Season Review Teil 4: Headcoach und Fazit

Nachdem bereits in den vorherigen Rückblicken hinreichend zur Offseason und der Teamleistung auf dem Platz geschrieben wurde, machen wir jetzt endgültig mit dem Fazit den Deckel auf die letzte Saison. Im Folgenden gehen wir auf die Gemütslage der Fans während der Saison ein und wollen vor allem die Arbeit unseres Headcoaches Matt Rhule nochmal unter die Lupe nehmen.

Neue Gesichter und packende Spiele

Hätten wir vor der Saison damit gerechnet, dass die Panthers in den meisten Spielen der Saison competitive sein würden? Nein. Vor der Saison haben die Panthers ordentlich ausgemistet und speziell nach dem mehr oder weniger freiwilligen Abgang von Luke Kuechly herrschte bei einigen von uns vor allem eins, Leere. Gefühlt haben wir alle Gesichter unserer Franchise verloren. Wie soll es jetzt weitergehen? Oftmals fiel sogar das böse Wort mit dem „T“, welches jedoch nichts mit den Spritpreisen zu tun hat, sondern das Mittel zum „First Overall Pick“ des nächsten Drafts ist.

Dass wir nach der Saison über Bridgewater debattieren, der in 8 Drives das Spiel in den eigenen Händen hatte, ist doch mit etwas Abstand betrachtet, purer Luxus und in der Form nicht zu erwarten gewesen. Natürlich war es in dem ein oder anderen Spiel ernüchternd und hat absolut geärgert, doch seien wir doch mal ehrlich, diese Ausgangsposition lässt uns Panthers Fans doch absolut auf mehr hoffen.

Frischer Wind mit College-Umkrempler Matt Rhule

Der mit einem 7 Jahresvertrag in Carolina ausgestattete Coach steht für Disziplin, Toughness und positives Mindset. In der Vergangenheit gelang es ihm, die Colleges von Temple und Baylor nach schweren Zeiten wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dies erfordert neben dem ganzen Footballwissen auch Menschenkenntnis und eine gute Menschenführung.

Um ein Programm umzukrempeln bedarf es jedoch auch einer harten Hand, die nicht lange auf sich warten ließ. Folglich trafen Coach Rhule und sein Staff Entscheidungen, die auf dem ersten Blick unpopulär schienen und die Fanszene spalteten. Auf lange Sicht jedoch, da sind sich die meisten einig, haben diese schlussendlich Sinn ergeben. Nennenswert sind beispielsweise die Abgänge von Cam Newton, Eric Reid, Greg Olsen oder die jüngst entlassenen Kawann Short und Tre Boston.

Aufsehen erregender Draft und trendiger Offense Coordinator

Für die Defense sah Rhule seinen langjährigen Begleiter Phil Snow als Coordinator vor, der vor allem eine sehr variable Spielweise bevorzugt. Wegen diverser Abgänge in der letzten Saison schreckte man nicht davor zurück, in allen Runden des Drafts Spieler für die defensive Seite des Balles zu holen, Novum in der NFL. Viele junge Leute wurden ins kalte Wasser geworfen und genossen das Vertrauen des Coaching Staffs. Im Laufe der Saison sollten sich vor allem die Rookies Derrick Brown und Jeremy Chinn als Publikumslieblinge herausstellen.

Offensiv holte man sich mit Joe Brady einen aufstrebenden Shootingstar als Coordinator an Bord. Dies unterstreicht, dass Rhule kein Risiko scheut, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Dieses Vertrauen spiegelt sich nicht nur im Coaching Staff sondern auch im Team wider, wo er einige Rookies zu Startern machte oder Veterans rausnahm und durch junge Athleten ersetzte. Dieses Mindset tut der gesamten Franchise gut und stärkt den Zusammenhalt.

Das Coronavirus hält auch die Panthers in Atem

Gerade in Zeiten eines Umbruchs braucht eine Mannschaft Zeit, um Abläufe zu trainieren und einen Teamspirit zu entwickeln. Dass die Trainingscamps nicht wie gewöhnlich stattfinden konnten und auch die Preseason-Spiele abgesagt wurden, spielte unserer Franchise nicht in die Karten. Für diese Umstände hat unser Coaching Staff und das Front Office großartige Arbeit geleistet. Beispielsweise waren Verpflichtungen in der O-Line von Russel Okung und Michael Schofield clevere Schachzüge, da sie bereits entweder mit dem O-Line Coach Pat Meyer oder Center Matt Paradis arbeiteten und somit kürzere Eingewöhnungszeit zu erwarten war. Dass beide aus verschiedenen Gründen nicht einschlugen, steht auf einem anderen Blatt. Einige ehemalige College-Spieler von Rhule wie zum Beispiel Robby Anderson oder Tahir Whitehead fanden ebenfalls den Weg nach Charlotte.

Matt Rhule steht außerdem für Detailverliebtheit. Deshalb hat er die Lockdown-Zeit effektiv genutzt und sein Augenmerk darauf gelegt, dass sich Spieler mit Kleinigkeiten ihrer Abläufe beschäftigen, um besser zu werden. Zu nennen sind beispielsweise Fußarbeit oder die sogenannte „Vision“. Gemeint ist die Arbeit mit den Augen, die nicht nur vor allem essentiell für Quarterbacks sondern auch unter anderem für Defensive Backs ist.

Nüchterner Start, dann eine Siegesserie…

Der neue Headcoach ist nah bei den Spielern und will sie stets motivieren. An der Sideline sieht man ihn viel reden und lässt nichts unversucht, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Dies erwartet er auch von seinen Kollegen aus dem Coaching Staff. So beorderte er OC Joe Brady nach paar Spielen aus der „Booth“ auf das Spielfeld, weil er der Meinung ist, dass man dann besser Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Brady, der seine gesamte Saison bei LSU aus der Vogelperspektive bestritt, befolgte den Rat und gesellte sich zum Team.

