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Panthers unterliegen Minnesota Vikings nach erneut schwacher Performance

Eine Niederlage folgt auf die Nächste. Die Panthers spielten gegen die Vikings besonders mit der Offense extrem schlecht und gerieten so früh in Rückstand. Mit zwei guten Drives kurz vor Schluss konnte zwar die Overtime erreicht werden, doch dort erzielte Minnesota den Touchdown zum 34-28 Endstand. Lange war das Spiel auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Vikings verloren sich wie zu erwarten schnell in ihrem Laufspiel und bei den Panthers kriselte es in der Offense an ganz vielen Stellen.

Die Stats der Offense

Overall: 306Yards und -0,2Epa/Play (Platz 24/28 am Spieltag)

Passing: 188Yards und -0,26Epa/Play (Platz 26)

Rushing: 118Yards und -0,03Epa/Play (Platz 11)

Wo konnte sich die Offense im Gegensatz zum letzten Spiel verbessern?

Die OLine hatte gegen Philadelphia einen rabenschwarzen Tag. Nun kam Left Tackle Cam Erving gegen die Vikings wieder zurück. Er gehört sicherlich zu den schlechtesten Starting Tackles der Liga, aber durch seine Genesung konnte Taylor Moton wieder zurück auf die rechte Seite. Das führte dazu, dass gerade der so gefürchtete Edge Rush der Vikings mit Danielle Hunter und Everson Griffin gut gestoppt werden konnte. Das erleichterte natürlich die Arbeit für Quarterback Sam Darnold enorm. Die Pressure-Zahlen gingen deswegen auch auf das gewohnte Panthers-Saisonlevel zurück.

Problematisch wurde es aber in der Interrior OLine nach dem frühen Ausfall von Denis Daley. Er wurde ersetzt durch Guard Michael Jordan. Die Abstimmung mit Center Matt Paradis funktionierte leider überhaupt nicht. Der Drittrundenpick von Cincinnati konnte in diesem Spiel eindrucksvoll beweisen, warum die Bengals sich bereits nach einem Jahr schon von ihm trennten. Alle Sacks kamen über seinem Gap zustande und so musste Darnold dann doch recht oft im Spiel unter Druck stehen.

Wo lagen die Schwächen in der Offense?

Die Offense war leider wieder der große Schwachpunkt des Teams. Im Zentrum stand dabei natürlich wieder einmal der Quarterback Sam Darnold. Seine Fehler kosteten dem Team einfach zu viel. Er war extrem schlecht unter Druck und traf immer wieder schlechte Entscheidungen, auch wenn er nicht unter Druck stand. Am Ende hatte er zwei Turnover sowie drei Sacks auf dem Konto, wobei er sogar noch Glück hatte, dass Kendricks einen weiteren Pick fallen ließ.

Ein weiteres Problem bleibt auch die Entscheidungsunsicherheit. Darnold versteht überhaupt nicht welche Receiver frei werden. Das führt einerseits dazu, dass er länger braucht den Ball zu werfen und andererseits auch dazu, dass offene Receiver nicht antizipiert beziehungsweise übersehen werden. Gepaart mit der oft schlechteren Präzision der Würfe entsteht dadurch ein höheres Turnover-Risiko, gerade wenn der Druck zu ihm durchkommt.

Diesmal hatte Darnold aber auch Pech, dass die Receiver nicht so frei waren wie sonst. Joe Brady gilt seit langer Zeit mit seinen tollen Designs im Passing Game als jemand, der wohl bald einen Head Coach Job angeboten bekommt, doch in diesem Spiel wurde er von Mike Zimmer geschlagen. Carolina versuchte es mit vielen vertikalen Routen, den Gegner in Bedrängnis zu bringen. In diesem Game konnten die Receiver die Cornerbacks nicht besiegen. Darnold musste deswegen immer wieder tiefe Pässe in enge Coverages werfen und gerade mit den Problemen in der Präzision war das natürlich schwierig.

In den letzten fünf Minuten funktionierte die Offense dann doch. Gerade Darnold warf grandiose Pässe auf Moore und Ian Thomas im letzten Drive. Insgesamt sollte dieser Drive aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Offense schon wieder eine ganz schwache Vorstellung darbot.

Mitverantwortlich waren neben Darnold und den nicht optimalen Play-Designs natürlich auch die Drops der Receiver. Nicht nur hatten die Receiver Probleme sich freizulaufen, sondern konnten sie einfache Pässe nicht festhalten. Dass ein Spieler wie Chuba Hubbard im Passing Game quasi unbrauchbar ist, hatten schon die letzten Spiele zuvor gezeigt. Drops von ihm waren zu erwarten, doch dass auch die beiden Top-Receiver im Team mit Robby Anderson und DJ Moore so viele fallengelassene Pässe hatten, war dann doch überraschend. Insgesamt hatten die drei Spieler acht Drops zusammen und so wurden die wenigen Chancen in der Offense oft liegengelassen.

Die Stats der Defense

Overall: 571Yards und 0,09Epa/Play (Platz 15)

Passing: 373Yards und 0,19Epa/Play (Platz 16)

Rushing: 198Yards und -0,04Epa/Play (Platz 14)

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Fünftrundenpick Keith Taylor hatte ein richtig starkes Spiel. Er musste teilweise in enger Einzelcoverage gegen Justin Jefferson und Adam Thielen spielen. Natürlich ließ er auch immer wieder einen Pass zu, denn das passiert zwangsläufig, wenn der Gegner gut spielt. Selbst die besten Cornerbacks haben nur Completion Raten von knapp unter 50%. In diesem Spiel konnte Taylor aber mit insgesamt zwei Pass Breakups und einem weiteren wichtigen Stop die Vikings stoppen. Gerade da die Vikings zu Beginn noch viel am Laufen waren und öfter in Third Downs mussten, waren Taylors Aktionen extrem wichtig.

Wo waren die Schwächen in der Defense?

Auch dieses Spiel hat wieder eine wichtige Erkenntnis in der NFL gezeigt. Eine dominante Defense kann in der heutigen NFL eigentlich nur noch gegen schwächere Teams wirklich dominant auftreten. Das heißt natürlich nicht, dass gegen eine gute Offense eine starke Defense total wertlos ist. Leider können starke Offenses aber nicht so stark kontrolliert werden, sodass auch immer eine dominante Offense dann notwendig ist.

Dabei hatten die Cornerbacks Taylor, Jackson und Bouye auch ihre guten Momente im Spiel. Leider verloren sie gegen die Star-Receiver aber auch ein paar ihrer Duelle und ließen so wichtige Catches zu. Was bei den Panthers in der Offense fehlte, konnten die Vikings mit ihrer Offense gut umsetzen. Kirk Cousins hatte viele sehr genaue Pässe in enge Fenster und die Receiver machten dazu auch Catches in schwierigen Situationen.

Ein Problem der Panthers ist zudem seit längerer Zeit die Leistung der Safetys in Coverage. Dass die Cornerbacks auch Duelle gegen die besten Receiver der Liga verlieren, ist absolut legitim. Normalerweise sollten dann aber auch Safetys zur Hilfe kommen. Minnesota versuchte es einige Male tief den Safety mit ins Spiel zu bringen und immer wieder hatten Sam Franklin und Sean Chandler schwache Situationen in Coverage. So entstand auch das entscheidende Play am Ende, als Chandler den Receiver KJ Osborn nicht covern konnte und dieser den entscheidenden Touchdown in Overtime erzielte.

Auffällig in diesem Spiel war auch die sonst fehlende Dominanz im Pass Rush. Natürlich hatten die Panthers auch einige Plays, wo sie Kirk Cousins unter Druck setzen konnten, aber es ist sehr auffällig, dass die Defense nicht mehr die ganzen freien Pass Rusher durch das Scheme kreieren kann. So mussten die DLiner ihre Duelle an der Line gewinnen und dafür war das Talent nicht da, um konstant Druck zu generieren.

Brian Burns hatte einige schlechte Snaps gegen die OTs Brian O`Neill und Christian Darrisaw. Natürlich hatte er auch einige Wins, doch gerade jemand mit seiner Klasse hätte in diesem Spiel beweisen können, dass er einer der besten Pass Rusher der Liga ist. Leider konnte er das mit seiner Performance nicht beweisen.

Auch schwach war gegen Ende die Verteidigung des Laufs. Lange liefen die Vikings immer wieder in zugestellte Boxen. Am Ende entstanden aber auch damit einige gute Raumgewinne. Ein Grund dafür war einerseits das schlechte Tackling der Defense. Zu oft ließen die Ballträger einen Defender stehen. Zudem kam hinzu, dass die Panthers die Lücken in der Line nicht mehr richtig verteidigten. Gerade bei Jermaine Carter stimmte oft die Zuordnung nicht und so hatte die Offense einige Runs, bei denen der Running Back viel zu spät den ersten Kontakt mit der Defense hatte.

Wie fällt das Fazit aus?

Das Team war wieder überhaupt nicht gut. Die Defense hatte auf jeden Fall ihre Momente, doch diese konnten wie schon in den letzten Wochen nicht von der Offense ausgenutzt werden. Sam Darnold hatte einen tollen letzten Drive und sicherte sich mit diesem wahrscheinlich die Starting Garantie für die nächsten Wochen. Ansonsten war das wieder eine sehr schwache Leistung von vielen Komponenten. Die Playoffs rücken nun natürlich in weiterer Ferne, wobei bei einem 3-3 Record auch in der Hinsicht alles offen ist, besonders wenn nun mit den Giants und Falcons zwei leichtere Gegner anstehen.

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com  

Panthers unterliegen im schwachen Spiel gegen die Philadelphia Eagles

Die Carolina Panthers verlieren ein schwaches Spiel zu Hause gegen die Eagles aus Philadelphia. Bei beiden Teams machten die Quarterbacks immer wieder Fehler und so wurde es für die jeweilige Defense immer leichter. Zwar half den Panthers lange die tolle Vorstellung der Defense, doch am Ende machten sich die ganzen Turnover der Offense und der geblockte Punt bemerkbar. In einem zähen Spiel konnten die Philadelphia Eagles den 21-18-Sieg holen und die Panthers auf einen 3-2 Record stürzen.

Die Stats der Offense

Overall: 267Yards und -0,3Epa/Play (Platz 32 am Spieltag)

Passing: 158Yards und -0,41Epa/Play (Platz 32)

Rushing: 109Yards und -0,14Epa/Play (Platz 24)

Die Panthers hatten die schlechteste Offense am Spieltag, weswegen gab es natürlich nicht viele überzeugende Situationen. Mit einigen Plays am Boden konnte allerdings ab und zu guter Raumgewinn rausgeholt werden. Lief am letzten Spieltag das Running Game über die rechte Seite noch gut, war diesmal zu beobachten, dass bei Runs links am Tackle vorbei der meiste Raumgewinn zu erzielen war. An beiden Spieltagen war das jeweils die Seite, an der Taylor Moton auf Tackle spielte.

Mit der Führung im Rücken übertrieb die Offense es allerdings mit der Anzahl an Running Plays und so kam die Offense im Laufe des Spiels am Boden nicht mehr wirklich in Rhythmus.

Auch einige Designs im Passing Game waren sehr gut. Besonders beim einzigen Touchdown-Drive ging ein Receiver oft in Motion und lief exakt hinter einen anderen Receiver. Genau in dem Moment, als die Receiver dann stacked hintereinanderstanden, kam es zum Snap. Die Passrouten der Receiver bauten natürlich aufeinander auf und neben den beiden Receivern stand dann noch ein weiterer Passempfänger.

Für die Defense war das schwierig zu verteidigen, denn sie musste sofort erkennen, welcher Defender welchen Receiver verteidigen musste. Das gelang ihr beim Touchdown Drive zweimal nicht. Einmal konnte DJ Moore das First Down erreichen und beim Touchdown von Tommy Tremble war dieser komplett allein in der Endzone, weil zwei Defender auf Robby Anderson in Coverage gingen.

Auch im weiteren Spielverlauf hatte die Offense gute Designs im Passing Game, nur leider konnten diese durch schwache Pass Protection und schlechtem Quarterback Play nicht genutzt werden.

Wo lagen die Schwächen in der Offense?

Die offensichtliche Schwäche lag diesmal in der Pass Protection. Schon vor dem Spiel gab es bei einigen Zuschauern eine Verwunderung. Taylor Moton, der seit der Highschool auf der rechten Seite spielt, wurde auf Left Tackle aufgestellt und Brady Christensen, der im College auf der linken Seite gespielt hat, wurde auf Right Tackle aufgestellt.

Beide OLiner zeigten anschließend nicht ihr bestes Spiel. Moton machte zwar seine Sache echt gut, denn er dominierte teilweise seinen Gegner und ließ auch nur zwei QB Hits zu, doch es konnte ihm auch angesehen werden, dass er sich etwas unwohl fühlte. Der Stand und die Fußabfolge waren auf der linken Seite etwas anders und so machte er auch ein paar Fehler. Auffällig waren natürlich die beiden Fehlstarts.

Christensen dagegen war der Aufgabe noch nicht gewachsen und verlor oft sein Duell, sodass Quarterback Sam Darnold öfter durch ihn unter Druck geriet.

Größtes Problem in der OLine war aber die Mitte. Die beiden Interior DLiner Javon Hargreave und Fletcher Cox waren zu zweit, doch konnten die drei Interior OLiner komplett dominieren. Center Matt Paradis wurde immer zu einer Seite geschoben, sodass die Panthers ein Double Team hatten. Das bedeutete aber auch, dass es ein Eins-gegen-Eins Duell immer geben musste. Weder Dennis Daley hatte dann gegen Javon Hargreave eine Chance, noch konnte John Miller dem Druck von Fletcher Cox standhalten. So stand Sam Darnold bei über 50% der Dropbacks unter Druck.

Dieser machte es auch extrem schlecht. Bis zum Ende war eigentlich klar, dass Darnold immer Druck über die Mitte kriegen würde, doch er konnte sich darauf überhaupt nicht einstellen. Er konnte die Pocket bei Druck überhaupt nicht navigieren und fand nicht die offenen Lanes, wo er hätte immer entkommen können. Stattdessen forcierte er oftmals den Ball noch schnell in eine enge Coverage und hatte dabei überhaupt keine Präzision. So entstanden dann auch die ersten beiden Interceptions.

Die Präzision war insgesamt auch nicht gut. Offene Receiver über- bzw. unterwarf Darnold ständig und war der Receiver nicht komplett frei, gab es gleich die Gefahr des Turnovers. Ein großes Problem war auch die fehlende Antizipation.

Gute Quarterbacks erkennen schon frühzeitig die frei werdenden Receiver, doch das kann Darnold nicht. Besonders wichtig war dies in diesem Spiel, da die OLine konstant ihre Duelle verlor. Die Philadelphia Eagles spielten oft in einer Cover-2 Defense und Offensive Coordinator Joe Brady wählte oft Passkonzepte aus, die diese Defense schlagen würde. Anderson und Moore schafften es auch immer wieder sich frei zu laufen, doch erst in dem Moment, in dem der Druck zu Darnold durchkam. Dieser wiederum antizipierte die frei werdenden Receiver nicht und geriet folglich unter Druck, was teilweise eher nach Panik aussah.

Natürlich hatte er auch gute Momente. Vor dem dritten Pick warf er einen punktgenauen Ball auf Anderson und auch im dritten Quarter antizipierte er mal den frei werdenden Ian Thomas. Dort warf er einen wunderschönen Ball genau in die Mitte. Insgesamt versagte die Offense aber auf ganzer Linie. Die OLine verlor zu viele Duelle, der Quarterback wusste sich nicht in der enger werdenden Pocket zu verhalten und wurde den Ball nicht schnell genug los. Das alles im Zusammenhang erklärt die wirklich groteske Leistung, die hoffentlich in Zukunft besser werden wird.

