Steve Wilks – Eine Vorstellung unseres neuen Interims Head Coaches

Steve Wilks ist zurück. Doch woher kommt die enge Verbindung zur Franchise und was hat er nun mit dem Team vor? Hier könnt ihr es nachlesen!

Vorbereitung auf die neue Saison und der Kampf um die Positionen

In unserem neuesten Bericht schaut Thomas aus unserer Redaktion auf den Start des Trainingscamps. Natürlich liegt der Fokus vor allem auf der Quarterback-Position. Jedoch gibt es viele junge und talentierte Spieler, die alles zeigen müssen, um Teil des Kaders bzw. Starter zu werden. Auf welche Duelle lohnt es sich zu achten und können die Leistungen Aufschluss auf die neue Saison geben?

Endlich ist es wieder soweit, die neue NFL Saison rückt immer näher. Das Kribbeln beginnt und die Vorfreude auf die neue Saison steigt, denn seit dieser Woche sind die Panthers zurück in Spartanburg. Hier wird man sich vom 27. Juli bis zum 10. August auf die neue Saison vorbereiten.

Für jedes NFL Team ist dies der wichtigste Abschnitt der Saisonvorbereitung. Bei jedem Team herrscht das Gefühl vor, dass in der kommenden Saison alles möglich ist, wenn das Playbook, die Spielzüge und die internen Abläufe im Training Camp verinnerlicht und in den Trainingseinheiten gut umgesetzt werden. Ein positives Gefühl nach dem Camp und der damit verbundenen Offseason lässt die Spieler, das Team positiv in die neue Saison starten.

Viele Bewerber, jedoch kann nur einer den Job des QB übernehmen

Die Panthers haben auf dem Papier in dieser Offseason erneut viele Veränderungen vorgenommen. Neue Offense- und Special Teams Koordinatoren wurden verpflichtet, aber auch neue Positionstrainer und Mitarbeiter wurden unter Vertrag genommen. Natürlich, wie jede Offseason, wurde der Kader mit neuen Spielern aufgefrischt. Hervorzuheben sind hier die diesjährigen Draftpicks und der Trade von Quarterback Baker Mayfield.

Neben vorgenanntem Baker Mayfield befinden sich aktuell noch Sam Darnold, PJ Walker und unser Drittrunden-Pick Matt Corral im QB-Room der Carolina Panthers. Auf den ersten Blick ein Überangebot an Quarterbacks. Unser Coach Matt Rhule beschreibt die Situation bei Start des Training Camps wie folgt: „Die Quarterback-Gruppe (…) wurde zusammengestellt, um den Wettbewerb zu fördern. Am Ende des Tages sind Footballspieler die ultimativen Konkurrenten.“ In der Pressekonferenz zum Start hatte er für seine Quarterbacks nur lobende Worte übrig, er erwähnte Darnolds amtierenden Status als Starter, Mayfields Playoff-Erfahrung mit Cleveland, Corrals Arbeitsmoral als Rookie und Walkers zwei Karrierestarts mit zwei Siegen.

Offener Schlagabtausch zwischen Top Draftpicks aus 2018

Sollte es bis zum Start in die neue Saison aber nicht noch zu einem Trade von Sam Darnold kommen, werden sich um den Starting-QB jedoch nur Sam Darnold und Baker Mayfield duellieren. Mayfield kommt mit ein paar Wochen Rückstand im System des neuen Offensivkoordinators Ben McAdoo ins Trainingslager. Mayfield sagte in seiner einleitenden Pressekonferenz, dass er in den zwei Wochen, bevor sich die Spieler zum Trainingslager zusammenfinden, das Playbook studieren werde. Darnold hingegen hat den Vorteil, OTAs und Minicamps in McAdoos System durchlaufen zu haben, wo Trainer sagten, sie seien beeindruckt von dem, was sie sahen.

Für mich ist es nicht meine Aufgabe, den Starting Quarterback auszuwählen. Die Spieler werden das mit ihrer Spielweise tun.

Matt Rhule, Pressekonferenz

Mit jedem Tag im Camp wird es spannend sein zu beobachten, welcher QB wie viele Wiederholungen erhält, wer in dieser Zeit am besten mit dem System und der Offense harmoniert.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Ein Spieler der sich zum Kampf auf der QB-Position ebenfalls äußerte, war die vielleicht wichtigste Waffe unserer Quarterbacks auf der Wide Receiver Position, nämlich DJ Moore. Er hat bereits vor Start des Camps mit beiden Quarterbacks zusammen trainieren dürfen, als man gemeinsame Trainingssessions abgehalten hat. Er äußert ebenfalls, dass ein Wettkampf auf der Position zu spüren ist und dass sich dieser Wettkampf auf das ganze Team übertragen hat.

Natürlich ist es oft der Kampf zwischen den Quarterbacks, der in diesen Camps die Fans und Presse interessiert. Aber diese Art von Wettkampf von welcher DJ Moore spricht, ist auf allen Teilen des Spielfeldes wahrzunehmen. Der WR-Room der Carolina Panthers muss sich jeden Tag im Camp mit jungen, talentierten Cornerbacks wie Donte Jackson und Jaycee Horn messen. Schlüsselspieler unserer Defense wie Brian Burns und Yetur Gross-Matos, welchem eine Breakout-Season zugetraut wird, müssen sich täglich aus Neue mit der neu formierten O-Line um Taylor Moton, Bradley Bozeman, Austin Corbett und unserem First-Round-Pick Ikem Ekwonu duellieren.

Es sind also hoffentlich Wettkämpfe, die jeden Einzelnen im Team, jede Positionsgruppe, die Offense, die Defense und am Ende das ganze Team noch besser machen. Erst dann kann das Team mit einem guten Gefühl das Camp verlässt und mit voller Motivation und Selbstbewusstsein in die neue Saison starten. Bildlich gesprochen: vielleicht können in diesen Tagen voller Blut und Schweiß, genau hier der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt werden. Hoffentlich eine Saison mit mehr als fünf Siegen, vielleicht sogar eine Saison, in welcher wir im Dezember in Richtung Playoffs schauen.

Quellen: panthers.compantherswire.usatoday.comcharlotteobserver.com

Ein neuer Quarterback ist in der Stadt – der Start von Mayfieldmania?

Baker Mayfield ist nun offiziell ein Panther. Wir stellen ihn vor und stellen eine Prognose, ob und warum er eine dauerhafte Lösung sein kann.

Das Carolina Panthers‘ Rock Hill Development – Wie geht es weiter mit dem neuen Standort der Carolina Panthers?

Unser neuestes Mitglied der RedaktionThomas hat sich mit der Thematik “Rock Hill“ befasst und teilt euch den aktuellen Stand mit. Welche Probleme gibt es eigentlich und kann es sein, dass das ganze Projekt doch noch ins Wasser fällt?

Spatenstich für den neuen Standort

Die Carolina Panthers, York County und die Stadt Rock Hill hatten sich in einer Community-Partnerschaft zusammengeschlossen, um den Hauptsitz der Carolina Panthers nach Rock Hill zu verlegen. Das vorgenannte Projekt sollte nicht nur einen hoch modernen Sportkomplex umfassen, sondern auch ein Zukunftsprojekt für die gesamte Region darstellen. Der Standort sollte Möglichkeiten der Unterhaltung, Gastronomie, Einzelhandel, Sport und medizinische Versorgung bieten.

Der Spatenstich für den Standort begann im Juli 2020, während die Eröffnung der ersten Phase für das Jahr 2023 geplant war. Das Bauprojekt, welches auf einem über 200 Hektar großen Gelände neben der I-77 errichtet wurde, sollte unter anderem Folgendes umfassen:
Neue Headquarter-Büros, eine hoch modernisierte Indoor-Übungsanlage, Übungsfelder / Spielfelder im freien Bereich, ein skalierbares kleines Stadion für Highschool-Sport, sowie Flächen für Konzerte und Festivals.

Weiter sollte in diesem Projekt auch eine erstklassige orthopädische sportmedizinische Einrichtung geschaffen werden.
Da neben der sportlichen und kulturellen Nutzung des Geländes auch zusätzlicher Wohnraum und Einzelhandel geplant waren, sollte die Umsetzung dieses Projektes auch die soziale Struktur der Region nochmals optimisieren.
So sollte das Bauprojekt auch erhebliche Infrastrukturverbesserungen für die Region bedeuten. Ein Autobahnkreuz der I-77 sollte zusätzlicher Teil einer Straßenverbesserung sein, darunter mehr als 13.000 Fuß neuer öffentlicher Straßen, 2.600 Parkplätze, Bürgersteige und Wegenetze für Radfahrer und Fußgänger sowie Läufer.

Der Bau des neuen Hauptquartiers und Übungszentrums der Carolina Panthers in Rock Hill wird schätzungsweise mit Kosten von 800 Millionen Dollar verbunden sein.

