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Season Review Teil 4: Headcoach und Fazit

Nachdem bereits in den vorherigen Rückblicken hinreichend zur Offseason und der Teamleistung auf dem Platz geschrieben wurde, machen wir jetzt endgültig mit dem Fazit den Deckel auf die letzte Saison. Im Folgenden gehen wir auf die Gemütslage der Fans während der Saison ein und wollen vor allem die Arbeit unseres Headcoaches Matt Rhule nochmal unter die Lupe nehmen.

Neue Gesichter und packende Spiele

Hätten wir vor der Saison damit gerechnet, dass die Panthers in den meisten Spielen der Saison competitive sein würden? Nein. Vor der Saison haben die Panthers ordentlich ausgemistet und speziell nach dem mehr oder weniger freiwilligen Abgang von Luke Kuechly herrschte bei einigen von uns vor allem eins, Leere. Gefühlt haben wir alle Gesichter unserer Franchise verloren. Wie soll es jetzt weitergehen? Oftmals fiel sogar das böse Wort mit dem „T“, welches jedoch nichts mit den Spritpreisen zu tun hat, sondern das Mittel zum „First Overall Pick“ des nächsten Drafts ist.

Dass wir nach der Saison über Bridgewater debattieren, der in 8 Drives das Spiel in den eigenen Händen hatte, ist doch mit etwas Abstand betrachtet, purer Luxus und in der Form nicht zu erwarten gewesen. Natürlich war es in dem ein oder anderen Spiel ernüchternd und hat absolut geärgert, doch seien wir doch mal ehrlich, diese Ausgangsposition lässt uns Panthers Fans doch absolut auf mehr hoffen.

Frischer Wind mit College-Umkrempler Matt Rhule

Der mit einem 7 Jahresvertrag in Carolina ausgestattete Coach steht für Disziplin, Toughness und positives Mindset. In der Vergangenheit gelang es ihm, die Colleges von Temple und Baylor nach schweren Zeiten wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dies erfordert neben dem ganzen Footballwissen auch Menschenkenntnis und eine gute Menschenführung.

Um ein Programm umzukrempeln bedarf es jedoch auch einer harten Hand, die nicht lange auf sich warten ließ. Folglich trafen Coach Rhule und sein Staff Entscheidungen, die auf dem ersten Blick unpopulär schienen und die Fanszene spalteten. Auf lange Sicht jedoch, da sind sich die meisten einig, haben diese schlussendlich Sinn ergeben. Nennenswert sind beispielsweise die Abgänge von Cam Newton, Eric Reid, Greg Olsen oder die jüngst entlassenen Kawann Short und Tre Boston.

Aufsehen erregender Draft und trendiger Offense Coordinator

Für die Defense sah Rhule seinen langjährigen Begleiter Phil Snow als Coordinator vor, der vor allem eine sehr variable Spielweise bevorzugt. Wegen diverser Abgänge in der letzten Saison schreckte man nicht davor zurück, in allen Runden des Drafts Spieler für die defensive Seite des Balles zu holen, Novum in der NFL. Viele junge Leute wurden ins kalte Wasser geworfen und genossen das Vertrauen des Coaching Staffs. Im Laufe der Saison sollten sich vor allem die Rookies Derrick Brown und Jeremy Chinn als Publikumslieblinge herausstellen.

Offensiv holte man sich mit Joe Brady einen aufstrebenden Shootingstar als Coordinator an Bord. Dies unterstreicht, dass Rhule kein Risiko scheut, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Dieses Vertrauen spiegelt sich nicht nur im Coaching Staff sondern auch im Team wider, wo er einige Rookies zu Startern machte oder Veterans rausnahm und durch junge Athleten ersetzte. Dieses Mindset tut der gesamten Franchise gut und stärkt den Zusammenhalt.

Das Coronavirus hält auch die Panthers in Atem

Gerade in Zeiten eines Umbruchs braucht eine Mannschaft Zeit, um Abläufe zu trainieren und einen Teamspirit zu entwickeln. Dass die Trainingscamps nicht wie gewöhnlich stattfinden konnten und auch die Preseason-Spiele abgesagt wurden, spielte unserer Franchise nicht in die Karten. Für diese Umstände hat unser Coaching Staff und das Front Office großartige Arbeit geleistet. Beispielsweise waren Verpflichtungen in der O-Line von Russel Okung und Michael Schofield clevere Schachzüge, da sie bereits entweder mit dem O-Line Coach Pat Meyer oder Center Matt Paradis arbeiteten und somit kürzere Eingewöhnungszeit zu erwarten war. Dass beide aus verschiedenen Gründen nicht einschlugen, steht auf einem anderen Blatt. Einige ehemalige College-Spieler von Rhule wie zum Beispiel Robby Anderson oder Tahir Whitehead fanden ebenfalls den Weg nach Charlotte.

Matt Rhule steht außerdem für Detailverliebtheit. Deshalb hat er die Lockdown-Zeit effektiv genutzt und sein Augenmerk darauf gelegt, dass sich Spieler mit Kleinigkeiten ihrer Abläufe beschäftigen, um besser zu werden. Zu nennen sind beispielsweise Fußarbeit oder die sogenannte „Vision“. Gemeint ist die Arbeit mit den Augen, die nicht nur vor allem essentiell für Quarterbacks sondern auch unter anderem für Defensive Backs ist.

Nüchterner Start, dann eine Siegesserie…

Der neue Headcoach ist nah bei den Spielern und will sie stets motivieren. An der Sideline sieht man ihn viel reden und lässt nichts unversucht, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Dies erwartet er auch von seinen Kollegen aus dem Coaching Staff. So beorderte er OC Joe Brady nach paar Spielen aus der „Booth“ auf das Spielfeld, weil er der Meinung ist, dass man dann besser Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Brady, der seine gesamte Saison bei LSU aus der Vogelperspektive bestritt, befolgte den Rat und gesellte sich zum Team.

Die ersten zwei Spiele der Saison gingen verloren. Positiv war, dass man gut mithalten konnte. Danach gelang dem Team eine Siegesserie gegen die Chargers, Cardinals und Falcons, woraufhin sich einige Panthers Anhänger bereits dabei ertappten, eine Euphorie zu entwickeln. Manche sprachen von möglichen Playoffs, manche freuten sich einfach nur darüber, dass wir wohl nicht jedes Wochenende abgeschlachtet werden würden.

Insbesondere wusste die Offense zu gefallen. Der neue Deep Threat Robby Anderson schlug ein und Bridgewater spielte souverän seinen Stiefel herunter. So langsam schien auch die Defense ins Rollen zu bekommen, zwar nicht auf höchstem Niveau, jedoch mussten sich die Jungs auch erstmal zusammen eingewöhnen. Immerhin kamen ein paar Sacks und Interceptions zustande.

…enge Spiele…

Ein sehr schwaches Spiel ereignete sich gegen die Chicago Bears, was auch in einer Niederlage mündete. Der nächste Sieg konnte erst wieder in einem 20:0 „Shutout“-Sieg gegen die Detroit Lions gefeiert werden. Quarterback war dort ein gewisser PJ Walker, der, wie einige Neuzugänge, ein alter Bekannter von Matt Rhule aus Zeiten in Temple ist. Klar taten 5 Niederlagen am Stück weh, jedoch hat man der Mannschaft beim Wachsen zusehen können. Außerdem ging es gegen Teams wie die Saints, Chiefs oder den Bucs, denen man, bis auf den späteren Super Bowl Sieger, überraschenderweise Paroli bieten konnte.

…und Riverboat-Manieren

Wie oben bereits erwähnt, scheut Rhule kein Risiko. An der Einsatzzeit der Rookies und dem aggressiven Play Calling wird deutlich, dass unser Coach nichts unversucht lässt, um zu gewinnen. Und das lieben Fans und Spieler an ihm. Beispielsweise sind hier einige ausgespielte 4. Versuche, auch in der eigenen Hälfte oder die Fake Punts gegen die Chiefs (Anfang zweites Quarter, Stand: 7:3 Panthers, 4th & 7) und die Falcons (Ende drittes Quarter, Stand: 19:14 Falcons, 4th & 9) zu erwähnen. Dieses Verhalten erinnerte so manchen an den in der letzten Saison entlassenen Head Coach Ron Rivera. Mit diesem aggressiven Playcalling hat sich Rhule in viele Panthers-Herzen gecoacht.