Die Stats der Defense

Overall: 273Yards und -0,27Epa/Play (Platz 2)

Passing: 182Yards und -0,4Epa/Play (Platz 2)

Rushing: 91Yards und 0,06Epa/Play (Platz 25)

Wieso kritisiert Matt Rhule auch die Defense?

Das Spiel war vorbei und alle waren aufgrund der Niederlage sehr traurig. Auf der Pressekonferenz am nächsten Tag versuchte Head Coach Matt Rhule die Niederlage mit den Journalisten aufzuarbeiten. Komisch stieß dabei die Aussage auf, dass er auch die Defense in die Pflicht nimmt, da sie mit ihrer Qualität es nicht geschafft hat, die Führung im vierten Quarter zu halten.

Dieses Statement verwundert deswegen so, da die Defense extrem gut gespielt hat und eigentlich nichts zugelassen hat. Persönlich frag ich mich, ob Matt Rhule mit seiner Philosophie wirklich der Richtige für einen Head Coach Job ist. Offensichtlich will er die Spiele durch gute Defense gewinnen. Selbst wenn das Team extrem dominant dort auftritt, wie an diesem Spieltag, kritisiert er diesen Mannschaftsteil immer noch, weil das Spiel nicht gewonnen wurde.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie aktuell die Philosophie von Rhule noch ist. Aus der Vergangenheit zeigt sich klar der Trend, dass Erfolg über die Defense nicht nachhaltig ist. Die Broncos 2015, die Jaguars 2016, die Bears 2017 und die 49ers 2019 hatten alle Probleme im Folgejahr, das Niveau zu halten. Der Spruch „Offense wins Games, Defense wins Championships“ ist schon lange nicht mehr wahr. Das kann man schön oder doof finden, doch Teams, die längerfristig Erfolg zuletzt hatten, hatten alle eine gute Offense und meist einen guten Quarterback.

Wie sich zuletzt gezeigt hat, haben die Panthers nun einen Coach, der sehr auf defensiven Football-Erfolg aus ist. Ob das nachhaltig ist, wird die Zukunft zeigen, doch die nahe Vergangenheit lässt eher auf ein ungutes Ende deuten. Auch die Kaderbildung lässt auf eine schwierige Zukunft deuten. Seitdem Rhule Coach ist, wurde sich nicht getraut, viel in einen QB zu investieren. Stattdessen holte man sich mit Darnold und Bridgewater jeweils einen Quarterback, der nicht wirklich gut ist, aber im guten Umfeld und toller Defense Performance erfolgreich sein kann.

Kaderzusammenstellung und Vertrauen in die Mannschaft

Auch ist die Kaderzusammenstellung auffällig. Seitdem Rhule in Carolina ist, wird bei einer Verpflichtung extrem auf das physische Talent eines Spielers geguckt. Selbst wenn der Spieler zuvor keine guten Leistungen gezeigt hat, wird dieser gerne von den Panthers verpflichtet. Im College hat das noch gut funktioniert, denn dort verbesserten sich die Spieler innerhalb ihrer Karriere, doch in der NFL ist das anders.

Gerade auf Positionen wie der OLine ist, trotz Talents, nach drei Jahren kaum noch eine Verbesserung zu erwarten. Trotzdem waren die Panthers bei Spielern ganz vorne dabei, die zwar in College Zeiten als talentiert galten, aber in der NFL keine Leistung erbrachten. Die Quittung gab es nun in der Saison mit dem Lowlight in diesem Spiel. Die OLine der Panthers ist so schlecht wie lange nicht mehr.

Leider gibt es aber auch ein weiteres Problem im Coaching. Beim Spiel gegen die Eagles fiel wieder ein Punt bei 4&2 in der gegnerischen Hälfte auf. Rhule lässt in zu vielen Situationen punten und verringert so die Siegwahrscheinlichkeit seines Teams.

Natürlich hat er viel Vertrauen in die Defense, dass er die auf dem Feld haben will und dass die dem Druck standhält. Aber auch da ist das Problem, dass diese immer sehr abhängig vom Gegner ist und deswegen nie so konstant abliefern kann wie eine Offense. Das Vertrauen in die Offense fehlt Rhule aber komplett und so vergab er schon oft die Möglichkeit, einen vierten Versuch auszuspielen.

Fraglich bleibt auch, wie groß seine Rolle während des Spiels ist. Hat er einen Einfluss auf die Offense? Zuletzt sagte er in der Pressekonferenz, dass Joe Brady deutlich öfter gerne tiefe Versuche nehmen würde, doch sie das wegen der Pass Protection nicht können.

Ist das dann letztendlich der Grund, warum die Panthers so schnell in den Verwaltungsmodus wechseln, wenn sie eine Führung haben? Gegen die Jets ging das zwar noch gut, aber in diesem Spiel hätte die Offense durch aggressiveres Auftreten auf jeden Fall gewinnen können. Auch hier liegt die Vermutung wieder nah, dass Rhule der Offense nicht vertraut hat und deswegen alles mit der Defense regeln wollte. So würde sich dann auch die Aussage über die Defense in der Pressekonferenz erklären.

Gab es eine Schwäche in der Defense?

Das Schlüsselplay war sicherlich der tiefe Pass auf Quez Watkins. Die Eagles hatten ein gutes Passkonzept, bei dem der tiefe Safety Sam Franklin den Receiver einzeln covern musste. Franklin zeigte schon während der ganzen Saison große Schwächen und so war es für Watkins sehr einfach, sich frei zu laufen. Jalen Hurts traf diesmal den tief laufenden Receiver, was selten in dem Spiel passierte, und veredelte später selbst den Drive mit dem Rushing Touchdown.

Ansonsten kann man der Defense kaum etwas vorwerfen. Extrem viele Drives endeten mit einem Punt oder sogar mit einem Turnover. Donte Jackson mag vielleicht nicht der beste Man-to-Man Cornerback sein, aber er ist immer für einen Turnover gut und so forcierte er in diesem Spiel sogar zwei.

Die Offense und das Special Team brachte die Defense aber immer wieder in schlechte Feldposition und so musste man leider einen weiteren Touchdown zulassen. Jalen Hurts täuschte die Ballübergabe an den Running Back an und vier Defender der Panthers fielen drauf rein, sodass Hurts leicht in die Endzone stolzieren konnte und den Cam-Newton-Jubel auspackte.

Wie fällt das Fazit aus?

Die Offense zeigte das schlechteste Spiel der Saison. Es ist nun durchaus möglich, dass Christian McCaffrey wieder zurückkommt. Damit hätte Sam Darnold eine weitere Anwurfmöglichkeit und somit würde auch das Turnoverrisiko sinken. Dass die Offense mit McCaffrey nun sprungartig besser wird, wenn Darnold sich nicht extrem verbessert, ist eher unwahrscheinlich. Doch mit einer Führung im Rücken könnte der Running Back zu weniger Fehler führen. Damit könnte gegen schwächere Teams wieder eine dominante Vorstellung der Defense reichen um einen Sieg einzufahren.

Das Spiel gegen die Eagles sollte aber schnellstmöglich vergessen werden. Der Sieg wurde sehr einfach hergeschenkt und könnte mit Sicht auf das Playoff-Rennen noch sehr schmerzhaft werden.

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com   nfl.com bleacherreport.com

Sieg und Niederlage zugleich – Panthers bezwingen Texans

Erstmals seit 2015 starten die Panthers mit 3-0. Hat die Defense das Spiel erneut entschieden oder machte die Offense auf sich aufmerksam?

Bullenstarke Defense hält Saints in Schach und sichert den Heimsieg

Zweites Spiel – Zweiter Sieg. Der Auftakt ist geglückt. Die Carolina Panthers gewinnen auch das Spiel gegen die New Orleans Saints. Bei der 26-7 Machtdemonstration macht besonders wieder die Defense auf sich aufmerksam und führt das Team schnell auf die Siegerstraße. Die Saints fanden nie so richtig ins Spiel und folglich kam auch nie wirklich das Gefühl auf, dass das Spiel hätte kippen können.

Die Stats der Offense

Overall: 383 Yards und 0,09Epa/Play (Platz 17 am gesamten Spieltag)

Passing: 294Yards und 0,3Epa/Play (Platz 7)

Rushing: 89 Yards und -0,2Epa/Play (Platz 22)

Wo konnte die Offense überzeugen?

Das Passing Game funktionierte das ganze Spiel über extrem gut. Die Receiver waren oft sehr frei und machten es dem Quarterback sehr einfach. Der letzte Woche noch gescholtene Offensive Coordinator Joe Brady zeigte mit seinen Passkonzepten immer wieder, dass es gegen die Saints Defense nicht so schwer war, mit all dem zur Verfügung stehenden Waffenarsenal, einen Receiver frei zu bekommen. Besonders DJ Moore bekam als Folge 11 Targets im Spiel und war damit auch der Leader.

Sam Darnold konnte die Offense gut umsetzen. War ein Receiver frei, bekam dieser oftmals auch schnell den Ball. Der Quarterback agierte in diesem Spiel als klassischer Game Manager, der alle Bereiche auf dem Feld anwerfen konnte. Wirklich tolle Plays, wie noch letzte Woche bei Pässen auf Moore oder Anderson, entstanden diesmal aber nicht. Die Fehleranzahl nahm diesmal leider auch zu. Nicht nur warf er via Shuffle Pass seinen ersten Pick der Saison, auch hatte er schon im Vorfeld Glück, dass Saints LB Demario Davis eine Interception fallen ließ. Auch zwei ärgerliche Sacks musste er dann noch kassieren.

Die Fehler waren in diesem Spiel natürlich überhaupt noch nicht schlimm und auch unpräzise Bälle konnten der Offense keinen Schaden anrichten, denn die Offense rund um die Receiver war viel besser. Selbst wenn das Team in lange 2nd oder 3rd Downs musste, wurde immer wieder ein neues First Down erzielt, vor allem durch die Hilfe des neuen Quarterbacks.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Das Running Game in diesem Jahr ist bisher sehr schlecht. Konnte die OLine im ersten Spiel noch einige gute Plays machen, war sie diesmal der Saints DLine unterlegen. Gab es doch nochmal freie Wege, konnten diese wie beim Touchdown von McCaffrey genutzt werden. Dies hatte allerdings aber äußersten Seltenheitswert. Immer wieder wurde die Offense bei Early Down früh gestoppt. Hätte das Passing Game nicht so gut funktioniert, wäre es der Offense wohl sehr schwer gefallen zu punkten.

Noch schlimmer wurde es, als Chuba Hubbard laufen musste. Er bekam nie die Chance, durch gut vorgeblockte Gaps zu laufen. Demnach machte er kein vernünftiges Play auf dem Boden.

Die Stats der Defense

Overall: 128 Yards und -0,5Epa/Play (Platz 1 / negativ ist bei der Defense gut)

Passing: 80 Yards und -0,41Epa/Play (Platz 4)

Rushing: 48Yards (Platz 2) und -0,69Epa/Play (Platz 1)

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Die Front der Carolina Panthers ist unglaublich gut eingestellt. Wieder machte Defensive Coordinator Phil Snow einen tollen Plan mit seinen Pass Rush Konzepten. Jameis Winston wurde extrem oft geblitzt und so kam wieder, wie in Woche 1, sehr oft ein freier Pass Rusher durch. Dieser führte in vielen Situationen dazu, dass Winston schnell in Panik geriet.

Dazu ragten diesmal aber auch einzelne Spieler aus der DLine heraus. Morgan Fox hatte das Spiel seines Lebens und stellte sogar die eigentlichen Stars des Teams Brian Burns und Haason Reddick in den Schatten. Diese hatten zwar auch ihre Momente gegen die starke Saints OLine, konnten ihre Matchups aber nicht so konstant gewinnen wie Fox.

Eine ganz große Stärke bleibt auch die Laufverteidigung. Alvin Kamara wurde an diesem Spieltag immer gestoppt und wurde komplett aus dem Spiel genommen. Die Panthers hatten somit auch die beste Laufverteidigung des gesamten Spieltags nach Epa.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Die Leistung der Defense war sehr gut. Seit Jahren konnte die Mannschaft aus Carolina nicht mehr so überzeugen und so fällt es auch sehr schwer, eine Schwäche zu finden. Donte Jackson und Bravvion Roy hatten jeweils zwei verpasste Tackles. Beide hatten aber auch mit QB Hurries und wichtigen Stopps, wichtige Aktionen, die auch dazu führten, dass die Defense so glänzte.

Wie fällt das Fazit aus?

Die Defense könnte in diesem Jahr die Panthers in die Playoffs führen. Bei aller Vorfreude darf dabei aber auch nicht vergessen werden, dass die Defense mehr vom Gegner abhängig ist, als andersrum die Offense. Da die Panthers bisher auf zwei schwache Teams getroffen sind, konnte so überzeugt werden. Trotzdem zeigt die Leistung, dass sich die Defense der Panthers auf jeden Fall gesteigert hat und so wahrscheinlich auch noch einige Spiele gewinnen wird.

Spannend wird dann die Leistung des Quarterbacks zu beobachten sein. Die Coaches werden ihn wohl aktuell sehr mögen, denn er kann genau das liefern, was von ihm gefordert wird. Die Frage ist nur, ob er auch überzeugen kann, wenn der Gegner besser ist und die Fehler einen größeren Einfluss haben werden. Das wird sich aber erst mit der Zeit zeigen und so kann man mit der derzeitigen Situation sehr zufrieden sein.

 

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

Carolina Panthers gewinnen mit starker Defense gegen die Jets

Der erwünschte positive Auftakt ist eingetreten. Die Panthers konnten die Eröffnungspartie mit 19:14 gegen die New York Jets für sich entscheiden und haben nun einen 1-0 Record. Carolina zeigte früh im Spiel die Vorteile des Teams und so war der Halbzeitstand von 16-0 auch hochverdient. Danach war gerade in der Offense eine Art Verwaltungsmodus zu beobachten. Die Jets konnten infolgedessen ihren Rückstand zwar noch verkleinern, doch Carolinas Sieg geriet eigentlich nicht mehr wirklich in Gefahr.

Die Stats der Offense

Overall: 381Yards (Platz 18 am Spieltag) und -0,04Epa/Play (Platz 22)

Passing: 270Yards (Platz 13) und 0,05Epa/Play (Platz 22)

Rushing: 111Yards (Platz 17) und -0,18Epa/Play (Platz 21)

Wo konnte die Offense überzeugen?

Im Mittelpunkt des Spiels stand natürlich Sam Darnold. Der Quarterback wurde in der Offseason für einen Zweit- und Viertrundenpick vom Rivalen aus New York geholt und wurde vom Coaching Staff als Lösung auf der so wichtigen Position angesehen. Darauf folgte eine etwas größere Kritikwelle und so war der Druck auf Darnold im ersten Spiel natürlich recht groß. Dieser machte seine Sache aber gut. Zwar passierten ihm auch einige Ungenauigkeiten, besonders bei Würfen in die Endzone, aber insgesamt lieferte er eine runde Vorstellung.

Das Highlight der Partie war natürlich der 57 Yard lange Touchdown-Pass auf Robby Anderson, jedoch erhielt auch DJ Moore zuvor zwei sehr präzise geworfene Pässe. Nach der Halbzeit erwischte Darnold keinen guten Start und wurde sogar einmal gesackt. Anschließend wurde das Spiel nur noch verwaltet und der junge Quarterback konnte so nicht mehr in Szene treten. Insgesamt wird man aber in Carolina wohl zufrieden sein mit dem Auftakt.

