alex Armah

Der Rookievertrag von Armah läuft aus und er ist einer der eher unscheinbaren Spieler auf dem Roster gewesen. Dies liegt natürlich unter anderem daran, dass die Position des Fullbacks in der Offense in den letzten vier Jahren eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Die meisten Snaps hat er mit 203 im Special Team gesammelt (in dieser Saison 203 und damit 48% der gesamten Special Teams Snaps) und wurde eher selten in der Offense eingesetzt, obwohl er fast komplett verletzungsfrei blieb. In keiner seiner Saisons kam er über 10 Rushing Attempts und wurde vor allem als Blocker bei Short-Yardage Situationen oder wenn der Ball nahe der eigenen Endzone war, aufgestellt.

Aufgrund seiner limitierten Rolle sowie der Tatsache, dass Fullbacks auch spät im Draft oder undraftet geholt werden können, ist eine Verlängerung eher unwahrscheinlich.
Mein Tipp: Keine Verlängerung oder 1 Jahr Ligaminimum

C Tyler Larsen

Larsen hat mittlerweile 5 Jahre NFL-Erfahrung und ist seit 2016 bei den Panthers. Er ist ein solider Back-up Center, der auch schon 18 Mal gestartet ist, als Ryan Kalil verletzt war. Aufgrund seiner Erfahrung, die er in die zum größten Teil junge und unerfahrene O-Line bringt, würde eine erneute Verlängerung Sinn ergeben.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 2-3 Millionen

LS JJ Jansen

Der Longsnapper ist seit 2009 bei den Panthers und damit der dienstälteste Spieler im Kader. Die Position ist zwar wenig unter Beobachtung, jedoch ist ein guter Longsnapper Grundvoraussetzung eines guten Special Teams.
Mein Tipp: 4-Jahresvertrag über 4 Millionen

LB Julian Stanford

Stanford ist ein klarer Special Team Player, der mit 260 Snaps bei rund 62% der Special Team Snaps auf dem Feld stand. Mit seinen 30-Jahren hat er zwar schon etwas Erfahrung, fiel jedoch nicht großartig auf und kam über die o.g. Rolle nie hinaus. Eine Verlängerung erscheint unwahrscheinlich.

LB Adarius Taylor

Ebenfalls einer der Spieler, der vor allem im Special Team zum Einsatz kam, was seine 198 Snaps (47% aller Special Team Snaps) belegen. Obwohl er auch ungefähr 10% der Defense Snaps bekam, ist wahrscheinlich nicht längerfristig mit ihm geplant, da er bereits 30 Jahre alt ist und keinen großen Impact hatte. Er wird wohl keinen neuen Vertrag bekommen.

LB Tahir Whitehead

Tahir wurde geholt, um das Loch, was Luke Kuechly in der Mitte unserer Defense hinterließ, mit seiner Erfahrung und seinem Leadership zu stopfen. Natürlich wurde nie von ihm verlangt, Kuechly 1:1 zu ersetzen, jedoch enttäuschte er auf ganzer Linie. Mit dem Bewerbungsschreiben von vier aufeinanderfolgenden Saisons und jeweils 100-plus Tackles, begann er die Saison als Middle „Mike“ Linebacker. Im Laufe der Saison wurden seine Snaps jedoch immer weniger und er verlor seinen Platz an Jermaine Carter Jr. Eine Verlängerung sollte ausgeschlossen sein.

RB Mike Davis

Eine der Überraschungen, nachdem ihn vor der Saison viele aufgrund seines 3 Millionen Cap-Hits gerne gecuttet gesehen hätten. Es gelang ihm, CMC nach seiner Verletzung sowohl im Pass- als auch im Running-Game zu ersetzen.

Mit 59 Receptions belegte er den 5. Platz in der NFL unter den Running Backs und brachte es mit 21 gebrochenen Tackles im Running-Game auf den 4. Platz. Insgesamt verbuchte er 1015 Scrimmage Yards, davon 642 Rushing und 373 Receiving, und 8 Gesamttouchdowns, hiervon 6 Rushing und 2 Receiving.

Aufgrund seiner Leistungen wird er vermutlich um die 6 Millionen pro Jahr fordern. Die Panthers werden vermutlich nicht noch einem Running Back einen gut dotierten Vertrag geben.  Also wird mit ihm wohl nicht verlängert werden.

WR Pharoh Cooper

Cooper wurde vor der letzten Saison als hauptsächlicher Return-Specialist verpflichtet und mit einem 1-Jahresvertrag ausgestattet. Im Returngame machte er seine Aufgabe recht ordentlich, es kamen zwar keine sonderlichen Big-Plays zustande, jedoch lieferte er dauerhaft ab und das Wichtigste: er machte keine Fehler! Nachdem unsere Returner in den letzten Jahren regelmäßig die Bälle fallen ließen, unterlief ihm bei 38 Punt-und Kickreturns lediglich ein Fumble, der aber wieder gesichert wurde. Wegen seiner Rolle im Special Team und der geringen Tiefe im WR-Corps könnte mit ihm zu günstigen Konditionen verhandelt werden können.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 5 Millionen

OG Chris Reed

Reed war über die meiste Zeit in der Saison der Starting Left Guard. Die linke Seite der Offensive Line war über weite Strecken der Saison die Schwachstelle der Panthers und Reed war nicht unbedingt eine Ausnahme. Reed könnte bereits in der Free Agency oder durch einen Rookie im Draft ersetzt werden. Folglich sollte er nicht mit einem Vertrag für die nächste Saison ausgestattet werden.

TE Chris Manhertz

Manhertz ist, abwechselnd mit Ian Thomas, der Starting Tight End der Panthers gewesen, was im Übrigen nicht unbedingt für die hohe Qualität auf der Position spricht. Dass er in dieser Saison mit 6 Receptions einen Karrierehöchstwert aufgestellt hat, spricht auch nicht für seine Receiver-Qualitäten. Zu seinen Gunsten muss jedoch erwähnt werden, dass er lange nur als Blocking-Tight End (einer der besten der Liga) eingesetzt wurde. Diese Qualität darf man, gerade bei einer schwachen Offensive-Line, nicht unterschätzen. Aufgrund dessen könnte ihm ein neuer Vertrag für die Zukunft winken.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 3 Millionen

OG John Miller

Miller trat die Nachfolge des zu den Chargers getradeten, fünffachen Pro Bowlers Trai Turner als Starting Right Guard an. Auch wenn er Turner nicht vollends ersetzen konnte, machte er einen sehr ordentlichen Job. Er ließ lediglich 3 Sacks zu und nur 6 Strafen wurden gegen ihn ausgesprochen, was die siebtwenigsten unter allen Guards darstellt. Da man sicherlich nicht den Fehler, einen Starting Guard ziehen zu lassen, wiederholen möchte, ist eine Vertragsverlängerung zu passenden Konditionen wahrscheinlich.
Mein Tipp: 3-Jahresvertrag über 9 Millionen

OG Michael Schofield

Auch er wurde erst vor der Saison verpflichtet. Schofield arbeitete bereits mit O-Line Coach Pat Meyer, Matt Paradis und Russell Okung zusammen. Diese Erfahrung wollte man sich zu Nutze machen und somit die O-Line stabilisieren. Letzten Endes schaffte Schofield es nicht, sich durchzusetzen und wurde nur aufgrund der ganzen Verletzungen seiner Teamkollegen zum Starter. Eine Vertragsverlängerung scheint unrealistisch.

CB Rasul Douglas

Douglas wurde über den Waiver-Wire von den Panthers nur eine Woche vor dem Start der Regular Season geholt. Obwohl er kaum Eingewöhnungszeit hatte, bekam er direkt im ersten Spiel schon Einsatzzeit. Gerade zu Beginn der Saison war er eine der Überraschungen in der Defense und einer der Gründe, dass die Passing-Defense anfangs zu den Top 10 gehörte. Gegen Ende der Saison, vor allem nach seiner Coronaerkrankung, baute er jedoch ab und war nicht mehr so stark wie noch zu Beginn.

Er ist ein Corner, der am besten in Off-Ball Zone Coverage aufgehoben ist, wo er etwas entfernt vom Receiver aufgestellt ist und den Quraterback lesen kann, idealerweise mit einem tiefen Safety als Absicherung. Da Phil Snow bisher ein sehr zonelastiges Scheme bevorzugt, würde die Verlängerung Sinn ergeben, jedoch waren die Panthers eines der Teams, die am meisten Cover 3 gespielt haben, bei dem die Cornerbacks ein tiefes Drittel spielen müssen. Dies führte Douglas aufgrund seiner nicht übermäßigen Athletik vor Probleme.

Da es dem Cornerbackraum jedoch an Tiefe fehlt, könnte er mit einem Vertrag für die nächste Saison ausgestattet werden.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag über 2 Millionen

CB Corn Elder

In seiner vierten NFL-Saison ist Elder endlich auf dem Profi-Niveau angekommen. Vor dem Draft 2017 wurde er als einer der besten Slot Cornerbacks seines Jahres angesehen und es wurde als Draftsteal betrachtet, dass die Panthers ihn in der fünften Runde holen konnten. In der NFL verpasste er jedoch aufgrund einer Verletzung die erste Saison fast komplett und konnte in der Saison darauf nicht wieder an seine Collegeleistungen anknüpfen.

Erst in dieser Saison zeigte er was in ihm steckt. Dies lag vor allem daran, dass er, anders als in den letzten Jahren wo er teilweise auch Outside spielte, fast ausschließlich auf seiner Paradeposition, im Slot, eingesetzt wurde. Dies lässt sich auch mit Zahlen bestätigen. So hatten die Panthers NFL-weit die zweitmeisten Passing Stops im Slot und die viertbeste Slot Coverage Note in der NFL. Gerade der Slot bekommt in der NFL immer mehr Bedeutung, da die Offenses viel öfter auch ihre Nummer 1 Receiver in den Slot stellen um Missmatches zu kreieren. Defenses reagieren darauf häufig, indem viel öfter mit 5 oder mehr Secondaryspielern agiert wird, anstatt in der Base Defense zu bleiben.

In den letzten Jahren hat auch vornehmlich die Slot-Cornerback Position den Panthers Bauchschmerzen bereitet und so ist es wichtig, dass man da eine gute und vor allem dauerhafte Lösung findet. Aufgrund seiner Leistungen in der letzten Saison ist es sinnvoll, eine Verlängerung mit ihm anzustreben.
Mein Tipp: 3-Jahresvertrag über 10-12 Millionen

OT Russell Okung 

Okung kam in der letzten Offseason via Trade von den LA Chargers, die im Gegenzug Trai Turner von uns erhielten. Der Trade wurde von vielen Fans  mit Kopfschütteln betrachtet, da Turner ein fünffacher Pro Bowler und auch noch fünf Jahre jünger ist.

