Ein Abschied mit Stil – Panthers beenden die Saison mit einer Niederlage gegen die Rams
Die Saison ist vorbei. Nach einem packenden Heimspielgegen die Los Angeles Rams scheiden die Carolina Panthers mit 31-34 in der Wildcard-Runde aus. Nach einem hochspannenden Spiel entscheiden am Ende Kleinigkeiten, die leider zugunsten der Rams ausgehen.
Ein großer Schreck zu Beginn
Das Spiel fing sofort schlecht an. Die Defense der Panthers konnte Puka Nacua nicht stoppen und mit der Offense wurde entweder der vierte Versuch erfolglos ausgespielt oder die Rams fingen eine Interception ab. Bereits im ersten Quarter zog Los Angeles mit 14-0 davon.
Zu allem Überfluss kam es dann auch noch zu einer schwerwiegenden Verletzung. LT Ickey Ekwonu riss sich wohl die Patellasehne. Mit dieser schweren Knieverletzung könnte er vielleicht sogar zu Beginn des nächsten Jahres fehlen und danach auch Schwierigkeiten haben überhaupt sein altes Level jemals zu erreichen.
In seinen acht Pass Protection Snaps spielte Ekwonu in diesem Spiel allerdings perfekt und ließ nicht einen Pressure zu. Als Backup Yosh Nijman in die Partie kam, änderte sich die Situation schlagartig. Nijman sah gegen Jared Verse und dem Rams Pass Rush nicht gut aus und so standen nach der Partie 6 zugelassene QB Hurrys auf dem Tableau.
Das Comeback währt nur kurz
Die OLine war in diesem Spiel wieder neu besetzt. Nach seiner Bizepsverletzung zu Beginn der Saison konnte RG Robert Hunt endlich wieder als Starter auflaufen. Leider verlief sein Auftritt anders als gewünscht. Zunächst ließ er 3 Pressures zu und wurde anschließend auch wieder verletzt herausgetragen.
Der Backup für ihn war Austin Corbett. Leider sank das Niveau noch weiter. Mit einer Pass Block Win Rate von 87,5% war er der schlechteste Spieler von allen OLinern, die in dieser Partie einen Snap spielten.
Endlich ein Spiel auf den Schultern von Bryce Young
Lange Zeit in dieser Saison waren die Panthers sehr lauflastig unterwegs. Besonders in der zweiten Saisonhälfte war das aber nicht unbedingt ein gutes Rezept. Das Laufspiel funktionierte nicht mehr und als Folge kam QB Bryce Young in schwierigere Situationen.
Im Spiel gegen die Rams war das anders. Carolina war in dieser Partie sehr darauf ausgerichtet den Ball zu passen. Bryce Young beendete die Partie mit insgesamt 40 Passversuchen, wovon 21 für 264 Yards ankamen.
Der durchschnittliche 6,6 Yards pro Versuch Wert spiegelt dabei nicht unbedingt die gute Leistung des Quarterbacks wieder. Es gab zwar auch unschöne Situationen. Bei der Interception las er die Defense falsch und warf WR Jalen Coker auf einer falschen Route an. Zudem war das Kurzpassspiel auch nicht wirklich immer on point.
Andererseits waren die tiefen Shots ein Traum. Young galt bereits vor dem Spiel schon als einer der erfolgreichen tiefen Passer der Liga, der sich aber nicht oft traute tief zu gehen. Gegen die Rams sah das anders aus. Insgesamt warf er 17 Mal den Ball tiefer als 10 Yards. Das Highlight war dabei sicherlich der Touchdown auf den stark aufgelegten Jalen Coker.
Doch nicht nur mit seinen tiefen Pässen wusste Young zu überzeugen. Wie schon so oft war er auch am Boden als Scrambler eine Gefahr. Hier lief er auch für 16 Yards in der zweiten Halbzeit zum Touchdown und brachte so die Panthers sogar in Führung.
Jalen Coker – der neue Joker
Los Angeles war in den letzten Wochen bekannt für schwächelnde Defensive Backs. Der zu Beginn noch gut aufspielende Emmanuel Forbes war kaum mehr wieder zu erkennen. Auch in diesem Spiel wurde er oftmals als Schwachstelle auserkoren und erfolgreich attackiert.