Auch das Rushing Game wusste zu gefallen. Zwar liegt das Team dort nach Epa nur auf Platz 21, doch das liegt auch am Turnover kurz vor der Endzone. Hervorzuheben ist das Blocken der OLine. Machte diese in der Pass Protection, besonders auf der linken Seite, einen teilweise schon katastrophalen Job, konnten im Rushing Game viele Wege für den genesenen Star-Running Back Christian McCaffrey freigeblockt werden.

McCaffrey musste kaum Tackles durchbrechen und konnte am Ende am Boden 98 Yards aus 21 Versuchen erzielen. Die Stärken McCaffreys kamen auch gleich zum Vorschein. Konnten letztes Jahr mit dem eher langsamen Mike Davis kaum Big Plays am Boden erzielt werden, nutzte McCaffrey die gut freigeblockten Wege öfter für größeren Raumgewinn.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

In der zweiten Halbzeit wurde das Passing Game sehr stark eingeschränkt. Lag es am schlechten ersten Drive Darnolds nach der Pause oder wollte Offensive Coordinator Joe Brady einfach kein Risiko eingehen? Die Fans sahen auf jeden Fall fast ausschließlich Läufe oder kurze Pässe auf McCaffrey. Dieser konnte zwar seine Total Yards verbessern und war für jeden Fantasy Owner ein absoluter Glücksgriff, doch die Offense wurde so eher eingebremst. Zumindest konnten aber Turnover durch diese Taktik vermieden werden.

Eine weitere Schwäche war die Offense bei Third Down. Nur knapp 29% der dritten Versuche konnten in ein neues First Down umgewandelt werden. Gerade, falls einmal ein Gegner kommen sollte, der mit der eigenen Offense auch mehr punktet, müssen sich die Panthers in diesem Bereich verbessern, denn ansonsten sollten sie dann nicht mithalten können.

Eine kuriose Szene entstand zudem noch im ersten Quarter. Carolina hatte an der gegnerischen 34 Yard Linie einen vierten Versuch, doch anstatt Rhule sein Team den Versuch ausspielen ließ oder den Kicker Santoso einsetzte, kam Punter Joseph Charlton aufs Feld und puntete den Ball an die 15 Yard Linie. Statistisch gesehen war diese Entscheidung die schlechteste.

Die Stats der Defense

Overall: 252Yards (Platz 4) und -0,16Epa/Play (Platz 4 / negativ ist bei der Defense gut)

Passing: 207Yards (Platz 8) und -0,12Epa/Play (Platz 6)

Rushing: 45Yards (Platz 2) und -0,26Epa/Play (Platz 8)

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Der Pass Rush entschied fast von selbst das Spiel. Dabei waren nicht unbedingt die Spieler die Stars, welche natürlich trotzdem auch alle gute spielten. Brian Burns und Haason Reddick gewannen einige ihrer direkten Duelle gegen die OLiner und auch aus der Mitte erzeugten Derrick Brown, DaQuon Jones und Co. viel Druck. Betrachtet man allerdings nur die Win-Rates der einzelnen Spieler, fällt auf, dass die gar nicht so viel höher ausfallen als in den vergangenen Spielen. Natürlich war die DLine überlegen, aber der eigentliche Star war der Defensive Coordinator Phil Snow.

Die neu zusammengestellte Jets OLine und der Rookie Quarterback Zach Wilson waren oft extrem überfordert. Die Pass Rush Konzepte der Panthers waren immer unterschiedlich. Spieler aus der DLine gingen direkt nach dem Snap des Centers in Coverage und dafür täuschten andere Defender an, in Coverage zu gehen, um dann aber doch Jagd auf den Quarterback zu machen.

Die Jets hatten dagegen kein Konzept. Selbst noch einige Momente nach dem Snap ihres Centers wussten sie nicht, welche Spieler in Coverage gehen würden und welche als Pass Rusher agieren. Für einen Rookie Quarterback war es quasi unmöglich, dies vor dem Snap herauszufinden. Zumal es auch sein erstes Spiel überhaupt in der NFL war.

Als Resultat stimmte bei der New Yorker OLine die Zuteilung nicht. Pass Rusher hatten so keinen Gegenspieler mehr und konnten ungeblockt zum Quarterback laufen. Die Ausbeute von 6 Sacks geht somit größtenteils auf das Konto von Phil Snow.

Nicht unerwähnt bleiben darf zudem die gute Leistung gegen den Lauf. Zwar machte Shaq Thompson, der ansonsten ein herausragendes Spiel hatte, gegen Ende ein paar Mal den Weg nicht zu und so hatte der Running Back der Jets doch nochmal eine freie Bahn, doch in der Regel war die Run Defense extrem stark und konnte den Gegner immer früh stoppen.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Wenn bei den Jets was funktionierte, dann über die Receiver. Jeremy Chinn und Donte Jackson hatten beide Aktionen, bei denen sie einen Pass Breakup hatten und somit für einen Incomplete Pass sorgten. Jedoch liefen sie bei einigen Aktionen dann doch den Receivern Corey Davis und Denzel Mims hinterher. Das war in diesem Spiel kein großes Problem, denn der Pass Rush entschied quasi allein das Spiel, aber die Coverage könnte eine Schwäche der Panthers werden, da sich nun mit Myles Hartsfield ein weiterer Spieler verletzt hat.

Wie fällt das Fazit aus?

Der erste Sieg ist in den Büchern. Natürlich waren es „nur“ die Jets, aber selbst die mussten die Panthers erstmal in der Art und Weise besiegen. Der Pass Rush profitierte sehr von der Schwäche auf der Gegenseite. Bei stärkerem Gegner wird es wahrscheinlich einen anderen Verlauf geben, doch eine gewisse Dominanz sollte die DLine auch im Laufe der Saison behalten.

Wie sich die Offense und das Play-Calling darum entwickelt, wird sich zeigen. Brady machte aus diesem Spiel eine McCaffrey Show. Gerade in der zweiten Halbzeit schien es so, als wäre das der einzige Plan und dementsprechend machte die Offense auch kaum noch Punkte. Man muss dabei aber auch den Spielverlauf betrachten. Carolina ging mit 16 Punkten Vorsprung aus der Halbzeit und musste die Führung nur verwalten. Es kann durchaus sein, dass in Zukunft wieder mehr Optionen, auch in der Offense, zu sehen sind. Das zweite Quarter macht da schon mal Hoffnung.

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

Season Review: Teil 1 – Rookies & Free Agents

Im ersten Teil des Saisonrückblicks werfen wir einen Blick auf die Offseason und was sich dort getan hat. Es war im letzten Jahr wahrscheinlich die turbulenteste Offseason in der Franchise-Geschichte, was sowohl den Coaching Tree als auch die Veränderungen des Roster angeht. Zu Beginn der letzten Offseason stand die Free Agency und da hat sich schon eine Menge getan. Im Folgenden werden die Free Agent-Signings und unsere Rookies genauer unter die Lupe genommen. Anschließend wird eine persönliche Einschätzung in Form von Schulnoten abgegeben.

Free Agency

In der Free Agency wurde der Kader der Panthers stark verändert. Mit vielen alten Spielern wurde nicht verlängert und andere Akteure wurden frühzeitig entlassen. Nicht zu vergessen das Retirement von Luke Kuechly, welches aus heiterem Himmel kam. Natürlich wurden aber auch neue Spieler verpflichtet. Nach ihrem ersten (bei manchen evtl. gleichzeitig dem letzten) Jahr evaluieren wir nun die Neuzugänge und prüfen, wessen Verpflichtung sich gelohnt hat.

QB Teddy Bridgewater, Dreijahresvertrag über 63 Millionen

Teddy sollte die Nachfolge vom Cam Newton antreten, nachdem dieser in der letzten Offseason entlassen wurde. Dies gelang ihm nicht. Selten zeigte er sehr gute Ansätze, zum Beispiel im Spiel gegen Arizona, und man konnte sehen, warum er letztes Jahr in der Abwesenheit von Drew Brees fünf Siege für die Saints holen konnte.

Im Laufe der Saison wurden jedoch auch genau die Aspekte sichtbar, weshalb die Verpflichtung auch Kritik bekam. Wenn das Spiel läuft zeigt Teddy, dass er ein guter Game Manager ist. Er macht wenige Fehler, verteilt gerade mit seinem sehr genauen Kurzpassspiel den Ball gut und hält die Offense am Laufen. Leider läuft eine Offense nicht immer rund und schnell kamen seine Limitierungen, zum Teil sehr deutlich, zum Vorschein.

Auffällig ist, dass fast alles über das Kurzpassspiel läuft. Wenn er Druck bekam, war er sehr anfällig für Fehler. In acht Spielen lagen die Panthers mit lediglich einem Score zurück und hatten den Ball innerhalb der letzten Zwei Minuten. Allesamt haben die Panthers verloren. Diese Statistik sagt viel über Bridgewater und sein Verhalten in Drucksituationen aus.

Es ist nicht davon auszugehen, dass Teddy die langfristige Lösung ist. Viele Gerüchte um Trades machen bereits die Runde und Owner David Tepper hat Bridgewater auch in keinem Interview den Rücken gestärkt. Wenn keine Leistungsexplosion von ihm kommt, werden die Panthers spätestens im nächsten Jahr einen neuen Starting Quarterback haben.

Vor dem Hintergrund, dass er nicht die erhoffte Langzeitlösung ist und relativ viel Geld gezahlt wurde, sehen wir dieser Verpflichtung mit Skepsis entgegen.

Note: 3-

FS Tre Boston, Dreijahresvertrag über 18 Millionen

Nachdem Boston die letzten drei Jahre immer nur unter einem Jahresvertrag bei verschiedenen Teams gespielt hat, bekam er in der letzten Offseason, nach einer guten Leistung im letzten Jahr, einen längeren Vertrag von den Panthers.

Boston ist ein klassischer Single High Safety, also am besten, wenn er die Tiefe  Zone in der Mitte des Feldes spielen kann und zählte dort in den letzten Jahren zu den besten und konstantesten Spielern. Seine Defizite sind vor allem seine Flexibilität, weshalb auch die meisten Teams Abstand von einer Verpflichtung genommen haben, da er fast ausschließlich tief spielt und in Man Coverage und als Box Safety Probleme hat.

Nachdem er in der Saison 2019 noch einer der besten Safetys in der Passverteidigung war, nur 61% der Pässe in seine Richtung kamen an und er drei Interceptions bei zwei zugelassenen Touchdowns sammelte, machte er in dieser Saison einen Schritt zurück. 67% angekommene Pässe bei nur einer Interception und drei zugelassene Touchdowns stehen zu Buche.

Dieser Rückschritt ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die Panthers in ihrer Defense flexibler agierten und Boston nicht nur tief, sondern auch vermehrt nahe der Line of Scrimmage eingesetzt wurde, was auch in seinen Statistiken deutlich wird. Er sammelte mit 95 Tackles einen Karrierebestwert und wurde 22 Mal als Blitzer eingesetzt (im Vorjahr lediglich zweimal). Auch die durchschnittlich zugelassenen Yards pro angekommenen Pass sanken von 15 Yards auf 9. Man konnte bei ihm merken, dass er sich in seiner neuen Rolle erst einfinden musste, was ihm aber zum Ende der Saison deutlich besser gelang.

Tre ist vor allem für die sehr junge Secondary und junge Defense allgemein ein Leader und mit seiner Erfahrung eine Stütze. Der Vertrag ist für jemanden auf seiner Postionsgruppe gehaltstechnisch im Mittelmaß der Liga anzusiedeln und somit sehr risikofrei.

Wir denken, dass er in der nächsten Saison wieder an seine alten Leistungen anknüpfen wird und zeigt warum er den Vertrag verdient hat.

Note: 2-

DE Stephen Weatherly, Zweijahresvertrag über 12,5 Millionen

Weatherly sollte, nachdem er in den letzten beiden Jahren als DE Nummer 3 bei den Vikings einen ordentlichen Job gemacht hat, die Nachfolge von Mario Addison antreten. Er hatte vor allem in der Laufverteidigung bei den Vikings ein gutes Bild gezeigt und auch für das ein oder andere Big-Play als Pass-Rusher gesorgt. Vor der Saison noch als Starter auserkoren, hatte er schon im Trainigscamp diesen Platz an den Rookie Gross-Matos verloren und rutschte nur aufgrund der Verletzung von diesem wieder in das Starting Line-up.

Bis Woche 9 startete er in jedem Spiel, schaffte es aber nicht auch nur einen Sack zu sammeln. Danach fiel er verletzungsbedingt aus. Insgesamt gelangen ihm lediglich 9 QB Pressures und auch nur ein Tackle for loss. Die Saison war eine große Enttäuschung.

Da die Panthers mehrere junge und vielversprechende DE im Roster haben, die noch unter ihren günstigen Rookieverträgen stehen, ist gut vorstellbar, dass er in der Offseason gecuttet wird. Dies würde lediglich 2 Millionen an Dead Cap verursachen.

Note: 5-

S Juston Burris, Zweijahresvertrag über 8 Millionen

Burris sollte als Safety neben Boston den Job von Eric Reid übernehmen, der zwar in der Laufverteidigung Tackles ohne Ende sammelte, jedoch in der Coverage einer der anfälligsten Safetys der Liga war und somit in der Passverteidigung unbrauchbar.

Ursprünglich war Burris als Cornerback in die NFL gekommen und wurde erst in der letzten Saison auch als Safety eingesetzt, weswegen man also die von Phil Snow gerne gesehene Flexibilität erwarten konnte. Das Fragezeichen bei Burris war jedoch, dass er erst im Laufe der letzten Saison zum Starter wurde, vorher lediglich limitierte Rollen hatte und sogar zweimal gecuttet wurde.

Bei den Panthers wurde er als flexibler Defensiv Back eingesetzt. Im Slot, als tiefer Safety und als Box-Safety erfüllte er seinen Job sehr solide, ohne, bis auf die Endzone-Interception gegen die Falcons, für viele Big Plays zu sorgen. Er verlieh der Secondary Stabilität und spielte eine gute Saison, was für den Preis vollkommen in Ordnung ist und den Erwartungen entsprach.

Note: 2

WR Pharoh Cooper, Einjahresvertrag über 1,2 Millionen

Die Verpflichtung von Cooper sollte endlich Konstanz auf die Returnposition bei den Panthers bringen, nachdem es aufgrund von Fumbleproblemen bei den Panthers ein munteres Wechselspiel auf der Position gab. Zudem sollte er für Tiefe auf der Wide Receiver-Position sorgen.

Cooper wurde von seinen vorherigen Teams haupsächlich als Returner eingesetzt und war dort auch in der Saison 2017 in das All-Pro Team gewählt worden. Auch bei den Panthers füllte er diese Rolle aus und machte dort einen guten Job. Zwar konnte er nicht für viele Big Plays sorgen, jedoch verlor er auch keinen Fumble.

Als Wide Receiver wurde er eher wenig eingesetzt und machte dort auch wenige Plays, was aber auch daran lag, dass die Panthers drei gute Wide Receiver haben und eher selten mit vier Receivern auf dem Platz spielten. Letztendlich war Cooper für den Preis eine solide Verpflichtung.

Note: 2-

 WR Seth Roberts, Einjahresvertrag über 3,75 Millionen

Auch Roberts wurde geholt um die Wide Receiver-Position in der Tiefe zu verstärken und sollte eine große Anspielstation in der Endzone sein, was er mit 15 Touchdowns in seiner Karriere bei nur 183 Reception (ca. jede 12 Reception war ein Touchdown) bereits unter Beweis gestellt hatte.