Jedoch erhoffte man sich von dem zweimaligen Pro Bowler (in den Jahren 2012, 2017), dass er das klaffende Loch auf der Left-Tackle-Position, welches seit dem Karriereende von Jordan Gross besteht, schließen kann. Zu erwähnen ist, dass die Left Tackle-Position weitaus wichtiger als die des Right Guards ist, beziehungsweise bei einem rechtshändigen Quaterback sogar die wichtigste in der Offensive Line darstellt. Okung hatte jedoch in der 2019er Saison 10 Spiele verletzungsbedingt verpasst und konnte in seiner 10-jährigen NFL Karriere erst ein Mal alle 16 Spiele bestreiten. Diese Verletzungsanfälligkeit bestätigte er auch bei den Panthers, wo er lediglich 7 Spiele absolvierte, welche durch Verletzungspausen auch des Öfteren unter- beziehungsweise abgebrochen werden mussten.

Wenn er denn gespielt hat, war er deutlich besser als die anderen Optionen und zeigte in Ansätzen, weshalb er zwei Mal im Pro Bowl stand. Nachdem in der letzten Saison schon Gerüchte die Runde machten, dass Okung seine Karriere beenden wollte, wird sich das in dieser Saison vermutlich wiederholen und es könnte gut sein, dass er aufgrund seiner Verletzungshistorie in Rente geht.

Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es immer noch relativ unwahrscheinlich, dass mit ihm langfristig verlängert wird. Es ist eher davon auszugehen, dass Okung in die Free Agency ziehen gelassen wird und dann gegebenenfalls, wenn er länger keine Angebote bekommt, ihm ein 1-Year-prove-it-Deal angeboten wird, also ein 1-Jahresvertrag zu relativ geringen Konditionen, um sich für mehr zu beweisen. Es kann natürlich auch sein, dass die Panthers sich auf der Position sowieso verjüngen wollen und er auch dann nicht geholt wird. Er wird höchstwahrscheinlich als Free Agent ziehen gelassen.

WR Curtis Samuel

Oder auch die Allzweckwaffe in unserer Offense, einer von vier Spielern im Kader der Panthers, die über 1000 Scrimmage Yards gesammelt haben. Einer der Spieler, der den Fans diese Saison am meisten Spaß gemacht hat, weil Joe Brady wusste, wo man ihn am besten einsetzt, nämlich überall.

Egal ob als klassischer Running Back (200 Rushing Yards, 4,9 YPC und 2 TD), Receiver aus dem Backfield oder bei Jet Sweeps, wo er entweder den Ball bekam oder als Ablenkung für die Defense fungierte. Aber auch als Receiver, aus dem Slot oder Outside, war er eine Waffe (851 Receiving Yard und 3 Touchdowns), da er ja auf dem Papier nur unser Nummer 3 (!) Receiver war und er es somit oft auch mit dem Nummer 3 Cornerbacks der Gegner zu tun bekam.

Auch sein Route Running hat sich enorm verbessert und machte ihn noch gefährlicher, da die Gegner auch immer seinen Speed (4,31s beim 40 Yard Dash) berücksichtigen mussten. Vor allem bei dem so wichtigen dritten Versuch war er mit 18 First Down-Catches einer der besten Spieler ligaweit und oft Teddys Go-to-Guy. Mit einer Catchrate von 79,4% Catches pro Target war er sogar der beste Wide Receiver in der ganzen Liga!

Hinzu kommt, dass er erst 24 Jahre ist, obwohl er schon vier Jahre NFL hinter sich hat. Diese gute Entwicklung in seinem letzten Jahr führt nun natürlich auch dazu, dass sein Wert deutlich angestiegen ist und er vermutlich 10 bis 12 Millionen Dollar pro Jahr verdienen möchte. Auch hier kann man sich bei unserem ehemaligen GM Marty Hurney bedanken, dass man nicht schon vor der Saison mit ihm verlängert hat. Dort hätte man ihn zu deutlich niedrigeren Konditionen halten können.

Bei den momentanen Preisspekulationen ist es nahezu unvorstellbar, unserem Nummer 3 Receiver einen solchen Vertrag zu geben. Außerdem ist er nicht der wichtigste Free Agent, da wir trotzdem auf der Receiver Position zwei gute Spieler haben und eventuell im Draft einen Ersatz finden können. Wir werden uns also wahrscheinlich von Curtis verabschieden müssen.

OT Taylor Moton

Das Beste kommt zum Schluss heißt es doch immer. Und in diesem Fall stimmt es auch ohne Wenn und Aber. Taylor Moton ist die Konstante in der Offensive Line der Panthers, seitdem er zu Beginn der 2018er Saison den Platz des Rechten Tackles übernommen hat. Dort verdrängte er den 2nd Team All-Pro aus dem Jahr 2017, Daryl Williams.

In der letzten Saison spielte er atemberaubende 1032 Snaps in der Offense und damit volle 100% der Offensive Snaps. Damit ist er erst der dreizehnte Panthers-Spieler, der dies seit dem Jahr 2000 schaffte. Alleine diese Kontinuität ist schon beeindruckend. Hinzu kommt dann noch, dass er lediglich 3 Sacks zuließ und 2 Penalties verursachte, obwohl er gegen mehrere der besten Pass-Rusher der Liga spielte. So hielt er Cam Jordan in den beiden Spielen gegen die Saints ohne Sack und auch Chandler Jones und Joey Bosa hatten gegen ihn das Nachsehen.

Nicht umsonst wird er von den Experten als einer der besten Right Tackles der Liga angesehen und hat mit seinen 26 Jahren auch noch viele Jahre vor sich. Gerade die Top-Tackles spielen bis Mitte 30 oft noch auf höchstem Niveau. Auch bei Moton kann man sich nur ärgern, dass mit ihm nicht schon vor der Saison verlängert wurde, da er auch schon die letzten Saisons auf hohem Niveau agierte und mit seiner Entwicklung nicht am Ende schien. Nach dieser Saison will er vermutlich auch zu Top-Tackle-Konditionen bezahlt werden und da sich der Markt so entwickelt hat, dass die Right Tackles sich gehaltstechnisch fast auf dem Niveau der Left Tackles befinden, wird er auch einen ordentlichen Zahltag bekommen.

Der momentan bestbezahlte Right Tackle ist Lane Johnson von den Eagles mit einem 4-Jahresvertrag über 72 Millionen (18 Millionen pro Jahr). Moton wird nicht viel weniger verlangen. Er ist der Free Agent, mit dem so früh wie möglich verlängert werden muss oder der zur Not erst einmal mit dem Franchise Tag belegt werden sollte, welcher dieses Jahr bei ca 14-15 Millionen liegt. Es wäre sinnvoll, dass GM Scott Fitterer hier die Priorität sieht und mit ihm langfristig verlängert.
Mein Tipp: 5-Jahresvertrag über 80-90 Millionen

Unrestriced Free Agent? Restricted? Wenn ihr nochmal Hilfe zu den Begriffen benötigt, könnt ihr gerne den Beitrag zur Free Agency und dem Franchise Tag in unserer Rubrik „All about Football“ nachlesen.

 

Quellen
panthers.com, profootballfocus.com, overthecap.com, spotrac.com, stats.washington.com, nfl.com

Matt Rhule: Der neue Headcoach an der Sideline

Ein Umbruch beginnt meist schon im Coaching-Staff. So verkündeten die Carolina Panthers am 07.01.2020 ihren neuen Headcoach für die kommenden 7 Jahre – Matt Rhule.

Für viele Fans ist Rhule noch ein relativ unbekanntes Gesicht, deshalb wollen wir ihn euch in diesem Bericht etwas vorstellen.

Matt Rhules Werdegang

Matt Rhule wurde am 31. Januar 1975 in New York geboren. Er selbst spielte Football in der Highschool als Linebacker. Seinen ersten Trainer-Job erhielt er 1998 als Linebacker-Coach am Albright-College. Anschließend wurde er Defensive-Line Coach an der Universität in Buffalo. Stationen bei der UCLA und Western Carolina University folgten. Im Jahre 2006 schloss er sich der Temple University in Philadelphia als Defensive-Line-Coach an. Zwei Jahre später wurde er dort als Offensive Coordinator befördert.

Seine erste NFL-Erfahrung konnte er 2012 als Assistent Offensive Line Coach bei den New York Giants sammeln.

Ein Jahr später, im Jahre 2013, wurde er zum Headcoach der Temple Owls ernannt.

In dieser Zeit als Cheftrainer gewann er 28 Spiele und musste hingegen nur 23 als Niederlage hinnehmen. Eine Conference Championship konnte er mit seinem Team gewinnen.

2016 wurde er zum neuen Headcoach der Baylor-University.  Dort konnte er insgesamt 19 Spiele für sich und sein Team entscheiden. 18 Spiele verlor er als Headcoach der Bears. Erwähnenswert ist, Rhule gewann einen Texas Bowl und wurde zum Trainer des Jahres 2019 der Big 12 Conference gewählt.

Wie ist Matt Rhule als Headcoach?

“Matt ist ein guter Menschenkenner. Ich denke, es macht dabei keinen Unterschied, ob er am College oder in der NFL trainiert. Er wird hohe Standards setzen und fordern, dass alle an einem Strang ziehen”, erklärte der Panthers-Besitzer Tepper. “Er musste hart arbeiten, um an diesen Punkt zu kommen. Ich bin froh, dass er hier ist”, fuhr er fort.

Auch in der Eröffnungsrede zeigte Rhule auf, was ihm wichtig ist und wie er dieses Team leiten möchte: „Keep Pounding ist nicht nur der Mannschaftsslogan, sondern eine Arbeitseinstellung. Wir werden ein taffes, wettbewerbsfähiges Team auf den Platz stellen. Dafür werde ich jeden Tag unermüdlich arbeiten und ich erwarte dasselbe von meinen Spielern.”

Zum Abschluss der Eröffnungsrede fügte er selbstbewusst hinzu: „Ich werde den Super Bowl gewinnen. Diese Stadt, dieser Verein, diese Fans haben das verdient. Sobald ich hier fertig bin, lege ich den Anzug ab und werde anfangen zu arbeiten.“

Um sein selbstbewusstes Ziel erreichen zu können, setzt Rhule neben „Old-School-Discipline“ auch auf moderne Technologien. Die medizinische Abteilung sowie detaillierte Analysen und Sportwissenschaft genießen beim neuen Headcoach einen hohen Stellenwert. Genau diese Mischung aus Disziplin, gepaart mit modernen Spielansätzen hatte sich Besitzer Tepper zu Beginn der Kandidatensuche gewünscht.

Seitdem bekannt ist, dass Rhule bei den Carolina Panthers übernimmt, haben mehrere Spieler erwähnt, dass Rhule die Art von Trainer ist, für den sie durchs Feuer gehen würden.

