Panthers lassen Sieg im finalen Drive liegen – Die Sensation bleibt aus

Wie so oft ging Carolina wieder mal als Underdog in eine Partie. Gegen den amtierenden Super Bowl Champion, die Kansas City Chiefs, stand für viele Experten der Sieger bereits vor dem Spiel schon fest. Zu sehr hatten die Panthers zuletzt wieder gestrauchelt und zu stark waren in den letzten Spielen die Chiefs. Zwar verlor Carolina am Ende tatsächlich die Partie, aber der Spielverlauf war viel knapper als erwartet. Natürlich ist bei vielen Fans die Enttäuschung groß, jedoch fühlt sich die 31-33 Niederlage für einige Supporter der Panthers schon fast wie ein Sieg an. Das liegt an einer ziemlich guten Performance des Teams aus Charlotte.

Wie ist die Performance der Offense zu beurteilen?

Die Offense war geprägt durch das Ausspielen der vierten Versuche. Der Coaching Staff ging wahrscheinlich schon vor dem Spiel davon aus, dass Patrick Mahomes in diesem Spiel viel punkten würde. Mit diesem Wissen entschied man sich dann, viele vierte Versuche auszuspielen. Die Panthers wollten mit der eigenen Offense dagegenhalten.

Die 4th Down Conversions waren definitiv nötig, um das Spiel lange eng zu gestalten. Gerade in den ersten drei Vierteln des Spiels konnte die Offense eigentlich kein Big Play generieren. Folglich musste das Team dann auch in viele dritte und vierte Versuche gehen. Hätte man die Versuche nicht ausgespielt, wären die Chiefs schon früh davongezogen.

Insgesamt spielten die Panthers dreimal den vierten Versuch aus. Hätten sie sich in diesen Drives für ein Field Goal oder einen Punt entschieden, wären aus diesen lediglich drei Punkte entstanden. Carolina machte stattdessen aber 21 Punkte, unter anderem mit einem ausgespielten Fake Punt.


Wer konnte in der Offense überzeugen?

Die Offense tat sich nach dem ersten Drive, in dem der Ball fast 8 Minuten gehalten werden konnte und in einem Touchdown mündete, lange schwer. Joe Brady versuchte durch das Scheme Teddy Bridgewater ein bisschen zu verstecken und ließ ihn nur wenige schwierige Pässe werfen. Gerade in den ersten drei Vierteln wurde die Offense wieder sehr durch Yards nach dem Catch getragen.

Als Carolina im letzten Viertel immer noch mit zwei Scores zurücklag, fing Bridgewater an, aggressiver zu werden und fand dann auch seine Receiver Robby Anderson, Curtis Samuel und Christian McCaffrey. Das Team war von dort an nicht mehr auf die vierten Versuche angewiesen und als die Chiefs ihren letzten Drive komplett vermasselten, gab es sogar noch die Chance auf den Sieg. Durch ein 66 Yard Field Goal von Kicker Joey Slye hätten die Panthers die Führung erlangen können. Leider blieb die Überraschung aus und Slye verzog deutlich.

Positiv in Erscheinung trat Christian McCaffrey, der nach längerer Verletzungspause wieder an Bord war. Gerade im Passing Game war er eine große Unterstützung für Quarterback Teddy Bridgewater. Insgesamt erzielte er 151 Total Yards.

Leider verfiel die Offense noch oft in alte Muster, indem man McCaffrey in eine volle Box laufen ließ oder Bridgewater wieder in die Flats auf den Running Back passte, obwohl ein anderer Spielzug mehr Raumgewinn gebracht hätte. Nichtdestotrotz war es insgesamt ein starkes Comeback unseres Running Backs, welcher diesmal einige Texas- oder auch Wheel-Routen lief. Diese Vielseitigkeit konnte man gerade im letzten Jahr nicht oft beobachten.


Wo waren die Schwachstellen in der Offense?

War das Passing Game der Panthers ziemlich gut (58 Versuche für 36 Completions, 1 Scramble, 2 Touchdowns, 346 Yards und 0,39Epa/Play), so stellte sich das Laufspiel über die Running Backs, wie schon so oft in dieser Saison, als Schwäche heraus (24 Läufe für 85 Yards, 1 Touchdown und -0,08Epa/Play). Teddy Bridgewater konnte das Laufspiel mit seinem 4 Yards Run zum Touchdown zwar noch etwas besser aussehen lassen, aber insgesamt scheint das Laufspiel über die Running Backs in diesem Jahr die Schwäche der Offense zu sein. Trotz dieser Tatsache bekommen sie dann doch zu oft den Ball. Gegen die Chiefs hatte allein Christian McCaffrey ganze zwanzig Carries.