Die Facility in Rock Hill. Hochmoderne Bauten und Trainingsbedingungen auf höchstem Niveau. Dargestellt auf Panthers.com.

Der Bau des neuen Standorts wird gestoppt – fehlende Zahlungen, widersprüchliche Aussagen einstiger Projektpartner

Was bei Spatenstich noch als Zukunftsprojekt für die Carolina Panthers und die Region galt, entwickelte sich dann mit Beginn dieses Jahres zu einem drohenden Rechtsstreit. Die vorgenannte und in Rede stehende Infrastruktur beinhaltete bei Vertragsabschluss über das Projekt, dass die Stadt Rock Hill insbesondere die notwendige Infrastruktur mitfinanziert.

Im März 2022 kam es dann zu einem möglichen Bruch zwischen den ursprünglichen Projektpartnern. Carolina Panthers Eigentümer David Tepper hatte am 7. März angekündigt, dass er das Projekt aufgrund von Finanzierungsproblemen mit der Stadt Rock Hill einstellen werde. Die Immobilienfirma von Panthers-Besitzer David Tepper „GT Real Estate Holdings“ äußerte in einer Pressemitteilung:

„Am 26. Februar 2021 geriet die Stadt Rock Hill mit ihrer Verpflichtung zur Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur in Verzug. Trotz unserer beharrlichen Bemühungen im Jahr 2021 ist es der Stadt Rock Hill nicht gelungen, die Anleihen auszugeben oder die Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur für das Projekt bereitzustellen. Am 18. März 2022 gab GTRE eine Zahlungsaufforderung heraus und die Stadt hat ihren Zahlungsverzug nicht innerhalb der vorgeschriebenen 30-tägigen Heilungsfrist behoben. Es ist bedauerlich, dass einige kürzlich beschlossen haben, eine fehlgeleitete, destruktive PR-Kampagne durchzuführen, um ihr Versagen zu verschleiern. Wir haben Mitteilungen an die Stadt geschickt, um die vorherigen Vereinbarungen offiziell zu kündigen. Dementsprechend sind wir bereit, uns mit der Stadt und anderen interessierten Parteien zusammenzusetzen, um die großen Herausforderungen zu erörtern.“

Im Vorgenannten geht es um den Streitpunkt ausbleibender Anleihen der Stadt Rock Hill um die öffentliche Infrastruktur zu bezahlen. Mehrere verantwortliche Beamte der Stadt Rock Hill reagierten auf die oben genannte Veröffentlichung von Teppers Firma. Sie nannten die Äußerungen jedoch „irreführend und falsch“ und äußerten zudem, sie hätten die Panthers regelrecht umarmt, ihr Hauptquartier in South Carolina begrüßt und „alles getan, um dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen, und sind bei keinem davon in Verzug geraten.”

Die Stadt Rock Hill gibt in einer Presseerklärung weiter an, dass man in den zurückliegenden Wochen mehrfach, jedoch erfolglos, versucht habe, mit den Verantwortlichen seitens der Carolina Panthers Kontakt aufzunehmen. Die Stadt sagte, sie habe alle Verpflichtungen aus der Vereinbarung erfüllt, könne den Panthers jedoch keine unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung stellen und müsse ihre Steuerzahler schützen.

Beendigung des Projekts? Drohender Rechtsstreit? Fortsetzung mit neuen finanziellen Vereinbarungen?

Nimmt man die schriftlichen Äußerungen von Teppers Unternehmen und der Stadt Rock Hill als Anhaltspunkte,ü ist ersichtlich, dass aktuell die Fronten zwischen den einstigen Projektpartnern verhärtet sind.
Tepper hat bereits mehr als 175 Millionen US-Dollar in die hochmoderne Einrichtung investiert, in fast zwei Jahren Bauphase steht bereits das Grundgerüst der Einrichtung. Eine komplette Beendigung des Bauprojekts gilt als unwahrscheinlich zum jetzigen Stand.

In US Medien wird vermutet, dass es zu einem neuen Finanzierungsplan zwischen den beiden Parteien kommen wird. Eine nicht vorhandene Einigung würde die Stadt Rock Hill zu einem der größten Rechtsstreits ihrer Geschichte führen.
Aber auch die Carolina Panthers nehmen Schaden durch diese Entwicklung. Neben sportlichen Herausforderungen auf und neben dem Feld, gibt es nun mit dem Baustopp und einem möglichen Rechtsstreit, Herausforderungen außerhalb des Spielfelds.

Auch die Menschen in Rock Hill sind besorgt über die aktuelle Entwicklung. Wurde dieses Projekt einst entworfen, um auch eine ganze Region in South Carolina zu modernisieren und zu entwickeln, so hat man nun die Befürchtung, dass ein Ende des Projekts auch wirtschaftliche Folgen für die Region und die Anwohner haben könnte.
Auch als Fan der Carolina Panthers bleibt also zu hoffen, dass es eine außergerichtliche Einigung geben wird und das Projekt fortgesetzt wird.

Der neue Standort könnte einmalig werden in der NFL. Ein hochmodernes Headquarter sowie unvergleichliche Trainingsmöglichkeiten. Zudem ein kultureller und wirtschaftlicher Segen für eine ganze Region.

Quellen: panthers.com, nfl.com, wbtv.com, heraldonline.com, charlotteobserver.com

Ben McAdoo – Der neue Offensive-Coordinator der Carolina Panthers

Was dürfen wir von Offensive Coordinator McAdoo erwarten? Wofür steht er? Kann er die talentierte Offense nach vorne bringen?

Der deutsche Exportschlager bei den Panthers: Kicker Dominik Eberle im exklusiven Interview mit dem German Riot

Jeder Football Fan schaut besonders auf diejenigen Spieler, die es in die NFL geschafft haben und eben nicht als „Homegrown“ gelten. Ein Kicker aus Deutschland hat genau diesen Weg in die beste Liga der Welt und in das Practice Squad unserer Carolina Panthers gemacht. Einen Zwischenstopp in Charlotte legte er bereits zwischen dem 24.08.2021 und 26.08.2021 ein. Grund dafür war, den Zweikampf mit Joey Slye zu entfachen. Nachdem dann Ryan Santoso von den Giants getradet wurde, musste er wieder für diesen weichen.

Slye und Santoso gehören jedoch der Vergangenheit an, was Dominik Eberle nun ein zweites Mal zu den Panthers verschlagen hat. Jetzt drückt ihm ganz Football-Deutschland die Daumen, den bereits eingeschlagenen Weg aus dem Practice Squad in die erste Mannschaft zu packen.

Vom fränkischen Fußballspieler zu „dem“ deutschen NFL-Kicker

Dominik Eberle ist kein Unbekannter in Deutschland. Durch seine starken Leistungen an der Utah State University machte er von sich reden und schaffte es nach dem College in das Practice Squad der Las Vegas Raiders. Immer mehr wurde er von den deutschen Medien begleitet und hatte schon Auftritte im Rahmen des Football-Bromance-Teams rund um Coach Esume und Björn Werner. Angefangen hat sein amerikanisches Abenteuer mit 14 Jahren, als er mit seinen Eltern die Heimat verließ und in die USA zog. Zunächst spielte er an der High School Fußball, bis er später die Rolle des Kickers im Footballteam seiner Schule übernahm. An der Utah State University brach er sämtliche Rekorde und wurde 2020 als einer der besten Kicker im Draft angesehen.

Die Gegenwart heißt Charlotte. Die Gegenwart heißt Panthers-Football

Die Situation auf der Kicker-Position ist bei den Panthers alles andere als geklärt und folglich kann sich Dominik Eberle noch berechtigte Hoffnungen als Starter machen. Zur Zeit befindet er sich zwar nicht im 53-Mann-Kader, jedoch steht er Tag für Tag hautnah mit Spielern wie Christian McCaffrey, Sam Darnold oder Brian Burns auf dem Feld und ist Teil der großen Panthers Familie. Sowohl Panthers- als auch Fans von anderen Teams brennen einige Fragen unter den Fingernägeln. Sie wollen wissen, wie sich Dominik fühlt, wie es ihm in Charlotte gefällt und wie sich sein Alltag als Bestandteil des Practice Squads gestaltet.

Und was gibt es besseres, als dies aus erster Hand zu erfahren? Deswegen hat sich Dominik gerne zur Verfügung gestellt, um unsere Fragen zu beantworten und Einblicke in sein Leben in Charlotte zu geben. Im folgenden lest ihr das exklusive Interview mit Dominik Eberle, dem deutschen Kicker bei unseren Carolina Panthers!

