Trotz Darnold-Trade: Panthers picken Quarterback an Stelle 8 und bedienen viele Needs

Der 2021 Draft steht vor der Tür und auch wir machen uns Gedanken über mögliche neue Spieler für die Panthers.

Insofern gibt es auch von uns einen Mock Draft in dem wir unsere Einschätzungen über mögliche Draftpicks präsentieren. In dem folgenden Mock Draft wird erstmal ohne Trades prognostiziert.

1. Runde 8. Pick

Trey Lance, QB, North Dakota State

Bei diesem Draft-Verlauf werden mit den ersten vier Picks bereits vier Quaterbacks ausgewählt und da die 49ers sich für Mac Jones entscheiden, fällt den Panthers Trey Lance in den Schoß. Somit wird trotz des Trades für Sam Darnold noch ein Quaterback in den Top 10 gedraftet. Da Lance jedoch der „roheste“ Quaterback ist, kann er somit erstmal lernen und muss nicht direkt in der NFL starten. Trotzdem ist er ein außergewöhnlicher Athlet und bringt das vielleicht größte Potential aller Quaterbacks in diesem Draft mit. Wahrscheinlich gibt es mit diesem Pick dann drei mögliche Szenarien:

  1. Darnold bestätigt, dass er nicht NFL-tauglich ist und setzt die Saison in den Sand. Somit übernimmt in der nächsten Saison Lance und die Panthers haben wieder einen Top 10 Pick um ihm Unterstützung zur Seite zu stellen.
  2. Darnold spielt eine ordentliche Saison und die Panthers können ihn nach der Saison traden. Lance übernimmt dann ebenfalls nach einem Jahr lernen.
  3. Darnold macht einen unglaublichen Leistungssprung und spielt auf All-Pro Level und die Panthers stehen mit einem 24 Jährigen All-Pro und einem 21-Jährigen Top 10 Pick auf der Quaterbackposition da.

In jedem Fall könnte man Lance erstmal Zeit geben, von den Coaches und Darnold zu lernen, bis er bereit ist zu spielen. Außerdem ähnelt Trey Lance, von den reinen physischen Aspekten her, eher Sam Darnold als Teddy Bridgewater. Somit sind die Mitspieler dann schon einen ähnlichen Spielstil auf der QB-Position gewohnt und die Umstellung auf Lance ist nicht so groß. Wir gehen davon aus, dass Lance ein besserer Spieler werden kann als Darnold. Jedoch braucht er noch etwas Zeit, die ihm dann gegeben werden kann. Wenn Lance bis an Pick 8 fällt, sollten die Panthers zuschlagen.

2. Runde 7. Pick (39 Ovr)

Dillon Radunz, OT, North Dakota State

Auch mit dem zweiten Pick adressieren die Panthers wieder die offensive Seite des Balles. Eine der größten Baustellen ist seit fast einem Jahrzehnt die Position des Left Tackle. Mit Radunz kann diese Lücke endlich gestopft werden. Er ist ein athletischer Left Tackle, der bereits zwei Saisons im College gestartet hat. Aufgrund seiner physischen Eigenschaften kann er auch als Guard eingesetzt werden, falls er zu Beginn noch nicht für die Tackleposition bereit ist. Im College war er vor allem im Runblocking eine richtige Dampfwalze und hat dort seine Gegner dominiert. Dies lag jedoch auch ein wenig an den zweitklassigen Gegnern.

Aber auch im Passblocking ist er schon sehr weit und hat in seiner letzten kompletten Saison keinen Sack zugelassen. Zudem hat er beim Senior Bowl gezeigt, dass er auch im 1:1 die besten Collegespieler dominieren kann. Die Panthers haben also aus nächster Nähe gesehen was er für Qualitäten mitbringt. Für einen jungen Quaterback ist es auch enorm wichtig, einen guten Left Tackle zu haben, der ihm den Rücken freihält. Insofern geben die Panthers dem in der ersten Runde gepickten Franchise Quaterback seinen College-Left Tackle, den er schon sehr gut kennt.

Fun Fact: Radunz hat in seiner gesamten Collegekarriere kein (!) Spiel verloren. In einem Interview beim Senior Bowl hat er auch gesagt, dass er das gar nicht mehr kennt und alles gewinnen will. Er bringt somit auch eine Siegermentalität mit, die für Rhule auch sehr wichtig ist.

