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Das richtige Jersey: Fakten und Informationen

Die Begeisterung für den American Football in Deutschland gewinnt zunehmend an Bedeutung und hat bereits andere populäre Sportarten hier zu Lande in Teilen verdrängt. Das Angebot an Fanartikel und Merchandise der Teams ist förmlich explodiert, was die Entscheidung bei der eigenen Bestellung nicht immer erleichtert. Uns begleiten immer wieder Fragen, bei denen es sich zum einen um die Unterschiede und die Beschaffenheit der verschiedenen „Jersey-Typen“, aber auch um das vielfältige Angebot nationaler und internationaler Fanshops handelt.

Gerade in der Offseason wird sich intensiv mit dieser doch scheinbar einfachen Thematik auseinandergesetzt, denn einige Teams stellen bereits jetzt schon ihre neuen „Uniformen“ für die kommende Saison vor, gern gesehene Spieler wechseln das Team oder man möchte die Chance nutzen, um von Interessanten Rabatten in den Shops zu profitieren.

Auch wir haben uns diesem Thema etwas genauer gewidmet und geben gerne einen Einblick in Unterschiede, Materialien und Beschaffenheit. Im Fokus unserer Recherche stand hierbei der Team Store der Carolina Panthers, die ihre Zusammenarbeit mit Fanatics Experience in den vergangenen Wochen weiter ausgeweitet haben. Darüber hinaus lassen wir persönliche Erfahrungen mit einfließen, die bei der Wahl möglicherweise von Nutzen sein können und euch bei der Entscheidung helfen. Zugegebenermaßen kann einen das Angebot anfangs überfordern und auch die jeweils aufgerufenen Preise erleichtern einem die Entscheidung nicht wirklich.

Bezeichnungen

In den meisten Fällen handelt es sich bei allen zu bestellenden Jerseys im Team Store um sogenannte „Replicas“. Das Wort „Replica“ bedeutet nichts anderes als Nachbildung, denn es sind industriell hergestellte Fan-Jerseys, die nicht persönlich von Spielern getragen werden. Im Team Store selbst unterscheiden wir zwischen

  • Game Player Jerseys,
  • Limited Player Jerseys,
  • Pro Line Team Player Jersey,
  •  Throwback/Legacy Replica Jerseys

Zusätzlich finden wir ein sogenanntes „Legend“ Jersey für Frauen.

Die Unterschiede erläutern wir im weiteren Verlauf, wobei wir auf einzelne Kategorien, wie Veredelungen, Material, Passform und dem Brand (Hersteller-Etikett) eingehen. Die einzelnen doch feinen Unterschiede können manchmal zu Verunsicherungen führen, sodass es zu einem Springen zwischen den Typisierungen kommen kann.

1. NFL – Game Player Jersey

Dieser Typ ist wohl das meist verkaufte Jersey im Team Store oder anderen Fanshops. Es gehört mit $99 (Spielerjersey) zu den günstigsten und kann auch ohne große Probleme individuell mit eigenem Namen und Nummer (Custom) veredelt werden.

Veredelungen:

Applikationen wie Name, Nummer, Hersteller, Team-Logo und das „Keep Pounding“ im Nackenbereich sind bis auf das Herstellungsetikett am unteren Rand (Brand) in einem Druckverfahren auf des Jersey gepresst worden. Das NFL Emblem im vorderen Kragenbereich besteht ähnlich wie die zuvor genannten Applikationen aus einem flexiblen gummiartigen Material, welches zumeist ein Indiz für das Game Player Jersey darstellt. Den Kragen des Jerseys ziert das in einem ähnlich gehaltenen Material stehende „Keep Pounding“.

 

 

Das Verfahren ist ebenso unterschiedlich wie die Bezeichnungen selbst, denn häufig finden wir eine glänzende und glatte oder gummiartige Beschaffenheit der Applikationen vor.

Material, Passform und Größe

Das Material besteht aus 100% Polyester und ist körperbetont geschnitten. Der Verbraucher soll sich in dem Jersey wohlfühlen und uneingeschränkte Bewegung wie beispielsweise beim Sport verspüren. In der Regel gleichen die Größen der eigenen Konfektionsgröße. Durch die Nutzung der amerikanische Größen führt dies zumeist zu  Problemen und weiteren Fragen. Durch die zusätzlichen „Mesh Side Panels“ im Rippen- und Seitenbereich, ist das Jersey atmungsaktiv und soll für eine entsprechende Zirkulation sorgen. Um den Tragekomfort so angenehm wie möglich zu gestalten, verzichtet man bei dem Game Player Jersey auch auf das eingenähte „neck label“, welches meistens wie die Applikationen eingedruckt wird.

Brand – Marke

Am unteren Rand des Jerseys findet man die Bezeichnung und Art des Jerseys (Etikett), welche in diesem Fall immer mit dem Hersteller – Nike, deklariert ist.

 

 

Persönliche Erfahrungen:

Abhängig von dem individuell mit Namen und Nummer veredeltem oder teils unterschiedlichen „Spieler-Jerseys“ variieren die Größen oftmals sehr stark. Grund für dieses Empfinden ist auch der Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Statuen und Körpermaßen. Die Haptik sowie die Verarbeitung der Applikationen fühlen sich aufgrund der Beschaffenheit oftmals billig an. Ein gekauftes Cam Newton Game Player Jersey im NFL Shop San Francisco konnte man im Ansatz nicht mit dem Luke Kuechly Game Player Jersey, gekauft in New York City vergleichen, ebenso ein im NFL Europe Shop gekauftes Luke Kuechly Game Player Jersey.

2. NFL – Limited Player Jersey

Dieses Jersey kommt einem authentischem „on-field-jersey“ wie sie es unsere Helden auf dem Platz tragen am nächsten. Mit $150 gehört es mit zum teuersten Jersey im Team Store, welches jedoch durch eine hohe Qualität und Tragekomfort besticht.

Veredelungen:

Sämtliche Applikationen wie Name, Nummer, Hersteller, Team-Logo sind gestickt und stehen dem Originalen in nichts nach. Das NFL Emblem auf der Brust in einem gummierten Metallic-Look gehalten und setzt einen farblichen Akzent. Den Kragen des Jerseys verziert hier das „Keep Pounding“.

