Panthers verlieren mehr als nur das Spiel
Das dritte Spiel der Saison ist in den Büchern. Gegen die Cleveland Browns verloren die Carolina Panthers leider mit 18:21. Lange Zeit sah es nach einer zähen Angelegenheit aus, wobei der enge Spielstand die Partie stets spannend hielt. Im letzten Quarter fielen dann die meisten Punkte und die Partie wurde sogar dramatisch. Am Ende konnte Cleveland aber als Sieger vom Feld gehen.
Bryce Young erneut unter Dauerdruck
Zum wiederholten Male sah die OLine wacklig aus. Bei insgesamt 54,9 % der Dropbacks stand Bryce Young unter Druck. Lediglich G Damien Lewis zeigte eine brauchbare Leistung. Alle anderen Starter ließen immer wieder Pressures, Hurries und sogar Sacks zu. C Luke Fortner war in der Mitte immer wieder mit Browns-DT Mason Graham überfordert.
Die Browns zeigten vor dem Snap immer wieder Pressure-Looks und brachten damit die Protection der Panthers ins Schwimmen. Dabei wusste die Protection der Panthers anschließend nicht, welche Spieler in Coverage droppen und welche auf Bryce Young Druck machen würden. Die Abstimmung innerhalb der OLine fehlte immer wieder. Doch auch die einzelnen Duelle über außen wurden von den beiden OTs Monroe Freeling und Rasheed Walker zu oft verloren.
Das Running Game kommt erst im Verlauf des Spiels in Fahrt
Auch das Running Game litt unter der schwächelnden Leistung der OLine. RB Chuba Hubbard hatte eine schwierige erste Hälfte, in der er häufig früh gestoppt wurde. In Hälfte zwei wurde das Laufspiel besser. Besonders im vierten Quarter tat die Rückkehr des zuvor verletzten G Damien Lewis gut, sodass einige Duo-Runs nun häufiger mehr als 10 Yards einbrachten. Hubbard konnte die Partie dadurch mit 19 Carries für 82 Yards beenden.
Cleveland nimmt die tiefen Big Plays weg
Für Cleveland fiel der starke CB Tyson Campbell für die Partie aus. Vielleicht war das ein wichtiger Grund dafür, dass die Browns immer wieder vor dem Snap mit zwei tiefen Safetys spielten und mehr auf Zone Coverage setzten. WR Tetairoa McMillan konnte kaum eingesetzt werden und kam lediglich auf 2 Catches für 17 Yards.
Eine fast identische Statline hatte WR Jalen Coker. Auch er tat sich diesmal schwer, Big Plays aufzulegen. Dabei erhielt der Receiver zwei tiefe Targets, bei denen Bryce Young sogar eine cleane Pocket hatte. Beim ersten Pass war der Ball extrem gut platziert, doch Browns-Cornerback Mekhi Blackmon war extrem eng in Coverage und verhinderte den Catch. Bei der zweiten Situation lief Coker sogar endlich einmal hinter die Safetys und hätte einen grandiosen Touchdown erzielen können. Doch genau dann warf Young einen zu unpräzisen Pass, der für Coker nicht zu fangen war.
In der zweiten Halbzeit fiel Coker dann sogar aus und kehrte nicht mehr zurück. Neben G Damien Lewis war er damit der zweite große Verlust für die Offense in diesem Spiel. Young musste nun häufiger die kürzeren Pässe spielen, unter anderem auf die Tight Ends Waller, Tremble und Evans sowie auf WR John Metchie. Das funktionierte in der zweiten Hälfte besser und so konnte der Ball zunehmend besser durch die Offense bewegt werden.
Neben der schwächelnden Protection der OLine führten auch einzelne Ungenauigkeiten von Young zu Incompletions. Es war ihm anzumerken, dass ihm der Spielstil mit schnelleren Pässen ohne große Big Plays nicht unbedingt lag. Trotzdem zeigte er eine ordentliche Partie und hielt die Panthers trotz des hohen Drucks mit guten Scrambles immer wieder im Spiel. Am Ende standen für ihn 291 Passing Yards bei 6,1 Yards pro Versuch zu Buche.