Er wurde den Ansprüchen nicht gerecht und enttäuschte auf ganzer Linie, sodass er nach gescheiterten Tradeversuchen während der Saison entlassen wurde. Was diese Verpflichtung noch schmerzhafter macht, ist die Tatsache, dass die Panthers ohne diese Verpflichtung einen Compensatory Pick in der sechsten Runde bekommen hätten, der nun wegfällt. Man kann also sagen, die Verpflichtung war ein kompletter Flop.

Note: 6

LB Tahir Whitehead, Einjahresvertrag über 2,5 Millionen

Tahir wurde geholt, um mit seiner Erfahrung von 8 Jahren in der NFL, davon 6 als Starter, das aufgrund des Karriereendes von Luke Kuechly klaffende Loch in der Mitte der Panthers Defense zu schließen. Es war natürlich schon vorher klar, dass er einen Luke Kuechly nicht 1:1 ersetzen kann, jedoch enttäuschte er in allen Belangen. In der Coverage ließ er 83% angekommene Pässe zu, wurde auch immer wieder für Pass Interference-Strafen belangt und auch in der Laufverteidigung, die eigentlich seine Stärke ist, verpasste er regelmäßig Tackles und wurde auf dem falschen Fuß erwischt.

So war es wenig verwunderlich, dass seine Snaps im Laufe der Saison immer weniger wurden und er nach der Mitte der Saison seinen Startplatz verloren hatte. Danach wirkten die Panthers deutlich stabiler und in den letzten Spielen stand er kaum noch auf dem Platz. Auch diese Verpflichtung kann man getrost als Flop abstempeln. Zum Glück war dies kein allzu teures Experiment.

Note: 6

 QB PJ Walker, Zweijahresvertrag über 1,6 Millionen

Wieder die Verpflichtung eines „Rhule-Spielers“, da er auf dem College in Temple unter Rhule gespielt hat. Walker wurde nach sehr guten Leistungen in der XFL verpflichtet, nachdem er vorher in der NFL lediglich auf dem Practice Squad der Colts war und noch keinen Snap in der NFL gesehen hatte. Er sollte mit Will Grier um den Platz als Back-up Quaterback kämpfen und gewann diesen Job.

Nach der Verletzung von Teddy Bridgewater startete er in Woche 11 gegen die Lions zum ersten Mal und führte die Panthers zu einem Shutout-Sieg, bei dem er ansehnliche Leistungen zeigte, aber auch zwei katastrophale Endzone-Interceptions warf. Auch im letzten Spiel der Saison gegen die Saints bekam er noch einmal Spielzeit, war jedoch gegen die starke Defense komplett überfordert und warf drei Interceptions bei lediglich 14 Passversuchen.

Für seine erste NFL Saison zeigte er in Ansätzen, dass er Potential hat, aber nicht NFL bereit ist. Er hat aber das Zeug zu einem guten Back-up und ist sehr kostengünstig.

Note: 3+

OT Russel Okung, Einjahresvertrag über 13 Millionen

Okung kam via Trade von den Chargers, im Gegenzug wurde Trai Turner abgegeben, was für viele Panthers Fans sehr fragwürdig war, da Turner 5 Jahre jünger ist und gerade seinen fünften aufeinanderfolgenden Pro Bowl erreicht hatte. Jedoch ist die Position des Left Tackle in der NFL weitaus wichtiger als die des Guards und die Panthers hatten keinen zuverlässigen Left Tackle mehr seit dem Karriereende von Jordan Gross 2014.

Es bestand somit die Hoffnung, dass Okung nach seiner von Verletzungen geplagten 2019er Saison wieder an die Leistungen anknüpfen könnte, die ihm schon zwei Pro Bowls beschert haben. Leider wurde er auch in dieser Saison immer wieder von Verletzung zurückgeworfen, sodass er lediglich 7 Spiele absolvierte. Wenn er spielte, war er zwar sehr solide und ließ kaum etwas zu, jedoch verpasste er zu viel Zeit um seinem Gehalt gerecht zu werden. Es lässt sich aber noch sagen, dass auch Turner einen Großteil der Saison verletzt fehlte. Man kann also von einem Trade ohne Sieger sprechen. Die Idee war gut, jedoch standen die Vorzeichen wegen der langen Verletzungsmisere denkbar schlecht.

Note: 4

RG John Miller, Einjahresvertrag über 4 Millionen

Da die Panthers in der Free Agency beide Starting Guards der letzten Saison verloren haben, holten sie Miller für einen relativ günstigen Jahresvertrag. Miller kam mit der Erfahrung von bereits 60 NFL Starts bei einem Alter von nur 26 Jahren, weshalb man sich von ihm erhoffte, den getradeten Turner zu ersetzen.

Er spielte in 14 Spielen, die er auch allesamt startete und machte vor allem im Run-Blocking eine gute Figur, ließ aber auch nur 3 Sacks zu und sorgte mit Moton dafür, dass die rechte Seite der Offensive Line der stärkere Teil war. Dass er einen Pro Bowl Guard nicht 1:1 ersetzen konnte war zu erwarten, jedoch war er eine überraschend gute und günstige Verstärkung.

Note: 2-

DT Zach Kerr Zweijahresvertrag über 3 Millionen

Aufgrund der vielen Abgänge in der D-Line wurde Kerr geholt um für Kadertiefe zu sorgen und als Rotationsspieler zu agieren. Nachdem sich jedoch KK Short zu Beginn der Saison verletzte und die Saison für ihn damit beendet war, spielte Kerr eine deutlich größere Rolle als ursprünglich geplant und startete sogar in vier von seinen 13 Saisonspielen.

Diese unerwartete Chance nutze er in allem Maße und lieferte die wahrscheinlich beste Saison seiner Karriere mit 2 Sacks, 12 Quaterback Pressures und keinem verpassten Tackle. Er spielte deutlich besser als erwartet und man kann bei dem niedrigen Preis von einem Free Agency Steal reden.

Note: 1

CB Rasul Douglas, Einjahresvertrag über 0,825 Millionen

Douglas kann man nicht als direkte Free Agency Verpflichtung sehen, da die Panthers ihn erst kurz vor dem ersten Spieltag über den Waiver Wire verpflichtet hatten, nachdem die Eagles ihn kurz zuvor „gewaived“ haben. Er kam somit ohne lange Eingewöhnungszeit bei den Panthers an und überzeugte direkt in seinem ersten Spiel, sodass er zum Starter erklärt wurde.

Mit seiner Größe von 6‘2‘‘ (1,88m) sollte er den Gegenpart des eher kleinen Donte Jackson übernehmen und die großen Wide Receiver der Gegner covern. Gerade die ersten Wochen der Saison spielte er teilweise wie ein Nummer 1 Cornerback und war während der drei Siege am Stück einer der Garanten für die überraschend stabile Defense. Nachdem er aufgrund von einer Corona-Infektion in den Woche 7 und 8 pausieren musste, flachten seine Leistungen etwas ab und er war nicht mehr so stark wie zu Beginn.

Trotzdem spielte er eine sehr stabile Saison und war, vor allem was die geringen Kosten angeht, eine sehr gute Verstärkung für die dünn besetzte Panthers Secondary.

Note: 2

WR Keith Kirkwood, Einjahresvertrag über 0,8 Millionen

Ebenfalls eine Verpflichtung, die für die Kadertiefe gedacht war und zusätzlich noch den Trainerstab kannte, da er eine Saison in Temple unter Rhule spielte und bereits bei den Saints mit Joe Brady zusammenarbeitete. Er sollte eine Redzone-Anspielstation für Teddy Bridgewater sein, mit dem er auch schon bei den Saints gespielt hatte. Seine Saison war von Verletzungen geplagt und er war lediglich in einem Spiel aktiv.

Note: keine

WR Robby Anderson, Zweijahresvertrag über 20 Millionen

Als die Verpflichtung bekannt gegeben wurde, durfte man zu Beginn etwas skeptisch sein, da Anderson in seiner Karriere bei den Jets lediglich als Deep Threat eingesetzt wurde und 10 Millionen im Jahr für einen eindimensionalen Wide Receiver sehr viel Geld ist. Vor allem da Teddy B in seiner Karriere noch nie für seine Armstärke oder tiefen Würfe bekannt war.

Es war also sehr verwunderlich, wieso die Panthers auf einmal viel Geld für einen Wide Receiver in die Hand nahmen, der eigentlich nicht zum Spielstil des Quaterbacks passt, während Cam Newton in seiner Zeit bei den Panthers nie ein vernünftiger Wide Receiver in der Free Agency zur Seite gestellt wurde.

Einer der Punkte bei dieser Verpflichtung war auch wiederum die Vergangenheit von ihm und Matt Rhule, da er unter ihm in Temple spielte und Rhule sich für ihn stark gemacht hat, obwohl er schlechte Noten hatte. Anderson schwärmte außerdem in der letzten Offseason von Rhule als Trainer und sagte bei einem Interview, dass er glaubt, die Panthers würden mit Ruhle in den nächsten Jahren den Super Bowl gewinnen. Dies alles Wochen bevor die Panthers Anderson verpflichteten.

Auch mit Teddy Bridgewater hatte er, wenn auch nur für ein halbes Jahr, bei den Jets zusammengespielt und somit hatte er genügend Verbindungen, dass man auf eine Überraschung hoffen konnte. Diese Überraschung lieferte er in allem Maße und zeigte, dass er bei weitem nicht nur ein Deep Threat ist, sondern auch gute Routen läuft. Er wurde sowohl bei Kurzpässen als auch in mittleren Tiefe eingesetzt, was er zuvor so gut wie nie machte, und lieferte ab:

  • Top 10 in Reception
  • Top 10 in Targets
  • Top 10 in Targets pro Spiel
  • Top 10 in Reception pro Spiel
  • Top 10 in Yards nach dem Catch
  • 1096 Receiving Yards (Platz 15)

In all diesen Kategorien sammelte er seine Karrierebestwerte und zeigte, dass er durchaus ein Nummer 1 Receiver in der NFL sein kann. Vor allem zu Beginn der Saison war er kaum zu verteidigen und war deshalb für einen Großteil der Saison auch in den Top 5 der Receiving Yard Liste. Lediglich zum Ende der Saison hatte er ein paar Spiele, in denen er weniger Yards sammelte, was aber auch teilweise dem Quaterbackspiel geschuldet war.

Anderson war nicht nur die absolute Top-Verpflichtung der Panthers in der letzten Free Agency, sondern wurde auch von Experten als zweitbester Free Agency Neuzugang in der NFL gewertet (nach, wenig verwunderlich, Tom Brady). Es ist also durchaus berechtigt davon zu sprechen, dass die Panthers mit Anderson einen Volltreffer gelandet haben und das einzige Manko ist, dass er nur noch für die nächste Saison unter Vertrag steht und dann deutlich teurer wird.

Note: 1+

Die Gesamtnote der Free Agency ist eine gute 3.

Rookies

Im letztjährigen Draft schrieben die Panthers Geschichte, indem sie mit jedem ihrer sieben Picks einen Spieler der defensiven Seite des Balles pickten. Dies war das erste Mal in der Geschichte der NFL, dass ein Team lediglich Spieler der Defensive auswählte. Hier findet ihr die Bewertung unserer Rookies nach ihrem ersten Jahr in der NFL.

1. Runde, 7 Overall Pick: Derrick Brown

An Stelle 7 einen Defensiv Tackle zu draften bezeichnet man in der heutigen NFL als einen „unsexy“ Pick, da diese Position eher wenig Aufmerksamkeit bekommt und für wenige Highlight Plays steht. Zu Beginn waren Panthers Fans teilweise enttäuscht, dass man nicht LB Isaiah Simmons genommen hat, die Do-it-all Defensivwaffe von Clemson. Jedoch ist die Entscheidung für Brown letztendlich die richtige gewesen, da er der beste Spieler im Draft auf der bei den Panthers am schwächsten besetzten Position war.

Bei Brown war die große Frage, ob er die Dominanz, die ihn im College ausgezeichnet hat, auch in die NFL übertragen kann. Im College wurde er im Grunde dauerhaft gedoppelt oder sogar getriplet und war trotzdem eine ständige Bedrohung, gerade in der Run-Defense. Wird ihm dies auch gelingen wenn er deutlich stärkere Gegenspieler hat, mit seiner Power alleine nicht mehr voran kommt und mehr über die Technik kommen muss?

Nachdem Brown zu Beginn der Saison noch öfters Flaggen für sogenannte „Rookie-Fehler“ kassierte (mehrere Offside- und Unnecessary Roughness-Penalties), steigerte er sich im Laufe der Saison deutlich und nahm nach der Verletzung von KK Short den Platz als No.1 Defensiv Tackle ein. Vor allem seine Dominanz in der Run-Defense zeigte er mit 8 Tackles for loss (drittmeisten aller Rookies) und 34 Gesamttackles (die meisten aller Rookie Defensive Tackles) und hatte großen Anteil daran, dass die Run-Defense sich vom letzten Platz auf den 21. Platz verbesserte.

Einer der Hauptkritikpunkte des Brown-Picks war, dass er im College relativ wenig Big-Plays als Pass-Rusher hatte. Aber auch in dieser Disziplin zeigte er gute Leistungen und war mit 34 Quarterback-Pressures auf Platz zwei aller Rookies, obwohl seine Double Teamrate von ca 65% die sechsthöchste aller NFL Defensive Tackles war. Er hat zwar lediglich 2 Sacks gesammelt, hinzukommen aber noch vier herunter geschlagene Bälle mit denen er das Play ebenfalls zerstört hat. Den Analysten blieb die Saison von Brown auch nicht verborgen und er wurde sowohl von der NFL als auch von PFF im All-Rookie Team aufgestellt.

Mit der Leistung von Brown kann man sehr zufrieden sein und anhand seiner Leistungssteigerung am Ende der Saison ist davon auszugehen, dass er noch lange nicht am Ende seines Könnens ist und in den nächsten Jahren zu dem wird, was die Panthers sich erhofft haben: zu einem der besten Defensive Tackle der Liga und Anker unserer D-Line.

Draftnote: 1-

2. Runde, Pick 38 Overall: Yetur Gross-Matos

Der Gross-Matos Pick kam aus zweierlei Gründen überraschend: zum einen erwarteten viele, dass die Panthers eher einen der verbliebenen Top-Cornerbacks picken würden, zum anderen war es verwunderlich, dass Gross-Matos noch verfügbar war (ich persönlich hatte ihn zu den Seahawks in der ersten Runde gemockt). Der Pick passt jedoch zu der Aussage von Matt Rhule, er wolle die Defense „up Front“ aufbauen, also beginnend mit der D-Line.

Anhand des Collegetapes und der Statistiken von YGM passt er als sehr athletischer Power Rusher und einer der besten DE in der Run-Defense (35 Tackles for loss in seinen beiden Saison als Starter) gut, um als Gegenstück des Speed Rusher Brian Burns zu agieren. Nachdem er in dem vor dieser Saison eher kurzen Trainingscamp gute Leistungen zeigte und sogar als Starter in die Saison gehen sollte, bekam er durch Verletzungen zu Beginn nur limitierte Spielzeit und musste vier Spiele komplett aussetzen. Er startete aufgrund verschiedener kleiner Verletzungen und Krankheiten somit in seiner Rookie Saison lediglich die letzten sieben Spiele und war in insgesamt 12 Spielen aktiv.