 

 

Material, Passform und Größe

Das Material besteht aus 100% recyceltem Polyester und ist normal geschnitten. Wie bei dem „on-field-jersey“ befindet sich auf der Vorder- und Rückseite (Brust-, Bauch- und Rückenbereich) der „Chainmaille Mesh Stoff“, welches für ein hohe Beweglichkeit und Atmungsaktivität sorgt. Im Gegensatz zum Game Player Jersey ist der Tragekomfort höher und trägt sich angenehm leicht. Um den Tragekomfort ebenso angenehm wie möglich zu gestalten, verzichtet man auch hier auf ein eingenähtes „neck label“, welches wie beim Game Player Jersey eingedruckt ist.

Brand – Marke

Am unteren Rand des Jerseys findet man die Bezeichnung und Art des Jerseys (Etikett), welche in diesem Fall immer mit dem Hersteller – Nike, deklariert ist. Ebenfalls setzt sich das Etikett auch hier von anderen Jerseys ab, da das Emblem der NFL in einem gummiartigen Material gehalten ist.

Persönliche Erfahrungen:

Bei meinem Besuch in Charlotte im September 2019, kam ich um den Team Store im Bank of America Stadium selbstverständlich nicht rum und entschied mich für ein Christian McCaffrey #22 und Luke Kuechly #59 Limited Player Jersey. Die Passform sowie der Schnitt waren wie auf mich zugeschnitten, die Verarbeitung sehr hochwertig. Das Material vor allem im vorderen, wie auch hinteren Bereich ist besonders geeignet für hohe Temperaturen.

3. NFL – PRO LINE (Player) JERSEY

Das Pro Line (Player) ist das letzte Jersey im Bunde und besonders beliebt bei großen und kräftig gebauten Menschen. Es befindet sich preislich zwischen $99 und $125. Bei genauer Betrachtung des Team Stores stellt man fest, dass das Pro Line (Player) Jersey nur in einer Aufmachung erhältlich ist, der „Black Carolina Panthers Uniform“.

Veredelungen:

Applikationen wie Name, Nummer und Team-Logo sind bis auf das Herstellungsetikett am unteren Rand des Jerseys (Brand) und im Kragen in einem Druckverfahren auf des Jersey gepresst worden. Wie beim Game Player Jersey finden wir oftmals eine glänzende und glatte oder gummiartige Beschaffenheit der Applikationen vor. Im Falle des Pro Line Jerseys wird auf die Abbildung des Herstellers – Nike sowie dem „Keep Pounding“ im Kragen komplett verzichtet.

Das NFL Emblem auf der Brust ist in Farbe gestickt.

 

 

Material, Passform und Größe

Das Material besteht wie das Game Player Jersey aus aus 100% Polyester und ist normal geschnitten. Auch das Pro Line Jersey besitzt auf der Vorder- und Rückseite (Brust-, Bauch- und Rückenbereich) einen „Mesh Stoff“, um hier ein bestimmendes Merkmal der „on-filed-jersey“ aufzugreifen und abzubilden. Im Vergleich zum Limited Player Jersey ist der Stoff engmaschiger, was die Zirkulation jedoch nicht gravierend beeinträchtigt.

Brand – Marke

Am unteren Rand des Jerseys findet man die Bezeichnung und Art des Jerseys (Etikett), welche in diesem Fall immer mit dem Logo der NFL (National Football League) – „NFL Pro Line“ deklariert ist. Auch farblich besticht das Etikett durch die Blaue Farbe und einem Feld für einen einzutragenden Namen.

Wie eingangs bei den Veredelungen erwähnt, finden wir keinen Hinweis auf den Hersteller, wie vergleichsweise auf dem Game Player- oder dem Limited Player Jersey.

 

 

Persönliche Erfahrungen:

Der Tragekomfort ist vergleichbar wie mit dem des Limited Player Jerseys, wirkt in der gesamten Betrachtung für mich jedoch etwas merkwürdig. Warum diese besondere Linie entworfen wurde ist mir ein Rätsel, da die Applikationen des Herstellers für mich eine gravierende Rolle spielen und das Gesamtbild eines Jerseys abrunden. Angesichts des Preises und einer „on-field“ Optik, macht man mit diesem Jersey, abhängig von dem eigenen Zweck nichts falsch.

4. Throwback/Legacy Replica Jersey

Im Team Store sind aktuell zwei Throwback/Legacy Replica Jersey erhältlich. Wie es der Name verrät „Legacy“ handelt es sich hierbei um die Huldigung von bestimmten Spielern, die die Carolina Panthers verkörperten und bis in die heutige Zeit prägten. Beispielgebend ist hier Sam Mills, der durch seinen Kampf gegen den Krebs und seiner Philosophie „Keep Pounding“, den Grundstein der heutigen Carolina Panthers setze.

Die verwendeten Materialien sowie Veredelungen gleichen dem NFL Game Player Jersey und weisen alle etwaigen Merkmale auf.

5. Color Rush Legend Jersey

Das Legend Jersey ist ein extra angefertigtes Jersey für Frauen und liegt preislich bei $79,99. Dieser Jersey-Typ setzt sich im Vergleich zu allen anderen käuflich zu erwerbenden Modellen erheblich ab.

Veredelungen

Sämtliche Applikationen wie Name, Nummer und Team-Logo sind bis auf das Herstellungsetikett am unteren Rand des Jerseys (Brand) in einem Sublimationsdruck (Verfahren) in den Trägerstoff eingedampft worden. Im Kragen finden wir zu dem Game Player- und Limited Player Jersey hingegen die Bezeichnung „Color Rush“ anstelle des „Keep Pounding“, was in dem Fall ein klares Indiz für diese Art ist.

Das NFL Emblem im vorderen Kragenbereich besteht ähnlich wie bei anderen Jerseys, aus einem flexiblen gummiartigen Material.

 

 

Material, Passform und Größe

Das Material besteht aus aus 100% Polyester und ist tendenziell enger geschnitten als die eigentliche Konfessionsgröße (Abweichungen US Größen) . Durch den Sublimationsdruck trägt sich das Jersey leicht und bietet eine hohe Flexibilität. Ähnlich wie beim Pro Line Jersey sind Herstellungsetikett im Kragen sowie am unteren Rand zusätzlich angebracht und setzen sich hingegen aller anderen bestimmenden Merkmale vom Jersey ab.

Fact

Die NFL profitiert nicht vom Verkauf von Color Rush-Trikots. Im Gegenteil, die Erträge kommen der NFL Foundation zu Gute, welche gemeinnützige Organisationen im Gesundheitswesen oder der Jugendarbeit unterstützen. Vor allem Förderungsprogramme in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika können so mitunter finanziert werden.