Erfolgsrezept: Physis und Gewinnermentalität

Bis zum Ende der Saison sollte es nur noch einen Sieg im vorletzten Spiel gegen das Washington Football-Team geben. Ehe es aber so weit war, konnte Jeremy Chinn im Spiel gegen die Vikings 2 Defensive Touchdowns in aufeinanderfolgenden Drives erzielen. Stimmen für den DROY Award wurden lauter. Am Ende sollte er, trotz zwei Defensive Rookie of the Months Awards, den Kürzeren gegen DE Chase Young von Washington ziehen.

Viele Fans regten sich darüber auf, dass die Panthers „auf einmal meinen, gewinnen zu müssen, obwohl wir so einen guten Spot im Draft haben“. Coach Rhule hatte hierzu genau das richtige zu sagen, was wichtig für die Einstellung der nächsten Jahre ist und uns irgendwann zum Super Bowl führen soll. Rhule will Spieler mit einer Gewinnermentalität.

Er will keinen Spieler, der sich mit Niederlagen zufrieden geben kann. Außerdem betonte er, dass es für den Sieg des Super Bowls extrem wichtig sei, Spiele am Ende der Saison noch gewinnen zu können. Dies sei eine besondere Herausforderung, da Spieler zu dem Zeitpunkt bereits müde in Kopf und Beinen seien. Über diesen Punkt will er die Athleten hinaus bringen.

Letzte Gedanken und der Blick auf 2021

Matt Rhule hat angefangen, die Mannschaft umzukrempeln und ihr einen neuen Spirit zu vermitteln. Auf dem Feld hat er viele gute Entscheidungen getroffen, die für die nächsten Jahre Hoffnung machen. Er setzt vor allem auf physisch hartes, aber auch ein sehr variables Spiel. Spieler, die gute physische Voraussetzungen haben, genießen bei Rhule hohes Ansehen. Getreu dem Motto: You can’t teach speed! Wir werden uns also in den kommenden Jahren auf ein starkes Team freuen dürfen, was sicherlich für Furore sorgen wird.

In puncto Zeitmanagement muss er noch den richtigen Weg finden. Zu oft kam es vor, dass die Panthers unnötige Timeouts nahmen, welche am Ende des Spiels fehlten. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Gut ist auch, dass Rhule auf einer Wellenlänge mit David Tepper ist, der einen professionellen Rahmen für das Team schaffen möchte und Nägel mit Köpfen macht. Wir dürfen gespannt sein!

Bis dahin wünschen wir euch eine spannende Offseason, die wir als Redaktion natürlich mit Berichten zu Draft und Trainingscamp begleiten werden. Vielen Dank für eure Ünterstützung.

Bleibt gesund und Keep Pounding!

 

Quellen: Panthers.com, YouTube.com

Bilderquellen: Panthers.com, yahoo.Finance.com

 

Season Review Teil 3: Offense

Nachdem im zweiten Teil des Rückblicks die Defense der Panthers in der letzten Saison ausgiebig analysiert wurde, wird im dritten Teil ein genauerer Blick auf die Offense geworfen. Kann man mit dem neuen Coaching Staff zufrieden sein? Und wo lagen die Schwachstellen der Mannschaft?

Teddy Bridgewater der Mittelpunkt der Offense

In der Offseason entschieden sich die Panthers vom langjährigen Franchise Quarterback Cam Newton abzurücken. Newton feierte große individuelle Erfolge und hatte mit seinen tollen Leistungen wahrscheinlich auch den größten Anteil an den zahlreichen Playoff-Teilnahmen und dem Super Bowl. Doch in den letzten Jahren kämpfte der Leader des Teams immer wieder mit Verletzungen und konnte keine gesamte Saison mehr durchspielen, was dazu führte, dass die Panthers nicht mehr konkurrenzfähig mit Teams waren, die in die Playoffs kommen wollten.

Sein Nachfolger wurde nun Teddy Bridgewater. Bridgewater war 2014 bis 2017 bei den Minnesota Vikings, verletzte sein Knie aber dort so schwer, dass sogar ein Karriereende drohte. Aber er kämpfte sich zurück. Bei den New York Jets und New Orleans Saints wurde er Backup und konnte sich von dort aus ins Rampenlicht spielen. Bei den Carolina Panthers bekam er nun wieder die Chance, als Starter in der NFL zu spielen.

Sein Stil zu spielen war in den Jahren zuvor schon bekannt. Bridgewater scheute in vielen Situationen das Risiko und spielte lieber einen sicheren Pass. Das änderte sich auch kaum in der Saison 2020. Mit einer durchschnittlichen Targettiefe von 7,1 Yards pro Versuch, lag er ligaweit im unteren Drittel. Wenn er schnell im Rhythmus seine Pässe anbringen konnte, war er sehr sicher und machte auch kaum Fehler. Die Receiver mussten dann natürlich mehr durch Yards nach dem Catch für explosive Plays sorgen, doch gerade in den ersten Wochen funktionierte das noch gut (von Woche 1 bis 8 waren die Panthers auf Platz 14 in Passing EPA/Play).

Das Problem dabei war, dass er auch bei wichtigen Third Down Situationen oder in der Red Zone zu oft sehr konservativ agierte. Nach seinem Pass mussten die Passempfänger in zu vielen Situationen noch Yards nach dem Catch machen. Dadurch kam es dann vermehrt zu Field Goals oder Punts.

Bis zur Mitte der Saison war aber die Stimmung rund um den neuen Quarterback noch in Ordnung. Die Fans konnten die Limitierungen zwar schon wahrnehmen, doch war das Niveau des Quarterbackspiels viel besser als die Jahre zuvor bei den Panthers und bei einigen Leuten war sogar noch die Hoffnung, dass sich Bridgewater noch verbessern würde. Im Verlauf der Saison kam es dann aber zum Stimmungswechsel.

Zunächst verletzte sich Bridgewater und fiel gegen die Lions auch aus. Danach verlor er ein bisschen seine Genauigkeit. Machte er in der ersten Saisonhälfte selten grobe Schnitzer, bauten sich nun viel mehr Ungenauigkeiten bei ihm ein. Pässe, bei denen der Receiver mindestens einen Schritt Abstand zum Defender hatte, kamen nicht mehr so sicher wie zuvor an. Das schlug sich nicht nur auf die Stats nieder (Panthers waren von Woche 9 bis 17 nur noch Platz 26 in EPA/Passing Play), sondern auch auf die Stimmung der Fans und die des Owners David Tepper. Es ist vor Beginn der Offseason nun sehr wahrscheinlich, dass Teddy Bridgewater in der nächsten Saison nicht mehr der Franchise Quarterback der Panthers sein wird.

Receiver zeigen sich als beste Positionsgruppe des Teams

Neuverpflichtung Robby Anderson stellte sich gerade zu Beginn als wahrer Volltreffer heraus. In dieser Zeit konnte er besonders bei kurzen Pässen sein Können unter Beweis stellen. Das war soweit überraschend, da er eigentlich als Deep Threat ausgemacht wurde, doch in den ersten Wochen zeigte er immer wieder seine Fähigkeiten bei Pässen bis zu 10 Yards Tiefe.

Mit der Zeit konnte er aber nicht mehr ganz so stark glänzen. Das lag auch zum Teil an seiner veränderten Rolle. Die Pässe auf ihn wurden immer tiefer und so sah er am Ende wieder ähnlich aus, wie zu seinen Zeiten bei den Jets. Trotzdem konnte er am Ende starke 1096 Receiving Yards aufweisen.

Curtis Samuel hatte dagegen einen komplett anderen Trend seiner Leistungskurve. Zu Beginn schien der Coaching Staff noch keine Rolle für ihn gefunden zu haben, doch das änderte sich im Verlauf der Saison. Er bekam immer öfter den Ball und konnte mit seinen Fähigkeiten mit den Ball in der Hand für viele Yards sorgen. Auch im Running Game wurde er dabei eingesetzt. Insgesamt war er gerade zum Ende das wertvollste Target von Teddy Bridgewater. Nicht nur konnte er mit dem Ball in der Hand glänzen, sondern war er auch besonders stark in Contested Situations. Das führte dazu, dass er am Ende ein oft gesuchtes Ziel bei Third Downs war.

