Free Agents 2021 – Wer soll bleiben, wer darf gehen?

Die Regular Season ist vorbei und für die Panthers geht es nach dem erneuten Verpassen der Playoffs nun mit voller Fokussierung in die Offseason. Das neue Ligajahr startet am 17. März mit dem Beginn der Free Agency. Auch bei den Panthers laufen einige Verträge aus und es wird interessant zu sehen sein, welche Spielerverträge verlängert beziehungsweise welche Spieler in die Free Agency entlassen werden.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf die Free Agents der Panthers. Welche Rolle haben sie gespielt? Sollen sie nach unserer Einschätzung, und wenn ja, zu welchen Konditionen mit Verträgen ausgestattet werden? Dies alles erfahrt ihr in der folgenden und ausführlichen Analyse zur Free Agency!

Außerdem erfolgt meine persönliche Einschätzung zu den Vertragsdetails, falls wir eine Verlängerung mit einem Spieler für möglich erachten. Bei den Summen und Verträgen die dort genannt sind, handelt es sich selbstverständlich um Spekulationen. Orientiert wurde sich an der momentanen Marktsituation und anderen ligaweiten Vertragskonstellationen.

Restricted Free Agents

Insgesamt verfügen die Panthers über 4 Restricted Free Agents. Namentlich sind diese WR Keith Kirkwood, WR Brandon Zylstra, OT Trent Scott und DE Efe Obada.

WR Keith Kirkwood

Der 26 Jährige hatte eine sehr unglückliche Saison. Er spielte lediglich 35 Snaps in der Offense und 5 in den Special Teams. Zudem gelang ihm lediglich eine Reception für 13 Yards und fiel den Rest der Saison verletzt aus. Aufgrund der Tatsache, dass er ein Restricted Free Agent ist und somit mit ihm zu günstigen Konditionen verlängert werden kann, Matt Rhule ihn noch aus Temple kennt und er momentan der einzige „große“ Wide Receiver (6ft 3in = 1,91m) ist, ist eine Verlängerung durchaus denkbar.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 WR Brandon Zylstra

Zylstra hatte die meistens Snaps im Special Team (244 Snaps, was ca. 58% der gesamten Special Teams Snaps ausmacht) und erzielte dort auch seinen ersten NFL Touchdown, welcher im Übrigen auch der einzige Special Team Touchdown der Panthers in dieser Saison war. In der Offense stand er lediglich bei 125 Snaps auf dem Feld und fing 3 Bälle für insgesamt 35 Yards. Häufig wurde er jedoch bei klaren Run-Situationen als Blocking Wide Receiver eingesetzt. Bei ihm könnte es sich ähnlich wie mit Kirkwood verhalten und eine Verlängerung für die Kadertiefe und das Special Team anstehen.
Mein Tipp : 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 OT Trent Scott   

Aufgrund der großen Verletzungssorgen auf unserer Left Tackle Position spielte er mit 347 Snaps fast ein Drittel aller Offense Snaps der Panthers. Ihm gelang zwar keine überragende Saison, aber war er ein zuverlässiger Backup, der mit 26 Jahren noch relativ jung und günstig zu halten ist.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag zum Ligaminimum

 DE Efe Obada   

Der letzte Restricted Free Agent ist einer der Fan-Lieblinge und der einzige europäische Spieler der Panthers. Efe machte in seinem dritten Jahr bei den Panthers noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorne und zeigte Vielseitigkeit.

Der als Defensive End gelistete Obada spielte unterschiedliche Rollen in der schematisch abwechslungsreichen Defense von Phil Snow: In der Base 4-3 spielte er den klassischen Defensive End, wurde jedoch auch aufgrund seiner physischen Möglichkeiten (6ft 6in 265lbs, entsprechen 1,98m und 120kg) vor allem in offensichtlichen Pass-Situationen Inside eingesetzt. In der oft gespielten 3-3-5 Formation wurde er häufig als einer der drei Linemen aufgestellt.

Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in seiner Statistik wider, so waren es lediglich Burns, Brown und Roy die von den Lineman mehr Snaps als Obadas 415, was 39 % der gesamten Defensive Snaps entspricht, vorweisen können. Mit einem Karrierehöchstwert von 5,5 Sacks hatte er auch die zweitmeisten Sacks im Team hinter Brian Burns.

Eine Verlängerung mit Obada sollte aufgrund seiner Leistungen und Vielseitigkeit ein No-Brainer sein. Außerdem ist die D-Line, gerade in der Tiefe, nicht allzu stark besetzt. Seine wichtige Rolle im Team könnte mit einem Tender einhergehen.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag mit dem Second-Round Tender

Unrestricted Free Agents

Die Liste der Unrestricted Free Agents ist deutlich länger.
FB Alex ArmahLS J.J. JansenC Tyler Larsen, LB Julian StanfordLB Adarius Taylor, LB Tahir Whitehead, RB Mike DavisWR Pharoh CooperOG Chris ReedTE Chris ManhertzOG John Miller, OG Michael SchofieldCB Rasul DouglasCB Corn ElderOT Russell OkungWR Curtis Samuel und OT Taylor Moton reihen sich in diese Liste ein.

FB Alex Armah

Der Rookievertrag von Armah läuft aus und er ist einer der eher unscheinbaren Spieler auf dem Roster gewesen. Dies liegt natürlich unter anderem daran, dass die Position des Fullbacks in der Offense in den letzten vier Jahren eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Die meisten Snaps hat er mit 203 im Special Team gesammelt (in dieser Saison 203 und damit 48% der gesamten Special Teams Snaps) und wurde eher selten in der Offense eingesetzt, obwohl er fast komplett verletzungsfrei blieb. In keiner seiner Saisons kam er über 10 Rushing Attempts und wurde vor allem als Blocker bei Short-Yardage Situationen oder wenn der Ball nahe der eigenen Endzone war, aufgestellt.

Aufgrund seiner limitierten Rolle sowie der Tatsache, dass Fullbacks auch spät im Draft oder undraftet geholt werden können, ist eine Verlängerung eher unwahrscheinlich.
Mein Tipp: Keine Verlängerung oder 1 Jahr Ligaminimum

C Tyler Larsen

Larsen hat mittlerweile 5 Jahre NFL-Erfahrung und ist seit 2016 bei den Panthers. Er ist ein solider Back-up Center, der auch schon 18 Mal gestartet ist, als Ryan Kalil verletzt war. Aufgrund seiner Erfahrung, die er in die zum größten Teil junge und unerfahrene O-Line bringt, würde eine erneute Verlängerung Sinn ergeben.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 2-3 Millionen

LS JJ Jansen

Der Longsnapper ist seit 2009 bei den Panthers und damit der dienstälteste Spieler im Kader. Die Position ist zwar wenig unter Beobachtung, jedoch ist ein guter Longsnapper Grundvoraussetzung eines guten Special Teams.
Mein Tipp: 4-Jahresvertrag über 4 Millionen

LB Julian Stanford

Stanford ist ein klarer Special Team Player, der mit 260 Snaps bei rund 62% der Special Team Snaps auf dem Feld stand. Mit seinen 30-Jahren hat er zwar schon etwas Erfahrung, fiel jedoch nicht großartig auf und kam über die o.g. Rolle nie hinaus. Eine Verlängerung erscheint unwahrscheinlich.

LB Adarius Taylor

Ebenfalls einer der Spieler, der vor allem im Special Team zum Einsatz kam, was seine 198 Snaps (47% aller Special Team Snaps) belegen. Obwohl er auch ungefähr 10% der Defense Snaps bekam, ist wahrscheinlich nicht längerfristig mit ihm geplant, da er bereits 30 Jahre alt ist und keinen großen Impact hatte. Er wird wohl keinen neuen Vertrag bekommen.