Brand – Marke

Am unteren Rand des Jerseys findet man die Bezeichnung und Art des Jerseys (Etikett), welche in diesem Fall immer mit dem Hersteller – Nike, deklariert ist.

 

 

Persönliche Erfahrungen:

Bei dem ersten Betrachten dieses Jersey, muss ich zugegeben Maßen an ein Replica Trikot aus dem Fußball denken. Prinzipiell weist dieses Shirt alle Merkmale eines Jerseys auf, was Farbe, Nummer, Team Logo, NFL Emblem und Hersteller betrifft, dennoch ist es auch das einzige Jersey, was nicht einmal ansatzweise an ein „on-field“ Jersey heran kommt. Für das Tragen bei sportlichen Betätigungen erscheint mir dieses jedoch als äußerst gut geeignet zu sein.

Fazit

Wie man erkennen kann gibt es eine Menge Unterschiede in der Beschaffenheit selbst, aber auch den Applikationen, die das Jersey des eigenen Teams im Detail erst abrunden. Wie geschildert finden wir das (1) NFL Game Player Jersey am häufigsten in unserer Umgebung und gar im Kleiderschrank. Nationale und internationale Fanshops wie: Taass, der NFL Shop Europe, andere Shops bieten in der Regel genau diesen Typ an. Die Bezeichnungen variieren oftmals was jedoch keinen Unterschied zu Art und Beschaffenheit macht.

Die qualitativ hochwertige Verarbeitung sowie detailreiche Veredelungen macht das (2) Limited Player Jersey zum klaren Favoriten. Mit §150 handelt es sich hier um das teuerste Stück im Shop, was aber durch Tragekomfort, Leichtigkeit, Schnitt und Passform sowie dem originalgetreuen „on field“ Look besticht.

Hat dieser Bericht geholfen, haben sich weiteren Fragen daraus ergeben oder habt ihr das Gefühl, dass das Angebot und die Unterschiede für euch noch undurchsichtiger geworden sind? Viel Spaß beim Kauf und der Wahl eures nächsten Jerseys.

Matt Rhule: Absage der Preseason, COVID 19 und wie er seinen Kader für 2020 aufbauen wird.

Coach Matt Rhule stand am Mittwochabend per Videokonferenz Rede und Antwort bei Fragen rund um den Start des Trainingscamps. Zwangsläufig drehten sich viele Fragen um die Umstände, die der Coronavirus verursacht, was der Headcoach von seinen Spielern erwartet und wie er es meistern wird, einen schlagkräftigen Kader für die Saison 2020 auf die Beine zu stellen.

Zunächst startete Matt Rhule`s erste Pressekonferenz des Trainingscamps mit guten Nachrichten: Aktuell steht keiner seiner Spieler auf der COVID/Reserve-Liste der NFL. Dies teilte ein Sprecher der Panthers vor Beginn der Redezeit von Coach Rhule mit. Folglich kann der Coach auf alle seine Spieler zurückgreifen und verliert zu Beginn des Trainingscamps kein Personal an das Coronavirus. Die PR-Abteilung stellte für das restliche Trainingscamp klar, dass hinsichtlich des Coronavirus keine Einzelheiten über den Gesundheitsstatus der Spieler bekanntgegeben werden. Sollte sich also ein Spieler auf der COVID/Reserve-Liste befinden, wird man nicht erfahren ob derjenige Spieler selbst infiziert ist, oder lediglich Kontakt zu Infizierten hatte.

Um den Virus möglichst vom Team fernzuhalten, sendete unser Headcoach während der „Zoom“-Videokonferenz am Mittwochnachmittag eine eindeutige Nachricht an alle seine Spieler.

Das Wichtigste überhaupt ist, dass man sich verantwortlich fühlt. Jemand zu sein, der sich selbst und das gesamte Team davor schützt zu erkranken.

Im Folgenden könnt Ihr die wichtigsten Fragen und Antworten der Videokonferenz nachlesen:

 

Vor dem Hintergrund, dass bisher niemand das Spielfeld betreten konnte – Was ist die größte Herausforderung, die Spieler auf den Start der Saison vorzubereiten?

„Ich denke wichtig ist, dass jeder das Richtige tun will. Jeder möchte auf dem höchsten Niveau abliefern. Egal ob es die Coaches, Mitarbeiter des Teams oder eben die Spieler sind. Wir müssen bescheiden genug sein, um zuzugeben, dass wir alle Fehler machen und dann aus diesen Fehlern lernen. Dann müssen wir weitermachen und als Gruppe zusammenwachsen.“

„Die andere Seite ist das Aufbauen von gegenseitigem Vertrauen. Football lebt davon sich selbst, aber auch seinen Teamkameraden, den Coaches und dem ganzen System zu vertrauen. Das ist ein Prozess und der braucht seine Zeit. Ganz offensichtlich haben wir hierfür nur ein kleines Zeitfenster, aber die Jungs in der Spielerkabine und auch der Trainerstab sind für diese Herausforderung bereit“

 

Wieso haben Sie entschieden bei einem 90-Mann Kader zu bleiben, anstelle auf 80 Spieler zu kürzen? (Die Panthers müssen ihren Kader bis zum 16. August auf 80 Spieler herunterkürzen)

„Wir haben sehr hart daran gearbeitet 90 Spieler auszuwählen, mit denen wir ins Trainingscamp gehen wollen. Und auch diese Jungs haben die gesamte Offseason sehr hart gearbeitet. Die virtuellen Meetings und all das was wir von ihnen verlangt haben. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt diese Spieler rauszuwerfen, ohne sie jemals bei der Arbeit gesehen zu haben.

„Die Regeln sagen ja, dass wir zu jeder Zeit auf die 80 Spieler runtergehen können. Meiner Meinung nach bist du in diesen schwierigen Zeiten froh, wenn du so viele Spieler wie möglich um dich herum hast die mit deinem System vertraut sind. Deshalb wollten wir mit 90 Spielern starten und schauen, wie es sich entwickelt und in welche Richtung der Trend geht. Offensichtlich haben wir die Möglichkeit auf 80 Spieler zu kürzen. Mal schauen ob es erst am Stichtag oder vorher sein wird. (Anm. d. Redaktion: Am Samstag, dem 01.08. wurde der Kader auf 80 Spieler gekürzt)“

 

Sehen Sie die Möglichkeit, dass noch mehr Panthers-Spieler wegen dem Coronavirus freiwillig aussetzen? (Undrafted Free Agent LB Jordan Mack gab bekannt, dass er nächste Saison nicht spielen wird) Haben Sie diesbezüglich eine Nachricht an Ihre Spieler?