Der dritte Receiver des starken Receiving Trios war DJ Moore. Wie Samuel und Anderson konnte er auch mehr als 1000 Yards total erzielen und erreichte dabei sogar 1193 Receiving Yards. Was vorher allerdings nicht so zu erwarten war, dass er primär als Deep Threat eingesetzt werden würde. Er musste viele tiefe Pässe außerhalb der Nummern fangen, bei denen er sogar eng in Deckung war.

Auf ihn zu passen war deshalb ein bisschen schwieriger, was nicht unbedingt zu der Spielweise von Teddy Bridgewater passte. Es gab deswegen zu viele Spiele, wo die Verbindung der beiden nicht wirklich gut war. Fast die Hälfte der 11 Interceptions gingen auf das Konto von Pässen auf Moore. Daran war aber nicht unbedingt der Receiver schuld. Bridgewater war bei dieser Art der Pässe einfach nicht konstant genug und machte zu viele Fehler.

McCaffrey spielt insgesamt nur drei Spiele

Eine große Story des Jahres war Running Back Christian McCaffrey. Vor so vielen Spielen stellte sich immer die Frage, ob er fit genug für das Spiel war, doch sehr oft fiel die Antwort dann negativ aus. Besonders im Passing Game wäre seine Rolle spannend gewesen. In den Jahren zuvor lief er den Großteil seiner Routen aus dem Backfield heraus und dann eigentlich auch nur Option Routes oder geschemte Pässe. Dieses Jahr sah man in der kurzen Zeit schon mehr Varianz. Zwar starteten seine Routen immer noch sehr oft aus dem Backfield, aber trotzdem lief er mehrere Wheel- oder Texas Routes, was in der Art und Weise in der Vergangenheit nicht vorkam.

Trotzdem sah man auch wieder viele gewohnte Dinge. Seine durchschnittliche Targettiefe betrug in den drei Spielen nur ein Yard. Die drei Top-Receiver im Team hatten im Vergleich eine durchschnittliche Targettiefe zwischen 7 und 14 Yards.

Darin könnte auch der Grund liegen, warum die Offense der Panthers den Ausfall McCaffreys so gut kompensieren konnte. In den Jahren zuvor tendierte das Team sehr dazu, den Star-Running Back in bestimmten Situationen zu oft anzuwerfen. So konnte man zwar einige Highlights liefern und auch wichtige First Downs erzielen, aber insgesamt fehlte die Explosivität in der Offense und es brauchte zum Punkten eine Menge Geduld. Wenige Fehler konnten zum Punt bzw. Field Goal führen.

In dieser Saison war Carolina aber dazu gezwungen, mehr die Receiver einzubinden. Es gab weniger Pässe mit dem ersten Read auf den Running Back und so konnte das Team auch mehr Punkte erzielen. Die Aufgabe für die Zukunft besteht nun darin, wie man beide Aspekte kombinieren kann. McCaffrey ist der beste Spieler im Team, doch der Fokus im Passing Game sollte keineswegs bei ihm liegen. Das würde zwar zu weniger Total Yards für ihn führen, doch insgesamt wäre die Offense wohl effizienter.

Andererseits sollte in keinem Falle auf seine Stärken verzichtet werden. McCaffrey ist extrem stark bei Yards nach dem Catch und auch seine Route Running Fähigkeiten sind für einen Running Back extrem gut. Zwar sollte nicht unbedingt der Fokus auf ihm liegen, doch andererseits könnte er immer noch ein wichtiger Bestandteil des Teams bleiben. Besonders bei Third Down oder in der Red Zone sollte McCaffrey nochmal einiges zeigen können und auch im Passing Game für das Team hilfreich sein. Die schwierige Aufgabe des Coaching Staffs besteht darin, dass sie diese Stärken des Ausnahmetalents nutzen müssen ohne ihn zu viel in die Offense einzubinden.

Laufspiel in der Saison kaum existent

Konnte eine Verbesserung im Passing Game beobachtet werden, war im Laufspiel eher das Gegenteil zu beobachten (Platz 21 in EPA/Laufspielzug). Nicht nur fiel Christian McCaffrey verletzungsbedingt aus, sondern auch Reggie Bonnafon stand für die meisten Spiele nicht zur Verfügung. Als Running Back wurde nun hauptsächlich Mike Davis eingesetzt, der ein ganz anderer Typ von Running Back war. Es wurde nicht mehr so stark versucht, Räume für den Running Back zu kreieren und so hatte es Davis immer sehr schwer. Seine erwartbaren Yards pro Laufspielzug zum Zeitpunkt des Handoffs lagen bei 3,8 Yards (zum Vergleich: McCaffreys erwartbaren Yards pro Laufspielzug im Jahr 2019 lagen bei 4,1 Yards).

Davis machte aus der Situation noch relativ viel. Konnte er gerade zu Beginn der Saison viele Yards nach dem Kontakt erzielen, fehlte ihm jedoch abschließend einfach die Explosivität. Das Team hatte mit ihm viel weniger Läufe, die 15 Yards oder länger gingen und so konnte Bridgewater im Passing Game kaum unterstützt werden.

Auch im Passing Game war die Performance von Davis sehr limitiert. Viele Screen Pässe und Checkdowns wurden auf ihn geworfen und so erreichte auch er die Marke von über 1000 Yards total, doch insgesamt konnte er als Receiver nicht wirklich glänzen. Sein Vertrag läuft aus und es ist nicht davon auszugehen, dass dieser verlängert wird.

Joe Bradys Einstand gelingt

Die vielleicht spannendste Personalie im neuen Coaching Staff in der Offseason war Offensive Coordinator Joe Brady. Er galt schon vor der Saison als eines der größten Trainertalente. Im Jahr zuvor war er der Architekt der neuen Offense bei LSU und sorgte zusammen mit Quarterback Joe Burrow im College dafür, dass keine Defense LSU stoppen konnte.

In der NFL blieb sein Hype bestehen. Teddy Bridgewater musste nur bei 12,2% der Pässe in enge Fenster werfen. Das ist der viertbeste Wert der gesamten Liga. Die Panthers spielten dabei gerne mit drei (57%) oder gar vier Receivern (5%) auf dem Feld. Durch mehrere kreuzende Routen wurden in der Coverage dann viele softe Spots genutzt, die es dem Quarterback einfach machten, den Ball anzubringen.

Neben dem Vernachlässigen des Laufspiels war auch das Blocking allerdings eine Schwäche im Play-Calling. Bei LSU blockten teilweise nur fünf Spieler (die OLiner), doch das war nie ein Problem, da der Quarterback den Ball schnell loswurde. In der Saison bei den Panthers war das ein bisschen anders. Das Blocking der OLine war im Vergleich zur Liga im durchschnittlichen Bereich, doch am Ende ließen die Panthers in 47% der klassischen Pass Block Snaps Druck innerhalb von 2,5 Sekunden zu. Das ist in der Liga lediglich Platz 23 (niedriger Wert ist gut).

Eine Challenge wird es für die Zukunft sein, dass der Quarterback trotz solider Blocking Leistung nicht so oft so schnell unter Druck steht (wobei nicht vergessen werden darf, dass der Quarterback selbst für viele Pressures verantwortlich ist). Play-Action Pässe sollten vielleicht mehr eingebaut werden. Bei diesen Pässen ist der Pass Rush in der Regel nicht so gut und der Quarterback kann länger in der Pocket bleiben. Das hatten die Panthers 2020 noch nicht oft genug eingesetzt.

Zu Brady muss aber abschließend unbedingt nochmal unterstrichen werden, dass er wirklich gut als Play-Caller agiert hat. So ist es auch kein Wunder, dass er trotz seines jungen Alters schon viele Vorstellungsgespräche für den Head Coach Job hatte. Da die Wertigkeit des Passing Games in der NFL immer mehr zunimmt, muss leider auch der Fan sich darauf einstellen, dass Joe Brady wohl nicht allzu lange der Offensive Coordinator der Panthers bleiben wird.

