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Patrick Surtain II: Welche Attribute machen ihn zum Top-Corner des Drafts?

Im fünften Teil der Draft-Prospect-Analyse geht es nun um den vielleicht besten Cornerback dieser Draftklasse, Patrick Surtain II. Seit dem Abgang von Josh Norman fehlt den Panthers ein konstanter guter Nummer 1 Cornerback. Gerade Alabama ist i  den letzten Jahren quasi eine „Fabrik“ für gute Secondary Spieler geworden.

Patrick Surtain II

  • CB, Alabama Crimson Tide
  • 6’2“ (1,88m) 202 Pfund (92kg)
  • 21 Jahre alt (14.04.2000)
  • 2020 stats: 13 Spiele, 32 Tackles, 10 abgewehrte Pässe, 1 Interception (pick six)

Stärken

Surtain ist einer der komplettesten Cornerbacks, die in den letzten Jahren in die NFL gekommen sind. Dies ist einerseits auf sein Coaching zurückzuführen (Alabams Headcoach Nick Saban gilt als der Defenseguru im College), andererseits auf seine Gene. Er bringt die perfekten Maße und auch die passende Athletik (4,42s auf 40 Yards, 18 Wiederholungen beim Bankdrücken, 39“ vertical) mit. Darüber hinaus ist sein Vater Patrick Surtain senior ein ehemaliger NFL-Cornerback, der 11 Jahre in der NFL gespielt hat und dreimaliger Pro Bowler sowie einmaliger All-Pro ist. Cornerback zu spielen wurde ihm somit in die Wiege gelegt.

Man Coverage

Auf dem College hat er in allen Coverage Varianten Erfahrungen gesammelt und gehört in sämtlichen zu den besten seines Fachs. In Press Coverage setzt er seine Kraft ein, den Receiver zu „jammen“ und schon zu Beginn der Route zu stören. Laut PFF hat er in den letzten beiden Saisons 662 Snaps in Press gespielt, 199 mehr als jeder andere Collegecornerback!

Außerdem ist er beweglich in den Hüften und zeigt dies durch schnelle Drehungen sobald der Gegenspieler seine Route verändert. Generell reagiert er sehr schnell und gut auf die Bewegungen des Receivers während der Route. Zusätzlich hat er ein gutes Gefühl dafür, wann er seine Augen vom Receiver nehmen muss um auf den Ball zu achten. Auch in Offman Coverage besticht er durch seinen „high football IQ“ indem er die Route gut erkennt und genau weiß, wie er sich wann zu verhalten hat.

Infolgedessen sieht man während seiner kompletten Collegekarriere so gut wie keine Situation, in der er extrem schlecht aussieht oder auf einen „double move“ hereinfällt. Ihm gelingt es, dem Receiver kaum Freiraum zu lassen und verteidigt sehr eng, um kein Pass-Fenster zu ermöglichen.

Zone Coverage

Zwar spielt er bei Alabama in einer Defense, die vermehrt auf Man-Coverage setzt, jedoch kann man auch bei ihm genügend Zone-Coverage Snaps beobachten. Beim Verteidigen in der Zone liest er die Augen des Quaterbacks sehr gut und reagiert darauf blitzschnell. Im Lesen der Offense ist er schon sehr weit und erkennt welche Routen gelaufen werden. Daraus folgt dann ein gutes Gefühl dafür wo er sich in der Zone positionieren muss, um die Routen zu verteidigen.

Dies ist besonders gut bei einer Interception im Jahr 2019 zu sehen. Bei diesem Play ist er als Outside Cornerback in Cover 3 für das tiefe Drittel zuständig und sieht, dass die zwei Routen direkt vor ihm kurz verlaufen und somit eine dritte Route tief geht. Er bemerkt, dass der Quaterback die Tiefe Route adressiert, lässt sich fallen und macht den Pick.

Blickt man auf die blanken Stats seiner letzten Saison, so wundert man sich, warum er als First-Round Pick gehandelt wird. Hier fehlen die vielen großen Zahlen was Interceptions oder Pass Breakups angeht. Hinzu kommt, dass er generell kaum noch Highlights produziert hat. Dies ist jedoch nicht seine Schuld, da die Quaterbacks es in der Regel mieden, überhaupt in seine Richtung zu werfen. Demzufolge hatte er kaum eine Chance sich durch Big Plays auszuzeichnen.

Bei 555 Coverage Snaps wurde der Ball lediglich 48 mal (8,6%)  in seine Richtung geworfen. Davon hat er nur 21 Receptions (43,8% Catchrate) und 2 Touchdowns zugelassen. Gerade diese „Angst“, bei gegnerischen Quaterbacks in die Richtung eines Spielers zu werfen, zeichnet einen Top-Corner aus. Surtain ist einer der NFL-bereitesten Cornerbacks der letzten Jahre, der aufgrund seines fast kompletten Skill Sets fast gar kein Bust-Potential besitzt.

Zudem hat er im College die letzten 38 Spiele am Stück gestartet. Somit scheint er nicht anfällig für Verletzungen zu sein, was auch enorm wichtig ist. Darüber hinaus hat er in den letzten drei Jahren im Training gegen die besten College-Receiver spielen können. Seine Trainingsgegner 2019? Jaylen Waddle (als Top 10 Pick dieses Jahr gehandelt), Devonta Smith (Heisman Trophy Sieger 2020 und potentieller Top 10 Pick dieses Jahr), Henry Ruggs III (12. Pick im letzten Jahr) und Jerry Jeudy (15. Pick im letzten Jahr). Er hatte im Training also vier Erstrunden-Receiver gegen sich und durfte somit jeden Tag seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Schwächen

Um die Schwächen bei Surtain herauszusuchen muss man schon sehr pingelig sein, da es keine extremen Defizite gibt. Wenn man doch die Schwächen nennen will, sind diese eher kleinere Sachen. Zum einen ist er zwar ein guter, aber nicht Elite Athlet wie zum Beispiel ein Caleb Farley oder Jaycee Horn.

Trotz sehr guter Geschwindigkeit fehlt ihm jedoch die Elite Zwischenbeschleunigung und Endgeschwindigkeit, um die Passempfänger einzuholen wenn er mal geschlagen ist. Vor allem gegen kleine explosive Receiver wirkt er dann doch manchmal etwas unbeweglich wenn er auf schnelle Cuts reagiert. Faszinierend ist auch, dass er Probleme bei einer bestimmten Route hat. So hat er 14 Catches bei 22 Targets (64%) zugelassen, wenn der Receiver eine Slant Route gelaufen ist.

Nachdem bei seinen Stärken, dass extrem geringe Bust-Potential genannt wurde, ist hier eine umgekehrte Aussage möglich. Zwar ist er der kompletteste Cornerback im Draft, jedoch gibt es ein paar Spieler, die aufgrund ihrer noch besseren Athletik ein höheres Potential besitzen.

Wie passt er zu den Panthers

Mit dem Pick von Surtain könnte die Lücke eines klaren Nummer 1 Cornerback endlich geschlossen werden. Dadurch, dass er komplett Scheme unabhängig ist, hätte Phil Snow viel mehr Möglichkeiten. Mit seinem generellen Skill Set passt er zum einen perfekt in die Cover 3-lastige Defense der Panthers, erlaubt es aber auch, mehr Man-Coverage zu spielen.

Snow hat sich in der letzten Saison bereits geäußert, dass er gerne öfters die Coverages durchgemischt hätte. Vor allem bei dritten Versuchen wolle er mehr von der „Soft Zone“ abrücken und aggressiver agieren. Durch die guten Press-Coverage Fähigkeiten kann man bei dritten Versuchen die Receiver auch mal in Press setzten, um die Zeit, in der der Quaterback den Ball halten muss, zu erhöhen.

Nachdem die Panthers im letzten Draft und der Free Agency vor allem die Front Seven verstärkt haben, würde ein Nummer 1 Corner die Defense auf ein höheres Level heben. Vor allem die Pass-Rusher profitieren von einem Lockdown-Corner, der den Nummer 1 Receiver der Gegner aus dem Spiel nehmen kann. Durch die Verstärkung der Secondary bekommen sie dann mehr Zeit, um zum Quaterback zu gelangen.

Er würde die perfekte Ergänzung zu Donte Jackson ergeben, der sich dann um die kleinen und schnellen Receiver kümmern kann, während Surtain die klassischen X-Receiver übernimmt. Es ermöglicht aber auch, nach der Verpflichtung von AJ Bouye, mit Jackson auch im Slot zu spielen. Diese Position hat er bereits auf dem College gespielt und gibt den Panthers ein gutes Cornerbacktrio.

 

Bilderquellen:

www.rolltide.com

Quellen:

www.profootballfocus.com

www.nfl.com

www.profootballnetwork.com

www.youtube.com

www.thedraftnetwork.com

Penei Sewell: Der agile Left Tackle mit einer Menge Upside

Es geht weiter mit unserer Prospect-Analyse. Nachdem wir zuvor Receiver und Quarterbacks genauer unter die Lupe genommen haben, betrachten wir diesmal einen Offensive Tackle. Penei Sewell ist einer der größten Talente auf seiner Position und gilt als potenzieller Pick an der achten Stelle.

Physische Daten

  • Größe: 6‘5 (ungefähr 1.98m)
  • Gewicht: 331LBs (ungefähr 147kg)
  • Alter: 20 Jahre

Entwicklung

Geboren in Amerikanisch Samoa zog es ihn mit seiner Familie im Jahre von 11 nach Utah, wo er auch in der Highschool Football spielte. Als Vier-Sterne Recruit (siebtbester Tackle der Klasse) bekam er über 20 Angebote für ein Stipendium. Seine Wahl fiel schließlich auf die Oregon Ducks aus der Power 5 Conference Pac-12.

In Oregon angekommen, spielte er sofort in 2018 als Starter. Nach sieben Spielen war für ihn die Saison aber schon durch eine Knöchelverletzung beendet. Er kam 2019 wieder zurück und spielte eine unglaublich gute Saison. Am Ende war er nicht nur wichtiger Teil des Ducks-Teams, welches das PAC-12 Conference Finale gewann, sondern erhielt als Auszeichnung für seine Leistung zudem noch die Outland Trophy, den Preis für den besten Liner der gesamten College Saison. Sewell wurde in dieser Saison gerade einmal 19 Jahre alt. Nach dieser starken Saison entschied er aufgrund der Corona-Pandemie kein Risiko mehr einzugehen und verzichtete auf sein Junior-Jahr.

Stärken

Als Sieger der Outland Trophy sollte man generell breit aufgestellt sein, aber bei Sewell fällt besonders das Blocking im Laufspiel auf. Dort konnte er viele Highlight-Blocks setzen. Er ist einerseits für seine Größe sehr agil und athletisch, kann aber auch seine Kraft ausnutzen. Bei seinen Blocks hat er immer einen tiefen Schwerpunkt, was ihn in bessere Positionen bringt und oft dazu führt, dass eine Running-Lane durch ihn geöffnet wird. Auffällig sind auch Plays, bei denen er über das Feld ins zweite Level laufen muss. Auch hier gab es eine Menge an Highlights zu beobachten.

 

Schwäche

Von einer Schwäche zu sprechen ist zwar schon vermessen, aber in der Pass Protection gab es nicht ganz so viele Highlights von ihm wie im Laufspiel. Seine Technik ist vielleicht noch nicht ganz so ausgereift wie von anderen Top-Propects auf dieser Position. Es gab in seiner College-Karriere Snaps, bei denen die Platzierung seiner Hände und auch die Fußarbeit während eines Pass-Protection Snaps nicht perfekt war. Auch der Oberköper war dann nicht immer in der besten Position. Die Entwicklung wird in der NFL spannend zu beobachten sein. Im Super-Jahr 2019 in der PAC-12 gab es dadurch so gut wie keine Probleme. Nur sieben zugelassene Pressures und kein zugelassener Sack sprechen für sich. Zwar ist die PAC-12 eine Power-5 Conference, doch die Stärke der Spieler ist dort nicht so gut wie in der SEC oder in der Big 10. In der NFL könnte er dadurch gerade am Anfang und ohne Hilfe ein paar Probleme haben.

Seine Armlänge beträgt zudem nur 33,25 Inches. Damit würde er im unteren 14%-Bereich in der NFL liegen, was die Position OT betrifft. Dadurch kann es besonders in der Pass-Protection zu Problemen kommen, wenn der Edge-Rusher von außen kommt. Andererseits gibt es auch genügend Elite-Tackle, die ein ähnliches Defizit haben und durch gute Athletik diesen Nachteil ausgleichen konnten (Joe Thomas, David Bakhtiari oder Jason Peters zum Beispiel).

Fazit

Auch wenn Sewell in einigen Bereichen noch ein bisschen roh sein könnte, gilt er als das vielleicht beste Tackle-Prospect der letzten Jahre. Schon im Alter von 19 Jahren hat er in einer Power-5 Conference seine Gegner dominiert. Das ist ein extrem gutes Zeichen. Auch eine Steigerung war bei ihm zu beobachten. Zwar hatte er kein schlechtes Freshman-Jahr, doch als Sophomore war er der beste Tackle des Landes im College Football. Gerade in der NFL ist bei der Entwicklung eines Offensive Tackles immer wieder zu beobachten, dass er sich immer weiterentwickelt, besonders in den ersten drei Jahren. Das könnte man auch von Sewell erwarten.

Optimal wäre für ihn wohl ein Scheme, in dem er seine Stärke im Laufspiel zeigen könnte (Beispiele wären die 49ers oder die Browns). Das sollte aber nicht dazu führen, dass ein Team wie die Panthers mit Problemen auf der Position ihn deswegen nicht nimmt. Zwar bleibt sein Spiel in der Pass Protection zu beobachten, aber dieses war bisher keineswegs ein Problem und es ist durchaus möglich, dass er kleine Unsicherheiten auch mit der Zeit abstellen wird. Dass er in drei Jahren zu den absolut besten Tackles in der NFL gehört, ist auf jeden Fall möglich. Ein hoher Pick wäre so gesehen gerechtfertigt. Andererseits könnte er auch ohne Probleme nach innen auf die Guard-Position gestellt werden. Dort würde er den schnellen und extrem athletischen Edge Rushern weniger begegnen. Es besteht bei ihm somit weniger Gefahr, dass er absolut nichts reißen wird in der NFL (ausgenommen sind natürlich Verletzungen).