„Jeder von uns hat verschiedene familiäre Probleme. Meine 3 Kinder wurden als Frühchen geboren. Wir alle haben unsere Probleme. Manche von uns haben Eltern, manche haben schwangere Frauen, manche haben Kinder und manch einer selbst hat ein höheres gesundheitliches Risiko. Somit habe ich allen meinen Spielern verdeutlicht, dass dieses Virus uns alle in verschiedenster Form trifft und beschäftigt. Also wenn jemand irgendwelche Bedenken oder Fragen hat, kann er jederzeit mit mir über diese Dinge reden.“

„Die richtige Entscheidung muss dann jeder für sich selbst treffen. Ich werde niemanden etwas vorwerfen, wenn er sich für die eigene Sicherheit oder die der Familie entscheidet. Ich habe über die ganze Zeit der Pandemie versucht klarzustellen, dass ich ein Coach bin, der den Menschen helfen will und die Spieler dahingehend ermutigt, die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie als Priorität anzusehen. Ich hoffe, dass die Jungs sich bei allem Tun und Handeln durch meine Worte gestärkt und wirklich sicher fühlen.“

„Meine Nachricht ist einfach, dass jeder machen sollte, was er machen muss. Zur gleichen Zeit können wir alle zusammenarbeiten und sicherstellen, dass wir uns alle gesund und sicher fühlen.“

 

Denken Sie, dass Sie einen Wettbewerbsnachteil haben, weil sie einen neuen Quarterback haben und sich große Teile des Kaders verändert haben?

„Es ist alles anderes als ideal.“

„Selbst die Entscheidungen, die wir in diesen Augenblicken treffen, basieren noch lediglich auf Treffen in Räumen und ähnlichem. Aber es gibt nichts Schlimmeres als ein Football Coach, der sich beschwert. Ich kann nur das Beste daraus machen und es als Herausforderung ansehen. Sollte die Normalität wieder einkehren, wird man dieseals vorher zu schätzen wissen. Ich habe bis heute nicht alle Spieler persönlich getroffen. Wenn ich sie das erste Mal sehe, werde ich mich ihnen noch durch die Maske mit ‚Hey, ich bin Matt Rhule‘, vorstellen müssen.“

„Die Herausforderung ist da und ich werde sie auch so akzeptieren.“

 

Wie integrieren sich die verletzten Spieler? Und was führte zur Verpflichtung von dem neuen Punter Joseph Charlton?

„KK Short scheint mit seinen 315 Pfund in fantastischer Verfassung zu sein. Ich denke, dass er sich durch harte Arbeit in eine gute Ausgangsposition für ein tolles Jahr 2020 gebracht hat. Shaq Thompson ist zurück und ist gesund. Graham Gano sieht auch gesund aus. Ich habe ihn persönlich nicht kicken gesehen, aber der medizinische Stab ist zufrieden mit seinem aktuellen Stand (Anm. d. Redaktion: Graham Gano wurde am Donnerstag offiziell entlassen). Michael Palardy hat sich in der Offseason das Kreuzband gerissen. Für ihn tut mir das sehr leid. Michael ist ein ausgezeichneter Team-Player, der schon so viel durchgestanden hat. Dennoch denke ich, dass sein bester Football noch vor ihm liegt und dass auch dieser Vorfall für etwas gut sein wird. Ich weiß, dass er besser und stärker zurückkommen wird.“

„Marty Hurney hat Joseph bei seinem Schulbesuch kennengelernt. Er hat ein wirklich sehr, sehr starkes Bein. Damit kann er was reißen. Also dachten wir, dass wir ihn uns holen und schauen, was er so alles damit anstellen kann. Wir hatten ihn noch nicht auf dem Platz, aber wir wissen um sein Können und seine Voraussetzungen. Somit müssen wir zunächst einmal das richtige Umfeld für ihn schaffen damit er sich wohl fühlt und mit dem System vertraut macht. Er wird sich in keinem Preseason-Spiel beweisen können, aber wir werden Drucksituationen für ihn schaffen.“

„Er hat aber in der „SEC“ gekickt. Also auf einem hohen Niveau.“

 

Inwiefern beeinflusst die Tatsache, dass es keine Preseason gibt, den Bewertungsprozess?

„Das Schwierige ist, dass es Spieler gibt, die sich in den Spielen eher schwer tun, aber eine starke Trainingsleistung abrufen. Und manche Spieler machen genau das Gegenteil. Irgendwas Spezielles brennt in den Spielern, dass man erst erkennen kann, wenn es in die Spiele geht.“

„Ich bin seit 7 Jahren Headcoach und hatte noch nie ein Preseason-Spiel im College. Also musste ich mir für die Bewertungsprozesse Dinge im Training einfallen lassen. Nun werde ich mich jetzt auf mein Coaching-Team, Marty Hurney und sein Team verlassen. Ich sage meinen Leuten immer, kontrolliert was ihr kontrollieren könnt. Und gerade jetzt ist es für unsere Spieler, egal ob jung oder alt, an der Zeit, bei jedem virtuellen oder persönlichen Treffen zu glänzen. Sie müssen jetzt in dieser kontrollierten Umgebung zeigen, was sie drauf haben.“

„Und wir werden den Kader kürzen müssen. Dieses Jahr haben wir jedoch diesbezüglich mehr Flexibilität als in den Jahren zuvor. Auch wenn es nicht ideal ist, werde ich das Beste versuchen um gute Entscheidungen zu treffen. Wie die Preseason nun ausgelegt ist, kenne ich aus den letzten Jahren schon. Also bin ich damit vertraut und fühle mich ganz wohl damit.“

 

Gibt es Tricks, die Sie vom College in das NFL Training ohne Preseason einbringen können?