3. Runde 9. Pick (73 Ovr)

Tyson Campbell, CB, Georgia

In der dritten Runde fällt jetzt mit Campbell ein Cornerback zu den Panthers, der schon in Woche 1 starten kann. Die Secondary ist neben der Offensive Line die größte Baustelle im Kader der Panthers. Campbell ist ein junger Corner, der perfekt in das Anforderungsprofil der Panthers passt. Er bringt die passende Größe (6’2“=1,88) und Geschwindigkeit (10,39s auf 100m) für einen Cover 3 Cornerback mit. Zusätzlich ist er auch sehr beweglich und schafft es, auf die Bewegungen des Receivers blitzschnell zu reagieren. Auf dem College hat er sowohl Mann gegen Mann als auch in der Zone verteidigt. Folglich ist er ein Scheme unabhängiger Outside-Cornerback, der auf der anderen Seite von Donte Jackson die großen Receiver covern kann.

Die Fragezeichen, oder auch der Grund warum er trotz der perfekten Anlagen nicht als First-Round-Pick gehandelt wird, sind vor allem, dass er selten Plays macht. Trotz guter Coverskills reagiert er oft zu spät oder falsch wenn der Ball in der Luft ist. Dies macht sich auch in seiner Statistik bemerkbar, so hat er in drei College Saisons lediglich eine Interception und 11 Pass-Breakups erzielt.

4. Runde 8. Pick (113 Ovr)

Jaylen Twyman, DT, Pittsburgh

Scott Fitterers Aussage, dass man die Lines und die Cornerbackposition verstärken möchte, passt auch zu diesem Pick. Durch die Auswahl eines Defensive Tackles wird nun auch die Interior Defensive Line verstärkt, wo den Panthers vor allem auch die Tiefe fehlt. Twyman ist ein etwas kleiner (6“2“ =1,88m) DT, der seine Stärken vor allem durch seine Explosivität im Pass-Rush hat. Dies sieht man auch in den Statistiken der letzen Saison: 41 Tackles, 12 for loss und 10,5 Sacks (meisten im Team).

Durch die fehlende Größe hat er in der Laufverteidigung und vor allem auch wenn er gedoppelt wird Probleme. Seine ideale Rolle in der NFL wäre als 3-Technique neben einem dominanten Defensive Tackle, wo er seine Stärken als Pass-Rusher und Gap-Shooter ausspielen kann. Somit ist er ein idealer Partner für Brown und würde den Interior Pass-Rush deutlich verbessern.

Fun Fact: Der letzte Defensive Tackle, der Pittsburgh in Sacks angeführt hat, ist auch ein für die Position kleiner Spieler. Sein Name? Aaron Donald.

5. Runde 7. Pick (151 Ovr)

Kary Vincent Jr, CB/S, LSU

Einer meiner persönlichen Lieblingsspieler in dem 2021 Draft fällt dann in der fünften Runde zu den Panthers. Mit seinen physischen Attributen und der Flexibilität passt er perfekt in die Spielidee von Matt Rhule. Er bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit (10,07s auf 100m!) und Beweglichkeit mit, die auch auf dem Platz zu sehen ist. Zusätzlich kann er sowohl als Slot-Cornerback als auch als Free Safety eingesetzt werden. Durch seine Athletik kann man diese Positionen sogar komplett vermischen. Das heißt, er stellt sich im Slot oder sogar direkt an der Line auf und hat trotzdem keine Probleme mit seiner Geschwindigkeit noch die tiefe Zone abzudecken. Auch umgekehrt ist dies möglich, erst tief aufgestellt um dann eine kurze Zone zu spielen.

Er erfüllt somit das Anforderungsprofil von Phil Snow, der die Spieler je nach Situation herumschieben möchte. Darüberhinaus zeigt er mit teilweise spektakulären Interceptions, dass er auch sehr gute „Ball-Skills besitzt.

Die Schwachpunkte bei ihm sind zum einen seine geringe Größe (5’10“=1,78m) und seine Schmächtigkeit, womit er gegen große und physischere Gegner Probleme bekommt. Außerdem verlässt er sich zu oft auf seine Geschwindigkeit anstatt auf die Technik. Hinzu kommt sein Hang zum „gambeln“ auf das Big Play. In seinen Ansätzen erinnert er an Donte Jackson als dieser aus dem College kam.

6. Runde 9. Pick (193 Ovr)

Jaelon Darden, WR, North Texas

Darden ist ein Spieler, der für die meisten eher unter dem Radar fliegt. Dies liegt zum einen daran, dass er auf einem sehr kleinen College spielt, zum anderen daran, dass er sehr klein (5’9“ = 1,75) und eher dünn ist (170lbs=77kg). Er ist jedoch genau der Spielertyp, der den Panthers nach dem Abgang von Curtis Samuel fehlt: ein schneller, enorm beweglicher Slot Receiver mit extrem guten Fähigkeiten nach dem Catch.

