Bittere Niederlage kurz vor Schluss: Panthers geben sicheren Sieg aus den Händen

Die Geschichte wiederholt sich. Wie so oft in dieser Saison kam es auch im Spiel gegen die Vikings auf Kicker Joey Slye an. Mit einem 54 Yard Field Goal hätten die Panthers das Spiel gewinnen können, doch wie schon gegen die Saints und Chiefs verschoss Slye auch Dieses Mal.

War die Erfolgswahrscheinlichkeit bei den Versuchen in den Wochen zuvor noch gering, sah es diesmal so aus, dass die Panthers hätten gewinnen können. 54 Yards waren in der Vergangenheit eine Distanz, die der Kicker schon gemeistert hatte, doch im Spiel gegen die Minnesota Vikings verschoss er und besiegelte so die 27-28 Niederlage.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Die Vorstellung der Offense war eine der schwächsten Leistungen der bisherigen Saison. Besonders Quarterback Teddy Bridgewater zeigte in diesem Spiel unbekannte Schwächen. War er sonst immer recht sicher wenn er auf freie Receiver werfen konnte und der Druck der Gegner nicht durchkam, überwarf er diese im gestrigen Spiel gegen Minnesota. Seine zu erwartende Completion Percentage lag in diesem Spiel bei 68,9%. In der Regel konnte er diese stets steigern, was ihm dieses Mal mit einer Completion Percentage von 59,4% misslang und er folglich deutlich darunter lag.

Die Vermutung ist natürlich sofort da, dass er in diesem Spiel noch nicht ganz fit war, denn normalerweise begeht er selten solche Fehler. Vielleicht erwischte er auch einfach nur einen schlechten Tag.


Ähnlich schwach war das Laufspiel. In den ersten Drives funktionierte dieses mit sehr viel Raumgewinn und einigen First Downs noch sehr gut. Doch leider übertrieb es das Team dann mit der Anzahl an Läufen und so ist das Laufspiel im Gesamtbild dann doch wieder als eher schwach zu bewerten (26 Läufe für 95 Yards und -0,07Epa/Play).

Wer konnte in der Offense überzeugen?

Trotz vieler Fehler hatte Bridgewater auch einige gute Aktionen. Besonders im letzten Viertel passte er zweimal extrem gut in eine enge Coverage. Beim Pass auf Anderson waren die Panthers anschließend sofort in Field Goal Range und nach dem Zuspiel auf Samuel im letzten Drive war Carolina dem Sieg sehr nah. Die Connection zwischen Bridgewater und Anderson war das ganze Spiel über sehr stark und so ist es auch kein Wunder, dass ausgerechnet Anderson in der ersten Hälfte den Touchdown erzielte.

Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

Zwar konnte die Klasse der Offense in einigen Aktionen gezeigt werden, doch insgesamt wurden einfach zu viele Fehler begangen. Das resultierte in einer ganz schlimmen Incompletion auf DJ Moore kurz vor Schluss in der Endzone. Die Panthers entschieden sich bei Third Down innerhalb der letzten zwei Minuten einen Pass zu spielen. Der Plan ging eigentlich auf, denn WR DJ Moore war weit offen, aber Bridgewater konnte diesen leichten Wurf nicht anbringen. Statt in diesem Play die Entscheidung herbeizuführen verlor das Team aus Carolina das Spiel.

Das Passing Game war leider generell nicht gut. Eric Kendricks konnte in der ersten Halbzeit für eine Interception sorgen. Danach folgten noch weitere Fehlwürfe, die in den Wochen zuvor in der Anzahl so nicht vorkamen.

Auch das Special Team hatte nicht seinen besten Tag. Es sticht natürlich das vergebene Field Goal am Ende hervor, doch bereits zuvor vergab Carolina ein FG für 28 Yard. Glücklicherweise gab es kurz vor Ende noch einen Muffed Punt, der vom Special Team der Panthers gesichert werden konnte. Leider verhalf dieser nicht zum Sieg.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Carolina Panthers können keine Receiver covern. Das Missmanagement von Marty Hurney zu Beginn der Saison wird von Spieltag zu Spieltag immer deutlicher. Diesmal ist die Tatsache umso schrecklicher, denn die Secondary hatte bereits Probleme mit Leuten wie Chad Beebe oder Bisi Johnson. Zuvor wurde die Defense meist nur von wirklich guten Receivern geschlagen und so war es kein Wunder, dass Justin Jefferson viele Big Plays machte. Doch auch die Leute hinter Jefferson konnten in diesem Spiel überzeugen.