„Ich glaube einfach, dass wir sehr, sehr hart trainieren werden.“

„Es ist nicht so, dass wir Trainingsspiele absolvieren und man durch ein simuliertes Spiel geführt wird. Wir müssen uns in den Trainings, so wie in den alten Zeiten, harte Wettkämpfe liefern und dann schauen, wer dem Wettkampf standhalten kann. Man will dort sehen wie Donte Jackson gegen D.J. Moore spielt. Man will auch Ian Thomas gegen Tre Boston in Aktion sehen.“

„Ich denke, dass wir die Jungs auf der anderen Seite des Balls respektieren müssen und somit auf einem sehr hohen Niveau trainieren. Dann werden wir ins Stadion gehen, ein wenig Musik einspielen und versuchen ein paar Ablenkungen zu schaffen. Ich denke, dass all diese Faktoren wichtig sind. Am Ende des Tages ist es tatsächlich so, dass Eisen durch Eisen geschärft wird. Also wird es darauf ankommen, wie wir gegeneinander trainieren werden.“

 

Wie wichtig sind dieses Jahr jene Spieler, die in den letzten Jahren nicht so eine große Rolle gespielt haben?

„Man hat schon öfters Spieler gesehen, die auf dem Practice Squad eines Teams standen und dieses dann verließen. Bei ihrem nächsten Team wurden sie dann Starter.“

„Ich war ein College Coach, der an den Universitäten von Temple und Baylor gecoacht hat. Wir hatten keine 5 Sterne Rekruten. Ich habe unseren Stab immer dahingehend gelobt, dass er die Spieler entwickeln kann.“

„Ich weiß nicht, wieso man keine NFL-Spieler entwickeln können soll.“

„Ich habe mir immer vorgenommen einen großartigen Job mit dem Practice Squad und deren Spielern zu machen. In meinem Kopf hatte ich immer die Idee, Rohdiamanten zu finden. Mit den 16 Spielern auf dem Practice Squad hat man nun eine hohe Flexibilität für den Kader. Bei diesen Spielern soll es sich um Jungs handeln, die sich entwickeln können und auf lange Sicht gute Chancen haben, gestandene Spieler zu werden.“

„Gerade in diesem Jahr brauchst du Spieler, die vielseitig einsetzbar sind. Ich habe unseren Spielern Herausforderungen gestellt und ihnen gesagt, dass sie uns mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhelfen können, wenn sie das Football-Spiel verstehen und kennen.“

 

Wie wollen Sie diese Saison D.J. Moore und Curtis Samuel einsetzen?

„Wir sehen in beiden Potential und die Dinge, die sie im Stande zu leisten sind. Jetzt müssen wir sie in unser System integrieren. Ich habe Joe Brady unter anderem als Offensive Coordinator geholt, weil er die Stärken der Spieler erkennt und sein System auf diese Stärken zuschneiden kann. Er ist kein Coach, der ein starres System verfolgt, in dem Spieler alles machen müssen.

„An Curtis fasziniert uns, dass er die Fähigkeiten hat ‚Big Plays‘ zu kreieren und hinter die Gegenspieler zu kommen.r ist wirklich sehr vielseitig. Er kann Running Back spielen, sich als Slot-Receiver oder Outside Wide-Receiver aufstellen.“

„D.J. bringt auch eine Vielseitigkeit mit, die wir versuchen werden einzubeziehen. Er muss dieses Jahr den nächsten Schritt gehen und so dominant sein, dass er unser physischer Wide-Receiver wird, den man immer anwerfen kann. Das er derjenige ist, den wir beim 3. Versuch und noch 5 Yards zu gehen anspielen wollen. Er wird das Duell gegen den besten Cornerback des anderen Teams bestreiten müssen.“

 

Quelle: The Riot Report 
Autor: Antwan Staley

Phil Snow: Der neue Defensive Coordinator bei den Panthers

Am 20. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Defense-Coordinator Phil Snow vor. Doch wer ist unser neues Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Phil Snow wurde am 22. Dezember 1955 in California geboren. Snow ist derjenige, der die meiste Erfahrung in unserem neuen Coaching-Staff in der Vergangenheit sammeln konnte. Er hat bereits 37 Jahre Erfahrung als College-Coach und war bereits für sieben Colleges tätig, u.a. bei UCLA, Washington, Arizona State, Boise State und Temple and Baylor. Zudem konnte er bereits, von 2005 – 2008, vier Jahre NFL-Erfahrung als Linebacker-Coach bei den Detriot Lions sammeln.

2013 wurde Snow Defense-Coordinator in Temple. Headcoach war zu dieser Zeit Matt Rhule. Zusammen wurde die Defense von Snow und Rhule in der AAC die beste Defense in den Jahren 2015 und 2016. Auch die Zeit in Baylor sollte für Snow erfolgreich werden, denn dort wurde die Defense 1st in der „total-Defense“, zweiter bei den meisten Turnover (30), dritter was Interceptions (17) betrifft und achter in Sacks per Game (3,31).

In dieser Zeit bei Baylor lies Phil Snow seine beste Fähigkeit aufblitzen, durch das Anpassen der Defense-Formationen an das Spielerpersonal. Während er die ersten zwei Jahre eine 4-3 Base oder Bear-Front spielen lies, switchte er 2019 auf eine 3-3-5 („30 Stack“) – Defense, da sich sein Spielerpersonal änderte. Dies brachte auch umgehend Erfolg, hatte man in den ersten beiden Jahren noch die zweit und drittmeisten Punkte kassiert, konnte man im dritten Jahr die wenigsten Punkte pro Spiel in der Conference verzeichnen (19,3).

Snow kommentierte dies, dass er normalerweise zwei Jahre bräuchte, um seine Defense erfolgreich umzustellen. Da er aber bei Baylor 20 Freshmans hatte, brauchte er dort ein Jahr mehr, um die Defense richtig zu justieren.

Auswirkungen und Formationen

Welche Defense-Formation können wir bei den Carolina Panthers erwarten?

Dazu gibt sich Snow noch sehr bedeckt. „Sie werden uns in vielen verschiedenen Formationen sehen, ich denke, dass man heute sehr vielfältig sein muss“, kommentierte Snow auf die Frage, wie die Defense bei den Panthers aussehen werde. Jedoch lies er auch schon hören, dass er gerne Four-man, Three-man und Bear – Formationen spielen lassen würde.

4-3 Defense:

Die 4-3 Defense ist eine der bekanntesten Defense-Formationen in der NFL. Aus dieser Grundformation werden die meisten, bekannten, Zone-Coverages, wie Cover 2, Cover 3 oder Cover 4 gespielt. Aber auch eine Man-to-Man Coverage ist hier durchaus möglich. Die 4-3 Formation besteht aus vier Defensive-Linemans und drei Linebacker. Diese werden oft als „Front-Seven“ betitelt. Unterstütz werden diese durch vier Defensive Backs in der „Secondary“ – also Cornerbacks oder Safties.

