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O-Liner gegen Wide Receiver: Wer hat die größere Wertigkeit für den Draft?

Der Draft 2021 rückt immer näher. Die Gerüchteküche brodelt und in den Foren werden sich immer mehr Gedanken gemacht. Größtes Thema dabei ist oftmals der erste Pick eines Teams. Bei den Panthers ist dieses Thema umso spannender, da der First Round Pick an achter Stelle ist und das Team somit eine wirklich große Chance hat, einen Elite-Spieler für die Zukunft zu gewinnen.

Für die meisten ist klar, dass an achter Stelle ein Offensive Tackle geholt werden muss. Die Panthers haben dort eine schwach besetzte Position und mit Rashawn Slater oder Penei Sewell fallen dort vielleicht extrem talentierte Spieler hin.

Eine andere Herangehensweise bei der Auswahl des Prospects

Für mich als Autor ist die Entscheidung dagegen nicht ganz so eindeutig. Einerseits liegt das daran, dass mir die Strategie „Draft nach Need“ nicht gefällt. Browns GM Andrew Berry gab zuletzt ein gutes Statement dazu ab, indem er sagte, dass die Needs von heute nicht die gleichen von morgen sein werden. Diese Taktik wirkt für mich vielversprechender, denn für die Zukunft ist es wahrscheinlich wichtiger, dass ein Team auf den wichtigen Positionen gut besetzt ist und nicht nur auf den Positionen, auf denen man Jahre zuvor ein Need hatte.

Damit stellt sich aber die Frage, was die wichtigen Positionen sind. Besonders in der Offense gibt es mehrere Philosophien. Viele GMs wollen die Offense von der Line aufbauen und viele Ressourcen dort investieren.

Ich werde in diesem Kommentar ein bisschen darauf eingehen und einen Vergleich zu der Wide Receiver Position ziehen. Gerade in Bezug auf die Draftstrategie versuche ich darzustellen, wie man mithilfe analytischer Methoden zu etwas unterschiedlichen Ergebnissen kommen könnte.

Einordnung mit PFF-WAR

Um den Einfluss eines einzelnen Spielers für das Team zu messen, wurden in der Vergangenheit mehrere Methoden ermittelt, um dies herauszufinden. Das Unternehmen Pro Football Focus hat genau zu diesem Thema die Metrik PFF-WAR (WAR steht für Wins above Replacement) entwickelt. Um diese zu erklären, muss man ein bisschen tiefer in das Thema eintauchen.

PFF ist damit bekannt geworden für jeden Spielzug, jeden Spieler mit einer Grade zu bewerten. Macht der Spieler ein Highlight-Play, so bekommt er die Grade +2 und bei einem absoluten Desaster im Play bekommt er die Grade -2. Bei der Benotung gibt es dazu auch Abstufungen in 0,5-er Schritten, sodass auch Grades wie -1,5 oder +0,5 möglich sind.

Mithilfe dieser Benotung kann auch ein Bezug auf den Einfluss eines Spielers genommen werden. Pro Football Focus bewertet nicht nur jeden Spieler, sondern hat auch immer das Ergebnis zu jedem Spielzug. Hat ein Spieler zum Beispiel andauernd eine +2-Benotung, doch das Team verbessert sich in diesen Spielzügen kaum bis gar nicht, wird der Einfluss dieses Spielers nicht so hoch sein wie der eines anderen Spielers.

Einen Referenzwert gibt es bei dieser Metrik auch. Stehen die ganze Zeit elf Spieler auf dem Platz, die einen PFF-WAR Wert von null haben, wird das Team am Ende der Saison im Schnitt einen Record von 3-13 haben.

Die Spieler mit dem PFF-WAR Wert von null gelten als durchschnittlich und sind austauschbar. Ein Spieler mit dem PFF-WAR Wert von 1 dagegen, würde im Schnitt allein das 3-13 Team um einen Sieg verbessern. (Die Beschreibung der Metrik ist hier sehr grob und soll lediglich zum Verständnis beitragen. Pro Football Focus hat natürlich PFF-WAR genauer erklärt)

Unterschiede zwischen OT und WR

Ich bin kein großer Fan davon, PFF-WAR wirklich ganz genau zu nehmen. Ein Spieler mit einem Wert von +2,2 hat nicht unbedingt einen größeren Einfluss als ein Spieler mit +2,1, doch gerade bei deutlicheren Unterschieden hat die Metrik eine gute Aussagekraft. Das ist besonders spannend, wenn man Spieler verschiedener Positionen vergleicht.

Gerade beim Vergleich von Offensive Tackle und Wide Receiver schrieb der „Sidelinereporter“ in seinem deutschsprachigen Blog einen spannenden Artikel. Der beste Receiver hat einen PFF-WAR Wert von circa +0,9. Der beste Tackle dagegen nur +0,4. Auch wenn man auf die nächstbesten Spieler der Position guckt, ist der Unterschied groß. Der fünftbeste Receiver hat noch einen WAR-Wert von +0,6, beim Tackle liegt dieser nur bei +0,3.

Es ist mittels PFF-WAR deutlich zu erkennen, dass die besten Receiver einen größeren Einfluss auf das Team haben als die Tackles. Doch was ist der Grund dafür?

Weshalb haben Wide Receiver größeren Einfluss?

Das Problem beim Einfluss eines Tackles besteht darin, dass er im Verbund mit anderen gut blocken muss. Die O-Line blockt als Einheit. Eine Schwachstelle kann aber schon dafür sorgen, dass der Quarterback öfter unter Druck gerät. Spielt ein guter Tackle in einer schwachen O-Line, wird diese trotzdem nicht gut abliefern. Der Einfluss des einzelnen Spielers ist dadurch nicht so groß.

Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung des Football-Spiels. Das Passspiel wird in der NFL immer wichtiger, doch der Einfluss der O-Line ist im Laufspiel größer. Im Passspiel kontrolliert der Quarterback sehr oft selbst, wie stark er unter Druck gerät. Kann er offen werdende Routen schnell antizipieren, die Defense gut lesen und sich sicher in der Pocket bewegen, wird er weniger unter Druck stehen. Das führt dazu, dass O-Lines mit guten Pass Protection Werten nicht unbedingt dafür sorgen, dass ihr Quarterback weniger unter Druck ist als bei anderen Teams. Verantwortlich ist dafür oft der Quarterback selbst.

Ein Wide Receiver dagegen kann direkten Einfluss auf das Play des Quarterbacks haben. Läuft sich der Receiver schneller frei und ist offener, kann der Quarterback früher den Ball werfen. Auch wenn die Verbindung zwischen Receiver und Quarterback gut ist, kann der Quarterback unter Umständen früher antizipieren, wann der Receiver offen ist und auch früher den Ball werfen. Als einzelner Spieler hat der Receiver damit direkten Einfluss, dass der Quarterback weniger unter Druck steht. Auf den Draft betrachtet könnte das bedeuten, dass vielleicht Spieler wie Chase und Waddle eher dazu beitragen könnten, dass Sam Darnold weniger unter Druck stehen würde als Spieler wie Sewell oder Slater. Das klingt natürlich sehr paradox, da die O-Liner für das Blocken zuständig sind und die Receiver damit eigentlich nichts zu tun haben.

Rolle des Offensive Tackles grundsätzlich wichtig

Einen Einschub gibt es aber doch. Wir haben bisher nur die Top 30 Offensive Tackles betrachtet. Ein guter O-Linef hat vielleicht nicht so einen großen Einfluss wie ein guter Receiver, doch spielt auf OT eine absolute Graupe, kann dies zum großen Problem werden. Im Super Bowl spielten bei den Kansas City Chiefs auf Left Tackle ein Backup und auf Right Tackle ein Backup Guard. Beide Spieler waren nicht annähernd so gut wie ein Top 30 Tackle in der Liga und so wurde es für Quarterback Patrick Mahomes in diesem Spiel richtig ungemütlich.

Ist die Performance der O-Line irgendwann so schlecht, dass nicht mehr ein durchschnittliches Niveau erreicht werden kann, wird sich das auch auf das Ergebnis des Quarterbacks niederschlagen. Denn dieser kann dann selbst mit gutem Spiel zu oft unter Druck geraten. Ein schlechter Tackle hat demnach einen größeren negativen Einfluss als ein schlechter Receiver.

Ganz schlimm ist dabei natürlich die Kombination aus schlechter Pass Protection und schlechtem Quarterback. 2019 hatten die Panthers auf Left Tackle mit Darryl Williams und Greg Little zwei Spieler, die in dieser Saison nicht gut in Pass Protection waren. Auf der Quarterback-Position musste der junge Kyle Allen eingesetzt werden, woraufhin später sogar der noch schlechter aufspielende Will Grier zum Einsatz kam. Offensiv war die Saison gerade im Passing Game eine absolute Katastrophe. Die Panthers ließen natürlich mit dieser Kombination auch die meisten Sacks der Liga zu.

Insgesamt sollte das aber auch nicht zu einer Überreaktion führen. Eine schlechte Line sollte auf jeden Fall verbessert werden. Allerdings ist es nicht unbedingt notwendig gleich alle Ressourcen dafür auszugeben, eine der besten O-Lines zu kriegen. Denn wenn der Quarterback gut genug ist, ist der Einfluss zwischen einer überdurchschnittlichen und einer Elite O-Line nicht so groß wie viele vermuten würden.

Was spricht für einen OT?

Aufgrund der Ergebnisse mit PFF-WAR war für mich bei meinen Mock Drafts die Wahl zunächst recht klar. Mit dem achten Pick möchte ein Team einen besonderen Spieler haben, der über Jahre hinweg einen großen Einfluss hat. Da dieser bei einem Receiver in der Regel vielversprechender wäre, entschied ich mich für diese Position. Beim Fan-Mock der Dolphins fiel die Wahl auf Waddle, obwohl Sewell noch auf dem Board war. Auch beim Mock Draft 2.0 für den German Riot entschied ich mich für den Receiver von Alabama, obwohl ich die Chance hatte, Rashawn Slater zu picken. Eigentlich alles richtig gemacht, oder?

Ganz so einfach ist die Entscheidung dann doch nicht. Die Position des Offensive Tackles ist vielleicht nicht so einflussreich wie die der Receiver, doch trotzdem gehört sie zu den wichtigsten im Spiel. Die Trefferquote im Draft ist dabei sehr unterschiedlich. Tackles aus der ersten Runde werden oftmals über ihren Rookie Deal hinaus noch vom Team verlängert oder haben generell eher eine gute NFL-Karriere. Spieler aus späteren Runden dagegen sind nicht ganz so oft erfolgreich.

So stark ist der Unterschied bei den Receivern nicht, denn dort haben auch Spieler in den späteren Runden oftmals eine gute Karriere. Der Dropoff dort zwischen den Runden ist nicht ganz so stark.

Ein weiteres Problem ist der negative Einfluss eines Offensive Tackle. Ist der Spieler wirklich nicht NFL-tauglich und muss aber starten, kann das große Ausmaße auf die gesamte Offense haben. In diesem Draft haben die Panthers vielleicht die Chance, langfristig die Dienste von Penei Sewell oder Rashawn Slater zu sichern. Falls diese Spieler wirklich erfolgreich werden würden, hätten die Panthers langfristig eine Position in der O-Line stark besetzt und würden weniger in die Bredouille geraten, dort einen schwachen Spot in der Line zu haben (es kann natürlich auch zu Verletzungen kommen, wie zum Beispiel bei Mitchell Schwartz von den Kansas City Chiefs in der letzten Saison).

Sewell gewann bereits mit 19 Jahren die Outland Trophy und gilt als eines der größten Talente der letzten Jahre. Auf so einen Spieler zu verzichten und dafür einen Receiver zu wählen, der nicht mit so einer großen Wahrscheinlichkeit Erfolg haben würde, wäre sicherlich auch riskanter.

Fazit

Insgesamt würde ich als GM wohl immer noch bei meiner Wahl bleiben und früh einen Wide Receiver nehmen. An acht haben die Panthers fast die komplette Auswahl an Top Talenten (sofern sie dort bleiben). Falls sie den richtigen Spieler finden würden, wäre das gerade auf langer Sicht sehr hilfreich. Trotzdem bin ich aber auch sehr angetan von Penei Sewell oder Rashawn Slater. Beide sind tolle Talente und sie würden eine gewisse Sicherheit geben, wenngleich es auch bei beiden Fragezeichen gibt, ob sie auf Guard rutschen müssten.

Wahrscheinlich werden sich die Panthers mit ihrem ersten Pick auf Tackle verstärken. GM Scott Fitterer hat einen großen Scouting Hintergrund und war unter anderem am Aufbau der Legion of Boom in Seattle beteiligt. Er wird bestimmt eher in klassische Scouting Methoden interessiert sein und sich kaum mit Metriken wie PFF-WAR beschäftigen. Unabhängig davon, dass die Panthers Kunden bei Pro Football Focus sind. Auf den ersten Pressekonferenzen der Panthers mit Fitterer und Rhule wurde auch schon über den Kader gesprochen und GM wie auch Coach waren sich dort einig, dass die O-Line eine sehr hohe Priorität hat in der Kaderplanung.