LB Tahir Whitehead

Tahir wurde geholt, um das Loch, was Luke Kuechly in der Mitte unserer Defense hinterließ, mit seiner Erfahrung und seinem Leadership zu stopfen. Natürlich wurde nie von ihm verlangt, Kuechly 1:1 zu ersetzen, jedoch enttäuschte er auf ganzer Linie. Mit dem Bewerbungsschreiben von vier aufeinanderfolgenden Saisons und jeweils 100-plus Tackles, begann er die Saison als Middle „Mike“ Linebacker. Im Laufe der Saison wurden seine Snaps jedoch immer weniger und er verlor seinen Platz an Jermaine Carter Jr. Eine Verlängerung sollte ausgeschlossen sein.

RB Mike Davis

Eine der Überraschungen, nachdem ihn vor der Saison viele aufgrund seines 3 Millionen Cap-Hits gerne gecuttet gesehen hätten. Es gelang ihm, CMC nach seiner Verletzung sowohl im Pass- als auch im Running-Game zu ersetzen.

Mit 59 Receptions belegte er den 5. Platz in der NFL unter den Running Backs und brachte es mit 21 gebrochenen Tackles im Running-Game auf den 4. Platz. Insgesamt verbuchte er 1015 Scrimmage Yards, davon 642 Rushing und 373 Receiving, und 8 Gesamttouchdowns, hiervon 6 Rushing und 2 Receiving.

Aufgrund seiner Leistungen wird er vermutlich um die 6 Millionen pro Jahr fordern. Die Panthers werden vermutlich nicht noch einem Running Back einen gut dotierten Vertrag geben.  Also wird mit ihm wohl nicht verlängert werden.

WR Pharoh Cooper

Cooper wurde vor der letzten Saison als hauptsächlicher Return-Specialist verpflichtet und mit einem 1-Jahresvertrag ausgestattet. Im Returngame machte er seine Aufgabe recht ordentlich, es kamen zwar keine sonderlichen Big-Plays zustande, jedoch lieferte er dauerhaft ab und das Wichtigste: er machte keine Fehler! Nachdem unsere Returner in den letzten Jahren regelmäßig die Bälle fallen ließen, unterlief ihm bei 38 Punt-und Kickreturns lediglich ein Fumble, der aber wieder gesichert wurde. Wegen seiner Rolle im Special Team und der geringen Tiefe im WR-Corps könnte mit ihm zu günstigen Konditionen verhandelt werden können.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 5 Millionen

OG Chris Reed

Reed war über die meiste Zeit in der Saison der Starting Left Guard. Die linke Seite der Offensive Line war über weite Strecken der Saison die Schwachstelle der Panthers und Reed war nicht unbedingt eine Ausnahme. Reed könnte bereits in der Free Agency oder durch einen Rookie im Draft ersetzt werden. Folglich sollte er nicht mit einem Vertrag für die nächste Saison ausgestattet werden.

TE Chris Manhertz

Manhertz ist, abwechselnd mit Ian Thomas, der Starting Tight End der Panthers gewesen, was im Übrigen nicht unbedingt für die hohe Qualität auf der Position spricht. Dass er in dieser Saison mit 6 Receptions einen Karrierehöchstwert aufgestellt hat, spricht auch nicht für seine Receiver-Qualitäten. Zu seinen Gunsten muss jedoch erwähnt werden, dass er lange nur als Blocking-Tight End (einer der besten der Liga) eingesetzt wurde. Diese Qualität darf man, gerade bei einer schwachen Offensive-Line, nicht unterschätzen. Aufgrund dessen könnte ihm ein neuer Vertrag für die Zukunft winken.
Mein Tipp: 2-Jahresvertrag über 3 Millionen