Bei der 4-3 Defense kommt es vor allem auf die Defensive Ends an. Hier ist jeder für einen so genannten „Gap“ zuständig. Gaps sind die festgelegten Lücken zwischen den Spielern der O-Line.

  • A-Gap: Zwischen Center und Guard
  • B-Gap: Zwischen Guard und Tackle
  • C-Gap: Zwischen Tackle und Tight End
  • D-Gap: Außenseite des Blocking Tight Ends

Jeder der vier Linemans ist für mindestens eins dieser Gaps zuständig und versucht hier entweder das Running-Game zu stoppen oder zum Quaterback durchzubrechen.

Vorteil:

Druck ausüben – Die 4-3 Defense ermöglicht durch die zwei Pass-Rusher genug Druck auf den Quarterback auszuüben, während sieben Spieler in Deckung gehen können (die drei Linebacker + vier Defensive Backs).

Nachteil:

Qualität ist wichtig – Das wichtigste in dieser Formation sind die Defensive-Ends. Sind diese nicht gut genug, hat der Quarterback zu viel Zeit. Gap-Verteidigung – Sollte bei einem Laufspielzug ein Verteidiger seinen Gap nicht verteidigen können, bricht das System in sich zusammen. Wird zum Beispiel bei einem Lauf die Mitte freigeblockt und der Running Back kommt durch, steht der Middle-Linebacker alleine da.

3-3-5 Defense:

Die 3-5-5 Defense ist perfekt für Verteidiger mit einer Kombination aus Speed, Power und guten Coverage-Fähigkeiten. Dies ist besonders wichtig, um mit einer gegnerischen Offense mitzuhalten, die den Ball häufig passt. Die Formation besteht aus drei Defensive-Linemans und fünf Defensive-Backs.

Vorteil:

Schnellere Defense – Durch das Einsetzen von mehr Defensive Backs als Defensive Linemans kann die Defense mehr Speed auf das Spielfeld bringen.

Verwirrung stiften – Da viele Offense mit einer 3-5-5 Formation nicht so vertraut sind, werden es die Quarterbacks und O-Line schwerer haben, die Matchups anhand der Formationen zu erkennen.

Vielfältig einsetzbar – Die 3-5-5 Defense ist nicht nur gegen Pass effektiv, sondern kann auch gut gegen Lauf eingesetzt werden. Die Safties können nahe der Line of Scrimmage eingesetzt werden und so den Lauf besser unterstützen.

Die Mitte ist zu – Durch die extra Defensive Backs und Linebacker ist die Lücke in der Mitte zu. Dies ist besonders gut, da heutzutage die Offensive diesen Platz gerne für kurze Crossing Routes nutzen wollen.

Nachteil:

Schweres Durchkommen zum QB – Mit nur drei Linemans ist die O-Line in der Überzahl. Die O-Line hat nun mehr Spieler zur Verfügung, um bei einem Blitz den Verteidiger abzufangen, bevor dieser Druck auf den Quarterback ausüben kann.

Mehr Zeit zum werfen – Der Druck bei einer 3-3-5 Verteidigung dauert länger, da die Linebacker und der Saftey weiter von der Line of Scrimmage entfernt sind. Somit hat der Quarterback mehr Zeit sich einen Receiver auszusuchen und den Pass anzubringen.

Erfordert Schnelligkeit – Ein langsames Defense-Team könnte Probleme haben, mit den Receivern, Tight Ends oder Running Backs mitzuhalten.

Erfordert Athletik – Eine 3-5-5- Verteidigung kann ohne größere, stärkere Defensive Backs, die gut Tackeln können, nicht funktionieren. Weniger Linemans bedeutet, dass mehr in der Secondary getackelt werden muss, die oft aber die letzten Spieler in der Formation sind. Sollte hier nicht richtig getackelt werden, ist der Weg zur Endzone frei.

Bear-Formation (46 Formation):

Die Bear-Formation besteht aus vier Defensive Linemans, einem Linebacker und vier Spieler in der Secondary. Der Unterschied ist jedoch, wie sich die Spieler aufstellen. Zusätzlich zu den vier Linemans stellen sich der Strong-Saftey sowie ein Linebacker noch vor dem Snap an die Line of Scrimmige. Dies bringt von Beginn an Druck auf die O-Line.

Vorteil:

Verwirrung stiften – Wie oft sieht die Offense 6 Defender noch vor dem Snap an der Line of Scrimmige stehen? Die Antwort ist, vermutlich nicht sehr oft. Die Formation hält die Offense auf Trab und zwingt sie dazu, ihr Spiel an die eine Formation anzupassen, die sie bisher kaum kennen.

Druck schaffen – Sechs Spieler die bei jedem Play die Line of Scrimmige attackieren. Und das bereits ohne, dass die Defense sich für einen Blitz entscheidet und noch einen Spieler nach vorne schicken. Bei den meisten Plays sind das zu viele Verteidiger für die O-Line zum Blocken und so können schnell Lücken für Sacks entstehen.

Vielseitig – Die 46 Defense ist nicht nur gegen den Lauf gut. Auch gegen den Pass ist sie wirksam, da immer fünf Verteidiger gegen den Pass verteidigen, zusätzlich kann hier immer einer der zusätzlichen Defensive Linemans zurückfallen und ebenfalls in die Coverage übergehen.

Nachteil:

Anfällig für Crossing-Routes – Da der Quarterback keine Zeit hat um den Ball lange zu halten, wird die Offense hier mit kurzen Pässen agieren. Die zwei extra Spieler an der Line of Scrimmage könnten Platz für die Receiver offenbaren.

Ohne Druck anfällig – Sollte die O-Line dem Druck standhalten können, so könnte es für die Verteidiger ein langer Abend werden. Keinen Druck mit einer 4-6 Formation erzeugen zu können ist der Alptraum für jede Defense. Die Offense kann nun den offenen Platz nutzen, um die Defense zu zerlegen, da in der Secondary nur drei Spieler stehen.

Erfordert viel Kraft – Die Formation verlangt viel Kraft von den beiden zusätzlichen Verteidigern ab.

Die Defensive Linemans sind es gewohnt bei jedem Snap einiges abzubekommen. Die Strong Safteys und Linebacker aber nicht. Das könnte die Spieler über die gesamte Spielzeit extrem ermüden, wenn sie nicht auf diese zusätzliche Physis vorbereitet sind.

Einschätzung

Passt Phil Snow zu den Panthers?