Erste Eindrücke von Stadt und Team

Vorab bedanken wir uns nochmal bei Dominik, dass er sich die Zeit für uns genommen hat! Wir sind echt hyped, dass er bei unseren Panthers ist und hoffen, ihn lange bei uns zu haben. Wir haben den größten Respekt vor seinem bisherigen Weg in die NFL und seinen guten Leistungen bisher!

Dominik hat seine Hausaufgaben über die Panthers bereits gemacht und braucht keine Nachhilfe von Teamkollege Robby Anderson. Bevor wir so richtig ins Interview starteten, wollten wir zunächst wissen, ob er den Namen des Maskottchens der Panthers kennt. Natürlich wusste er, dass der „bear“ Sir Purr heißt und es sich tatsächlich doch um einen Panther handelt. Das Eis war gebrochen und das Interview nahm an Fahrt auf.

Mir gefällt die Stadt sehr. Sie ist auch unglaublich schön.

Schön war zu hören, dass Dominik in Charlotte gut angekommen ist und es ihm dort sehr gefällt. Zur Zeit wohnt er in einem Hotel direkt neben dem Stadion und kann somit alles fußläufig erreichen.

Den Season Opener gegen die Jets verfolgte Dominik direkt mit seinen Teamkollegen von der Sideline aus. Dort feuert er seine Teammates an, wobei er auf Shoulder Pads und Jersey verzichten muss. Als nicht teilnehmender Spieler muss er in Straßenkleidung auf den Front Row Seats Platz nehmen. Das Ziel der Woche sei erreicht und die Panthers starten wunschgemäß mit 1-0 in die Saison.

Einblicke in den Tagesablauf eines NFL-Profis

Weil sich einige Fans fragen: „Wie sieht der Alltag eines Spielers des Practice Squads aus? Trainiert man mit dem gesamten Team oder in separaten Gruppen?“, baten wir Dominik, uns Einblicke in seinen Alltag mit dem Team zu geben.

Der Ablauf des Practice Squads ist derselbe wie der eines „normalen“ Spielers. Nur am Gameday ist es anders, weil der Practice Squad Spieler eben nicht spielt.

Die Frage wurde schnell beantwortet: Es gibt keine Unterschiede im Traininigs-Alltag. Dominik und die Kollegen des Practice Squads trainieren mit der gesamten Mannschaft mit. Er selbst überwiegend mit den Special Teams, die an den Spieltagen auf dem Feld stehen. Das Practice Squad sei keinesfalls ein separates Team. Der Job von diesen Jungs ist, dass sie alles mögliche dafür tun, dabei zu bleiben und das Team zu verbessern. Gleiches gilt auch für den Locker Room. Hier tauscht man sich mit allen Teamkollegen aus.

Aufgestanden wird meistens zwischen 06:00 Uhr und 06:30 Uhr. Ans Eingemachte geht es ab 07:00 Uhr, wenn im Kraftraum das erste Mal trainiert wird. Das erste Meeting des Tages geht meistens nicht vor 08:30 Uhr los. Meetings und Besprechungen enden dann gegen 12:00 Uhr.

Nach den ersten Theoriestunden geht es direkt im Anschluss auf das Trainingsfeld. Wie lange die Trainingseinheit dauert, richtet sich nach dem Wochentag. In der Regel dauern die Einheiten jedoch zwischen 2 und 2,5 Stunden. Abschließend verbringt man den Trainingstag noch einmal mit Meeting und Regeneration, ehe man dann zwischen 17:00 Uhr und 18:00 Uhr nach Hause geht.

Der Kontakt zu Kollegen und das Verhältnis zu den Coaches

Der Austausch ist mit dem gesamten Trainerteam gegeben. Mit Special Teams Coordinator Blackburn, Coach Foley und den anderen Assistenten von den Special Teams schaut er sich regelmäßig seine Kicks an. Dann wird evaluiert, was gut läuft und was noch verbessert werden kann.

Coach Rhule ist ein mega Typ. Er ist ein richtig, richtig guter Coach.

Über Coach Rhule kann Dominik nur Gutes sagen. Insgesamt ist er sehr dankbar in Charlotte zu sein und sowohl von den Coaches, als auch von den Kollegen lernen zu dürfen.

Den meisten Einfluss hat J.J. jeden Tag auf mich, weil er ja unser Snapper ist. Mit ihm arbeite ich jeden Tag. Er ist ein richtig guter Typ und hat es schon für so viele Jahre schon gemacht. Da weiß man echt genau, was die Erwartungen sind und wie gut man jeden Tag sein muss, um es in der NFL weiter zu machen. Er ist echt Top-Profi.

Panthers Fans werden sicherlich neidisch, wenn sie hören, dass er jeden Tag Kontakt mit ihren Idolen haben darf. Natürlich ist hervorzuheben, dass Dominik sich das mit viel Fleiß, sehr hart erarbeitet hat und es ihm zu 100% zu gönnen ist.

Doch neben den Aushängeschildern der Panthers wie z.B. Christian McCaffrey, Brian Burns oder Shaq Thompson, welche er für ihre unglaubliche Professionalität und tollen Charakter lobt, hat Long Snapper J.J. Jansen besonders großen Einfluss auf den Alltag von Dominik. Mit seiner Erfahrung kann er ihm jeden Tag weiter helfen und ihn besser machen. Außerdem sollte er auch die Franchise in und auswendig kennen, da er von aktiven Spielern am längsten bei den Panthers unter Vertrag steht.

Neben dem Feld hat Dominik noch niemanden, mit dem er mehr Zeit verbringt als mit anderen. Zur Zeit gestaltet es sich noch etwas schwierig, da er immer noch ein wenig der Neue ist. Hinzu kommt, dass natürlich einige Teammates Familie haben und folglich die Zeit für diese dann nutzen. Nichtsdestotrotz hat er sehr viel Kontakt zu allen seinen Teammates im Locker  Room und es wird langsam immer mehr.

Über die Einflüsse aus der deutschen Heimat…

Bis jetzt hat Dominik noch nicht viele deutsche Restaurants in Charlotte gefunden. Am meisten würde er sich über ein Schnitzel oder Käsespätzle freuen. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, ihm mitzuteilen, dass es eine große deutsche Community in Charlotte und Umgebung gibt, sodass das Auffinden von deutschen Restaurants kein Problem darstellen sollte. Diesen Tipp hat er dankend angenommen.

In der deutschen Heimat war Dominik 2016 das letzte Mal. Auf seiner to-do-Liste steht definitiv ein Besuch im nächsten Jahr, sofern es möglich ist. Vielleicht wird es ja im 1. NFL-Spiel auf deutschem Boden mit Beteiligung der Carolina Panthers sein. Und dann natürlich als Starting Kicker für das Team aus Charlotte. Hierbei handelt es sich natürlich um das Wunschdenken eines sehr optimistischen Mitglieds unserer Redaktion.

Ambitionen, Attitude und Spirit des Teams

Dominik mag es, wenn er immer dieselben Abläufe beim Footballspielen hat. Deswegen hat er auch keine speziellen Gameday-Rituale. Einzig und allein ändert sich am Ablauf, dass er an Spieltagen schon vor dem Warmmachen aufs Spielfeld geht, sich auf die Hashmarks stellt und Schritte und Kicks im Kopf durchgeht. Dieses Vorgehen gibt es beim Training nicht.

Ansonsten bin ich normalerweise immer nur der gleiche Kerl.

Denn er versucht stets das gleiche zu machen und derselbe Dominik zu sein. Dieses Mindset wird ihm auch in schwierigen Situation dabei helfen, seinen Fokus zu behalten. Der Fokus und sein Motto „One at a time“ können der Schlüssel in der für Außenstehende nicht ganz einfachen Lage sein. Denn rund um die Position des Kickers gab es bei den Panthers, wie bereits oben erwähnt, die größten Turbulenzen.

Dominik beschreibt, wie er mit diesen Umständen umgehen wird. Er weiß, dass er gut kicken kann und darauf konzentriert er sich. Was passiert, passiert und hat er sowieso nicht in seinen Händen. Gute Sachen werden kommen und diese Mentalität möchte er beibehalten. Dabei will er stets „happy“ bleiben und 100% geben.

Es ist eine mega Sache und eine Ehre, hier zu sein.

Am Team selbst gefällt ihm besonders, dass der Spirit „richtig high“ ist. Alle sind gut drauf und freuen sich auf die ganze Saison. Geschaut wird von Spiel zu Spiel und darauf bereiten sie sich so gut wie möglich durch harte Arbeit vor.

Uns bleibt es nur übrig, ihm alles Gute zu wünschen! Das Quäntchen Glück wird wahrscheinlich von Nöten sein, aber er hat die Klasse, sich da durchzusetzen. Wir drücken ihm auf jeden Fall die Daumen.

Lieber Dominik, bleib so sympathisch wie du bist und Keep Pounding! Das ist mehr als ein nur Motto und du scheinst es bereits zu leben!