 

Quelle: pff.com    sidelinereporter.wordpress.com

Bildquelle: bengalswire.usatoday.com    tdalabamamag.com    si.com

Day 2 Prospects: Potenzielle Picks der Carolina Panthers

Vorwort

Als Gastautoren konnten wir für den folgenden Artikel Julian ins Boot der Redaktion holen. Er ist Panthers Fan und Betreiber des Podcasts „Saturday Kickoff“ und beschäftigt sich, wie der Name schon vermuten lässt, mit College Football. Diese Kombination ist prädestiniert dafür, seine Sicht der Dinge im Hinblick auf den Draft in diesem Rahmen kundzutun. Vielen Dank für deine Mitarbeit!

Julians Day 2 Prospects:

Alles schaut auf den achten Pick am kommenden Donnerstag. Dieser könnte für die Carolina Panthers ein sehr entscheidender werden. Noch ist komplett unklar, was GM Scott Fitterer plant. Sie sprechen mit anderen Teams über potentielle Trade-Down-Szenarien. Ein QB ist wohl noch immer möglich und dann gibt es ja noch so einige andere talentierte Spieler, die klare Needs auf Offensive Tackle oder Cornerback abdecken könnten. Genau deswegen geht es in diesem Artikel nun aber um talentierte Spieler, die eher an Tag zwei prognostiziert werden. Denn auch da haben die Panthers zwei Selektionen (an 39 und 73) und werden sich Gedanken machen, wie man das Team bestmöglich verstärken kann. 

Gute Tiefe in benötigten Positionsgruppen

In dieser Draftklasse kommt Carolina eines zu Gute: Die Needs auf Cornerback und Offensive Tackle können auch noch gut in Runde zwei und drei abgedeckt werden, da beide Positionsgruppen recht tief besetzt sind. Weniger gilt dies für Tight End. In der Interior Offensive Line oder auf Safety können ebenfalls später noch spannende Spieler gefunden werden. Nach dem Curtis Samuel-Abgang muss außerdem auch noch auf Wide Receiver geschaut werden. Je nach Präferenz ist das ohne Probleme zwischen Runde zwei und sechs möglich. 

In diesem Artikel stelle ich euch ein paar interessante Kandidaten für Tag zwei vor. Let’s go:

Ifeatu Melifonwu, Cornerback, Syracuse

  • Redshirt Junior, 6-2, 205

Der Bruder von Obi Melifonwu ist ein unglaublich spannendes Cornerback Prospect mit viel Länge und Freak-Athletik. Er schließt Lücken sehr schnell und ist mit seiner Geschwindigkeit auf einem Level mit den meisten Receivern, wenn nicht sogar besser.

Bei Cornerbacks schauen wir immer auf die Richtungswechsel und wie flüssig sie sich dabei bewegen. Genau das macht der 21-Jährige sehr gut. Durch die Länge hat er viele Möglichkeiten, den Catch Point zu spielen. Für die Fans des physischen Footballs haben wir auch noch etwas: Viele Cornerbacks ziehen sich ja gerne aus der Affäre, wenn es um Run Support geht. Das zählt nicht für ihn. In gefühlt jedem Interview betont Melifonwu wie wichtig ihm Tackling und Physis ist – und das sieht man auf Tape.

Aber natürlich ist er kein perfektes Prospect. Gerade an seiner Play Recognition muss er noch arbeiten. Routen antizipieren und das ganze Spielfeld lesen, gehört unter anderem zu Aspekten, die er noch verbessern darf. In Off-Coverage tendiert er dazu, zu viel Abstand zu nehmen. Mit seiner Länge und Athletik ist das teilweise okay, aber funktioniert eben auch nicht immer. Außerdem möchte ich von einem Spieler mit seinen Tools noch mehr Physis in der Coverage sehen. 

Melifonwu ist der vierte Cornerback auf meinem Board, wird aber wahrscheinlich eher als Cornerback sechs bis zehn vom Board gehen. Das könnte also sogar dafür sorgen, dass er in Runde drei noch zu haben ist. Doch die Meinungen zu ihm variieren recht stark. 

Eric Stokes, Cornerback, Georgia

  • Redshirt Junior, 6-0, 194

Wenn man sich das Profil von Eric Stokes anschaut, fällt sofort eins auf: SPEED: Der ehemalige Leichtathlet hat mit einer 4,29 im 40-Yard Dash überzeugt und diesen (Straight-line) Speed sieht man auch auf Tape. Wir müssen uns bei dem ehemaligen Georgia Bulldog also keine großen Gedanken über Recovery Speed machen. Allgemein bringt Stokes viel davon mit, was der NFL bei einem Cornerback erstmal wichtig ist: Die Fähigkeit, lange eng am Receiver dran zu bleiben und dazu noch gute Ballskills. In verschiedenen Situationen, ob Press oder Off-Coverage, agiert er mit kontrollierter Fußarbeit. Als Spielertyp ist er dann aber auch durch seine Statur eher Finesse, als physisch. In der 2020 Saison hat er in fünf Spielen jeweils weniger als zehn Yards zugelassen.

Aber warum geht er dann erst so spät? Ich glaube, dass er durchaus Ende Runde eins oder Anfang Runde zwei vom Board gehen kann. Gerade der zweite Teil der ersten Runde ist da ganz schwer auszurechnen. Stokes ist nicht physisch und das sieht man auf Tape. NFL Wide Receiver werden das ausnutzen können. Mit seinem sehr dünnen Körper ist es die Frage, wie viel mehr Gewicht er noch aufnehmen kann. Oftmals spielt er noch zu aufrecht, wodurch seine sogenannte „Change of Direction“ eingeschränkt ist. Er verursacht zu viele Penalties und muss ein noch besseres Gefühl für die Route Kombinationen um ihn herum bekommen. 

Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob Eric Stokes an 39 noch zu haben ist. Aber wenn die Panthers ihn wollen, müssen sie ihn da nehmen. 

Richie Grant, Safety, Central Florida

  • Redshirt Senior, 5-11, 197

UCF Safety Richie Grant ist einer der verwirrendsten Prospects der Klasse und das liegt gar nicht an ihm selber, sondern den Safety Rankings. Denn teilweise sieht man ihn bei wirklich anerkannten Experten an eins und dann wieder eher am Ende der Top Ten. Also was denn nun?

Es ist eigentlich recht einfach, die Diskrepanz zu erklären. Was ist euch wichtiger, wenn ihr einen Safety evaluiert? Entwicklungsspielraum und Tools? Dann ist Grant nicht euer Mann. Wollt ihr aber einen intelligenten Spieler mit hohem Football IQ und guter Awareness, dann solltet ihr genauer hinschauen. Denn genau da überzeugt der 23-Jährige. Er liest das Feld gut und der Processing Speed, also die Fähigkeit das Spiel schnell zu lesen, ist ebenfalls toll. In den meisten Fällen ist er ein sicherer Tackler, wodurch er auch immer mal wieder Fumbles forciert.

Versteht mich nicht falsch, Richie Grant ist kein schlechter Athlet. Aber auch wenn an manchen anderen Stellen steht, dass er als tiefer Safety in einer Cover 1 spielen könnte – I don’t see it. Seine Richtungswechsel sind nicht besonders schnell und die notwendige Range hat er auch nicht. Dazu ist er bereits ein älterer Spieler, wodurch sein Entwicklungspotential ebenfalls limitiert ist. 

Ich finde Richie Grant durchaus spannend, solange man ihn nicht als alleinigen tiefen Safety oder im Slot in direkte Matchups mit kleinen, sehr schnellen Receivern nutzt. Durch seine Intelligenz wird man aber dennoch in fast jedem Scheme eine Rolle für ihn finden. 

Jamar Johnson, Safety, Indiana

  • Junior, 5-11, 205

Nun kommen wir zu zwei Playmakern auf der Safety-Position. Die Panthers haben zwar Jeremy Chinn, doch ein weiterer Cover-Safety könnte durchaus Sinn machen. Jamar Johnson könnte ein guter Fit sein.

Der 21-Jährige bewegt sich flüssig im freien Raum, hat gute Range und starke Ballskills. Mit sieben Interceptions konnte er in seiner Karriere überzeugen. Man sollte ihn in Coverage wirklich nicht unterschätzen: In den letzten zwei Jahren hat er keinen Touchdown und nur zwölf Catches zugelassen. Außerdem kann er durchaus physisch spielen. Gerade in der Rolle als Blitzer kann ich ihn mir da vorstellen.

Nun ist er als Safety in Coverage aber auch wirklich besser aufgehoben. Zu häufig hat er „Business Decisions“ getroffen und ist Tackles eher aus dem Weg gegangen. Auch seine Run Verantwortlichkeiten muss er noch besser handhaben.

Letztendlich mag ich Jamar Johnson als Slot Cornerback oder Boundary Safety. Mit der Athletik ist eine Rolle als tiefer Safety ebenfalls möglich.

Andre Cisco, Safety, Syracuse

  • Junior, 6-0, 216

Andre Cisco mag ich seit seinem Freshman-Jahr unglaublich gerne. Da führte er nämliche alle College Football-Spieler in Interceptions an. Die Turnover Production ist der erste große Grund, um sich Cisco anzuschauen: 13 Interceptions in 24 Spielen ist sensationell.

Grundsätzlich kann man ihn als High-Risk-High-Reward-Spieler beschreiben. Cisco hat die vielleicht beste Athletik aller Safeties und spielt absolut furchtlos. Das führt zu Big Plays, Ballverlusten und harten Hits. Sowohl aus einer Rover- oder Deep Safety-Rolle kann er das bringen. Doch da gibt es eben auch eine Downside: Er verlässt sich sehr stark auf seine Instinkte und will eben auch das Big Play machen. Teilweise geht das aber auch nach hinten los. Cisco muss kontrollierter werden.

Insbesondere gegen den Lauf hat er Probleme. Seine Tackles müssen kontrollierter werden, die Run Fits sind inkonstant und zu oft schießt er am Ziel vorbei. Positiv ist, dass er noch recht jung ist und sich daher noch entwickeln kann. Im Oktober 2020 hat er sich das Kreuzband gerissen, was ebenfalls Auswirkungen auf seinen Draftstock haben könnte. 

Auf Bigboards ist der 21-Jährige regelmäßig zwischen Runde zwei und vier zu finden. Also könnten die Panthers hier eventuell warten und vielleicht fällt er bis an 73. Mit Chinn wäre das in jedem Fall spektakulär.

Sam Cosmi, Offensive Tackle, Texas

  • Redshirt Junior, 6-6, 314

Sam Cosmi galt lange als potentieller Firstrounder, sein Draftstock hat aber etwas an Wert verloren. Trotz alledem gehört er noch immer in die Gruppe an Spielern, die an Tag zwei gehen werden und jedem Team recht früh helfen könnten.

Sehr positiv ist, dass der Texaner schnell und explosiv aus seinem Stance kommt. Allgemein hat er mit seinen athletischen Tests bestätigen können, dass nur wenige Offensive Line Prospects der letzten Jahre auf seinem Niveau waren. Zusätzlich hat er bereits viel Erfahrung auf beiden Tackle-Positionen sammeln können. Cosmi hat schnelle Füße und spiegelt die lateralen Bewegungen der Pass Rusher gut. Generell bekommt er gutes Leverage, auch wenn sein Gegenüber mit mehr Kraft ausgestattet ist. Das macht ihn so interessant: Er ist vor allem als Pass Blocker überzeugend. Außerdem mag ich die Aggressivität mit der er bis zum Pfiff spielt.

Aber natürlich ist auch hier nicht alles perfekt. Seine Armlänge ist okay, mehr aber nicht. Daher braucht er die Athletik auch. Außerdem kann er durchaus noch an seiner Technik arbeiten. Vor allem, wenn er mal wieder mit zu starker Overextension arbeitet oder zu spät den Kontakt zum Rusher sucht.

Cosmi wird spätestens in Runde zwei gehen, aber auch hier ist Vorsicht geboten: Wir dürfen von ihm nicht erwarten, dass er gleich in Jahr eins ein Feuerwerk abbrennt. Mit etwas Zeit kann er aber an seiner Technik arbeiten und etwas mehr Gewicht draufpacken.

Jaylen Mayfield, Offensive Tackle/Guard, Michigan

  • Junior, 6-5, 326

Jaylen Mayfield ist ein sehr spannender Case, da wir in der Pre-Draft-Season nicht zwingend das gesehen haben, was er auf dem Feld gezeigt hat. Gleich mal vorneweg: Mit 32 5/8 Inches hat er recht kurze Arme, wodurch seine Zukunft auf Tackle ein recht großes Fragezeichen mit sich bringt. Seine Athletik sieht auf Tape jedoch super aus! In meinem Scouting Bericht habe ich ihn daher als „Toolsy“ beschrieben. Also ein Spieler, der noch jung ist und eine Menge physisches Talent hat. Gerade im Run Blocking war er dabei unglaublich dominant. Die Mobilität und Kraft dafür ist in jedem Fall vorhanden. Dafür muss Mayfield noch an seiner Technik arbeiten. 


Nun ist das Problem, dass sein athletisches Testing in den vergangenen Wochen unterirdisch schlecht war – und das passt so gar nicht zu seinem Tape. Er ist wohl in schlechter körperlicher Verfassung aufgetreten und so unwichtig der 40-Yard-Dash auch ist: Eine 5,38 darf man halt echt nicht bringen.

Mayfield ist und bleibt ein Spieler mit guten Anlagen, der eine recht sichere Zukunft auf Guard hat und es eventuell je nach Umfeld auch auf Tackle versuchen darf. Geholfen hat er sich selber in den letzten Monaten aber nicht.

