Playoffs trotz Niederlage – Panthers unterliegen Buccaneers

Die Playoffs standen auf dem Spiel. Mit einem Auswärtssieg gegen die Tampa Bay Buccaneers hätten die Carolina Panthers direkt das Ticket in die KO-Phase klarmachen können. Leider verloren sie auf fast tragischer Weise mit 14-16… und stehen, wie zu dieser Division passend, trotzdem in den Playoffs.

Ein Start zum Vergessen

Der Anfang der Partie erinnerte an das Hinspiel. Tampa Bay dominierte die ersten Drives und ging schnell mit 10-0 in Führung. Der sonst so schwache Baker Mayfield brachte alle seiner ersten sechs Pässe an den Mann. Die DLine der Panthers war komplett überfordert und eigene First Downs schaffte Carolina auch nicht.

Nach den ersten beiden Drives der Teams änderte sich dann langsam die Situation. Mayfield verfiel in alte Muster und warf einen Pass direkt auf Christian Rozeboom. Der Linebacker der Panthers hatte keine Probleme den Ball abzufangen und returnierte diesen anschließend in die Buccaneers Redzone. Dort angekommen machten es die Panthers sehr schnell und verkürzten durch den komplett offenen TE Tommy Tremble auf 7-10.

Leider war der Touchdown ein Startschuss für schlechten offensiven Football. Carolinas DLine kam langsam besser in die Partie und ließ sich gegen den Lauf nicht mehr überrumpeln. Im Passing Game dagegen fanden die Panthers keine Lösungen. Sie agierten wieder sehr vorsichtig und trauten sich wie schon so oft in dieser Saison keine tiefen Pässe zu. So plätscherte die Partie dahin, bis es im vierten Quarter 7-16 stand und Carolina mehr riskieren musste.

Warum nicht von Beginn an?

Bryce Young erwischte in der Gesamtbetrachtung keinen schlechten Tag. Zwar hatte er einen dicken Schnitzer, als er im dritten Quarter mit zu wenig Armkraft auf Tet McMillan nach außen warf und dabei nur Buccaneers DB Jacob Parrish traf, ansonsten machte er aber eigentlich keine Fehler.

Im vierten Quarter mit den „Playoffs on the line“ legte er dann auch das Visier ab. Zweimal bediente er tief mit zwei Pässen über 40 Yards Tet McMillan. Bei der ersten Entscheidung wurde der Receiver aufgrund einer Strafe noch zurückgepfiffen. Beim zweiten Catch blieb der Yardgewinn bestehen. Young veredelte den Drive direkt danach mit einem tollen Touchdown-Pass auf Jalen Coker, doch die Antwort kam leider zu spät.

Gute Stats und schlechte Umstände

Obwohl die Offense so einen geringen Output generierte, war Bryce Young keineswegs schlecht unterwegs. Von 35 Versuchen konnte er 25 Pässe für 266 Yards anbringen. Das entsprach einen ordentlichen Wert von 7,6 Yards pro Versuch. Der Pick war sicherlich auf seine Armkraft zurückzuführen und kostete den Panthers auch sehr viel an Siegchancen, doch insgesamt war er sicherlich nicht das schwache Glied in der Panthers Offense.

Das Running Game funktionierte in diesem Spiel überhaupt nicht. Chuba Hubbard brach zwar ein Tackle in dieser Partie, erzielte insgesamt bei fünf Runs aber auch nur schwache 2 Yards pro Lauf. Bei Rico Dowdle lief es sogar noch schlechter. Bei 7 Runs konnte er nur einen Schnitt von 1,4 Yards pro Lauf erzielen.

Gepaart mit einem nicht explosiven Passspiel war die Offense lange Zeit zahnlos und stand bis tief ins letzte Quarter bei nur sieben Punkten. Young warf lange Zeit nicht tief und Receiver für viele Yards nach dem Catch waren nicht vorhanden. Dowdle konnte bei einem Screen Pass für 25 Yards glänzen und Tommy Tremble spazierte ohne Gegenspieler in die Endzone. Das waren dann aber auch alle offensiven Highlights in den ersten drei Quartern – viel zu wenig.

Zusätzlich verhaute Kicker Ryan Fitzgerald auch noch sein 54 Yard – Field Goal. In der DLine gab es keinen Pass Rusher mit einer Win Rate von über 20% und der in dieser Saison sonst so starke CB Mike Jackson ließ 4 Catches zu. Insgesamt groovte sich die Defense irgendwann ein und hatte den schwachen Baker Mayfield unter Kontrolle, doch betrachtet man sich insgesamt das Panthers Team, war die Leistung gegen Tampa Bay deutlich zu wenig.

Ein Spiel mit großem Einfluss der Schiedsrichter

Ein großes Thema des Spiels waren sicherlich die Refs. Ich finde einige Diskussionen von Fans extrem schwierig, wenn sofort Bestechlichkeit vorgeworfen und der große Skandal ausgerufen wird. So weit sollte man hier auch auf keinen Fall gehen. Die Leistung der Refs war aber so schlecht, dass hier auf jeden Fall darüber berichtet werden muss.

Es fing auch schon früh an. Bereits im ersten Play der Panthers erhielt Buccaneers DLiner Elijah Robert eine sehr schmeichelhafte Unnecessary Roughness Strafe gegen sich. Im direkten Gegenzug erhielt dann Mike Jackson nach seinen Stop gegen Baker Mayfield eine Taunting Strafe.