Quellen: Panthers.com

Bildquelle: Panthers.com

Eine neue Franchise geht an den Start: Die Geschichte der Carolina Panthers

Mit dem folgenden Text wollen wir einen Einblick schaffen, wie es zu der Gründung der Carolina Panthers kam. Die erste NFL-Saison bestritten die Panthers im Jahre 1995, allerdings waren mehrere Jahre Planung vorausgegangen.

Die Anfänge

Am 26. Oktober 1993, nach sechs Jahren hoffnungsvoller Erwartung, erhielten die Carolina Panthers den Zuschlag für eine NFL-Erweiterungsfranchise. Ein Feuerwerk explodierte über der Innenstadt von Charlotte, als sich die jubelnden Fans versammelten, um die Nachricht zu feiern. “Dies ist ein wahr gewordener Traum für mich, meine Partner und für die 10 Millionen Menschen in den Carolinas”, sagte Jerry Richardson, der ehemalige Wide Receiver der Baltimore Colts, der danach zum Geschäftsmann wurde und die Bewerbung der Carolinas anführte.

Der “Traum” begann am 16. Juli 1987, als Richardson sich in Charlotte mit einer Gruppe von Interessenten traf, um die Machbarkeit eines Eintritts in den Multi-City-Wettbewerb und somit zwei NFL-Expansions-Franchises zu diskutieren. Am 15. Dezember machte Richardson es offiziell. Der Hut der Carolinas wurde in den Ring geworfen.

Nach einem Jahr der Planung wurde die Bewerbung der Carolinas, durch die Aufnahme des Hall of Famer und ehemaligen Seattle Seahawks General Manager/Head Coach Mike McCormack als Berater, für die Expansionsbemühungen unterstützt.

Eine der ersten Aufgaben war es, einen Stadionstandort auszuwählen. Obwohl sowohl Standorte in Nord- als auch in Süd-Carolina in Betracht gezogen wurden, gab Richardson Sports am 15. Dezember 1989 die Auswahl eines Standorts in Uptown Charlotte als zukünftige Heimat eines privat finanzierten Stadions bekannt, das mehr als 70.000 Fans fassen sollte.


Finale Planung und Abstimmung

Die Unterstützung für die Franchise-Bewerbung der Carolinas war so groß wie noch nie zuvor. Die US-Senatoren Jesse Helms aus North Carolina und Ernest Hollings aus South Carolina setzten sich bei den NFL-Besitzern für die Carolinas ein. Außerdem verkündeten auch der Gouverneur von South Carolina, Carroll Campbell, und der Gouverneur von North Carolina, Jim Martin, offiziell ihre Unterstützung durch die Bildung eines Komitees, das sich aus führenden Bürgern beider Staaten zusammensetzte. Die Fans demonstrierten ihre Unterstützung bei ausverkauften, neutralen Testspielen in Raleigh, N.C. 1989, Chapel Hill, N.C. 1990 und Columbia, S.C. 1991.

Bei der NFL-Besitzerversammlung am 18. März 1992 wurde die Zahl der Expansionskandidaten von 11 auf sieben reduziert. Die Bewerbung der Carolinas schaffte dennoch den Sprung. Ein paar Monate später, am 20. Mai, reduzierte die NFL die Liste auf fünf Gemeinden ¬ darunter Baltimore, St. Louis, Memphis, Jacksonville und die Carolinas. Der Enthusiasmus der Finalisten wurde jedoch etwas gedämpft, als die NFL-Besitzer am 20. Oktober 1992 unter Berufung auf Komplikationen im Zusammenhang mit der anhaltenden NFL-Arbeitssituation dafür stimmten, die Abstimmung über die Erweiterung bis zu ihrer Sitzung im Herbst 1993 zu verschieben.

Glücklicherweise einigten sich die Liga und die Spieler am 6. Januar 1993 auf ein siebenjähriges Collective Bargaining Agreement. Infolgedessen wurde am 23. März 1993 das Expansionsrennen offiziell wieder aufgenommen. Am 3. Juni enthüllte Richardson Sports seinen beeindruckenden Plan, ein Stadion mit 72.300 Plätzen privat zu finanzieren. Anschließend begann der Verkauf von permanenten Sitzplatzlizenzen, Klubsitzen und Luxuslogen am 1. Juli. Am ersten Tag wurden bemerkenswerte 15.000 Poststücke von Bestellungen gesammelt. Am Ende des ersten Tages waren alle 8.314 Club-Sitze ausverkauft und alle 104 Luxus-Suiten reserviert und schließlich vermietet. Die Anzahl der PSL-Bestellungen am ersten Tag betrug 41.632.

Am 26. Oktober 1993 schließlich wählten die NFL-Besitzer einstimmig die Carolinas als 29. NFL-Franchise und somit als erstes Expansionsteam seit 1976 aus.

Beginn des Football Teams

Die Panthers spielten ihr allererstes Spiel in Canton, Ohio, im jährlichen AFC-NFC Hall of Fame Game. Ihr Gegner in diesem Pre-Season-Klassiker war das andere Expansionsteam der NFL, die Jacksonville Jaguars. Nachdem die Panthers mit einem 20:14-Sieg vom Platz gingen, war es offensichtlich, dass beide Teams vom Expansion Draft der NFL und dem Free-Agent-Markt profitiert hatten und folglich bereit waren, in der NFL zu spielen. Die Panthers waren in ihrer ersten Saison nicht nur konkurrenzfähig, sondern stellten zusätzlich mit einer beeindruckenden Bilanz von 7-9 einen neuen NFL-Rekord für die meisten Siege eines Expansionsteams auf. In der zweiten Saison verbesserte sich das Team dramatisch, gewann die NFC Western Division mit einer Bilanz von 12:4 und zog anschließend in das NFC Championship Game ein.

Im Jahr 2003 gewannen die Panthers, nur zwei Saisons nach einer 1-15-Saison, die NFC-Meisterschaft und sicherten sich somit einen Platz im Super Bowl XXXVIII.

 

Quellen:

https://www.profootballhof.com/teams/carolina-panthers/team-history/

 

Bildquellen:

www.charlotteobsorver.com

www.stadiumjourney.com

Einige Trades, noch mehr Talente! Panthers sorgen für Verstärkung und Unterhaltung in den “late rounds”!

Der Draft 2021 steht in den Geschichtsbüchern. Unser Round 1 Pick wurde bereits in einem separaten Beitrag vorgestellt. Mit ein wenig Verspätung wollen wir es uns aber nicht nehmen lassen, euch auch noch unsere anderen Rookies kurz vorzustellen:

Runde 2 Pick 59: Terrace Marshall Jr. , WR, LSU

Daten

Geburtsdatum: 9. Juni 2000 (20 Jahre)
Größe: 1,91m
Gewicht: 91 kg

Stats

2018: 12 Rec, 192 Yards, 0 TDs
2019: 46Rec, 671 Yards, 13 TDs
2020: 48 Rec, 731 Yards, 10 TDs

Einschätzung

Nachdem Terrace Marshall Jr, im Jahre 2019 noch im Schatten von Ja´Marr Chase und Justin Jefferson stand, konnte er sich 2020 in das Blickfeld der NFL-Scouts spielen. In sieben Spielen erzielte er im Durchschnitt mehr als 100 Receiving-Yards pro Spiel und konnte zudem zum zweiten Mal in Folge eine zweistellige Anzahl an Touchdowns erzeugen. Marshall ist ein vielseitiger Receiver, der sich sowohl im Slot bewährt hat, aber auch alle Ebenen des Feldes mit Beständigkeit angreift. Zudem bietet er eine gute Größe und Athletik. Zusätzlich ist er stark nach dem „Run after Catch“ und bietet eine super Route-Running-Fähigkeit.

Zwar hatte er 2020 auch einige kleinere Drop-Probleme und hat erst ein volles Jahr als Starter hinter sich, dennoch bietet er so viel Potenzial, dass man bei diesen Punkten keine Bedenken haben braucht.

Runde 3 Pick 70: Brady Christensen, OT, BYU

Daten

Geburtsdatum: 27. September 1996 (24 Jahre)
Größe: 1,98m
Gewicht: 136 kg

Einschätzung

Brady Christensen startete für drei Jahre bei BYU, ehe er eine zweijährige LDS-Mission in Neuseeland absolviert hatte. Im letzten Jahr erzielte er die beste Note eines Tackles in der PFF-Bewertungsära und übertraf dabei sogar Penei Sewell 2019. In etwas mehr als 1.400 Karriere-Pass-Pro-Snaps ließ Christensen nur drei Sacks und zwei Hurries zu. Hierbei zeigte er gutes technisches Geschick und starke Hände. Auch beim Pro-Day konnte er die Scouts überzeugen und konnte den längsten Weitsprung (3,1m) eines OT-Athleten jemals erzielen.