 

Quelle: nfl.com   pff.com   goducks.com   thedraftnetwork.com

Bildquelle: nbc.com

 

Trotz Darnold-Trade: Panthers picken Quarterback an Stelle 8 und bedienen viele Needs

Der 2021 Draft steht vor der Tür und auch wir machen uns Gedanken über mögliche neue Spieler für die Panthers.

Insofern gibt es auch von uns einen Mock Draft in dem wir unsere Einschätzungen über mögliche Draftpicks präsentieren. In dem folgenden Mock Draft wird erstmal ohne Trades prognostiziert.

1. Runde 8. Pick

Trey Lance, QB, North Dakota State

Bei diesem Draft-Verlauf werden mit den ersten vier Picks bereits vier Quaterbacks ausgewählt und da die 49ers sich für Mac Jones entscheiden, fällt den Panthers Trey Lance in den Schoß. Somit wird trotz des Trades für Sam Darnold noch ein Quaterback in den Top 10 gedraftet. Da Lance jedoch der „roheste“ Quaterback ist, kann er somit erstmal lernen und muss nicht direkt in der NFL starten. Trotzdem ist er ein außergewöhnlicher Athlet und bringt das vielleicht größte Potential aller Quaterbacks in diesem Draft mit. Wahrscheinlich gibt es mit diesem Pick dann drei mögliche Szenarien:

  1. Darnold bestätigt, dass er nicht NFL-tauglich ist und setzt die Saison in den Sand. Somit übernimmt in der nächsten Saison Lance und die Panthers haben wieder einen Top 10 Pick um ihm Unterstützung zur Seite zu stellen.
  2. Darnold spielt eine ordentliche Saison und die Panthers können ihn nach der Saison traden. Lance übernimmt dann ebenfalls nach einem Jahr lernen.
  3. Darnold macht einen unglaublichen Leistungssprung und spielt auf All-Pro Level und die Panthers stehen mit einem 24 Jährigen All-Pro und einem 21-Jährigen Top 10 Pick auf der Quaterbackposition da.

In jedem Fall könnte man Lance erstmal Zeit geben, von den Coaches und Darnold zu lernen, bis er bereit ist zu spielen. Außerdem ähnelt Trey Lance, von den reinen physischen Aspekten her, eher Sam Darnold als Teddy Bridgewater. Somit sind die Mitspieler dann schon einen ähnlichen Spielstil auf der QB-Position gewohnt und die Umstellung auf Lance ist nicht so groß. Wir gehen davon aus, dass Lance ein besserer Spieler werden kann als Darnold. Jedoch braucht er noch etwas Zeit, die ihm dann gegeben werden kann. Wenn Lance bis an Pick 8 fällt, sollten die Panthers zuschlagen.

2. Runde 7. Pick (39 Ovr)

Dillon Radunz, OT, North Dakota State

Auch mit dem zweiten Pick adressieren die Panthers wieder die offensive Seite des Balles. Eine der größten Baustellen ist seit fast einem Jahrzehnt die Position des Left Tackle. Mit Radunz kann diese Lücke endlich gestopft werden. Er ist ein athletischer Left Tackle, der bereits zwei Saisons im College gestartet hat. Aufgrund seiner physischen Eigenschaften kann er auch als Guard eingesetzt werden, falls er zu Beginn noch nicht für die Tackleposition bereit ist. Im College war er vor allem im Runblocking eine richtige Dampfwalze und hat dort seine Gegner dominiert. Dies lag jedoch auch ein wenig an den zweitklassigen Gegnern.

Aber auch im Passblocking ist er schon sehr weit und hat in seiner letzten kompletten Saison keinen Sack zugelassen. Zudem hat er beim Senior Bowl gezeigt, dass er auch im 1:1 die besten Collegespieler dominieren kann. Die Panthers haben also aus nächster Nähe gesehen was er für Qualitäten mitbringt. Für einen jungen Quaterback ist es auch enorm wichtig, einen guten Left Tackle zu haben, der ihm den Rücken freihält. Insofern geben die Panthers dem in der ersten Runde gepickten Franchise Quaterback seinen College-Left Tackle, den er schon sehr gut kennt.

Fun Fact: Radunz hat in seiner gesamten Collegekarriere kein (!) Spiel verloren. In einem Interview beim Senior Bowl hat er auch gesagt, dass er das gar nicht mehr kennt und alles gewinnen will. Er bringt somit auch eine Siegermentalität mit, die für Rhule auch sehr wichtig ist.

3. Runde 9. Pick (73 Ovr)

Tyson Campbell, CB, Georgia

In der dritten Runde fällt jetzt mit Campbell ein Cornerback zu den Panthers, der schon in Woche 1 starten kann. Die Secondary ist neben der Offensive Line die größte Baustelle im Kader der Panthers. Campbell ist ein junger Corner, der perfekt in das Anforderungsprofil der Panthers passt. Er bringt die passende Größe (6’2“=1,88) und Geschwindigkeit (10,39s auf 100m) für einen Cover 3 Cornerback mit. Zusätzlich ist er auch sehr beweglich und schafft es, auf die Bewegungen des Receivers blitzschnell zu reagieren. Auf dem College hat er sowohl Mann gegen Mann als auch in der Zone verteidigt. Folglich ist er ein Scheme unabhängiger Outside-Cornerback, der auf der anderen Seite von Donte Jackson die großen Receiver covern kann.

Die Fragezeichen, oder auch der Grund warum er trotz der perfekten Anlagen nicht als First-Round-Pick gehandelt wird, sind vor allem, dass er selten Plays macht. Trotz guter Coverskills reagiert er oft zu spät oder falsch wenn der Ball in der Luft ist. Dies macht sich auch in seiner Statistik bemerkbar, so hat er in drei College Saisons lediglich eine Interception und 11 Pass-Breakups erzielt.

4. Runde 8. Pick (113 Ovr)

Jaylen Twyman, DT, Pittsburgh

Scott Fitterers Aussage, dass man die Lines und die Cornerbackposition verstärken möchte, passt auch zu diesem Pick. Durch die Auswahl eines Defensive Tackles wird nun auch die Interior Defensive Line verstärkt, wo den Panthers vor allem auch die Tiefe fehlt. Twyman ist ein etwas kleiner (6“2“ =1,88m) DT, der seine Stärken vor allem durch seine Explosivität im Pass-Rush hat. Dies sieht man auch in den Statistiken der letzen Saison: 41 Tackles, 12 for loss und 10,5 Sacks (meisten im Team).

Durch die fehlende Größe hat er in der Laufverteidigung und vor allem auch wenn er gedoppelt wird Probleme. Seine ideale Rolle in der NFL wäre als 3-Technique neben einem dominanten Defensive Tackle, wo er seine Stärken als Pass-Rusher und Gap-Shooter ausspielen kann. Somit ist er ein idealer Partner für Brown und würde den Interior Pass-Rush deutlich verbessern.

Fun Fact: Der letzte Defensive Tackle, der Pittsburgh in Sacks angeführt hat, ist auch ein für die Position kleiner Spieler. Sein Name? Aaron Donald.

5. Runde 7. Pick (151 Ovr)

Kary Vincent Jr, CB/S, LSU

Einer meiner persönlichen Lieblingsspieler in dem 2021 Draft fällt dann in der fünften Runde zu den Panthers. Mit seinen physischen Attributen und der Flexibilität passt er perfekt in die Spielidee von Matt Rhule. Er bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit (10,07s auf 100m!) und Beweglichkeit mit, die auch auf dem Platz zu sehen ist. Zusätzlich kann er sowohl als Slot-Cornerback als auch als Free Safety eingesetzt werden. Durch seine Athletik kann man diese Positionen sogar komplett vermischen. Das heißt, er stellt sich im Slot oder sogar direkt an der Line auf und hat trotzdem keine Probleme mit seiner Geschwindigkeit noch die tiefe Zone abzudecken. Auch umgekehrt ist dies möglich, erst tief aufgestellt um dann eine kurze Zone zu spielen.

Er erfüllt somit das Anforderungsprofil von Phil Snow, der die Spieler je nach Situation herumschieben möchte. Darüberhinaus zeigt er mit teilweise spektakulären Interceptions, dass er auch sehr gute „Ball-Skills besitzt.

Die Schwachpunkte bei ihm sind zum einen seine geringe Größe (5’10“=1,78m) und seine Schmächtigkeit, womit er gegen große und physischere Gegner Probleme bekommt. Außerdem verlässt er sich zu oft auf seine Geschwindigkeit anstatt auf die Technik. Hinzu kommt sein Hang zum „gambeln“ auf das Big Play. In seinen Ansätzen erinnert er an Donte Jackson als dieser aus dem College kam.

6. Runde 9. Pick (193 Ovr)

Jaelon Darden, WR, North Texas

Darden ist ein Spieler, der für die meisten eher unter dem Radar fliegt. Dies liegt zum einen daran, dass er auf einem sehr kleinen College spielt, zum anderen daran, dass er sehr klein (5’9“ = 1,75) und eher dünn ist (170lbs=77kg). Er ist jedoch genau der Spielertyp, der den Panthers nach dem Abgang von Curtis Samuel fehlt: ein schneller, enorm beweglicher Slot Receiver mit extrem guten Fähigkeiten nach dem Catch.

Sobald er auf dem College auch nur ein bisschen Platz bekommen hat, war er nicht zu verteidigen. Seine Explosivität mit dem Ball in der Hand gehört zu den besten dieser Draftklasse und es macht einfach Spaß ihm zuzusehen. Mit seinem Spielstil passt er sehr gut in die Offense von Brady, der seinen Receivern mit seinem Scheme Platz verschafft und ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzt.

Aufgrund seiner Statur wird er zwar vermutlich nur im Slot oder bei End-Arounds agieren, da er gegen große, starke Outside Cornerbacks Probleme hat. Jedoch ist er auch ein guter Punt- sowie Kick-Returner und kann dort von Beginn an den Panthers helfen, da sie ihren Returner in der Free Agency verloren haben.

Fun Fact: Im Interview wurde er auf seinen Spielstil angesprochen und hat gesagt: „Making someone miss is like waking up in the morning and brushing my teeth… I gotta do it everyday“. Bedeutet übersetzt so viel wie, jemanden aussteigen zu lassen ist wie morgens aufzuwachen und die Zähne zu putzen, er mache es jeden Tag.

6. Runde 38. Pick (222 Ovr)

Garret Wallow, LB, TCU

Mit dem letzten Pick im 2021 Draft geht es dann nochmal auf die defensive Seite des Balles und auch zum Schluss gibt es nochmal ein spannendes „Prospect“. Da spät im Draft selten Spieler gefunden werden, die direkt an Tag 1 starten können, kann man auch hier einen Spieler wählen, der sich aber zu einem Starter entwickeln kann.

Wallow ist ein sehr interessanter Spielertyp, der von den Grundlagen ebenfalls perfekt in das Anforderungsprofil von Snow passt. Er ist zwar als Linebacker gelistet, jedoch hat er seine Collegekarriere als Safety begonnen. Diese Erfahrung sieht man auch in Coverage, da er sowohl in Mann- als auch in Zonenverteidigung eine gute Figur macht. Er bringt eine gute Geschwindigkeit mit (4,65s auf 40 Yards) um „sideline-to-sideline“ zu verteidigen. Seine Flexibilität sieht man auch in seinem Spiel, da er alle drei Offball-Linebackerpositionen (Strong-,Weakside und Middle) ohne große Probleme ausgeübt hat.

Die Probleme bei ihm liegen eher darin, dass er noch relativ „neu“ auf der Position ist und noch lernen muss, gerade was die Laufverteidigung anbelangt. Bei den Panthers könnte er es zu Beginn über das Special-Team und als Rotationsspieler in den Kader schaffen. Durch seine Athletik und Vielseitigkeit gibt es auch bei ihm eine Menge Potential. Zusätzlich gibt es wohl kaum etwas besseres, als seine Position in Videostunden mit Luke Kuechly zu lernen.

Fazit:

Mit diesen sieben Spieler könnten die Panthers ihren Kader auf wichtigen Positionen, die zum Teil auch die größten Needs sind, verstärken ohne sonderlich von der Draftstrategie „Best Player Available“ (den besten verfügbaren Spieler zu nehmen, egal auf welcher Position) abzurücken.

 

 

Bilderquellen:

www.thegamehaus.com

www.si.com

www.pittsburghpanthers.com

www.tcu360.com

www.mtstandard.com

www.rproud.com

 

Quellen:

www.profootballnetwork.com

www.nfl.com

www.thedraftnetwork.com

www.nflgamepass.com

www.youtube.com

Ja‘Marr Chase: Was macht den Top Receiver des Drafts so stark?

Im dritten Teil unserer Prospect-Analyse werfen wir einen Blick auf einen der besten Receiver des Drafts, Ja´Marr Chase. Nach dem Abgang von Curtis Samuel wünschen sich viele Fans einen neuen, jungen, vielversprechenden Receiver. Spricht man im diesen Draft über diese Position, so kommt man nicht um den Namen Ja´Marr Chase herum. Doch was macht diesen Spieler so stark?