Die Laufverteidigung der Panthers war in diesem Spiel dagegen richtig gut (21 Läufe für 79 Yards und -0,44Epa/Play). Das half besonders im ersten Durchgang, denn dort wichen die Vikings nicht von ihrem Plan ab und liefen viel auf early Down. Als Minnesota aber durch den Rückstand mehr passen musste, wurden wieder die Schwächen der Panthers durch die Luft deutlicher.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Jeremy Chinn machte mit seinen beiden Touchdowns wieder ordentlich auf sich aufmerksam. Zunächst war er Nutznießer eines Strip Sacks und gleich im nächsten Play verursachte er selbst den Fumble und returnierte auch diesmal bis in die Endzone. Zwei Touchdowns eines Defense Spielers gab es in den letzten 70 Jahren nicht.

Der Pass Rush gab über lange Zeit eine gute Figur ab. Wie schon im Spiel gegen die Lions war es nicht nur Brian Burns von dem der Druck ausging, sondern wieder von einer ganzen Reihe an Pass Rushern. Gekrönt wurde die Arbeit von Zach Kerr, der mit seinem Strip Sack den Weg für Jeremy Chinns Touchdown ebnete.

Im Laufe der Partie wurde aber immer mehr auf einen Pass Rush mit drei D-Linern umgestellt, da die Coverage dem Druck nicht standhalten konnte. Infolgedessen funktionierte der Pass Rush nicht mehr so gut und leider wurde die Coverage auch nicht besser.

Trotz schwacher Coverage im Gesamtbild des Teams war die Leistung von Troy Pride recht ordentlich. Er wurde nicht so oft wie Rasul Douglas oder Corn Elder geschlagen und hatte auch einen Pass Breakup gegen keinen Geringeren als Justin Jefferson. Dieser Pass Breakup war umso wichtiger, denn er bewahrte die Panthers vor einem Touchdown.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Rasul Douglas hatte zwar auch einige gute Aktionen und konnte sein Können mit mehreren Pass Breakups beweisen, doch insgesamt ließ er in diesem Spiel zu viel zu. Gerade gegen Justin Jefferson hatte er oft das Nachsehen.

Für Slot Cornerback Corn Elder lief es dagegen noch schlimmer. Zeigte er sonst bisher in der Saison erstaunlicherweise recht solide Leistungen, sah er gegen die Vikings wieder so aus wie in den letzten Jahren. Ausgerechnet er ließ auch den letzten Touchdown zu, der Minnesota in Führung brachte und letztendlich die Niederlage bedeutete.

Wie fällt das Fazit aus?

Diese Niederlage war nicht unbedingt nötig. Gerade die Offense machte viele Fehler. Obwohl Defense und Special Team für 17 Punkte sorgten und der lauflastige Gameplan die Vikings lange Zeit stark bremste, konnten die Panthers dieses Spiel nicht gewinnen. Sie stehen nun bei einem Record von 4-8 und sind folglich auch aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden.

Mit der Enttäuschung über das Spiel sollte aber auch nochmal deutlich herausgestellt werden, dass sich das Team im Umbruch befindet. Im Vordergrund sollte eher die Evaluation der Spieler und auch des Trainerteams stehen.

Aus dem letzten Draft stammende Spieler wie Jeremy Chinn und Troy Pride wussten zu überzeugen. Natürlich ist die Niederlage extrem ärgerlich, doch die Panthers sind aktuell nicht im Super Bowl Fenster. Für den Verlauf in den nächsten Jahren wird das Ergebnis aus diesem Spiel kaum eine Rolle spielen.

Für diese Saison ist zudem davon auszugehen, dass sich die Panthers wieder steigern werden. Teddy Bridgewater hat durchaus seine Limitierungen, zeigte aber ansonsten ein konstantes Niveau. Dieses Spiel war gerade unter dem Aspekt Genauigkeit im Vergleich zu den letzten Spielen ein extrem negativer Ausreißer. Vielleicht lag das wirklich noch an seiner Knieverletzung, wegen der er auch im letzten Spiel ausfiel. Glücklicherweise muss er nächste Woche nicht spielen, denn dann haben die Carolina Panthers ihre Bye Week.

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

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