Siegesserie gestoppt – Panthers verlieren defensiv geprägtes Spiel gegen die Bears

Fünf Spiele lang war Carolina immer der Underdog. Trotzdem konnten die Panthers drei Partien in Folge für sich entscheiden. Folgerichtig konnte das Team nun erstmalig als Favorit ein Match bestreiten. Doch es kam, wie es kommen musste. Bereits im ersten Drive zeigte sich die tolle Bears Defense und sorgte für die erste Interception des Spiels, welche nicht die einzige bleiben sollte. Kurze Zeit später ging Chicago mit einem Touchdown in Führung und sollte diese das gesamte Spiel über auch nicht mehr abgeben. Zwar gab es immer wieder Sequenzen im Spiel, in denen es den Anschein hatte, dass die Panthers nochmal zurück ins Spiel finden könnten, doch am Ende unterlag das Team aus Charlotte mit 16-23.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Die Offense hatte einen schweren Stand gegen die gut aufgelegte Bears Defense. Zwar hatten die Receiver auch gute Momente mit viel Raumgewinn, doch insgesamt spielte das Team mit Quarterback Teddy Bridgewater nicht gut. Drei Turnover, ein schlechtes Laufspiel und viele ungenaue Pässe zogen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel. Hinzu kommt, dass die O-Line der Panthers dem Gegner unterlegen war und Bridgewater nicht die nötige Hilfe im Passspiel liefern konnte.

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Die beiden Wide Receiver DJ Moore und Robby Anderson hatten beide wieder gute Spiele. Besonders bei tiefen Pässen gegen die Cornerbacks Buster Skrine und Jaylon Johnson zeigten sie ihre deutliche Überlegenheit. Leider präferierte Quarterback Teddy Bridgewater meistens das Kurzpassspiel, weswegen Moore und Anderson das Spiel nicht an sich reißen konnten.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Wie auch schon in einigen Spielen zuvor, kamen die Grenzen von Bridgewater wieder ans Tageslicht. Die Receiver konnten in diesem Spiel kaum Yards nach den Catch machen und deshalb kam es beim Quarterback gleich zu Problemen. Die Last auf seinen Schultern konnte er nicht tragen und baute somit immer wieder Fehler ein. Zwar gab es durchaus auch herausragende Pässe von ihm, doch diese blieben leider das ganze Spiel über Mangelware.

Obwohl die Receiver immer wieder gute Matchups mit den gegnerischen Verteidigern hatten, entschied sich Bridgewater, wie so oft, für das Werfen von kurzen Pässen. Da er aber diesmal nicht sehr genau war (16 Completions bei 29 Versuchen für 216 Yards, 2 Interceptions und -0,07epa/Play), tat sich die Offense schwer und machte kaum Punkte.

Die Protection für Bridgewater war dabei auch sehr schlecht. Der sonst so starke Taylor Moton hatte große Probleme gegen Khalil Mack. Insgesamt wurde die O-Line zu oft dominiert. Mit diesem Druck kam Bridgewater überhaupt nicht klar. War sein Verhalten in der Pocket sonst immer eine seiner Stärken, war er in diesem Spiel der Adressat von sechs QB-Hits und vier QB-Sacks.

Durch die schwache Leistung der O-Line konnte auch das Running Game nicht etabliert werden (21 Runs für 64  Yards und -0,27epa/Play). Immer wieder wurden die Running Backs früh gestoppt und so wurde es für die schwache Offense noch schwieriger. Zu dem bereits gebrauchten Tag passte dann auch der Fumble-Turnover von Mike Davis.