Ja´Marr Chase

  • WR; LSU
  • 6’0“ (1,83m) 201 Pfund (94 kg)
  • 21 Jahre alt (01.03.2000)
  • 2019 – 14 Spiele, 84 Receptions, 1.780 Yards, 20 TDs
  • 2018 – 10 Spiele, 23 Receptions, 313 Yards, 3 TDs

Stärken

Ja’Marr Chase stellte 2019 einen neuen Schulrekord für Receiving-Yards und Touchdowns für die LSU auf. 2020 setzte er dann die Saison aus gesundheitlichen Gründen aus, da er nach der überaus erfolgreichen letzten Saison im Blick auf den Draft 2021 nichts riskieren wollte. Doch in seiner bisher besten Saison 2019 zeigte Chase an der Seite von Justin Jefferson, dass er das Potenzial hat, einer der besten Receiver in der NFL zu werden. Trotz seiner geringen Größe ist er wohl der beste Receiver im Draft, wenn es darum geht, Jump-Bälle für sich zu entscheiden. Hierzu verbindet Chase seine exzellente Athletik und Sprungkraft (41 Inch Vertical Jump am Pro Day) mit einer unheimlichen Körperbeherrschung und Koordination. Zudem hat er auch in der Luft sehr zuverlässige Hände und verliert hier nicht die Kontrolle.

Generell lassen sich seine Hände als seine stärkste Waffe bezeichnen – kommt der Ball in seine Hände, so hat er ihn sicher. Drops kommen bei ihm so gut wie gar nicht vor. Sein Catch-Radius ist enorm, er schafft es immer wieder, auch ungenaue Pässe zu fangen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Pass zu hoch oder zu tief geworfen wurde. Zudem besitzt er ein gutes Gefühl dafür, wie er seinen Körper bewegen muss, um nach dem Catch auch Inbounds zu bleiben. Ja´Marr Chase ist zwar nicht der schnellste Receiver im Draft (trotz seiner 4,38 am Pro-Day), jedoch besitzt er eine hohe Explosivität und kann damit an der Line of Scrimmage meistens wichtige Yards Abstand zu seinen Gegnern gewinnen. Auch nach dem Catch kann Chase immer wieder einige Yards herausholen, da er sehr schwer zu Tacklen ist (22 forced missed tackles).

Besonders als Ziel von langen Pässen glänzte Ja´Marr Chase immer wieder. Er war der Spieler im College mit den meisten Receptions von 20+ Yards (24) und wurde auch sehr erfolgreich als 3rd Down Ziel eingesetzt – insgesamt 77,4% der Pässe verwandelte er zu einem 1st Down. Zudem erzielte er 14 TDs nach 21+ Yards Pässen, wovon 8 TDs sogar über 50 Yards waren. 61% seiner Catches waren für 14+ Yards und sogar 35% aller Pässe waren für 21+ Yards.

Seine Ausstrahlung auf dem Feld ist besonders. Betritt er den Platz, so bekommen seine Gegenspieler automatisch Respekt vor ihm. Immer wieder fällt das Wort „Alphatier“, wenn über ihn gesprochen wird.


Schwächen

Ja´Marr Chase ist kein Elite-Routenläufer und kein Typ, der jede Route offen laufen kann. Zudem hat er Probleme, bei Cut-Routes wie Outs, Comebacks und Digs. Seine athletischen Fähigkeiten sind zwar nicht unbedingt schlecht, jedoch auch nichts Außergewöhnliches. Hinzu kommt, dass Chase bisher in der talentiertesten und am besten durchdachten Offense des Landes gespielt hat. Es wird eine Umstellung sein, nicht unter den besten Voraussetzungen zu starten. Auch das fehlende Jahr an Spielpraxis wird von manchen Scouts bemängelt, da ein Jahr professionelles Training nicht mit einem Jahr Wettkampf gleichzuzusetzen ist. Jedoch erwähnen die meisten Scouts im selben Atemzug auch, dass Chase zu talentiert ist, als dass er in diesem Jahr irgendwelche Rückschritte gemacht hätte. Chase ist oftmals nicht bemüht, das Laufspiel zu unterstützen und zu blocken. Es ist öfters vorgekommen, dass sein Gegenspieler dann das Tackle machen konnte.

Passt er in das Profil der Panthers?

Nach dem Abgang von Curtis Samuel könnten die Panthers einen neuen, jungen und starken Receiver brauchen. Gerade unter dem Aspekt, dass Joe Brady bereits Trainer von Ja´Marr Chase bei LSU war, spricht einiges dafür, dass er keine große Eingewöhnungszeit bei uns brauchen würde. Zudem weiß Brady genau, wie er Chase einzusetzen hat, um dessen Stärke auszuspielen. Dadurch, dass Chase so gut wie keine Bälle droppt, könnte er eine gute Unterstützung für Sam Darnold werden. Zusammengefasst würde Ja´Marr Chase unser Receiver-Trio deutlich aufwerten und perfekt in unsere Offense passen.

 

Quellen:

espn.com/college-football/player/_/id/4362628/jamarr-chase

pff.com/news/draft-2021-nfl-draft-film-study-lsu-wr-jamarr-chase

thepaintedlines.com/jamarr-chase-2021-nfl-draft-scouting-report/

profootballnetwork.com/jamarr-chase-nfl-draft-player-profile-lsu-wide-receiver/

thedraftnetwork.com/player/jamarr-chase/SDOMHXqIQp

 

Bildquellen:

cdn.vox-cdn.com; wafb.com

Kyle Pitts: Warum dieser Athlet mehr als nur ein Tight End ist

Im zweiten Teil unserer Prospect-Analyse werfen wir einen Blick auf den stärksten Tight End des Drafts, Kyle Pitts. Nachdem für QB Sam Darnold getraded wurde fallen jetzt die starken Spieler ins Auge, die nicht auf der Position „under Center“ zu Hause sind. An dieser Stelle kommt man an Pitts definitiv nicht vorbei, der bei einigen Buchmachern ein Top 3 Prospect ist.

Kyle Pitts

  • TE; Florida Gators
  • 6’6“ (1,98m) 246 Pfund (111 kg)
  • 20 Jahre alt (06.10.2000)
  • 2020 – 8 Spiele, 43 Receptions, 770 Yards, 12 TDs
  • 2019 – 13 Spiele, 54 Receptions, 649 Yards, 5 TDs

Stärken

Kyle Pitts ist ein enorm ehrgeiziger Spieler. „Ich will auf einem hohen Niveau starten und mich Jahr für Jahr verbessern. Und ich will in der Lage sein, Dinge zu machen, die andere Tight Ends nicht machen. Ich will einzigartig sein“, formuliert Pitts seine Ambitionen für die kommenden Spielzeiten bei „ESPN“. Und weiter: „Am Ende des Tages, mit all dem Training und der Vorbereitung, fühle ich mich, als könnte ich der Beste aller Zeiten werden.“

Und Pitts ist auf dem besten Weg, seinen Worten auch gerecht zu werden. Der 20-jährige wurde zwei Mal in Folge in das First Team All-SEC gewählt, 2020 sogar in das Unanimous All-American Team, was bedeutet, dass er als bester Spieler auf seiner Position im gesamten College-Football gilt.

Kyle Pitts dominierte seine Gegner in der 2020er Saison absolut und fing 43 Pässe für 770 Yards und 12 Touchdowns in nur 8 Spielen!

Wenn man den durchschnittlichen Wert der 8 Spiele auf alle 13 Spiele umrechnet, so hätte er eine Statistik von 70 Receptions für 1.252 Yards und 20 Touchdowns erzielt. Leider verpasse Pitts einige Spiele durch Verletzungen oder aus dem Grund, dass er vom Trainer geschont wurde.

Als Receiving-Waffe ist Pitts ein Mismatch-Albtraum, ähnlich wie Travis Kelce oder Calvin Johnson. Er ist extrem schnell für einen Tight End (4,44 Sekunden beim 40-Yards Dash am Pro-Day) und hat sehr geschmeidige Bewegungen, mit denen er den Defense-Spieler immer wieder ausweichen kann. Auch bei 50-50 Pässen ist er erstaunlich gut und schafft es immer wieder mit akrobatischen Griffen über den Verteidigern hinweg den Ball zu fangen. Aus diesem Grund ist er auch eine Waffe in der Redzone. Hierbei hilft ihm auch seine gute Sprungkraft, eine hervorragende Körperbeherrschung und sein riesiger Fangradius, auch über die Verteidiger.

Nach dem Catch kann Kyle Pitts durch die Geschwindigkeit und Beweglichkeiten viele Yards herausholen. Aufgrund seiner Athletik ist es für die Defensive Backs der Gegner unglaublich schwer, Pitts zu decken. Cornerbacks haben Schwierigkeiten mit seiner Größe und selbst seine Athletik und Agilität stellt die meisten Cornerbacks vor große Probleme. Die Linebacker hingegen haben aufgrund der Schnelligkeit von Pitts keine Chance ihn zu decken.

Hinzu kommt auch, dass der junge Tight End seine Routen exzellent läuft und auch geschickt darin ist, immer wieder den richtigen Punkt in der Zone-Coverage zu finden.

Kyle Pitts wurde von einem Direktor des College-Scoutings als „Generationstalent“ bezeichnet. Zusätzlich fügte dieser hinzu: „Er ist nicht nur ein hervorragender Athlet, sondern auch ein toller Junge und ein harter Arbeiter. Man weiß also, dass er sich sicher zu einem besonderen Spieler entwickeln wird, wenn man seine Eigenschaften mit seinen seltenen Fähigkeiten kombiniert.“

Zudem bestätigten mehrere Quellen, dass Pitts ein sehr intelligenter Mensch ist, der einen tollen Charakter hat. Zusätzlich besitzt er wohl eine super Arbeitsmoral und ist ein beliebter Teamkollege.

Schwächen

Kyle Pitts größte Schwäche ist wohl das Blocken. Einige Teamquellen sagten, dass Pitts wohl Probleme hat, er jetzt aber kein absolut schlechter Blocker ist. Keine Lust zu blocken ist bei solchen Receiving Tight Ends ein häufiges Risiko – nicht aber bei Pitts. Er ist zwar kein energischer Blocker, aber Pitts bemüht sich und lässt sich auch keine Spielzüge abnehmen, bei denen er nicht als Receiver eingesetzt wird. Zudem arbeite er wohl mit hohem Einsatz daran, sich auch hier zu verbessern. Wie er aber gegen Elite-Spieler in der NFL blocken kann, wird abzuwarten sein.

 

Passt er in das Profil der Panthers?

Ein Spieler wie Kyle Pitts passt in jedes Team der NFL. Nicht umsonst wird er auch als Generationstalent bezeichnet. Gerade bei den Panthers könnte er das Erbe von Greg Olson als nächster großer Tight End antreten. Mit Ian Thomas und Chris Mannhertz fehlte es im letzten Jahr an Receiving Tight Ends. Auch das Scheme von Offensive-Coordinator Joe Brady würde einem Kyle Pitts guttun. So spielte Brady im College auch öfters Formationen, bei denen er versuchte, seinen Tight End als No. 1 Receiver einzusetzen, um mit ihm auch Mismatches zu kreieren und die Verteidiger ins 1-gegen-1 mit dem Tight End zu zwingen. So konnte zum Beispiel der Tight End von LSU 2019 (Thaddeus Moss) unter Brady 47 Receptions für 570 Yards und 4 TDs erzielen.

Sollten die Panthers einen Elite-Tight End wie Kyle Pitts in ihren Reihen haben, so wird sich Playbook nochmal deutlich erweitern und uns einige neue Spielzüge bescheren.

Eine der größten Schwächen der Panthers war in der vergangen Saison die Redzone-Effektivität. Hierfür hätte man mit Kyle Pitts den perfekten Spieler, um hier deutlich mehr Punkte zu genieren.

Quellen:

www.espn.com, www.thedraftnetwork.com, www.nfl.com, www.walterfootball.com

Bildquellen:

cowboyswire.usatoday.com; images.actionnetwork.com sportstalkatl.com

Trey Lance: Der Modellathlet aus dem Norden wird immer gefragter

In vier Wochen beginnt der Draft für die Saison 2021 und wir wollen vorher mehrere Spieler vorstellen und etwas genauer unter die Lupe nehmen. Bei diesen Spielern handelt es sich um die Top Prospects, die für den Erstrundenpick der Panthers in Frage kommen. Wir gehen in den Artikeln genauer auf die Stärken und Schwächen der jeweiligen Spieler ein und wie sie in das Team der Panthers passen könnten.

Trey Lance

  • QB; North Dakota State
  • 6’4“ (1,93m) 226 Pfund (103 kg)
  • 20 Jahre alt (09.05.2000)
  • Redshirt Sophomore
  • 17 Spiele (alle gestartet), 46 Touchdowns (30 Passing, 16 Rushing) 1(!) Interception

Stärken

Lance vereint fast alle physischen Anforderungen, die ein Coach in der heutigen NFL an einen Quaterback stellt. Er bringt eine gute Athletik mit, die ihn auch im Laufspiel zu einer enormen Bedrohung macht. Mit dem Ball in der Hand hat er viel Power, ist schwer zu tackeln und erinnert an Cam Newton, wenn er den Kopf runter nimmt und durch die Tackleversuche der Verteidiger läuft. Auch wenn er nicht ganz die Maße von Cam mitbringt, ist auch er in und außerhalb der Pocket schwer zu  Boden zu bringen. Ebenso ist er ein sehr flinker Läufer, ähnlich wie z.B Lamar Jackson oder Kyler Murray.

Zu dieser generellen Athletik kommt noch eine richtige Kanone von einem rechten Arm. Durch seine phänomenale Armstärke kann er das gesamte Feld attackieren und auch unter Druck einen 40 Yard-Pass an den Mann bringen. Er hat jedoch auch die Fähigkeit, seine Armstärke bewusst einzusetzen. So kann er zum einen den Ball wie an der Schnur gezogen in enge Passfenster bringen, ihn zum anderen aber auch mit Gefühl über die Schulter in die Arme des Receivers fliegen lassen.

Eine Besonderheit ist auch die Offense, in der er auf dem College gespielt hat. Dort hatte er viele Freiheiten was das Play angeht und war auch für die Protection an der Line of Scrimmage zuständig, was nur die wenigsten QB im College übernehmen. Mit anderen Worten hatte er eine große Verantwortung, jedoch auch bereits viele Elemente, die von einem NFL-Quaterback erwartet werden. So hat Trey Lance auch in verschiedenen Formationen gespielt und nicht nur in der Shotgun, wie viele andere College-Qbs. Deshalb ist er auch ein exzellenter Passer aus Play-Action, wenn er „under Center“ aufgestellt ist. Generell ist er sehr flexibel und nicht auf ein bestimmtes Offensive Scheme festgelegt.