Dazu gehört unter anderem Safety Juston Burris, der auf die Frage, wieso er bei den Panthers unterschrieben hat, folgendes antwortete: „Es ist einfach (Rhules) Anwesenheit. Es war etwas, dass man bei diesen (virtuellen) Teamtreffen erkennen konnte. Er befehligt einen Raum und er verlangt Respekt. Man merkt, wenn wir seinen Lehren folgen, werden wir erfolgreich sein.“

Hohe Intensität beim Training und im Lockerroom

Rhule ist ein Fan davon, das Tempo während dem Training hochzuhalten. „Ich denke, wenn es beim Üben etwas schneller ist, fühlt es sich beim Spiel viel, viel langsamer an”, sagte Rhule. “Dann ist man hoffentlich in besserer Form.“

Auch Taylor Moton scheint diese Art von Training zu gefallen. „Ich denke es ist wirklich gut, dafür zu sorgen, dass wir das Team mit der besten Kondition haben. Vor allem, wenn es auf die knappe Zeit des vierten Viertels ankommt. Wenn wir dann da draußen sind und uns 100-prozentig konzentrieren können, weil wir in der besseren Form sind. Mir gefällt, wie effizient das Training ist”

Rhule sagte, dass er gerne mit einer Wettkampfphase im Training beginnt,  um die Energie der Spieler zu steigern. Daraufhin zollte er seinen Assistenten Anerkennung dafür, wie sie die Spieler während der individuellen Drill-Einweisung mit der nötigen Energie versorgen.

“Ich sage unseren Trainern immer wieder: Lasst uns sicherstellen, dass wir die Energie selbst vorleben, die wir von den Spielern sehen wollen. Lasst uns sicherstellen, dass wir die Detailgenauigkeit haben”, sagte Rhule. “Wir sind kein Rah-Rah, sondern High-Five. Wir coachen und geben Details vor” Es geht also darum, dass man sich beim Trainieren viel Mühe gibt und viele Details kennt.

Aber wenn man bedenkt, wie merkwürdig diese Preseason und dieses Trainingslager ist, macht es Sinn, dass Spieler und Trainer auf dem Rasen voller Energie sind. Wie Burris es ausdrückte, ist Training, wenn sich die Dinge während einer Pandemie so normal anfühlen wie möglich.

Der Headcoach teilte eine ähnliche Einschätzung:

“Das ist es, was wir gerne tun. Wir sitzen hier in Meetings, wir kommen um 6 Uhr morgens ins Gebäude. Wir sind bis acht, neun Uhr abends hier. Die einzige Zeit, in der wir uns amüsieren können, ist das Training. Wir versuchen also, das Training gleichzeitig unterhaltsam, kompetitiv und hart zu gestalten.“

Matt Rhule glaubt an die Kontrolle – idealerweise über das Laufspiel – eines Footballspiels. Er coacht sein Team eher aggressiv, zum Beispiel spielt er gerne – in Absprache mit seinem Offensive Coordinator – kurze, vierte Versuche aus.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass er die Spielzüge der Offense callen wird. Jedoch wird er zusammen mit Brady das Schema bearbeiten und seine Ideen einbringen.

Auch mit Snow harmoniert Rhule perfekt, da diese schon lange zusammenarbeiten und ein super Verhältnis zueinander pflegen.

Einschätzung: Passt Matt Rhule zu den Panthers?

Matt Rhule ist ein Trainer, für den die Spieler durchs Feuer gehen.

Das merkt man unter anderem auch daran, dass Spieler wie Robby Anderson oder auch P.J. Walker, die bereits mit Rhule gearbeitet hatten, sich für die Carolina Panthers entschieden haben.

Gerade in einem jungen Team im Umbruch, ist ein neuer Headcoach, der den Locker-Room hinter sich hat, genau das Richtige.

Nicht nur das Team steht hinter Matt Rhule, sondern auch der Besitzer Tepper scheint sehr angetan vom neuen Headcoach zu sein. Das zeigt auch die Laufzeit des Vertrags von über 7 Jahren.

Rhule wird genug Zeit bekommen, um sich sein Team aufzubauen.

Wir hoffen, dass er sein Versprechen in der Eröffnungsrede halten kann und eines Tages den Superbowl nach Carolina holt.

Empfehlung:

Möchtet ihr mehr über die Spielzüge der Offense oder über die Aufstellungen der Defense wissen? Dann empfehlen wir die Beiträge über Joe Brady oder Phil Snow unter “On Field”

 

Das Geheimnis um Samuels Rolle in der Offense

Offensive-Coordinator Joe Brady äußerte sich bereits im Juni über die Pläne, die er für Curtis Samuel vorsieht. In einem Interview machte er deutlich, dass der 24-Jährige auf dem gesamten Feld eingesetzt werden kann. Hinzu kommt, dass Matt Rhule des Öfteren hervorhebt, welche Erfahrungen Samuel auch auf der Runningback-Position schon sammeln konnte.

Sind das die Indizien für eine neue Allzweckwaffe in der Offense der Carolina Panthers? Und ist vor allem Speed der neue Schlüssel zum Erfolg?

Am Donnerstag den 13.08.2020 stellte sich Curtis Samuel in einer Videokonferenz zur Verfügung, um Fragen zu seiner Rolle in der Offense und dem neuen System zu beantworten.

Vorab sei schon so viel gesagt. Die genauen Pläne von Joe Brady konnte man ihm leider nicht entlocken. Lediglich ein großes Grinsen machte sich bei der Frage nach seiner zukünftigen Rolle in der Offense in seinem Gesicht breit. Details behielt er für sich. Ein aufregendes Geheimnis, was die Vorfreude auf die nächste Saison nur noch mehr steigert.

Coaches wollen seine vielen Facetten ausnutzen

„Ich werde nicht in die Details gehen oder den Leuten irgendwelche Hinweise auf das, was noch alles kommt geben. Aber mit meinem Skillset habe ich Fähigkeiten außen, innen und auch als Runningback zu spielen. In meiner bisherigen Karriere habe ich viel Erfahrung gesammelt, da ich auf verschiedenen Positionen zum Einsatz kam. Das gibt mir definitiv die Flexibilität, noch mehr machen zu können.“

In seiner letzten Saison auf dem College in Ohio, im Jahr 2016, gelangen Samuel lediglich 74 Receptions für 865 Yards und 7 Touchdowns. Erwähnenswert ist jedoch, dass er auch im Lauf stark war. Dort erzielte er in derselben Saison 771 Yards bei 97 Carries. Daher rührt der Gedanke, ihn auf dem gesamten Feld in Joe Bradys Offense zu installieren. Dies scheint eine faszinierende Chance für einen Spieler zu sein, der bereits stets am Rande einer Break-Out-Saison abliefert.

Samuel freut sich jedes Mal aufs Neue auf das Training. „Weil ich weiß, dass es etwas Besonderes ist, bin ich Tag für Tag gespannt, wenn ich den Trainingsplatz betrete.“

Auf einer Pressekonferenz zu Beginn des Trainingscamps äußerte sich Coach Rhule bereits über Curtis Samuel. (Anm. d. Red.: Den Artikel über die PK findet ihr auf https://www.germanriot.de/matt-rhule-absage-der-preseason-covid-19-und-wie-er-seinen-kader-fuer-2020-aufbauen-wird/). Dort sprach er die Besonderheiten von Samuels Spielstil und die Fähigkeiten von ihm an. Besonders das Spiel in der Tiefe pickte sich der Headcoach heraus, da er bei Samuel die besondere Fähigkeit sieht, hinter die Defense zu kommen. Aber auch unterstrich Rhule, dass unsere Nummer 10 außen, innen, im Slot oder auch als Runningback spielen kann.

Schnelligkeit soll der Schlüssel zum Erfolg werden

Mit dem neuen Quarterback Teddy Bridgewater an der Seite von D.J. Moore und Robby Anderson wird Schnelligkeit definitiv ein zentrales Thema der Joe Brady Offense werden.

„Wir haben so viel Speed in unserem Wide-Receiver-Raum. So viel Speed. Wir haben Leute, die dich einfach überlaufen können. Das stellt eine Bedrohung für andere da und das können wir auf jeden Fall als unseren Vorteil verbuchen. Wenn wir uns gegen die Defense aufstellen, wissen die schon, dass sie rennen werden müssen.“

„Wenn du schnelle Wide-Receiver hast, werden sehr viele Cornerbacks – egal in welchem System sie sich gerade befinden – eher keine Press-Coverage spielen. Dann bieten sich zum Beispiel mehr Räume für die kurzen Pässe unterhalb der Secondary. Auch werden viele Safeties hinten tief sichern, weil sie nicht überlaufen werden wollen. Für die kurzen Bälle – unterhalb der Secondary – können dann Tight Ends, andere Receiver oder auch Runningbacks ihre Routen laufen. Mit Speed hat man so viel mehr Möglichkeiten.“

Zwar beendete Samuel die letzte Saison mit Karriere-Höchstwerten – 757 Scrimmage Yards und 7 Touchdowns – , jedoch hatte man 2019 nicht das Gefühl, dass er richtig zünden konnte. Ursächlich dafür war wohl die schwierige Quarterback-Situation bei den Carolina Panthers. Kyle Allen – laut Josh Hermsmeyer bei „FiveThirtyEight“ als der schlechteste Deep-Passer der Liga gelistet – und Will Grier hatten Probleme damit, den Ball in die Tiefe zu werfen. Was die Separation vom Gegner angeht, hatte  Samuel 2019 einer der besten Werte von allen Wide Receivern der Liga.

Die Dinge, die letzte Saison passiert sind, gehören laut Curtis Samuel jedoch nun der Vergangenheit an.

„Mein Job ist ganz einfach mich frei zu laufen und dem Quarterback eine Möglichkeit mehr zu geben, den Football zu einem Spieler zu werfen. Manchmal laufe ich eine schlechte Route und manchmal ist es auch der Quarterback, der einen schlechten Ball wirft. Es ist wie es ist. Das darf mich dann nicht frustrieren. Es geht dann wieder darum, für den nächsten Spielzug bereit zu sein und weiter durch zu ziehen. Der Ball wird mich dann finden.“

Das Geheimnis um seine zukünftige Rolle in der Offense konnte zwar nicht ganz gelüftet werden, jedoch lassen die Coaches und Curtis Samuel durchblicken, dass er in der Offense jede Position bekleiden wird. Unter Quarterback Teddy Bridgewater kann er sich zu einem wichtigen Ziel als Passempfänger entwickeln. Dass er auch in manchen Spielzügen als Runningback fungieren wird, scheint auch nicht ganz unwahrscheinlich.Vielleicht kann ihm Bridgewater endlich zu der ersehnten Break-Out-Saison verhelfen. Man wird sehen, ob Samuel das neue Schweizer Taschenmesser neben All-Pro Runningback Christian McCaffrey in der Offense werden wird. Wir dürfen gespannt sein.

