Kein Sieg nach der Bye-Week: Schwache Panthers unterliegen Denver zu Hause

Die Serie hält leider weiter an. Zum dritten Mal gingen die Carolina Panthers in dieser Saison als Favorit in eine Partie und zum dritten Mal verlor das Team von Matt Rhule. Gerade die Defense konnte nicht den sonst sehr inkonstanten Drew Lock stoppen, aber auch die Offense hatte viele Phasen im Spiel, in denen nicht viel funktionierte. Zwar wurde das Spiel am Ende nochmal knapp, denn Carolina musste wegen des Rückstands viel aggressiver spielen, doch die 32-27 Niederlage konnte trotzdem nicht verhindert werden.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Lange Zeit kam das Team um Quarterback Teddy Bridgewater nicht in Fahrt. Immer wieder versuchte der Spielmacher mit kurzen Pässen seine Mitspieler einzusetzen. Diese Strategie funktionierte allerdings nicht so gut, da die Broncos die anschließenden Yards nach dem Catch stets unterbinden konnten. Carolina kam schließlich oft in schlechte Feldpositionen, was zur Folge hatte, dass Punter Joseph Charlton insgesamt viermal punten musste.

Gegen Ende des Spiels mussten die Panthers mehr riskieren, da sie mit zwei Scores hinten lagen und das Spiel nicht mehr lange dauerte. Als nun die Offense mit tieferen Pässen agierte, die auch ohne Yards nach dem Catch für ein First Down reichten, funktionierten die Drives. Auf einmal konnte die Offense die Ausfälle der Broncos sehr gut ausnutzen und marschierte immer wieder über das Feld.

Leider kam die Aufholjagd im letzten Drive wegen diverser Fehler von Bridgewater zu spät. Zunächst kassierte er einen Sack und kurz darauf warf er beim vierten Down zum wiederholten Male einen kurzen Pass, ohne dass danach eine Chance auf ein neues First Down in Aussicht war. Das Spiel war anschließend vorbei.

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Gerade als die Offense mit Pässen hinter den Sticks agierte, funktionierte das Passspiel sehr gut. Gerade Robby Anderson und Curtis Samuel konnten immer wieder für Raumgewinn sorgen und hielten das Spiel eng.

Überraschenderweise konnte diesmal auch das Rushing Game der Panthers überzeugen (19 Läufe für 110 Yards, 2 Touchdowns und 0,24Epa/Play). Solch eine gute Performance am Boden gab es zuvor in dieser Saison noch nicht. Grund dafür waren unter anderem auch vier WR Sweeps. Der Ball wurde an den Receiver als Ballträger übergeben, der anschließend immer ein First Down erzielte. Solch eine Abwechslung im Running Game tat dem Team sehr gut.

Zudem mussten die Panthers aufgrund des Spielstands mehr mit dem Pass agieren. Viele Läufe in vollgestellte Boxen der Defense kamen deshalb kaum vor.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Das Passing Game war die große Schwäche der Offense (47 Dropbacks für 283 Yards, 4 Sacks, 2 Scambles, 1 Touchdown und 0Epa/Play). Bridgewater agierte, wie schon so oft, sehr akkurat (6,4% Completion Percentage über den Erwartungen), aber leider spielte er auch sehr ängstlich. Wegen seiner durchschnittlichen Targettiefe von nur 5,9 Yards konnte die Offense lange Zeit kein explosives Play kreieren. Der Quarterback versuchte immer die sichere Variante, selbst wenn der Receiver keine Chance hatte, ein First Down zu erreichen.

Dieses Problem tritt bei Bridgewater schon während der gesamten Saison auf. Gerade in der Redzone musste das Team sich deshalb oft mit einem Field Goal zufrieden geben. Im Spiel gegen die Broncos verlor man die Partie sogar durch solch eine falsche Entscheidung. Hätte Bridgewater beim vierten Down länger gewartet und einen tieferen Pass gewählt, hätten die Panthers zumindest die Chance auf ein First Down gehabt. Leider entschied sich Bridgewater für den sicheren Weg und warf einen kurzen Pass. So hatte er zwar eine hohe Completion Percentage von 66,7%, doch das Spiel verlor das Team aus Carolina dennoch.