Quinn Meinerz, Interior Offensive Line, Wisconsin-Whitewater

  • Senior, 6-2, 320

Quinn Meinerz könnte der am höchsten gedraftete Division III-Spieler werden – also aller Zeiten. Seine Geschichte ist unglaublich. Jeden Sommer hat er sich rund um die Waldhütte seiner Eltern in Kanada fit gehalten und während der Saison dann auf dem niedrigen College Football-Niveau absolut dominiert. Die 2020 Saison ist dann für ihn leider komplett ausgefallen. Beim Senior Bowl gelang es ihm dann jedoch zu beweisen, dass er gegen die vermeintlich talentierteren Division I-Spieler nicht nur mithalten kann.

Es ist erstmal gut zu sehen, dass er die notwendige Stärke in den Händen und im Core hat. Der Einsatz und die Physis stimmt. Viele seiner Senior Bowl Reps haben außerdem gezeigt, dass er wirklich kontrolliert bleibt und gutes Leverage bekommt. Sein athletisches Testing war für die Interior Offensive Line auf elitärem Niveau.

Natürlich wird er Zeit brauchen, um sich an die NFL zu gewöhnen und viele kleine technische Fehler kann er sich dann einfach nicht mehr leisten. Doch das sollte niemanden davon abhalten, ihn in der späten Runde zwei oder Runde drei zu ziehen.

Pat Freiermuth, Tight End, Penn State

  • Junior, 6-5, 251

Wer in Runde drei wahrscheinlich nicht mehr da sein wird, ist Tight End Pat Freiermuth. Diese Tight End-Klasse ist tatsächlich schwach und das ist vor allem auf die Tiefe bezogen. Denn nach Übertalent Kyle Pitts gibt es genau einen Spielern, den ich in Runde zwei für relevant halte. 

Freiermuth ist eher der klassische In-line Tight End, der aber als Blocker und Receiver überdurchschnittlich agieren kann. Allgemein spielt der 22-Jährige sehr intelligent, bewegt sich gut als Route Runner und das, obwohl er jetzt nicht der Typ „Agiler Athlet“ ist. Als Receiver hat er die Penn-State-Offense getragen und gerade über die Mitte eine wichtige Rolle gespielt. Als Blocker spielt Freiermuth mit guter Technik, das Hand Placement kann sich sehen lassen und die Kontrolle ist da. Durch die Vielseitigkeit wird er gerade in der Redzone auch häufig auf dem Platz stehen und in jeder Situation helfen können.

Die Athletik habe ich schon kurz erwähnt: Er ist kein schlechter Athlet und doch sehe ich es nicht, dass er in der NFL konstant mit seinem Speed separieren kann. Da hilft es natürlich, 6-5 groß zu sein. Außerdem muss man seine Drops im Auge behalten. Acht Drops bei 100 fangbaren Bällen ist nicht ideal. 

Wenn Kyle Pitts in Runde eins früher gedraftet wird, und damit sollten wir rechnen, ist Pat Freiermuth die einzige Hoffnung auf eine recht sichere Verstärkung der Tight End-Position. 

Rondale Moore, Wide Receiver, Purdue

  • Redshirt Sophomore, 5-7, 181

Einen Receiver möchte ich hier natürlich auch noch nennen. Denn gerade von kleinen, aber wirklich guten Slot-Waffen gibt es viele zwischen Runde zwei und vier. Rondale Moore ist die wahrscheinlich spektakulärste davon. Wer seine Highlights noch nicht kennt, sollte jetzt Youtube öffnen.

Ja, Rondale Moore ist sehr klein und hatte viele Verletzungsprobleme. Er ist eine absolute Wildcard. Doch das Talent ist zu groß. Bereits als Freshman gehörte er zu den besten Spielern im College Football, denn sobald er den Ball in den Händen hat, kann es ganz schnell zu Ende sein. Der noch recht junge Receiver hat einen tollen Speed und ist extrem stark. Sein Juke Move ist elitär. In 2018 hatte er 906 Yards NACH dem Catch. Doch auch vor dem Catch kann er über die Mitte physische Catches machen und ich traue ihm als Deep Threat mehr zu als einem Kadarius Toney.

Sein Catch Radius ist natürlich limitiert und um in der NFL zu einem kompletteren Receiver zu werden, wird es Zeit benötigen. Da kommt es gut, dass er noch 20 Jahre jung ist.

Es ist sehr schwer einzuschätzen, wo Moore gehen wird. Ein Team kann sich bereits in Runde eins in ihn verlieben und das ist durchaus fair. Seine Größe und Verletzungen könnten ihn aber auch fallen lassen.

Falls ihr weitere Fragen zur NFL Draft oder bestimmten Prospects habt, meldet euch gerne auf Twitter bei mir (@julianbarsch) oder schreibt uns auf Instagram (@saturdaykick).

 

Quellen: theathletic.com, pff.com

Bildquelle:  si.com    georgiadogs.com    hossiersportsreport.com    stripehype.com    toledoblade.com    triblive.com

Panthers kompensieren Samuel-Abgang und verstärken die Secondary

Vorwort

Kurz bevor der Draft losgeht, wollen wir nochmal einen weiteren Mock Draft vorstellen. Um Missverständnisse auszuschließen, muss natürlich schon im Vorfeld geklärt werden, um welche Art von Mock Draft es sich diesmal handelt. Einerseits gibt es den Analytics-Mock Draft, in dem Spieler anhand von Daten und Positionswerten gezogen werden. Andererseits gibt es auch Mock Drafts, bei denen versucht wird, den Ausgang in der Draft-Nacht so genau wie möglich vorher zusagen. Beide Arten werden hier aber nicht berücksichtigt.

Ich als Autor des German Riot werde in die Rolle des GMs schlüpfen und versuchen, die Carolina Panthers bestmöglich zu verstärken. Zur Simulation wird dabei der PFF-Draft Simulator genutzt. Trades werden nicht berücksichtigt.

1. Runde (8. Stelle): Jaylen Waddle, WR, Alabama

Der Wide Receiver von Alabama gilt als eines der größten Talente im Draft. Er ist extrem explosiv, hat enormen Speed und ist keinesfalls ein reiner Speedster, da er durch seine guten Fähigkeiten im Route Running in allen Bereichen des Felds eine Gefahr darstellen kann.

Waddle spielte in seiner College Karriere viel im Slot. Durch seine Explosivität und Athletik konnte er sich aber auch von außen durchsetzen. Eine ähnliche Rolle wird er womöglich auch in der NFL zu erwarten haben, denn auch dort ist zu beobachten, dass die Elite Receiver oftmals im Slot eingesetzt werden, obwohl sie auch außen sehr stark sind und ihre Duelle gewinnen.

In seinem Junior-Jahr spielte er zunächst nur vier Spiele. In diesen Spielen war er aber der Beste auf dem Platz und das obwohl sein Partner Devonta Smith später als bester Spieler der College Saison mit der Heisman Trophy ausgezeichnet wurde. Waddle erzielte in jedem der vier Spiele mindestens 100 Receiving Yards, brach sich aber anschließend leider den Knöchel. Nicht nur die Verletzung lässt diesen Pick riskanter erscheinen, auch der Einsatz im Sophomore-Jahr war nicht wirklich groß.

Obwohl er teilweise eine viel höhere Produktivität mit seinen Targets hatte, musste er oft hinter den drei Top-Receivern Henry Ruggs, Jerry Jeudy und Devonta Smith zurückstecken. Er wurde zwar häufig als eine Art Gadget Player in diesem Jahr eingesetzt, doch die Coaches hatten trotz seiner Produktivität anscheinend nicht so viel Vertrauen in ihn, wie in die anderen drei Receiver. Folglich hat Waddle am Ende seiner College Karriere nicht so viele Snaps wie die andere Top-Prospects auf dieser Position.

Weitere mögliche Prospects: Rashawn Slater (T), Mac Jones (QB), Trey Lance (QB) und Patrick Surtain (CB)

2. Runde (39. Stelle): Asante Samuel Jr., CB, FSU

Asante Samuel Jr. spielte bei FSU in einem defensiven System, bei dem viel in Zonenverteidigung agiert wurde. Dabei erkannte Samuel schnell die Routen und konnte somit zügig die Receiver unterlaufen. Neben seinem schnellen Verständnis konnte er auch durch gute Explosivität glänzen. Einerseits konnte er schnell die Richtung wechseln, aber auch bei Realisierung der Route agierte er sehr explosiv.

Der junge Corner von der Florida State University wurde meist in Offball-Coverage aufgestellt. Das sollte auch er seine Rolle in der NFL sein. Er ist extrem klein für die Position, aber durch seine athletischen Fähigkeiten sollte er auch außen in der NFL Erfolg haben können. Sollte er dann allerdings auch außen in Press-Coverage Spieler wie Julio Jones oder DK Metcalf verteidigen müssen, würde das wohl in den meisten Fällen nicht so gut ausgehen. Ein großer Teil seiner Snaps wird zudem vielleicht auch im Slot stattfinden, besonders zu Beginn seiner NFL-Karriere.

Weitere mögliche Prospects: Jevon Holland (CB/S), Tevon Jenkins (T), Elijah Moore (WR) und Levi Onwuzurike (DT)

3. Runde (73. Stelle) Walker Little, OT, Stanford

Walker Little ist eines der am schwierigsten einzuschätzenden Prospects im gesamten Draft. 2017 kam er als 5-Sterne Recruit ins College und konnte in den ersten beiden Jahren abliefern. Seine starke Fußarbeit gepaart mit einem technisch guten Einsatz der Hände in der Pass Protection sorgten schnell dafür, dass Little als ein Top Pick im Draft gehandelt wurde.

Bereits im ersten Jahr seiner College Karriere konnte er seine Physis und Athletik auf dem Feld in gute Pass Protection ummünzen. Dann kam allerdings die Knieverletzung in seinem Junior Jahr 2019, weshalb er gleich nach dem ersten Spiel ausfiel. Anschließend ging er nochmal zurück ans College, doch wegen der Corona Pandemie spielte er auch im Jahr 2020 nicht.

Little war am Ende seines Sophomore-Jahres, trotz des großen Lobes, noch kein fertiges Prospect. Besonders im Run Blocking zeigte er immer wieder Probleme. In den nächsten zwei Jahren spielte er dann nur ein Spiel. Es ist nun sehr schwer zu sagen, ob er sich weiterentwickelt hat. An 73. Stelle ist der Pick natürlich immer noch ein Risiko, aber der mögliche Ertrag ist so hoch, dass dieser Pick hier Sinn machen könnte.

Weitere mögliche Prospects: Elijah Molden (CB/S), Dillon Radunz (OT), Rashad Weaver (Edge) und Dynami Brown (WR)

4. Runde (113. Stelle): Jamar Johnson, S, Indiana

Der Safety von Indiana spielte insgesamt lediglich knapp 800 Snaps im College. Ein fertiger Spieler ist er auch nicht, denn gerade im Tackling macht er noch viele Fehler. Seine Technik ist dort noch nicht ausgereift und da er oft versucht einen Turnover zu erzeugen, wird sein Tackle häufiger vom Gegenspieler gebrochen.

Trotzdem ist Johnson ein sehr spannender Spieler, denn seine Fähigkeiten in Coverage sind ausgezeichnet. Gerade auf der Position des Free Safetys erkennt er schnell den Spielzug und macht fast explosionsartig ein Play. Seine Forced Incompletion Rate ist sehr hoch und auch einige Interceptions gingen auf sein Konto. Justin Fields musste das zum Beispiel schmerzvoll miterleben.

Auch wenn Johnson noch nicht so viel Erfahrung hat, könnten seine Fähigkeiten in Coverage den Panthers sehr gut helfen. Zwar wäre Johnson nicht unbedingt jemand als Starter für Woche 1, doch da sich Carolina diese Offseason auch von Boston getrennt hat, benötigen die Panthers unbedingt ,gerade in der Mitte des Spielfeldes, in Zukunft mehr Stabilität.

Ein weiteres Manko bei Johnson war allerdings der Pro Day. Sah er in der Vergangenheit auf dem Spielfeld immer sehr explosiv aus und konnte dadurch auch viele Plays machen, war sein Pro Day eher unspektakulär und die Werte gaben nicht unbedingt die zu erwartenden Resultate wieder.

Weitere mögliche Prospects: Quinn Meinerz (iOL), Brady Christensen (OT), Eric Stokes (CB),  Tommy Tremble (TE)

5. Runde (151. Stelle): Benjamin St-Juste, CB, Minnesota

St-Juste ist ein größerer Cornerback, der aber für seine Größe extrem gut seine Richtung wechseln kann. Ihm fehlt zwar ein wenig der Top-Speed, aber in gewissen Schemes und mit einer besseren Technik in Press, sollte auch er eine Chance haben in der NFL erfolgreich zu sein. Spannend ist dabei natürlich, wie er sich bei den Panthers schlagen würde. Carolina ist eigentlich eher nicht auf der Suche nach den typischen Press-Corners, aber St-Juste so spät noch zu kriegen, sollte auf jeden Fall dazu führen, dass der Corner aus der Big Ten auch eine Chance kriegen sollte. Er könnte den Kader gerade in der Tiefe verstärken und dann in gewissen Situationen als Outside-Corner aufgestellt werden.

6. Runde (193. Stelle): Tay Gowan, CB, UCF

Nachdem in diesem Mock Draft eher Spieler aus größeren Colleges gezogen wurden, ist Gowan der erste Spieler aus einem College, das in keiner Power-5 Conference spielt. Sein größtes Manko ist dabei die Erfahrung. Er hat lediglich im Jahr 2019 gespielt und danach die Saison ausgesetzt. In dieser Saison konnte er aber besonders als Outside Corner überzeugen.