Trotz seiner geringen Erfahrung ist er auch schon sehr weit, was seine Reads angeht. Man sieht regelmäßig Würfe von ihm, bei denen sein erster und zweiter Read nicht anspielbar ist, er dann nicht in Panik verfällt und dann seinen dritten oder vierten Read anspielt. Ebenso kann er auch schon die Verteidiger mit seinen Augen manipulieren. Das heißt, er schaut in die Richtung eines Passemfängers, damit die Verteidiger sich in die Richtung bewegen, wohlwissend, dass sich dadurch auf der anderen Spielfeldseite ein Passfenster ergibt. Ebenfalls eine Eigenschaft, die einen guten Quaterback ausmacht.

Ein weiteres beeindruckendes Attribut ist, dass er gut auf den Ball „aufpasst“. Jedoch ist er kein einfacher Game-Manager, wie zum Beispiel Teddy Bridgewater. In seiner einzigen vollen Saison als Starter hatte er in 16 Spielen 42 Touchdowns und keine einzige Interception. Er ist auf Sicherheit bedacht, scheut sich aber auch nicht, den tiefen Pass zu spielen. Außerdem ist er ein Team-Spieler und sehr smart. Zum Beispiel schaut er enorm viel Video-Tape um sich zu verbessern und seine Schwächen auszumerzen. Dies hat man auch bei seinem Pro Day gesehen, bei dem er eine verbesserte Fußarbeit zeigte. Seine Beliebtheit bei seinen Mitspielern hat man vor allem in seinem letzten Spiel gesehen. Nach seinem Touchdown kamen seine Mitspieler direkt zu ihm gerannt, da sie wissen, wie wichtig das Spiel für ihn war. Mit anderen Worten, er bringt keine Fragezeichen was seinen Charakter und sein Verhalten abseits des Platzes anbelangt mit.

Schwächen

Bei den Schwächen von Trey ist als erstes seine geringe Erfahrung zu nennen. Er hat lediglich eine Saison als Starter absolviert, da er in seinem ersten Collegejahr nur auf der Bank saß und in seinem finalen Jahr nur ein Spiel aufgrund von Corona gespielt wurde. Zusätzlich hat er bei North Dakota State gespielt, bei denen er lediglich gegen zweitklassige Gegner gespielt hat.

Die Offense ist auch sehr stark auf das Laufspiel aufgebaut, sodass er mit nur 318 Passversuchen in die NFL kommt. Diese geringe Erfahrung merkt man seinem Spiel auch noch an. Zum einen muss er an seiner Fußarbeit noch arbeiten, zum anderen fehlt ihm auch noch etwas die Genauigkeit in seinen Würfen. Dies ist auch bei seinen tiefen Würfen zu beobachten, da er zwar die Armstärke mitbringt um jeden Wurf zu machen, jedoch zu ungenau ist.

Gelegentlich bricht er auch zu schnell aus der Pocket aus um dann zu scrambeln, anstatt seiner Pocket zu vertrauen und seine Receiver die Routen zu Ende laufen zu lassen. Bei manchen von seinen Würfen ist er etwas spät und wirft erst wenn das Passfenster schon offen ist. In der NFL wird er kleinere Passfenster haben und muss dann kurz bevor sich das Fenster öffnet, werfen. Generell hat er viele weit offene Receiver gehabt, die er in der NFL so nicht haben wird. Insofern wird er lernen müssen, kleinere Passfenster zu treffen und noch sicherer in seinen Reads werden.

Auch wenn er in seiner vollen Saison keine Interception geworfen hat, las er trotzdem bei einigen Würfen die Verteidiger falsch und wurde nur mit Glück nicht intercepted. Dies kann man auch bei seiner einzigen Interception in seinem letzten Spiel sehen. Bei diesem Spielzug hat er den Safety komplett übersehen und wirft ihm quasi in den Laufweg. (Der Spielzug war vom Design aber auch fragwürdig)

Passt er in das Profil der Panthers?

Die Panthers können mit Trey Lance die Rolle des Franchise Quaterbacks füllen. Nach der Entlassung von Cam Newton letztes Jahr ist die Position noch offen. Durch seine Athletik gibt er der Offense neue Möglichkeiten. Deshalb könnten wieder mehr Read-Option Plays und designte QB-Läufe in die Offense eingebaut werden. Die Verteidiger müssen immer die Gefahr des QB einbeziehen, folglich öffnen sich Räume.

Zusätzlich gibt er Joe Brady die Möglichkeiten der „6 Routen“, die er bei LSU schon gerne gespielt hat. Damit ist gemeint, dass der Lauf des Quaterback immer eine Option ist, obwohl 5 Passempfänger eine Route laufen. Dies hilft, die Defense auseinander zu ziehen. Dadurch, dass seine Armstärke eine Klasse über Bridgewater ist, gibt er der Offense eine ganz andere Dimension. Bei vielen von Bradys designten Plays ist neben den klassischen Crossingroutes auch noch eine Vertikale dabei. Während Bridgewater am meisten die kurzen Pässe gespielt hat, kann Lance ohne Probleme auch den tiefen Pass anbringen.

Darüber hinaus haben die Panthers den Luxus, ihn nicht direkt ins kalte Wasser werfen zu müssen. Mit der Laufzeit von Bridgewaters Vertrag können die Panthers ihn sich in Ruhe entwickeln lassen (wie die Chiefs mit Mahomes). So kann er noch von Bridgewater lernen, vor allem was die Passgenauigkeit angeht (Platz 4 in der NFL in prozentual angekommener Pässe). Er ist auch der mit Abstand jüngste Quaterback (der einzige 2000er Jahrgang) dieser Draft-Klasse. Somit ist er, selbst wenn er ein Jahr hinter Teddy lernt und dann im zweiten Jahr als Starter übernimm, gerade erst 22 Jahre. Zum Vergleich: Joe Burrow wurde erst mit 23,5, Justin Herbert mit 22 Jahren gedraftet.

 

Quellen:

www.profootballnetwork.com, www.thedraftnetwork.com, www.nfl.com, www.nflgamepass.com

Bildquellen:

www.49webzone.com, www.startribune.com

Free Agency Signings 2021

Die Panthers haben die Free Agency bereits genutzt, um einige Spieler für die anstehende Saison zu verpflichten. Wir, Kevin in der Offense und David in der Defense, stellen euch die neuen Gesichter im Team von Coach Matt Rhule vor und geben eine Prognose ab, welche Rolle sie im Team spielen könnten. Infos zu den Spielern, die bereits bei uns spielten und nun resigned wurden, findet ihr in dem Artikel „Free Agents 2021 – wer soll bleiben, wer darf gehen?“. Hier geht es zum Artikel.

Offense

Die größten Needs in der Offense haben die Panthers wohl in der O-Line zu verzeichnen. Aber auch die Skillpositionen haben an Tiefe verloren, sodass hier auch Nachholbedarf besteht. Im Folgenden gehen wir die Positionen in der Offense durch, auf denen sich etwas auf dem Free Agency Markt getan hat.

Offensive Line

Cameron (Cam) Erving (OT, Dallas Cowboys)

  • 28 Jahre, 6 Jahre NFL Erfahrung, Florida State University
  • 2 Jahresvertrag bis zu 10.000.000 $, 8.000.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 6 Spiele gespielt, davon 5 als Left Tackle gestartet
  • Saisonaus wegen Verstauchung des Kniegelenks

Gedrafted wurde Erving im Jahre 2015 von den Cleveland Browns an der 19. Stelle. Auf dem College der Florida State University spielte er als Center und auch als Left Tackle. Er ist der zweifache Gewinner der Jacobs Blocking Trophy und landete in aufeinanderfolgenden Jahren im „All ACC“-Team, sowohl als Left Tackle als auch Center.

Bei den Browns spielte er Center und auf beiden Offensive Guard Positionen. Insgesamt stand er für die Browns 29 Mal auf dem Feld und durfte 17 Mal davon starten.

In den Saisons 2017-2019 sammelte er Einsatzminuten für die Kansas City Chiefs. 2017-2018 spielte er überwiegend auf der Position des Right Guards und 2019 als Left Tackle. Insgesamt startete er 25 Mal für das Team aus Missouri, welches in der Saison 2018 die meisten Passing Yards verbuchen konnte und 2019 die drittwenigsten Sacks zuließ.

Erving fehlte zu Anfangs der 2020er Saison bei den Dallas Cowboys wegen Knieproblemen. Nachdem er dann den Left Tackle Tyron Smith ersetzte, verletzte er sich erneut am Knie und fiel für den Rest der Saison aus.

Prognose:
Wie das Profil von Cam Erving bereits zeigt, haben sich die Panthers eine Allzweckwaffe für die O-Line geholt. Er hat bereits auf jeder Position NFL Erfahrung gesammelt und das auch stets auf gutem Niveau. Diese Eigenschaft ist besonders wertvoll, da sich die O-Line der Panthers noch nicht richtig gefunden hat und man, bis auf die Positionen des Centers und des Right Tackle, noch nicht weiß, welcher Spieler wo starten kann.

Wenn er ein gutes Trainings Camp absolviert und gesund bleibt, wird er in der Verlosung um den Left Tackle Spot mit Dennis Daley und Greg Little konkurrieren und eine gute Chance haben. Die Verlierer des Duells könnten sich dann auf den Platz des Offensive Guards fokussieren.

Pat Elflein (OG, New York Jets)

  • 27 Jahre, 4 Jahre NFL Erfahrung, Ohio State University
  • 3 Jahresvertrag, bis zu 13.500.000 $, 6.000.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 7 Spiele gespielt, davon 7 als Left Guard gestartet
  • Saisonaus wegen einer Daumenverletzung

Pat Elflein bringt, wie auch Cam Erving, sehr viel Erfahrung und ebenfalls Flexibilität mit. Auf dem College begann er zunächst als Left Guard, wechselte zum Right Guard und fand sich dann am Ende auf der Position des Centers wieder. Als Center erhielt er 2016 den Rimington Award als bester College-Center.

Als 70. Pick wurde er 2017 von den Minnesota Vikings ausgewählt. Dort wechselte er die Positionen wieder umgekehrt zurück. Als Center begann er seine Karriere und wurde ins PFWA-All-Rookie Team gewählt. Startete er in die Saison 2019 noch als Left Guard, so wechselte er 2020 auf die Guard-Position auf der anderen Seite. Nach einem Spiel für die Vikings wurde er in Richtung New York abgegeben.

Prognose:

Elflein bringt eigentlich alles mit, um den Starting-Job in der O-Line zu bekommen. Nicht nur, dass er beide Seiten als Guard bekleiden kann, könnte er auch den Backup für Matt Paradis geben. Elflein hat, bis auf ein Mal, jedes Spiel in seiner Profi-Karriere gestartet und spielte auf hohem Niveau (Bowl Games auf dem College, Playoffs in der NFL).

Einige Verletzungen warfen ihn zurück. Sollte er sich ausreichend regeneriert haben, wird er eine Verstärkung für uns sein. Zwei flexible und gestandene O-Liner zu verpflichten, war ein cleverer Schachzug von den Panthers.

Running Back

Darius Clark (RB, Newberry College)

  • Keine NFL Erfahrung
  • 1 Jahresvertrag

Clark wurde nach seiner College Karriere von keinem Team gesigned. Auf dem Newberry College gelangen ihm 384 Rushing Yards, 264 Receiving Yards und 397 Yards beim Kick Return.

Seitdem hielt er sich eigenständig fit und wurde nun von den Panthers bei einem Camp für Free Agents (HUB Football Camp) gesichtet und unter Vertrag genommen.

Prognose:

Clark ist ein relativ großer und physisch starker Running Back. Er wird sich nun im Trainingscamp auf Profi-Niveau präsentieren können und kämpft für einen der letzten freien Plätze auf der RB-Position.

Tight End

Dan Arnold (TE, Arizona Cardinals)

  • 26 Jahre, 4 Jahre NFL Erfahrung, Wisconsin-Platteville (Division III)
  • 2 Jahresvertrag, bis zu 6.000.000 $, 4.500.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 31 Pässe gefangen, 438 Yards, 4 Touchdowns

Dan Arnold spielte als Wide Receiver auf einem Division III College. 2017 wurde er von den New Orleans Saints als undrafted Free Agent verpflichtet. Wissenswert ist hier, dass er somit 2 Jahre mit dem damaligen „Offensive Assistant“ der Saints, Joe Brady, zusammenarbeitete. Seine Breakout-Saison gelang ihm jedoch erst in seinem 4. Jahr in der NFL, dann bei den Cardinals aus Arizona.

Prognose:

Arnold ist definitiv als „Receiving Threat“ zu bezeichnen. Diese Berufsgruppe ist letztes Jahr ein wenig bei den Panthers eingeschlafen. Thomas und Manhertz erzielten gemeinsam gerade einmal einen Touchdown.

Es ist zu erwarten, dass Dan Arnold des Öfteren von dem Quarterback (wer auch immer das sein wird) der Panthers gesucht werden wird. Für den Preis und das Potenzial geht Carolina wenig Risiko ein. Stand jetzt, wird er wahrscheinlich Ian Thomas den Rang ablaufen. Weitere Verpflichtungen auf dieser Position sind jedoch wahrscheinlich, da es nominell keinen TE gibt, der im Blocking stark ist.

Stephen Sullivan (TE, Seattle Seahawks)

  • 24 Jahre, 1 Jahr NFL Erfahrung, Louisiana State University
  • 1 Jahresvertrag, 660.000 $ Base Salary, keine Garantien
  • Stats 2020: 1 Spiel gespielt, keine Receptions

Sullivan spielte 2019 unter OC Joe Brady bei LSU und wurde in der 7. Runde des Drafts von den Seahawks ausgewählt. Am College fungierte er in den ersten 2 Jahren noch als Wide Receiver. In seiner letzten Saison schulte er auf Tight End um und erzielte in 6 Spielen 130 Yards. Er ist mit 1,96m ein großer Passempfänger, der von den Seahawks auch als Tight End angesehen wurde.