Fazit

Die Saison war in der Offense wahrlich eine Achterbahnfahrt. Zu Beginn waren die Panthers zwar nicht unbedingt ein Topteam, aber die Mannschaft hatte so viel Qualität, dass gegen gute Teams das Spiel eng gehalten werden konnte und am Ende nur durch ärgerliche Situationen das Spiel verloren wurde. Gegen Ende beging man dann einfach zu viele Fehler, die dann auch offensiv zu mehreren nicht so schön anzusehenden Spielen führten.

Wie ist diese Saison aber zu werten? Auf der einen Seite stehen die tollen Performances der Receiver und des Offensive Coordinators. Dass die Panthers dort so stark besetzt waren, war vor Jahren nicht unbedingt denkbar, denn die Identität des Teams war es eher mit dem Laufspiel den Lauf durch die Mitte zu pounden. Mit dem neuen Owner David Tepper wurden aber anscheinend auch Leute angeheuert, die für eine modernere Spielphilosophie stehen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Quarterback-Situation. Diese wird uns wohl auch die komplette Offseason begleiten und für viel Gesprächsstoff sorgen. In der Saison 2020 waren die Panthers dort einfach nicht gut besetzt. Bridgewater machte zwar das Nötigste, doch er besaß nicht die Qualität, die es braucht, damit ein Team konstant gut in der Offense spielt. Somit konnten die Panthers zwar phasenweise mit ihrer Offense überzeugen, doch über die gesamte Spielzeit waren dann doch die Lücken zu groß.

 

Quelle: nextgenstats.com   rbsdm.com   espn.com   sharpfootballstats.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

Matt Rhule: Der neue Headcoach an der Sideline

Ein Umbruch beginnt meist schon im Coaching-Staff. So verkündeten die Carolina Panthers am 07.01.2020 ihren neuen Headcoach für die kommenden 7 Jahre – Matt Rhule.

Für viele Fans ist Rhule noch ein relativ unbekanntes Gesicht, deshalb wollen wir ihn euch in diesem Bericht etwas vorstellen.

Matt Rhules Werdegang

Matt Rhule wurde am 31. Januar 1975 in New York geboren. Er selbst spielte Football in der Highschool als Linebacker. Seinen ersten Trainer-Job erhielt er 1998 als Linebacker-Coach am Albright-College. Anschließend wurde er Defensive-Line Coach an der Universität in Buffalo. Stationen bei der UCLA und Western Carolina University folgten. Im Jahre 2006 schloss er sich der Temple University in Philadelphia als Defensive-Line-Coach an. Zwei Jahre später wurde er dort als Offensive Coordinator befördert.

Seine erste NFL-Erfahrung konnte er 2012 als Assistent Offensive Line Coach bei den New York Giants sammeln.

Ein Jahr später, im Jahre 2013, wurde er zum Headcoach der Temple Owls ernannt.

In dieser Zeit als Cheftrainer gewann er 28 Spiele und musste hingegen nur 23 als Niederlage hinnehmen. Eine Conference Championship konnte er mit seinem Team gewinnen.

2016 wurde er zum neuen Headcoach der Baylor-University.  Dort konnte er insgesamt 19 Spiele für sich und sein Team entscheiden. 18 Spiele verlor er als Headcoach der Bears. Erwähnenswert ist, Rhule gewann einen Texas Bowl und wurde zum Trainer des Jahres 2019 der Big 12 Conference gewählt.

Wie ist Matt Rhule als Headcoach?

„Matt ist ein guter Menschenkenner. Ich denke, es macht dabei keinen Unterschied, ob er am College oder in der NFL trainiert. Er wird hohe Standards setzen und fordern, dass alle an einem Strang ziehen“, erklärte der Panthers-Besitzer Tepper. „Er musste hart arbeiten, um an diesen Punkt zu kommen. Ich bin froh, dass er hier ist“, fuhr er fort.

Auch in der Eröffnungsrede zeigte Rhule auf, was ihm wichtig ist und wie er dieses Team leiten möchte: „Keep Pounding ist nicht nur der Mannschaftsslogan, sondern eine Arbeitseinstellung. Wir werden ein taffes, wettbewerbsfähiges Team auf den Platz stellen. Dafür werde ich jeden Tag unermüdlich arbeiten und ich erwarte dasselbe von meinen Spielern.“

Zum Abschluss der Eröffnungsrede fügte er selbstbewusst hinzu: „Ich werde den Super Bowl gewinnen. Diese Stadt, dieser Verein, diese Fans haben das verdient. Sobald ich hier fertig bin, lege ich den Anzug ab und werde anfangen zu arbeiten.“

Um sein selbstbewusstes Ziel erreichen zu können, setzt Rhule neben „Old-School-Discipline“ auch auf moderne Technologien. Die medizinische Abteilung sowie detaillierte Analysen und Sportwissenschaft genießen beim neuen Headcoach einen hohen Stellenwert. Genau diese Mischung aus Disziplin, gepaart mit modernen Spielansätzen hatte sich Besitzer Tepper zu Beginn der Kandidatensuche gewünscht.

Seitdem bekannt ist, dass Rhule bei den Carolina Panthers übernimmt, haben mehrere Spieler erwähnt, dass Rhule die Art von Trainer ist, für den sie durchs Feuer gehen würden.

Dazu gehört unter anderem Safety Juston Burris, der auf die Frage, wieso er bei den Panthers unterschrieben hat, folgendes antwortete: „Es ist einfach (Rhules) Anwesenheit. Es war etwas, dass man bei diesen (virtuellen) Teamtreffen erkennen konnte. Er befehligt einen Raum und er verlangt Respekt. Man merkt, wenn wir seinen Lehren folgen, werden wir erfolgreich sein.“

Hohe Intensität beim Training und im Lockerroom

Rhule ist ein Fan davon, das Tempo während dem Training hochzuhalten. „Ich denke, wenn es beim Üben etwas schneller ist, fühlt es sich beim Spiel viel, viel langsamer an“, sagte Rhule. „Dann ist man hoffentlich in besserer Form.“

Auch Taylor Moton scheint diese Art von Training zu gefallen. „Ich denke es ist wirklich gut, dafür zu sorgen, dass wir das Team mit der besten Kondition haben. Vor allem, wenn es auf die knappe Zeit des vierten Viertels ankommt. Wenn wir dann da draußen sind und uns 100-prozentig konzentrieren können, weil wir in der besseren Form sind. Mir gefällt, wie effizient das Training ist“

Rhule sagte, dass er gerne mit einer Wettkampfphase im Training beginnt,  um die Energie der Spieler zu steigern. Daraufhin zollte er seinen Assistenten Anerkennung dafür, wie sie die Spieler während der individuellen Drill-Einweisung mit der nötigen Energie versorgen.

„Ich sage unseren Trainern immer wieder: Lasst uns sicherstellen, dass wir die Energie selbst vorleben, die wir von den Spielern sehen wollen. Lasst uns sicherstellen, dass wir die Detailgenauigkeit haben“, sagte Rhule. „Wir sind kein Rah-Rah, sondern High-Five. Wir coachen und geben Details vor“ Es geht also darum, dass man sich beim Trainieren viel Mühe gibt und viele Details kennt.

Aber wenn man bedenkt, wie merkwürdig diese Preseason und dieses Trainingslager ist, macht es Sinn, dass Spieler und Trainer auf dem Rasen voller Energie sind. Wie Burris es ausdrückte, ist Training, wenn sich die Dinge während einer Pandemie so normal anfühlen wie möglich.

Der Headcoach teilte eine ähnliche Einschätzung:

„Das ist es, was wir gerne tun. Wir sitzen hier in Meetings, wir kommen um 6 Uhr morgens ins Gebäude. Wir sind bis acht, neun Uhr abends hier. Die einzige Zeit, in der wir uns amüsieren können, ist das Training. Wir versuchen also, das Training gleichzeitig unterhaltsam, kompetitiv und hart zu gestalten.“

Matt Rhule glaubt an die Kontrolle – idealerweise über das Laufspiel – eines Footballspiels. Er coacht sein Team eher aggressiv, zum Beispiel spielt er gerne – in Absprache mit seinem Offensive Coordinator – kurze, vierte Versuche aus.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass er die Spielzüge der Offense callen wird. Jedoch wird er zusammen mit Brady das Schema bearbeiten und seine Ideen einbringen.