Besonders mit Blick auf den Playoff-Charakter dieses Spiels waren beide Strafen viel zu kleinlich ausgelegt. Danach verbesserte sich allerdings erstmal die Leistung der Refs. Wäre es bei den beiden Calls geblieben, wären sie keine Erwähnung wertgewesen, besonders da beide Teams gleichermaßen betroffen waren.

Als aber Carolina anfing aufzuholen, wurden die Entscheidungen skurril. Carolina erhielt vier Flaggen-Entscheidungen gegen sich, bei der jede einzelne eine enorme Auswirkung mit sich zog.

Die Refs als Handicap

Die wohl verrückteste Situation war der Backwards-Pass auf Rico Dowdle. Der Screen-Pass auf den Running Back missglückte, der Ball fiel zu Boden. Allerdings warf Young den Ball minimal nach hinten und so hätte der Pass eigentlich als Fumble gewertet werden müssen. Als Dowdle den Ball aufhob, pfiff ein Ref den Spielzug aber sofort auf und so konnte Dowdle auch keinen Raumgewinn mehr generieren. Nach Besprechung entschieden die Refs, dass der Spielzug doch als Fumble gewertet werden würde und Carolina an der Position zum Zeitpunkt des Pfiffs weitermachen müsse. Durch den Raumverlust wurde das anschließende Field Goal für Fitzgerald erschwert, der schließlich auch vergab.

Die Misere an falschen Entscheidungen gegen die Panthers fing allerdings erst an. Tommy Tremble wurde ungestraft im Play der Helm vom Kopf gerissen. Im nächsten Play dominierte Tet McMillan seinen Gegner direkt an der Line of Scrimmage so doll, dass er deswegen fälschlicherweise eine Strafe kassierte und sein Monstercatch revidiert wurde. Anscheinend musste man nur schlecht genug sein um eine Flagge für den Gegner zu erzwingen. Im Gegenzug fiel Buccaneers TE Cade Otten fast über seine eigenen Füße und erhielt dadurch einen PI-Call.

Die Panthers wurden mit diesen Entscheidungen stark benachteiligt und fielen auch deswegen zwei Scores zurück. Als die Refs endlich wieder keine Fehler machten, wurde es auch wieder spannender, weil Carolina das bessere Team in der zweiten Halbzeit war. Leider konnte das Team von HC Dave Canales aber die Partie nicht mehr umbiegen.

Wie fällt das Fazit aus?

Auch wenn die Refs das Spiel sehr stark gegen Carolina pfiffen, war ein Sieg möglich. Schwache Leistungen im Running Game und drei schwache Quarter der Offense brachten die Panthers überhaupt in die Lage so weit zurückzuliegen. Die erste Halbzeit wurde komplett von Tampa Bay dominiert und so war der 13-6 – Halbzeitstand sehr schmeichelhaft für Carolina.

Nach dem schwachen Start kamen die Panthers aber wieder zurück. Tampa Bay dominierte Hälfte eins, Carolina Hälfte zwei. Auch die Erfolgsrate beider Teams war am Ende auf einem Niveau. Während die Buccaneers 45% ihrer Plays erfolgreich gestalteten, lag der Wert bei den Panthers bei 43%.

Ähnlich sah es auch bereits im Hinspiel aus und so lässt sich konstatieren, dass es trotz der Refs durchaus fair ist ,die Serie der beiden Teams unentschieden zu gestalten.

Playoffs wir kommen!

Einen kleinen Nachklapp muss es aber natürlich auch zu den Playoffs geben. Nach acht Jahren haben es die Panthers endlich geschafft. Durch den Sieg der Atlanta Falcons am Sonntag stehen die Carolina Panthers tatsächlich in den Playoffs. Nach einer turbulenten Saison mit Überraschungssiegen gegen die Packers und Rams konnte man alle Teams in der Division hinter sich lassen.

Das Team von Dave Canales gestaltete die gesamte Saison sicherlich nicht glanzvoll und erzielte in nicht mal der Hälfte der Spiele mehr als 17 Punkte. Insgesamt gibt das Erreichen der Playoffs dem Team und den Fans aber endlich wieder Freude. Acht Jahre lang ging es mit der Mannschaft nur abwärts. Trainer wurden verschlissen und gute Spieler abgegeben, weil es in den schlechten Situationen keinen Sinn machte sie zu halten. Dass die Panthers nun wieder in den Playoffs stehen, ist der pure Gegensatz dazu.

Mit den Los Angeles Rams trifft man nun auf einen harten Brocken. In der Regular Season gewann Carolina zwar die Partie, war aber eigentlich extrem unterlegen und hatte an diesem Tag das Glück auf der richtigen Seite. Die Buchmacher sehen die Rams dementsprechend als haushohen Favoriten.

In den Playoffs geht es allerdings von null wieder los. Los Angeles wird in dieser Situation sicherlich auch sehr aufgeregt sein und sollte es lange Zeit ausgeglichen zugehen, könnten kleine Fehler das Spiel entscheiden. Die Chance auf ein Weiterkommen Carolinas ist in dieser Partie sicherlich sehr klein, aber bereits das Erreichen der Playoffs ist bereits eine Auszeichnung, über die sich gefreut werden kann.

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