Der große Cornerback spielte bei UCF oftmals in Press-Coverage, hatte aber in seinem einem Jahr auch gute Plays in Offball-Coverage. Erfahrungen außerhalb von Outside-Cornerback hat er aber selten gemacht. Vielleicht braucht er insgesamt noch ein wenig Vorlaufzeit, aber insgesamt kann er langfristig eine große Stütze sein, wenn es die Panthers dann schaffen sollten, sein Talent in Coverage richtig einzusetzen.

6. Runde (222. Stelle): Chauncey Golston, Edge, Iowa

Mit dem letzten Pick wählen die Panthers in diesem Mock Draft Chauncey Golston. Der Edge Rusher könnte eine ähnliche Rolle einnehmen, wie zuletzt Efe Obada. Bei Iowa spielte er zumeist außen, wurde aber auch bei einigen Snaps in die Mitte der Line gestellt. Ihm fehlt vielleicht ein bisschen die Explosivität. Er ist eine andere Art von Spieler wie zum Beispiel ein Brian Burns, doch seine Entwicklung im College zeigt, dass er sich Jahr für Jahr steigern konnte. Am Ende konnte er Plays gegen den Lauf und als Pass Rusher machen. Gerade für die Tiefe im Kader könnte Golston somit vielleicht sofort eine Verstärkung sein und so den 53-Mann-Kader bereits im ersten Jahr erreichen.

Fazit

In diesem Mock Draft ging es darum, mit jedem Pick den größten langfristigen Nutzen für die Panthers zu ziehen. Aufgrund des  immer besseren QB-Spiels und immer schnelleren Release-Zeiten in der NFL, nimmt die Wichtigkeit der Coverage fast von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Deshalb ist es besonders wichtig sich dort stark zu verbessern. Hat ein Team bereits eine Schwachstelle in der Secondary, kann diese teilweise ein gesamtes Spiel über vom Gegner ausgenutzt werden. Deshalb ist es auch wichtig, nicht nur alle Starter in der Secondary gut zu besetzen, sondern auch für genügend Tiefe zu sorgen.

Natürlich wird es auch hier einige Busts mit einigen Picks geben. Das unterstreicht aber umso mehr, dass ein Team nicht aufhören sollte Spieler auf wichtigen Positionen zu holen, obwohl zuvor im Draft schon Lücken gestopft worden sind. Wichtige Positionen sollten demnach immer gezogen werden, besonders wenn, wie auf Cornerback, mehrere Spieler gleichzeitig auf dem Platz stehen. So kann gewährleistet werden, dass Teams dort auch in Zukunft dauerhaft gut besetzt sind.

Natürlich könnte die Strategie auch umgedreht werden. Um die Coverage des Gegner zu erschweren, könnten weitere Receiver gezogen werden. Mir als Autor haben bei der Mock-Draft Simulation gerade in der zweiten Hälfte aber jeweils die Coverage-Spieler besser gefallen, weshalb die Wahl auf diese Positionsgruppe fiel. Mit Little und Golston haben wir zudem sogar zwei Spieler in der Line, die gezogen wurden. Sie gefielen mir auf ihren Spots so gut, sodass sie über den Receivern und Coverage-Spielern gezogen wurden

 

Quelle: nfl.com    pff.com

Bildquelle: tdalabamamag.com    bleacherreport.com    hoosiersportsreport.com    pff.com

 

 

Sam Darnold nun bei den Panthers: Kann er die Zukunft „under Center“ werden?

Am 5. April sorgten die Panthers mit einem Trade für ein großes Raunen in der NFL-Welt. Für einen 2021 Sixth Round Pick, einem 2022 Second Round Pick und 2024 Fourth Round Pick sicherte sich Carolina ihren neuen Quarterback Sam Darnold von den New York Jets. Doch wer ist dieser ehemalige No. 3 Overall Pick? Wie schlug er sich im College und vor allem, wie sahen seine ersten drei Jahre in der NFL aus? In diesem Bericht wollen wir euch unseren neuen Quarterback etwas näher bringen.

Samuel Richard „Sam“ Darnold

  • 6’3“ (1,91m) 225 Pfund (102 kg)
  • 23 Jahre alt (05.06.1997)
  • 2018 als No.3 Pick zu den New York Jets gedraftet

Sam Darnold besuchte die San Clemente High in San Clemente, bei der er neben Football auch erfolgreich Basketball spielte. Ursprünglich sah er als Wide Receiver und Linebacker Einsatzzeiten, ehe er aufgrund einer Verletzung als Quarterback eingesprungen war – und dann letztendlich bei dieser Position blieb. Um Sam Darnold richtig bewerten zu können, muss auch ein Blick zurück auf seine College-Saison geworfen werden. Also, wie wurde Sam Darnold nach seiner College-Saison von den Experten bewertet? Anbei folgt nun ein Abschnitt, welcher Sam Darnold vor seiner Zeit in der NFL bewertet:

Rückblick: College-Zeit

Von 2016 bis 2017 spielte Darnold am College für die USC Trojans, welche für die University of Southern California aufliefen. Dort konnte er den Rose Bowl 2017 gewinnen und wurde zum MVP der Offense gewählt. Ein kleiner Überblick auf die Statistiken, die Sam Darnold während seinen zwei Jahren am College erzielte:

2016: 13 Spiele, 3086 Yards, 67,3 % Completions, 32 TDs, 9 Int, 161,1 QB-Rate, 5 Fumbles

2017: 14 Spiele, 4143 Yards. 63,1% Completions, 26 TDs, 13 Int, 148,1 QB-Rate, 9 Fumbles

In seiner Debütsaison am College war Darnold ein extrem effizienter Passer, welcher sein Team zu einer 10-3 Bilanz führte. Sein erstes Spiel als Starter verlor er zwar, konnte dafür aber im Anschluss eine neun Spiele lange Siegesserie starten.

Die Saison 2017 war dann eher eine durchwachsene für Darnold. Neben den 13 Interceptions hatte er auch massive Probleme mit den verursachten Fumbles. In Summe waren das zu viele Turnovers. Trotzdem konnte er immer wieder mit schönen Würfen und einer exzellenten Genauigkeit in fast jedem Spiel die Scouts überzeugen. Es gab eine Menge, was den Scouts an Darnold gefiel und so wurde er als zukünftiger Starter in der NFL gesehen.

In erster Linie ist Darnold ein akkurater Pocket Passer, der den Ball gut platzieren kann und gerade im kurzen bis mittleren Teil des Feldes sehr präzise ist. Er hat eine exzellente Antizipation und weiß, wann und wo die Receiver offen sind. Dank seinem Gespür und Timing trifft Darnold die Receiver im Lauf und ermöglicht ihnen viele Yards after Catch. Er ist ein natürlicher Rhythmus-Passer, der am besten in ein West Coast-System passen würde. Kommt der junge Quarterback in einen guten Groove, so ist er ein Passer mit einer tödlichen Genauigkeit.

Darnold fühlt sich in der Pocket sehr wohl, hat aber auch die Fähigkeit sich zu bewegen, um wertvolle Zeit zu gewinnen und Sacks zu vermeiden. Außerdem besitzt er die Fähigkeit schöne Plays zu kreieren, wenn der Spielzug anders verläuft als geplant und er improvisieren muss. Immer wieder schaffte er es, Würfe in solchen Situationen anzubringen, die für einen College-Quarterback sehr selten sind. Darnold hat zudem die seltene Eigenschaft seine Wurfbewegung zu beschleunigen, um den Ball rechtzeitig loszuwerden, wenn er unter Druck steht. Es gibt kaum NFL-Starter, die diese Fähigkeit besitzen. Aufgrund seiner Armstärke und seiner Wurfbewegung wurde er von vielen GMs mit Philipp Rivers verglichen.

Aber auch die negativen Seiten von Darnold sind bekannt. Seine Ballsicherheit im Jahr 2017 war schlecht, zu viele Interceptions und Fumbles hatte er kreiert. Zu oft wurde trotz einer guten Sicht auf das Spielfeld eine Interception geworfen.

Von den Top-Quarterback-Kandidaten für den NFL-Draft 2018 hat Darnold den größten „It-Faktor“. Ohne Zweifel hat er eine Menge Mut und ist ein Gamer, der nicht aufgibt, um sein Team zum Siegen zu treiben. Ihm wird ein super Football-Charakter und hohe Führungsqualitäten nachgesagt.

Im Draft 2018 ging er schließlich an Nummer 3 zu den New Yorks Jets. Doch was wurde aus dem gehypten Prospect? Der folgende Abschnitt bewertet nun die aktuelle Zeit, nach drei Jahren in der NFL:

Rückblick: NFL-Zeit

Auch hier fangen wir erstmal mit den Statistiken an:

2018: 14 Spiele, 2865 Yards, 57,7 % Completions, 17 TDs, 15 Int, 77,6 QB-Rate, 5 Fumbles

2019: 14 Spiele, 3024 Yards, 61,9% Completions, 19 TDs, 13 Int, 84,3 QB-Rate, 11 Fumbles

2020: 14 Spiele, 2208 Yards, 59.6% Completions, 9 TDs. 11 Int, 72,7 QB-Rate, 4 Fumbles

2018 – 2020: 417 Rushing Yards, 5 Rushing TDs

In der NFL sahen Darnolds persönliche Statistiken im ersten Jahr nicht besonders beeindruckend aus. Wie oben zu lesen ist, warf er kaum mehr TDs als INTs und auch 2865 Yards sind keine besonders guten Zahlen. Bis zu einem gewissen Grad kann das Jahr aber als eine Rookie-Saison eines Spielers entschuldigt werden, der sich noch an die NFL anpassen muss. Zudem konnte er sich im Jahr darauf etwas steigern.

Leider hielt diese Steigerung nicht an, denn das Jahr 2020 war ein absolutes Desaster für Darnold. Auch, dass er keine Saison aufgrund von Verletzungen durchspielen konnte, gibt manchen Leuten einen Grund zur Sorge. Zudem hilft es Darnold nicht, dass die anderen Quarterbacks, die 2018 neben ihm gedraftet wurden, eine Reihe von bemerkenswerten Leistungen vorzuweisen haben:

Baker Mayfield und Josh Allen haben ihren Franchises geholfen, die jahrzehntelange Durststrecke nach Playoff-Siegen zu brechen. In der Zwischenzeit hat Lamar Jackson bereits eine MVP-Auszeichnung gewonnen. Nur Josh Rosen konnte bei den Arizona Cardinals nicht überzeugen.

Aber zurück zu Sam Darnold. Eine weitere Statistik zeigt ein grundlegendes Problem auf.

Legende der Abkürzungen:

  • Jahr
  • Durchschnittliche Air Yards bei allen seinen Passversuchen (IAY)
  • Durchschnittliche Air Yards bei seinen Completions (CAY)
  • Wie oft wurde in enge Fenster geworfen (AGG%)
  • Insgesamte Completions (COMP%)
  • Erwartete Completions nach den Metriken der NFL

Die Geschichte, die diese Statistiken erzählen, ist nicht schön. Darnold hat den Ball mit jeder aufeinanderfolgenden Saison in eine geringere Tiefe des Downfields und in weniger enge Fenster geworfen. In der Zwischenzeit waren seine Completion-Stats trotz leichterer Pässe im Allgemeinen schwächer. Die höchste Completion-Quote war in seiner bisher kurzen Karriere bei nur 61,9% im Jahr 2019. Das war auch das einzige Jahr, bei der Prozentsatz höher war als erwartet. Mit anderen Worten ausgedrückt: Obwohl Darnold im Laufe seiner Karriere weniger schwierige Pässe versucht hat, war er nicht besser darin, sie auch tatsächlich anzubringen.

Bei knapp 60% seiner Dropbacks stand Darnold zudem in einer „sauberen“ Pocket – konnte also den Ball ohne Druck passen. Auch hier brachte er nur 68% seiner Pässe für 1.500 Yards, 6 TDs und 7 INTs an. Damit sind er und Dwayne Haskins die einzigen Quarterbacks der letzten Saison, die aus einer sauberen Pocket heraus mehr Interceptions als Touchdowns geworfen haben.

Das liest sich erstmal alles sehr bescheiden. Doch warum wollten die Panthers Sam Darnold verpflichten? Und warum sollte man ihm trotzdem eine faire Chance geben?