Das größte Problem sind seine kurzen Arme, mit denen er Probleme gegen Long Ends bekommen könnte. Ob er den Left Tackle Spot der Panthers einnehmen kann, bleibt abzuwarten. Einige vermuten, dass er langfristig eher den Job des Left Guards übernehmen wird.

Runde 3 Pick 83: Tommy Tremble, TE, Notre Dame

Daten

Geburtsdatum: 02. Juni 2000 (20 Jahre)
Größe: 1,93m
Gewicht: 113 kg

Stats

2018: keine Spielzeit bekommen
2019: 16 Rec, 183 Yards, 4 TD
2020: 19 Rec, 218 Yards, 0 TD

Einschätzung

Die Panthers haben mit Chris Manhertz einen der besten Blocking Tight Ends der Liga in der Free Agency verloren. Tommy Tremble ist eher Blocker als der Receiving Tight End, was auch die Zahlen unterstreichen, sodass er in erster Linie Manhertz ersetzen soll. Tremble ist jedoch der kantige Typ von Spieler, den Rhule an der Front sehen will und zusätzlich Upside auch im Passspiel mitbringt. Hierbei ist vor allem hervorzuheben, dass Tremble ein super Athlet ist, der auch über die nötige Schnelligkeit und Beweglichkeit verfügt, um die Rolle als Passempfänger erfüllen zu können.

Wie bereits erwähnt, war er im College vor allem als Blocking- Thight End im Einsatz und hat dort gute Arbeit geleistet. Hierbei konnte er die Verteidiger aus dem Spiel nehmen und arbeitete bis zum Ende des Spielzugs. Auch als Receiver arbeitete er immer weiter daran, seine Fähigkeiten auszubauen und setzte zunehmend seine Reichweite und seinen Körper dominanter ein, um den Verteidiger abzuschirmen und so den Catch zu machen.

Jedoch wurde Tremble bei Notre Dame eher als Rotations-Tight End eingesetzt und war kein konstanter Starter. Zudem hat er noch deutliche Defizite als Route-Runner.

Runde 4 Pick 126: Chuba Hubbard, RB, Oklahoma State

Daten

Geburtsdatum: 11. Juni 1999 (21 Jahre)
Größe: 1,83m
Gewicht: 94 kg

Stats

2018: 124 Att, 740 Yards, 7 TDs
2019: 328 Att, 2094 Yards, 21 TDs
2020: 133 Att, 625 Yards, 5 TDs

Einschätzung

In seinen letzten beiden Highschool-Jahren erlief Chuba Hubbard bereits 5.308 Yards und 63 Touchdowns. Auch bei Oklahoma-State ging er als eine der besten Runningbacks in die Schulgeschichte ein. Hubbard ist ein geduldiger und selbstbewusster Läufer. Er besitzt einen niedrigen Schwerpunkt und schafft es, dank seiner guten Athletik, auch kleine Räume effektiv zu nutzen.

Seine größte Schwäche ist das Passspiel, da er hier nicht immer die zuverlässigsten Hände hatte. Zudem hat er auch noch Probleme, bei einem Pass-Spielzug zu blocken. Sicherlich kann er für die nötige Entlastung von Christian McCaffrey und eine physischere Komponente des Laufspiels sorgen.

Runde 5 Pick 158: Daviyon Nixon, DT, Iowa

Daten

Geburtsdatum: 13. Dezember 1998 (22 Jahre)
Größe: 1,90m
Gewicht: 138 kg

Stats

2019: 29 Tackles, 3 Sacks, 0 INT
2020: 45 Rec, 5,5 Sacks, 1 INT, 1 TD

Einschätzung

Daviyon Nixon besitzt eine sehr gute Sprungkraft und springt aus seiner Position heraus, um Lücken zu reißen und Chaos im Backfield zu verursachen. Nach einer durchschnittlichen Saison im Jahre 2019, konnte er sich im Jahr 2020 in das Blickfeld der NFL-Scouts spielen. Nixon ist explosiv nach dem Snap, feuert seine Hände in die Blocker und gibt keinen Zentimeter an den Gegner ab. Zudem bewegt er sich flüssig und kann die Blocker mit seitlichen Bewegungen sehr gut beschäftigen.

Leider fehlt es ihm etwas an Masse und er ist bisher kein Defensive Tackle, der die Pocket zum zusammenbrechen bringt oder den Gegner von seiner Line wegdrücken kann. Außerdem hat er bisher nur ein einziges Jahr mit großen Leistungen auf dem College zu verschreiben. Auf lange Sicht kann er sich den Spot neben Derrick Brown durchaus verdienen.

Runde 5 Pick 166: Keith Taylor, CB, Washington

Daten

Geburtsdatum: 20. November 1998 (22 Jahre)
Größe: 1,88m
Gewicht: 84 kg

Stats

2018: 10 Tackles, 3 Passes Defended, 0 INT
2019: 38 Tackles, 5 Passes Defended, 0 INT
2020: 7 Tackles, 1 Passes Defended, 0 INT

Einschätzung

Keith Taylor ist primär ein Outside-Corner, der aber in manchen Spielsituationen aber auch schon nach innen gewechselt ist. Im Laufspiel ist er ein williger, sicherer Tackler. Zudem lässt er wenig Yards nach dem Catch zu und kann seine Länge gut in der Press-Coverage einsetzen. Beim Senior Bowl lieferte er wohl eine tolle Trainingswoche ab, welche vielleicht Coach Rhule auf ihn aufmerksam gemacht hat. Probleme hat Keith Taylor aber noch bei seiner Technik und er muss konsequenter die Spielzüge mit dem Rücken zum Ball durchziehen.

Runde 6 Pick 193: Deonte Brown, OG, Alabama

Daten

Größe: 1,93m
Gewicht: 159 kg

Einschätzung

Deonte Brown hat in 24 von 46 Spielen seiner Karriere gestartet. Er besitzt einen kräftigen und breiten Körperbau mit einer überdurchschnittlichen Stärke am Angriffspunkt. Als Laufblocker ist er sehr effektiv, zeigt ein hohes Maß an Kraft, Aufmerksamkeit und Aggressivität. Da er in der Lage ist, seinen Verteidiger zu bewegen und dadurch Lücken schaffen kann, eignet er sich besonders gut für ein man/power-based blocking scheme. In der Pass-Verteidigung ist er in Slide – oder Man- Protections sehr effektiv und hat in Einzelblocksituationen die nötige Fußschnelligkeit, um den Bewegungen der Defense standzuhalten.

Brown muss noch lernen, bei den Spielzügen konstanter zu werden und an seinen Blocks festzuhalten. Zudem hat er Probleme, wenn er seine Hände nicht direkt an seinem Ziel anbringen kann, dass er in solchen Momenten verwirrt wirkt. Wird er von seinem Verteidiger geschlagen, so ist es aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen schwierig, ihn zu verfolgen.

Runde 6 Pick 204: Shi Smith, WR, South Carolina

Daten

Geburtsdatum: 26. Oktober 1998 (22 Jahre)
Größe: 1,78m
Gewicht: 86 kg

Stats

2018: 45 Rec, 673 Yards, 4 TD
2019: 43 Rec, 489 Yards, 2 TD
2020: 57 Rec, 633 Yards, 4 TD

Einschätzung

Ein recht kleiner Receiver mit sehr solider Athletik und seinem besten Trait: Dem Timing. Gerade bei Jump Balls oder Contested Catches überzeugt er damit, dass er im richtigen Moment am höchsten Punkt steht, spät seine Hände zeigt und einfach ein gutes Gefühl dafür hat, wann der Ball bei ihm ankommt. Das mag erstmal einfach klingen, ist aber für viele Receiver schwierig. Gerade beim Release ist er recht explosiv und hat einen guten Schritt aus dem Break heraus. Allerdings muss der 22-Jährige als Route Runner noch besser werden, konstanter den Ball fangen und an funktionaler Stärke zulegen.

Runde 6 Pick 222: Thomas Fletcher, LS, Alabama

Daten

Größe: 1,85m
Gewicht: 105 kg

Einschätzung

Der bisherige Long-Snapper der Carolina Panther JJ Jansen ist inzwischen auch schon 35 Jahre alt, weshalb mit diesem Pick wohl der jüngere Nachfolger von Jansen verpflichtet wurde. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Panthers bei einer Entlassung von Jansen ca. 1 Mio Cap-Space einsparen könnte. Ein weiteres Highlight dieses Picks ist das Telefonat zwischen Fletcher und Rhule. Bei Thomas Fletcher spürt man einfach die Freude, Motivation und Dankbarkeit, für die Panthers spielen zu dürfen.