Prognose:

Der junge Tight End ist noch am Anfang seiner Entwicklung. Die Verpflichtung von ihm zeigt, dass entweder Brady, Scott Fitterer oder auch beide gemeinsam, Potenzial in ihm sehen. Sullivan ist ein Athlet, der seine Position und seine Funktion noch nicht gefunden hat. Deshalb wurde er unter anderem auch als Defensive End bei den Seahawks geschult. Es ist ein Versuch wert, ihn im Trainingscamp zu testen, da die TE-Position dünn besetzt ist und Joe Brady vielleicht die ein oder andere Rolle für ihn vorgesehen haben könnte.

Wide Receiver

David Moore (WR, Seattle Seahawks)

  • 26 Jahre, 4 Jahre NFL Erfahrung, East Central University (Division II)
  • 2 Jahresvertrag, bis zu 4.750.000 $, 1.250.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 35 Pässe gefangen, 417 Yards, 6 Touchdowns; 61 Rushing Yards, keinen Touchdown

David Moore hat in den 3 Jahren bei Seattle immerhin 13 Mal den Ball in die Endzone bringen können. Obwohl er nicht das Ziel Nummer 1 oder 2 von QB Russell Wilson war, lässt sich diese Statistik sehen. Somit ist Moore auf Platz 6 der NFL, was das Verhältnis zwischen Receptions und Touchdowns (mindestens 10 TD) seit 2018 angeht.

Prognose:

Moore könnte den WR 3 verkörpern, den wir in Curtis Samuel verloren haben. Eine 1 zu 1 Ersetzung wird er wohl nicht werden, jedoch hat er mit vielen guten Catches, vor allem bei tiefen Pässen, bereits für Aufsehen gesorgt. Unser GM Scott Fitterer hat Moore 2017 in der 7. Runde im Draft gezogen und ist von seinem Potenzial überzeugt. Er könnte diese Saison eine Überraschung werden, wenn man ihn vernünftig einbindet.

Kicker

Matt Ammendola (K, Oklahoma State University)

  • 24 Jahre, keine NFL Erfahrung
  • Erzielte 60 Field Goals aus 78 Versuchen (76,9%)
  • Ihm gelangen 179 von 183 Extra-Punkten nach Touchdown

Ammendola führte die BIG 12 Conference in seinem Senior Year in Field Goals und erzielten Punkten an.

Prognose:

Ammendola soll Joey Slye einen Wettkampf im Trainingscamp liefern, da es sich ohne Konkurrenz nicht gut weiterentwickeln lässt. Der nicht immer fest im Sattel sitzende Slye sollte die Nase vorne haben, sollte sich jedoch im Vergleich zur letzten Saison steigern.

Fazit Offense

Die Panthers waren bemüht, ihre offensichtlichen Needs mit flexiblen Spielern zu bedienen. Wegen der vielen Lücken in der O-Line sind Spieler hinzugekommen, die mehrere Positionen bekleiden können. Die Tight End-Position wurde mit dem im Passspiel starken Arnold besetzt. Nichtsdestotrotz wird hier entweder im Draft oder der in der Free Agency nachgelegt werden müssen. Da die Draft-Klasse erneut mit starken Wide Receivern besetzt ist, kann man hier auf eine gute Verpflichtung hoffen. Auch die Quarterback-Frage und die Dichte der O-Line könnte im Draft adressiert werden. Wir können gespannt bleiben.

Defense

In der sehr jungen Panthers Defense musste aufgrund von auslaufenden Verträgen und teilweise überraschenden Entlassungen auf allen drei Leveln Verstärkungen geholt werden. Vor allem in der Defensive Front musste etwas getan werden, aber auch in der Secondary täten Unterstützungen gut. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Spieler, welche die Panthers für die defensive Seite des Balls verpflichtet haben.

Cornerback

Rashaan Melvin (CB, Jacksonville Jaguars)

  • 31 Jahre, 8 Jahre NFL Erfahrung, Northern Illinois
  • 1 Jahresvertrag zu momentan noch nicht bekannten Konditionen
  • Stats 2020: wegen Corona ausgesetzt

Melvin kam als Undrafted Free Agent in die NFL und wurde 2013 von den Tampa Bay Buccaneers unter Vertrag genommen. In den darauffolgenden Jahren wurde er zu einem Wandervogel in der NFL und wechselte regelmäßig die Teams. So stand er nach seiner Zeit in Tampa Bay bei den Dolphins, Ravens und Patriots unter Vertrag, bis er 2016 zu den Colts ging.

Bei den Colts kam er daraufhin zum ersten Mal über die Rolle eines Back-ups hinaus und spielte in 15 Spielen, wovon er 9 startete. Auch in der folgenden Saison war er der Starting Cornerback der Colts und sammelte die ersten drei Interceptions seiner Profikarriere. Er spielte 10 Spiele, die er allesamt startete, bevor er die letzten Saisonspiele aufgrund einer Verletzung verpasste. Nichtsdestotrotz war dies die beste Saison seiner Karriere und er wurde von PFF als 11.-bester Cornerback im zugelassenden Passer-Rating und 24.-bester Cornerback im Gesamtrating ausgezeichnet.

Nach seiner Zeit in Indianapolis wanderte er wieder durch die NFL, verbrachte die 2018er Saison bei den Raiders (14 Spiele, 7 Starts), die 2019er Saison bei den Lions, wo er sowohl einen Karrierebestwert mit 12 gestarteten Spielen als auch mit 68 Tackles setzte und die 2020er Saison bei den Jaguars, wo er aber wegen Corona aussetzte.

Prognose:

Melvin ist mit seinen 31 Jahren der älteste Defense Spieler im Kader der Panthers und bringt die dringend benötigte Erfahrung in die sehr junge Panthers Secondary. Außerdem erfüllt er mit seinen 1,88m (6‘2‘‘) und 87 kg (192lbs) sowie seinem 4,42s 40 Yard Dash das Anforderungsprofil für einen klassischen Cover 3 Cornerback (die von den Panthers am meisten gespielte Defense).

Er hat unter vielen Defense Koordinatoren gespielt und Erfahrung in den besten Secondaries der Liga gesammelt. Vermutlich wird er zu Beginn als Starter gegenüber von Donte Jackson auserkoren um gegen die größeren und physischen Wide Receiver zu spielen. Er wird diesen Platz im Trainingscamp jedoch gegen die jungen Cornerbacks Pride und Thomas-Oliver behaupten müssen.

Linebacker

Denzel Perryman (MLB, Los Angeles Chargers)

  • 28 Jahre, 6 Jahre NFL Erfahrung, Miami
  • 2 Jahresvertrag bis zu 6.000.000 $; 2.990.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 13 Spiele, davon 6 gestartet, 48 Tackles, 3 for loss, 1 Sack, 1 Forced Fumble

Perryman wurde in der zweiten Runde des 2015er Drafts gepickt, wo er als einer der besten Linebacker seines Jahres gesehen wurde, da er schon im College die Fähigkeit zeigte, alle drei Downs spielen zu können. Bei den Chargers erkämpfte er sich in der ersten Saison bereits einen Platz als einer der beiden Inside Linebacker in der 3-4 Defense und beendete seine Rookie-Saison mit 14 gespielten Spielen, in denen er 9 Mal startete.

In seine zweite Saison ging er als Starter auf der Linebackerposition und spielte 12 Spiele, davon 11 als Starter (Karriere-Bestwert). Zu Beginn der Saison 2017 änderten die Chargers ihre Base-Defense von einer 3-4 auf eine 4-3, trotzdem blieb er der Starter auf der Position des Middle Linebackers. Jedoch häuften sich kleinere Verletzungen, was sich auch in den folgenden Saisons fortsetzte und so schaffte er es nie, eine volle Saison zu spielen.

Aufgrund dieser Verletzungen startete er nie mehr als 10 Spiele und war auch nie mehr als 37 % der Snaps auf dem Platz.

Prognose:

Perryman ist ein erfahrender Linebacker, der sowohl in einer 3-4 Defense als auch in einer 4-3 gespielt hat und in beiden Formationen überzeugen konnte. Trotz seiner für einen Linebacker eher geringen Größe mit 1,8m (5‘11‘‘), ist er ein guter Laufverteidiger. Er erkennt einen Laufspielzug sehr gut, schießt dann regelrecht durch sein Gap um den Lauf zu stoppen und ist dabei auch ein sehr harter Tackler. Generell ist er ein sehr disziplinierter Laufverteidiger, der sein Gap hält und sicher gegen den Lauf tackled (nur ein verpasstes Tackle in der letzten Saison).

Obwohl er für die Linebackerposition auch keine überragende Geschwindigkeit mitbringt (4,78s im 40 Yard-Dash), die von den sogenannten „Sideline to Sideline“ Verteidigern gefordert wird, ist er trotzdem schnell genug um auch Läufe oder kurze Pässen nach außen zu verteidigen. Der viel wichtigere Part in der heutigen NFL ist aber die Pass-Verteidigung und da ist Perryman ein deutliches Upgrade gegenüber Tahir Whitehead. 

Wer jetzt jedoch erwartet, einen Kuechly 2.0 zu sehen, der wird enttäuscht sein, denn so einen Spielertyp wird es vermutlich so schnell nicht noch einmal geben. Nichtsdestotrotz hat er sowohl in der Zonen-Verteidigung, als auch in der Manndeckung Erfahrung gesammelt und ist auch hier sehr solide. Lediglich 3 zugelassene Touchdowns in den letzten drei Saisons, bei 65 % angekommener Pässe (zum Vergleich Whitehead hat 11 zugelassene Touchdowns bei 78 % angekommener Pässe). Zusätzlich war er bei den Chargers im Locker-Room ein Anführer und bringt dies auch auf den Platz. Die Verpflichtung ermöglicht es den Panthers, mit drei Linebackern zu spielen und Chinn auf Safety zurückzuziehen.

Das Fragezeichen bei Perryman ist seine Gesundheit und ob er es zum ersten Mal in seiner Karriere schafft, eine verletzungsfreie Saison zu bestreiten. Wenn er verletzungsfrei bleibt, wird er vermutlich den Platz des Middle Linebackers übernehmen und aufgrund seiner Erfahrung auch in den von Snow gespielten multiplen Fronten ohne Probleme spielen können. Er bringt eine wichtige Veteranen- und Anführermentalität in die junge Panthers-Defense.

Frankie Luvu (OLB,DE New York Jets)

  • 24 Jahre, 3 Jahre NFL Erfahrung, Washington State
  • 1 Jahresvertrag über 675.000 $
  • Stats 2020: 13 Spiele, davon 3 gestartet, 25 Tackles, 2 Sacks, 1 Forced Fumble, 1 Safety

Auch Luvu wurde im Draft nicht berücksichtigt und unterschrieb als Undrafted Free Agent bei den Jets. Luvu schaffte es im Practice Squad der Jets auf sich aufmerksam zu machen und konnte zu Beginn seiner ersten Saison einen Kaderplatz ergattern. In der 3-4 Defensive Front der New York Jets spielte er auf der Position des Outside Linebackers, der in dieser Defense aber eher als Edge-Rusher anzusehen ist.

So spielte er in seiner ersten NFL-Saison als Rotationsspieler 40% der Defense Snaps und sammelte 22 Tackles, 3 Sacks und 20 Quaterback-Pressures. Zusätzlich war er ein wichtiger Bestandteil des Special Teams. Auch in den beiden nächsten Saisons wurde er vornehmlich im Special Team eingesetzt (beide Jahre ungefähr 50% der Special Team Snaps). Während er in der zweiten Saison kaum noch in der Defense (lediglich 6% der Snaps) eingesetzt wurde, konnte er in seiner dritten Saison wieder mehr Defense-Spielzeit sammeln (23 % der Snaps) und schaffte seinen ersten Safety.

Prognose:

Luvu ist ein ähnlicher Spielertyp wie der 2019er 4. Rundenpick Christian Miller und wird mit diesem um einen Platz im Team kämpfen. Er ist wohl vornehmlich als Special Team Spieler eingeplant, passt jedoch aufgrund seiner Flexibilität und seines jungen Alters gut in die Panthers Defense. Phil Snow mag es, multiple Fronten zu spielen und in diesen kann Luvu verschiedene Rollen erfüllen. Vermutlich wird er als Rotationspieler in der Defense eingesetzt.

Defensive Line

Morgan Fox (DT/DE, Los Angeles Rams)

  • 26 Jahre, 5 Jahre NFL Erfahrung, Colorado State
  • 2 Jahresvertrag bis zu 8.100.000 $; 5.035.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 16 Spiele, davon 2 gestartet, 27 Tackles (8 for loss), 6 Sacks, 1 Forced Fumble

Auch Fox wurde nicht gedrafted und kam somit undrafted zu den Rams. In seiner ersten Saison musste er noch hart um seinen Platz im Kader kämpfen, sah lediglich in vier Spielen Spielzeit und wanderte immer zwischen dem Practice Squad und dem aktiven Kader hin und her.

In seiner zweiten Saison schaffte er es hingegen, sich einen festen Platz im Kader zu sichern und war ein fester Bestandteil der D-Line Rotation. Er spielte in allen 16 Spielen (1 Start) und sammelte in 31 % der Defense Snaps 2,5 Sacks sowie 19 Tackles. Nachdem er die Saison 2018 komplett aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlte, spielte er 2019 wieder und legte fast identische Werte auf, wie in der Spielzeit 2017: 32% der Snaps, 2 Sacks und 18 Tackles.

In der letzten Saison zeigte er jedoch, dass er noch mehr drauf hat und setzte in fast allen Kategorien Karrierebestwerte: 39% der Snaps, 6 Sacks, 27 Tackles davon 8 for loss.