Die Panthers hatten dabei zwei gefährliche Waffen. WR Tet McMillan war wie zu erwarten eine sichere Bank. Mit 5 Catches für 81 Yards konnte er Big Plays auflegen und für jeden gefangenen Ball auch ein neues First Down rausholen. Es war der Abschluss einer tollen Saison, die wahrscheinlich bald mit dem Preis des Offensive Rookie oft the Years honoriert wird.
Die Panthers hatten in diesem Spiel aber nicht nur ein weiteres Ass im Ärmel, sondern gleich einen Joker: Jalen Coker. Der junge Wide Receiver war von der Rams Secondary nicht im Ansatz zu verteidigen. Mit seinen 9 Catches konnte er neben seinem Touchdown auch 134 Receiving Yards rausholen. Wie McMillan holte er dabei auch fünf First Downs heraus. Er zementierte damit wohl auch seinen Anspruch auf den zweiten Wide Receiver Spot in der kommenden Saison.
Weitere Honorable Mentions
Die Offense der Panthers erzielte 31 Punkte und neben Young und den beiden Wide Receivern gab es noch weitere Spieler, die zu diesem Punktefestival als tragende Säule beisteuern konnten. Chuba Hubbard erzielte an der Goal Line zwei Touchdowns und konnte als Pass Catcher ein weiteres First Down erzielen. Im ersten Quarter hatte er allerdings einen schlimmen Drop auf Third Down. Hier war allerdings die Ballplatzierung nicht optimal, wobei der Ball für einen NFL-Spieler fangbar war.
In der OLine war Taylor Moton in Pass Protection wieder sehr sicher unterwegs. Einmal musste er gegen Byron Young einen QB Hurry zulassen, doch ansonsten spielte er fehlerlos.
Ein bisschen dünn war die Offense hinter den beiden Top-Wide Receivern im Team aufgestellt. McMillan und Coker erzielten im Passing Game zusammen zehn First Downs. Dahinter klaffte aber eine große Lücke, denn ohne die beiden waren es nur noch zwei weitere First Downs im Passing Game.
Gerade aus kurzen Pässen konnte nicht viel erreicht werden. Das Muster verfolgt die Panthers schon seit längerer Zeit. Da im Gegensatz zur Vergangenheit diesmal aber viele tiefe Pässe eingestreut wurden, fiel diese Schwäche kaum auf.
Der Star der Defense
Ja, die Defense ließ 34 Punkte zu. Gerade in der ersten Hälfte war das auch teilweise vogelwild. Allerdings taten sich die Rams besonders im zweiten Abschnitt immer schwerer. Ein Grund dafür war eine Monstervorstellung von CB Mike Jackson, der in dieser Saison zu den besten Cornerbacks der Liga gehörte.
Gegen Los Angeles wurden seine direkten Gegenspieler insgesamt 7 Mal angeworfen. Nur ein Pass für läppische 14 Yards kam davon nur an. Das Highlight war dabei sicherlich die Interception im dritten Quarter, die das Spiel fast auf den Kopf stellte. Viele der Pässe waren auch wirklich gut platziert, aber Jackson wertete seine Vorstellung noch mit zwei weiteren Pass Breakups auf.
Nicht nur Licht, sondern auch viel Schatten
So gut Jackson auch spielte, so viel Probleme hatten andere Panthers Defender in der Secondary. Einen rabenschwarzen Tag erwischte dabei FS Nick Scott. Durch das vermehrte Blitzen der Defense erhielt Scott mehrere Targets in Man Coverage. Dabei ließ er 79 Yards zu und war damit der schlechteste Coverage Spieler der Panthers.
Es war aber nicht nur Scott, der in Coverage viel zuließ. Die Schnittstellen zwischen den Linebackern und Safetys waren wieder eine Schwachstelle im Defenivverbund. Ob Rozeboom, Cherelus, Ransom oder Moehrig, wirklich überzeugen konnte keiner von ihnen.
