Erster Matchball verschenkt – Panthers unterliegen Seahawks

Die Tür zu den Playoffs stand offen. Mit einem Sieg gegen die Seattle Seahawks hätten die Carolina Panthers endlich nach acht Jahren wieder in die Playoffs einziehen können. Es wurde „nur“ noch ein Sieg benötigt. Leider konnte das Team um HC Dave Canales den Sack nicht zumachen und verlor das Spiel mit 10-27.

Der Offense fehlt der Mut

Die Partie war zu Beginn geprägt von vielen Punts der Panthers. Wie gewohnt lief das Team auf Early Down gerne mit Chuba Hubbard und Rico Dowdle. Einige Runs waren dabei auch brauchbar, doch geriet die Offense immer wieder in ungünstige Third Downs.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen konnte das Passspiel um Bryce Young dann nicht erfolgreich umgesetzt werden. Die Panthers schafften keine einzige Completion, bei der der Ball mehr als acht Yards in der Luft unterwegs war. Young wirkte generell sehr unsicher und ging immer wieder zum Checkdown, weil kein Receiver sich freilaufen konnte. Am Ende kam er auf drei Versuche über zehn Yards, wobei davon noch ein Pass von Seahawks DB Julian Love abgefangen wurde. Youngs durchschnittliche Targettiefe lag bei lediglich 1,6 Yards.

Zurück in alte Zeiten

Die Offense wirkte wieder so schwach wie zu Beginn der Saison. Bryce Young erzielte mit seinen 24 Versuchen nur 56 Yards. Die 2,3 Yards pro Versuch sind für ihn ein neuer Saisontiefstwert.

Besonders enttäuschend war dabei die Entscheidungsfindung. Es wirkte so, als solle die Offense nur keine Fehler machen. Immer wieder unterbanden die Seahawks die Chance auf den tiefen Pass. Die Panthers fanden keine Lösung darauf und spielten einen kurzen Pass nach dem anderen. Young blieb mit 3.08s pro Versuch auch länger in der Pocket, wählte schlussendlich dann aber doch den Checkdown.

WR Tet McMillan blieb lange Zeit ohne Catch in der Partie. Erst als das Spiel schon fast entschieden war, trat er dann doch einmal ins Rampenlicht mit einer einzigen Aktion. Immerhin hatte Mannschaftskollege Jalen Coker sogar doppelt so viele Catches, was in diesem Fall aber leider nur zwei waren. Diese hatten leider aber überhaupt keinen Impact auf das Spiel.

Running Back Chuba Hubbard war der einzige Spieler überhaupt mit drei Catches bei drei Targets. Bei ihm gab es allerdings Probleme mit der Ball Security. Als die Panthers nach einem Mike Jackson Pick zurück ins Spiel kommen konnten, ließ sich Hubbard den Ball aus der Hand schlagen. Dieser Fumble hatte großen Anteil an der Niederlage und sorgte dafür, dass die Seahawks davonziehen konnten und nicht mehr eingeholt wurden.

Wie Hubbard konnte auch Rico Dowdle drei Catches machen. Dabei erzielte er allerdings nur 4 Yards (Hubbard war mit 6 Yards auch nicht viel besser dran). Bei Dowdle hätte es sogar einen vierten Catch geben können, doch konnte der Running Back den Ball beim vierten Target nicht festhalten. Nach Mitchell Evans sorgte er für den zweiten Drop der Offense.

Eine Niederlage mitsamt ihrem Unglück

Mit der Niederlage wurden die Playoffs vorerst verwehrt. Allerdings war das nicht die einzige schlechte Nachricht. Bereits nach dem ersten Play der Offense musste TE Ja’Tavion Sanders verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Damit konnten die Panthers gerade im Running Game nicht mehr in ihre Sets mit drei Tight Ends und waren somit eingeschränkter. Ein anderen Ausgang hätte es ohne die Verletzung wohl nicht gegeben, aber trotzdem könnte die Offense im Saisonfinale ohne Sanders mehr Probleme haben.

Neben Sanders war CB Jaycee Horn der Unglücksrabe in diesem Spiel. Beim Stand von 10-17 im vierten Quarter konnte die Defense von DC Ejiro Evero die Seahawks vom Feld schicken. Die Panthers waren somit noch voll im Spiel und hatten eine gute Chance das Spiel auszugleichen. Leider fiel eine Flagge, denn Jaycee Horn griff seinem Gegenspieler Jaxon Smith-Njigba ins Gesichtsgitter und kassierte dafür eine 15-Yardsstrafe und somit ein neues First Down. Im Anschluss ließ Horn einen weiteren wichtigen Catch gegen Smith-Njigba zu. Die Seahawks konnten scoren und sorgten für einen 2-Scoring-Abstand

Defense hält die Panthers lange im Spiel

Obwohl die Offense so schwach agierte und Carolina immer wieder individuelle Fehler machte, waren die Panthers lange in aussichtsreicher Position. Besonders die Defense spielte auf hohem Niveau und brachte Seahawks Quarterback Sam Darnold immer wieder in die Bredouille. Besonders Mike Jackson war der Man oft the Match. Neben einem Pass Breakup verhinderte er auch noch in der Endzone mit einer Interception den Touchdown der Seahawks.

Der Pass Rush hatte dazu wohl das beste Spiel der Saison. Es war das erste Mal, dass DJ Wonnum und Nic Scourton eine Pass Rush Win Rate über 20% hatten. Beide wurden dafür auch mit jeweils einem Sack belohnt. Daneben war Derrick Brown durch die Mitte wieder eine sichere Bank.

Wie fällt das Fazit aus?

Mit den Seahawks traf eine starke Defense auf die Panthers. Wie schon so oft in der Saison konnte die Offense der Panthers gegen so ein großes Kaliber nicht mithalten. Trotzdem ist die Tür zu den Playoffs noch offen. Mit einem eigenen Sieg gegen die Buccaneers oder einem Sieg der Falcons gegen die Saints wäre Carolina in den Playoffs.

Sicherlich hat das Team aus Charlotte nur noch diese Chance, weil die Division dieses Jahr so schlecht ist und man überperformt hat. Weder mit der Offense noch mit der Defense sind die Panthers nach EPA pro Play in den Top 20 der Liga. Doch andererseits ist das natürlich auch egal, denn gegen die Buccaneers startet das Spiel bei null. Sollte Carolina gegen den schwachen Baker Mayfield gewinnen, würden die Panthers das erste Mal seit acht Jahren wieder in den Playoffs stehen. Das Spiel wird natürlich mit Hochspannung erwartet.

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