Prognose:

Fox ist zwar als Defensive End gelistet, jedoch spielen auch die Rams eine 3-4 Defense, in der die Defensive Ends eher Defensive Tackles sind. Bei den Panthers wird er vermutlich die Rolle von Efe Obada übernehmen und vor allem bei Passing Downs als Inside Rusher eingesetzt werden. Auch bei ihm ist eine gewisse Flexibilität vorhanden und er kann sowohl in Drei-Mann-Fronten als DE, als auch in Vier-Mann-Fronten als DT oder DE eingesetzt werden. Er entspricht also ebenfalls dem Anforderungsprofi von Phil Snow.

Das große Fragezeichen bei ihm ist jedoch, ob er an die Produktivität des Vorjahres anknüpfen kann, da er in der Rams-Front einen gewissen Aaron Donald neben sich hatte und somit oft die einfacheren Match-ups bekam. Für die D-Line Rotation der Panthers ist er eine gute und dringend benötigte Verstärkung und wird im Trainingscamp um den Platz neben Derrick Brown kämpfen.

Haason Reddick (OLB/DE, Arizona Cardinals)

  • 26 Jahre, 4 Jahre NFL Erfahrung, Temple
  • 1 Jahresvertrag bis zu 8.000.000$; 6.000.000 $ garantiert
  • Stats 2020: 16 Spiele, davon 11 gestartet, 63 Tackles, 15 for loss, 12,5 Sacks, 6 Forced Fumbles

Haason Reddick wurde an 13. Stelle des 2017er Drafts von den Arizona Cardinals gedrafted. Auf dem College spielte er in Temple unter, wen wundert es, Matt Rhule und Phil Snow. Nachdem er seine Collegezeit ohne Stipendium begonnen hatte, bekam er nach guten Leistungen ein volles für seine restliche Collegezeit. Nach sehr guten Leistungen in seinem letzten Jahr am College als Defensive End (10,5 Sacks), zeigte er beim Senior Bowl auch als Inside Linebacker eine sehr starke Leistung und wurde auf einmal als Top 20 Prospect gehandelt. Diesen Eindruck festigte er mit einem absolut beeindruckenden Auftritt beim NFL Combine: 4.52s im 40-Yard-Dash (bester Defensive Lineman und zweitbester Linebacker), 11‘1‘‘ im Standweitsprung (bester Defensive Lineman seit 2003!).

Nach dem Combine wurde er von fast allen Experten als bester oder zweitbester Linebacker seines Jahrgangs gesehen und wurde dementsprechend auch früh gedrafted. Bei den Cardinals sollte er dann die Rolle als Inside Linebacker in der 3-4 Defense einnehmen und nicht, wie noch im College, als Edge-Rusher fungieren. Aufgrund seiner mangelnden Erfahrung auf dieser Position (er hatte sie nur im Senior Bowl gespielt) hatte er in seiner Rookie-Saison mit deutlichen Probleme zu kämpfen und spielte lediglich 42 % der Snaps, obwohl er in jedem Spiel spielte und 3 sogar startete.

In seiner zweiten NFL-Saison änderten die Cardinals dann ihre Defense auf eine 4-3 und Reddick spielte nun zwar als Outside Linebacker, jedoch immernoch als Off-Ball-Linebacker. Somit durfte er in seiner zweiten Saison wieder eine neue Position lernen und hatte weiterhin Probleme, vor allem in der Pass-Verteidigung und mit verpassten Tackles. Diese Achterbahnfahrt ging auch in seiner dritten Saison weiter, als die Cardinals wieder zu einer 3-4 Defense zurückkehrten, Reddick jedoch wieder als Inside Linebacker eingesetzt wurde, wo seine Defizite in der Pass-Verteidigung weiter aufgedeckt wurden (6 zugelassene Touchdowns bei 75 % angekommener Pässe).

Nach Ende seiner dritten NFL-Saison wurde er bereits von vielen als Draftbust abgestempelt und die Cardinals verzichteten daraufhin auch auf die Option des fünften Jahres im Rookievertrag. Reddick ging somit in das letzte Jahr seines Rookievertrages und die Erwartungen waren sehr gering. Wie vor jeder bisherigen Saison, wurde auch vor der 2020er Saison wieder die Position geändert, auf der er spielen sollte. Diesmal wurde er jedoch als Outside Linebacker deklariert, was in einer 3-4 Defense auch als Edge-Rusher zählt. Er durfte somit zum ersten Mal in seiner NFL-Karriere das machen, was ihn im College ausgezeichnet hatte: als Vollzeit Pass-Rusher spielen.

Nach einem langsamen Start in die Saison, wurde er zur Mitte hin immer stärker, bevor er gegen die Giants regelrecht explodierte: 5 Sacks, drei davon als Stripsack, 2 Tackles for loss und noch einen weiteren Quaterback Hit. Er war das ganze Spiel nicht aufzuhalten und brach den Franchise Rekord der Cardinals für die meisten Sacks in einem Spiel. Er beendete die Saison mit 12,5 Sacks auf dem vierten Platz in der NFL und 15 Tackles for loss auf dem dritten Platz in der NFL. Reddick ist außerdem seit 2017 der einzige Spieler in der NFL mit mindestens 250 Tackles und 20 Sacks.

Prognose:

Reddick ist ein Speed-Rusher, ähnlich wie Brian Burns, der seine Stärken als Pass-Rusher in einer 3-4 Defense hat. Für eine Rolle als Defensive End in der 4-3 Base Defense der Panthers könnte er hingegen, aufgrund seiner Statur mit 1,85 m (6‘1‘‘) und 111kg (245lbs), Probleme in der Laufverteidigung bekommen.

Seine Vergangenheit mit Rhule und vor allem mit Phil Snow zeigt jedoch, dass sie genau wissen, wie sie Reddick am besten einsetzen um das Maximale aus ihm herauszuholen. Aufgrund seiner enormen Athletik kann er auch in der 3-3-5 Defense, die Snow gerne spielen lässt, agieren und als Gegenstück von Burns spielen. Dies kann den Gegner vor Probleme stellen, da man nie weiß, wer von den beiden als Pass-Rusher spielt und wer sich in die Coverage fallen lässt.

Generell gibt er den Panthers noch mehr Flexibilität in der Defense, da auch er nicht nur eine Position spielen kann und dabei hilft, mit den anderen flexiblen Spielern der Panthers (Chinn, Burns, Thompson, Burris) die Defense noch unberechenbarer zu machen und für den Quaterback schwerer zu lesen.

Reddick wird in der Edge-Rotation der Panthers einen wichtigen Part einnehmen und dabei helfen, Burns als Alleinunterhalter im Pass-Rush zu entlasten. Er wird ein wichtiger Bestandteil der Hybrid/Multiplen Fronten der Defense sein und versuchen zu bestätigen, dass seine letzte Saison keine Ausnahme war und sich für einen großen Vertrag zu empfehlen.

Fazit Defense

Die Panthers haben in der Free Agency vor allem ihre Front Seven verstärkt und dabei lag der Fokus auf Spielern, die keine feste Position haben. Dies ermöglicht den Panthers somit, je nach Gegner die Defense anzupassen und auch ohne zwischen den Spielzügen das Personal tauschen zu müssen, verschiedene Formationen dem Gegner präsentieren zu können. Mit der immer weiter fortschreitenden Entwicklung des Passspiels in der NFL, ist es als Defense umso wichtiger, dass man Spieler in den Reihen hat, die man in der Defense verschieben kann.

Quellen: Panthers.com, spotrac.com, espn.com, pantherswire.com, pro-football-reference.com

Bildquellen: Panthers.com, profootballnetwork.com, cdn.profootballrumors.com

Season Review Teil 4: Headcoach und Fazit

Nachdem bereits in den vorherigen Rückblicken hinreichend zur Offseason und der Teamleistung auf dem Platz geschrieben wurde, machen wir jetzt endgültig mit dem Fazit den Deckel auf die letzte Saison. Im Folgenden gehen wir auf die Gemütslage der Fans während der Saison ein und wollen vor allem die Arbeit unseres Headcoaches Matt Rhule nochmal unter die Lupe nehmen.

Neue Gesichter und packende Spiele

Hätten wir vor der Saison damit gerechnet, dass die Panthers in den meisten Spielen der Saison competitive sein würden? Nein. Vor der Saison haben die Panthers ordentlich ausgemistet und speziell nach dem mehr oder weniger freiwilligen Abgang von Luke Kuechly herrschte bei einigen von uns vor allem eins, Leere. Gefühlt haben wir alle Gesichter unserer Franchise verloren. Wie soll es jetzt weitergehen? Oftmals fiel sogar das böse Wort mit dem „T“, welches jedoch nichts mit den Spritpreisen zu tun hat, sondern das Mittel zum „First Overall Pick“ des nächsten Drafts ist.

Dass wir nach der Saison über Bridgewater debattieren, der in 8 Drives das Spiel in den eigenen Händen hatte, ist doch mit etwas Abstand betrachtet, purer Luxus und in der Form nicht zu erwarten gewesen. Natürlich war es in dem ein oder anderen Spiel ernüchternd und hat absolut geärgert, doch seien wir doch mal ehrlich, diese Ausgangsposition lässt uns Panthers Fans doch absolut auf mehr hoffen.

Frischer Wind mit College-Umkrempler Matt Rhule

Der mit einem 7 Jahresvertrag in Carolina ausgestattete Coach steht für Disziplin, Toughness und positives Mindset. In der Vergangenheit gelang es ihm, die Colleges von Temple und Baylor nach schweren Zeiten wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dies erfordert neben dem ganzen Footballwissen auch Menschenkenntnis und eine gute Menschenführung.

Um ein Programm umzukrempeln bedarf es jedoch auch einer harten Hand, die nicht lange auf sich warten ließ. Folglich trafen Coach Rhule und sein Staff Entscheidungen, die auf dem ersten Blick unpopulär schienen und die Fanszene spalteten. Auf lange Sicht jedoch, da sind sich die meisten einig, haben diese schlussendlich Sinn ergeben. Nennenswert sind beispielsweise die Abgänge von Cam Newton, Eric Reid, Greg Olsen oder die jüngst entlassenen Kawann Short und Tre Boston.

Aufsehen erregender Draft und trendiger Offense Coordinator

Für die Defense sah Rhule seinen langjährigen Begleiter Phil Snow als Coordinator vor, der vor allem eine sehr variable Spielweise bevorzugt. Wegen diverser Abgänge in der letzten Saison schreckte man nicht davor zurück, in allen Runden des Drafts Spieler für die defensive Seite des Balles zu holen, Novum in der NFL. Viele junge Leute wurden ins kalte Wasser geworfen und genossen das Vertrauen des Coaching Staffs. Im Laufe der Saison sollten sich vor allem die Rookies Derrick Brown und Jeremy Chinn als Publikumslieblinge herausstellen.

Offensiv holte man sich mit Joe Brady einen aufstrebenden Shootingstar als Coordinator an Bord. Dies unterstreicht, dass Rhule kein Risiko scheut, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Dieses Vertrauen spiegelt sich nicht nur im Coaching Staff sondern auch im Team wider, wo er einige Rookies zu Startern machte oder Veterans rausnahm und durch junge Athleten ersetzte. Dieses Mindset tut der gesamten Franchise gut und stärkt den Zusammenhalt.

Das Coronavirus hält auch die Panthers in Atem

Gerade in Zeiten eines Umbruchs braucht eine Mannschaft Zeit, um Abläufe zu trainieren und einen Teamspirit zu entwickeln. Dass die Trainingscamps nicht wie gewöhnlich stattfinden konnten und auch die Preseason-Spiele abgesagt wurden, spielte unserer Franchise nicht in die Karten. Für diese Umstände hat unser Coaching Staff und das Front Office großartige Arbeit geleistet. Beispielsweise waren Verpflichtungen in der O-Line von Russel Okung und Michael Schofield clevere Schachzüge, da sie bereits entweder mit dem O-Line Coach Pat Meyer oder Center Matt Paradis arbeiteten und somit kürzere Eingewöhnungszeit zu erwarten war. Dass beide aus verschiedenen Gründen nicht einschlugen, steht auf einem anderen Blatt. Einige ehemalige College-Spieler von Rhule wie zum Beispiel Robby Anderson oder Tahir Whitehead fanden ebenfalls den Weg nach Charlotte.

Matt Rhule steht außerdem für Detailverliebtheit. Deshalb hat er die Lockdown-Zeit effektiv genutzt und sein Augenmerk darauf gelegt, dass sich Spieler mit Kleinigkeiten ihrer Abläufe beschäftigen, um besser zu werden. Zu nennen sind beispielsweise Fußarbeit oder die sogenannte „Vision“. Gemeint ist die Arbeit mit den Augen, die nicht nur vor allem essentiell für Quarterbacks sondern auch unter anderem für Defensive Backs ist.

Nüchterner Start, dann eine Siegesserie…

Der neue Headcoach ist nah bei den Spielern und will sie stets motivieren. An der Sideline sieht man ihn viel reden und lässt nichts unversucht, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Dies erwartet er auch von seinen Kollegen aus dem Coaching Staff. So beorderte er OC Joe Brady nach paar Spielen aus der „Booth“ auf das Spielfeld, weil er der Meinung ist, dass man dann besser Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Brady, der seine gesamte Saison bei LSU aus der Vogelperspektive bestritt, befolgte den Rat und gesellte sich zum Team.

Die ersten zwei Spiele der Saison gingen verloren. Positiv war, dass man gut mithalten konnte. Danach gelang dem Team eine Siegesserie gegen die Chargers, Cardinals und Falcons, woraufhin sich einige Panthers Anhänger bereits dabei ertappten, eine Euphorie zu entwickeln. Manche sprachen von möglichen Playoffs, manche freuten sich einfach nur darüber, dass wir wohl nicht jedes Wochenende abgeschlachtet werden würden.