Auch mit Snow harmoniert Rhule perfekt, da diese schon lange zusammenarbeiten und ein super Verhältnis zueinander pflegen.

Einschätzung: Passt Matt Rhule zu den Panthers?

Matt Rhule ist ein Trainer, für den die Spieler durchs Feuer gehen.

Das merkt man unter anderem auch daran, dass Spieler wie Robby Anderson oder auch P.J. Walker, die bereits mit Rhule gearbeitet hatten, sich für die Carolina Panthers entschieden haben.

Gerade in einem jungen Team im Umbruch, ist ein neuer Headcoach, der den Locker-Room hinter sich hat, genau das Richtige.

Nicht nur das Team steht hinter Matt Rhule, sondern auch der Besitzer Tepper scheint sehr angetan vom neuen Headcoach zu sein. Das zeigt auch die Laufzeit des Vertrags von über 7 Jahren.

Rhule wird genug Zeit bekommen, um sich sein Team aufzubauen.

Wir hoffen, dass er sein Versprechen in der Eröffnungsrede halten kann und eines Tages den Superbowl nach Carolina holt.

Empfehlung:

Möchtet ihr mehr über die Spielzüge der Offense oder über die Aufstellungen der Defense wissen? Dann empfehlen wir die Beiträge über Joe Brady oder Phil Snow unter „On Field“

 

Matt Rhule: Absage der Preseason, COVID 19 und wie er seinen Kader für 2020 aufbauen wird.

Coach Matt Rhule stand am Mittwochabend per Videokonferenz Rede und Antwort bei Fragen rund um den Start des Trainingscamps. Zwangsläufig drehten sich viele Fragen um die Umstände, die der Coronavirus verursacht, was der Headcoach von seinen Spielern erwartet und wie er es meistern wird, einen schlagkräftigen Kader für die Saison 2020 auf die Beine zu stellen.

Zunächst startete Matt Rhule`s erste Pressekonferenz des Trainingscamps mit guten Nachrichten: Aktuell steht keiner seiner Spieler auf der COVID/Reserve-Liste der NFL. Dies teilte ein Sprecher der Panthers vor Beginn der Redezeit von Coach Rhule mit. Folglich kann der Coach auf alle seine Spieler zurückgreifen und verliert zu Beginn des Trainingscamps kein Personal an das Coronavirus. Die PR-Abteilung stellte für das restliche Trainingscamp klar, dass hinsichtlich des Coronavirus keine Einzelheiten über den Gesundheitsstatus der Spieler bekanntgegeben werden. Sollte sich also ein Spieler auf der COVID/Reserve-Liste befinden, wird man nicht erfahren ob derjenige Spieler selbst infiziert ist, oder lediglich Kontakt zu Infizierten hatte.

Um den Virus möglichst vom Team fernzuhalten, sendete unser Headcoach während der „Zoom“-Videokonferenz am Mittwochnachmittag eine eindeutige Nachricht an alle seine Spieler.

Das Wichtigste überhaupt ist, dass man sich verantwortlich fühlt. Jemand zu sein, der sich selbst und das gesamte Team davor schützt zu erkranken.

Im Folgenden könnt Ihr die wichtigsten Fragen und Antworten der Videokonferenz nachlesen:

 

Vor dem Hintergrund, dass bisher niemand das Spielfeld betreten konnte – Was ist die größte Herausforderung, die Spieler auf den Start der Saison vorzubereiten?

„Ich denke wichtig ist, dass jeder das Richtige tun will. Jeder möchte auf dem höchsten Niveau abliefern. Egal ob es die Coaches, Mitarbeiter des Teams oder eben die Spieler sind. Wir müssen bescheiden genug sein, um zuzugeben, dass wir alle Fehler machen und dann aus diesen Fehlern lernen. Dann müssen wir weitermachen und als Gruppe zusammenwachsen.“

„Die andere Seite ist das Aufbauen von gegenseitigem Vertrauen. Football lebt davon sich selbst, aber auch seinen Teamkameraden, den Coaches und dem ganzen System zu vertrauen. Das ist ein Prozess und der braucht seine Zeit. Ganz offensichtlich haben wir hierfür nur ein kleines Zeitfenster, aber die Jungs in der Spielerkabine und auch der Trainerstab sind für diese Herausforderung bereit“

 

Wieso haben Sie entschieden bei einem 90-Mann Kader zu bleiben, anstelle auf 80 Spieler zu kürzen? (Die Panthers müssen ihren Kader bis zum 16. August auf 80 Spieler herunterkürzen)

„Wir haben sehr hart daran gearbeitet 90 Spieler auszuwählen, mit denen wir ins Trainingscamp gehen wollen. Und auch diese Jungs haben die gesamte Offseason sehr hart gearbeitet. Die virtuellen Meetings und all das was wir von ihnen verlangt haben. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt diese Spieler rauszuwerfen, ohne sie jemals bei der Arbeit gesehen zu haben.

„Die Regeln sagen ja, dass wir zu jeder Zeit auf die 80 Spieler runtergehen können. Meiner Meinung nach bist du in diesen schwierigen Zeiten froh, wenn du so viele Spieler wie möglich um dich herum hast die mit deinem System vertraut sind. Deshalb wollten wir mit 90 Spielern starten und schauen, wie es sich entwickelt und in welche Richtung der Trend geht. Offensichtlich haben wir die Möglichkeit auf 80 Spieler zu kürzen. Mal schauen ob es erst am Stichtag oder vorher sein wird. (Anm. d. Redaktion: Am Samstag, dem 01.08. wurde der Kader auf 80 Spieler gekürzt)“

 

Sehen Sie die Möglichkeit, dass noch mehr Panthers-Spieler wegen dem Coronavirus freiwillig aussetzen? (Undrafted Free Agent LB Jordan Mack gab bekannt, dass er nächste Saison nicht spielen wird) Haben Sie diesbezüglich eine Nachricht an Ihre Spieler?

„Jeder von uns hat verschiedene familiäre Probleme. Meine 3 Kinder wurden als Frühchen geboren. Wir alle haben unsere Probleme. Manche von uns haben Eltern, manche haben schwangere Frauen, manche haben Kinder und manch einer selbst hat ein höheres gesundheitliches Risiko. Somit habe ich allen meinen Spielern verdeutlicht, dass dieses Virus uns alle in verschiedenster Form trifft und beschäftigt. Also wenn jemand irgendwelche Bedenken oder Fragen hat, kann er jederzeit mit mir über diese Dinge reden.“

„Die richtige Entscheidung muss dann jeder für sich selbst treffen. Ich werde niemanden etwas vorwerfen, wenn er sich für die eigene Sicherheit oder die der Familie entscheidet. Ich habe über die ganze Zeit der Pandemie versucht klarzustellen, dass ich ein Coach bin, der den Menschen helfen will und die Spieler dahingehend ermutigt, die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie als Priorität anzusehen. Ich hoffe, dass die Jungs sich bei allem Tun und Handeln durch meine Worte gestärkt und wirklich sicher fühlen.“

„Meine Nachricht ist einfach, dass jeder machen sollte, was er machen muss. Zur gleichen Zeit können wir alle zusammenarbeiten und sicherstellen, dass wir uns alle gesund und sicher fühlen.“

 

Denken Sie, dass Sie einen Wettbewerbsnachteil haben, weil sie einen neuen Quarterback haben und sich große Teile des Kaders verändert haben?

„Es ist alles anderes als ideal.“

„Selbst die Entscheidungen, die wir in diesen Augenblicken treffen, basieren noch lediglich auf Treffen in Räumen und ähnlichem. Aber es gibt nichts Schlimmeres als ein Football Coach, der sich beschwert. Ich kann nur das Beste daraus machen und es als Herausforderung ansehen. Sollte die Normalität wieder einkehren, wird man dieseals vorher zu schätzen wissen. Ich habe bis heute nicht alle Spieler persönlich getroffen. Wenn ich sie das erste Mal sehe, werde ich mich ihnen noch durch die Maske mit ‚Hey, ich bin Matt Rhule‘, vorstellen müssen.“

„Die Herausforderung ist da und ich werde sie auch so akzeptieren.“

 

Wie integrieren sich die verletzten Spieler? Und was führte zur Verpflichtung von dem neuen Punter Joseph Charlton?