Quelle: Antwan Staley

Donte Jackson: “Alles oder Nichts”

Wahrscheinlich gibt es zurzeit keinen Spieler im Kader der Panthers, der einen Neustart so gut gebrauchen kann wie der Zweitrundenpick aus dem Jahr 2018, Donte Jackson.

Nicht nur wegen der Tatsache, dass eine Oberschenkelverletzung den Cornerback über weite Strecken der zweiten Saisonhälfte behinderte, jedoch vielmehr, dass Interims-Headcoach Perry Fewell den 24-jährigen für einige Zeit der letzten Saison auf die Bank verfrachtete.

Grund dafür waren laut Fewell mehrere Big Plays, die Jackson im Rahmen seiner Coverage zugelassen habe. Als sich Jackson dann nach dem Falcons-Spiel zu der Aussage „zwei schreckliche Calls von Perry Fewell“ hinreißen ließ, bedeutete dies die Bank für Jackson in Woche 16 gegen die Colts.

Donte Jackson will die Saison 2020 nun positiver als die letzte gestalten. Deswegen arbeitete er in der Offseason mit dem ehemaligen Pro-Bowl-Cornerback Ryan Clark der Pittsburgh Steelers zusammen. Ziel sei es, sein Spiel neu zu definieren sowie Körper und Geist gesund zu halten.

Am Donnerstag den 06.08.2020. stellte er sich einigen Fragen per Video-Liveschaltung.

Dontes Analyse zu den durchwachsenen Leistungen in den ersten zwei Jahren

Auf die Frage, woran er am meisten in der Offseason gearbeitet habe antwortete Jackson, dass er sein Spiel mit den Augen verbessert und an vielen Details für die Cornerback-Position gearbeitet hat. Er betonte, dass die Gesundheit sehr wichtig für ihn sei. Vor allem habe er auch darauf geachtet, dass er seine alten Blessuren aus dem letzten Jahr im Blick behält. In diesem Fall behielt er besonders seinen Oberschenkel, seinen Hüftbeuger und seine Oberschenkelsehnen im Auge. Diese angesprochenen Verletzungen sind laut Donte Grund dafür gewesen, dass er letzte Saison nicht laufen konnte, keine Cuts machen konnte und auch andere Dinge einfach nicht funktionierten.

„Ich muss sicherstellen, die 100 % zu erreichen. Wenn mir das gelingt weiß ich, dass ich einer der besten Cornerbacks dieser Liga sein kann und meinem Team die Möglichkeit gebe zu gewinnen.“

In der Amazon-Dokumentation „All or Nothing“ wurden seine Schwachstellen in seiner Rookie-Saison offengelegt. Schwächen in der Passdeckung und Auffälligkeiten im sozialen Verhalten kamen durch die Serie ans Tageslicht. Vergessen darf man jedoch nicht, dass sein zweifelloses Können mehrfach aufblitzte. Insbesondere seine 4 Interceptions in den ersten 8 Spielen erinnerten die Verantwortlichen daran, weshalb sie Donte im Draft ausgewählt haben. In der zweiten Saisonhälfte ließ seine Leistung nach. Diese Unbeständigkeit zog sich dann auch wie ein roter Faden durch die gesamte 2. Saison mit den Panthers.

In diesen Zeiten machten gegnerische Quarterbacks Donte Jackson vermehrt als Schwachpunkt aus  und warfen deshalb den Ball öfters in seine Richtung. Auch führte er in seiner 2. Saison weniger Tackles als im Jahr zuvor durch.

Seine Qualitäten als „Ball-Hawk“ müssen jedoch auch in seiner zweiten Saison hervorgehoben werden. Immerhin konnte Jackson 3 Interceptions in 13 Spielen verbuchen. Ihm selbst sei bewusst, dass er die vergangenen 2 Jahre nicht konstant genug gespielt hat. Deswegen weiß er, dass die Saison 2020 ganz im Zeichen von „Alles oder Nichts“ stehen wird.

„Letzte Saison hatte ich einige Verletzungen. In dieser Offseason lag deshalb mein Hauptaugenmerk auf meinem Körper. Dementsprechend brauche ich mir keine Sorgen darüber machen, ob ich nächste Saison nicht bei 100% bin.“

Donte hat deswegen diese Offseason mehr Zeit denn je im Kraftraum verbracht. Denn er weiß, dass die Schwierigkeiten auf dem Spielfeld im letzten Jahr mitunter auf die Probleme mit seinem Körper zurückzuführen waren. Ohne die körperlichen Probleme wird er sich mehr auf andere Dinge fokussieren können.

Jackson fügte hinzu, dass die nächste Saison sehr wichtig für ihn sei und dass er viel von sich selbst erwarte. Er ist bereit loszulegen und will am Ball bleiben. Dies will er bewerkstelligen, indem er mehr Zeit im Filmraum verbringt, mehr Zeit in die Physiotherapie steckt und sowohl auf als auch neben dem Spielfeld ein Anführer sein will.

Neuanfang mithilfe des neuen Trainerstabs

Der brandneue Trainerstab – u.a. mit Headcoach Rhule und dem neuen Defense-Koordinator Phil Snow – wird auf Donte Jackson bauen. Nachdem James Bradberry zu den NY Giants wechselte, ist Donte Jackson unter allen Spielern im Kader nun derjenige, der den Job des Cornerbacks bei den Carolina Panthers am längsten ausführt.

Coach Rhule und auch Phil Snow bekundeten bereits, dass sie sehr hohe Erwartungen an den jungen Cornerback stellen. Defensive-Coordinator Snow teilte mit, Donte müsse mehr an den Details in der Deckung arbeiten. Jackson und Snow haben in der Offseason deswegen sehr viel miteinander kommuniziert.

„Coach Snow und ich haben definitiv viel miteinander gesprochen. Auch Coach Rhule und ich tauschen uns in der Offseason sehr oft aus. Ich weiß um meine Qualitäten und auch die Coaches wissen wozu ich zu leisten im Stande bin. Das ist der Grund dafür, weshalb sie mir vertrauen. Sie vertrauen mir an, den Cornerback-Raum anzuführen und einer der besten Cornerbacks der Liga zu werden.“

„Mit jemandem wie Coop arbeiten zu dürfen ist sehr erfrischend und für mich ein Schritt nach vorne.“

Der neue Cornerback-Coach Evan Cooper wird Donte Jackson diese Saison als Hilfe zur Seite stehen. Cooper spielte bei Temple unter Matt Rhule. Später kam er dann als Assistent zu Rhule zurück und verhalf ihm und den Baylor Bears als Cornerback-Coach zu den zweitmeisten Interceptions US-weit.

Laut Jackson haben die beiden bereits in der Kürze der Zeit eine starke Beziehung zueinander aufgebaut. Um seine Techniken zu verbessern, schickte Donte seinem Coach Videos von seinen Spielen. An solch eine Zusammenarbeit war damals zwischen Jackson und dem damaligen Cornerback-Coach Perry Fewell – der später bekannterweise Interims-Headcoach wurde – nicht zu denken.

„Mit Coach Cooper habe ich in der Quarantäne-Zeit so gut wie jeden Tag gesprochen. Nicht ausschließlich über Football, sondern auch über Familie und grundsätzlich um eine Bindung herzustellen. Ich denke, dass wir beide sehr viel gemeinsam haben. Er ist sehr enthusiastisch, er sagt dir geradeaus ins Gesicht was er denkt und ist sehr detailverliebt. Er hat ein Auge für kleinste Details und ebenso auf meine Technik.“

Jackson in der Rolle als Mentor für den jungen Cornerbackraum

Mit den vielen Veränderungen des Kaders wurde Jackson sozusagen über Nacht von einem unerfahrenen Spieler der Defensive zu einem Veteran. Aufgrund dessen ist er für Rookies wie z.B. Troy Pride Jr. oder Stantley Thomas-Oliver zu einem Leader geworden. Da diese Jungs womöglich früh in die Saison eingreifen müssen, können sie bereits schnell in schwere Situation geraten. Diesbezüglich hat Donte Jackson auch seine Erfahrungen gemacht und bereits viel Lehrgeld gezahlt. Diese Erfahrungen kann er nun an die Rookies weitergeben und ihnen bei ihrer Entwicklung helfen.

„Lernen wie man mit Verletzungen umgeht. Damit umgehen zu können, wenn man nicht bei 100% ist. Nicht bei 100% sein und folglich nicht mit Gegnern mitlaufen zu können, mit denen man eigentlich mithalten kann. Das hat mein Selbstvertrauen gebrochen und hat mich völlig aus dem Tritt gebracht. An diesen Punkten will ich ansetzen. Gegen Widrigkeiten anzukämpfen und mit allem was passieren kann umzugehen. Das habe ich letzte Saison nicht hinbekommen.“

Jackson scheint ein wenig älter und weiser geworden zu sein. Ein Spieler, der bereit zu sein scheint, in seiner ausschlaggebenden 3. Saison etwas weniger frech wirken zu wollen. Als man ihn abschließend fragte, ob er oder Troy Pride Jr. – der beim Combine eine 4.4 gelaufen ist – schneller sei, antwortet er in gewohnter, groß tönender Action-Jackson-Manier:

„Komm schon, Mann!“, lachte er. „Was denkst du denn bitte was meine Antwort darauf ist? Er ist schnell, aber komm schon… Er ist nicht schneller als ich.“

Quelle: Antwan Stanley, The Riot Report

Shaq Thompson: Führungsqualitäten, das Team und die Defense

Viele Augen sind nach dem Abgang von Luke Kuechly nun auf Shaq Thompson gerichtet. Führungsqualitäten und der berühmte Schritt nach vorne ins Rampenlicht werden jetzt von ihm gefordert.

Im Trainingslager von Spartanburg sagte Shaq im letzten Jahr, dass er ein gutes Gefühl für die Saison 2019 hat. Was daraufhin folgte, lässt sich als ein ziemlich gutes Jahr betiteln. Unsere Nummer 54 verzeichnete letzte Saison so viele Tackles wie noch nie zuvor. Letztendlich krönte er die Saison mit einer großen Vertragsverlängerung.

In dem Interview vom 02. August 2020 beantwortet er Fragen zu seiner künftigen Rolle als Führungsperson, seine Eindrücke von seinen neuen Kollegen und natürlich auch die anstehenden Herausforderungen im Hinblick auf die etwas andere Preseason.

Saison 2020: Personelle Veränderungen und andere Rollenverteilungen

Dass Shaq Thompson nächste Saison den nächsten Schritt gehen muss, ist ihm bewusst. Er sieht keinerlei Probleme darin, dieser geforderten Rolle in der Saison 2020 gerecht zu werden. Er selbst hat sich dieses Ziel zur Aufgabe gemacht. Als sein Linebacker-Partner Luke Kuechly das Boot verließ, wusste Shaq Thompson, dass er nun die Rolle seines Freundes bekleiden muss.

