Bryce Young ist zurück – Panthers ringen Falcons nieder
Die Carolina Panthers sind zurück! Nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen die New Orleans Saints konnte das Team von Head Coach Dave Canales nun die Atlanta Falcons mit 30-27 in der Verlängerung besiegen. Im Zentrum stand dabei ganz klar Quarterback Bryce Young. War er in der Saison bisher ein Schatten seiner selbst, zeigte er gegen Atlanta erstmalig wieder die Leistungen aus dem Ende des letzten Jahres.
Die schnelle Führung mit dem ersten Drive
Wie so oft fing das Spiel für Carolina gut an. Young wirkte dabei auffällig sicher. Die Pässe kamen gut an und auch wenn er vom ersten Read weggehen musste, blieb er cool und machte keinen Fehler.
Da die explosiven Plays zunächst ausblieben und das Running Game nicht funktionierte, mussten die Panthers in dritte und vierte Versuche. Mit zwei starken Pässen auf Jalen Coker und Xavier Legette blieben die Panthers aber weiterhin in Ballbesitz. Am Ende konnte trotz Sack im Play zuvor Tet McMillan mit einem Touchdown den Drive veredeln.
Gerade die drei Passempfänger sollten in diesem Spiel eine große Rolle spielen. Es zeigte sich früh, dass Young sich in kritischen Momenten oft auf einen der drei verließ und dann auch präzise abliefern konnte.
Nach dem Start kommt wieder die Ernüchterung
Wie gegen New Orleans lieferten die Panthers nach ihrem ersten Drive erstmal nicht ab. Besonders die Defense strauchelte bedenklich. Michael Penix brachte einen Pass nach dem anderen an. Besonders Drake London bekam einen Pass nach dem anderen. Glücklicherweise war er am Ende des Spiels nicht mehr ganz so sicher und ließ auch den ein oder anderen Pass fallen.
Es war aber nicht nur die Passing Defense. Falcons Running Back Bijan Robinson legte ein Big Play nach dem anderen hin und so stand es Mitte des zweiten Quarters bereits schon 21-7.
Der Rückstand kam allerdings auch durch Fehler in der Offense zustande. Atlantas Ziel war es primär den Lauf aus dem Spiel zu nehmen und so gerieten die Panthers immer wieder in schwierige dritte Downs. Zudem hatte die Offense zunächst auch neben mehrerer Strafen Probleme bei Blitzen von der Falcons Defense. Es deutete erstmal nicht viel auf eine Aufholjagd hin.
Das überraschende Comeback
Die Falcons fanden mit ihren vielen Blitzen frühen Erfolg und blieben bei dieser Taktik. Beim letzten Drive vor der Halbzeit nutzte Young allerdings den extra eingesetzten Pass Rusher sofort im ersten Play des Drives aus und warf aus der engen Pocket präzise auf Tet McMillan. Der Receiver lief eine Route nach innen und konnte danach bis an die gegnerische 30 Yard Line laufen.
Die Panthers verkürzten anschließend per Field Goal auf 10-21. Es war der Beginn der starken Phase. Die Pässe kamen schnell von Young und danach wurden immer wieder viele Yards nach dem Catch gemacht werden. Am Ende erzielte das Team von Dave Canales unglaubliche 251 Yards nach dem Catch.
Nach der Halbzeit wendet sich das Blatt
Die Panthers bekamen durch die Halbzeit wieder den Ball und traten nun sehr dominant auf. Strauchelte Rico Dowdle in der ersten Halbzeit noch bei Blitzen den extra eingesetzten Pass Rusher aufzunehmen, war er maßgeblich für seinen Block dafür ausschlauggebend, dass Bryce Young den vielleicht besten Pass des Tages auflegen konnte.
Kurz vor der Spielfeldhälfte blitzten die Falcons wieder, doch Dowdle passte auf und konnte DB Billy Bowman noch gerade wegblocken. Young geriet dabei aber stark unter Druck, konnte sich davon aber noch gerade lösen. Derweil lief Jalen Coker eine Crossing Route quer über das Feld. Young musste also nun auch quer über das Feld werfen und brachte den Ball in Bedrängnis 20 Yards tief zur Seitenlinie punktgenau zu Coker an.
Direkt im nächsten Play entstand außen ein Eins-gegen-Eins Duell für Xavier Legette gegen die Schwachstelle der Falcons Defense Natrone Brooks. Young sah seinen offenen Receiver und konnte mit seinem 38 Yards-Touchdownpass auf 16-21 verkürzen.