„Sam ist ein Typ, den ich schon als er von der USC kam, sehr mochte“, sagte Scott Fitterer, General Manager der Panthers während einer virtuellen Pressekonferenz. „Ich mochte die Konkurrenzfähigkeit, die Zähigkeit, seine Fähigkeit, sich in der Pocket zu bewegen. Er kann mit seinem Arm große Spielzüge auf dem Feld machen. All diese Dinge stachen bei ihm wirklich hervor. Ich denke einfach, dass er in dieser Offense mit Joe Brady, Matt Rhule und den Waffen, die wir um ihn herum haben, den nächsten Schritt mit uns machen kann. Ich war wirklich begeistert, jemanden von Sams Kaliber in unser Team aufzunehmen.“

Darnold hatte mit zu viel Verantwortung zu kämpfen

„Der Junge kann spielen“, sagte ein ehemaliger offensiver Assistenztrainer der Jets. „Er ist ein Alphatier mit der Fähigkeit, alle Würfe zu machen. Er ist ein harter Arbeiter, der sich den Respekt seiner Teamkollegen verdient und er hat keine Angst vor der Bühne. Wir haben wahrscheinlich zu viel auf seine Schultern gelegt und er hatte mit der ganzen Verantwortung an der Line of Scrimmage zu kämpfen. Als wir das Ende 2019 zurückschraubten, blühte er als Spieler auf und auch die Offensive nahm Fahrt auf. Wenn wir in der letzten Saison bei diesem Ansatz geblieben wären, hätte er besser gespielt.“

Wenn man sich den letzten Punkt genauer anschaut, so spielte Darnold 2019 tatsächlich in den letzten acht Spielen des Jahres auf einem höheren Niveau. Er brachte 163 von 267 (61%) Pässe für 1.947 Yards an, sowie 13 TDs und 4 INT. Hierbei half er den Jets, sechs der letzten acht Spiele zu gewinnen. Die Leistung, die er in dieser Zeitspanne gezeigt hat, hat sicherlich das Interesse der Optimisten geweckt, dass Darnold seinen Weg in einer neuen Offense in Carolina finden kann.

Ich konzentriere mich mehr auf Sam in unserer Offensive und darauf, was wir mit ihm hier machen können“, sagte Fitterer. „Ich mag seine Fähigkeiten. Er ist erst 23 Jahre alt. Viele dieser Quarterbacks werden erst mit 24, 25, 26 Jahren reif und kommen in ihre beste Zeit. Wenn das ein Quarterback ist, den wir zu diesem Preis bekommen können, ist es das Spiel definitiv wert.“

Auch hier hat Fitterer nicht ganz Unrecht. In einer Offensive mit einer A+ Backfield-Waffe wie Christian McCaffrey und zwei talentierten Passempfängern, mit DJ Moore und Robby Anderson, hat Darnold nun endlich die Unterstützung, die er als QB benötigt. Zudem hat er mit Brady einen der besten, jungen Offensive-Coordinatoren an seiner Seite. Kann Brady das Potenzial von Darnold als Spielmacher mit Hilfe aus einer Mischung von traditionellen Konzepten und einigen der RPO- und Quick-Rhythm-Taktiken von USC freischalten, so könnte Darnold im nächsten Jahr einen riesen Schritt nach vorne machen. Die Panthers haben in der letzten Saison mit Teddy Bridgewater als QB sehr viele kurze und mittlere Pässe gespielt. Mit dem starken Arm der ehemaligen Nummer 3 im Draft wird Rhule in der Lage sein, das Spielbuch ein wenig mehr zu öffnen, sobald Darnold sich in der Offensive eingewöhnt hat.

Die schwierigen Umstände in New York

Man kann ewig mit Ausreden weitermachen, warum Sam Darnold in New York floppte. Zunächst einmal war sein Head Coach Adam Gase, der für viele wohl einer der schlechtesten Head Coaches, die wir in den letzten 25 Jahren gesehen haben, war. Er hatte keine Ahnung, wie man eine Offense führt und war ahnungslos, wenn es darum ging, Schemes zu formulieren, die zu den Stärken seiner Spieler passten.

Das führt zum nächsten Punkt: Darnold hatte in New York wenig bis gar kein Talent um sich herum. Fast jeder Spieler in der Offensive der Jets, der zum Einsatz kam, war bestenfalls ein mittelmäßiger NFL-Spieler (mit Ausnahme von Wide Receiver Robby Anderson). Ihre Offensive Line war durchweg eine der schlechteren in der NFL. Zugegeben hatte er aber auch Anderson und Jamison Crowder in seinem Receiver-Core. Jedoch muss hier erwähnt werden, dass beide ständig verletzt waren und insgesamt 21 Spiele verpassten. Dadurch ist es extrem schwer, einen Rhythmus mit seinen Receivern zu bekommen, wenn sie ständig ausfallen. Und als Nachfolger kamen Spieler wie Quincy Enunwa und Jermaine Kearse, die einfach nicht an dieses Niveau rankommen.

Trotz des ganzen Chaos, welches von 2018-2020 bei den Jets war, konnte Darnold auch immer wieder glänzen. Er hat zwar keinen „Generationsarm“, aber dafür besitzt er aufgrund seiner Armstärke die Fähigkeit, im Lauf zu werfen, ohne dabei an Genauigkeit oder Stärke einzubüßen. Zudem ist Darnold für seine Position ein guter Athlet, der auch eine überraschende Mobilität in der Pocket hat, um entgegen kommenden Pass Rushern auszuweichen. Hierfür hat er in seinen drei Jahren in New York auch genug Übung bekommen.

Diese Kombination, zusammen mit den vorhandenen Waffen, die in Carolina sind und einen Playcaller, der Darnolds Stärke zu nutzen wissen wird, könnte seinen Durchbruch bedeuten. Er besitzt bei den Panthers einen großartigen Trainerstab, einen der besten Runningbacks der Liga, zwei exzellente Receiver und eine durchschnittliche O-Line (die aber besser als bei den Jets ist und mit einem Pick von Sewell / Slater potenziell großartig werden könnte). Zudem ist er erst 23 Jahre alt (damit jünger als z.B. Joe Burrow) und hat dadurch noch einige Jahre vor sich. Jedoch weiß auch Darnold, dass es vielleicht seine letzte Chance sein wird, ein Franchise-QB in der NFL zu werden.

Bereits jetzt trainieren McCaffrey und Darnold zusammen in California. Und natürlich kennen sich Anderson und Darnold auch bestens aus der gemeinsamen Zeit bei den Jets. Dort hatten die beiden eine unglaubliche Connection auf dem Spielfeld. Insgesamt brachte Darnold 88 Pässe zu Anderson an, erzielte dabei 88,5 % Completions für 1341 Yards und 11 TDs. Zudem konnte er 21 Pässe anbringen, die über 20+ Yards flogen. Es ist zu hoffen, dass diese Connection auch in Carolina aufrechterhalten bleibt und durch DJ Moore erweitert wird.

Wie ist der Trade nun abschließend zu bewerten?

Viele Fans hätten sich einen Quarterback im Draft gewünscht. Jedoch muss man hier erwähnen, dass Darnold in seinem jungen Alter im Gegensatz zu diesen angehenden Rookies schon 3 Jahre NFL Erfahrung sammeln konnte und dadurch vielleicht gerade am Anfang sogar die sicherere Variante ist. Natürlich darf man nicht über seine Schwächen hinwegsehen. Jedoch zeigte Darnold immer wieder, dass er ein guter Quarterback sein könnte, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt. Diese Möglichkeit wird ihm nun gegeben, nutzen muss er sie selbst.

Ich bin der Meinung, dass man Sam Darnold eine faire Chance geben sollte. Er hatte extrem unter den schwachen Bedingungen in New York gelitten, stand mit 23 Jahren unter unglaublich großem Druck und hatte mit Gase einen Trainer, der schon viele Quarterbacks vor ihm verheizt hat. Zudem ist Darnold ein beliebter Teamkollege und hatte sich trotz allem nie negativ über Gase und New York geäußert. Er sollte die Saison 2021/2022 starten und zeigen, dass er ein Franchise-Quarterback werden kann. Sollte das Experiment schief gehen (was übrigens auch bei den meisten QB im Draft passieren könnte), so hat man keinen hohen Preis gezahlt und man wird wohl im Draft 2022 eine neue Möglichkeit haben, einen neuen Franchise-Quarterback zu suchen.

Wir freuen uns auf Sam Darnold und wünschen ihm alles Gute für die Saison 2021/2022.

Quellen:

www.pantherswire.usatoday.com, www.nfl.com, www.ran.de, www.profootballnetwork.com, www.walterfootball.com,

Bildquellen:

cdn.vox-cdn.com; img.bleacherreport; jetswire.usatoday.com

Top Talent mit Charakterproblemen?: Micah Parsons könnte die Lücke auf der Linebacker-Position schließen

Im letzten Teil unserer First Round Prospect-Analyse widmen wir uns einer Position, auf der die Panthers über Jahre hinweg perfekt besetzt waren. Nach den Abgängen von Luke Kuechly und Thomas Davis schmachten Panthers Fans nun nach einem Upgrade. Natürlich sprechen wir hier vom Linebacker-Core. Es ist durchaus möglich, dass die Panthers auf dieser Position zugreifen und ein Name ist bei den Top Prospects immer im Gespräch: Micah Parsons.

Micah Parsons

  • LB, Penn State
  • 6’3“ (1,90m) 244 Pfund (110kg)
  • 21 Jahre alt (26.05.1999)
  • 2020 stats: keine, da Opt-out
  • 2019 stats: 109 Tackles gesamt davon 14 for loss, 5 Sacks, 4 Forced Fumbles, 5 abgewehrte Pässe

Vorab sei bereits so viel gesagt, dass Parsons ein wahnsinniger Athlet ist und somit einen riesigen Impact für die Defense von Penn State hatte. Seine Athletik wird nicht nur durch die guten Leistungen in den Pro Days deutlich (4,39s im 40 Yard Dash, 6,89s im 3 Cone Drill, 126 Inches (3,2m) im Broad Jump) sondern auch beim Blick aufs Tape wird klar, dieser Junge kann den Unterschied mit seiner Physis machen.

Stärken

Seit 2000 gab es lediglich 5 Spieler im Combine, die mit einem Gewicht von 240 Pfund oder mehr unter 4,41s auf 40 Yards gelaufen sind. Auch der Broad Jump würde ihn in die Top 10 für Linebacker verfrachten, während er mit dem 3 Cone Drill unter den besten 20 seiner Position landen würde (die Werte gehen nicht in die Statistik ein, da es sich bei Pro Days um inoffizielle Zeiten handelt).

Die oben genannten Attribute helfen Parsons vor allem im Pass Rush. Running Backs oder Tight Ends haben in der Regel keine Chance und somit oft das Nachsehen. Jedoch ist er nicht nur ein hervorragender Blitzer, der pfeilschnell den Weg zum Quarterback findet, sondern kann er auch bei Passing Downs als Edge-Rusher eingesetzt werden. Hier kann er Duelle mit Offensive Linemen für sich entscheiden. Diese Fähigkeiten bringt er von der High School mit, auf der er noch als klassischer Edge-Rusher eingesetzt wurde.

Seine enorme Explosivität verhilft bei Inside Runs dazu, schnell durchs Gap zu schießen und das Tackle zu machen. Bei Outside Runs ist er oft zu flink für die Blocker und den Running Back, sodass er Plays im Keim ersticken kann.

Die Saison 2020 hat er ausgesetzt, was automatisch einen Zerfall der Defense von Penn State nach sich zog. Dies zeigt, welchen Impact er für ein Team haben kann und nicht nur ein guter Blitzer und gut gegen den Lauf ist. Vielmehr hat er auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel das Ansagen von Spielzügen und Leading, erfüllt. Dass er auf allen Linebacker-Positionen gespielt hat, unterstreicht noch einmal seine Flexibilität.

Schwächen

Die vermeidlichen Schwächen von Micah Parsons lassen sich grob in zwei Hälften teilen. Auf der einen steht das Sportliche. Von ihm hat man nur wenig Coverage Snaps gesehen, sodass hier einige Experten zweifeln, ob der Linebacker in der NFL vernünftig decken kann. Dem gegenüber liegen seine Auffälligkeiten außerhalb des Spielfeldes.

Sportlich

Die Frage, ob er nicht der beste im Covern ist, kann man jedoch nicht von der Quantität der Snaps abhängig machen. Dies kann auch lediglich am System des Defensive Coordinators liegen. Wenn er decken sollte, konnte man gut erkennen, wie ihm seine Quick Feet in der Man Coverage halfen, dicht an seinem Gegenspieler zu bleiben. Auch gelang es ihm, „sideline to sideline“ die gesamte Bandbreite abzudecken. Inwiefern er tiefe Pässe bspw. wie ein Luke Kuechly abwehren kann, ist auch nicht abschließend zu beurteilen. Hierfür ist nicht genügend Tape vorhanden.

Dass er nicht die besten Ballskills hat, steht dann wieder auf einem anderen Blatt (keine Interception in 2 Jahren auf dem College). Letztlich kann man ihm keine schwache Coverage attestieren, nur weil er sie nicht oft spielen musste. Ein Nachteil in der Beurteilung ist dies jedoch sicherlich. Das Jahr 2020 hätte dahingehend deutlich mehr Aufschluss geben können.

Off the field

Auf der anderen Seite der Coverage Skills liegen seine „Off the field issues“, die ihn aus der Top 10 hinausbefördern könnten. Ein ehemaliger Teamkamerad hat ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen und ihn angezeigt. Parsons bestreitet diese Aussagen, weshalb dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Außerdem soll es in der Kabine auch schon eine handfeste Auseinandersetzung mit einem anderen Mitspieler gegeben haben. Dazu sagte Parsons, dass man noch sehr jung und unreif war, diese Verhaltensmuster von damals aber keinen Einfluss auf seinen heutigen Charakter und somit auch nicht auf den Draft haben.

Es muss aber auch erwähnt werden, dass es sich oftmals bei solchen Themen um Gerüchte handelt, die dem Beweise nicht zugänglich sind. Dementsprechend muss man hier vorsichtig agieren. Letztlich ist es jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass Parsons des Öfteren im Zusammenhang mit Problem abseits des Feldes in Verbindung gebracht wird.