„Meine Führungsspieler in der Defensive waren damals T.D. und Luke. Beide sagten nun zu mir, dass ich jetzt derjenige bin, der den Ton anzugeben hat. Das werde ich tun.“

In seinen Augen gibt es bei den Panthers auch viele andere Führungsspieler, mit denen er das Team gemeinsam vorantreiben möchte.

„Es gibt viele andere Führungsspieler auf ihren Positionen. Christian McCaffrey als Runningback. Russel Okung, Matt Paradis und Tyler Larsen in der O-Line. Teddy Bridgewater ist es bei den Quarterbacks. D.J. Moore ist ein Leader der Wide Receiver. Tre Boston bei den Safeties. Tahir und ich sind Leader der Linebacker. K.K. Short, Stephen Weatherly und all die anderen in der D-Line. Jede Position verfügt über Leader.“

Shaq Thompson mit Vorfreude und Zuversicht für die nächste Saison

Optimistisch schaut Shaq Thompson in die Zukunft, wenn er an die zukünftigen Leistungen seiner Defensive denkt. Auch scheint er von seinem neuen Defensiv-Koordinator sehr angetan:

„Wir haben ein völlig anderes Coaching Team und werden deren Spielweise umsetzen.“

„Dieses System erlaubt es, viele athletische Spieler auf das Spielfeld zu bringen. Wir werden Plays kreieren und einfach Football spielen. Ich denke Coach Snow hat einen guten Job gemacht und wir sind startklar.“

Vor allem ist er froh, dass er wieder K.K. Short in der D-Line begrüßen kann. Euphorisiert erwähnte er, dass er es kaum abwarten könne K.K. zusammen mit Derrick Brown in Aktion zu sehen. Für ihn ist Brown ein Spieler, der in Shaqs Augen einmal eine gute Rolle in der NFL spielen kann. Vor allem sieht er die D-Line – mit Brian Burns und Stephen Weatherly als Defensive Ends – sehr gut aufgestellt.

„Ich liebe es, dass K.K. wieder da dabei ist. Er ist so wichtig für die Defensive und macht einen so großen Teil aus. Er wird Derrick Brown sehr viel beibringen können.“

An der Vergangenheit will sich Shaq gar nicht messen lassen:

„Man braucht nicht mehr über letztes Jahr zu sprechen, weil alles anders sein wird. Wir haben auch neue Spieler dazu bekommen. Es bringt uns nichts, dem vergangenen Jahr hinterher zu trauern. Es zählt nur das nächste Jahr.“

Wie die Mannschaft nun zusammenwachsen muss

Dass die Verantwortlichen der Panthers ausschließlich Spieler für die defensive Seite des Balles drafteten, nahm Shaq gelassen hin. Er betonte, dass er dem Drafting-Stab vertraue und optimistisch sei, ein gutes Team mit den Rookies zu formen.

Bis jetzt hat er schon alle Rookies im Locker Room, aber auch vorher bei virtuellen Treffen, kennenlernen können. Auch hat er beispielsweise mit dem Neuzugang und zukünftigen Partner auf der Linebacker-Position Tahir Whitehead Kontakte geknüpft.

Gerade mit ihm habe Shaq sich auf Anhieb verstanden, sodass die Chemie sofort stimmte.

Auf die Frage, ob es Schwierigkeiten im sozialen Umgang aufgrund der besonderen Vorkehrungen in Bezug auf das Coronavirus gebe, antwortete Shaq, dass sich bis auf das Abstandhalten nichts geändert habe. „Die Jungs sprechen nach wie vor miteinander über Football und andere Themen.“

Auf was es in der nächsten Zeit besonders ankommt

Herausforderungen sieht Shaq Thompson dennoch  auf sich und die gesamte Defensive zukommen. Ihm ist bewusst, dass die Trainingsphase kürzer ist als gewohnt. Er betont, dass gerade diese junge Defensive viele Erfahrungen sammeln muss. Hervorhebend erwähnt er, dass es am Ende des Tages aber immer nur um die eine Sache geht, welche die Spieler ihr ganzes Leben lang schon betreiben. Und zwar das Footballspielen.

„Wir müssen uns schnell bewegen, raus gehen und spielen. Wir müssen unsere Techniken beherrschen und die Zuordnung in der Defensive muss stimmen. Dann wird alles gut werden.“

Shaq stellt klar, dass er sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellt. Als er nach einem weiteren persönlichen Ziel gefragt wurde, bestätigte er dies:

„Ich will mit dem Team Siege feiern und der Franchise helfen Siege einzufahren. Ich habe mir auf die Fahne geschrieben ein Teamplayer zu sein.  Darauf fokussiere ich mich. Es geht nur um das Team.“

Zu Zeiten der anhaltenden Pandemie stellte er klar, dass es in der gesamten NFL nun darauf ankomme, klug zu agieren und nicht in Egoismus zu verfallen. Gerade die jüngeren Spieler müssten zunächst den Spaß hinten anstellen. Alle Spieler in der NFL müssen besonnen reagieren, bis man Covid 19 im Griff hat.

In den Meetings habe man bereits mit den jungen Spielern geredet. Sollte Bedarf bestehen, wird auch Shaq den Austausch mit ihnen anregen. Er weiß, dass die jungen Athleten in Zukunft Profis sein werden und dass er sie bei dem Prozess unterstützen möchte. Man merke jedenfalls sofort, dass die Panthers intelligente Rookies in den Kader geholt haben.

„Wenn du die Saison spielen willst, musst du auch an andere Menschen denken und nicht nur an dich selbst.“

Diese Umstände bringt die Pandemie mit sich

Dass es diese Saison keine Preseason-Spiele gibt, birgt für Shaq Thompson sowohl Vor- als Nachteile.

„Der Nachteil ergibt sich für die Rookies, ungedraftete Free Agents oder die Jungs aus den ersten zwei Jahren. Sie wollen es ins Team schaffen, aber es gibt  keinen Film über sie. So ist es schwer zu zeigen, dass sie es drauf haben und sich in dieser Liga etablieren können.“

„Der Vorteil ist, dass wir uns vor der dem Ligastart besser ausruhen können.“

In der Offseason beteiligte sich Shaq an Protesten und Märschen im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung. Darauf angesprochen betonte er, wie wichtig es ihm ist, einen Wechsel auf allen Ebenen herbeizuführen.

„Ich will jeden afroamerikanischen Menschen unterstützen. In jeglicher Hinsicht.“

Schließlich fragte man ihn, was er von der NFL bezüglich der Bewegung sehen möchte. Diese Frage beantwortete Shaq nicht. Stattdessen machte er folgendes Statement :

„Ich will sehen, dass die Polizisten verhaftet werden, die Breonna Taylor getötet haben. Und ich will, dass die Ermittlungen im Fall von Stephon Clark neu aufgerollt wird.“

Auf die Frage, ob er schon Kontakt zu Luke Kuechly in dessen neuer Rolle als Pro Scout hatte, stellte er eindrucksvoll folgendes klar:

„Luke ist mein Bruder. Wir haben immer Kontakt. Wir reden über Football, Familie und so viele andere Sachen. Das halten wir auch so bei. Über sein Aufhören und seinen neuen Job reden wir nicht. Die Beziehung bleibt so wie sie immer war.“

Zusammenfassend machten Shaq Thompson’s Einblicke Lust auf die folgende Saison. Gewiss wird es neben hoffentlich vielen Hochs auch das ein oder andere Tief in der Defensive geben. Dies wird letztlich der Unerfahrenheit und der wenigen Spielpraxis geschuldet sein.

Man wird das Zusammenwachsen der Defense wohl mit Spannung verfolgen dürfen. Ein zentraler Baustein hierfür wird die Nummer 54 der Carolina Panthers, Shaq Thompson, sicherlich sein.

Quelle: Youtube
Bilder: Carolina Panthers

Die 5 größten Duelle im Trainingscamp der Carolina Panthers

Die Carolina Panthers haben ihre Franchise in der Offseason 2020 ordentlich umgekrempelt. Im Trainerstab, sowie auf dem Spielfeld haben einige Veränderungen stattgefunden.

Begonnen hat alles mit dem Trainerwechsel von Ron Rivera zu Matt Rhule, der 3 Jahre lang die College-Mannschaft von Baylor betreute. Seitdem wurde der Kader stark verändert. Unser jahrelanger Franchise-Quarterback Cam Newton wurde entlassen und durch Teddy Bridgewater ersetzt. Dieser wurde mit einem 3-Jahresvertrag in Höhe von 63 Mio. Dollar ausgestattet. Namen wie Luke Kuechly, Greg Olsen, Eric Reid oder Gerald McCoy werden nächste Saison nicht mehr für die Panthers auf dem Platz stehen.

Ein Lichtblick der Offseason war die Vertragsverlängerung von Star-Runningback Christian McCaffrey. Mit der Einigung auf einen 4-Jahresvertrag in Höhe von 64 Mio. Dollar machte man ihn zum bestbezahlten Runningback der NFL.

Zudem stimmte der Draft die Panthers-Fans größtenteils positiv. Historisch bisher einmalig drafteten die Carolina Panthers ausschließlich Defensivspieler mit ihren insgesamt 7 zur Verfügung stehenden Picks. Die Hoffnung auf eine starke Defensive in den nächsten Jahren wächst in allen Anhängern der Panthers heran.

 

 

 

 

Nach dieser kleinen Rückschau ist es Zeit in die Zukunft und somit auf die heißen Duelle des Trainingscamps zu schauen. Wer kann sich beweisen und sich einen Platz im Kader erkämpfen? Schauen wir es uns an!

Juston Burris gegen Jeremy Chinn um die Rolle des Strong Safety (SS)

Um Jeremy Chinn an der 64. Stelle des Drafts auszuwählen, tradeten sie extra hoch. Das ist ein Indiz dafür, welch hohes Ansehen Jeremy Chinn bei der Führungsetage genießt. Viele sehen ihn als zukünftigen Strong Safety der Panthers. Doch könnte es sein, dass hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird? Ganz unwahrscheinlich ist es schließlich nicht, dass Juston Burris – kommt als Free Agent aus einer seiner besten Saisons – als SS gegen die Raiders starten wird. Es hängt auch davon ab, wie die Panthers Jeremy Chinn einsetzen wollen. Aufgrund seiner Athletik könnten sie ihn auch auf anderen Positionen gut gebrauchen. Und das muss nicht zwangsläufig direkt als Starter sein.