Es läuft alles nach Plan, aber Atlanta bleibt in Führung
Carolina war nun drauf und dran das Spiel zu gewinnen. Atlanta versuchte immer wieder beim ersten und zweiten Versuch den Lauf zu stoppen. Besonders bei Play-Action waren sie aber extrem anfällig bei Pässen. Bei 11 Versuchen fanden 9 Pässe für insgesamt 143 Yards ihr Ziel. Zur Wahrheit gehörte allerdings auch, dass dabei zwei Sacks entstanden und so die Falcons weiterhin in Führung blieben.
Daran konnte zunächst auch nicht der Umstand ändern, dass die Panthers mit ihrer Defense einen Turnover kreierten und Michael Penix verletzungsbedingt ausfiel. Als dann Kirk Cousins das Ruder übernahm, funktionierte das Falcons Passspiel überhaupt nicht mehr. Zusätzlich fanden die Panthers nun auch einen Weg das Laufspiel zu stoppen.
Der große Showdown am Ende des Spiels
Die Panthers spielten danach weiterhin auf einem hohen Niveau. Besonders Tet McMillan konnte weiterhin mit Big Plays auf sich aufmerksam machen. Insgesamt legte er in diesem Spiel bei 12 Targets 8 Catches für 133 Yards auf. Carolina wurde in den entscheidenden Momenten aber doch gestoppt und so stand es kurz vor dem Ende 19-24. Die Panthers benötigten mit dem letzten eigenen Drive einen Touchdown.
Bei weniger als zwei Minuten zu spielen hatte Carolina in der eigenen Hälfte einen vierten Versuch. Atlanta blitzte wieder, aber Young sah sofort, dass sein Tight End Ja’Tavion Sanders komplett offen war. Dadurch konnte der Drive fortgeführt werden.
Kurz darauf kam ein Screen genau zur richtigen Zeit. Wie so oft fingen die Falcons wieder an zu blitzen und wurden dadurch eiskalt vom Screen-Pass erwischt. Dowdle lief bis an die gegnerische 10 Yardlinie.
Anschließend benötigte die Offense noch drei weitere Versuche, damit Young nach einem starken Scramble Tet McMillan in der Ecke der Endzone einsetzen konnte und den Receiver perfekt für die Führung bediente.
Ein Krimi bis in die Verlängerung
Es sollte aber nicht das Ende des Spiel sein. Atlanta kam mit einem starken Return bis zur Spielfeldhälfte und konnte per Field Goal zum 27-27 ausgleichen. In der anschließenden Verlängerung bekamen sie sogar den Ball, wurden aber schnell gestoppt.
Für Carolina hieß es also, dass nun ein Field Goal den Sieg bedeutete. Es folgte der große Auftritt von Tommy Tremble. Beim zweiten Plays des Drives erhielt er an der eigenen 36 Yardlinie den Ball und hatte auch schnell zwei Defender an den Hacken. Diese konnte er aber abschütteln und anschließend bis zur gegnerischen 15 Yardlinie laufen. Für Kicker Ryan Fitzgerald war das darauffolgende Field Goal kein Problem, wenngleich es viel knapper wurde als erwartet. Die Panthers hatten gewonnen.
Wie fällt das Fazit aus?
Bryce Young scheint zurück zu sein. Mit 448 Passing Yards stellte er einen neuen Franchise Rekord auf und konnte damit sogar den großen Cam Newton übertrumpfen. Er wirkte deutlich selbstbewusster. In der Pocket steckte er die Hits ein und warf nicht aus Angst sofort den Checkdown. Gerade die tiefen Pässe funktionierten auf einmal, obwohl gerade diese zuletzt eine große Schwäche waren.
Von 14 Pässen über 10 Yards tief kamen 10 für 225 Yards an. Neben Young schafften es aber auch die drei Receiver Tet McMillan, Xavier Legette und Jalen Coker endlich mal zusammen ins Rampenlicht zu kommen. Alle drei waren in wichtigen Momenten für das Team da und zeigten mit 133 Receiving Yards, 83 Yards und 52 Yards tolle Leistungen.
Als nächstes stehen die San Francisco 49ers auf dem Schedule der Panthers. Falls man noch ein Wörtchen um die Playoffs mitreden will, muss dieses Auswärtsspiel unbedingt gewonnen werden. Die 49ers haben ein unglaubliches Krankenlazarett in der Defense, weswegen Bryce Young bereits die nächste Chance haben wird zu glänzen.
Nachdem nun aber Quarterback Brock Purdy und Wide Receiver Ricky Pearsall zurück sind, scheint die Offense der 49ers wieder besser zu funktionieren. San Francisco wird gerade nach der Performance der Panthers Defense gegen Michael Penix als recht deutlicher Favorit in die Partie gehen. Für Carolina aber kein ungewohntes Gefühl. Alle sechs Siege erzielte das Team von Dave Canales als Underdog. Demnach sollten die Panthers auch in diesem Spiel nicht abgeschrieben werden.









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