Die ersten zwei Spiele der Saison gingen verloren. Positiv war, dass man gut mithalten konnte. Danach gelang dem Team eine Siegesserie gegen die Chargers, Cardinals und Falcons, woraufhin sich einige Panthers Anhänger bereits dabei ertappten, eine Euphorie zu entwickeln. Manche sprachen von möglichen Playoffs, manche freuten sich einfach nur darüber, dass wir wohl nicht jedes Wochenende abgeschlachtet werden würden.

Insbesondere wusste die Offense zu gefallen. Der neue Deep Threat Robby Anderson schlug ein und Bridgewater spielte souverän seinen Stiefel herunter. So langsam schien auch die Defense ins Rollen zu bekommen, zwar nicht auf höchstem Niveau, jedoch mussten sich die Jungs auch erstmal zusammen eingewöhnen. Immerhin kamen ein paar Sacks und Interceptions zustande.

…enge Spiele…

Ein sehr schwaches Spiel ereignete sich gegen die Chicago Bears, was auch in einer Niederlage mündete. Der nächste Sieg konnte erst wieder in einem 20:0 „Shutout“-Sieg gegen die Detroit Lions gefeiert werden. Quarterback war dort ein gewisser PJ Walker, der, wie einige Neuzugänge, ein alter Bekannter von Matt Rhule aus Zeiten in Temple ist. Klar taten 5 Niederlagen am Stück weh, jedoch hat man der Mannschaft beim Wachsen zusehen können. Außerdem ging es gegen Teams wie die Saints, Chiefs oder den Bucs, denen man, bis auf den späteren Super Bowl Sieger, überraschenderweise Paroli bieten konnte.

…und Riverboat-Manieren

Wie oben bereits erwähnt, scheut Rhule kein Risiko. An der Einsatzzeit der Rookies und dem aggressiven Play Calling wird deutlich, dass unser Coach nichts unversucht lässt, um zu gewinnen. Und das lieben Fans und Spieler an ihm. Beispielsweise sind hier einige ausgespielte 4. Versuche, auch in der eigenen Hälfte oder die Fake Punts gegen die Chiefs (Anfang zweites Quarter, Stand: 7:3 Panthers, 4th & 7) und die Falcons (Ende drittes Quarter, Stand: 19:14 Falcons, 4th & 9) zu erwähnen. Dieses Verhalten erinnerte so manchen an den in der letzten Saison entlassenen Head Coach Ron Rivera. Mit diesem aggressiven Playcalling hat sich Rhule in viele Panthers-Herzen gecoacht.

Erfolgsrezept: Physis und Gewinnermentalität

Bis zum Ende der Saison sollte es nur noch einen Sieg im vorletzten Spiel gegen das Washington Football-Team geben. Ehe es aber so weit war, konnte Jeremy Chinn im Spiel gegen die Vikings 2 Defensive Touchdowns in aufeinanderfolgenden Drives erzielen. Stimmen für den DROY Award wurden lauter. Am Ende sollte er, trotz zwei Defensive Rookie of the Months Awards, den Kürzeren gegen DE Chase Young von Washington ziehen.

Viele Fans regten sich darüber auf, dass die Panthers „auf einmal meinen, gewinnen zu müssen, obwohl wir so einen guten Spot im Draft haben“. Coach Rhule hatte hierzu genau das richtige zu sagen, was wichtig für die Einstellung der nächsten Jahre ist und uns irgendwann zum Super Bowl führen soll. Rhule will Spieler mit einer Gewinnermentalität.

Er will keinen Spieler, der sich mit Niederlagen zufrieden geben kann. Außerdem betonte er, dass es für den Sieg des Super Bowls extrem wichtig sei, Spiele am Ende der Saison noch gewinnen zu können. Dies sei eine besondere Herausforderung, da Spieler zu dem Zeitpunkt bereits müde in Kopf und Beinen seien. Über diesen Punkt will er die Athleten hinaus bringen.

Letzte Gedanken und der Blick auf 2021

Matt Rhule hat angefangen, die Mannschaft umzukrempeln und ihr einen neuen Spirit zu vermitteln. Auf dem Feld hat er viele gute Entscheidungen getroffen, die für die nächsten Jahre Hoffnung machen. Er setzt vor allem auf physisch hartes, aber auch ein sehr variables Spiel. Spieler, die gute physische Voraussetzungen haben, genießen bei Rhule hohes Ansehen. Getreu dem Motto: You can’t teach speed! Wir werden uns also in den kommenden Jahren auf ein starkes Team freuen dürfen, was sicherlich für Furore sorgen wird.

In puncto Zeitmanagement muss er noch den richtigen Weg finden. Zu oft kam es vor, dass die Panthers unnötige Timeouts nahmen, welche am Ende des Spiels fehlten. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Gut ist auch, dass Rhule auf einer Wellenlänge mit David Tepper ist, der einen professionellen Rahmen für das Team schaffen möchte und Nägel mit Köpfen macht. Wir dürfen gespannt sein!

Bis dahin wünschen wir euch eine spannende Offseason, die wir als Redaktion natürlich mit Berichten zu Draft und Trainingscamp begleiten werden. Vielen Dank für eure Ünterstützung.

Bleibt gesund und Keep Pounding!

 

Quellen: Panthers.com, YouTube.com

Bilderquellen: Panthers.com, yahoo.Finance.com

 

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