Ein weiteres Manko in diesem Spiel war das Pocket-Verhalten von Bridgewater. Der Quarterback kassierte insgesamt vier Sacks und sah in den Situationen teilweise sehr unglücklich aus. Konnte er sonst immer die O-Line mit schnellen Pässen unterstützen, war in diesem Spiel oft das Gegenteil der Fall und so provozierte er teilweise einen Sack. Die schwächelnde Performance von LT Russel Okung war zudem keine Unterstützung dabei.


Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Sahen die Panthers bisher gegen schlechte Gegner mit der eigenen Defense recht solide aus, wurde man diesmal gegen eine sonst schlechte Passing Offense immer wieder viel zu einfach geschlagen. Die Denver Broncos hatten zuvor häufig Probleme mit dem Play ihrer Quarterbacks, doch diesmal agierte Drew Lock sehr abgeklärt und zeigte seine Stärken (33 Dropbacks für 280 Yards, 3 Scrambles, 1 Sack, 4 Touchdowns und 0,39 Epa/Play). Weder der Pass Rush noch die Coverage trumpfte bei den Panthers groß auf und so fiel es dem Quarterback der Broncos nicht schwer, einige Big Plays zu zeigen.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Jeremy Chinn entwickelt sich immer mehr zum Favoriten auf den Defensive Rookie of the Year Award. Hatte er zu Beginn der Saison noch Probleme mit vielen verpassten Tackles und zugelassenen Catches, wirkt er nun viel stabiler und macht so gut wie keine Fehler mehr. Im Spiel gegen die Broncos hatte er wieder viele gute Stops und auch einen Strip Sack, den Efe Obada fast bis zur Endzone zurücktragen konnte. Kurz darauf veredelte Mike Davis diesen Effort mit einem Touchdown.


Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Große Schwäche im Spiel war leider die Coverage. Gerade Cornerback Rasul Douglas wurde zu oft in Duellen, in denen er allein den Receiver verteidigen musste, geschlagen und so konnten die Broncos wiederholt Touchdowns erzielen. Douglas war in der Saison eigentlich mit vielen Pass Breakups aufgefallen und konnte oft überzeugen, doch diesmal hatte er einen gebrauchten Tag. Für einen guten Saisonabschluss ist zu hoffen, dass er sich wieder steigern wird, denn bisher war er eine wichtige Stütze für das Team und konnte Carolina mit seinen guten Aktionen oft im Spiel halten.

Wie fällt das Fazit aus?

Das Ergebnis ist natürlich ernüchternd. Gegen die Denver Broncos wäre definitiv mehr möglich gewesen, doch leider machten die Panthers auf beiden Seiten des Balls zu viele Fehler. Unerwartet war Drew Lock auch der bessere Quarterback in diesem Spiel. Nun wird natürlich auch die Diskussion um einen neuen Quarterback immer lauter. Teddy Bridgewater hat nach seiner Verletzung nicht mehr gut gespielt und auch zuvor offenbarte er bereits seine Limitierungen. Die Diskussion wird natürlich umso brisanter, da es nun sehr absehbar ist, dass Carolina im kommenden Draft einen Spieler in den Top Ten picken wird und die Quarterbacks aus dem College sehr vielversprechend sind.

Nichtsdestotrotz befinden wir uns aber noch in der Saison 2020. Für das Team geht es nun darum, einen guten Saisonabschluss zu liefern. Das Restprogramm ist dabei aber ziemlich anspruchsvoll. Mit Green Bay, Washington und New Orleans treffen die Panthers auf drei Gegner, die aktuell in den Playoffs wären. Trotzdem sollte Carolina in allen Spielen zumindest nicht ganz ohne Chance sein und vielleicht kann das Team dort für eine Überraschung sorgen. Als Underdog agierte man ja sowieso bisher am besten.

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com  nextgenstats.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

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