Aber auch in dieser limitierten Spielzeit (lediglich 35% der Defensiv Snaps) zeigte er sehr gute Ansätze und warum er für viele Experten nach Chase Young der beste DE im 2020er Draft war und sammelte 2,5 Sacks (einer davon als Strip-Sack), 6 QB-Hits, 12 QB-Pressures und 2 Tackles for loss. Nicht in diesen Statistiken zu sehen ist, dass er am meisten als rechter DE aufgestellt wurde und somit gegen den Left Tackle der Offense spielen musste, welcher bei den meisten Teams der stärkste Offensive Lineman ist. Beachtlich ist, dass er diesen aber trotzdem öfters schlagen konnte, auch wenn der QB dann den Ball schon geworfen hatte.

Auch YGM steht noch nicht am Ende seines Könnens, da man auch bei ihm die Fortschritte während der Saison sehen konnte und er auch in der Offseason erst 23 Jahre alt wird. YGM wird in der nächsten Saison den nächsten Schritt machen und wir können uns darauf freuen, mit ihm und Burns, der sogar noch zwei Monate jünger ist, eines der besten (vielleicht sogar das beste) jungen Pass-Rush Duos der Liga zu haben.

Draftnote: 3+

Runde 2, Pick 64 Overall: Jeremy Chinn

Als beim Draft der Uptrade der Panthers angezeigt wurde, war ich persönlich im ersten Moment verwundert, da ich nicht wusste, welchen Spieler die Panthers als so wichtig klassifizierten, um lediglich fünf Plätze hochzutraden und einen Fünftrundepick dafür zu opfern. Die Pre-Draft Analysen von Chinn waren alle ziemlich ähnlich: ein Safety, der gebaut ist wie ein Linebacker, eine enorme Athletik besitzt und covert wie ein Cornerback; ein Isaiah Simmons „light“.

Die Panthers bekamen somit ihren von Phil Snow geforderten „Positionless Player“ für die Defense, den er je nach Aufstellung der Offense verschieben konnte. Das große Fragezeichen bei Chinn jedoch, weswegen er sich auch von Simmons unterschied und nicht so hoch gehandelt wurde, war, dass er nur auf einem sehr kleinen College gespielt hatte. Dort traf er teilweise auf drittklassige Gegner, denen er aufgrund seiner Physis schon deutlich überlegen war.

Es stellte sich somit die Frage, wie und ob er sein Spiel auch in die NFL übernehmen könnte. Nach dem Ende seiner Rookie Saison wissen die Panthers (und die restliche NFL) nun: Er kann. Seine Statistiken sind unglaublich und er stellte mehrere Franchise und sogar NFL Rekorde auf:

  • erster Panthers Spieler mit mehreren Defensive Rookie of the Month Titeln
  • erster Spieler in der Super Bowl Ära mit zwei Fumble Recovery Touchdowns in einem Spiel
  • Rekord für den kürzesten Abstand zwischen zwei Defensive Touchdwons mit 10 Sekunden

Auch seine versprochene Vielseitigkeit stellte er eindrucksvoll unter Beweis. So sammelte er mit 967 Defensive Snaps die dritt-meisten im Team, davon jeweils über 200 als Linebacker, im Slot oder als Tiefer Safety, sogar Snaps als Outside Cornerback und in der D-Line waren dabei. Er erfüllte die Rolle des in der heutigen NFL immer wichtigeren und gefragten Hybrid-Defender und sammelte dabei 117 Tackles (68 Solo), 2 Tackles for loss, 5 QB-Hits, 2 Forced Fumbles, 2 Fumble Recoverys, 1 Interception und 2 Defensive Touchdowns.

Nach dieser eindrucksvollen Rookie Saison kann man nur sagen, dass den Panthers ein absoluter Steal (vielleicht sogar der Steal) im Draft gelungen ist. Natürlich ist auch bei ihm noch leistungstechnisch Luft nach oben, da seine 15 missed Tackles (11,4 % missed Tackle Rate) schon sehr viel sind und er gerade in der Coverage mit einer Rate von 73% angekommener Pässe und einem Quaterbackrating von 115,7 noch nicht auf dem höchsten Niveau war.

Trotzdem ist Chinn noch jung (auf den Tag genauso alt wie YGM) und seine Entwicklung noch nicht am Ende. Um sein Spiel zu verbessern soll er auch oft mit Luke Kuechly Einzelgespräche führen. Mit dem Pick von Chinn ist ein absoluter Volltreffer gelungen und er ist der beste Pick der Panthers aus dem 2020er Draft.

Draftnote: 1++

Runde 4, Pick 113 Overall: Troy Pride

Pride in der vierten Runde zu bekommen haben viele als guten Pick angesehen, da die Cornerback-Position mit der des Defensive Tackle die größte Baustelle im Kader der Panthers war und Pride auch hätte in der dritten Runde weggehen können. Auch bei ihm war es in der Analyse klar zu erkennen, warum er zu Matt Rhule passt: Neben seiner Footballkarriere war er auch im Leichtathletikteam seines Colleges bei den Sprintern und war der beste sowohl im 60 als auch im 200 Meter Sprint. Passend dazu hatte Rhule noch vor dem Draft gesagt, er möchte die besten Athleten auf dem Feld haben und seine Aussage war auch „You can‘t teach speed“, also die Technik kann er einem schnellen Spieler beibringen, nicht umgekehrt.

Natürlich waren auch bei Pride mehrere Fragezeichen, weshalb er auch nicht früher gepickt wurde. Zum einen ist er mit 5‘11‘‘ (1,80m) eher etwas klein für einen Outside Corner, vor allem in einer Division mit Julio Jones (1,91m), Mike Evans (1,96) und Michael Thomas (1,91m), die alle zu den Top 10 Receivern der Liga zählen. Zum anderen unterliefen ihm auch schon im College Fehler, bei denen er die Receiver aus den Augen verlor.

Aufgrund der dünnen Cornerbacksituation der Panthers wurde er direkt in Woche 1 ins kalte Wasser geworfen als er startete und ordentlich Lehrgeld zahlen musste. Insgesamt spielte er in 14 Spielen mit 8 Starts und sammelte dabei fast genau die Hälfte aller Defensive Snaps. Man muss natürlich sagen, dass er oft auf dem falschen Fuß erwischt wurde und das Nachsehen hatte, was auch durch die 70% angekommener Pässe in seine Richtung und ein QBR von 118,3 bestätigt wird. Jedoch hat er nur 2 Touchdowns zugelassen.

Aber auch bei ihm war zu sehen, dass er sich zum Ende der Saison verbessert hat und bei der Cornerback-Position der Sprung vom College in die NFL in der Defense am schwierigsten ist. Die meisten Cornerbacks haben in ihrem ersten Jahr auf dem Profiniveau Probleme. Man hat gemerkt, dass er genau diese Probleme hatte, sich auf dem NFL-Niveau zurechtzufinden, was man von einem Rookie in der vierten Runde aber erwarten kann. Er hat das Potential, einen Sprung nach vorne in seiner zweiten Saison zu machen.

Draftnote: 4+

Runde 5, Pick 152 Overall: Kenny Robinson

Der Robinson-Pick der Panthers war ein eher fragwürdiger, da die Panthers größere Baustellen auf anderen Positionen hatten und bereits einen Safety mit Jeremy Chinn gepickt hatten. Auch der Spieler war ein Risikopick, da er noch ein sehr roher Spieler ist, den man eher unter die Kategorie „Prospect“ packen kann. Ein Pick in der fünften Runde ist jedoch etwas, bei dem eher selten Starter gepickt werden und auch mal ein Risiko eingegangen werden kann.

Kommen wir nun zu dem Spieler. Was bei ihm direkt ins Auge fällt, sind seine Ball Skills. Mit 7 Interceptions (2 für Touchdowns) in lediglich 25 Collegespielen und 2 Picks in 5 XFL-Spielen kann man ihn als „Ball Hawk“ bezeichnen. Mit 6‘2‘‘ (1,88m) bringt er auch die Maße mit, die die meisten Trainer bei einem Safety haben wollen. Wenn man diese beiden Punkte sieht, kann man verstehen, warum die Panthers ihn gedraftet haben. Zusätzlich ist er nach dem letzten Saisonspiel auch erst 22 Jahre alt geworden.

Aber auch den Trainern sind im Trainingcamp die deutlichen Defizite aufgefallen, die Robnison noch hat und die schon auf seinem College und XFL-Tape aufgefallen sind. Zu oft lässt er sich in Man Coverage ausspielen oder verfehlt die Tackles. Es bestätigte sich somit, dass er bei weitem noch nicht bereit für die NFL ist, weshalb er auch dem Finalen Roster Cut vor der Saison zum Opfer fiel, jedoch im Practice Squad der Panthers unter Vertrag genommen wurde. Gegen Mitte der Saison wurde er dann sogar in den aktiven Kader aufgenommen, sah jedoch lediglich 6 Snaps Spielzeit in der Defense. Diese bekam er auch nur bei sehr hohen Rückständen wenn das Spiel schon gelaufen war und sonst wurde er nur im Special Team eingesetzt.

Nach einer sehr enttäuschenden Rookie Saison kann man nur hoffen, dass er im zweiten Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne macht und ein gutes Trainingscamp hinlegt. Sonst wird es schwer für ihn, den Sprung in den Kader zu schaffen. Aufgrund seines Alters und seiner sehr geringen Erfahrung am College kann man sich diesen Schritt zwar vorstellen, jedoch hat er viel Arbeit vor sich.

Draftnote: 5

Runde 6, Pick 184 Overall: Bravvion Roy

In der sechsten Runde kam dann das, was alle erwartet haben: Rhule holt sich einen seiner Spieler aus Baylor. Jedoch hatten die meisten mit James Lynch gerechnet und Roy war kaum jemandem ein Begriff. Der Pick eines weiteren Defensive Tackles war jedoch bitter nötig und Roy kannte bereits die Defense von Phil Snow. Dort zeigte er, dass er vielseitig in der D-Line einsetzbar ist und war somit für die sechste Runde ein durchaus vertretbarer Pick.

Auch er ist eher ein Spieler, der keine Highlight-Plays macht, sondern ein Spieler ist, der die anderen besser aussehen lässt. Er stoppt den Lauf und schließt Gaps damit die anderen das Play machen können. Er wurde gleich zu Beginn der Saison in der D-Line Rotation eingesetzt und zeigte eben diese Qualitäten auch in der NFL, sodass er im Laufe der Saison immer mehr Spielzeit sah und für die letzten neun Spiele sogar Starter war. Am Ende der Saison standen die drittmeisten Snaps aller Defensive Linemen für ihn zu Buche und er hatte auch einen Sack, 5 QB-Hits und 2 Tackles for loss gesammelt.

Roy erfüllte den Job, den man sich in den letzten Saisons von Dontari Poe erhofft hatte und den als letztes vernünftig Star Lotulelei übernommen hatte. Er stopfte die Löcher in der D-Line neben dem Star-Defensive-Tackle Derrick Brown (auch Lotulelei und KK Short wurden damals im selben Draft gepickt). Man kann also sagen, dass auch der Roy-Pick ein Volltreffer war, da selten Spieler aus der sechsten Runde in ihrer Rookie Saison Starter werden und dann auch noch Leistung bringen.

Draftnote: 1-

Runde 7, Pick 221 Overall: Stantley Thomas-Oliver

Um etwas mehr Tiefe auf der Cornerback-Position zu bekommen, holten die Panthers mit ihrem letzten Pick im 2020er Draft also einen siebten Defense Spieler. Da man nicht erwarten kann, in der siebten Runde noch einen Cornerback zu bekommen, der bereit ist in der NFL zu starten, gingen die Panthers mit Thomas-Oliver wieder zu der Philosophie von Matt Rhule zurück. Sie holten einen schnellen, jungen, athletischen und „normal“ großen Cornerback, der aber erst seit zwei Jahren die Position spielt, da er vorher Wide Receiver war. Somit ist er noch unerfahren, hat auch im College nicht auf dem höchsten Level gespielt, besitzt aber die physischen Voraussetzungen, um das NFL-Niveau zu erreichen. Hierfür muss er aber erst noch einiges lernen und wird zu Beginn wenig Spielzeit bekommen.

Trotzdem hat er in 10 Spielen Spielzeit gesehen und aufgrund der Verletzungen der Panthers auch 75 Snaps in der Defense, bei denen man zwar sah, dass er noch am Anfang seiner Entwicklung ist, aber trotzdem gute Ansätze zeigte. Auch bei ihm darf man auf die Entwicklung gespannt sein und auch er kann einen deutlichen Schritt nach vorne machen kann.

Draftnote: 3+

Gesamtnote Draft: 2+

Undrafted Free Agents

Die letzte Kategorie der Neuzugänge ist sogesehen die Mischung aus den Rookies und Free Agents, da sie auch direkt aus dem College kommen, aber nicht im Draft berücksichtigt wurden und somit im Prinzip ihren Verein frei wählen dürfen. Gerade bei diesen Spielern ist es Gold wert, wenn man unter ihnen Starter findet, weil diese extrem günstig sind. Beispiele für Undrafted Free Agents, die zu Startern wurden und teilweise auch großen Erfolg haben/hatten sind: Malcom Butler, Chris Harris Jr., Tony Romo, Kurt Warner, aber auch (ehemalige) Panthers Spieler wie Mario Addison, Andrew Norwell und Robby Anderson. Auch in diesem Jahr gibt es ein paar Spieler, die undrafted gegangen sind, es aber trotzdem in den Kader geschafft haben und auch einige Einsätze für die Panthers bekommen haben.

RB Rodney Smith

Smith wurde direkt nach dem Draft von den Panthers verpflichtet und war während des gesamten Trainingscamps Bestandteil des Kaders. Kurz vor Beginn der Saison wurde er jedoch von den Panthers gewaived und dann erst zu einem späteren Zeitpunkt der Saison zum Practice Squad hinzugefügt. Aufgrund der Verletzungen der anderen Running Backs wurde er vor dem Spiel in Woche 10 dem aktiven Kader hinzugefügt und sah in diesem Spiel direkt Einsatzzeit. Bis zum Ende der Saison wurde er dann in jedem Spiel eingesetzt und war im letzten Saisonspiel, da Mike Davis sich verletzt hatte, sogar Starter. Er machte sowohl als Runner (156 Yards und ein Touchdown) sowie als Receiver (59 Yards) einen ordentlichen Eindruck. Ich denke, dass er in der Offseason um einen Kaderplatz als Running Back Nummer 2 oder 3 kämpfen wird.

P Joseph Charlton

Punter ist eine Position, die in der NFL oft vergessen wird, aber auch nicht zu unterschätzen ist, da ein guter Punter dem Gegner eine schlechte Feldposition beschert und der Weg zur Endzone weiter ist. Charlton wurde in der Offseason verpflichtet, nachdem sich der Starting Punter der Panthers Michael Palardy das Kreuzband gerissen hatte. Er schaffte es, sich im Trainigscamp gegen andere Punter durchzusetzen und den Job als Starter zu sichern.

Diesen Job bestätigte er dann mit guten Leistungen, so war sein average von 46,3 Yards (12. Platz in der NFL) um 0,3 Yards besser als der von Palardy und sein net average von 40,8 Yards (15. Platz in der NFL) um 2,1 Yards besser. Er schaffte es außerdem bei 45 Punts den Ball 21 Mal innerhalb der gegnerischen 20 Yardlinie zu platzieren. Lediglich 3 Punts von ihm flogen bis in die Endzone  und 2 landeten im Aus.

Zusätzlich sammelte er bei einem Fake Punt gegen die Chiefs auf Zylstra noch 28 Passing Yards. Nach dieser guten Rookiesaison wird er sich vermutlich mit Palardy um den Job des Starting-Punter streiten und da er den deutlich günstigeren Vertrag hat, könnte es naheliegen kann, dass er auch in der nächsten Saison als Punter für die Panthers aufs Feld geht.