OG John Miller

Miller trat die Nachfolge des zu den Chargers getradeten, fünffachen Pro Bowlers Trai Turner als Starting Right Guard an. Auch wenn er Turner nicht vollends ersetzen konnte, machte er einen sehr ordentlichen Job. Er ließ lediglich 3 Sacks zu und nur 6 Strafen wurden gegen ihn ausgesprochen, was die siebtwenigsten unter allen Guards darstellt. Da man sicherlich nicht den Fehler, einen Starting Guard ziehen zu lassen, wiederholen möchte, ist eine Vertragsverlängerung zu passenden Konditionen wahrscheinlich.
Mein Tipp: 3-Jahresvertrag über 9 Millionen

OG Michael Schofield

Auch er wurde erst vor der Saison verpflichtet. Schofield arbeitete bereits mit O-Line Coach Pat Meyer, Matt Paradis und Russell Okung zusammen. Diese Erfahrung wollte man sich zu Nutze machen und somit die O-Line stabilisieren. Letzten Endes schaffte Schofield es nicht, sich durchzusetzen und wurde nur aufgrund der ganzen Verletzungen seiner Teamkollegen zum Starter. Eine Vertragsverlängerung scheint unrealistisch.

CB Rasul Douglas

Douglas wurde über den Waiver-Wire von den Panthers nur eine Woche vor dem Start der Regular Season geholt. Obwohl er kaum Eingewöhnungszeit hatte, bekam er direkt im ersten Spiel schon Einsatzzeit. Gerade zu Beginn der Saison war er eine der Überraschungen in der Defense und einer der Gründe, dass die Passing-Defense anfangs zu den Top 10 gehörte. Gegen Ende der Saison, vor allem nach seiner Coronaerkrankung, baute er jedoch ab und war nicht mehr so stark wie noch zu Beginn.

Er ist ein Corner, der am besten in Off-Ball Zone Coverage aufgehoben ist, wo er etwas entfernt vom Receiver aufgestellt ist und den Quraterback lesen kann, idealerweise mit einem tiefen Safety als Absicherung. Da Phil Snow bisher ein sehr zonelastiges Scheme bevorzugt, würde die Verlängerung Sinn ergeben, jedoch waren die Panthers eines der Teams, die am meisten Cover 3 gespielt haben, bei dem die Cornerbacks ein tiefes Drittel spielen müssen. Dies führte Douglas aufgrund seiner nicht übermäßigen Athletik vor Probleme.

Da es dem Cornerbackraum jedoch an Tiefe fehlt, könnte er mit einem Vertrag für die nächste Saison ausgestattet werden.
Mein Tipp: 1-Jahresvertrag über 2 Millionen

CB Corn Elder

In seiner vierten NFL-Saison ist Elder endlich auf dem Profi-Niveau angekommen. Vor dem Draft 2017 wurde er als einer der besten Slot Cornerbacks seines Jahres angesehen und es wurde als Draftsteal betrachtet, dass die Panthers ihn in der fünften Runde holen konnten. In der NFL verpasste er jedoch aufgrund einer Verletzung die erste Saison fast komplett und konnte in der Saison darauf nicht wieder an seine Collegeleistungen anknüpfen.

Erst in dieser Saison zeigte er was in ihm steckt. Dies lag vor allem daran, dass er, anders als in den letzten Jahren wo er teilweise auch Outside spielte, fast ausschließlich auf seiner Paradeposition, im Slot, eingesetzt wurde. Dies lässt sich auch mit Zahlen bestätigen. So hatten die Panthers NFL-weit die zweitmeisten Passing Stops im Slot und die viertbeste Slot Coverage Note in der NFL. Gerade der Slot bekommt in der NFL immer mehr Bedeutung, da die Offenses viel öfter auch ihre Nummer 1 Receiver in den Slot stellen um Missmatches zu kreieren. Defenses reagieren darauf häufig, indem viel öfter mit 5 oder mehr Secondaryspielern agiert wird, anstatt in der Base Defense zu bleiben.