Zu viele Fehler auch in der Defense
Die Offense schwächelte zwar, schaffte es am Ende aber, Punkte aufs Board zu bringen. Eigentlich hätte eine gute Leistung der Defense gereicht, um das Spiel zu gewinnen, doch auch hier passierten zu viele Fehler.
In der ersten Halbzeit schafften es die Browns, mit RB Quinshon Judkins einige Plays am Boden aufzulegen. Das Running Game der Browns war zwar nicht überragend, reichte aber immer wieder aus, um die Offense in Schwung zu halten. In der zweiten Halbzeit agierte Carolina dann besser. Besonders Tyrel Dodson, Derrick Brown und Pat Jones hatten einige Highlight Plays und konnten das Laufspiel immer wieder gut stoppen.
Wie schon in den Partien zuvor konnte der gegnerische Quarterback allerdings wieder einige gute Scrambles für großen Raumgewinn erzielen. Gegen die Browns hatte der Panthers Pass Rush um Princely Umanmielen, Jaelan Phillips und Derrick Brown einige gute Plays an der Line, doch zu oft fand Browns Quarterback Deshaun Watson einen Ausweg. Dabei erreichte er nicht nur die First-Down-Markierung, sondern sorgte auch immer wieder für größere Raumgewinne. Watson beendete die Partie dadurch mit 45 Rushing Yards.
Die Panthers scheitern an den Fourth Downs
Ein weiteres Problem war die Ausbeute auf Fourth Down. Während die Browns zwei Conversions in diesen Situationen hatten, klappte bei den Panthers keines der drei Fourth Downs.
Besonders ärgerlich war die Aktion im letzten Drive von Cleveland. Die Browns benötigten einen Touchdown, denn ansonsten hätte Carolina die Partie gewonnen. Die Panthers schafften es eigentlich, den Drive zu stoppen, doch dann kam auf Fourth Down eine zweifelhafte Flagge. Bobby Okereke wurde wegen „Roughing the Passer“ bestraft. Cleveland nutzte die zusätzliche Chance anschließend und erzielte den Touchdown. Bryce Young erhielt mit der Offense zwar noch einmal den Ball, doch es war zu wenig Zeit auf der Uhr, um das Spiel noch einmal zu drehen.
Die Panthers verlieren mehr als nur das Spiel
Auch wenn Deshaun Watson durch die Luft gut gestoppt werden konnte, sorgten die Cornerbacks der Panthers für große Negativschlagzeilen. Mit Mike Jackson und Jaycee Horn mussten gleich beide Starter verletzungsbedingt das Spiel vorzeitig beenden. Besonders bei Horn sieht es nach einer Verletzung aus, die ihn auch die nächsten Wochen oder gar die Saison kosten könnte. War die Niederlage schon nicht schlimm genug, machten die vielen Verletzungen wichtiger Starter die Lage für die Zukunft der Panthers noch schlimmer.
Immerhin kam Bryce Young aber immer wieder zurück in die Partie. Nach den abgeschlossenen Drives war zu sehen, wie er immer wieder humpelnd zur Seitenlinie zurücklief. Insgesamt sah es nicht nach einer schwerwiegenden Verletzung aus, doch auch bei ihm bleibt abzuwarten, wie sich die Verletzung im Laufe der Saison weiterentwickelt.
Als Nächstes stehen die Detroit Lions an. Sollten Coker und Lewis fit sein, sollte die Offense gegen die schwächere Defense wieder einige Punkte auflegen können. Mit den Lions kommt allerdings auch eine sehr starke Offense, die den Panthers sowohl am Boden als auch durch die Luft große Probleme bereiten wird.








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