„KK Short scheint mit seinen 315 Pfund in fantastischer Verfassung zu sein. Ich denke, dass er sich durch harte Arbeit in eine gute Ausgangsposition für ein tolles Jahr 2020 gebracht hat. Shaq Thompson ist zurück und ist gesund. Graham Gano sieht auch gesund aus. Ich habe ihn persönlich nicht kicken gesehen, aber der medizinische Stab ist zufrieden mit seinem aktuellen Stand (Anm. d. Redaktion: Graham Gano wurde am Donnerstag offiziell entlassen). Michael Palardy hat sich in der Offseason das Kreuzband gerissen. Für ihn tut mir das sehr leid. Michael ist ein ausgezeichneter Team-Player, der schon so viel durchgestanden hat. Dennoch denke ich, dass sein bester Football noch vor ihm liegt und dass auch dieser Vorfall für etwas gut sein wird. Ich weiß, dass er besser und stärker zurückkommen wird.“

„Marty Hurney hat Joseph bei seinem Schulbesuch kennengelernt. Er hat ein wirklich sehr, sehr starkes Bein. Damit kann er was reißen. Also dachten wir, dass wir ihn uns holen und schauen, was er so alles damit anstellen kann. Wir hatten ihn noch nicht auf dem Platz, aber wir wissen um sein Können und seine Voraussetzungen. Somit müssen wir zunächst einmal das richtige Umfeld für ihn schaffen damit er sich wohl fühlt und mit dem System vertraut macht. Er wird sich in keinem Preseason-Spiel beweisen können, aber wir werden Drucksituationen für ihn schaffen.“

„Er hat aber in der „SEC“ gekickt. Also auf einem hohen Niveau.“

 

Inwiefern beeinflusst die Tatsache, dass es keine Preseason gibt, den Bewertungsprozess?

„Das Schwierige ist, dass es Spieler gibt, die sich in den Spielen eher schwer tun, aber eine starke Trainingsleistung abrufen. Und manche Spieler machen genau das Gegenteil. Irgendwas Spezielles brennt in den Spielern, dass man erst erkennen kann, wenn es in die Spiele geht.“

„Ich bin seit 7 Jahren Headcoach und hatte noch nie ein Preseason-Spiel im College. Also musste ich mir für die Bewertungsprozesse Dinge im Training einfallen lassen. Nun werde ich mich jetzt auf mein Coaching-Team, Marty Hurney und sein Team verlassen. Ich sage meinen Leuten immer, kontrolliert was ihr kontrollieren könnt. Und gerade jetzt ist es für unsere Spieler, egal ob jung oder alt, an der Zeit, bei jedem virtuellen oder persönlichen Treffen zu glänzen. Sie müssen jetzt in dieser kontrollierten Umgebung zeigen, was sie drauf haben.“

„Und wir werden den Kader kürzen müssen. Dieses Jahr haben wir jedoch diesbezüglich mehr Flexibilität als in den Jahren zuvor. Auch wenn es nicht ideal ist, werde ich das Beste versuchen um gute Entscheidungen zu treffen. Wie die Preseason nun ausgelegt ist, kenne ich aus den letzten Jahren schon. Also bin ich damit vertraut und fühle mich ganz wohl damit.“

 

Gibt es Tricks, die Sie vom College in das NFL Training ohne Preseason einbringen können?

„Ich glaube einfach, dass wir sehr, sehr hart trainieren werden.“

„Es ist nicht so, dass wir Trainingsspiele absolvieren und man durch ein simuliertes Spiel geführt wird. Wir müssen uns in den Trainings, so wie in den alten Zeiten, harte Wettkämpfe liefern und dann schauen, wer dem Wettkampf standhalten kann. Man will dort sehen wie Donte Jackson gegen D.J. Moore spielt. Man will auch Ian Thomas gegen Tre Boston in Aktion sehen.“

„Ich denke, dass wir die Jungs auf der anderen Seite des Balls respektieren müssen und somit auf einem sehr hohen Niveau trainieren. Dann werden wir ins Stadion gehen, ein wenig Musik einspielen und versuchen ein paar Ablenkungen zu schaffen. Ich denke, dass all diese Faktoren wichtig sind. Am Ende des Tages ist es tatsächlich so, dass Eisen durch Eisen geschärft wird. Also wird es darauf ankommen, wie wir gegeneinander trainieren werden.“

 

Wie wichtig sind dieses Jahr jene Spieler, die in den letzten Jahren nicht so eine große Rolle gespielt haben?

„Man hat schon öfters Spieler gesehen, die auf dem Practice Squad eines Teams standen und dieses dann verließen. Bei ihrem nächsten Team wurden sie dann Starter.“

„Ich war ein College Coach, der an den Universitäten von Temple und Baylor gecoacht hat. Wir hatten keine 5 Sterne Rekruten. Ich habe unseren Stab immer dahingehend gelobt, dass er die Spieler entwickeln kann.“

„Ich weiß nicht, wieso man keine NFL-Spieler entwickeln können soll.“

„Ich habe mir immer vorgenommen einen großartigen Job mit dem Practice Squad und deren Spielern zu machen. In meinem Kopf hatte ich immer die Idee, Rohdiamanten zu finden. Mit den 16 Spielern auf dem Practice Squad hat man nun eine hohe Flexibilität für den Kader. Bei diesen Spielern soll es sich um Jungs handeln, die sich entwickeln können und auf lange Sicht gute Chancen haben, gestandene Spieler zu werden.“

„Gerade in diesem Jahr brauchst du Spieler, die vielseitig einsetzbar sind. Ich habe unseren Spielern Herausforderungen gestellt und ihnen gesagt, dass sie uns mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhelfen können, wenn sie das Football-Spiel verstehen und kennen.“

 

Wie wollen Sie diese Saison D.J. Moore und Curtis Samuel einsetzen?

„Wir sehen in beiden Potential und die Dinge, die sie im Stande zu leisten sind. Jetzt müssen wir sie in unser System integrieren. Ich habe Joe Brady unter anderem als Offensive Coordinator geholt, weil er die Stärken der Spieler erkennt und sein System auf diese Stärken zuschneiden kann. Er ist kein Coach, der ein starres System verfolgt, in dem Spieler alles machen müssen.

„An Curtis fasziniert uns, dass er die Fähigkeiten hat ‚Big Plays‘ zu kreieren und hinter die Gegenspieler zu kommen.r ist wirklich sehr vielseitig. Er kann Running Back spielen, sich als Slot-Receiver oder Outside Wide-Receiver aufstellen.“

„D.J. bringt auch eine Vielseitigkeit mit, die wir versuchen werden einzubeziehen. Er muss dieses Jahr den nächsten Schritt gehen und so dominant sein, dass er unser physischer Wide-Receiver wird, den man immer anwerfen kann. Das er derjenige ist, den wir beim 3. Versuch und noch 5 Yards zu gehen anspielen wollen. Er wird das Duell gegen den besten Cornerback des anderen Teams bestreiten müssen.“

 

Quelle: The Riot Report 
Autor: Antwan Staley

Phil Snow: Der neue Defensive Coordinator bei den Panthers

Am 20. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Defense-Coordinator Phil Snow vor. Doch wer ist unser neues Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Phil Snow wurde am 22. Dezember 1955 in California geboren. Snow ist derjenige, der die meiste Erfahrung in unserem neuen Coaching-Staff in der Vergangenheit sammeln konnte. Er hat bereits 37 Jahre Erfahrung als College-Coach und war bereits für sieben Colleges tätig, u.a. bei UCLA, Washington, Arizona State, Boise State und Temple and Baylor. Zudem konnte er bereits, von 2005 – 2008, vier Jahre NFL-Erfahrung als Linebacker-Coach bei den Detriot Lions sammeln.