S Sam Franklin

Auch Franklin wurde kurz nach dem Draft von den Panthers verpflichtet und schaffte es auch, sich im Trainingscamp einen Kaderplatz zu sichern. Zu Beginn der Saison wurde er, bis auf wenige Snaps, ausschließlich im Special Team eingesetzt. Jedoch rückte er aufgrund der zwischenzeitlichen Verletzungen von Burris und auch von Chinn von Woche 7-10 für vier Spiele ins Starting Line-up. In den Spielen machte er seine Sache recht ordentlich und vor allem auf sich aufmerksam, als er in aufeinanderfolgenden Spielzügen erst einen Screen-Pass erahnte und diesen für 5 Yards Raumverlust beendete und direkt danach Patrick Mahomes sackte.

Nachdem auch er sich in Woche 10 verletzte und zwei Spiele ausfiel, spielte er in den letzten Spielen fast ausschließlich noch im Special Team. Er ist kein Spieler, der für die großen Highlights gesorgt hat, jedoch ist dies von einem UDFA eher selten zu erwarten. Insgesamt hat er einen sehr guten Eindruck hinterlassen und ist ein wichtiger Bestandteil für die Kadertiefe und das Special Team.

S/RB Myles Hartsfield

Vermutlich liest sich das jetzt für viele sehr verwirrend: Safety oder Running Back? Spielt Hartsfield etwa Offense und Defense? Die Antwort ist ja. Auch Hartsfield wurde von den Panthers zur gleichen Zeit wie Smith nach dem Draft für die Kadertiefe als Safety verpflichtet, nachdem er vier Jahre im College auf dieser Position gespielt hatte. Während des Trainingscamps jedoch traten die Coaches mit einer anderen Frage an ihn heran. Und zwar, ob er nicht auch bei den Running Backs mittrainieren könne, eine Position die er zuletzt in der Highschool gespielt hatte.

Somit verbrachte er das Trainigscamp damit, während des einen Spielzuges mit dem Ball zu versuchen in die Endzone zu gelangen und im nächsten eben dieses zu verhindern. Wegen der Möglichkeit, ihn für zwei sehr verschiedene Positionen zu verwenden, schaffte er den Sprung in den Kader, spielte jedoch in den ersten sechs Wochen der Saison lediglich im Special Team, bevor er in Woche 7 erstmals in der Offense eingesetzt wurde. Hierbei erreichte er aber nur 2 Rushing Yards bei zwei Versuchen.

Von dort an sah er in jeder Woche Spielzeit, jedoch nur noch in der Defense und meist nur wenige Snaps, bevor er in den letzten drei Spielen für fast 50% der Defensiven Snaps auf dem Feld stand. Hartsfield wird wahrscheinlich auch in der nächsten Saison wieder zum Kader gehören, da er aufgrund der Möglichkeit, ihn in der Offense und der Defense einzusetzen, somit zwei Spieler in einem darstellt.

 

Fazit: Abschließend lässt sich sagen, dass die Panthers vor allem mit ihren Rookies eine sehr gute Auswahl getroffen haben. Natürlich lassen sich im Nachhinein ein paar Entscheidungen kritisieren und es wären an manchen Stellen auch bessere Spieler verfügbar gewesen (z.b Sneed anstelle von Pride und Curl oder Onwenu anstelle von Robinson) aber die Entwicklungen von diesen Spielern sind auch nicht vorherzusehen. Bei den Free Agents haben die Panthers auch ein paar sehr gute Verpflichtungen getätigt, jedoch auch mehrere bei denen man nur den Kopf schütteln kann und froh sein muss, wenn man diese wieder los wird.

 

Quellen: Panthers.com, Spotrac.com, Pantherswire.com, Pff.com
Bilder: Panthers.com, Theathletic.com, theriotreport.com, catcrave.com, charlotteobserver.com

Das Saisonfinale endet mit einer Niederlage: Panthers unterliegen den Saints deutlich

Die Saison der Carolina Panthers ist nun vorbei. Sicherlich gab es in den sechzehn Spielen viele Tiefschläge, doch diese Vorstellung überbot nochmal alles. In der Offense produzierte das Team ganze fünf Turnover und auch die Defense fand insgesamt auch nicht wirklich ins Spiel. Der 33-7 Endstand fällt am Ende vielleicht doch ein bisschen zu hoch aus, denn gerade in der ersten Halbzeit konnte Carolina noch oft über das Feld marschieren. Aber spätestens in der zweiten Halbzeit nahm das Unheil wirklich seinen Lauf und besonders in der Offense gab es ein katastrophales Play nach dem nächsten.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

In diesem Spiel gab es viele Plays, die entweder nah an einem Turnover waren oder dann tatsächlich von der gegnerischen Defense abgefangen wurden. Besonders die Spielweise von Quarterback Teddy Bridgewater war diesmal sehr überraschend. Spielte er zuvor immer sehr vorsichtig und warf lieber immer sichere und kurze Routen an, so war er in diesem Spiel deutlich aggressiver. Seine durchschnittliche Targettiefe lag bei 12 Yards. Lediglich Lions-Quarterback Matt Stafford warf an diesem Spieltag im Schnitt noch weiter.

Diese Art des Spielens stellte sich aber nicht wirklich als Stärke von Bridgewater heraus. Zwar gelangen ihm auch schöne Completions auf Moore und Samuel, aber insgesamt waren auf einmal viel mehr Pässe dabei, bei denen der Receiver keine Chance auf den Catch hatte. Noch schlimmer waren dann die beiden Turnover, die dafür sorgten, dass die Saints ziemlich schnell davonziehen konnten. Als dann PJ Walker hineinkam und für drei weitere Turnover sorgte, war das Spiel schon längst entschieden.


Wer konnte in der Offense überzeugen?

Wide Receiver Curtis Samuel konnte in diesem Spiel für 121 Total Yards sorgen. Besonders in der ersten Halbzeit war er die beliebteste Anspielstation. Die Saints konnten ihn überhaupt nicht stoppen und so machte Samuel insgesamt 5 First Downs.

Durch dieses starke Spiel konnte Samuel auch die 1000 Total Yards in dieser Saison erreichen. Nach Anderson, Moore und Davis ist er bereits der vierte Spieler, der das in dieser Saison erreicht hat. Vier Spieler mit 1000 Yards total in einem Jahr gab es in der Super Bowl Ära erst fünfmal. Das zeigt natürlich auch wie stark die Panthers um den Quarterback herum aufgestellt sind und dass durchaus Talent im Kader vorhanden ist.

Ein weiteres positives Zeichen konnte der neue Quarterback Tommy Stevens setzen. Er wurde mehrfach als Runner eingesetzt und sorgte bei allen vier Runs für Gewinn. Insgesamt konnte er dabei sogar zwei neue First Downs erzielen.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Größte Schwachstelle war die Fehleranfälligkeit im Passing Game. Es gab sicherlich gute Plays der Quarterbacks, doch diese wurden immer wieder durch grobe Schnitzer zu Nichte gemacht.

Als PJ Walker in das Spiel kam, war die Partie sicherlich schon entschieden. Für ihn ging es eigentlich nur noch darum, Werbung für sich zu machen. Dies misslang ihm jedoch komplett. Walker konnte sich oft mit einem Scramble befreien, doch seine Präzision war sehr schlecht. Er hatte teilweise Probleme weit offene Receiver konstant anzuwerfen. Waren sie sogar eng gedeckt, gab es sofort die Gefahr einer Interception. Insgesamt wurden seine Pässe dreimal abgefangen, wobei eine Intereption auch ziemlich unglücklich für den Quaterback war, da der Pass von Samuel nochmal nach oben geschlagen wurde.

Die gesamte Passing Performance litt natürlich sehr unter den insgesamt fünf Turnovern der Quarterbacks (43 Dropbacks für 18 Completions, 3 Sacks, 3 Scrambels, 246 Passing Yards, 5 Interceptions und -0,57 Epa/Play). Für Bridgewater wird am Ende sein Platz als Starter in Frage stehen, bei Walker könnte sein Platz als Backup wackeln.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Defense spielte besser als noch im ersten Spiel gegen die Saints. Fünfmal mussten die Saints auf ihren Punter zurückgreifen und auch darüber hinaus konnte die Defense der Panthers besonders bei Third Down viel besser verteidigen.

Drew Brees hatte einige unpräzise Würfe in seinem Repertoire, die die Saints oft zum Punten zwangen. Schlecht war das Passspiel der Saints zwar nicht, jedoch leisteten die Panthers kaum Gegenwehr mit der eigenen Offense und folglich reichte den Saints eine durchschnittliche Leistung (35 Passversuche für 201 Passing Yards, 3 Touchdowns und 0,18Epa/Play). Für einen SB Contender benötigen sie dringend die Sicherheit in der Offense, die ihnen Brees die Jahre zuvor immer gab.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Edge Rusher Efe Obada sorgte mit seinem Strip Sack für den einzigen Turnover der Panthers Defense. Es könnte sein letztes Spiel für die Panthers gewesen sein, denn sein Vertrag läuft nach der Saison aus. Normalerweise sollte er sich aber keine Sorgen um seine Zukunft machen, da er bei den Panthers sowohl aus der Mitte als auch von außen als Pass Rusher überzeugen konnte und er sich somit zumindest als Rotationsspieler einen Platz in einem Kader erkämpfen kann.


Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Zum Ende der Saison konnten die Panthers das Laufspiel nicht mehr gut verteidigen. Schon gegen die Packers und Washington hatte das Team Probleme, den Gegner am Boden zu stoppen und das änderte sich auch nicht gegen die Saints (28 Läufe für 154 Yards, 1 Touchdown und 0,14 Epa/Play).

Das Passverteidigung war sicherlich auch nicht herausragend und sonstige Leistungsträger wie Shaq Thompson und Donte Jackson ließen in der Coverage mehr als in anderen Spielen zu. Abgesehen davon war die Passverteidigung insgesamt in Ordnung.

Wie fällt das Fazit aus?

Nach solch einem schlechten Spiel kann man als Fan schon fast froh sein, dass die Saison vorbei ist. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das Team das letzte Spiel in der Saison absolviert, probierten die Panthers besonders in der Offense etwas Neues aus, was aber nicht funktionierte. Trotz der schlechten Vorstellung sollten aber auch nicht die Leistungen in den Wochen zuvor vergessen werden. In vielen Spielen konnte klar das Potenzial erkannt werden, welches in diesem Team schlummert. Besonders die drei Receiver Robby Anderson, DJ Moore und Curtis Samuel sorgten immer wieder für Highlights. In der Offseason gilt es nun ein Team zu formen, mit dem man dieses Talent auch nutzen kann und wichtige Spiele auch gewinnen kann.

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com  nextgenstats.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

 

 

 

Game Preview: Carolina Panthers vs. New Orleans Saints – Week 17

Ein Frohes neues Jahr wünscht der The German Riot e.V.! Herzlich willkommen zur Game Preview in Woche 17!

Nach langer Zeit konnten die Carolina Panthers endlich wieder einen Sieg feiern. Am Sonntag steht das Division-Duell gegen die New Orleans Saints an, die sich bereits für die Playoffs qualifiziert haben. Können die Panthers die Saison mit einem Sieg beenden? Oder wollen die Saints mit einem Sieg in die Playoffs starten? In der heutigen Ausgabe unserer wöchentlichen „Game Preview“ könnt ihr nachlesen, wo unsere Chancen liegen und was von dem Spiel zu erwarten ist.

Wie gewohnt, fangen wir eine Stimme der gegnerischen Fans ein. Unterstützung haben wir wieder von der Fanpage Saintsgermany bekommen. Das Interview könnt ihr am Ende des Beitrags nachlesen.

Vorstellung der New Orleans Saints

Die New Orleans Saints wurden 1967 gegründet. Der größte Erfolg war der Superbowl-Sieg 2009.

Headcoach des Teams ist derzeit Sean Payton.

Die Saints trafen bisher 52x auf die Panthers. Hierbei liegt das Team aus New Orleans mit 27 Siegen und 25 Niederlagen knapp vorne. Das Hinspiel ging mit 27-24 für die New Orleans Saints aus.

Der deutsche Fanclub heißt „Saintsgermany“ und wurde bereits 2014 als Facebook-Gruppe gegründet und ist besitzt auch seit 2018 eine eigene Instagram-Seite. Die wohl bekanntesten Mitglieder sind Rapper „Casper“ oder Saints-Punter und Superbowl-Champion Thomas Morstead.

Wo liegen die Stärken? Welche Schwächen haben die Teams?


Carolina Panthers

Die junge Defense trägt gerade das Team der Carolina Panthers. Im Spiel gegen Washington wurde das wieder deutlich. Gerade die Lauf-Defense ist nach anfänglichen Schwächen gegen Ende der Saison immer stabiler geworden. Nach wie vor gehört unser Receiver-Trio aus Samuel, Anderson und Moore weiterhin zu unseren Stärken. Jeder von ihnen kann das Spiel an sich reißen.

Als Schwäche in der Offense muss man ganz klar die Redzone-Effektivität anklagen. Die Panthers erzielen zu wenige Touchdowns aus guten Positionen. Allgemein schwächelt die Offense in den letzten Wochen etwas. In der Defense haben die Panthers weiterhin Probleme bei der Passverteidigung. Gegen Washington (die ohne ihren Starting Quarterback und ohne McLaurin spielten) ließ man 278 Yards und einen Touchdown durch die Luft zu.

New Orleans Saints

Die New Orleans Saints haben ihre Stärke klar in der Offense. Trotz mehreren Ausfällen von Schlüsselspielern wie Drew Brees und Michael Thomas fanden die Saints immer wieder eine Lösung, diese Ausfälle zu kompensieren. Auch zeigte sich, wie wichtig es ist, gute Backup-Spieler auf der Bank zu haben.

Aber auch die Defense überzeugt dieses Jahr. Man stellt mit nur 95,2 zugelassenen Rushing-Yards pro Spiel die viertbeste Laufverteidigung der ganzen Liga. Auch in der Passverteidigung steht man auf Rang 5 in der NFL. Man ließ nur 215 Passing-Yards pro Spiel zu.

Eine wirkliche Schwäche bei den Saints zu finden ist nicht einfach. Anzumerken ist, dass die Saints pro Spiel 1,9 Passing-Touchdowns kassieren. Damit liegt man nur auf Platz 23 in der Liga.

Wer kann sich in dieser Partie als Schlüsselspieler herausstellen?

Carolina Panthers

Offense:

Curtis Samuel ist durch seine Vielseitigkeit derzeit einer der wichtigsten Spieler in unserer gesamten Offense. Seit dem Ausfall von McCaffrey übernimmt er auch immer wieder die Rolle als Runningback. Im Spiel gegen Washington zeigte er eine seiner besten Leistungen in seiner Karriere. Er hatte insgesamt 5 Receptions für 106 Yards und 7 Rushes für 52 Yards. Mit dem möglichem Ausfall von Mike Davis wird die Rolle von Samuel im Running-Game vermutlich nochmals etwas größer sein als sonst.


Defense:

Das Laufspiel der Saints muss unbedingt gestoppt werden. Was passiert, wenn das nicht funktioniert, zeigte das Spiel gegen die Vikings. Aus diesem Grund muss Derrick Brown hier unbedingt einen Sahnetag erwischen. Brown erzielte in dieser Saison bereits 2 Sacks, 33 Tackles, 8 Tackles for Loss und 11. QB Hits.

New Orleans Saints

Offense:

Nach dem Ausfall von Alvin Kamara wird wohl Tight End Jared Cook eine wichtigere Rolle als Passempfänger spielen. Die Panthers taten sich diese Saison öfters schwer, Tight Ends zu covern.