Sobald er auf dem College auch nur ein bisschen Platz bekommen hat, war er nicht zu verteidigen. Seine Explosivität mit dem Ball in der Hand gehört zu den besten dieser Draftklasse und es macht einfach Spaß ihm zuzusehen. Mit seinem Spielstil passt er sehr gut in die Offense von Brady, der seinen Receivern mit seinem Scheme Platz verschafft und ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzt.

Aufgrund seiner Statur wird er zwar vermutlich nur im Slot oder bei End-Arounds agieren, da er gegen große, starke Outside Cornerbacks Probleme hat. Jedoch ist er auch ein guter Punt- sowie Kick-Returner und kann dort von Beginn an den Panthers helfen, da sie ihren Returner in der Free Agency verloren haben.

Fun Fact: Im Interview wurde er auf seinen Spielstil angesprochen und hat gesagt: „Making someone miss is like waking up in the morning and brushing my teeth… I gotta do it everyday“. Bedeutet übersetzt so viel wie, jemanden aussteigen zu lassen ist wie morgens aufzuwachen und die Zähne zu putzen, er mache es jeden Tag.

6. Runde 38. Pick (222 Ovr)

Garret Wallow, LB, TCU

Mit dem letzten Pick im 2021 Draft geht es dann nochmal auf die defensive Seite des Balles und auch zum Schluss gibt es nochmal ein spannendes „Prospect“. Da spät im Draft selten Spieler gefunden werden, die direkt an Tag 1 starten können, kann man auch hier einen Spieler wählen, der sich aber zu einem Starter entwickeln kann.

Wallow ist ein sehr interessanter Spielertyp, der von den Grundlagen ebenfalls perfekt in das Anforderungsprofil von Snow passt. Er ist zwar als Linebacker gelistet, jedoch hat er seine Collegekarriere als Safety begonnen. Diese Erfahrung sieht man auch in Coverage, da er sowohl in Mann- als auch in Zonenverteidigung eine gute Figur macht. Er bringt eine gute Geschwindigkeit mit (4,65s auf 40 Yards) um „sideline-to-sideline“ zu verteidigen. Seine Flexibilität sieht man auch in seinem Spiel, da er alle drei Offball-Linebackerpositionen (Strong-,Weakside und Middle) ohne große Probleme ausgeübt hat.

Die Probleme bei ihm liegen eher darin, dass er noch relativ „neu“ auf der Position ist und noch lernen muss, gerade was die Laufverteidigung anbelangt. Bei den Panthers könnte er es zu Beginn über das Special-Team und als Rotationsspieler in den Kader schaffen. Durch seine Athletik und Vielseitigkeit gibt es auch bei ihm eine Menge Potential. Zusätzlich gibt es wohl kaum etwas besseres, als seine Position in Videostunden mit Luke Kuechly zu lernen.

Fazit:

Mit diesen sieben Spieler könnten die Panthers ihren Kader auf wichtigen Positionen, die zum Teil auch die größten Needs sind, verstärken ohne sonderlich von der Draftstrategie „Best Player Available“ (den besten verfügbaren Spieler zu nehmen, egal auf welcher Position) abzurücken.

 

 

Bilderquellen:

www.thegamehaus.com

www.si.com

www.pittsburghpanthers.com

www.tcu360.com

www.mtstandard.com

www.rproud.com

 

Quellen:

www.profootballnetwork.com

www.nfl.com

www.thedraftnetwork.com

www.nflgamepass.com

www.youtube.com

2 Kommentare
  1. Avatar
    Enno Losinsky sagte:

    Meiner persönlichen Ansicht nach, kein guter Mock.
    Zum Offensichtichsten: Seit Matt Rhule übernommen hat will in Carolina niemand etwas von Rebuilding hören/sagen. Für einen Quarterback zu traden und dann noch ein Projekt zu draften anstatt mit einem First Round Pick auf einer anderen Position einen Starter zu erlangen und sich zu verbessern schreit gerade zu danach. Außerdem wäre es ein völlig falsches Zeichen in Richtung Darnold, man hat zwar für Ihn getradet aber man glaubt nicht an ihn. Auch wenn die Panthers Führung sagt Sie schließen nicht aus, einen QB zu draften, macht der Pick einfach garkeinen Sinn und würde die Situation vermutlich verschlechtern.