Runde 7 Pick 232: Phil Hoskins, DT, Kentucky

Daten

Größe: 1,98m
Gewicht: 142 kg

Stats

2018: 21 Tackles, 3 Sacks, 0 INT
2020: 30 Tackles, 1 Sack, 1 INT

Einschätzung

Von insgesamt 31 Karrierespielen kam Phil Hoskins bei 11 Spielen als Starter zum Einsatz. Nachdem er 2019 verletzungsbedingt verpasst hatte, erhielt er eine Ausnahmegenehmigung für eine 6th Year Extension, um 2020 spielen zu dürfen. Diese Chance nutze Hoskins und beendete die Saison mit 30 Tackles, 4 Tackles for Loss, fünf QB-Hurries und einer Interception.

Phil Hoskins hatte einige Schulter-Operationen, welche beim Pro-Day zum Gespräch wurden, nachdem er nur 20 Wiederholungen beim Bankdrücken geschafft hatte. Er hat zudem Probleme beim Einsatz seiner Hände.

 

Bildquelle: lsutigerswire.usatoday.com; profootballnetwork.com; sportshub.cbsistatic.com; bleacherreport.net; s3media.247sports.com; cdn.vox-cdn.com, theriotreport.com

Quelle: thedraftnetwork.com; nbcsports.com; espn.com

Top Athlet mit Siegermentalität: Panthers picken Jaycee Horn in der ersten Runde

In der ersten Runde des 2021er Drafts haben die Panthers an Stelle 8 neuen Spieler geholt: Jaycee Horn. Wer ist er? Was zeichnet ihn aus und warum haben die Panthers ihn gepickt? Wir wollen euch das neue Mitglied der Thieves Avenue kurz vorstellen und darauf eingehen, wie er zu den Panthers passt.

Jaycee Horn

  • Cornerback, South Carolina
  • 6’1” (1,85m) 205lbs (93kg)
  • 21 Jahre alt (26.11.1999)
  • 2020 stats: 7 Spiele; 16 Tackles; 2 Interceptions; 6 abgewährte Pässe

Jaycee Horn ist der jüngste Sohn des ehemaligen NFL Wide Receivers Joe Horn. Joe Horn ist ein viermaliger Pro Bowler, der insgesamt 12 Saisons in der NFL gespielt hat, 6 davon bei den Saints. Somit ist er den Panthers kein Unbekannter. Dadurch, dass Jaycee in Georgia zur High School gegangen ist und seine Collegezeit in South Carolina absolviert hat, kann man ihn als “Homegrown” bezeichnen.


Stärken

Man Coverage

Bereits zu Beginn des Draft Prozesses wurde Horn von vielen Experten als bester „Man to Man“-Cornerback dieses Draftjahrgangs bezeichnet. Dies belegt er auf seinem Collegetape eindrucksvoll. In der letzten Saison hat er lediglich 8 angekommene Pässe, bei 239 Snaps in Pass-Coverage, zugelassen.

Auch in seinen vorherigen Jahren war er ein herausragender Man-Corner, der in seiner gesamten Collegekarriere (30 Spiele) lediglich ein (!) Spiel hatte, in dem ein Receiver mehr als 50 Yards gegen ihn erreicht hat. Das war mit 60 Yards kein geringerer als DeVonta Smith, der 2020 die „Heisman Trophy“gewann. Diese Statistik ist noch beeindruckender, wenn man sich die Liste der Spieler ansieht, gegen die Horn unter anderem gespielt hat: AJ Brown, Kyle Pitts, Jaylen Waddle, Jerry Jeudy, Henry Ruggs, Elijah Moore, Justyn Ross, Van Jefferson, Terrace Marshal Jr.

Er hat somit seine Collegezeit damit verbracht, gegen (zukünftige) NFL Receiver zu spielen und hat diese größtenteils dominiert. Vor allem in Press-Coverage ist er unfassbar stark, weswegen auch von Experten teilweise Vergleiche zu Jalen Ramsey gezogen werden. Ein NFL Experte hat diesbezüglich gesagt, dass sobald er die Hände an den Receiver bekommen hat, der Spielzug quasi vorbei war.

Athletik

Eine Sache, die bei Horn besonders heraussticht und die ihn vor die restlichen Cornerbacks dieses Jahrgangs stellt, ist seine Athletik. Er bringt die perfekten Maße für einen Cornerback mit, um gegen jegliche Gegenspielertypen zu bestehen. Bei den Pro Day Messungen hat er mit einem Relative Athletic Score von 9,99 aus möglichen 10,00 den zweitbesten Wert ALLER 1790 Cornerbacks, die seit 1987 getestet wurden. Bei dem RAS handelt es sich um ein Punktesystem, das zum einen die körperlichen Gegebenheiten (Größe, Gewicht, Armlänge, etc.) als auch die getesteten Werte (Sprint, Weit-, Hochsprung, etc.) zusammenfasst. Anhand dieser Werte kann man somit sagen, dass Horn die Blaupause eines Cornerbacks ist. Folglich bringt er alles mit, um einer der besten Cornerbacks der Liga zu werden.

Mentalität

Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Qualität von Horn ist seine Mentalität. Sobald er den Platz betritt, will er gegen den besten Spieler des Gegners spielen. Er sucht immer das schwerste Matchup und will somit allen zeigen, dass er der beste Spieler auf dem Platz ist. Zudem will er seine Gegner nicht nur physisch dominieren, sondern ist auch noch ein klassischer Trash Talker. Horn bringt eine klassische “Alpha Dog” Mentalität auf den Platz, die auch auf seine Mitspieler überspringt.

Zusätzlich ist er nie mit seinem Spiel zufrieden und will sich immer verbessern. Bei der Betrachtung seines Tapes fällt auf, dass er in der 2019er Saison noch technische Fehler und Unkonzentriertheiten in seinem Spiel hatte. In der letzten Saison hingegen hat er genau diese Fehler ausgearbeitet und sich in diesen Aspekten verbessert. Man sieht somit, dass er immer besser geworden ist und mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist.

Schwächen

Seine Schwachpunkte kann man hingegen in zwei klaren Punkten zusammenfassen. Zum einen sind es die Fragezeichen mit seiner Schemeflexibilität. Auf dem College wurde er fast ausschließlich in Man Coverage eingesetzt, folglich gibt es wenig Material von ihm in Zone Coverage. Die Panthers haben zwar gesagt, dass sie mehr Man-Coverage spielen wollen, jedoch spielen selbst die Man-lastigsten Defenses noch fast zur Hälfte Zone.

Zum anderen sind es die “Probleme” mit seinen Händen. Er ist ein Corner, der den Kontakt mit den Receiver liebt und sucht. Im College sind die Regeln, was Pass Interference und Holding angeht, lockerer als in der NFL. Somit wird er gerade zu Beginn seiner Karriere vermutlich relativ viele Flaggen wegen seiner “grabbyness” kassieren.

Wie passt er zu den Panthers?

Die Cornerbackposition ist seit dem Abgang von Norman eine Baustelle gewesen, die allerdings mit Horn jetzt geschlossen sein könnte. Phil Snow hat im letzten Jahr bemängelt, dass vor allem bei dritten Versuchen die Möglichkeiten gefehlt haben, Man zu spielen. Durch die enormen Man-Cover Qualitäten gibt er der Panthers Defense noch mehr Freiheiten, die Coverages zu mixen. Infolgedessen auch die Möglichkeit, mehr Press-Coverage zu spielen, nachdem sie in der letzten Saison eines der Teams waren, die am wenigsten Press gespielt haben.

Generell können die Panthers in der Defense mit Horn noch unberechenbarer sein. Mit seinen Qualitäten kann er den Top Receiver der Gegner in Man-Coverage aus dem Spiel nehmen, während die restliche Defense in Zone Coverage agiert. Dies ist exakt die Freiheit, weshalb die Rams Defense im letzten Jahr so stark war. Auch bei ihnen hat der Top Corner (Ramsey) oft den Nummer 1 Receiver in Man-Coverage verteidigt, während der Rest in Zone spielte.

Es ist enorm wichtig, dass die Defense schwer zu lesen und dadurch unberechenbar ist. Demzufolge ist die Coverage essenziell und hilft auch den Pass-Rushern, wenn der Quaterback den Ball länger halten muss. Außerdem ist es sehr von Belangen, dass man Cornerbacks im Team hat, die gegen die großen, physisch starken Receiver der NFC South bestehen können.

 

Bildquellen:

www.pantherwire.usatoday.com

Quellen:

www.youtube.com

www. thedraftnetwork.com

www.profootballnetwork.com

www.pff.com

Sam Darnold nun bei den Panthers: Kann er die Zukunft „under Center“ werden?