Cook hat in dieser Saison bereits 33 Receptions für 461 Yards und 6 Touchdowns.

 


Defense:

In der Defense ist in dieser Saison Trey Hendrickson unglaublich gut. Er erzielte bisher schon 12,5 Sacks und liegt damit auf Platz 3 in der Sack-Statistik der NFL.

Die Panthers O-Line wird Probleme bekommen, Hendrickson aus dem Spiel zu nehmen.

Meine persönliche Einschätzung zum Spiel

Sollten die Saints in ihrem letzten Spiel ernst machen, so ist ein Sieg für die Panthers recht unwahrscheinlich. Jedoch kam es in den letzten Jahren durchaus vor, dass im letzten Spiel einige Spieler der Saints dann doch für die Playoffs geschont werden. Ich glaube dennoch, dass die Saints uns gehörig unter Druck setzen können. Die Backups haben in dieser Saison öfters gezeigt, dass sie die Ausfälle der Stars kompensieren können. Die Offense der Panthers macht in den letzten Wochen leider selten einen guten Eindruck. Auch gegen Washington konnte die Offense rund um Bridgewater nicht überzeugen. Ich denke, dass die Panthers in diesem Spiel gut mitspielen können, jedoch die Saints sich den Sieg gegen den Division-Rivalen nicht entgehen lassen wollen.

Tipp: Ein – 27:20 für New Orleans Saints.

Interview mit der Fanpage „Saintsgermany“ der New Orleans Saints

Die „Saintsgermany“ stellen eine Fanpage dar, welche auf Facebook, Instagram und Twitter vertreten ist. Adrian hat sich die Zeit genommen, seine Meinungen und Einschätzungen zum bevorstehenden Divisionsduell zu hören. Vielen Dank für euer Mitwirken! Eine ausführliche Vorstellung der Saintsgermany könnt ihr unserer Game Preview aus Woche 7 nochmal nachlesen.

1. Hallo Adrian! Die Playoffs sind bereits erreicht. Der Top-Seed in der NFC wird höchstwahrscheinlich an die Packers gehen. Werdet ihr Spieler schonen oder ist es wichtiger, im Rhythmus zu bleiben?

Wir gehen stark davon aus, dass Alvin Kamara tendenziell der einzige sein wird, der geschont werden könnte. Der Top Seed ist noch nicht verloren. Im Falle eines Saints Sieges, eines Bears Sieges und eines Seahawks Siegs wäre der Nr. 1 Seed unserer. Natürlich ist der Kampf um den 2. Seed auch noch nicht beendet also denken wir, dass die Saints das Spiel noch voll angehen werden. Spieler wie Harris, Thomas, Smith wurden alle auf die IR gesetzt um sie für die Playoffs zu schonen. Da diese Spieler bereits „geschont“  werden ist es umso wichtiger, dass der Rest des Teams in einem Rhythmus bleibt.

2. Der vierte Division-Sieg in Folge ist in trockenen Tüchern. Denkt ihr, mit einigen auslaufenden Verträgen und den Bucs im Nacken, dass diese Vormachtstellung nun zu Ende gehen könnte?

Persönlich sehen wir die Bucs was die Zukunft angeht nur auf Platz 3! Die Panthers hingegen sehen wir als größten Konkurrenten der nächsten Jahre an.

Mit Mickey Loomis haben wir einen richtigen „Cap Goat“ als GM, welcher Verträge immer clever herausarbeitet. Somit konnten Spieler wie Davis, Kamara und Jenkins für gute Summen gehalten werden. Die einzigen auslaufenden Verträge, die dieses Jahr schmerzen könnten sind der von FS Williams und von DE Hendrickson. Allerdings vertrauen wir weiter in unser Team welches auch mit vielen Backups auf dem Feld gezeigt hat, dass es dominant ist.

3. Wie seht ihr diesbezüglich die Entwicklung der Panthers? Werden sie bereits in den nächsten 1 bis 2 Jahren einen Angriff auf die Spitze starten können?

Die Panthers sind für uns das zukünftige Team der NFC South, welches mit uns um den Titel spielen wird.

Eine junge Defense, welche enorm Potenzial hat sowie eine schnelle Offensive, könnten mit den richtigen Entscheidungen schnell ein Top Team der NFC, wenn nicht sogar der Liga werden. Mit Verbesserungen in der O-Line und auf der TE Position könnte schon im Jahr 2021 ein Angriff gelingen, wenn die junge Defense sich weiterentwickeln kann.

Wir glauben jeder Saints Fan hat mehr Angst vor Carolina als vor Tampa Bay was die Zukunft angeht.

4. Apropos auslaufende Verträge: Wird Drew Brees, der kürzlich die 80.000 Yards Schallmauer durchbrochen hat, nächstes Jahr noch euer QB sein? Falls nein, kann Taysom Hill es dann richten? Und welche weiteren Verträge haben in euren Augen Priorität?

Bei Brees ist es so eine gewisse Sache. Zwar hat er noch Vertrag bis 2022 allerdings wäre kein Fan ihm böse wenn nach einem SB-Win Schluss ist. Im Falle eines Ausscheidens könnte er seinen letzten Lauf nochmal angehen. Brees will es unbedingt. Nach seiner Verletzung sehen wir die Chancen auf Brees in 2021 bei 30 %.

In einem Interview sagte HC Payton, dass QB Winston seine Chance bekäme. Generell wurde es seitens der Saints nicht ausgeschlossen, dass Winston nur zum Reifen da ist, um dann 2021 ggf. zu starten. Dass Hill jetzt gestartet ist sehen wir eher als Geste für seine harte Arbeit an und eher weniger als ein Zeichen für die Zukunft. Generell ist die QB Frage eine Frage, welche man nicht beantworten kann, da wir sehr viele Optionen haben, die Erfolg versprechen.

Wie schon angesprochen, sind die Verträge von Williams und Hendrickson die beiden wichtigen. Spieler wie Cook und Rankins sehen wir als verkraftbare Verluste aufgrund der Tiefe auf den Positionen an.

5. Welchen Spieler der Panthers würdet ihr gerne in eurem Jersey spielen sehen?

WR Anderson, an dem wir in der Offseason interessiert waren. Ein Wahnsinns Spieler aus unserer Sicht.

6. Teddy spielte 1 Jahr in New Orleans. Denkt ihr, dass er der Franchise Quarterback der Panthers sein kann? Hat er bereits sein ganzes Können gezeigt?

Teddy hat in seinen 2 Jahren auch erst mal 1 Jahr gebraucht um in das System zu finden. Im 2. Jahr war Teddy voll drin und zeigte gute Leistungen.

Ein Franchise QB ist er denke ich nicht, sondern es wäre aus Sicht der Panthers eine Überlegung wert, einen Rookie zu holen, welcher unter Teddy 1-2 Jahre reifen könnte. Als Mentor ist Teddy super. Er ist ein wahrer Vorzeige-QB was Verhalten etc. angeht. Genau das, was ein Rookie braucht. Teddy wird noch zeigen, was er kann!

7. Wie wird das Spiel ausgehen?

31-21 für die Saints. Aber bis zum Schluss umkämpft und spannend!

 

Quelle: NFL.com

Bildquellen: nbcsports.com, bleacherreport.com

Wiedersehen mit Coach Rivera geglückt: Panthers nehmen Sieg aus Washington mit

Unverhofft kommt oft. Einige Fans hatten sich schon mit dem schwachen Record abgefunden und über einen Top 5-Pick im Draft gefreut. Nach dem 20-13 Sieg der Panthers gegen das Washington Football Team hat sich die Situation nun verändert, da Carolina aktuell an Stelle 9 picken würde. Folglich wird es nun schwieriger werden, den bereits von einigen geforderten Quarterback in der ersten Runde zu draften.

Im Spiel gegen das Football Team konnte vor allem die Defense überzeugen. Besonders in der ersten Halbzeit konnten viele Fehler von Washington für Turnover genutzt werden, die das Spiel auch für die Offense erleichterten. Um einen Touchdown zu erzielen brauchte sie oftmals nicht mehr allzu viele Yards.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Im ersten Durchgang konnte die Offense die Fehler von Washington noch sehr gut ausnutzen. Einige gute Aktionen – insbesondere von Curtis Samuel  reichten schlussendlich für eine hohe Führung aus. Nach der Pause funktionierte die Offense dann leider nicht mehr. Teddy Bridgewater verursachte eine Interception und zwei Fumbles und war damit wieder maßgeblich ein Faktor für die schwache Passing Offense (34 Dropbacks für 19 Completions, 4 Sacks, 4 Scrambles, 204 Yards und -0,09 Epa/Play).

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Woche für Woche kann immer mindestens ein Receiver genannt werden, der eine herausragende Leistung abgeliefert hat. Diesmal war es Curtis Samuel. Nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden konnte er für einige Highlights sorgen. Unter anderem gelang ihm ein Lauf über 45 Yards. Er war einer der Wenigen, die auch in der zweiten Halbzeit noch Akzente setzen konnten. Am Ende war Samuel allein für 5 First Downs und 158 Total Yards verantwortlich.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

DJ Moore und Robby Anderson hatten zwar insgesamt 20 Targets, doch leider konnten sie diese nicht für viel Raumgewinn nutzen. Anderson sorgte zwar für einen Touchdown, doch ansonsten war er in dieser Offense kaum ein Faktor.

Moore hatte zwar auch gute Momente, in denen er schwierige Catches machen musste, aber seine Performance wurde durch einige etwas ungenauere Würfe von Bridgewater geschmälert. Der Quarterback hatte bezüglich seiner Präzision keinesfalls ein katastrophales Spiel, da er unter anderem einige starke Würfe in enge Fenster und ein absolutes Highlight Play auf Curtis Samuel zeigen konnte. Aber seine Connection mit DJ Moore war in diesem Spiel nicht wirklich gegeben.

Dass Teddy auch noch für zwei Turnover verantwortlich war, unterstrich zudem auch wieder eindrücklich, dass er gegen eine starke Defense immer wieder Schwächen offenbart.

Ein weiteres Manko in dieser Offense war das Running Game. Zwar konnte Samuel mit seinem tollen Big Play den Weg für den Touchdown ebnen, doch ansonsten war der Raumgewinn insgesamt zu wenig. Folglich konnte das Laufspiel einen strauchelnden Quarterback nicht wirklich unterstützen (30 Runs für 113 Yards, 1 Touchdown und -0,27Epa/Play).

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Defense hatte einen großen Anteil an der siegreichen Vorstellung. Besonders gegen Dwayne Haskins konnte das Team mit vier Turnovern punkten (2 Interceptions und 2 Fumbles).

Gegen Ende wechselte Washington den Quarterback und somit stand der ehemalige Carolina Panther Taylor Heinicke auf dem Feld. Von dort an wurde die Offense auch gleich stärker, was jedoch in der Kürze der Zeit nichts mehr am Ausgang des Spiels änderte. Heinicke sorgte zwar noch für einen Touchdown, aber da der anschließende Onside Kick missglückte, musste Carolina nur noch zum Sieg abknien.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Shaq Thompson hatte in diesem Spiel wieder viele Stops. Zwar funktionierte zunächst noch das Running Game des Football Teams, doch nach den ersten Drives sorgte Thompson immer wieder für eine gute Verteidigung in der Mitte des Feldes. Somit wurde Dwayne Haskins immer wieder gezwungen, schwierige Bälle nach außen zu werfen, was des Öfteren nicht funktionierte.

Auch die Cornerbacks sahen lange Zeit sehr gut aus. Besonders Donte Jackson und Rasul Douglas konnten den Ausfall von Washingtons Wide Receiver Terry McLaurin gut ausnutzen und sich mit mehreren Pass Breakups ins Rampenlicht spielen. Oft kamen diese Aktionen sogar beim Late Down, sodass anschließend ein Turnover on Downs entstand oder Washington punten musste.

Neben der Defense war auch das Special Team sehr stark. Zwar verschoss Kicker Joey Slye einen PAT, doch direkt zuvor sorgte das Punt Team für einen Touchdown. Brandon Zylstra konnte einen Muffed Punt in der Endzone sichern und somit Carolina mit 6-0 in Führung bringen.


Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Leider hatte Rookie Jeremy Chinn kein gutes Spiel. Im Laufspiel lief er zu oft im falschen Winkel zum Ballträger und konnte folglich den Spieler nicht früh genug zu Boden bringen. Auch im Passspiel ließ er einige Yards zu, unter anderem auch den einzigen Touchdown Washingtons. In diesem Play ließ er nicht nur den Touchdown zu, sondern bekam noch eine Pass-Interference gegen sich ausgesprochen.

Dieses Spiel war mit Blick auf den Defense Rookie of the Year Award sehr wichtig. Mit Chase Young und Jeremy Chinn trafen die beiden Favoriten mit ihren Teams aufeinander. Während Chase Young zwei Turnover forcierte und oftmals den Quarterback unter Druck brachte, erwischte Chinn kein gutes Spiel. Mit diesem Spiel sollte nun leider der Washington Defender seinen Vorsprung gefestigt haben und am Ende den Award wohl auch gewinnen.

Wie fällt das Fazit aus?

In der NFL wird nicht für die Draft-Position gespielt. Wie man es auch bei den Jets und Bengals sehen kann, fangen schwächere Teams auf einmal spät in der Saison an zu gewinnen. Der Blick eines Coaches und besonders eines Spielers ist immer kurzfristig. Das nächste Spiel ist das wichtigste und darüber hinaus werden sich nicht so viele Gedanken gemacht. Coach Matt Rhule betonte einst, dass er keine Spieler im Kader haben möchte, die sich mit einer Niederlage anfreunden können. Wenn dann ein schwacher Gegner wie das Washington Football Team kommt, dann wird dieser auch natürlich besiegt, denn genügend Qualität ist im Kader der Panthers.

Ob das langfristig für die Franchise eine gute Strategie ist, ist gerade in der Community ziemlich umstritten. Im kommenden Draft hat Carolina nach langer Zeit die Chance, einen Franchise Quarterback zu finden. Je weiter das Team nach hinten rutscht, desto wahrscheinlicher ist aber auch das Szenario, dass die Verantwortlichen sich darauf einigen, einen Quarterback erst in den nächsten Jahren zu holen.

Andererseits haben wir auch schon häufiger gesehen, dass gute Quarterbacks nicht der erste Pick im Draft waren. Zwar ist die Trefferquote in der ersten Runde viel höher als in einer späteren, doch innerhalb der ersten Runde ist es oft genug vorgekommen, dass ein Team den besten Quarterback gezogen hatte, obwohl vorher schon Quarterbacks vom Board gingen.

Mit dem Sieg sollten die Diskussionen um das absichtliche Verlieren aber nun ein Ende finden. Eine Niederlage oder ein Sieg gegen die Saints im letzten Spiel wird nicht zu einer großen Veränderung bei der Draft-Position führen und somit kann als Fan auch wieder ohne Bedenken für die Panthers gejubelt werden.

 

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

 

 

Game Preview: Carolina Panthers vs. Washington Football Team – Week 16

Hallo und herzlich willkommen zur Game Preview in Woche 16!

Wie zu erwarten, war gegen die Packers nichts zu holen. Dennoch konnten die Panthers das Spiel überraschend eng halten. Nun steht am Sonntag das Duell gegen das Washington Football Team an.

Kann sich die Offense gegen die starke Defense aus Washington behaupten? Oder kann Washington die Playoff-Hoffnungen durch einen Sieg weiterhin offen halten? In der heutigen Ausgabe unserer wöchentlichen „Game Preview“ könnt ihr nachlesen, wo unsere Chancen liegen und was von dem Spiel zu erwarten ist.