Coach Rhule äußerte sich via „The Charlotte Observer“ folgendermaßen über Chinn:

„Wir denken, dass wir ihn so trainieren können, dass er Safety, Nickel oder auch SAM spielen kann. Er kann aber auch als Cornerback Nr. 2 agieren, wenn er reinkommt. Danach wieder den Nickel oder Dime übernehmen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass er die Runningbacks oder Tight Ends decken kann. Wenn ich mir anschaue, auf welche wir davon in der NFC South treffen, ist Jeremy Chinn ein Spieler, den wir auf sie ansetzen können.“

 

Eli Apple gegen Troy Pride Jr. im Duell um den Job als startender Cornerback (CB) neben Donte Jackson

 In der Secondary der Panthers hat sich in der Offseason einiges verändert. James Bradberry, Ross Cockrell und Javien Elliot werden nicht mehr für die Panthers auflaufen und wurden durch Troy Pride Jr., Thomas-Oliver und Eli Apple ersetzt. Eli Apple ist ein ehemaliger 1. Runden-Pick, der letzte Saison 15. Mal für die Saints startete. Donte Jackson ist der beste Cornerback des Teams. Die Panthers brauchen jedoch auf der anderen Seite eine solide Nr. 2. Es scheint so, als wäre Eli Apple favorisiert. Man darf jedoch nicht Troy Pride Jr. außer Acht lassen, der sich die Aufmerksamkeit des Head Coaches bereits erarbeitet hat.

Coach Rhule sprach in einem Interview über Pride Jr.:

„Ich hatte bereits eine großartige Videokonferenz mit ihm. Meine Frau bekam die Unterhaltung während sie kochte mit und fragte mich nach Beendigung der Videokonferenz, mit wem ich gesprochen habe. „Das ist ein Profi“ sagte sie zu mir. Bei Troy handelt es sich um einen sehr reifen Mann, der viel Football gespielt hat. Und bei solch einer Offseason, ohne die offiziellen Trainingseinheiten, denke ich, wird er aufgrund seiner Reife reinkommen und sofort helfen.“

Dass es keine richtige Vorbereitung gab, wird besonderen Einfluss auf die „Rookies gegen Veteranen“-Duelle haben. Die Rookies waren die letzten Monate sehr fleißig was ihre Vorbereitung angeht. Dies kann im Einzelfall dafür ausschlaggebend sein, dass sie am Ende die Nase vorne haben.

Es scheint so, als könnte Troy Pride Jr., der auf seinem College Notre Dame auch Teil des Sprintteams war, aus seiner guten Vorbereitung Kapital schlagen können.

 

Das Battle um den Spot als Rechter Guard (RG) zwischen Michael Schofield und Dennis Daley

 Center Matt Paradis und rechter Tackle Taylor Moton werden offensichtlich als einzige Starter aus der Saison 2019 zurückkommen. Unser ehemaliger Pro Bowler und rechter Guard Trai Turner wurde gegen Russel Okung, den linken Tackle der Chargers getradet.

Zudem verpflichteten die Panthers den 60-maligen Starter John Miller von den Bengals. Ihm scheint der Spot als Starter auf der linken Guard-Position so gut wie sicher.

Folglich bleibt nur noch der Platz des rechten Guards vakant. Und dieser wird schwer umkämpft sein. Hier könnte es zum Show-Down zwischen Michael Schofield und Dennis Daley kommen.

Dennis Daley wurde letztes Jahr in der 6. Runde gedraftet und wurde direkt ins kalte Wasser geworfen. Und man kann sagen, dass er hinsichtlich der Pass Protection ganz gut abgeliefert hat. Diese Erfahrung könnte ihm für eine komplette Saison 2020 weiterhelfen.

Ihm im Weg steht kein geringerer als Michael Schofield, der 7 Jahre Erfahrung mit sich bringt und die Panthers als rechter Tackle der Denver Broncos im SuperBowl 50 besiegte. Seine Erfahrung kann ausschlaggebend sein für seine Rolle als Starter bei den Panthers. Zudem hat Schofield bereits mit Okung und auch dem neuen Offensive Line Coach Pat Meyer in Los Angeles zusammengearbeitet. Zuletzt kommt hinzu, dass Schofield auch 3 Jahre lang zusammen mit Matt Paradis in der O-Line der Broncos stand.

Wer wird Backup Quarterback (QB) hinter Teddy-B ? Wird es Will Grier oder P.J. Walker?

Dass Teddy Bridgewater der gesetzte Quarterback ist, daran zweifelt niemand. Das Rennen und seinen Backup-Platz scheint jedoch offen zu sein.

Will Grier wurde letzte Saison in der 3. Runde des Drafts von den Panthers ausgewählt. 2 Mal stand Grier als Starter auf dem Spielfeld. Dort brachte er weniger als 54% der Bälle an den Mann. Zudem warf er insgesamt 4 Interceptions. Dass er die wiederkehrenden Spieler der letzten Saison schon kennt, könnte in seine Karten spielen und ihm einen Vorteil verschaffen.

P.J. Walker spielte in den Jahren 2013-2016 unter Coach Rhule für die Temple University. Letztes Jahr war auf bestem Wege der MVP der neugeschaffenen XFL zu werden, ehe diese inmitten der Saison abgebrochen wurde. Walker‘s Rekord mit den Houston Roughnecks lag bei 5:0 Siegen. Er warf 1,388 Yards, 15 Touchdowns und dabei 4 Interceptions. Walker lebt seit einigen Monaten in Charlotte und trainierte in der letzten Zeit mit Daniel Jones von den New York Giants und dem ehemaligen Duke Quarterback Anthony Boone.

Boone über P.J. Walker via „The Observer“:

„Er ist der Typ, der bei der richtigen Möglichkeit, in der richtigen Zeit und den richtigen Umständen, dieselben Leistungen in der NFL abrufen kann. Er ist geschärft und geschliffen“

 

Wird Tahir Whitehead der Nachfolger von Luke Kuechly als Middle Linebacker (MLB), oder hat Jermaine Carter eine Chance?

Bekannterweise begab sich die Franchise-Legende Luke Kuechly in die frühe, jedoch wohl verdiente Rente. Anstatt den einen Erben für den Posten neben Shaq Thompson zu verpflichten, priorisierte man eher den Aufbau der gesamten Defensive beim Draft. Tahir Whitehead wurde als Ersatz für Luke Kuechly in der Free Agency verpflichtet. Whitehead tat sich in der letzten Saison bei den Raiders schwer beim Verteidigen gegen den Pass.

Die langjährige Erfahrung von Whitehead wird ihm zunächst einen vorläufigen Vorsprung für das Duell mit Carter geben. Doch klar ist auch, dass die Türe für jüngere Athleten aus den eigenen Reihen offen steht.

Und in den Startlöchern steht Jermaine Carter, welcher der wohl interessantere Spieler im dritten Jahr bei den Panthers ist. Immerhin hat der 5. Runden-Pick im Saisonfinale gegen die Saints Tackles im zweistelligen Bereich auf dem Spielfeld gezeigt. Andre Smith, der 2 Runden später als Jermaine Carter im selben Draft gewählt wurde, wird sich wahrscheinlich hinten anstellen müssen. Denn bis jetzt konnte er noch nicht auf sich aufmerksam machen. Aber auch da ist abzuwarten, ob er den Trainerstab nicht doch durch starke Leistungen im Trainingscamp überzeugen kann.

Letztlich ist noch Pass-Rushing-Spezialist Christian Miller zu erwähnen, der normalerweise eine Rolle als Outside-Linebacker einnehmen wird. Wie Smith hat auch er nur eine minimale Chance auf den Job als Erbe von Luke Kuechly.) (Anm. d. Red.: Christian Miller gab am 03.08.2020 bekannt, dass er freiwillig die Saison 2020 aussetzen wird) . Der Trainerstab wird wohl auf ein gutes Trainingscamp vom jungen Jermaine Carter hoffen und ihn dann guten Gewissens in das Duell mit Whitehead schicken.

Quelle: CBS Sports
Bilder: Carolina Panthers

Matt Rhule: Absage der Preseason, COVID 19 und wie er seinen Kader für 2020 aufbauen wird.

Coach Matt Rhule stand am Mittwochabend per Videokonferenz Rede und Antwort bei Fragen rund um den Start des Trainingscamps. Zwangsläufig drehten sich viele Fragen um die Umstände, die der Coronavirus verursacht, was der Headcoach von seinen Spielern erwartet und wie er es meistern wird, einen schlagkräftigen Kader für die Saison 2020 auf die Beine zu stellen.

Zunächst startete Matt Rhule`s erste Pressekonferenz des Trainingscamps mit guten Nachrichten: Aktuell steht keiner seiner Spieler auf der COVID/Reserve-Liste der NFL. Dies teilte ein Sprecher der Panthers vor Beginn der Redezeit von Coach Rhule mit. Folglich kann der Coach auf alle seine Spieler zurückgreifen und verliert zu Beginn des Trainingscamps kein Personal an das Coronavirus. Die PR-Abteilung stellte für das restliche Trainingscamp klar, dass hinsichtlich des Coronavirus keine Einzelheiten über den Gesundheitsstatus der Spieler bekanntgegeben werden. Sollte sich also ein Spieler auf der COVID/Reserve-Liste befinden, wird man nicht erfahren ob derjenige Spieler selbst infiziert ist, oder lediglich Kontakt zu Infizierten hatte.

Um den Virus möglichst vom Team fernzuhalten, sendete unser Headcoach während der „Zoom“-Videokonferenz am Mittwochnachmittag eine eindeutige Nachricht an alle seine Spieler.

Das Wichtigste überhaupt ist, dass man sich verantwortlich fühlt. Jemand zu sein, der sich selbst und das gesamte Team davor schützt zu erkranken.

Im Folgenden könnt Ihr die wichtigsten Fragen und Antworten der Videokonferenz nachlesen:

 

Vor dem Hintergrund, dass bisher niemand das Spielfeld betreten konnte – Was ist die größte Herausforderung, die Spieler auf den Start der Saison vorzubereiten?

„Ich denke wichtig ist, dass jeder das Richtige tun will. Jeder möchte auf dem höchsten Niveau abliefern. Egal ob es die Coaches, Mitarbeiter des Teams oder eben die Spieler sind. Wir müssen bescheiden genug sein, um zuzugeben, dass wir alle Fehler machen und dann aus diesen Fehlern lernen. Dann müssen wir weitermachen und als Gruppe zusammenwachsen.“

„Die andere Seite ist das Aufbauen von gegenseitigem Vertrauen. Football lebt davon sich selbst, aber auch seinen Teamkameraden, den Coaches und dem ganzen System zu vertrauen. Das ist ein Prozess und der braucht seine Zeit. Ganz offensichtlich haben wir hierfür nur ein kleines Zeitfenster, aber die Jungs in der Spielerkabine und auch der Trainerstab sind für diese Herausforderung bereit“

 

Wieso haben Sie entschieden bei einem 90-Mann Kader zu bleiben, anstelle auf 80 Spieler zu kürzen? (Die Panthers müssen ihren Kader bis zum 16. August auf 80 Spieler herunterkürzen)

„Wir haben sehr hart daran gearbeitet 90 Spieler auszuwählen, mit denen wir ins Trainingscamp gehen wollen. Und auch diese Jungs haben die gesamte Offseason sehr hart gearbeitet. Die virtuellen Meetings und all das was wir von ihnen verlangt haben. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt diese Spieler rauszuwerfen, ohne sie jemals bei der Arbeit gesehen zu haben.