Am 5. April sorgten die Panthers mit einem Trade für ein großes Raunen in der NFL-Welt. Für einen 2021 Sixth Round Pick, einem 2022 Second Round Pick und 2024 Fourth Round Pick sicherte sich Carolina ihren neuen Quarterback Sam Darnold von den New York Jets. Doch wer ist dieser ehemalige No. 3 Overall Pick? Wie schlug er sich im College und vor allem, wie sahen seine ersten drei Jahre in der NFL aus? In diesem Bericht wollen wir euch unseren neuen Quarterback etwas näher bringen.

Samuel Richard “Sam” Darnold

  • 6’3” (1,91m) 225 Pfund (102 kg)
  • 23 Jahre alt (05.06.1997)
  • 2018 als No.3 Pick zu den New York Jets gedraftet

Sam Darnold besuchte die San Clemente High in San Clemente, bei der er neben Football auch erfolgreich Basketball spielte. Ursprünglich sah er als Wide Receiver und Linebacker Einsatzzeiten, ehe er aufgrund einer Verletzung als Quarterback eingesprungen war – und dann letztendlich bei dieser Position blieb. Um Sam Darnold richtig bewerten zu können, muss auch ein Blick zurück auf seine College-Saison geworfen werden. Also, wie wurde Sam Darnold nach seiner College-Saison von den Experten bewertet? Anbei folgt nun ein Abschnitt, welcher Sam Darnold vor seiner Zeit in der NFL bewertet:

Rückblick: College-Zeit

Von 2016 bis 2017 spielte Darnold am College für die USC Trojans, welche für die University of Southern California aufliefen. Dort konnte er den Rose Bowl 2017 gewinnen und wurde zum MVP der Offense gewählt. Ein kleiner Überblick auf die Statistiken, die Sam Darnold während seinen zwei Jahren am College erzielte:

2016: 13 Spiele, 3086 Yards, 67,3 % Completions, 32 TDs, 9 Int, 161,1 QB-Rate, 5 Fumbles

2017: 14 Spiele, 4143 Yards. 63,1% Completions, 26 TDs, 13 Int, 148,1 QB-Rate, 9 Fumbles

In seiner Debütsaison am College war Darnold ein extrem effizienter Passer, welcher sein Team zu einer 10-3 Bilanz führte. Sein erstes Spiel als Starter verlor er zwar, konnte dafür aber im Anschluss eine neun Spiele lange Siegesserie starten.

Die Saison 2017 war dann eher eine durchwachsene für Darnold. Neben den 13 Interceptions hatte er auch massive Probleme mit den verursachten Fumbles. In Summe waren das zu viele Turnovers. Trotzdem konnte er immer wieder mit schönen Würfen und einer exzellenten Genauigkeit in fast jedem Spiel die Scouts überzeugen. Es gab eine Menge, was den Scouts an Darnold gefiel und so wurde er als zukünftiger Starter in der NFL gesehen.

In erster Linie ist Darnold ein akkurater Pocket Passer, der den Ball gut platzieren kann und gerade im kurzen bis mittleren Teil des Feldes sehr präzise ist. Er hat eine exzellente Antizipation und weiß, wann und wo die Receiver offen sind. Dank seinem Gespür und Timing trifft Darnold die Receiver im Lauf und ermöglicht ihnen viele Yards after Catch. Er ist ein natürlicher Rhythmus-Passer, der am besten in ein West Coast-System passen würde. Kommt der junge Quarterback in einen guten Groove, so ist er ein Passer mit einer tödlichen Genauigkeit.

Darnold fühlt sich in der Pocket sehr wohl, hat aber auch die Fähigkeit sich zu bewegen, um wertvolle Zeit zu gewinnen und Sacks zu vermeiden. Außerdem besitzt er die Fähigkeit schöne Plays zu kreieren, wenn der Spielzug anders verläuft als geplant und er improvisieren muss. Immer wieder schaffte er es, Würfe in solchen Situationen anzubringen, die für einen College-Quarterback sehr selten sind. Darnold hat zudem die seltene Eigenschaft seine Wurfbewegung zu beschleunigen, um den Ball rechtzeitig loszuwerden, wenn er unter Druck steht. Es gibt kaum NFL-Starter, die diese Fähigkeit besitzen. Aufgrund seiner Armstärke und seiner Wurfbewegung wurde er von vielen GMs mit Philipp Rivers verglichen.

Aber auch die negativen Seiten von Darnold sind bekannt. Seine Ballsicherheit im Jahr 2017 war schlecht, zu viele Interceptions und Fumbles hatte er kreiert. Zu oft wurde trotz einer guten Sicht auf das Spielfeld eine Interception geworfen.

Von den Top-Quarterback-Kandidaten für den NFL-Draft 2018 hat Darnold den größten „It-Faktor“. Ohne Zweifel hat er eine Menge Mut und ist ein Gamer, der nicht aufgibt, um sein Team zum Siegen zu treiben. Ihm wird ein super Football-Charakter und hohe Führungsqualitäten nachgesagt.

Im Draft 2018 ging er schließlich an Nummer 3 zu den New Yorks Jets. Doch was wurde aus dem gehypten Prospect? Der folgende Abschnitt bewertet nun die aktuelle Zeit, nach drei Jahren in der NFL:

Rückblick: NFL-Zeit

Auch hier fangen wir erstmal mit den Statistiken an:

2018: 14 Spiele, 2865 Yards, 57,7 % Completions, 17 TDs, 15 Int, 77,6 QB-Rate, 5 Fumbles

2019: 14 Spiele, 3024 Yards, 61,9% Completions, 19 TDs, 13 Int, 84,3 QB-Rate, 11 Fumbles

2020: 14 Spiele, 2208 Yards, 59.6% Completions, 9 TDs. 11 Int, 72,7 QB-Rate, 4 Fumbles

2018 – 2020: 417 Rushing Yards, 5 Rushing TDs

In der NFL sahen Darnolds persönliche Statistiken im ersten Jahr nicht besonders beeindruckend aus. Wie oben zu lesen ist, warf er kaum mehr TDs als INTs und auch 2865 Yards sind keine besonders guten Zahlen. Bis zu einem gewissen Grad kann das Jahr aber als eine Rookie-Saison eines Spielers entschuldigt werden, der sich noch an die NFL anpassen muss. Zudem konnte er sich im Jahr darauf etwas steigern.

Leider hielt diese Steigerung nicht an, denn das Jahr 2020 war ein absolutes Desaster für Darnold. Auch, dass er keine Saison aufgrund von Verletzungen durchspielen konnte, gibt manchen Leuten einen Grund zur Sorge. Zudem hilft es Darnold nicht, dass die anderen Quarterbacks, die 2018 neben ihm gedraftet wurden, eine Reihe von bemerkenswerten Leistungen vorzuweisen haben:

Baker Mayfield und Josh Allen haben ihren Franchises geholfen, die jahrzehntelange Durststrecke nach Playoff-Siegen zu brechen. In der Zwischenzeit hat Lamar Jackson bereits eine MVP-Auszeichnung gewonnen. Nur Josh Rosen konnte bei den Arizona Cardinals nicht überzeugen.

Aber zurück zu Sam Darnold. Eine weitere Statistik zeigt ein grundlegendes Problem auf.

Legende der Abkürzungen:

  • Jahr
  • Durchschnittliche Air Yards bei allen seinen Passversuchen (IAY)
  • Durchschnittliche Air Yards bei seinen Completions (CAY)
  • Wie oft wurde in enge Fenster geworfen (AGG%)
  • Insgesamte Completions (COMP%)
  • Erwartete Completions nach den Metriken der NFL

Die Geschichte, die diese Statistiken erzählen, ist nicht schön. Darnold hat den Ball mit jeder aufeinanderfolgenden Saison in eine geringere Tiefe des Downfields und in weniger enge Fenster geworfen. In der Zwischenzeit waren seine Completion-Stats trotz leichterer Pässe im Allgemeinen schwächer. Die höchste Completion-Quote war in seiner bisher kurzen Karriere bei nur 61,9% im Jahr 2019. Das war auch das einzige Jahr, bei der Prozentsatz höher war als erwartet. Mit anderen Worten ausgedrückt: Obwohl Darnold im Laufe seiner Karriere weniger schwierige Pässe versucht hat, war er nicht besser darin, sie auch tatsächlich anzubringen.

Bei knapp 60% seiner Dropbacks stand Darnold zudem in einer „sauberen“ Pocket – konnte also den Ball ohne Druck passen. Auch hier brachte er nur 68% seiner Pässe für 1.500 Yards, 6 TDs und 7 INTs an. Damit sind er und Dwayne Haskins die einzigen Quarterbacks der letzten Saison, die aus einer sauberen Pocket heraus mehr Interceptions als Touchdowns geworfen haben.

Das liest sich erstmal alles sehr bescheiden. Doch warum wollten die Panthers Sam Darnold verpflichten? Und warum sollte man ihm trotzdem eine faire Chance geben?