Wie passt er zu den Panthers

Die Panthers haben sich auf der Linebacker-Position mit Denzel Perryman sicherlich verstärkt. Nun ist es so, dass Coach Snow nur noch selten mit 3 Linebackern agiert, sodass diese möglichst flexibel sein sollten.

Welche Rolle kann er übernehmen?

Ein Micah Parsons könnte das Puzzleteil sein, welches in Zukunft von Snap zu Snap verschiedene Rollen übernehmen könnte. Hierzu müsste er sicherlich noch lernen, wie man in verschiedenen Situationen zu covern hat, jedoch wird er seine „learning curve“ noch nicht ausgeschöpft haben.

Grundsätzlich kann er MLB und auch OLB spielen. Ab und zu wurde seine „Play Recognition“, also das Auge für die jeweiligen Spielzüge bemängelt, jedoch könnte er dies beispielsweise mit Luke Kuechly trainieren. Dieser ist bekanntermaßen in diesem Bereich bereits eine Legende.

Wird er die Defense langfristig upgraden können?

Parsons Skillset eignet sich hervorragend, um den gegnerischen Quarterback zu verunsichern, indem man ihn immer woanders aufreiht. Mit ihm könnte man den Pass Rush andeuten, ihn jedoch dann in die Coverage droppen lassen. Dass er dies beherrscht, hat er bereits auf dem College bewiesen. In anderen Situationen wird er dann Richtung Quarterback stürmen. Das würde die Panthers Defense noch unberechenbarer machen. Das häufige Umstellen Jeremy Chinns  hat bereits gezeigt, dass Phil Snow es gerne hat, wenn man der Offense verschiedene Formationen „anbietet“. Parsons könnte umso mehr Verwirrung stiften. Außerdem könnten seine Pass Rush Fähigkeiten den auf 3rd Down anfälligen Panthers weiterhelfen.

Wenn man Parsons vertrauen schenkt und die „Off the Field Issues“ möglicherweise momentan zu heiß gekocht werden, kann man sich einen Day 1 Starter ins Team holen, der das Potenzial eines All Pro mitbringt.

 

Quellen: espn.com, thedraftnetwork.com, NFL.com, Sports-reference.com, Ran.de, si.com

Bilderquellen: Post-gazette.com, pennlive.com

 

Rashawn Slater als Multitalent in der O-Line: Wird er die Panthers verstärken?

Als nächstes dürfen wir euch Rashawn Slater vorstellen. Der Offensive Tackle von Northwestern spielte in seiner College Karriere bereits auf Right und Left Tackle und gilt als eines der größten Talente auf dieser Position. Einige Talent Scouts, wie auch NFL-Analysten, haben ihn sogar als besten Tackle der gesamten Klasse auf dem Draft Board stehen.

Physische Daten:

  • Größe: 6‘3 (ungefähr 1.90m)
  • Gewicht: 304LBs (ungefähr 138kg)
  • Alter: 22 Jahre

Entwicklung

Slater ging in Texas in die Highschool. Mit einem 3-Sterne Rating von 247-Sports ausgezeichnet bekam er anschließend eine Hand voll Angebote für ein Stipendium der großen Colleges. Er nahm das Angebot von Northwestern an und konnte so in der großen Big 10 Conference sein Können gegen die großen Colleges unter Beweis stellen. Als Right Tackle spielte er bereits in seinem Freshman-Jahr 2017 von Anfang an und wurde am Ende von Big Ten Network ins Freshman-Team des Jahres gewählt.

Er entwickelte sich zu einem der besten Tackles des Landes weiter und wechselte in seinem Junior-Jahr 2019 auf die Left Tackle Position. Gegen die besten Pass Rusher wie zum Beispiel Chase Young konnte er in diesem Jahr durchgängig sein hohes Niveau zeigen und so kam er in die engere Auswahl bei der Wahl zum besten Liner für die Outland Trophy. Nach diesem starken Jahr wollte er nochmal zurück ans College gehen und entschied sich für das Senior Jahr, doch dann kam die Corona-Pandemie und zur Sicherheit entschied sich Slater dazu, das Jahr komplett auszusetzen.

Stärken

Slater spielte in der Big 10 durchgehend gegen starke Konkurrenz. Obwohl er sogar gegen Pass Rusher spielen musste, die teilweise in den Top 3 im NFL Draft gezogen wurde, ließ er in seiner gesamten Junior-Season nicht einen Sack zu und insgesamt auch nur fünf Pressures. Ein Grund dafür war seine geniale Fußarbeit, die ihn fast immer in eine Position brachte, in der er vorteilhaft seinen Quarterback beschützen konnte. Seine extrem gute Athletik für einen Offensive Tackle konnte er auch während des Pro Days sehr gut unter Beweis stellen. Seine Werte aus dem 3 Cone Drill, 10 Yard Split, 40 Yard Dash und den Jumps gehörten zu den besten aller Offensive Tackles. Diese athletischen Fähigkeiten waren auch dauerhaft auf dem Feld zu sehen.

Auch die schnelle Realisierung des Rushes ist ein Vorteil von Slater. Er erkennt schneller einen Blitz oder einen Stunt und kann demnach auch besser darauf eingehen. Hinzu kommt auch seine Kraft. Obwohl er eher zu den leichteren Tackles der Klasse gehört, bringt er eine unglaublich große Stärke im Oberkörper mit. Sollte er in der NFL durch einen explosiven Rusher etwas ins Hintertreffen geraten, könnte er sich durch seine Kraft bei einigen Snaps wohl trotzdem noch zurückkämpfen und den Quarterback gut beschützen.

Schwächen

Es ist schon kurios, dass in diesem Jahr die Top-Tackles alle relativ kurze Arme haben. Das kann gerade ein Problem werden, wenn die Edge Rusher über außen kommen. Slater hat mit seiner Armlänge von 33 Inch nochmal besonders kurze Arme im Vergleich. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein, denn in der NFL gibt es auch Beispiele, wo Top-Tackles kürzere Arme hatten (Joe Staley oder Joe Thomas). Sicherlich könnte es einige Teams aber geben, die ihn lieber nach innen auf die Guard Position stellen wollen.

Fazit

Sehen die Panthers Rashawn Slater lediglich als Guard, wäre die Auswahl an achter Stelle wahrscheinlich zu früh. 24 Interior O-Liner mit mindestens 250 Pass Rush Snaps ließen in der vergangenen NFL Saison höchstens einen Sack zu. Natürlich würde ein O-Liner wie Slater mit seinen besonderen Stärken in der Pass Protection dem Team helfen, aber seine Vorteile zu den anderen wären als Guard wohl nicht so groß, dass ein achter Pick gerechtfertigt wäre.

Allerdings muss man ihn nach dem hervorragenden Junior-Jahr fast unbedingt auf Tackle austesten. Er selbst erzählte schon von den Gesprächen mit den Teams und die machten sich in der Regel nicht so viele Sorgen um seine Armlänge.

Sein fantastisches Spiel gegen Chase Young sticht bei den Scouts natürlich heraus und auch der Sprung von der Big 10 in die NFL ist vielleicht nicht so groß im Verhältnis zu den anderen College-Conferences. In der Big 10 gehörte er zu den absolut besten Pass Protectorn und ist von der Technik auch schon ein bisschen weiter als die anderen Top-Prospects. Ihn an achter Stelle auszuwählen, könnte sich am Ende auszahlen.

 

Quelle: nfl.com    athlonsports.com    pff.com    nusports.com

Bildquelle: theeagleswire.usatoday.com    flurrysports.com

 

 

Patrick Surtain II: Welche Attribute machen ihn zum Top-Corner des Drafts?

Im fünften Teil der Draft-Prospect-Analyse geht es nun um den vielleicht besten Cornerback dieser Draftklasse, Patrick Surtain II. Seit dem Abgang von Josh Norman fehlt den Panthers ein konstanter guter Nummer 1 Cornerback. Gerade Alabama ist i  den letzten Jahren quasi eine „Fabrik“ für gute Secondary Spieler geworden.

Patrick Surtain II

  • CB, Alabama Crimson Tide
  • 6’2“ (1,88m) 202 Pfund (92kg)
  • 21 Jahre alt (14.04.2000)
  • 2020 stats: 13 Spiele, 32 Tackles, 10 abgewehrte Pässe, 1 Interception (pick six)

Stärken

Surtain ist einer der komplettesten Cornerbacks, die in den letzten Jahren in die NFL gekommen sind. Dies ist einerseits auf sein Coaching zurückzuführen (Alabams Headcoach Nick Saban gilt als der Defenseguru im College), andererseits auf seine Gene. Er bringt die perfekten Maße und auch die passende Athletik (4,42s auf 40 Yards, 18 Wiederholungen beim Bankdrücken, 39“ vertical) mit. Darüber hinaus ist sein Vater Patrick Surtain senior ein ehemaliger NFL-Cornerback, der 11 Jahre in der NFL gespielt hat und dreimaliger Pro Bowler sowie einmaliger All-Pro ist. Cornerback zu spielen wurde ihm somit in die Wiege gelegt.

Man Coverage

Auf dem College hat er in allen Coverage Varianten Erfahrungen gesammelt und gehört in sämtlichen zu den besten seines Fachs. In Press Coverage setzt er seine Kraft ein, den Receiver zu „jammen“ und schon zu Beginn der Route zu stören. Laut PFF hat er in den letzten beiden Saisons 662 Snaps in Press gespielt, 199 mehr als jeder andere Collegecornerback!

Außerdem ist er beweglich in den Hüften und zeigt dies durch schnelle Drehungen sobald der Gegenspieler seine Route verändert. Generell reagiert er sehr schnell und gut auf die Bewegungen des Receivers während der Route. Zusätzlich hat er ein gutes Gefühl dafür, wann er seine Augen vom Receiver nehmen muss um auf den Ball zu achten. Auch in Offman Coverage besticht er durch seinen „high football IQ“ indem er die Route gut erkennt und genau weiß, wie er sich wann zu verhalten hat.

Infolgedessen sieht man während seiner kompletten Collegekarriere so gut wie keine Situation, in der er extrem schlecht aussieht oder auf einen „double move“ hereinfällt. Ihm gelingt es, dem Receiver kaum Freiraum zu lassen und verteidigt sehr eng, um kein Pass-Fenster zu ermöglichen.

Zone Coverage

Zwar spielt er bei Alabama in einer Defense, die vermehrt auf Man-Coverage setzt, jedoch kann man auch bei ihm genügend Zone-Coverage Snaps beobachten. Beim Verteidigen in der Zone liest er die Augen des Quaterbacks sehr gut und reagiert darauf blitzschnell. Im Lesen der Offense ist er schon sehr weit und erkennt welche Routen gelaufen werden. Daraus folgt dann ein gutes Gefühl dafür wo er sich in der Zone positionieren muss, um die Routen zu verteidigen.

Dies ist besonders gut bei einer Interception im Jahr 2019 zu sehen. Bei diesem Play ist er als Outside Cornerback in Cover 3 für das tiefe Drittel zuständig und sieht, dass die zwei Routen direkt vor ihm kurz verlaufen und somit eine dritte Route tief geht. Er bemerkt, dass der Quaterback die Tiefe Route adressiert, lässt sich fallen und macht den Pick.

Blickt man auf die blanken Stats seiner letzten Saison, so wundert man sich, warum er als First-Round Pick gehandelt wird. Hier fehlen die vielen großen Zahlen was Interceptions oder Pass Breakups angeht. Hinzu kommt, dass er generell kaum noch Highlights produziert hat. Dies ist jedoch nicht seine Schuld, da die Quaterbacks es in der Regel mieden, überhaupt in seine Richtung zu werfen. Demzufolge hatte er kaum eine Chance sich durch Big Plays auszuzeichnen.

Bei 555 Coverage Snaps wurde der Ball lediglich 48 mal (8,6%)  in seine Richtung geworfen. Davon hat er nur 21 Receptions (43,8% Catchrate) und 2 Touchdowns zugelassen. Gerade diese „Angst“, bei gegnerischen Quaterbacks in die Richtung eines Spielers zu werfen, zeichnet einen Top-Corner aus. Surtain ist einer der NFL-bereitesten Cornerbacks der letzten Jahre, der aufgrund seines fast kompletten Skill Sets fast gar kein Bust-Potential besitzt.

Zudem hat er im College die letzten 38 Spiele am Stück gestartet. Somit scheint er nicht anfällig für Verletzungen zu sein, was auch enorm wichtig ist. Darüber hinaus hat er in den letzten drei Jahren im Training gegen die besten College-Receiver spielen können. Seine Trainingsgegner 2019? Jaylen Waddle (als Top 10 Pick dieses Jahr gehandelt), Devonta Smith (Heisman Trophy Sieger 2020 und potentieller Top 10 Pick dieses Jahr), Henry Ruggs III (12. Pick im letzten Jahr) und Jerry Jeudy (15. Pick im letzten Jahr). Er hatte im Training also vier Erstrunden-Receiver gegen sich und durfte somit jeden Tag seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Schwächen

Um die Schwächen bei Surtain herauszusuchen muss man schon sehr pingelig sein, da es keine extremen Defizite gibt. Wenn man doch die Schwächen nennen will, sind diese eher kleinere Sachen. Zum einen ist er zwar ein guter, aber nicht Elite Athlet wie zum Beispiel ein Caleb Farley oder Jaycee Horn.