Ja – aufjedenfall. Gerade die Fähigkeit seine Formation auf das vorhandene Spielermaterial anzupassen wird bei den Panthers aufgrund der neu zusammengesetzten und vor allem sehr jungen Defense wichtig sein. Snow erwähnte immer wieder, dass er erst Aussagen zu seinem Coaching treffen könne, sobald er seine Spieler kennenlernen kann. Dennoch – er kennt sich mit jungen Spielern bestens aus und kann, wenn man ihm die Zeit dazu gibt, die Formation und die Spieler bestens abstimmen.

Zudem ist er ein Coach, der es liebt aggressiv und physisch zu spielen, Turnovers zu kreieren und die Offense mürbe zu machen. Außerdem sind Rhule und Snow seit Jahren ein gutes Team und kennen sich bestens. Phil Snow ist ein erfahrener, motivierter Coach, der selbst kein Interesse an einem Headcoach – Job hat: „Ich wusste, dass ich Coordinator werden wollte. Ich wollte unterrichten. Ich liebe es, ein Playbook zusammenzustellen und dieses auf dem Football-Feld lebendig werden zu lassen“.

Gerade dieser jungen Defense wird ein so motivierter und erfahrener Coach guttun. Wir werden gespannt sein, wie lange Phil Snow brauchen wird, um eine Defense zu formen, vor der die Quarterbacks in der NFL Alpträume haben werden.

 

Quelle Bilder: www.footballadvantage.com

Who´s your Brady?!

Am 16. Januar 2020 stellten die Carolina Panthers ihren neuen Offensive Coordinator Joe Brady vor. Doch wer ist das neue Mitglied im Coaching-Staff?

Rückblick

Joe Brady wurde am 23. September 1989 in Pembroke Pines in Florida geboren. Er selbst spielte in der Jugend als Wide Receiver auf der Ecerglades High School und anschließend bei der William & Mary Tribe. Auf dem Feld selbst war er nie der große Star, jedoch fiel Brady durch seine Arbeitsmoral und seinen Führungsqualitäten auf.

Der frühere Offensive-Coordinator von William & Mary, Kevin Rogers, sagte in einem Interview über ihn: „Joe´s Vorstellung von einer guten Zeit ist es, um 6 Uhr morgens zur Arbeit zu gehen und um 1 Uhr morgens nach Hause zu kommen“. Aus diesem Grund bat ihn sein damaliger Coach, Jimmye Laycock vor dem Ende seiner College-Karriere einen Vollzeitjob als Linebacker-Coach bei William & Mary an. Er coachte anschließend zwei Jahre dort, ehe er anschließend für zwei Jahre als Graduate Assistant bei Penn State tätig war.

Seinen ersten Erfahrungen mit der NFL konnte er 2017 sammeln, als er für zwei Jahre Offensive Assistant bei dem Division Rivalen, den New Orleans Saints war. Anschließend wurde er Headcoach bei Ed Orgeron und anschließend Passing Game / Wide Receiver Coach bei den LSU Tigers, mit denen er dieses Jahr das College Football National Championship Finale gegen die Clemson Tigers gewann.

Fact

Mit der Einstellung dieses Jahr ist er der jüngste Offensive Coordinator der National Football League (NFL)

Auswirkungen und Formationen

  1. Welche Auswirkungen wird er auf die Carolina Panthers haben?
  2. welche Formationen verwendet Brady am liebsten?

„Unser System wird das sein, was unsere Spieler am besten können“, heißt es auf ähnliche Fragen in den vergangenen Interviews. Mit dieser Antwort geben wir uns natürlich nicht zufrieden und haben einige Basiskonzepte herausgesucht, die wir bei den Panthers sehen werden:

Die einfachste Formation, die Joe Brady verwendet, besteht aus drei Receivern auf der Strong Side und ein Receiver auf dem Boundery. Der Running-Back steht hierbei auf der Weak-Side. Hierbei wird versucht ein One-One-One Missmatch zu kreieren, bei dem meist der Tight End der No. 1 Receiver eingesetzt wird.

Brady setzt gerne Formationen ein, in denen die Receiver in Bunch-Formation stehen, um  Missmatches zu bekommen. Die Bunch-Formation besteht daraus, dass drei Receiver beim Snap nahe beieinanderstehen. Der Vorteil bei dieser Aufstellung ist, dass es für den Verteidiger schwierig ist, einen konkreten Gegenspieler direkt vom Snap an zu verfolgen. Die Formation ist zudem in Man Coverages sehr unangenehm zu verteidigen und kann so die Defense zwingen, auf Zone-Defense umstellen zu müssen.

Eine weitere Formation ist die Weak Side Option Route. Brady brachte dieses Konzept von den Saints zu LSU. Hierbei steht der Running-Back auf der Weak Side in einer 3×1 oder 3×2 Formation. Hier bietet sich für den Slot – Receiver mehrere Optionen an, je nachdem wie die Defense sich aufstellt. Geht der Verteidiger nach dem Snap 4-5 Yards nach innen, bricht der Receiver nach außen aus. Spielt der Verteidiger Outside, so geht der Receiver in einem Slant nach innen. Hat der Receiver das Gefühl, dass der Verteidiger tief in seiner Zone steht, so bricht dieser seinen Laufweg ab.

Halfback Corner Route – Dies ist ein effizienter Weg um Platz für den Running-Back zu schaffen. Hierbei wird der Running-Back als Receiver verwendet, um die Defense damit zu überraschen.

Eine weiterer von Bradys Spielzügen ist die Glance Route RPO. Hierbei versucht die Offense mit Verticals Slants die Safetys zu bewegen. Der gegnerische Linebacker wird nun aufgrund der Lücken zögern, die durch die Glance Route erzeugt wurden. Nun muss der Quarterback schnell entscheiden – lässt sich die Defense mit den Receivern nach hinten ziehen, so kann hier zum Laufspiel übergeben werden. Lässt sich die Defense nicht bewegen, so haben die Receiver Platz, um angeworfen werden zu können.

Ähnlich wie bei den Saints liebt Joe Brady es seine Receiver vertikal starten zu lassen und ihr Tempo ausspielen zu lassen. Hierbei verwendet er öfters einen Switch-Release, was bedeutet, dass zwei Receiver direkt nach dem Snap ihre Laufwege kreuzen. Dies kann für eine kurze Verwirrung bei der Defense sorgen und so die entscheidenden Yards Vorsprung vor dem Gegenspieler erzeugen.