Insbesondere wusste die Offense zu gefallen. Der neue Deep Threat Robby Anderson schlug ein und Bridgewater spielte souverän seinen Stiefel herunter. So langsam schien auch die Defense ins Rollen zu bekommen, zwar nicht auf höchstem Niveau, jedoch mussten sich die Jungs auch erstmal zusammen eingewöhnen. Immerhin kamen ein paar Sacks und Interceptions zustande.

…enge Spiele…

Ein sehr schwaches Spiel ereignete sich gegen die Chicago Bears, was auch in einer Niederlage mündete. Der nächste Sieg konnte erst wieder in einem 20:0 „Shutout“-Sieg gegen die Detroit Lions gefeiert werden. Quarterback war dort ein gewisser PJ Walker, der, wie einige Neuzugänge, ein alter Bekannter von Matt Rhule aus Zeiten in Temple ist. Klar taten 5 Niederlagen am Stück weh, jedoch hat man der Mannschaft beim Wachsen zusehen können. Außerdem ging es gegen Teams wie die Saints, Chiefs oder den Bucs, denen man, bis auf den späteren Super Bowl Sieger, überraschenderweise Paroli bieten konnte.

…und Riverboat-Manieren

Wie oben bereits erwähnt, scheut Rhule kein Risiko. An der Einsatzzeit der Rookies und dem aggressiven Play Calling wird deutlich, dass unser Coach nichts unversucht lässt, um zu gewinnen. Und das lieben Fans und Spieler an ihm. Beispielsweise sind hier einige ausgespielte 4. Versuche, auch in der eigenen Hälfte oder die Fake Punts gegen die Chiefs (Anfang zweites Quarter, Stand: 7:3 Panthers, 4th & 7) und die Falcons (Ende drittes Quarter, Stand: 19:14 Falcons, 4th & 9) zu erwähnen. Dieses Verhalten erinnerte so manchen an den in der letzten Saison entlassenen Head Coach Ron Rivera. Mit diesem aggressiven Playcalling hat sich Rhule in viele Panthers-Herzen gecoacht.

Erfolgsrezept: Physis und Gewinnermentalität

Bis zum Ende der Saison sollte es nur noch einen Sieg im vorletzten Spiel gegen das Washington Football-Team geben. Ehe es aber so weit war, konnte Jeremy Chinn im Spiel gegen die Vikings 2 Defensive Touchdowns in aufeinanderfolgenden Drives erzielen. Stimmen für den DROY Award wurden lauter. Am Ende sollte er, trotz zwei Defensive Rookie of the Months Awards, den Kürzeren gegen DE Chase Young von Washington ziehen.

Viele Fans regten sich darüber auf, dass die Panthers „auf einmal meinen, gewinnen zu müssen, obwohl wir so einen guten Spot im Draft haben“. Coach Rhule hatte hierzu genau das richtige zu sagen, was wichtig für die Einstellung der nächsten Jahre ist und uns irgendwann zum Super Bowl führen soll. Rhule will Spieler mit einer Gewinnermentalität.

Er will keinen Spieler, der sich mit Niederlagen zufrieden geben kann. Außerdem betonte er, dass es für den Sieg des Super Bowls extrem wichtig sei, Spiele am Ende der Saison noch gewinnen zu können. Dies sei eine besondere Herausforderung, da Spieler zu dem Zeitpunkt bereits müde in Kopf und Beinen seien. Über diesen Punkt will er die Athleten hinaus bringen.

Letzte Gedanken und der Blick auf 2021

Matt Rhule hat angefangen, die Mannschaft umzukrempeln und ihr einen neuen Spirit zu vermitteln. Auf dem Feld hat er viele gute Entscheidungen getroffen, die für die nächsten Jahre Hoffnung machen. Er setzt vor allem auf physisch hartes, aber auch ein sehr variables Spiel. Spieler, die gute physische Voraussetzungen haben, genießen bei Rhule hohes Ansehen. Getreu dem Motto: You can’t teach speed! Wir werden uns also in den kommenden Jahren auf ein starkes Team freuen dürfen, was sicherlich für Furore sorgen wird.

In puncto Zeitmanagement muss er noch den richtigen Weg finden. Zu oft kam es vor, dass die Panthers unnötige Timeouts nahmen, welche am Ende des Spiels fehlten. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Gut ist auch, dass Rhule auf einer Wellenlänge mit David Tepper ist, der einen professionellen Rahmen für das Team schaffen möchte und Nägel mit Köpfen macht. Wir dürfen gespannt sein!

Bis dahin wünschen wir euch eine spannende Offseason, die wir als Redaktion natürlich mit Berichten zu Draft und Trainingscamp begleiten werden. Vielen Dank für eure Ünterstützung.

Bleibt gesund und Keep Pounding!

 

Quellen: Panthers.com, YouTube.com

Bilderquellen: Panthers.com, yahoo.Finance.com

 

Season Review Teil 3: Offense

Nachdem im zweiten Teil des Rückblicks die Defense der Panthers in der letzten Saison ausgiebig analysiert wurde, wird im dritten Teil ein genauerer Blick auf die Offense geworfen. Kann man mit dem neuen Coaching Staff zufrieden sein? Und wo lagen die Schwachstellen der Mannschaft?

Teddy Bridgewater der Mittelpunkt der Offense

In der Offseason entschieden sich die Panthers vom langjährigen Franchise Quarterback Cam Newton abzurücken. Newton feierte große individuelle Erfolge und hatte mit seinen tollen Leistungen wahrscheinlich auch den größten Anteil an den zahlreichen Playoff-Teilnahmen und dem Super Bowl. Doch in den letzten Jahren kämpfte der Leader des Teams immer wieder mit Verletzungen und konnte keine gesamte Saison mehr durchspielen, was dazu führte, dass die Panthers nicht mehr konkurrenzfähig mit Teams waren, die in die Playoffs kommen wollten.

Sein Nachfolger wurde nun Teddy Bridgewater. Bridgewater war 2014 bis 2017 bei den Minnesota Vikings, verletzte sein Knie aber dort so schwer, dass sogar ein Karriereende drohte. Aber er kämpfte sich zurück. Bei den New York Jets und New Orleans Saints wurde er Backup und konnte sich von dort aus ins Rampenlicht spielen. Bei den Carolina Panthers bekam er nun wieder die Chance, als Starter in der NFL zu spielen.

Sein Stil zu spielen war in den Jahren zuvor schon bekannt. Bridgewater scheute in vielen Situationen das Risiko und spielte lieber einen sicheren Pass. Das änderte sich auch kaum in der Saison 2020. Mit einer durchschnittlichen Targettiefe von 7,1 Yards pro Versuch, lag er ligaweit im unteren Drittel. Wenn er schnell im Rhythmus seine Pässe anbringen konnte, war er sehr sicher und machte auch kaum Fehler. Die Receiver mussten dann natürlich mehr durch Yards nach dem Catch für explosive Plays sorgen, doch gerade in den ersten Wochen funktionierte das noch gut (von Woche 1 bis 8 waren die Panthers auf Platz 14 in Passing EPA/Play).

Das Problem dabei war, dass er auch bei wichtigen Third Down Situationen oder in der Red Zone zu oft sehr konservativ agierte. Nach seinem Pass mussten die Passempfänger in zu vielen Situationen noch Yards nach dem Catch machen. Dadurch kam es dann vermehrt zu Field Goals oder Punts.

Bis zur Mitte der Saison war aber die Stimmung rund um den neuen Quarterback noch in Ordnung. Die Fans konnten die Limitierungen zwar schon wahrnehmen, doch war das Niveau des Quarterbackspiels viel besser als die Jahre zuvor bei den Panthers und bei einigen Leuten war sogar noch die Hoffnung, dass sich Bridgewater noch verbessern würde. Im Verlauf der Saison kam es dann aber zum Stimmungswechsel.

Zunächst verletzte sich Bridgewater und fiel gegen die Lions auch aus. Danach verlor er ein bisschen seine Genauigkeit. Machte er in der ersten Saisonhälfte selten grobe Schnitzer, bauten sich nun viel mehr Ungenauigkeiten bei ihm ein. Pässe, bei denen der Receiver mindestens einen Schritt Abstand zum Defender hatte, kamen nicht mehr so sicher wie zuvor an. Das schlug sich nicht nur auf die Stats nieder (Panthers waren von Woche 9 bis 17 nur noch Platz 26 in EPA/Passing Play), sondern auch auf die Stimmung der Fans und die des Owners David Tepper. Es ist vor Beginn der Offseason nun sehr wahrscheinlich, dass Teddy Bridgewater in der nächsten Saison nicht mehr der Franchise Quarterback der Panthers sein wird.

Receiver zeigen sich als beste Positionsgruppe des Teams

Neuverpflichtung Robby Anderson stellte sich gerade zu Beginn als wahrer Volltreffer heraus. In dieser Zeit konnte er besonders bei kurzen Pässen sein Können unter Beweis stellen. Das war soweit überraschend, da er eigentlich als Deep Threat ausgemacht wurde, doch in den ersten Wochen zeigte er immer wieder seine Fähigkeiten bei Pässen bis zu 10 Yards Tiefe.

Mit der Zeit konnte er aber nicht mehr ganz so stark glänzen. Das lag auch zum Teil an seiner veränderten Rolle. Die Pässe auf ihn wurden immer tiefer und so sah er am Ende wieder ähnlich aus, wie zu seinen Zeiten bei den Jets. Trotzdem konnte er am Ende starke 1096 Receiving Yards aufweisen.

Curtis Samuel hatte dagegen einen komplett anderen Trend seiner Leistungskurve. Zu Beginn schien der Coaching Staff noch keine Rolle für ihn gefunden zu haben, doch das änderte sich im Verlauf der Saison. Er bekam immer öfter den Ball und konnte mit seinen Fähigkeiten mit den Ball in der Hand für viele Yards sorgen. Auch im Running Game wurde er dabei eingesetzt. Insgesamt war er gerade zum Ende das wertvollste Target von Teddy Bridgewater. Nicht nur konnte er mit dem Ball in der Hand glänzen, sondern war er auch besonders stark in Contested Situations. Das führte dazu, dass er am Ende ein oft gesuchtes Ziel bei Third Downs war.

Der dritte Receiver des starken Receiving Trios war DJ Moore. Wie Samuel und Anderson konnte er auch mehr als 1000 Yards total erzielen und erreichte dabei sogar 1193 Receiving Yards. Was vorher allerdings nicht so zu erwarten war, dass er primär als Deep Threat eingesetzt werden würde. Er musste viele tiefe Pässe außerhalb der Nummern fangen, bei denen er sogar eng in Deckung war.

Auf ihn zu passen war deshalb ein bisschen schwieriger, was nicht unbedingt zu der Spielweise von Teddy Bridgewater passte. Es gab deswegen zu viele Spiele, wo die Verbindung der beiden nicht wirklich gut war. Fast die Hälfte der 11 Interceptions gingen auf das Konto von Pässen auf Moore. Daran war aber nicht unbedingt der Receiver schuld. Bridgewater war bei dieser Art der Pässe einfach nicht konstant genug und machte zu viele Fehler.

McCaffrey spielt insgesamt nur drei Spiele

Eine große Story des Jahres war Running Back Christian McCaffrey. Vor so vielen Spielen stellte sich immer die Frage, ob er fit genug für das Spiel war, doch sehr oft fiel die Antwort dann negativ aus. Besonders im Passing Game wäre seine Rolle spannend gewesen. In den Jahren zuvor lief er den Großteil seiner Routen aus dem Backfield heraus und dann eigentlich auch nur Option Routes oder geschemte Pässe. Dieses Jahr sah man in der kurzen Zeit schon mehr Varianz. Zwar starteten seine Routen immer noch sehr oft aus dem Backfield, aber trotzdem lief er mehrere Wheel- oder Texas Routes, was in der Art und Weise in der Vergangenheit nicht vorkam.

Trotzdem sah man auch wieder viele gewohnte Dinge. Seine durchschnittliche Targettiefe betrug in den drei Spielen nur ein Yard. Die drei Top-Receiver im Team hatten im Vergleich eine durchschnittliche Targettiefe zwischen 7 und 14 Yards.

Darin könnte auch der Grund liegen, warum die Offense der Panthers den Ausfall McCaffreys so gut kompensieren konnte. In den Jahren zuvor tendierte das Team sehr dazu, den Star-Running Back in bestimmten Situationen zu oft anzuwerfen. So konnte man zwar einige Highlights liefern und auch wichtige First Downs erzielen, aber insgesamt fehlte die Explosivität in der Offense und es brauchte zum Punkten eine Menge Geduld. Wenige Fehler konnten zum Punt bzw. Field Goal führen.

In dieser Saison war Carolina aber dazu gezwungen, mehr die Receiver einzubinden. Es gab weniger Pässe mit dem ersten Read auf den Running Back und so konnte das Team auch mehr Punkte erzielen. Die Aufgabe für die Zukunft besteht nun darin, wie man beide Aspekte kombinieren kann. McCaffrey ist der beste Spieler im Team, doch der Fokus im Passing Game sollte keineswegs bei ihm liegen. Das würde zwar zu weniger Total Yards für ihn führen, doch insgesamt wäre die Offense wohl effizienter.

Andererseits sollte in keinem Falle auf seine Stärken verzichtet werden. McCaffrey ist extrem stark bei Yards nach dem Catch und auch seine Route Running Fähigkeiten sind für einen Running Back extrem gut. Zwar sollte nicht unbedingt der Fokus auf ihm liegen, doch andererseits könnte er immer noch ein wichtiger Bestandteil des Teams bleiben. Besonders bei Third Down oder in der Red Zone sollte McCaffrey nochmal einiges zeigen können und auch im Passing Game für das Team hilfreich sein. Die schwierige Aufgabe des Coaching Staffs besteht darin, dass sie diese Stärken des Ausnahmetalents nutzen müssen ohne ihn zu viel in die Offense einzubinden.