2013 wurde Snow Defense-Coordinator in Temple. Headcoach war zu dieser Zeit Matt Rhule. Zusammen wurde die Defense von Snow und Rhule in der AAC die beste Defense in den Jahren 2015 und 2016. Auch die Zeit in Baylor sollte für Snow erfolgreich werden, denn dort wurde die Defense 1st in der „total-Defense“, zweiter bei den meisten Turnover (30), dritter was Interceptions (17) betrifft und achter in Sacks per Game (3,31).

In dieser Zeit bei Baylor lies Phil Snow seine beste Fähigkeit aufblitzen, durch das Anpassen der Defense-Formationen an das Spielerpersonal. Während er die ersten zwei Jahre eine 4-3 Base oder Bear-Front spielen lies, switchte er 2019 auf eine 3-3-5 („30 Stack“) – Defense, da sich sein Spielerpersonal änderte. Dies brachte auch umgehend Erfolg, hatte man in den ersten beiden Jahren noch die zweit und drittmeisten Punkte kassiert, konnte man im dritten Jahr die wenigsten Punkte pro Spiel in der Conference verzeichnen (19,3).

Snow kommentierte dies, dass er normalerweise zwei Jahre bräuchte, um seine Defense erfolgreich umzustellen. Da er aber bei Baylor 20 Freshmans hatte, brauchte er dort ein Jahr mehr, um die Defense richtig zu justieren.

Auswirkungen und Formationen

Welche Defense-Formation können wir bei den Carolina Panthers erwarten?

Dazu gibt sich Snow noch sehr bedeckt. „Sie werden uns in vielen verschiedenen Formationen sehen, ich denke, dass man heute sehr vielfältig sein muss“, kommentierte Snow auf die Frage, wie die Defense bei den Panthers aussehen werde. Jedoch lies er auch schon hören, dass er gerne Four-man, Three-man und Bear – Formationen spielen lassen würde.

4-3 Defense:

Die 4-3 Defense ist eine der bekanntesten Defense-Formationen in der NFL. Aus dieser Grundformation werden die meisten, bekannten, Zone-Coverages, wie Cover 2, Cover 3 oder Cover 4 gespielt. Aber auch eine Man-to-Man Coverage ist hier durchaus möglich. Die 4-3 Formation besteht aus vier Defensive-Linemans und drei Linebacker. Diese werden oft als „Front-Seven“ betitelt. Unterstütz werden diese durch vier Defensive Backs in der „Secondary“ – also Cornerbacks oder Safties.

Bei der 4-3 Defense kommt es vor allem auf die Defensive Ends an. Hier ist jeder für einen so genannten „Gap“ zuständig. Gaps sind die festgelegten Lücken zwischen den Spielern der O-Line.

  • A-Gap: Zwischen Center und Guard
  • B-Gap: Zwischen Guard und Tackle
  • C-Gap: Zwischen Tackle und Tight End
  • D-Gap: Außenseite des Blocking Tight Ends

Jeder der vier Linemans ist für mindestens eins dieser Gaps zuständig und versucht hier entweder das Running-Game zu stoppen oder zum Quaterback durchzubrechen.

Vorteil:

Druck ausüben – Die 4-3 Defense ermöglicht durch die zwei Pass-Rusher genug Druck auf den Quarterback auszuüben, während sieben Spieler in Deckung gehen können (die drei Linebacker + vier Defensive Backs).

Nachteil:

Qualität ist wichtig – Das wichtigste in dieser Formation sind die Defensive-Ends. Sind diese nicht gut genug, hat der Quarterback zu viel Zeit. Gap-Verteidigung – Sollte bei einem Laufspielzug ein Verteidiger seinen Gap nicht verteidigen können, bricht das System in sich zusammen. Wird zum Beispiel bei einem Lauf die Mitte freigeblockt und der Running Back kommt durch, steht der Middle-Linebacker alleine da.

3-3-5 Defense:

Die 3-5-5 Defense ist perfekt für Verteidiger mit einer Kombination aus Speed, Power und guten Coverage-Fähigkeiten. Dies ist besonders wichtig, um mit einer gegnerischen Offense mitzuhalten, die den Ball häufig passt. Die Formation besteht aus drei Defensive-Linemans und fünf Defensive-Backs.

Vorteil:

Schnellere Defense – Durch das Einsetzen von mehr Defensive Backs als Defensive Linemans kann die Defense mehr Speed auf das Spielfeld bringen.

Verwirrung stiften – Da viele Offense mit einer 3-5-5 Formation nicht so vertraut sind, werden es die Quarterbacks und O-Line schwerer haben, die Matchups anhand der Formationen zu erkennen.

Vielfältig einsetzbar – Die 3-5-5 Defense ist nicht nur gegen Pass effektiv, sondern kann auch gut gegen Lauf eingesetzt werden. Die Safties können nahe der Line of Scrimmage eingesetzt werden und so den Lauf besser unterstützen.

Die Mitte ist zu – Durch die extra Defensive Backs und Linebacker ist die Lücke in der Mitte zu. Dies ist besonders gut, da heutzutage die Offensive diesen Platz gerne für kurze Crossing Routes nutzen wollen.

Nachteil:

Schweres Durchkommen zum QB – Mit nur drei Linemans ist die O-Line in der Überzahl. Die O-Line hat nun mehr Spieler zur Verfügung, um bei einem Blitz den Verteidiger abzufangen, bevor dieser Druck auf den Quarterback ausüben kann.

Mehr Zeit zum werfen – Der Druck bei einer 3-3-5 Verteidigung dauert länger, da die Linebacker und der Saftey weiter von der Line of Scrimmage entfernt sind. Somit hat der Quarterback mehr Zeit sich einen Receiver auszusuchen und den Pass anzubringen.

Erfordert Schnelligkeit – Ein langsames Defense-Team könnte Probleme haben, mit den Receivern, Tight Ends oder Running Backs mitzuhalten.

Erfordert Athletik – Eine 3-5-5- Verteidigung kann ohne größere, stärkere Defensive Backs, die gut Tackeln können, nicht funktionieren. Weniger Linemans bedeutet, dass mehr in der Secondary getackelt werden muss, die oft aber die letzten Spieler in der Formation sind. Sollte hier nicht richtig getackelt werden, ist der Weg zur Endzone frei.

Bear-Formation (46 Formation):

Die Bear-Formation besteht aus vier Defensive Linemans, einem Linebacker und vier Spieler in der Secondary. Der Unterschied ist jedoch, wie sich die Spieler aufstellen. Zusätzlich zu den vier Linemans stellen sich der Strong-Saftey sowie ein Linebacker noch vor dem Snap an die Line of Scrimmige. Dies bringt von Beginn an Druck auf die O-Line.

Vorteil:

Verwirrung stiften – Wie oft sieht die Offense 6 Defender noch vor dem Snap an der Line of Scrimmige stehen? Die Antwort ist, vermutlich nicht sehr oft. Die Formation hält die Offense auf Trab und zwingt sie dazu, ihr Spiel an die eine Formation anzupassen, die sie bisher kaum kennen.

Druck schaffen – Sechs Spieler die bei jedem Play die Line of Scrimmige attackieren. Und das bereits ohne, dass die Defense sich für einen Blitz entscheidet und noch einen Spieler nach vorne schicken. Bei den meisten Plays sind das zu viele Verteidiger für die O-Line zum Blocken und so können schnell Lücken für Sacks entstehen.

Vielseitig – Die 46 Defense ist nicht nur gegen den Lauf gut. Auch gegen den Pass ist sie wirksam, da immer fünf Verteidiger gegen den Pass verteidigen, zusätzlich kann hier immer einer der zusätzlichen Defensive Linemans zurückfallen und ebenfalls in die Coverage übergehen.

Nachteil:

Anfällig für Crossing-Routes – Da der Quarterback keine Zeit hat um den Ball lange zu halten, wird die Offense hier mit kurzen Pässen agieren. Die zwei extra Spieler an der Line of Scrimmage könnten Platz für die Receiver offenbaren.