Die Honorable Mentions in der Defense
Wie in der Offense gab es auch in der Defense einige versteckte Leistungen, die zu würdigen sind. Nic Scourton hatte zum Beispiel drei QB Hurrys und eine starke Pass Rush Win Rate von 21,4%. Ganz verrückt war zudem die Statline von seinem Backup Trevis Gipson. Dreimal war er als Rusher aktiv und jedes Mal konnte er entweder einen QB Hurry erzeugen oder sogar einen Sack vollenden. Der Sack war zwar eher ein Abstauber, aber trotzdem war das zum Ende der Saison eine beeindruckende Leistung.
Ansonsten war durch die Mitte Bobby Brown eine Bank gegen den Lauf. In Coverage konnten zudem Christian Rozeboom und Jaycee Horn mit jeweils einem Pass Breakup auf sich aufmerksam machen. Horn hatte allerdings auch vor der Halbzeit Glück, dass Puka Nacua einen potenziellen Touchdown einfach fallen ließ.
Unglückglich auf Fourth Down
Die Plays auf Fourth Down waren in der Regular Season gegen die Rams noch ein Schlüssel zum Erfolg für die Panthers. In dieser Partie war das Glück nicht auf der Seite. Beide Versuche bei 4th&Short endeten in Turnover on Downs.
Beim Stand von 17:14 für die Rams entschied sich dann aber HC Canales für ein Field Goal bei einer Short Yardage Situation. Der sonst so mutige Panthers Coach traute seinem Team hier nicht zu die benötigten Yards rauszuholen. Zwar schaffte Kicker Fitzegerald ohne Probleme das Field Goal, doch war die Entscheidung den Versuch nicht auszuspielen im Nachgang umso fragwürdiger, wenn man an die drei fehlenden Punkte zum Weiterkommen denkt.
Auch bei den Turnovern bot das Spiel eine andere Geschichte als noch in der Regular Season. Zwar fischte Mike Jackson wieder eine Interception ab, doch im Gegenzug sicherten die Rams einen Muffed Punt von Trevor Etienne und fingen zusätzlich eine Interception von Bryce Young ab.
Das macht die Partie aber fast noch beeindruckender, denn obwohl die Panthers als Underdog das Turnover-Battle verloren, waren sie drauf und dran dieses Spiel am Ende noch umzubiegen. Eine wirklich tolle Leistung in der Gesamtbetrachtung, auch wenn es in der NFL dafür keinen Preis gibt und die Saison nun leider vorbei ist.
Wie fällt das Fazit aus?
Das Spiel war wirklich verrückt. Leistungstechnisch hätten die Panthers nicht in die Playoffs gehört, doch dort angekommen, waren sie einem Super Bowl Contender ebenbürtig. Besonders das aggressive Passing Game tat der Offense gut und so konnte trotz kleinerer Fehler ein packender Nailbiter entstehen.
In der Offseason wird sich nun viel ändern. Mit der Left Tackle Position gibt es wieder eine neue Baustelle. Die Offense war dieses Jahr generell nicht wirklich konstant und wird eigentlich weitere Verstärkung gebrauchen. Eine Entscheidung wurde hier bereits schon getroffen: Bei Bryce Young wird die 5th-Year Option gezogen. Damit nehmen sich die Panthers die Möglichkeit nach dem nächsten Jahr Abstand von ihrem QB zu nehmen. Andererseits könnte durch diesen Move Geld eingespart werden, sollte Young nächstes Jahr doch endlich durchstarten. Insgesamt ist das ein riskanter Move, der sich aber hoffentlich auszahlen wird.
Die Saison voller Höhen und Tiefen ist nun vorbei. Mit den Playoffs stand am Ende ein echtes Highlight auf dem Plan. Diese Emotionen gab es bei den Panthers in den letzten Jahren eigentlich nicht mehr. Es fing schon mit Cam Newtons Auftritt an, der vor dem Spiel die Menge mit der Trommel einheizen durfte. Die Stimmung im Spiel war wirklich atemberaubend. Auch wenn die Panthers noch einen weiten Weg vor sich haben, sind das genau die Momente, die ein Fan genießt und weswegen wir wohl auch umso stolzer auf die tolle Leistung unserer Panthers sind










