59 Punkte! Panthers-Defense erlebt Debakel gegen Chicago
Die Saison 2026 ist gestartet. Wie so oft in den letzten Jahren verloren die Carolina Panthers ihr erstes Spiel. Gegen die Chicago Bears wurde es zu Hause leider auch sehr deutlich. Mit 59:37 bekam besonders die Defense keinen Zugriff auf das Spiel. Was die weiteren Gründe und Geschichten der Niederlage waren, erfahrt ihr hier.
Chicago läuft Carolina einfach über den Haufen
Wie so oft in der Vergangenheit müssen wir wieder über die schlechte Run Defense der Panthers sprechen. Carolina ließ insgesamt gegen die Bears 291 Yards am Boden zu. Pro Lauf erzielte Chicago dabei 7,5 Yards. Die 6 Rushing-Touchdowns komplettieren dabei die vernichtende Statistik.
Eigentlich war allen bewusst, dass Bears HC Ben Johnson mit seinen Duo-Run-Konzepten die Panthers DLine attackieren würde. Die physische Dominanz war dabei aber enorm. Die ausgewählten Double Teams brachten die Panthers DLine immer wieder in Bedrängnis. Immer wieder schafften es die Bears OLiner schnell ins nächste Level zu gelangen und dort große Lücken zu reißen, die von den Running Backs Swift und Monangai genutzt werden konnten.
Johnson nutzte immer wieder vor dem Snap Motion, um seine Blocking-Konzepte anzupassen und die Panthers vor Schwierigkeiten zu stellen. Auch die Receiver spielten dabei eine wichtige Rolle. Beim Touchdown zum 45:31 lief Kalif Raymond von außen nach innen. Obwohl er neben Jimmy Horn der wohl leichteste Spieler auf dem Feld war, konnte er durch das Momentum aus der Motion Panthers Edge Princely Umanmielen wegblocken und seinem Running Back Kyle Monangai den Weg zum Touchdown ebnen.
Die Panthers waren insgesamt nicht nur physisch, sondern auch schematisch unterlegen. Die beiden neuen Linebacker Bobby Okereke und besonders Devon Lloyd waren dabei nicht die erhoffte Unterstützung gegen den Lauf. Das spiegelte sich auch in ihren PFF-Rushing-Grades wider: Okereke kam gegen den Lauf auf 56,8, Lloyd sogar nur auf 45,8.
Will Lee und Devon Lloyd werden zum Problem
Bei 59 zugelassenen Punkten war aber nicht nur das Running Game ein Problem. Auch durch die Luft konnten die Panthers kaum einen Stop erzielen. Chicago QB Caleb Williams hatte zwar Phasen mit weniger Präzision, am Ende erzielte er aber trotzdem starke 269 Passing Yards. Pro Versuch entsprach das einem Schnitt von starken 9,3 Yards (21 angekommene Pässe bei 29 Versuchen). Zusätzlich konnte er 2 Passing Touchdowns auflegen.
Ziemlich schnell stach Panthers CB Will Lee als Schwachstelle heraus. Bei einem tiefen Pass auf Rome Odunze verlor er den Bears-Receiver schnell aus den Augen und ließ einen 47-Yard-Catch zu. Er stabilisierte sich nie wirklich im Spiel und war am Ende mit 98 zugelassenen Coverage Yards der schwächste Panthers-Defender.
Dass Lee überhaupt 24 Snaps spielte, lag an einem schematischen Kniff von DC Ejiro Evero. Durch den jungen Cornerback konnte Jaycee Horn mehr Snaps im Slot spielen und dort die im letzten Jahr schwächelnde Panthers-Coverage über die Mitte unterstützen. Da Lee aber außen so überrumpelt wurde, hatte diese Taktik nur mäßigen Erfolg.
Die zweitmeisten Coverage-Yards gab überraschenderweise LB Devon Lloyd ab. Der All-Pro 2025 wurde eigentlich extra geholt, um die Coverage über die Mitte zu stabilisieren. Mit einer PFF Coverage Grade von 36,7 war er allerdings eher ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf dem Feld.
Williams entkommt dem Panthers Pass Rush
Auch wenn die Defense so schwach auftrat, waren im Pass Rush ein paar wenige Lichtblicke vorhanden. Princely Umanmielen, Travis Gipson und Jaelan Phillips beendeten alle den Spieltag in den Top 25 bei der Pass Rush Win Rate aller Edge Rusher. Neben 2 Sacks konnte Carolina Caleb Williams in 42,1 % seiner Passing Plays unter Druck setzen.