Trotz sehr guter Geschwindigkeit fehlt ihm jedoch die Elite Zwischenbeschleunigung und Endgeschwindigkeit, um die Passempfänger einzuholen wenn er mal geschlagen ist. Vor allem gegen kleine explosive Receiver wirkt er dann doch manchmal etwas unbeweglich wenn er auf schnelle Cuts reagiert. Faszinierend ist auch, dass er Probleme bei einer bestimmten Route hat. So hat er 14 Catches bei 22 Targets (64%) zugelassen, wenn der Receiver eine Slant Route gelaufen ist.

Nachdem bei seinen Stärken, dass extrem geringe Bust-Potential genannt wurde, ist hier eine umgekehrte Aussage möglich. Zwar ist er der kompletteste Cornerback im Draft, jedoch gibt es ein paar Spieler, die aufgrund ihrer noch besseren Athletik ein höheres Potential besitzen.

Wie passt er zu den Panthers

Mit dem Pick von Surtain könnte die Lücke eines klaren Nummer 1 Cornerback endlich geschlossen werden. Dadurch, dass er komplett Scheme unabhängig ist, hätte Phil Snow viel mehr Möglichkeiten. Mit seinem generellen Skill Set passt er zum einen perfekt in die Cover 3-lastige Defense der Panthers, erlaubt es aber auch, mehr Man-Coverage zu spielen.

Snow hat sich in der letzten Saison bereits geäußert, dass er gerne öfters die Coverages durchgemischt hätte. Vor allem bei dritten Versuchen wolle er mehr von der „Soft Zone“ abrücken und aggressiver agieren. Durch die guten Press-Coverage Fähigkeiten kann man bei dritten Versuchen die Receiver auch mal in Press setzten, um die Zeit, in der der Quaterback den Ball halten muss, zu erhöhen.

Nachdem die Panthers im letzten Draft und der Free Agency vor allem die Front Seven verstärkt haben, würde ein Nummer 1 Corner die Defense auf ein höheres Level heben. Vor allem die Pass-Rusher profitieren von einem Lockdown-Corner, der den Nummer 1 Receiver der Gegner aus dem Spiel nehmen kann. Durch die Verstärkung der Secondary bekommen sie dann mehr Zeit, um zum Quaterback zu gelangen.

Er würde die perfekte Ergänzung zu Donte Jackson ergeben, der sich dann um die kleinen und schnellen Receiver kümmern kann, während Surtain die klassischen X-Receiver übernimmt. Es ermöglicht aber auch, nach der Verpflichtung von AJ Bouye, mit Jackson auch im Slot zu spielen. Diese Position hat er bereits auf dem College gespielt und gibt den Panthers ein gutes Cornerbacktrio.

 

Bilderquellen:

www.rolltide.com

Quellen:

www.profootballfocus.com

www.nfl.com

www.profootballnetwork.com

www.youtube.com

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Penei Sewell: Der agile Left Tackle mit einer Menge Upside

Es geht weiter mit unserer Prospect-Analyse. Nachdem wir zuvor Receiver und Quarterbacks genauer unter die Lupe genommen haben, betrachten wir diesmal einen Offensive Tackle. Penei Sewell ist einer der größten Talente auf seiner Position und gilt als potenzieller Pick an der achten Stelle.

Physische Daten

  • Größe: 6‘5 (ungefähr 1.98m)
  • Gewicht: 331LBs (ungefähr 147kg)
  • Alter: 20 Jahre

Entwicklung

Geboren in Amerikanisch Samoa zog es ihn mit seiner Familie im Jahre von 11 nach Utah, wo er auch in der Highschool Football spielte. Als Vier-Sterne Recruit (siebtbester Tackle der Klasse) bekam er über 20 Angebote für ein Stipendium. Seine Wahl fiel schließlich auf die Oregon Ducks aus der Power 5 Conference Pac-12.

In Oregon angekommen, spielte er sofort in 2018 als Starter. Nach sieben Spielen war für ihn die Saison aber schon durch eine Knöchelverletzung beendet. Er kam 2019 wieder zurück und spielte eine unglaublich gute Saison. Am Ende war er nicht nur wichtiger Teil des Ducks-Teams, welches das PAC-12 Conference Finale gewann, sondern erhielt als Auszeichnung für seine Leistung zudem noch die Outland Trophy, den Preis für den besten Liner der gesamten College Saison. Sewell wurde in dieser Saison gerade einmal 19 Jahre alt. Nach dieser starken Saison entschied er aufgrund der Corona-Pandemie kein Risiko mehr einzugehen und verzichtete auf sein Junior-Jahr.

Stärken

Als Sieger der Outland Trophy sollte man generell breit aufgestellt sein, aber bei Sewell fällt besonders das Blocking im Laufspiel auf. Dort konnte er viele Highlight-Blocks setzen. Er ist einerseits für seine Größe sehr agil und athletisch, kann aber auch seine Kraft ausnutzen. Bei seinen Blocks hat er immer einen tiefen Schwerpunkt, was ihn in bessere Positionen bringt und oft dazu führt, dass eine Running-Lane durch ihn geöffnet wird. Auffällig sind auch Plays, bei denen er über das Feld ins zweite Level laufen muss. Auch hier gab es eine Menge an Highlights zu beobachten.

 

Schwäche

Von einer Schwäche zu sprechen ist zwar schon vermessen, aber in der Pass Protection gab es nicht ganz so viele Highlights von ihm wie im Laufspiel. Seine Technik ist vielleicht noch nicht ganz so ausgereift wie von anderen Top-Propects auf dieser Position. Es gab in seiner College-Karriere Snaps, bei denen die Platzierung seiner Hände und auch die Fußarbeit während eines Pass-Protection Snaps nicht perfekt war. Auch der Oberköper war dann nicht immer in der besten Position. Die Entwicklung wird in der NFL spannend zu beobachten sein. Im Super-Jahr 2019 in der PAC-12 gab es dadurch so gut wie keine Probleme. Nur sieben zugelassene Pressures und kein zugelassener Sack sprechen für sich. Zwar ist die PAC-12 eine Power-5 Conference, doch die Stärke der Spieler ist dort nicht so gut wie in der SEC oder in der Big 10. In der NFL könnte er dadurch gerade am Anfang und ohne Hilfe ein paar Probleme haben.

Seine Armlänge beträgt zudem nur 33,25 Inches. Damit würde er im unteren 14%-Bereich in der NFL liegen, was die Position OT betrifft. Dadurch kann es besonders in der Pass-Protection zu Problemen kommen, wenn der Edge-Rusher von außen kommt. Andererseits gibt es auch genügend Elite-Tackle, die ein ähnliches Defizit haben und durch gute Athletik diesen Nachteil ausgleichen konnten (Joe Thomas, David Bakhtiari oder Jason Peters zum Beispiel).

Fazit

Auch wenn Sewell in einigen Bereichen noch ein bisschen roh sein könnte, gilt er als das vielleicht beste Tackle-Prospect der letzten Jahre. Schon im Alter von 19 Jahren hat er in einer Power-5 Conference seine Gegner dominiert. Das ist ein extrem gutes Zeichen. Auch eine Steigerung war bei ihm zu beobachten. Zwar hatte er kein schlechtes Freshman-Jahr, doch als Sophomore war er der beste Tackle des Landes im College Football. Gerade in der NFL ist bei der Entwicklung eines Offensive Tackles immer wieder zu beobachten, dass er sich immer weiterentwickelt, besonders in den ersten drei Jahren. Das könnte man auch von Sewell erwarten.

Optimal wäre für ihn wohl ein Scheme, in dem er seine Stärke im Laufspiel zeigen könnte (Beispiele wären die 49ers oder die Browns). Das sollte aber nicht dazu führen, dass ein Team wie die Panthers mit Problemen auf der Position ihn deswegen nicht nimmt. Zwar bleibt sein Spiel in der Pass Protection zu beobachten, aber dieses war bisher keineswegs ein Problem und es ist durchaus möglich, dass er kleine Unsicherheiten auch mit der Zeit abstellen wird. Dass er in drei Jahren zu den absolut besten Tackles in der NFL gehört, ist auf jeden Fall möglich. Ein hoher Pick wäre so gesehen gerechtfertigt. Andererseits könnte er auch ohne Probleme nach innen auf die Guard-Position gestellt werden. Dort würde er den schnellen und extrem athletischen Edge Rushern weniger begegnen. Es besteht bei ihm somit weniger Gefahr, dass er absolut nichts reißen wird in der NFL (ausgenommen sind natürlich Verletzungen).

 

Quelle: nfl.com   pff.com   goducks.com   thedraftnetwork.com

Bildquelle: nbc.com

 

Trotz Darnold-Trade: Panthers picken Quarterback an Stelle 8 und bedienen viele Needs

Der 2021 Draft steht vor der Tür und auch wir machen uns Gedanken über mögliche neue Spieler für die Panthers.

Insofern gibt es auch von uns einen Mock Draft in dem wir unsere Einschätzungen über mögliche Draftpicks präsentieren. In dem folgenden Mock Draft wird erstmal ohne Trades prognostiziert.

1. Runde 8. Pick

Trey Lance, QB, North Dakota State

Bei diesem Draft-Verlauf werden mit den ersten vier Picks bereits vier Quaterbacks ausgewählt und da die 49ers sich für Mac Jones entscheiden, fällt den Panthers Trey Lance in den Schoß. Somit wird trotz des Trades für Sam Darnold noch ein Quaterback in den Top 10 gedraftet. Da Lance jedoch der „roheste“ Quaterback ist, kann er somit erstmal lernen und muss nicht direkt in der NFL starten. Trotzdem ist er ein außergewöhnlicher Athlet und bringt das vielleicht größte Potential aller Quaterbacks in diesem Draft mit. Wahrscheinlich gibt es mit diesem Pick dann drei mögliche Szenarien:

  1. Darnold bestätigt, dass er nicht NFL-tauglich ist und setzt die Saison in den Sand. Somit übernimmt in der nächsten Saison Lance und die Panthers haben wieder einen Top 10 Pick um ihm Unterstützung zur Seite zu stellen.
  2. Darnold spielt eine ordentliche Saison und die Panthers können ihn nach der Saison traden. Lance übernimmt dann ebenfalls nach einem Jahr lernen.
  3. Darnold macht einen unglaublichen Leistungssprung und spielt auf All-Pro Level und die Panthers stehen mit einem 24 Jährigen All-Pro und einem 21-Jährigen Top 10 Pick auf der Quaterbackposition da.

In jedem Fall könnte man Lance erstmal Zeit geben, von den Coaches und Darnold zu lernen, bis er bereit ist zu spielen. Außerdem ähnelt Trey Lance, von den reinen physischen Aspekten her, eher Sam Darnold als Teddy Bridgewater. Somit sind die Mitspieler dann schon einen ähnlichen Spielstil auf der QB-Position gewohnt und die Umstellung auf Lance ist nicht so groß. Wir gehen davon aus, dass Lance ein besserer Spieler werden kann als Darnold. Jedoch braucht er noch etwas Zeit, die ihm dann gegeben werden kann. Wenn Lance bis an Pick 8 fällt, sollten die Panthers zuschlagen.

2. Runde 7. Pick (39 Ovr)

Dillon Radunz, OT, North Dakota State

Auch mit dem zweiten Pick adressieren die Panthers wieder die offensive Seite des Balles. Eine der größten Baustellen ist seit fast einem Jahrzehnt die Position des Left Tackle. Mit Radunz kann diese Lücke endlich gestopft werden. Er ist ein athletischer Left Tackle, der bereits zwei Saisons im College gestartet hat. Aufgrund seiner physischen Eigenschaften kann er auch als Guard eingesetzt werden, falls er zu Beginn noch nicht für die Tackleposition bereit ist. Im College war er vor allem im Runblocking eine richtige Dampfwalze und hat dort seine Gegner dominiert. Dies lag jedoch auch ein wenig an den zweitklassigen Gegnern.

Aber auch im Passblocking ist er schon sehr weit und hat in seiner letzten kompletten Saison keinen Sack zugelassen. Zudem hat er beim Senior Bowl gezeigt, dass er auch im 1:1 die besten Collegespieler dominieren kann. Die Panthers haben also aus nächster Nähe gesehen was er für Qualitäten mitbringt. Für einen jungen Quaterback ist es auch enorm wichtig, einen guten Left Tackle zu haben, der ihm den Rücken freihält. Insofern geben die Panthers dem in der ersten Runde gepickten Franchise Quaterback seinen College-Left Tackle, den er schon sehr gut kennt.

Fun Fact: Radunz hat in seiner gesamten Collegekarriere kein (!) Spiel verloren. In einem Interview beim Senior Bowl hat er auch gesagt, dass er das gar nicht mehr kennt und alles gewinnen will. Er bringt somit auch eine Siegermentalität mit, die für Rhule auch sehr wichtig ist.

3. Runde 9. Pick (73 Ovr)

Tyson Campbell, CB, Georgia

In der dritten Runde fällt jetzt mit Campbell ein Cornerback zu den Panthers, der schon in Woche 1 starten kann. Die Secondary ist neben der Offensive Line die größte Baustelle im Kader der Panthers. Campbell ist ein junger Corner, der perfekt in das Anforderungsprofil der Panthers passt. Er bringt die passende Größe (6’2“=1,88) und Geschwindigkeit (10,39s auf 100m) für einen Cover 3 Cornerback mit. Zusätzlich ist er auch sehr beweglich und schafft es, auf die Bewegungen des Receivers blitzschnell zu reagieren. Auf dem College hat er sowohl Mann gegen Mann als auch in der Zone verteidigt. Folglich ist er ein Scheme unabhängiger Outside-Cornerback, der auf der anderen Seite von Donte Jackson die großen Receiver covern kann.