“Sam ist ein Typ, den ich schon als er von der USC kam, sehr mochte”, sagte Scott Fitterer, General Manager der Panthers während einer virtuellen Pressekonferenz. “Ich mochte die Konkurrenzfähigkeit, die Zähigkeit, seine Fähigkeit, sich in der Pocket zu bewegen. Er kann mit seinem Arm große Spielzüge auf dem Feld machen. All diese Dinge stachen bei ihm wirklich hervor. Ich denke einfach, dass er in dieser Offense mit Joe Brady, Matt Rhule und den Waffen, die wir um ihn herum haben, den nächsten Schritt mit uns machen kann. Ich war wirklich begeistert, jemanden von Sams Kaliber in unser Team aufzunehmen.”

Darnold hatte mit zu viel Verantwortung zu kämpfen

“Der Junge kann spielen”, sagte ein ehemaliger offensiver Assistenztrainer der Jets. “Er ist ein Alphatier mit der Fähigkeit, alle Würfe zu machen. Er ist ein harter Arbeiter, der sich den Respekt seiner Teamkollegen verdient und er hat keine Angst vor der Bühne. Wir haben wahrscheinlich zu viel auf seine Schultern gelegt und er hatte mit der ganzen Verantwortung an der Line of Scrimmage zu kämpfen. Als wir das Ende 2019 zurückschraubten, blühte er als Spieler auf und auch die Offensive nahm Fahrt auf. Wenn wir in der letzten Saison bei diesem Ansatz geblieben wären, hätte er besser gespielt.”

Wenn man sich den letzten Punkt genauer anschaut, so spielte Darnold 2019 tatsächlich in den letzten acht Spielen des Jahres auf einem höheren Niveau. Er brachte 163 von 267 (61%) Pässe für 1.947 Yards an, sowie 13 TDs und 4 INT. Hierbei half er den Jets, sechs der letzten acht Spiele zu gewinnen. Die Leistung, die er in dieser Zeitspanne gezeigt hat, hat sicherlich das Interesse der Optimisten geweckt, dass Darnold seinen Weg in einer neuen Offense in Carolina finden kann.

Ich konzentriere mich mehr auf Sam in unserer Offensive und darauf, was wir mit ihm hier machen können”, sagte Fitterer. “Ich mag seine Fähigkeiten. Er ist erst 23 Jahre alt. Viele dieser Quarterbacks werden erst mit 24, 25, 26 Jahren reif und kommen in ihre beste Zeit. Wenn das ein Quarterback ist, den wir zu diesem Preis bekommen können, ist es das Spiel definitiv wert.”

Auch hier hat Fitterer nicht ganz Unrecht. In einer Offensive mit einer A+ Backfield-Waffe wie Christian McCaffrey und zwei talentierten Passempfängern, mit DJ Moore und Robby Anderson, hat Darnold nun endlich die Unterstützung, die er als QB benötigt. Zudem hat er mit Brady einen der besten, jungen Offensive-Coordinatoren an seiner Seite. Kann Brady das Potenzial von Darnold als Spielmacher mit Hilfe aus einer Mischung von traditionellen Konzepten und einigen der RPO- und Quick-Rhythm-Taktiken von USC freischalten, so könnte Darnold im nächsten Jahr einen riesen Schritt nach vorne machen. Die Panthers haben in der letzten Saison mit Teddy Bridgewater als QB sehr viele kurze und mittlere Pässe gespielt. Mit dem starken Arm der ehemaligen Nummer 3 im Draft wird Rhule in der Lage sein, das Spielbuch ein wenig mehr zu öffnen, sobald Darnold sich in der Offensive eingewöhnt hat.

Die schwierigen Umstände in New York

Man kann ewig mit Ausreden weitermachen, warum Sam Darnold in New York floppte. Zunächst einmal war sein Head Coach Adam Gase, der für viele wohl einer der schlechtesten Head Coaches, die wir in den letzten 25 Jahren gesehen haben, war. Er hatte keine Ahnung, wie man eine Offense führt und war ahnungslos, wenn es darum ging, Schemes zu formulieren, die zu den Stärken seiner Spieler passten.

Das führt zum nächsten Punkt: Darnold hatte in New York wenig bis gar kein Talent um sich herum. Fast jeder Spieler in der Offensive der Jets, der zum Einsatz kam, war bestenfalls ein mittelmäßiger NFL-Spieler (mit Ausnahme von Wide Receiver Robby Anderson). Ihre Offensive Line war durchweg eine der schlechteren in der NFL. Zugegeben hatte er aber auch Anderson und Jamison Crowder in seinem Receiver-Core. Jedoch muss hier erwähnt werden, dass beide ständig verletzt waren und insgesamt 21 Spiele verpassten. Dadurch ist es extrem schwer, einen Rhythmus mit seinen Receivern zu bekommen, wenn sie ständig ausfallen. Und als Nachfolger kamen Spieler wie Quincy Enunwa und Jermaine Kearse, die einfach nicht an dieses Niveau rankommen.

Trotz des ganzen Chaos, welches von 2018-2020 bei den Jets war, konnte Darnold auch immer wieder glänzen. Er hat zwar keinen „Generationsarm“, aber dafür besitzt er aufgrund seiner Armstärke die Fähigkeit, im Lauf zu werfen, ohne dabei an Genauigkeit oder Stärke einzubüßen. Zudem ist Darnold für seine Position ein guter Athlet, der auch eine überraschende Mobilität in der Pocket hat, um entgegen kommenden Pass Rushern auszuweichen. Hierfür hat er in seinen drei Jahren in New York auch genug Übung bekommen.

Diese Kombination, zusammen mit den vorhandenen Waffen, die in Carolina sind und einen Playcaller, der Darnolds Stärke zu nutzen wissen wird, könnte seinen Durchbruch bedeuten. Er besitzt bei den Panthers einen großartigen Trainerstab, einen der besten Runningbacks der Liga, zwei exzellente Receiver und eine durchschnittliche O-Line (die aber besser als bei den Jets ist und mit einem Pick von Sewell / Slater potenziell großartig werden könnte). Zudem ist er erst 23 Jahre alt (damit jünger als z.B. Joe Burrow) und hat dadurch noch einige Jahre vor sich. Jedoch weiß auch Darnold, dass es vielleicht seine letzte Chance sein wird, ein Franchise-QB in der NFL zu werden.

Bereits jetzt trainieren McCaffrey und Darnold zusammen in California. Und natürlich kennen sich Anderson und Darnold auch bestens aus der gemeinsamen Zeit bei den Jets. Dort hatten die beiden eine unglaubliche Connection auf dem Spielfeld. Insgesamt brachte Darnold 88 Pässe zu Anderson an, erzielte dabei 88,5 % Completions für 1341 Yards und 11 TDs. Zudem konnte er 21 Pässe anbringen, die über 20+ Yards flogen. Es ist zu hoffen, dass diese Connection auch in Carolina aufrechterhalten bleibt und durch DJ Moore erweitert wird.

Wie ist der Trade nun abschließend zu bewerten?

Viele Fans hätten sich einen Quarterback im Draft gewünscht. Jedoch muss man hier erwähnen, dass Darnold in seinem jungen Alter im Gegensatz zu diesen angehenden Rookies schon 3 Jahre NFL Erfahrung sammeln konnte und dadurch vielleicht gerade am Anfang sogar die sicherere Variante ist. Natürlich darf man nicht über seine Schwächen hinwegsehen. Jedoch zeigte Darnold immer wieder, dass er ein guter Quarterback sein könnte, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt. Diese Möglichkeit wird ihm nun gegeben, nutzen muss er sie selbst.

Ich bin der Meinung, dass man Sam Darnold eine faire Chance geben sollte. Er hatte extrem unter den schwachen Bedingungen in New York gelitten, stand mit 23 Jahren unter unglaublich großem Druck und hatte mit Gase einen Trainer, der schon viele Quarterbacks vor ihm verheizt hat. Zudem ist Darnold ein beliebter Teamkollege und hatte sich trotz allem nie negativ über Gase und New York geäußert. Er sollte die Saison 2021/2022 starten und zeigen, dass er ein Franchise-Quarterback werden kann. Sollte das Experiment schief gehen (was übrigens auch bei den meisten QB im Draft passieren könnte), so hat man keinen hohen Preis gezahlt und man wird wohl im Draft 2022 eine neue Möglichkeit haben, einen neuen Franchise-Quarterback zu suchen.

Wir freuen uns auf Sam Darnold und wünschen ihm alles Gute für die Saison 2021/2022.

Quellen:

www.pantherswire.usatoday.com, www.nfl.com, www.ran.de, www.profootballnetwork.com, www.walterfootball.com,

Bildquellen:

cdn.vox-cdn.com; img.bleacherreport; jetswire.usatoday.com