Der Bears QB wusste aber immer wieder, dem Druck auszuweichen und sich als Scrambler Zeit zu erkaufen. Insgesamt benötigte er 3,47 Sekunden, um den Ball zu werfen. Fand er keinen freien Receiver, sorgte Williams selbst für Raumgewinn. Carolina schaffte es kaum, ihn in der Pocket zu halten.
Bryce Young und Coker sorgen für Hoffnung
Bis spät ins dritte Quarter konnten die Panthers die Partie eng gestalten. Unter dem neuen Playcaller Brad Idzik spielte QB Bryce Young groß auf. Immer wieder konnte er seine starken tiefen Pässe nach außen anbringen und in der Redzone seine Scramblingqualitäten aufzeigen. Insgesamt beendete er das Spiel mit 22 angebrachten Pässen bei 37 Versuchen für 361 Yards. Er erzielte dabei einen starken Schnitt von 9,5 Yards pro Passversuch.
Besonders die Connection mit WR Jalen Coker war überragend. Die Bears Cornerbacks bissen immer wieder auf die Double Moves von Coker an. Der junge Receiver konnte die Partie so mit 8 Receptions für 138 Yards und 2 Touchdowns abschließen.
Mit zunehmender Spieldauer verstanden es die Bears aber immer besser, die tiefen Pässe der Panthers wegzunehmen. Dadurch musste Bryce Young mehr über die ungeliebte Mitte passen. Diesmal wirkte er dabei sicher. Es fehlten nun aber die explosiven Plays. Es fiel auf, dass hinter Coker und WR Tet McMillan auf den kurzen Routen ein dritter Receiver fehlte. Wirklich gute Separation konnten die Panthers nicht mehr kreieren und so wurde das Passing Game mit zunehmendem Spielverlauf immer schwächer.
Turnover bremsen die Aufholjagd
Ein großes Thema dieser Niederlage waren die eigenen Turnover. Nach gutem Beginn verursachte Returner Jimmy Horn einen Muffed Punt, der den Bears in die Karten spielte. Gegen Ende der Halbzeit fehlte es dann Bryce Young bei einem Wurf auf Coker ein wenig an Präzision. Der Pass geriet nicht nur Incomplete, sondern wurde von den Bears abgefangen.
In der zweiten Halbzeit mussten die Panthers gegen den immer größer werdenden Rückstand ankämpfen. Mitten in der Aufholjagd verlor Tet McMillan per Fumble den Ball und verursachte damit den dritten kostspieligen Turnover.
Insgesamt haben die Turnover wahrscheinlich nicht den Sieg gekostet, doch sie machten das Spiel so eindeutig, dass die Panthers am Ende keine Chance auf ein Comeback mehr hatten.
Eine weitere tolle Leistung erzielte OT Rasheed Walker. Neben Jalen Coker und Bryce Young war er wahrscheinlich der drittbeste Mann der Panthers. Seine Leistung im Blocking war so gut, dass er von PFF eine Pass Block Grade von 88,6 und eine Run Block Grade von 81,8 erhielt.
Die Playoffs geraten früh in Gefahr
Nach einer Offseason voller Vorfreude ist die Stimmung nach dieser Niederlage stark gedämpft. Besonders DC Ejiro Evero steht stark in der Kritik. Eigentlich sollte die Defense durch die Neuverpflichtungen von Jaelan Phillips und Devon Lloyd zum Anker des Teams werden. Gegen die Bears war diese Unit allerdings unterirdisch schlecht.
Die Bears waren mit ihrem Running Game natürlich aber auch eine der schwierigsten Aufgaben. Dass die Performance gegen den Lauf dann aber so schlecht ausfiel, hätten wahrscheinlich auch die größten Kritiker nicht erwartet.
In der NFC South haben an diesem Spieltag alle Teams verloren. Für die Panthers ist das zunächst ein kleiner Lichtblick. Viel wichtiger ist aber die eigene Leistung. Vor allem die Probleme gegen den Lauf müssen schnell behoben werden. Andernfalls könnte der schwache Saisonstart schon früh die Playoff-Hoffnungen gefährden.








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