Weiteres Kuriosum waren die häufigen Entscheidungen von Coach Rhule, ein Fieldgoal zu kicken. Wenn die Panthers es doch einmal schafften Yards zu generieren, endete der Drive drei Yards vor der Endzone. Anstatt dort für den Touchdown zu gehen, entschied sich das Trainerteam um Matt Rhule trotz Rückstands zweimal für das Fieldgoal. Noch skurriler wurde es, als Rhule lieber ein 54 Yard Fieldgoal schießen ließ, als den vierten Versuch auszuspielen. Das schwere Fieldgoal wurde anschließend sogar verschossen. In drei Drives hatten die Panthers 21 Punkte jeweils kurz vor Augen, stattdessen konnten sie aber nur sechs Punkte daraus machen. Die Entscheidung ist umso schlimmer, da das Spiel am Ende nur mit einem Score Unterschied verloren wurde.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Defense ließ keine Big Plays zu und machte keine großen Fehler. Krönendes Highlight war die Interception von Jeremy Chinn. Trotzdem konnten die Bears über ihr Passspiel immer wieder First Downs erreichen, was in Kombination mit einer starken Performance der Defense ausreichend für den Sieg war.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Zweitrundenpick Jeremy Chinn hatte in diesem Spiel einige gute Aktionen. Offenbarte er die Spiele zuvor immer noch große Schwächen in der Coverage, konnte er diesmal nicht nur mit einer Interception, sondern auch mit mehreren Pass Breakups auftrumpfen. Zwar suchte Quarterback Nick Foles immer noch oft und erfolgreich das Matchup gegen Chinn, doch insgesamt war die Performance des jungen Rookies eine klare Steigerung im Vergleich zu den Spielen zuvor.

Gerade am Ende fing dann Cornerback Rasul Douglas an, der Mann des Spiels zu werden. Mit mehreren Pass Breakups hielt er die Panthers immer wieder in der Partie. Hätte es das Team noch in die Overtime geschafft, hätte er daran einen sehr großen Anteil gehabt.

Insgesamt war die Defense stark gegen den Lauf. Bei den Bears funktionierte am Boden kaum etwas (21 Runs für 60 Yards und -0,12epa/Play). Die D-Line machte dabei einen guten Job und sah auch gegen den Pass nicht schlecht aus. Nicht nur Brian Burns konnte mit mehreren Hurries für Unruhe sorgen, sondern kam diesmal sogar ein wenig Druck aus der Mitte. Derrick Brown und Zach Kerr galten zuvor immer eher als Run Stopper, doch in diesem Spiel konnten sie so viel Druck wie noch nie zuvor in der Saison erzeugen.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Die Passverteidigung war nicht wirklich schlecht, doch ließ man noch so viel zu, dass es am Ende für die Bears zum Sieg reichte (23/39 Versuche angebracht für 201 Yards und 0,1epa/Play). Glücklicherweise konnten Big Plays der Bears unterbunden werden, aber die Abstimmung der Safeties und Linebacker in der Mitte des Feldes hat noch sehr großes Verbesserungspotenzial. Gegen die Bears war die Vorstellung zwar nicht gut, aber zumindest konnte die Defense das Team noch im Spiel halten. Die nächsten Gegner sind allerdings die Saints, Falcons, Chiefs und Buccaneers. Gegen diese Gegner könnten solche Schwächen dann härter bestraft werden.


Wie fällt das Fazit aus?

In diesem Spiel war sicherlich ein Sieg möglich, doch eine schwache Performance von Bridgewater und schlechte Entscheidungen bei Fourth Downs begruben jede Siegchance. Nun sollte die Niederlage das Team aber nicht in ein tiefes Loch fallen lassen, denn mit solchen Spielen war eigentlich schon vorher zu rechnen. Positiv ist, dass die Panthers das Spiel gegen einen guten Gegner lange eng halten konnten. Hatte Carolina zuvor noch solche Spiele gegen die Falcons und Chargers glücklicherweise gewonnen, verlor man nun wie gegen die Raiders mit etwas Pech. Ein ausgeglichener Record in engen Spielen ist aber in der NFL ganz normal. Allein schon der Fakt, dass die Panthers es schaffen, gegen solch gute Teams in enge Spiele zu kommen, ist schon viel mehr als viele vor der Saison erwartet hätten.

Natürlich muss nun eine Leistungssteigerung her, denn jetzt kommen noch stärkere Gegner. Doch insgesamt spielt das Team über den Erwartungen vieler Experten.

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.