„Die Regeln sagen ja, dass wir zu jeder Zeit auf die 80 Spieler runtergehen können. Meiner Meinung nach bist du in diesen schwierigen Zeiten froh, wenn du so viele Spieler wie möglich um dich herum hast die mit deinem System vertraut sind. Deshalb wollten wir mit 90 Spielern starten und schauen, wie es sich entwickelt und in welche Richtung der Trend geht. Offensichtlich haben wir die Möglichkeit auf 80 Spieler zu kürzen. Mal schauen ob es erst am Stichtag oder vorher sein wird. (Anm. d. Redaktion: Am Samstag, dem 01.08. wurde der Kader auf 80 Spieler gekürzt)“

 

Sehen Sie die Möglichkeit, dass noch mehr Panthers-Spieler wegen dem Coronavirus freiwillig aussetzen? (Undrafted Free Agent LB Jordan Mack gab bekannt, dass er nächste Saison nicht spielen wird) Haben Sie diesbezüglich eine Nachricht an Ihre Spieler?

„Jeder von uns hat verschiedene familiäre Probleme. Meine 3 Kinder wurden als Frühchen geboren. Wir alle haben unsere Probleme. Manche von uns haben Eltern, manche haben schwangere Frauen, manche haben Kinder und manch einer selbst hat ein höheres gesundheitliches Risiko. Somit habe ich allen meinen Spielern verdeutlicht, dass dieses Virus uns alle in verschiedenster Form trifft und beschäftigt. Also wenn jemand irgendwelche Bedenken oder Fragen hat, kann er jederzeit mit mir über diese Dinge reden.“

„Die richtige Entscheidung muss dann jeder für sich selbst treffen. Ich werde niemanden etwas vorwerfen, wenn er sich für die eigene Sicherheit oder die der Familie entscheidet. Ich habe über die ganze Zeit der Pandemie versucht klarzustellen, dass ich ein Coach bin, der den Menschen helfen will und die Spieler dahingehend ermutigt, die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie als Priorität anzusehen. Ich hoffe, dass die Jungs sich bei allem Tun und Handeln durch meine Worte gestärkt und wirklich sicher fühlen.“

„Meine Nachricht ist einfach, dass jeder machen sollte, was er machen muss. Zur gleichen Zeit können wir alle zusammenarbeiten und sicherstellen, dass wir uns alle gesund und sicher fühlen.“

 

Denken Sie, dass Sie einen Wettbewerbsnachteil haben, weil sie einen neuen Quarterback haben und sich große Teile des Kaders verändert haben?

„Es ist alles anderes als ideal.“

„Selbst die Entscheidungen, die wir in diesen Augenblicken treffen, basieren noch lediglich auf Treffen in Räumen und ähnlichem. Aber es gibt nichts Schlimmeres als ein Football Coach, der sich beschwert. Ich kann nur das Beste daraus machen und es als Herausforderung ansehen. Sollte die Normalität wieder einkehren, wird man dieseals vorher zu schätzen wissen. Ich habe bis heute nicht alle Spieler persönlich getroffen. Wenn ich sie das erste Mal sehe, werde ich mich ihnen noch durch die Maske mit ‚Hey, ich bin Matt Rhule‘, vorstellen müssen.“

„Die Herausforderung ist da und ich werde sie auch so akzeptieren.“

 

Wie integrieren sich die verletzten Spieler? Und was führte zur Verpflichtung von dem neuen Punter Joseph Charlton?

„KK Short scheint mit seinen 315 Pfund in fantastischer Verfassung zu sein. Ich denke, dass er sich durch harte Arbeit in eine gute Ausgangsposition für ein tolles Jahr 2020 gebracht hat. Shaq Thompson ist zurück und ist gesund. Graham Gano sieht auch gesund aus. Ich habe ihn persönlich nicht kicken gesehen, aber der medizinische Stab ist zufrieden mit seinem aktuellen Stand (Anm. d. Redaktion: Graham Gano wurde am Donnerstag offiziell entlassen). Michael Palardy hat sich in der Offseason das Kreuzband gerissen. Für ihn tut mir das sehr leid. Michael ist ein ausgezeichneter Team-Player, der schon so viel durchgestanden hat. Dennoch denke ich, dass sein bester Football noch vor ihm liegt und dass auch dieser Vorfall für etwas gut sein wird. Ich weiß, dass er besser und stärker zurückkommen wird.“

„Marty Hurney hat Joseph bei seinem Schulbesuch kennengelernt. Er hat ein wirklich sehr, sehr starkes Bein. Damit kann er was reißen. Also dachten wir, dass wir ihn uns holen und schauen, was er so alles damit anstellen kann. Wir hatten ihn noch nicht auf dem Platz, aber wir wissen um sein Können und seine Voraussetzungen. Somit müssen wir zunächst einmal das richtige Umfeld für ihn schaffen damit er sich wohl fühlt und mit dem System vertraut macht. Er wird sich in keinem Preseason-Spiel beweisen können, aber wir werden Drucksituationen für ihn schaffen.“

„Er hat aber in der „SEC“ gekickt. Also auf einem hohen Niveau.“

 

Inwiefern beeinflusst die Tatsache, dass es keine Preseason gibt, den Bewertungsprozess?

„Das Schwierige ist, dass es Spieler gibt, die sich in den Spielen eher schwer tun, aber eine starke Trainingsleistung abrufen. Und manche Spieler machen genau das Gegenteil. Irgendwas Spezielles brennt in den Spielern, dass man erst erkennen kann, wenn es in die Spiele geht.“

„Ich bin seit 7 Jahren Headcoach und hatte noch nie ein Preseason-Spiel im College. Also musste ich mir für die Bewertungsprozesse Dinge im Training einfallen lassen. Nun werde ich mich jetzt auf mein Coaching-Team, Marty Hurney und sein Team verlassen. Ich sage meinen Leuten immer, kontrolliert was ihr kontrollieren könnt. Und gerade jetzt ist es für unsere Spieler, egal ob jung oder alt, an der Zeit, bei jedem virtuellen oder persönlichen Treffen zu glänzen. Sie müssen jetzt in dieser kontrollierten Umgebung zeigen, was sie drauf haben.“

„Und wir werden den Kader kürzen müssen. Dieses Jahr haben wir jedoch diesbezüglich mehr Flexibilität als in den Jahren zuvor. Auch wenn es nicht ideal ist, werde ich das Beste versuchen um gute Entscheidungen zu treffen. Wie die Preseason nun ausgelegt ist, kenne ich aus den letzten Jahren schon. Also bin ich damit vertraut und fühle mich ganz wohl damit.“

 

Gibt es Tricks, die Sie vom College in das NFL Training ohne Preseason einbringen können?

„Ich glaube einfach, dass wir sehr, sehr hart trainieren werden.“

„Es ist nicht so, dass wir Trainingsspiele absolvieren und man durch ein simuliertes Spiel geführt wird. Wir müssen uns in den Trainings, so wie in den alten Zeiten, harte Wettkämpfe liefern und dann schauen, wer dem Wettkampf standhalten kann. Man will dort sehen wie Donte Jackson gegen D.J. Moore spielt. Man will auch Ian Thomas gegen Tre Boston in Aktion sehen.“

„Ich denke, dass wir die Jungs auf der anderen Seite des Balls respektieren müssen und somit auf einem sehr hohen Niveau trainieren. Dann werden wir ins Stadion gehen, ein wenig Musik einspielen und versuchen ein paar Ablenkungen zu schaffen. Ich denke, dass all diese Faktoren wichtig sind. Am Ende des Tages ist es tatsächlich so, dass Eisen durch Eisen geschärft wird. Also wird es darauf ankommen, wie wir gegeneinander trainieren werden.“

 

Wie wichtig sind dieses Jahr jene Spieler, die in den letzten Jahren nicht so eine große Rolle gespielt haben?

„Man hat schon öfters Spieler gesehen, die auf dem Practice Squad eines Teams standen und dieses dann verließen. Bei ihrem nächsten Team wurden sie dann Starter.“

„Ich war ein College Coach, der an den Universitäten von Temple und Baylor gecoacht hat. Wir hatten keine 5 Sterne Rekruten. Ich habe unseren Stab immer dahingehend gelobt, dass er die Spieler entwickeln kann.“

„Ich weiß nicht, wieso man keine NFL-Spieler entwickeln können soll.“

„Ich habe mir immer vorgenommen einen großartigen Job mit dem Practice Squad und deren Spielern zu machen. In meinem Kopf hatte ich immer die Idee, Rohdiamanten zu finden. Mit den 16 Spielern auf dem Practice Squad hat man nun eine hohe Flexibilität für den Kader. Bei diesen Spielern soll es sich um Jungs handeln, die sich entwickeln können und auf lange Sicht gute Chancen haben, gestandene Spieler zu werden.“

„Gerade in diesem Jahr brauchst du Spieler, die vielseitig einsetzbar sind. Ich habe unseren Spielern Herausforderungen gestellt und ihnen gesagt, dass sie uns mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhelfen können, wenn sie das Football-Spiel verstehen und kennen.“

 

Wie wollen Sie diese Saison D.J. Moore und Curtis Samuel einsetzen?

„Wir sehen in beiden Potential und die Dinge, die sie im Stande zu leisten sind. Jetzt müssen wir sie in unser System integrieren. Ich habe Joe Brady unter anderem als Offensive Coordinator geholt, weil er die Stärken der Spieler erkennt und sein System auf diese Stärken zuschneiden kann. Er ist kein Coach, der ein starres System verfolgt, in dem Spieler alles machen müssen.

„An Curtis fasziniert uns, dass er die Fähigkeiten hat ‚Big Plays‘ zu kreieren und hinter die Gegenspieler zu kommen.r ist wirklich sehr vielseitig. Er kann Running Back spielen, sich als Slot-Receiver oder Outside Wide-Receiver aufstellen.“

„D.J. bringt auch eine Vielseitigkeit mit, die wir versuchen werden einzubeziehen. Er muss dieses Jahr den nächsten Schritt gehen und so dominant sein, dass er unser physischer Wide-Receiver wird, den man immer anwerfen kann. Das er derjenige ist, den wir beim 3. Versuch und noch 5 Yards zu gehen anspielen wollen. Er wird das Duell gegen den besten Cornerback des anderen Teams bestreiten müssen.“

 

Quelle: The Riot Report 
Autor: Antwan Staley

Phil Snow: Der neue Defensive Coordinator bei den Panthers

Am 20. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Defense-Coordinator Phil Snow vor. Doch wer ist unser neues Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Phil Snow wurde am 22. Dezember 1955 in California geboren. Snow ist derjenige, der die meiste Erfahrung in unserem neuen Coaching-Staff in der Vergangenheit sammeln konnte. Er hat bereits 37 Jahre Erfahrung als College-Coach und war bereits für sieben Colleges tätig, u.a. bei UCLA, Washington, Arizona State, Boise State und Temple and Baylor. Zudem konnte er bereits, von 2005 – 2008, vier Jahre NFL-Erfahrung als Linebacker-Coach bei den Detriot Lions sammeln.