Im Anschluss der Game Preview findet ihr ein Interview mit Ralf vom Podcast „Mics in Motion“.

Vorstellung des Washington Football Teams

Das Washington Football Team wurde 1932 als Boston Braves gegründet. Nur ein Jahr später wurde die Franchise auf Boston Redskins umbenannt, ehe sie 1937 nach Washington umgesiedelt wurde. 2020 wurde das Team im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung in das Washington Football Team umbenannt.

Bereits drei Superbowl-Siege kann die Franchise verzeichnen (1982, 1987, 1991).

Headcoach des Teams ist derzeit Ron Rivera.

In insgesamt 15 Spielen gegen Carolina konnte Washington 9 Spiele für sich entscheiden, währen die Panthers dagegen 6x als Sieger vom Platz gingen.

Das letzte Spiel fand am 12.01.2019 statt und ging mit 29-21 an das Team aus der Hauptstadt.

Wo liegen die Stärken? Welche Schwächen haben die Teams?


Carolina Panthers

Im letzten Spiel zeigte sich der Pass Rush deutlich verbessert. So konnte man Aaron Rodgers insgesamt fünf Mal sacken. Zudem hielt die Secondary überraschend gut mit und man hielt die Packers bei nur 143 Yards durch die Luft.

Im Gegensatz zu den letzten Wochen zeigte die Laufverteidigung eine schwache Leistung. Gegen Green Bay fand man überhaupt kein Mittel um den Lauf zu stoppen und ließ so 195 Rushing Yards und zwei Rushing-TDs zu. In der Offense war man oft zu harmlos. Nur einen Touchdown konnten die Panthers im gesamten Spiel erzielen.

Washington Football Team

Die Stärke liegt ganz klar bei der Defense. Die gegnerischen Teams hält das Football Team bei nur 312,6 Yards im Schnitt. Das ist der viertbeste Wert in der NFL. Besonders hervorzuheben ist die Pass-Defense – hier stellt man den drittbesten Wert bei den zugelassenen Yards durch die Luft (200,2). Zudem hält man die gegnerische Offense bei nur 21,1 Punkten im Schnitt. Das bedeutet Platz 5 in der NFL.

Die Offense von Washington ist als Schwäche des Teams anzusehen. Bei den Yards pro Spiel liegt man nur auf Patz 29 in der NFL (317,3 Yards). Auch bei den Passing-Yards pro Spiel steht man mit 217,3 Yards im unteren Drittel. Daraus resultierend, erzielen sie auch nur 21,6 Punkte pro Spiel – bedeutet Platz 26.

Wer kann sich in dieser Partie als Schlüsselspieler herausstellen?


Carolina Panthers

Offense:

Da das Washington Football Team stark gegen den Pass verteidigt, wird es wichtig sein, dass DJ Moore seine gute Form weiterhin bestätigen kann und die wenigen Chancen, die er in diesem Spiel erhalten wird, nutzt. Moore konnte im letzten Spiel 6 Receptions für 131 Yards verzeichnen. In dieser Saison steht er bei 1.055 Yards56 Receptions und 4 TDs. In den letzten drei Spielen konnte er 319 Yards erzielen. Auch gegen Washington sollte es einige Möglichkeiten für Bridgewater geben, DJ Moore in Szene zu setzen

Defense:

Bei Washington ist derzeit noch unklar, wer auf der QB-Position startet. Nach der Verletzung von Alex Smith war Dwayne Haskins im letzten Spiel der Starter. Aufgrund von disziplinarischen Maßnahmen könnte er jedoch das Spiel vermissen. Es könnte sogar sein, dass Heinicke für Washington startet. Für die Panthers ist es deshalb wichtig, den Quarterback unter Druck zu setzen und so sein Spiel zu zerstören. In Abwesenheit von Brian Burns ist Efe Obada der Spieler mit den zweitmeisten Sacks – insgesamt bisher 4,5 Sacks und 5 Tackles for Loss. Zudem konnte er bereits zwei Fumbles returnen und hätte sogar beinahe einen Touchdown erzielt.

Am Sonntag könnte er sein Sack-Konto nochmals auffüllen.


Washington Football Team

Offense:

Die größte Waffe in der Offense ist ganz klar Terry McLaurin. Er konnte in dieser Saison 80 Receptions für 1.078 Yards und 3 TDs erzielen. Er ist der ganz klare Nummer 1 Receiver des Teams und immer für ein Big-Play gut. Gerade gegen unsere schwache Secondary kann er der Schlüssel für Washington sein.

Defense:

In der starken Defense von Washington sticht regelmäßig Rookie Chase Young heraus. Young überzeugt immer wieder mit Big-Plays und wichtigen Tackles. Zudem konnte er in dieser Saison 5,5 Sacks, 3 Forced Fumbles und 1 Recovered Fumble in seiner Statistik verzeichnen.

Es wird eine unglaublich schwierige Aufgabe für unsere O-Line sein, gegen die starke D-Line und insbesondere Chase Young standzuhalten.

Meine persönliche Einschätzung zum Spiel

Beide Teams sind eigentlich auf Augenhöhe. Die Panthers haben die bessere Offense – Washington hat die bessere Defense. Es wird abzuwarten zu sein, wer nachher bei Washington als Quarterback auftritt. Nichtsdestotrotz muss sich unsere Offense bei diesem Spiel beweisen. Teddy Bridgewater muss zeigen, dass er auch unter Druck die richtigen Entscheidungen treffen kann. Ich glaube aber, dass wir große Probleme in der Offense bekommen werden. Es wird ein extrem enges Spiel, in dem am Ende das Washington Football Team die Nase knapp vorne hat.

Tipp: Ein – 17:13 für das Washington Football Team.

Wieder einmal stellt sich Ralf vom Podcast „Mics in Motion“ für unser kleines Interview zur Verfügung. Bei „Mics in Motion“ handelt es sich um einen Stammtisch, der sich insbesondere mit den individuellen Defense-Spielern der NFL befasst. Regelmäßige Berichte findet ihr auf www.micsinmotion.de .

Eine ausführliche Vorstellung der Jungs könnt ihr außerdem in unserer Game Preview aus Woche 9 gegen Kansas City anschauen.

Hallo Ralf! Vielen Dank, dass du da bist!

1. Die Stärken von Washington liegen klar in der Defense. Wie groß ist daran der Anteil von Coach Rivera, der bekanntlich seine Wurzeln in der Defense hat? Oder setzte er sich bereits ins gemachte Nest, da einige gute Personalien bereits vorhanden waren?

Es ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass die Defense von Washington bereits mit Talent gespickt war. Mit Jonathan Allen, DaRon Payne, Montez Sweat und Rookie Chase Young spielen 4 First Round Picks in der Defensive Line. Dazu gesellen sich in dieser Saison außerdem Rückkehrer Kendall Fuller als Cornerback und Landon Collins, dessen Saison bereits durch eine Verletzung beendet ist.

Trotz des enormen Talents, war die Defense aus Washington in den letzten Jahren in den unteren Bereichen anzutreffen. 2019 ließ Washington bei 42% aller Offense Drives einen Score zu. In anderen Bereichen wie Hurries und Quarterback Pressures war die starke Washington Front Seven schon letztes Jahr sichtbar.

Durch Ron Rivera und Jack Del Rio als Defense Coordinator hat sich insbesondere die Identität der Defense verändert. In der Saison 2019/2020 begann die Washington stark in den ersten beiden Quartern und wurde dann von der Offense gelesen und Schwachstellen ausgenutzt. Die Rivera / Del Rio Defense ist das genaue Gegenteil. Washington startet aus einer sehr konservativen Defense, was häufig zu Punkten in den ersten beiden Quartern führt. Die Defense adaptiert dann entsprechend dem Gegner und ermöglicht wenig Punkte in den letzten beiden Quartern.

Zur besseren Übersicht die Points per Quarter:

1st quarter – 30th (6.7 ppq allowed)

2nd quarter – 25th (9.0 ppq allowed)

3rd quarter – 3rd (2.0 ppq allowed)

4th quarter – 5th (5.0 ppq allowed)

Dieses Phänomen ließ sich gegen die Seattle Seahawks letzte Woche sehr gut beobachten. Nach der Halbzeit hatte Seattle Probleme eine 20-3 Führung gegen Washington über die Runden zu bringen, da aufgrund der Adaption der Defense kaum noch Punkte möglich waren. Hatte Ron Rivera einen guten Nährboden? Ohne Zweifel, aber die Identität dieser Defense entstammt aus dem Rivera / Jack Del Rio Duo.

2. Wer ist Washingtons Schlüsselspieler in der Defense?

Dass die Schlüsselspieler aus der Washington Defense demnach aus der Front Four kommen, dürfte keinen verwundern. Montez Sweat und Chase Young bilden dieses Jahr ein kongeniales Edge Defender Duo. Insbesondere Chase Young verdelt seine Rookie Saison Woche für Woche durch neue Big Plays und zeigt, warum er als bester Spieler im Draft 2021 galt. 5,5 Sacks und 3 Forced Fumble, dazu auch einen Touchdown können sich sehen lassen. Mit seinem Partner Montez Sweat der auch 7 Sacks sein Eigen nennen darf, sind die beiden der Hauptgrund warum Washington die NFC East anführt.

3. Was wird von der Panthers Offense gefragt sein, um endlich wieder in Tritt zu kommen? (Welche Schwäche muss man nutzen?)

Im Matchup gegen die Panthers ist die Kreativität der Panthers Offense mehr denn je gefragt. Nach anfänglichem Hype zeigt sich, dass Teddy Bridgewater zwar Plays aus einer cleanen Pocket ausführen kann, aber zu selten eigene kreiert. Mit Tyler Moton als einzige Säule in der Offensive Line wird eine cleane Pocket gegen Washington sicher nicht die Normalität. Am einfachsten wäre es für die Panthers, Washington im Laufspiel anzugreifen und mit einem fitten Christian McCaffrey die Offense variabler zu machen. Ob die Panthers aber in Woche 16 der Regular Saison ihren Franchise Player nochmal auf das Feld schicken, bleibt zu bezweifeln.

Dass die Offense auch ohne McCaffrey flexibel sein kann, hat sie bereits durch kreative Ansätze bei Curtis Samuel gezeigt. Washington verfügt zwar über einen starken Pass Rush, die Secondary ist aber dennoch eine Schwäche. Die Panthers müssen also um den Pass Rush rumspielen z.B. mit Jet Sweeps, Outside Runs oder Quick Releases von Teddy Bridgewater. Ein guter Gameplan für Teddy Bridgewater gegen diesen Druck kann und muss der Schlüssel sein.

4. Wer ist Washingtons Schlüsselspieler in der Offense?

Der Schlüsselspieler der Washington Offense muss der Quarterback sein. Nicht etwa weil Washingtons Quarterbacks dieses Jahr herausragende Leistungen bringen, sondern weil keine Position in Washington für so viel Chaos sorgt.

Mit Ex-Panthers Quarterback Kyle Allen und Alex Smith auf der Verletztenliste wird Dwayne Haskins wohl erneut der Starter mangels Alternativen sein. Wie gut Haskins, trotz all der Diskussionen um ihn, noch performen kann wird Offensiv die große Frage sein. Vielleicht wird dahingehend auch das Spiel von Terry McLaurin belebt, denn Haskins und McLaurin spielen schon seit dem College zusammen und auch McLaurin erlebt bis hierhin eine Saison zum Vergessen.

Einziger Lichtblick dieser Washington Offense ist Tight End Logan Thomas, der auch in Seattle schon Go To Target von Haskins war. Die Panthers Defense sollte besonders auf Ihn ein besonderes Augenmerk werfen.

5. Welche Eigenschaft der jungen Panthers-Defense wird dem Football Team das Leben schwer machen?

Wenn die Panthers Front Ihre Leistung aus dem Green Bay-Spiel konservieren und erneut abrufen, wird das Washington vor besondere Probleme stellen. Die Offensive Line von Washington ist nicht die stärkste und Dwayne Haskins hält den Ball sehr lange.

Hier wird es am ehesten auf Rookie Derrick Brown und Brian Burns ankommen, die beide gegen die Packers schon gut aufgelegt waren. Der Druck auf Haskins oder den spielenden Washington Quarterback muss gegeben sein, um so Big Plays in der Defense forcieren zu können. Wenn die Panthers Line den Schwung aus dem Green Bay-Spiel mitnehmen kann, wird das ein schweres Spiel für Washington.

Ein besonderes Highlight könnte hier auch Rookie Jeremy Chinn werden. Carolinas Schweizer Taschenmesser kann frei über das Feld geschoben werden und der Offense falsche Looks geben. Zusätzlich haben die Panthers auch Chinn an der Defensive Line eingesetzt und sollten dies auch gegen Washington tun um zusätzlichen Druck aufzubauen. Flexibilität und Vielseitigkeit sollten einem unerfahrenen Quarterback mit Schwächen das Leben entscheidend erschweren können.

6. Der „Defensive Rookie of The Year“ – Award wird höchstwahrscheinlich auf Jeremy Chinn oder Chase Young hinauslaufen. Wer hat in deinen Augen die Nase vorne?

Mit Chase Young und Jeremy Chinn auf dem Feld, ist es auch das Duell der beiden heißesten Kandidaten um den Defensive Rookie of the Year Titel.

Während Chase Young bereits im Draft als Top Spieler galt, machte Chinn beim Combine auf sich aufmerksam und wurde trotzdem noch von Arizonas Isaiah Simmons überschattet. Acht Monate später dürften sicher die wenigsten Panthers Fans noch traurig sein, dass man in der ersten Runde Derrick Brown über Isaiah Simmons genommen hat.

Für mich ist Jeremy Chinn der Rookie of the Year. Die Panthers setzten Chinn auf Slot Corner, Outside Corner, Linebacker, Free Safety und auch an der Defensive Line ein. Kurz gesagt, Chinn war überall. Die einzige Downside, die Chinn dieses Jahr gezeigt hat, sind seine Missed Tackles und dass er in Coverage viele Receptions erlaubt.

Chase Young spielt bei allem Hype, der um seine Person generiert wurde, eher eine verhaltene Rookie Saison. Sie liest sich gut mit 5,5 Sacks, 3 Forced Fumbles und einem Touchdown. Für jemanden, der aber als “Generation Player” betitelt wurde, spielt er eine schwächere Saison als der DROY des Vorjahres Nick Bosa. Kurz gesagt, Chase Young spielt gut aber eben nicht so gut wie es mit der Washington Line und dem Draft Hype vorausgesagt wurde.

Die Vielseitigkeit, mit der Jeremy Chinn in seiner ersten Saison auf den unterschiedlichsten Positionen gute Leistungen abliefert, ist für mich nicht hoch genug zu bewerten und daher hat er die Nase vorn.

Wahrscheinlich wird der Award aber dennoch nach Washington gehen, da Chase Young als First Round Pick eben mehr Strahlkraft besitzt. Ein bisschen vergleichbar mit dem Rookie of the Year, der in der Regel von Quarterbacks gestellt wird. Ein bisschen hoffe ich aber auf einen Upset durch Jeremy Chinn oder die anderen Rookie Safeties Julian Blackmon (Indianapolis Colts) und Antoine Winfield (Tampa Bay Buccaneers).

7. Wie geht das Spiel aus?

Der Ausgang des Spiels ist schwer zu bewerten. Aber insbesondere aufgrund des Quarterback-Chaos’ in Washington denke ich, dass die Panthers das Spiel mit 24-17 gewinnen werden.

 

Quelle: NFL.com
Bildquellen: catcrave.com, buckeyeswire.usatoday.com