Laufspiel in der Saison kaum existent

Konnte eine Verbesserung im Passing Game beobachtet werden, war im Laufspiel eher das Gegenteil zu beobachten (Platz 21 in EPA/Laufspielzug). Nicht nur fiel Christian McCaffrey verletzungsbedingt aus, sondern auch Reggie Bonnafon stand für die meisten Spiele nicht zur Verfügung. Als Running Back wurde nun hauptsächlich Mike Davis eingesetzt, der ein ganz anderer Typ von Running Back war. Es wurde nicht mehr so stark versucht, Räume für den Running Back zu kreieren und so hatte es Davis immer sehr schwer. Seine erwartbaren Yards pro Laufspielzug zum Zeitpunkt des Handoffs lagen bei 3,8 Yards (zum Vergleich: McCaffreys erwartbaren Yards pro Laufspielzug im Jahr 2019 lagen bei 4,1 Yards).

Davis machte aus der Situation noch relativ viel. Konnte er gerade zu Beginn der Saison viele Yards nach dem Kontakt erzielen, fehlte ihm jedoch abschließend einfach die Explosivität. Das Team hatte mit ihm viel weniger Läufe, die 15 Yards oder länger gingen und so konnte Bridgewater im Passing Game kaum unterstützt werden.

Auch im Passing Game war die Performance von Davis sehr limitiert. Viele Screen Pässe und Checkdowns wurden auf ihn geworfen und so erreichte auch er die Marke von über 1000 Yards total, doch insgesamt konnte er als Receiver nicht wirklich glänzen. Sein Vertrag läuft aus und es ist nicht davon auszugehen, dass dieser verlängert wird.

Joe Bradys Einstand gelingt

Die vielleicht spannendste Personalie im neuen Coaching Staff in der Offseason war Offensive Coordinator Joe Brady. Er galt schon vor der Saison als eines der größten Trainertalente. Im Jahr zuvor war er der Architekt der neuen Offense bei LSU und sorgte zusammen mit Quarterback Joe Burrow im College dafür, dass keine Defense LSU stoppen konnte.

In der NFL blieb sein Hype bestehen. Teddy Bridgewater musste nur bei 12,2% der Pässe in enge Fenster werfen. Das ist der viertbeste Wert der gesamten Liga. Die Panthers spielten dabei gerne mit drei (57%) oder gar vier Receivern (5%) auf dem Feld. Durch mehrere kreuzende Routen wurden in der Coverage dann viele softe Spots genutzt, die es dem Quarterback einfach machten, den Ball anzubringen.

Neben dem Vernachlässigen des Laufspiels war auch das Blocking allerdings eine Schwäche im Play-Calling. Bei LSU blockten teilweise nur fünf Spieler (die OLiner), doch das war nie ein Problem, da der Quarterback den Ball schnell loswurde. In der Saison bei den Panthers war das ein bisschen anders. Das Blocking der OLine war im Vergleich zur Liga im durchschnittlichen Bereich, doch am Ende ließen die Panthers in 47% der klassischen Pass Block Snaps Druck innerhalb von 2,5 Sekunden zu. Das ist in der Liga lediglich Platz 23 (niedriger Wert ist gut).

Eine Challenge wird es für die Zukunft sein, dass der Quarterback trotz solider Blocking Leistung nicht so oft so schnell unter Druck steht (wobei nicht vergessen werden darf, dass der Quarterback selbst für viele Pressures verantwortlich ist). Play-Action Pässe sollten vielleicht mehr eingebaut werden. Bei diesen Pässen ist der Pass Rush in der Regel nicht so gut und der Quarterback kann länger in der Pocket bleiben. Das hatten die Panthers 2020 noch nicht oft genug eingesetzt.

Zu Brady muss aber abschließend unbedingt nochmal unterstrichen werden, dass er wirklich gut als Play-Caller agiert hat. So ist es auch kein Wunder, dass er trotz seines jungen Alters schon viele Vorstellungsgespräche für den Head Coach Job hatte. Da die Wertigkeit des Passing Games in der NFL immer mehr zunimmt, muss leider auch der Fan sich darauf einstellen, dass Joe Brady wohl nicht allzu lange der Offensive Coordinator der Panthers bleiben wird.

Fazit

Die Saison war in der Offense wahrlich eine Achterbahnfahrt. Zu Beginn waren die Panthers zwar nicht unbedingt ein Topteam, aber die Mannschaft hatte so viel Qualität, dass gegen gute Teams das Spiel eng gehalten werden konnte und am Ende nur durch ärgerliche Situationen das Spiel verloren wurde. Gegen Ende beging man dann einfach zu viele Fehler, die dann auch offensiv zu mehreren nicht so schön anzusehenden Spielen führten.

Wie ist diese Saison aber zu werten? Auf der einen Seite stehen die tollen Performances der Receiver und des Offensive Coordinators. Dass die Panthers dort so stark besetzt waren, war vor Jahren nicht unbedingt denkbar, denn die Identität des Teams war es eher mit dem Laufspiel den Lauf durch die Mitte zu pounden. Mit dem neuen Owner David Tepper wurden aber anscheinend auch Leute angeheuert, die für eine modernere Spielphilosophie stehen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Quarterback-Situation. Diese wird uns wohl auch die komplette Offseason begleiten und für viel Gesprächsstoff sorgen. In der Saison 2020 waren die Panthers dort einfach nicht gut besetzt. Bridgewater machte zwar das Nötigste, doch er besaß nicht die Qualität, die es braucht, damit ein Team konstant gut in der Offense spielt. Somit konnten die Panthers zwar phasenweise mit ihrer Offense überzeugen, doch über die gesamte Spielzeit waren dann doch die Lücken zu groß.

 

Quelle: nextgenstats.com   rbsdm.com   espn.com   sharpfootballstats.com

Bildquelle: panthers.com

 

 

 

Season Review Teil 2: Defense

Die Saison 2020/2021 steht nun in den Geschichtsbüchern. Wir wollen einen kleinen Blick auf die Leistung unserer Defense in der vergangenen Spielzeit werfen. Wie gut konnte sich die junge Defense schlagen, nachdem einige Spieler das Schiff verließen und der Coaching Staff ausgetauscht wurde?

Einige Statistiken zum Anfang: Die Panthers führen die NFL mit den meisten Fumble Recoveries (15) an und sind damit das siebtbeste Team in der Geschichte. Leider gab es auch einige Negativ-Rekorde zu verzeichnen. Zum Beispiel setzte das Team einen neuen negativen Franchise-Rekord mit der schlechtesten Third-Down-Percentage (49,2) und den wenigsten Interceptions (7).

Um sich einen Überblick über die Leistung zu verschaffen, hier ein kleiner Ausschnitt der Statistiken, welcher zeigt, auf welchem Platz wir im Vergleich mit den anderen Teams stehen:

Wie zu sehen ist, befinden wir uns statistisch gesehen im unteren Mittelfeld der Liga. Aber die Saison nur nach Statistiken zu bewerten tut der jungen Mannschaft Unrecht. Man hatte zwar den Großteil der Saison zu kämpfen, jedoch konnte man sich gegen Ende der Spielzeit deutlich stabilisieren. Getreu nach Motto: Aller Anfang ist schwer. Das gilt gerade für eine in allen Teilen unerfahrene Defense. Hinzu kam, dass aufgrund der Covid-Pandemie keine richtige Offseason möglich war. Die Spieler konnten sich nicht einspielen und die Abläufe konnten nicht optimiert werden. Also war jedem klar, dass es ein schwerer Start für die Defense wird.

Phil Snow übernimmt das Ruder in der Defense

Der neue Defense Coordinator Phil Snow hat immer wieder versucht, die Formation auf den Gegner anzupassen. Spielte er meist eine Cover-3-Zonenverteidigung (40%), so stellte er zum Beispiel gegen die Green Bay Packers auf eine 3-3-5 „College“-Formation um. In den ersten drei Drives kassierte man zwar drei Touchdowns, jedoch konnte man nach der Umstellung Aaron Rodgers bei nur 44 Passing-Yards in der zweiten Halbzeit halten.

Snow ist ein Fan von Spielern wie z.B. Brian Burns oder Jeremy Chinn, die in der Defense sehr variabel einsetzbar sind. Sollte er mehr Zeit in der Offeseason haben, um noch mehr Formationen einzustudieren, so werden wir in Zukunft eine noch flexiblere Defense sehen. Das Ziel von Snow ist es, dass die Defense einen guten Rush mit vier Spielern schafft und dann die Coverage mit sieben Spielern abdeckt.

Leistungsträger kristallisierten sich langsam heraus

Als konstante Kraft in der Defense ist eindeutig  Brian Burns zu benennen. Er beendete die Saison mit 9 Sacks, 3 Forced Fumbles und unzähligen Pressures und QB Hits. Er gehört bereits zum erweiterten Kreis der besten Edge-Rusher und könnte im nächsten Jahr den Schritt zu den allerbesten der NFL machen.

Mit den Wochen wurde die Defense sattelfester, sodass den Panthers in Woche 11 dann ihre beste Saison-Leistung bei dem 20:0 Sieg über die Detroit Lions gelang. Über die gesamte Partie ließ man nur 185 Yards zu. In genau diesem Spiel wurde Tahir Whitehead durch den jüngeren und schnelleren Jermaine Carter ersetzt. Seit dieser Beförderung von Carter zum Starter begann die Defense deutlich besser zu spielen.

Auch unser Erstrundenpick Derrick Brown begann konstanter zu spielen. Immer besser kam er durch die gegnerische O-Line und konnte am Ende der Saison 2 Sacks und 8 Tackles for Loss verzeichnen.

Der nächste große Lichtblick der Defense war Jeremy Chinn. Er war auf dem ganzen Feld zu finden, hatte am Ende 117 Tackles und ist besonders durch seine zwei TDs im Spiel gegen die Vikings aufgefallen.

Gut Ding will Weile haben

Man merkte, dass die Defense sich immer weiter steigerte. Haben die Panthers am Anfang der Saison durchschnittlich 133,4 Rushing Yards zugelassen, so waren es in den letzten zehn Spielen nur noch 111,3. In den ersten fünf Spielen ließ die Defense die gleiche Anzahl an Rushing Touchdowns (acht) wie in den letzten zehn Spielen zu. Auch die oben bereits erwähnte, schwache Third-Down-Percentage war in den ersten sieben Spielen noch bei 56,3 %. Diese konnte dann später auf 43,9% gedrückt werden. Diese Zahlen lassen darauf hoffen, dass die Zahnrädchen auch über die Saison hinaus immer besser ineinandergreifen. Zudem muss bei allen Statistiken beachtet werden, dass die Panthers gegen viele High-Scoring-Offenses spielen mussten.

Eine Übersicht welche Defense-Formationen unser Defense-Coordinator gerne spielen lässt, findet ihr auf unserer Webseite unter dem Titel „Phil Snow: Der neue Defense-Coordinator bei den Panthers„. Dort sind die einzelnen Formationen nochmals aufgezählt und ihr findet zu jeder davon eine kleine Erläuterung.


Ausblick auf die Saison 2021 / 2022

Passing-Defense

Auf der Safety-Position gab es mit der Entlassung von Tre Boston eine große Überraschung für viele Fans. Boston spielte eine solide Saison, welche er mit einem Karrierehöchstwert von 95 Tackles abschloss. Hierzu kamen noch ein Sack, eine Interception und zwei Fumble Recoveries. Jedoch passt Boston mit seiner eindimensionalen Spielweise nicht unbedingt in das Anforderungsprofil von Phil Snow.

Weiterhin stellen aktuell die Cornerback – und die Linebacker – Positionen das größte Problem der Passing-Defense dar. Donte Jackson ist ein guter Starter, aber Carolina muss sich unbedingt einen guten zweiten Cornerback zulegen. Zudem sind Rasul Douglas und Corn Elder beide Free Agents. Eine Reihe weiter vorn haben die Panthers mit DE Brian Burns, DE Yetur Gross-Matos und DT Derrick Brown sehr gute Pass Rusher, die sich in den nächsten Jahren prächtig entwickeln sollten. Nächstes könnte es einen deutlichen Anstieg in der Sacks-Statistik geben.

Rushing-Defense

Die Linebacker-Position war dieses Jahr bei den Panthers nicht gut besetzt. Shaq Thompson spielte eine solide Saison, jedoch stand kaum gutes Personal für die Posten neben ihm zur Verfügung. Vor allem der zunächst als Starter verpflichtete Tahir Whitehead enttäuschte auf ganzer Linie. Folglich wurde er durch Jermaine Carter ersetzt, der noch etwas Erfahrung benötigt, aber gute Ansätze zeigte. Die Interior Defensive Line ist mit DT Derrick Brown, DT Kawann Short und NT Zach Kerr ausgestattet. Short wurde bereits von den Panthers entlassen. Hier wird es wichtig sein, einen guten Nachfolger zu finden. Gerüchteweise möchte man ihn für weniger Geld zurückholen. Dies bleibt abzuwarten.


Fazit

Unter Phil Snow sind die Panthers noch immer dabei herauszufinden, was in der NFL funktioniert und was nicht. Die Drei-Safety-Verteidigung aus der letzten Saison war angesichts des jungen Teams und den wenigen Möglichkeiten in der Offseason zu trainieren, in Ordnung und sollte die nächste Saison nochmals besser werden. Wo sich ein Spieler wie Jeremy Chinn aufstellen wird und wie sehr die Panthers an der Cover-3-Zonenverteidigung festhalten (letztes Jahr waren wir das Team mit der höchsten Cover-3-Rate mit 40%), wird davon abhängig sein, wer in der Offseason zu uns stoßen wird. Snow sagte, dass es das Ziel ist, mit vier Spielern zu rushen und mit sieben Spielern zu decken. Macht die Defense-Line den nächsten Schritt, sollte dies in der nächsten Saison gut möglich sein. Sollten die Panthers dann zusätzlich einen starting Linebacker und starting Cornerback finden, so könnte uns die Defense in der neuen Saison richtig Spaß machen.

 

Bilder-Quellen: Catscratchreader.com; cdn.vox-cdn.com; Panthers.com