    Bei Spielern wie Radunz bin ich vorsichtiger und sehe keinen hohen Zweitrunden Pick für einen Tackle, der letzte Saison nur ein Spiel und in seiner ganzen Karriere nur auf FCS Niveau gespielt hat, ich glaube das Talent von Trey Lance lässt sich besser evaluieren, da Quarterbacks nicht mit Gegenspielern in den Kontakt gehen, bei Radunz kommt es hauptsächlich darauf an und hier hatte er eben nur FCS Competition.

    Es sind ein paar Interessante Spieler in den späteren Runden, was mich aber am Mock mit Abstand am meisten stört, ist die Tatsache, dass Matt Rhule & Staff ein Team beim Senior Bowl coachen und in der Regel, die Coaches die das tun, im Draft 2-4 Spieler aus dem SB in Ihr NFL Team draften, das wurde in diesem Mock leider garnicht berücksichtigt. Gerade in so einem Jahr ist der Senior Bowl meiner Ansicht nach das Ehrlichste und Footballnächste wo die Coaches dran kommen und diese Seniors coachen zu können und hinterher kein Kapital daraus zu schlagen, sieht diesem Coaching Staff nicht ähnlich.

    Lance ist eine Strategiefrage, bei der ich anderer Meinung bin, Radunz eine Scouting/Talentfrage, bei der ich anderer Meinung bin. Hier können meine Meinung jedoch auch weit entfernt sein von dem was die Panthers tatsächlich tun.

    Von den Panthers zu erwarten, dass sie keinen Spieler aus Ihrem Senior Bowl Team draften, finde ich wahnsinn, wenn sie es am Ende nicht tun, bin ich überrascht aber dann ist es so, aber davon auszugehen, dass sie es nicht tun, klingt verrückt.

    Kein guter Mock Draft meiner Meinung nach.

    Antworten
    • David Löbbert
      David Löbbert sagte:

      Finde ich sehr interessant, was du da so äußerst.
      Kommen wir zum ersten was mich stutzig macht, du schreibst, dass die Panthers keinen Spieler aus dem Senior Bowl diesen Jahres draften UND kritisierst den Radunz pick. Wenn du den Senior Bowl beobachtet hättest (und den Mock genau durchgelesen hättest) würdest du feststellen, dass Radunz nicht nur daran teilgenommen hat sondern auch einer der überragenden Akteure in der Woche war. Auch ich war Radunz gegenüber eher skeptisch was das Level seiner Gegner anging, jedoch hat er bei den 1:1 Drill beim Senior Bowl bewiesen, dass er auch gegen stärkere Gegner bestehen kann.
      Zweitens: Nur weil die Panthers beim Senior Bowl gecoached haben heißt dass noch lange nicht, dass sie deswegen genau diese Spieler haben wollen. Je nachdem wie der Draft fällt gibt es vermutlich einige Spieler die die Panthers über den Spieler aus dem Senior Bowl sehen und wie man im letzten Jahr gesehen hat reachen die Panthers eher nicht für Spieler. Du würdest ja auch keine Mac Jones draften, wenn Trevor Lawrence verfügbar ist nur weil du ihn beim Senior Bowl gesehen hast. Außerdem muss es ja auch nicht sein, dass die Spieler beim Senior Bowl überzeugt haben. Gerade bei den Drills gab es einige Spieler die als Top Prospekts gehandelt wurden aber dann in diesen Übungen schlecht abschnitten. Auch dafür ist der Senior Bowl hilfreich, nicht nur um Spieler die Draftboards hinauf sondern auch hinunter zu befördern. Und bei diesem Mock war kein Spieler aus dem Senior Bowl bei einem Pick der Panthers zu holen ohne zu reachen oder eine Position zu adressieren die bereits abgedeckt ist. Es gibt zweifellos einige Spieler aus dem Senior Bowl Team die zu den Panthers passen würden da hast du vollkommen recht, nur in diesem Mock fielen die Spieler einfach anders.
      Und zum Schluss das Thema mit dem Quaterback:
      Ja die Panthers haben in Darnold einen neuen Quaterback geholt, trotzdem kann es sein, dass sie einen Lance (oder auch Fields) höher einschätzen als einen Darnold, jedoch nicht damit rechnen ihn an Stelle 8 zu bekommen (deshalb der Darnold-Trade). Wenn ein solcher Spieler dann trotzdem verfügbar ist, werden die Panthers wohl trotzdem einen Quaterback (was ja auch die mit Abstand wichtigste Position im Football ist) draften, das gleiche hat man vor zwei Jahren bei den Cardinals gesehen, die mit Josh Rosen einen Top 10 Pick aus dem letzten Jahr hatten und trotzdem an 1 Murray gedrafted haben obwohl ein absoluter Top Defense Spieler mit Bosa verfügbar war.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.