Ohne Druck anfällig – Sollte die O-Line dem Druck standhalten können, so könnte es für die Verteidiger ein langer Abend werden. Keinen Druck mit einer 4-6 Formation erzeugen zu können ist der Alptraum für jede Defense. Die Offense kann nun den offenen Platz nutzen, um die Defense zu zerlegen, da in der Secondary nur drei Spieler stehen.

Erfordert viel Kraft – Die Formation verlangt viel Kraft von den beiden zusätzlichen Verteidigern ab.

Die Defensive Linemans sind es gewohnt bei jedem Snap einiges abzubekommen. Die Strong Safteys und Linebacker aber nicht. Das könnte die Spieler über die gesamte Spielzeit extrem ermüden, wenn sie nicht auf diese zusätzliche Physis vorbereitet sind.

Einschätzung

Passt Phil Snow zu den Panthers?

Ja – aufjedenfall. Gerade die Fähigkeit seine Formation auf das vorhandene Spielermaterial anzupassen wird bei den Panthers aufgrund der neu zusammengesetzten und vor allem sehr jungen Defense wichtig sein. Snow erwähnte immer wieder, dass er erst Aussagen zu seinem Coaching treffen könne, sobald er seine Spieler kennenlernen kann. Dennoch – er kennt sich mit jungen Spielern bestens aus und kann, wenn man ihm die Zeit dazu gibt, die Formation und die Spieler bestens abstimmen.

Zudem ist er ein Coach, der es liebt aggressiv und physisch zu spielen, Turnovers zu kreieren und die Offense mürbe zu machen. Außerdem sind Rhule und Snow seit Jahren ein gutes Team und kennen sich bestens. Phil Snow ist ein erfahrener, motivierter Coach, der selbst kein Interesse an einem Headcoach – Job hat: „Ich wusste, dass ich Coordinator werden wollte. Ich wollte unterrichten. Ich liebe es, ein Playbook zusammenzustellen und dieses auf dem Football-Feld lebendig werden zu lassen“.

Gerade dieser jungen Defense wird ein so motivierter und erfahrener Coach guttun. Wir werden gespannt sein, wie lange Phil Snow brauchen wird, um eine Defense zu formen, vor der die Quarterbacks in der NFL Alpträume haben werden.

 

Quelle Bilder: www.footballadvantage.com

Who´s your Brady?!

Am 16. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Offensive Coordinator Joe Brady vor. Doch wer ist das neue Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Joe Brady wurde am 23. September 1989 in Pembroke Pines in Florida geboren. Er selbst spielte in der Jugend als Wide Receiver auf der Ecerglades High School und anschließend bei der William & Mary Tribe. Auf dem Feld selbst war er nie der große Star, jedoch fiel Brady durch seine Arbeitsmoral und seinen Führungsqualitäten auf.

Der frühere Offensive-Coordinator von William & Mary, Kevin Rogers, sagte in einem Interview über ihn: „Joe´s Vorstellung von einer guten Zeit ist es, um 6 Uhr morgens zur Arbeit zu gehen und um 1 Uhr morgens nach Hause zu kommen“. Aus diesem Grund bat ihn sein damaliger Coach, Jimmye Laycock vor dem Ende seiner College-Karriere einen Vollzeitjob als Linebacker-Coach bei William & Mary an. Er coachte anschließend zwei Jahre dort, ehe er anschließend für zwei Jahre als Graduate Assistant bei Penn State tätig war.

Seinen ersten Erfahrungen mit der NFL konnte er 2017 sammeln, als er für zwei Jahre Offensive Assistant bei dem Division Rivalen, den New Orleans Saints war. Anschließend wurde er Headcoach bei Ed Orgeron und anschließend Passing Game / Wide Receiver Coach bei den LSU Tigers, mit denen er dieses Jahr das College Football National Championship Finale gegen die Clemson Tigers gewann.

Fact

Mit der Einstellung dieses Jahr ist er der jüngste Offensive Coordinator der National Football League (NFL)

Auswirkungen und Formationen

  1. Welche Auswirkungen wird er auf die Carolina Panthers haben?
  2. welche Formationen verwendet Brady am liebsten?

„Unser System wird das sein, was unsere Spieler am besten können“, heißt es auf ähnliche Fragen in den vergangenen Interviews. Mit dieser Antwort geben wir uns natürlich nicht zufrieden und haben einige Basiskonzepte herausgesucht, die wir bei den Panthers sehen werden:

Die einfachste Formation, die Joe Brady verwendet, besteht aus drei Receivern auf der Strong Side und ein Receiver auf dem Boundery. Der Running-Back steht hierbei auf der Weak-Side. Hierbei wird versucht ein One-One-One Missmatch zu kreieren, bei dem meist der Tight End der No. 1 Receiver eingesetzt wird.

Brady setzt gerne Formationen ein, in denen die Receiver in Bunch-Formation stehen, um  Missmatches zu bekommen. Die Bunch-Formation besteht daraus, dass drei Receiver beim Snap nahe beieinanderstehen. Der Vorteil bei dieser Aufstellung ist, dass es für den Verteidiger schwierig ist, einen konkreten Gegenspieler direkt vom Snap an zu verfolgen. Die Formation ist zudem in Man Coverages sehr unangenehm zu verteidigen und kann so die Defense zwingen, auf Zone-Defense umstellen zu müssen.

Eine weitere Formation ist die Weak Side Option Route. Brady brachte dieses Konzept von den Saints zu LSU. Hierbei steht der Running-Back auf der Weak Side in einer 3×1 oder 3×2 Formation. Hier bietet sich für den Slot – Receiver mehrere Optionen an, je nachdem wie die Defense sich aufstellt. Geht der Verteidiger nach dem Snap 4-5 Yards nach innen, bricht der Receiver nach außen aus. Spielt der Verteidiger Outside, so geht der Receiver in einem Slant nach innen. Hat der Receiver das Gefühl, dass der Verteidiger tief in seiner Zone steht, so bricht dieser seinen Laufweg ab.

Halfback Corner Route – Dies ist ein effizienter Weg um Platz für den Running-Back zu schaffen. Hierbei wird der Running-Back als Receiver verwendet, um die Defense damit zu überraschen.

Eine weiterer von Bradys Spielzügen ist die Glance Route RPO. Hierbei versucht die Offense mit Verticals Slants die Safetys zu bewegen. Der gegnerische Linebacker wird nun aufgrund der Lücken zögern, die durch die Glance Route erzeugt wurden. Nun muss der Quarterback schnell entscheiden – lässt sich die Defense mit den Receivern nach hinten ziehen, so kann hier zum Laufspiel übergeben werden. Lässt sich die Defense nicht bewegen, so haben die Receiver Platz, um angeworfen werden zu können.

Ähnlich wie bei den Saints liebt Joe Brady es seine Receiver vertikal starten zu lassen und ihr Tempo ausspielen zu lassen. Hierbei verwendet er öfters einen Switch-Release, was bedeutet, dass zwei Receiver direkt nach dem Snap ihre Laufwege kreuzen. Dies kann für eine kurze Verwirrung bei der Defense sorgen und so die entscheidenden Yards Vorsprung vor dem Gegenspieler erzeugen.

Justin Jefferson, Wide Receiver der LSU sagte, dass Brady großen Anteil daran hat, dass es kaum Drops gab – „Joe Brady hat uns definitiv bei unserer Augenkoordination geholfen, sowie unserer Fähigkeit, unter Bedrängnis zu fangen.“

Einschätzung

Passt Joe Bradys Spielstil zu den Panthers? Ja – aufjedenfall. Mit DJ Moore, Curtis Samuel und Robby Anderson haben wir genug Tempo, um die Verticals von Brady gehen zu können. Christian McCaffrey ist der perfekte Running-Back für diese Konzepte – Brady kann hier verschiedene Formationen spielen, ohne auswechseln zu müssen. Ian Thomas kann als Anspielstation genutzt werden. Eine Anpassung, die Brady vornehmen muss, ist eine Verringerung der Formationen mit Empty Backfield. Die Panthers haben nicht die O-Line um diese Formation auf höchstem Level zu halten. Wir werden gespannt sein, wie die neuen Konzepte bei den Carolina Panthers funktionieren werden. Mit Joe Brady aber erhalten wir einen jungen, motivierten und detailverliebten Offensive-Koordinator.