Justin Jefferson, Wide Receiver der LSU sagte, dass Brady großen Anteil daran hat, dass es kaum Drops gab – „Joe Brady hat uns definitiv bei unserer Augenkoordination geholfen, sowie unserer Fähigkeit, unter Bedrängnis zu fangen.“

Einschätzung

Passt Joe Bradys Spielstil zu den Panthers? Ja – aufjedenfall. Mit DJ Moore, Curtis Samuel und Robby Anderson haben wir genug Tempo, um die Verticals von Brady gehen zu können. Christian McCaffrey ist der perfekte Running-Back für diese Konzepte – Brady kann hier verschiedene Formationen spielen, ohne auswechseln zu müssen. Ian Thomas kann als Anspielstation genutzt werden. Eine Anpassung, die Brady vornehmen muss, ist eine Verringerung der Formationen mit Empty Backfield. Die Panthers haben nicht die O-Line um diese Formation auf höchstem Level zu halten. Wir werden gespannt sein, wie die neuen Konzepte bei den Carolina Panthers funktionieren werden. Mit Joe Brady aber erhalten wir einen jungen, motivierten und detailverliebten Offensive-Koordinator.

 

Luke Kuechly: Rückblick, Aufgaben und die Unterschiede

Die Meldung um die Verpflichtung des ehemaligen Star Linebackers, Luke Kuechly, als Pro Scout, fand einen großen Zuspruch bei den Fans der Carolina Panthers.

Luke Kuechly beendete im Januar 2020 mit erst 28 Jahren seine Karriere als aktiver Spieler im American Football zur Überraschung der gesamten National Football League (NFL). Einen genauen Grund für sein frühzeitiges Karriereende gab er zwar nicht an, mit seinen Aussagen ließ er aber zumindest darauf schließen, dass die jahrelangen körperlichen Strapazen der NFL ihn so sehr gezeichnet hätten, dass eine Fortsetzung seiner Laufbahn für ihn nicht mehr möglich ist. In den vergangenen Tagen und Wochen wurde immer wieder spekuliert ob und in welchem Umfang der ehemalige Linebacker eine Funktion an der Sideline der Panthers übernehmen könne. Hierbei wurde er stetig mit der Funktion als möglichen Linebacker Coach in Verbindung gebracht. Nach mittlerweile einem halben Jahr haben wir nun Gewissheit, wie und in welcher Rolle er zur alten Sportstätte zurückkehren wird.

Welche Aufgaben wird er zukünftig übernehmen und wo liegen die Unterschiede zwischen einem Pro Scout und einem Scout. Wir möchten versuchen die Unterschiede aufzuzeigen und einen Einblick in die zukünftigen Tätigkeiten geben zu können.

Der Pro Scout – Professional Scout

Professional Scouts konzentrieren sich, während das Ziel eines Scouts definiert ist junge Talente zu identifizieren, in der Regel auf die Verfolgung und Beobachtung von bereits aktiven Spielern gegnerischer Teams, welche möglicherweise in der Free Agency Phase zur Verfügung stehen oder durch einen Trade verpflichtet werden können. Sie nehmen in den Analysen zukünftiger Gegner eine gravierende Funktion ein, da ihre Erfahrungen und Fähigkeiten ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung und Ausrichtung der eigenen Strategie darstellen können. Sie analysieren Schlüsselspieler, um in Zusammenarbeit mit dem Coaching Staff geeignete Strategien und Lösungsansätze zu entwickeln.

Rückblick, Aufgaben und Herausforderungen

Als Spieler konzentrierte sich sein Studium hauptsächlich darauf, den möglichen Spielplan eines bevorstehenden Gegners zu analysieren. „Wir haben immer nach einem Schemata und Tendenzen gesucht, in denen sie dachten, dass Sie uns in der Defense überraschen und attackieren können“, so Luke Kuechly im Interview.

Durch die Serie „All or Nothing“ auf Amazon, könnten die Fans einen erheblichen Einblick gewinnen, wieviel Zeit der Linebacker mit den Analysen gegnerischer Teams verbrachte und wie es ihm immer wieder gelang, die gegnerische Offense und deren Vorhaben sowie Absichten zu lesen. Mit den neuen Herausforderungen in der Funktion als Pro Scout, wird der Schwerpunkt seiner Aufgaben darin bestehen, individuelle Spieler zu bewerten und detailliert zu analysieren. Hierbei werden explizit herausgestellt, welche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen jeder einzelne hat, um in den entscheidenden Momenten diese nutzen zu können.

Der Scout

Scouts bewerten das Talent von High-School- und College-Football-Spielern. Sie sind dafür verantwortlich, Spieler zu identifizieren, die das Potenzial haben, in der NFL erfolgreich zu sein und den Anforderungen des eigenen Teams entsprechen. Die Scouts arbeiten insbesondere mit dem Management, dem Coaching Staff sowie den Spielern eng zusammen, ohne selbst Football aktiv spielen zu müssen. Besondere Vorrausetzungen für die Verwendung als Scout sind:

  • Management- und Organisationsfähigkeiten,
  • ein tiefes Wissen über das Spiel,
  • einen Instinkt für das Erkennen von Talenten

Viele Scouts sind ehemalige Trainer oder Spieler im Ruhestand, während andere eine Karriere nur auf diesem Aufgabengebiet gemacht haben. Erfahrene Scouts, die dabei helfen festzustellen, welche Spieler gut zu einer Organisation passen, können den Hauptunterschied zwischen Erfolg und Misserfolg für das Team in Bezug auf Gewinne und Verluste ausmachen, was häufig direkt mit dem finanziellen Erfolg der Organisation zusammenhängt.

Durch sein außerordentliches Talent, seinen Fähigkeiten sowie dem Gespür für die richtige taktische und strategische Ausrichtung, gepaart mit den gemachten Erfahrungen, betrachten wir ihn jetzt schon als erheblichen Gewinn sowie Unterstützung des Teams und insbesondere unserer Defense. Mehrere Angebote und Möglichkeiten standen ihm nach Beendigung seiner Karriere zur Verfügung, jedoch war für ihn nur ein richtig wichtig, so Kuechly:

„Das Größte ist, dass ich immer noch Teil des Teams sein kann, Teil des Spiels und vor Ort bin, da ich immer noch viele Leute dort habe, mit denen ich befreundet bin und sie gerne in meiner Umgebung habe. Ich war nicht bereit das aufzugeben“.

Quellen:
www.panthers.com
www.wikipedia.de