In den letzten Jahren hat auch vornehmlich die Slot-Cornerback Position den Panthers Bauchschmerzen bereitet und so ist es wichtig, dass man da eine gute und vor allem dauerhafte Lösung findet. Aufgrund seiner Leistungen in der letzten Saison ist es sinnvoll, eine Verlängerung mit ihm anzustreben.
Mein Tipp: 3-Jahresvertrag über 10-12 Millionen

OT Russell Okung 

Okung kam in der letzten Offseason via Trade von den LA Chargers, die im Gegenzug Trai Turner von uns erhielten. Der Trade wurde von vielen Fans  mit Kopfschütteln betrachtet, da Turner ein fünffacher Pro Bowler und auch noch fünf Jahre jünger ist.

Jedoch erhoffte man sich von dem zweimaligen Pro Bowler (in den Jahren 2012, 2017), dass er das klaffende Loch auf der Left-Tackle-Position, welches seit dem Karriereende von Jordan Gross besteht, schließen kann. Zu erwähnen ist, dass die Left Tackle-Position weitaus wichtiger als die des Right Guards ist, beziehungsweise bei einem rechtshändigen Quaterback sogar die wichtigste in der Offensive Line darstellt. Okung hatte jedoch in der 2019er Saison 10 Spiele verletzungsbedingt verpasst und konnte in seiner 10-jährigen NFL Karriere erst ein Mal alle 16 Spiele bestreiten. Diese Verletzungsanfälligkeit bestätigte er auch bei den Panthers, wo er lediglich 7 Spiele absolvierte, welche durch Verletzungspausen auch des Öfteren unter- beziehungsweise abgebrochen werden mussten.

Wenn er denn gespielt hat, war er deutlich besser als die anderen Optionen und zeigte in Ansätzen, weshalb er zwei Mal im Pro Bowl stand. Nachdem in der letzten Saison schon Gerüchte die Runde machten, dass Okung seine Karriere beenden wollte, wird sich das in dieser Saison vermutlich wiederholen und es könnte gut sein, dass er aufgrund seiner Verletzungshistorie in Rente geht.

Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es immer noch relativ unwahrscheinlich, dass mit ihm langfristig verlängert wird. Es ist eher davon auszugehen, dass Okung in die Free Agency ziehen gelassen wird und dann gegebenenfalls, wenn er länger keine Angebote bekommt, ihm ein 1-Year-prove-it-Deal angeboten wird, also ein 1-Jahresvertrag zu relativ geringen Konditionen, um sich für mehr zu beweisen. Es kann natürlich auch sein, dass die Panthers sich auf der Position sowieso verjüngen wollen und er auch dann nicht geholt wird. Er wird höchstwahrscheinlich als Free Agent ziehen gelassen.

WR Curtis Samuel

Oder auch die Allzweckwaffe in unserer Offense, einer von vier Spielern im Kader der Panthers, die über 1000 Scrimmage Yards gesammelt haben. Einer der Spieler, der den Fans diese Saison am meisten Spaß gemacht hat, weil Joe Brady wusste, wo man ihn am besten einsetzt, nämlich überall.

Egal ob als klassischer Running Back (200 Rushing Yards, 4,9 YPC und 2 TD), Receiver aus dem Backfield oder bei Jet Sweeps, wo er entweder den Ball bekam oder als Ablenkung für die Defense fungierte. Aber auch als Receiver, aus dem Slot oder Outside, war er eine Waffe (851 Receiving Yard und 3 Touchdowns), da er ja auf dem Papier nur unser Nummer 3 (!) Receiver war und er es somit oft auch mit dem Nummer 3 Cornerbacks der Gegner zu tun bekam.

Auch sein Route Running hat sich enorm verbessert und machte ihn noch gefährlicher, da die Gegner auch immer seinen Speed (4,31s beim 40 Yard Dash) berücksichtigen mussten. Vor allem bei dem so wichtigen dritten Versuch war er mit 18 First Down-Catches einer der besten Spieler ligaweit und oft Teddys Go-to-Guy. Mit einer Catchrate von 79,4% Catches pro Target war er sogar der beste Wide Receiver in der ganzen Liga!