Die Fragezeichen, oder auch der Grund warum er trotz der perfekten Anlagen nicht als First-Round-Pick gehandelt wird, sind vor allem, dass er selten Plays macht. Trotz guter Coverskills reagiert er oft zu spät oder falsch wenn der Ball in der Luft ist. Dies macht sich auch in seiner Statistik bemerkbar, so hat er in drei College Saisons lediglich eine Interception und 11 Pass-Breakups erzielt.

4. Runde 8. Pick (113 Ovr)

Jaylen Twyman, DT, Pittsburgh

Scott Fitterers Aussage, dass man die Lines und die Cornerbackposition verstärken möchte, passt auch zu diesem Pick. Durch die Auswahl eines Defensive Tackles wird nun auch die Interior Defensive Line verstärkt, wo den Panthers vor allem auch die Tiefe fehlt. Twyman ist ein etwas kleiner (6“2“ =1,88m) DT, der seine Stärken vor allem durch seine Explosivität im Pass-Rush hat. Dies sieht man auch in den Statistiken der letzen Saison: 41 Tackles, 12 for loss und 10,5 Sacks (meisten im Team).

Durch die fehlende Größe hat er in der Laufverteidigung und vor allem auch wenn er gedoppelt wird Probleme. Seine ideale Rolle in der NFL wäre als 3-Technique neben einem dominanten Defensive Tackle, wo er seine Stärken als Pass-Rusher und Gap-Shooter ausspielen kann. Somit ist er ein idealer Partner für Brown und würde den Interior Pass-Rush deutlich verbessern.

Fun Fact: Der letzte Defensive Tackle, der Pittsburgh in Sacks angeführt hat, ist auch ein für die Position kleiner Spieler. Sein Name? Aaron Donald.

5. Runde 7. Pick (151 Ovr)

Kary Vincent Jr, CB/S, LSU

Einer meiner persönlichen Lieblingsspieler in dem 2021 Draft fällt dann in der fünften Runde zu den Panthers. Mit seinen physischen Attributen und der Flexibilität passt er perfekt in die Spielidee von Matt Rhule. Er bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit (10,07s auf 100m!) und Beweglichkeit mit, die auch auf dem Platz zu sehen ist. Zusätzlich kann er sowohl als Slot-Cornerback als auch als Free Safety eingesetzt werden. Durch seine Athletik kann man diese Positionen sogar komplett vermischen. Das heißt, er stellt sich im Slot oder sogar direkt an der Line auf und hat trotzdem keine Probleme mit seiner Geschwindigkeit noch die tiefe Zone abzudecken. Auch umgekehrt ist dies möglich, erst tief aufgestellt um dann eine kurze Zone zu spielen.

Er erfüllt somit das Anforderungsprofil von Phil Snow, der die Spieler je nach Situation herumschieben möchte. Darüberhinaus zeigt er mit teilweise spektakulären Interceptions, dass er auch sehr gute „Ball-Skills besitzt.

Die Schwachpunkte bei ihm sind zum einen seine geringe Größe (5’10“=1,78m) und seine Schmächtigkeit, womit er gegen große und physischere Gegner Probleme bekommt. Außerdem verlässt er sich zu oft auf seine Geschwindigkeit anstatt auf die Technik. Hinzu kommt sein Hang zum „gambeln“ auf das Big Play. In seinen Ansätzen erinnert er an Donte Jackson als dieser aus dem College kam.

6. Runde 9. Pick (193 Ovr)

Jaelon Darden, WR, North Texas

Darden ist ein Spieler, der für die meisten eher unter dem Radar fliegt. Dies liegt zum einen daran, dass er auf einem sehr kleinen College spielt, zum anderen daran, dass er sehr klein (5’9“ = 1,75) und eher dünn ist (170lbs=77kg). Er ist jedoch genau der Spielertyp, der den Panthers nach dem Abgang von Curtis Samuel fehlt: ein schneller, enorm beweglicher Slot Receiver mit extrem guten Fähigkeiten nach dem Catch.

Sobald er auf dem College auch nur ein bisschen Platz bekommen hat, war er nicht zu verteidigen. Seine Explosivität mit dem Ball in der Hand gehört zu den besten dieser Draftklasse und es macht einfach Spaß ihm zuzusehen. Mit seinem Spielstil passt er sehr gut in die Offense von Brady, der seinen Receivern mit seinem Scheme Platz verschafft und ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzt.

Aufgrund seiner Statur wird er zwar vermutlich nur im Slot oder bei End-Arounds agieren, da er gegen große, starke Outside Cornerbacks Probleme hat. Jedoch ist er auch ein guter Punt- sowie Kick-Returner und kann dort von Beginn an den Panthers helfen, da sie ihren Returner in der Free Agency verloren haben.

Fun Fact: Im Interview wurde er auf seinen Spielstil angesprochen und hat gesagt: „Making someone miss is like waking up in the morning and brushing my teeth… I gotta do it everyday“. Bedeutet übersetzt so viel wie, jemanden aussteigen zu lassen ist wie morgens aufzuwachen und die Zähne zu putzen, er mache es jeden Tag.

6. Runde 38. Pick (222 Ovr)

Garret Wallow, LB, TCU

Mit dem letzten Pick im 2021 Draft geht es dann nochmal auf die defensive Seite des Balles und auch zum Schluss gibt es nochmal ein spannendes „Prospect“. Da spät im Draft selten Spieler gefunden werden, die direkt an Tag 1 starten können, kann man auch hier einen Spieler wählen, der sich aber zu einem Starter entwickeln kann.

Wallow ist ein sehr interessanter Spielertyp, der von den Grundlagen ebenfalls perfekt in das Anforderungsprofil von Snow passt. Er ist zwar als Linebacker gelistet, jedoch hat er seine Collegekarriere als Safety begonnen. Diese Erfahrung sieht man auch in Coverage, da er sowohl in Mann- als auch in Zonenverteidigung eine gute Figur macht. Er bringt eine gute Geschwindigkeit mit (4,65s auf 40 Yards) um „sideline-to-sideline“ zu verteidigen. Seine Flexibilität sieht man auch in seinem Spiel, da er alle drei Offball-Linebackerpositionen (Strong-,Weakside und Middle) ohne große Probleme ausgeübt hat.

Die Probleme bei ihm liegen eher darin, dass er noch relativ „neu“ auf der Position ist und noch lernen muss, gerade was die Laufverteidigung anbelangt. Bei den Panthers könnte er es zu Beginn über das Special-Team und als Rotationsspieler in den Kader schaffen. Durch seine Athletik und Vielseitigkeit gibt es auch bei ihm eine Menge Potential. Zusätzlich gibt es wohl kaum etwas besseres, als seine Position in Videostunden mit Luke Kuechly zu lernen.

Fazit:

Mit diesen sieben Spieler könnten die Panthers ihren Kader auf wichtigen Positionen, die zum Teil auch die größten Needs sind, verstärken ohne sonderlich von der Draftstrategie „Best Player Available“ (den besten verfügbaren Spieler zu nehmen, egal auf welcher Position) abzurücken.

 

 

Bilderquellen:

www.thegamehaus.com

www.si.com

www.pittsburghpanthers.com

www.tcu360.com

www.mtstandard.com

www.rproud.com

 

Quellen:

www.profootballnetwork.com

www.nfl.com

www.thedraftnetwork.com

www.nflgamepass.com

www.youtube.com

Ja‘Marr Chase: Was macht den Top Receiver des Drafts so stark?

Im dritten Teil unserer Prospect-Analyse werfen wir einen Blick auf einen der besten Receiver des Drafts, Ja´Marr Chase. Nach dem Abgang von Curtis Samuel wünschen sich viele Fans einen neuen, jungen, vielversprechenden Receiver. Spricht man im diesen Draft über diese Position, so kommt man nicht um den Namen Ja´Marr Chase herum. Doch was macht diesen Spieler so stark?

Ja´Marr Chase

  • WR; LSU
  • 6’0“ (1,83m) 201 Pfund (94 kg)
  • 21 Jahre alt (01.03.2000)
  • 2019 – 14 Spiele, 84 Receptions, 1.780 Yards, 20 TDs
  • 2018 – 10 Spiele, 23 Receptions, 313 Yards, 3 TDs

Stärken

Ja’Marr Chase stellte 2019 einen neuen Schulrekord für Receiving-Yards und Touchdowns für die LSU auf. 2020 setzte er dann die Saison aus gesundheitlichen Gründen aus, da er nach der überaus erfolgreichen letzten Saison im Blick auf den Draft 2021 nichts riskieren wollte. Doch in seiner bisher besten Saison 2019 zeigte Chase an der Seite von Justin Jefferson, dass er das Potenzial hat, einer der besten Receiver in der NFL zu werden. Trotz seiner geringen Größe ist er wohl der beste Receiver im Draft, wenn es darum geht, Jump-Bälle für sich zu entscheiden. Hierzu verbindet Chase seine exzellente Athletik und Sprungkraft (41 Inch Vertical Jump am Pro Day) mit einer unheimlichen Körperbeherrschung und Koordination. Zudem hat er auch in der Luft sehr zuverlässige Hände und verliert hier nicht die Kontrolle.

Generell lassen sich seine Hände als seine stärkste Waffe bezeichnen – kommt der Ball in seine Hände, so hat er ihn sicher. Drops kommen bei ihm so gut wie gar nicht vor. Sein Catch-Radius ist enorm, er schafft es immer wieder, auch ungenaue Pässe zu fangen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Pass zu hoch oder zu tief geworfen wurde. Zudem besitzt er ein gutes Gefühl dafür, wie er seinen Körper bewegen muss, um nach dem Catch auch Inbounds zu bleiben. Ja´Marr Chase ist zwar nicht der schnellste Receiver im Draft (trotz seiner 4,38 am Pro-Day), jedoch besitzt er eine hohe Explosivität und kann damit an der Line of Scrimmage meistens wichtige Yards Abstand zu seinen Gegnern gewinnen. Auch nach dem Catch kann Chase immer wieder einige Yards herausholen, da er sehr schwer zu Tacklen ist (22 forced missed tackles).

Besonders als Ziel von langen Pässen glänzte Ja´Marr Chase immer wieder. Er war der Spieler im College mit den meisten Receptions von 20+ Yards (24) und wurde auch sehr erfolgreich als 3rd Down Ziel eingesetzt – insgesamt 77,4% der Pässe verwandelte er zu einem 1st Down. Zudem erzielte er 14 TDs nach 21+ Yards Pässen, wovon 8 TDs sogar über 50 Yards waren. 61% seiner Catches waren für 14+ Yards und sogar 35% aller Pässe waren für 21+ Yards.

Seine Ausstrahlung auf dem Feld ist besonders. Betritt er den Platz, so bekommen seine Gegenspieler automatisch Respekt vor ihm. Immer wieder fällt das Wort „Alphatier“, wenn über ihn gesprochen wird.


Schwächen

Ja´Marr Chase ist kein Elite-Routenläufer und kein Typ, der jede Route offen laufen kann. Zudem hat er Probleme, bei Cut-Routes wie Outs, Comebacks und Digs. Seine athletischen Fähigkeiten sind zwar nicht unbedingt schlecht, jedoch auch nichts Außergewöhnliches. Hinzu kommt, dass Chase bisher in der talentiertesten und am besten durchdachten Offense des Landes gespielt hat. Es wird eine Umstellung sein, nicht unter den besten Voraussetzungen zu starten. Auch das fehlende Jahr an Spielpraxis wird von manchen Scouts bemängelt, da ein Jahr professionelles Training nicht mit einem Jahr Wettkampf gleichzuzusetzen ist. Jedoch erwähnen die meisten Scouts im selben Atemzug auch, dass Chase zu talentiert ist, als dass er in diesem Jahr irgendwelche Rückschritte gemacht hätte. Chase ist oftmals nicht bemüht, das Laufspiel zu unterstützen und zu blocken. Es ist öfters vorgekommen, dass sein Gegenspieler dann das Tackle machen konnte.

Passt er in das Profil der Panthers?

Nach dem Abgang von Curtis Samuel könnten die Panthers einen neuen, jungen und starken Receiver brauchen. Gerade unter dem Aspekt, dass Joe Brady bereits Trainer von Ja´Marr Chase bei LSU war, spricht einiges dafür, dass er keine große Eingewöhnungszeit bei uns brauchen würde. Zudem weiß Brady genau, wie er Chase einzusetzen hat, um dessen Stärke auszuspielen. Dadurch, dass Chase so gut wie keine Bälle droppt, könnte er eine gute Unterstützung für Sam Darnold werden. Zusammengefasst würde Ja´Marr Chase unser Receiver-Trio deutlich aufwerten und perfekt in unsere Offense passen.

 

Quellen:

espn.com/college-football/player/_/id/4362628/jamarr-chase

pff.com/news/draft-2021-nfl-draft-film-study-lsu-wr-jamarr-chase

thepaintedlines.com/jamarr-chase-2021-nfl-draft-scouting-report/

profootballnetwork.com/jamarr-chase-nfl-draft-player-profile-lsu-wide-receiver/

thedraftnetwork.com/player/jamarr-chase/SDOMHXqIQp

 

Bildquellen:

cdn.vox-cdn.com; wafb.com