Wie ist die Performance der Defense zu beurteilen?

Die Defense hatte eine sehr schwierige Aufgabe zu meistern. Mit Patrick Mahomes stand ihr der zurzeit wohl beste Quarterback gegenüber. Das Passing Game konnte so auch nur schwer verteidigt werden (50 Passversuche für 30 Completions, 1 Scramble, 4 Touchdowns und 0,35Epa/Play).

Gegen Travis Kelce und Tyreek Hill hatten die Defensive Backs der Panthers oft das Nachsehen. Zu Beginn lief es noch gut, da Mahomes erstaunlicherweise einen weit offenen Tyreek Hill überwarf und die Chiefs so nur ein Field Goal erzielen konnten. Doch als die so starke Offense aufhörte Fehler zu produzieren, endete fast jeder Drive mit einem Touchdown. Als die Panthers im vierten Quarter merkten, dass der so unglaublich wichtige Stop nicht durch die Defense erzielt werden konnte, fing man an, den Onside Kick zu versuchen. Leider missglückte dieser bei beiden Versuchen.

Wer konnte in der Defense überzeugen?

Wie in den Spielen zuvor war Brian Burns wieder nicht zu verteidigen. Diesmal sorgte er für drei QB Hits und mehrere Hurries. Es ist schade, dass die Öffentlichkeit sich nur auf Sacks bei den Pass Rushern konzentriert, denn diese kommen eher zufällig zustande. Burns hat eine Gewinnrate, die so hoch ist wie die der Pass Rusher TJ Watt, Myles Garrett oder Joey Bosa. Dennoch wird er von den Experten in dieser Saison gerne übersehen.

Als Team verteidigten die Panthers den Lauf exzellent (11 Läufe für 30 Yards und -0,17Epa/Play). Leider hatte das keine Auswirkung auf das Spiel, da die Coverage keine Chance gegen die gut aufgelegten Receiver der Chiefs hatte.

Wo waren die Schwachstellen in der Defense?

Die Serie an Spielen, in denen die Defense den Pass nicht verteidigen kann, setzt sich fort. Wie zuletzt gegen die Saints und die Falcons ließ die Defense durch den Pass über 0,3Epa/Play zu. Gerade der frisch von der COVID-Liste zurückgekommene Rasul Douglas hatte oft das Nachsehen und ließ zu viel Raumgewinn für die Receiver zu. Auch Sam Franklin zeigte in der Coverage seine Limitierungen. Zwar hatte er auch gute Szenen, wie beispielsweise einen Sack und ein Tackle for Loss, in dem Spiel, doch insgesamt zeigte seine Spielweise gerade in der Coverage, warum er eigentlich nur ein Backup ist.

Wie fällt das Fazit aus?

Insgesamt täuscht das Ergebnis ein bisschen. Obwohl Carolina am Ende des Spiels noch die Chance hatte das Spiel durch das lange Field Goal zu entscheiden, waren die Chiefs deutlich besser. Da die Panthers aber aus einem 4. Versuch &14 ein First Down erzielen konnten und in der ersten Halbzeit einen Fake Punt erfolgreich ausgespielt haben, wurde das Spiel nochmal eng. Zudem überwarf Mahomes zu Beginn mehrfach seine weit offenen Receiver, ein Mal sogar für einen eigentlich sicheren Touchdown.

Die Leistung, besonders die der Offense, sollte dadurch nicht geschmälert werden. Dennoch profitierte Carolina eben auch von Situationen, die so mit Konstanz in der Zukunft nicht vorkommen werden. Der Coaching Staff sollte sich allerdings überlegen, ob man die Strategie mit dem häufigen Ausspielen der vierten Versuche beibehält, da man dann mit etwas Glück, mit den ganz großen Teams der Liga mithalten kann.

Carolina wirkte in der Vergangenheit eher konservativ und entschied sich zu häufig für einen Punt oder für das Field Goal. Gegen Mahomes musste man risikoreichere Entscheidungen treffen, da die Offense eigentlich selbst mit jedem Drive einen Touchdown benötigte. Ob die Coaches nun an diesem Plan festhalten, wenn die gegnerischen Quarterbacks Alex Smith, Matthew Stafford oder Drew Lock heißen, ist dann aber eher fraglich.

 

Quellen: rbsdm.com  espn.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

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