2013 wurde Snow Defense-Coordinator in Temple. Headcoach war zu dieser Zeit Matt Rhule. Zusammen wurde die Defense von Snow und Rhule in der AAC die beste Defense in den Jahren 2015 und 2016. Auch die Zeit in Baylor sollte für Snow erfolgreich werden, denn dort wurde die Defense 1st in der „total-Defense“, zweiter bei den meisten Turnover (30), dritter was Interceptions (17) betrifft und achter in Sacks per Game (3,31).

In dieser Zeit bei Baylor lies Phil Snow seine beste Fähigkeit aufblitzen, durch das Anpassen der Defense-Formationen an das Spielerpersonal. Während er die ersten zwei Jahre eine 4-3 Base oder Bear-Front spielen lies, switchte er 2019 auf eine 3-3-5 („30 Stack“) – Defense, da sich sein Spielerpersonal änderte. Dies brachte auch umgehend Erfolg, hatte man in den ersten beiden Jahren noch die zweit und drittmeisten Punkte kassiert, konnte man im dritten Jahr die wenigsten Punkte pro Spiel in der Conference verzeichnen (19,3).

Snow kommentierte dies, dass er normalerweise zwei Jahre bräuchte, um seine Defense erfolgreich umzustellen. Da er aber bei Baylor 20 Freshmans hatte, brauchte er dort ein Jahr mehr, um die Defense richtig zu justieren.

Auswirkungen und Formationen

Welche Defense-Formation können wir bei den Carolina Panthers erwarten?

Dazu gibt sich Snow noch sehr bedeckt. “Sie werden uns in vielen verschiedenen Formationen sehen, ich denke, dass man heute sehr vielfältig sein muss“, kommentierte Snow auf die Frage, wie die Defense bei den Panthers aussehen werde. Jedoch lies er auch schon hören, dass er gerne Four-man, Three-man und Bear – Formationen spielen lassen würde.

4-3 Defense:

Die 4-3 Defense ist eine der bekanntesten Defense-Formationen in der NFL. Aus dieser Grundformation werden die meisten, bekannten, Zone-Coverages, wie Cover 2, Cover 3 oder Cover 4 gespielt. Aber auch eine Man-to-Man Coverage ist hier durchaus möglich. Die 4-3 Formation besteht aus vier Defensive-Linemans und drei Linebacker. Diese werden oft als „Front-Seven“ betitelt. Unterstütz werden diese durch vier Defensive Backs in der „Secondary“ – also Cornerbacks oder Safties.

Bei der 4-3 Defense kommt es vor allem auf die Defensive Ends an. Hier ist jeder für einen so genannten „Gap“ zuständig. Gaps sind die festgelegten Lücken zwischen den Spielern der O-Line.

  • A-Gap: Zwischen Center und Guard
  • B-Gap: Zwischen Guard und Tackle
  • C-Gap: Zwischen Tackle und Tight End
  • D-Gap: Außenseite des Blocking Tight Ends

Jeder der vier Linemans ist für mindestens eins dieser Gaps zuständig und versucht hier entweder das Running-Game zu stoppen oder zum Quaterback durchzubrechen.

Vorteil:

Druck ausüben – Die 4-3 Defense ermöglicht durch die zwei Pass-Rusher genug Druck auf den Quarterback auszuüben, während sieben Spieler in Deckung gehen können (die drei Linebacker + vier Defensive Backs).

Nachteil:

Qualität ist wichtig – Das wichtigste in dieser Formation sind die Defensive-Ends. Sind diese nicht gut genug, hat der Quarterback zu viel Zeit. Gap-Verteidigung – Sollte bei einem Laufspielzug ein Verteidiger seinen Gap nicht verteidigen können, bricht das System in sich zusammen. Wird zum Beispiel bei einem Lauf die Mitte freigeblockt und der Running Back kommt durch, steht der Middle-Linebacker alleine da.

3-3-5 Defense:

Die 3-5-5 Defense ist perfekt für Verteidiger mit einer Kombination aus Speed, Power und guten Coverage-Fähigkeiten. Dies ist besonders wichtig, um mit einer gegnerischen Offense mitzuhalten, die den Ball häufig passt. Die Formation besteht aus drei Defensive-Linemans und fünf Defensive-Backs.

Vorteil:

Schnellere Defense – Durch das Einsetzen von mehr Defensive Backs als Defensive Linemans kann die Defense mehr Speed auf das Spielfeld bringen.

Verwirrung stiften – Da viele Offense mit einer 3-5-5 Formation nicht so vertraut sind, werden es die Quarterbacks und O-Line schwerer haben, die Matchups anhand der Formationen zu erkennen.

Vielfältig einsetzbar – Die 3-5-5 Defense ist nicht nur gegen Pass effektiv, sondern kann auch gut gegen Lauf eingesetzt werden. Die Safties können nahe der Line of Scrimmage eingesetzt werden und so den Lauf besser unterstützen.

Die Mitte ist zu – Durch die extra Defensive Backs und Linebacker ist die Lücke in der Mitte zu. Dies ist besonders gut, da heutzutage die Offensive diesen Platz gerne für kurze Crossing Routes nutzen wollen.

Nachteil:

Schweres Durchkommen zum QB – Mit nur drei Linemans ist die O-Line in der Überzahl. Die O-Line hat nun mehr Spieler zur Verfügung, um bei einem Blitz den Verteidiger abzufangen, bevor dieser Druck auf den Quarterback ausüben kann.

Mehr Zeit zum werfen – Der Druck bei einer 3-3-5 Verteidigung dauert länger, da die Linebacker und der Saftey weiter von der Line of Scrimmage entfernt sind. Somit hat der Quarterback mehr Zeit sich einen Receiver auszusuchen und den Pass anzubringen.

Erfordert Schnelligkeit – Ein langsames Defense-Team könnte Probleme haben, mit den Receivern, Tight Ends oder Running Backs mitzuhalten.

Erfordert Athletik – Eine 3-5-5- Verteidigung kann ohne größere, stärkere Defensive Backs, die gut Tackeln können, nicht funktionieren. Weniger Linemans bedeutet, dass mehr in der Secondary getackelt werden muss, die oft aber die letzten Spieler in der Formation sind. Sollte hier nicht richtig getackelt werden, ist der Weg zur Endzone frei.

Bear-Formation (46 Formation):

Die Bear-Formation besteht aus vier Defensive Linemans, einem Linebacker und vier Spieler in der Secondary. Der Unterschied ist jedoch, wie sich die Spieler aufstellen. Zusätzlich zu den vier Linemans stellen sich der Strong-Saftey sowie ein Linebacker noch vor dem Snap an die Line of Scrimmige. Dies bringt von Beginn an Druck auf die O-Line.

Vorteil:

Verwirrung stiften – Wie oft sieht die Offense 6 Defender noch vor dem Snap an der Line of Scrimmige stehen? Die Antwort ist, vermutlich nicht sehr oft. Die Formation hält die Offense auf Trab und zwingt sie dazu, ihr Spiel an die eine Formation anzupassen, die sie bisher kaum kennen.

Druck schaffen – Sechs Spieler die bei jedem Play die Line of Scrimmige attackieren. Und das bereits ohne, dass die Defense sich für einen Blitz entscheidet und noch einen Spieler nach vorne schicken. Bei den meisten Plays sind das zu viele Verteidiger für die O-Line zum Blocken und so können schnell Lücken für Sacks entstehen.

Vielseitig – Die 46 Defense ist nicht nur gegen den Lauf gut. Auch gegen den Pass ist sie wirksam, da immer fünf Verteidiger gegen den Pass verteidigen, zusätzlich kann hier immer einer der zusätzlichen Defensive Linemans zurückfallen und ebenfalls in die Coverage übergehen.

Nachteil:

Anfällig für Crossing-Routes – Da der Quarterback keine Zeit hat um den Ball lange zu halten, wird die Offense hier mit kurzen Pässen agieren. Die zwei extra Spieler an der Line of Scrimmage könnten Platz für die Receiver offenbaren.

Ohne Druck anfällig – Sollte die O-Line dem Druck standhalten können, so könnte es für die Verteidiger ein langer Abend werden. Keinen Druck mit einer 4-6 Formation erzeugen zu können ist der Alptraum für jede Defense. Die Offense kann nun den offenen Platz nutzen, um die Defense zu zerlegen, da in der Secondary nur drei Spieler stehen.

Erfordert viel Kraft – Die Formation verlangt viel Kraft von den beiden zusätzlichen Verteidigern ab.

Die Defensive Linemans sind es gewohnt bei jedem Snap einiges abzubekommen. Die Strong Safteys und Linebacker aber nicht. Das könnte die Spieler über die gesamte Spielzeit extrem ermüden, wenn sie nicht auf diese zusätzliche Physis vorbereitet sind.

Einschätzung

Passt Phil Snow zu den Panthers?

Ja – aufjedenfall. Gerade die Fähigkeit seine Formation auf das vorhandene Spielermaterial anzupassen wird bei den Panthers aufgrund der neu zusammengesetzten und vor allem sehr jungen Defense wichtig sein. Snow erwähnte immer wieder, dass er erst Aussagen zu seinem Coaching treffen könne, sobald er seine Spieler kennenlernen kann. Dennoch – er kennt sich mit jungen Spielern bestens aus und kann, wenn man ihm die Zeit dazu gibt, die Formation und die Spieler bestens abstimmen.

Zudem ist er ein Coach, der es liebt aggressiv und physisch zu spielen, Turnovers zu kreieren und die Offense mürbe zu machen. Außerdem sind Rhule und Snow seit Jahren ein gutes Team und kennen sich bestens. Phil Snow ist ein erfahrener, motivierter Coach, der selbst kein Interesse an einem Headcoach – Job hat: „Ich wusste, dass ich Coordinator werden wollte. Ich wollte unterrichten. Ich liebe es, ein Playbook zusammenzustellen und dieses auf dem Football-Feld lebendig werden zu lassen“.

Gerade dieser jungen Defense wird ein so motivierter und erfahrener Coach guttun. Wir werden gespannt sein, wie lange Phil Snow brauchen wird, um eine Defense zu formen, vor der die Quarterbacks in der NFL Alpträume haben werden.

 

Quelle Bilder: www.footballadvantage.com