Hinzu kommt, dass er erst 24 Jahre ist, obwohl er schon vier Jahre NFL hinter sich hat. Diese gute Entwicklung in seinem letzten Jahr führt nun natürlich auch dazu, dass sein Wert deutlich angestiegen ist und er vermutlich 10 bis 12 Millionen Dollar pro Jahr verdienen möchte. Auch hier kann man sich bei unserem ehemaligen GM Marty Hurney bedanken, dass man nicht schon vor der Saison mit ihm verlängert hat. Dort hätte man ihn zu deutlich niedrigeren Konditionen halten können.

Bei den momentanen Preisspekulationen ist es nahezu unvorstellbar, unserem Nummer 3 Receiver einen solchen Vertrag zu geben. Außerdem ist er nicht der wichtigste Free Agent, da wir trotzdem auf der Receiver Position zwei gute Spieler haben und eventuell im Draft einen Ersatz finden können. Wir werden uns also wahrscheinlich von Curtis verabschieden müssen.

OT Taylor Moton

Das Beste kommt zum Schluss heißt es doch immer. Und in diesem Fall stimmt es auch ohne Wenn und Aber. Taylor Moton ist die Konstante in der Offensive Line der Panthers, seitdem er zu Beginn der 2018er Saison den Platz des Rechten Tackles übernommen hat. Dort verdrängte er den 2nd Team All-Pro aus dem Jahr 2017, Daryl Williams.

In der letzten Saison spielte er atemberaubende 1032 Snaps in der Offense und damit volle 100% der Offensive Snaps. Damit ist er erst der dreizehnte Panthers-Spieler, der dies seit dem Jahr 2000 schaffte. Alleine diese Kontinuität ist schon beeindruckend. Hinzu kommt dann noch, dass er lediglich 3 Sacks zuließ und 2 Penalties verursachte, obwohl er gegen mehrere der besten Pass-Rusher der Liga spielte. So hielt er Cam Jordan in den beiden Spielen gegen die Saints ohne Sack und auch Chandler Jones und Joey Bosa hatten gegen ihn das Nachsehen.

Nicht umsonst wird er von den Experten als einer der besten Right Tackles der Liga angesehen und hat mit seinen 26 Jahren auch noch viele Jahre vor sich. Gerade die Top-Tackles spielen bis Mitte 30 oft noch auf höchstem Niveau. Auch bei Moton kann man sich nur ärgern, dass mit ihm nicht schon vor der Saison verlängert wurde, da er auch schon die letzten Saisons auf hohem Niveau agierte und mit seiner Entwicklung nicht am Ende schien. Nach dieser Saison will er vermutlich auch zu Top-Tackle-Konditionen bezahlt werden und da sich der Markt so entwickelt hat, dass die Right Tackles sich gehaltstechnisch fast auf dem Niveau der Left Tackles befinden, wird er auch einen ordentlichen Zahltag bekommen.

Der momentan bestbezahlte Right Tackle ist Lane Johnson von den Eagles mit einem 4-Jahresvertrag über 72 Millionen (18 Millionen pro Jahr). Moton wird nicht viel weniger verlangen. Er ist der Free Agent, mit dem so früh wie möglich verlängert werden muss oder der zur Not erst einmal mit dem Franchise Tag belegt werden sollte, welcher dieses Jahr bei ca 14-15 Millionen liegt. Es wäre sinnvoll, dass GM Scott Fitterer hier die Priorität sieht und mit ihm langfristig verlängert.
Mein Tipp: 5-Jahresvertrag über 80-90 Millionen

Unrestriced Free Agent? Restricted? Wenn ihr nochmal Hilfe zu den Begriffen benötigt, könnt ihr gerne den Beitrag zur Free Agency und dem Franchise Tag in unserer Rubrik „All about Football“ nachlesen.

 

Quellen
panthers.com, profootballfocus.com, overthecap.com, spotrac.com, stats.washington.com, nfl.com

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